1829 / 294 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8. aus

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8 8 öö“ 8 Obligationen haͤlt die Nachfrage an. Polnische Partial Loose waren vor ein Paar Tagen hier um einen Rthlr. pr. Stuͤck im Cours zuruͤckgegangen; dies ward bewirkt durch die an⸗ sehnlichen Zusendungen in dieser Effecten⸗Gattung, welche von Hamburg und Berlin aus geschehen waren. Nach den neuesten Berliner Coursen haben jedoch die Polni⸗ schen Loose auch bei uns wieder angezogen. Oesterreichi⸗ sche 100 Fl. Loose, Badische und Darmstaͤdtsche Loose sind in vollem Begehr. Letztere zeigen sich besonders rar, da durch die vorlaͤngst eingetretene facultative Conversion die Großherzogliche Regierung in den festen Besitz von 73,000 Stuͤck solcher Loose gekommen ist. Auf die guͤnstigen Berichte von dem Steigen der Spanischen Fonds an den Boͤrsen zu Amsterdam und Paris waren die Spanischen Obligationen von der Hopeschen Anleihe seit mehreren Tagen sehr gesucht. Von Amsterdam brachte ferner die vorletzte Post Nachricht, daß sich die Oesterreichischen Gollischen und Osyschen Obligatio⸗ nen daselbst, in Folge von Auftraͤgen aus Berlin, gesucht hielten, worauf sich neue Kauflust dazu auch an unserm Platz bemerken ließ. In 4procentigen Bairischen und Darmstäͤdt⸗ schen Fonds, so wie in 5procentigen Preußischen Obligationen ing wenig um. Von Wechseln auf fremde Plätze waren im Lane der Woche Bremen, Leipzig und London mehr ausge⸗ Alle andere Devisen blieben dagegen in Der Platz⸗Disconto ist im Weichen und

boten als gefragt. willigem Begehr.

gutes Papier macht sich rar. Man kann zu 3 ¾ à pCt. Geld im Ueberfluß finden. Warschau, 18. Oct. Das Wasser auf der Weichsel

ist seit drei Tagen bedeutend gestiegen. Der anhaltende Re⸗ gen im Karpatengebirge läßt leider abermals Ueberschwem⸗ mungen erwarten.

In dem Dorfe Solec, in der Wojewodschaft Sandomir, sind sehr reichhaltige Mineralquellen entdeckt worden.

Wenn in andern Laͤndern die Weinlese in diesem Jahre wenig reichhaltig ausgefallen ist, so muß es fuͤr uns erfreu⸗ lich erscheinen, daß der in den hiesigen Gärten gewonnene Wein, sowohl in der Qualität als der Quantitaͤt, in diesem Jahre vorzuͤglich gerathen ist.

Im laufenden Halbenjahre sind in hiesiger Stadt bedeu⸗ tend weniger Personen gestorben, als dieses in demselben Zeitabschnitte im vorigen und vorvorigen Jahre der Fall ge⸗ wesen ist. An Kranken in Privathaͤusern hat diese Stadt ebenfalls eine viel geringere Anzahl gehadt, dagegen sind jetzt 2 alle hiesigen oͤffentlichen Krankenhaͤuser uͤberfuͤllt.

Die Mittelpreise des Roggens sind jetzt 10 ¾ Fl., des

Weizens 22 Fl., der Gerste 8 ½ Fl., des Hafers 6 Fl.

Cours der Pfandbriefe 95, der Partial⸗Obligationen von 220 8

300. 322 Fl.

Spanien. Französische Blätter melden aus Madrid vom 6. Oct.: „Der geachtete General⸗Masor Francisco Navier Fer⸗ nandez, der bisher zuruüͤckgezogen in Barrelona ledte, ist zum Gouverneur von Madrid ernannt worden. Der General⸗ Capitain von Valencia, General Longa, hat zu Ehren des Infanten Don Francisco de Paula und seiner Gemahlin auf rer Durchreise durch Valencia ein glänzendes Fest gegeben. er Chef des Tribunals der Hof⸗Alkalden, Don Fernandez del Pino ist an der Stelle des gestorbenen Don Bruno Val⸗ larino zum Praͤsidenten des Comites fuͤr die z2ö— gen an Frankreich ernannt. Die Regierung der Expe⸗ dition gegen Mexiko neue Verstärkungen nachsenden. Eine der früͤheren gleiche Anzahl von Truppen soll binnen folgen; auch der General Capitain von Porto⸗Ricv soll zu hemselben Zwecke 1000 Mann absenden, während 700 Mann von den Philippinischen Inseln nach Acapulco geschickt wer⸗

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e(sen. Nach Briefen aus Andalusten berrsche dort eine

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Portugal.

unerträͤgliche Hitze.“ Ffrlle Journale enthalten folgende Nachrichten issabon dem 20. September: „Zwei von San Mi⸗ gnel angekommene Schisse derichten, daß die beiden Brasilta⸗

8 nischen Fregatten, welche di ₰ı 5 in Donna Maria e sunge Katserin und 11½.ꝙ

befanden,

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8 II. nach Brasilten brin uUnd 8ten d. M. in den Gemässerm und wahrscheinlich bei der

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hatte den Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten in einer Note benachrichtigt, daß die Englische Fregatte „Briton“ un⸗ verzuͤglich den Act der Anerkennung Dom Miguels von Sei⸗ ten Englands nach Lissabon bringen werde. iese Nachricht hatte sich schon uͤberall verbreitet, und die Anhaͤnger Dom Miguels mit Freude erfuͤllt. Die Fregatte ist zwar angekom⸗ men, hat aber die Anerkennung nicht mitgebracht. Gestern wurde das Namensfest Dom Miguels gefeiert, aber die Eng⸗ lische Fregatte, und die im Tajo liegende Französische Cor⸗ vette salutirten weder, noch zogen sie die Flagge auf.“

Englische Blaͤtter melden aus Lissab on vom 1. Oct., daß Dom Miguel, der sich am letzten Sonntage auf dem Schlosse Alfeite, am linken Ufer des Tajo befand, den Visconde von Queluz persoͤnlich in Verhaft genommen, und seitdem in strenger Gefangenschaft gehalten habe. Es heißt, daß eine Portugiesische Kriegs⸗Sloop den Visconde nach den Capverd⸗Inseln, als einem Verbannungs⸗Orte, bringen soll. Da dieser, sein Leib⸗Chirurgus, bisher in großem Ansehen bei Dom Miguel gestanden, so hat der Vorfall ungemeine Sensation erregt; niemand weiß jedoch den eigentlichen Grund anzugeben, wiewohl von einer Verschwoͤrung gesprochen wird, die gegen Dom Miguel und zu Gunsten seiner Mutter existirt

ben soll. Der Zustand Lissabons wird in Privat⸗Brie⸗ len, die in London eingegangen sind, auf das Traurigste ge⸗ schildert. Ermordungen sollen fast in jeder Nacht statt fin⸗ den, und die Armuth soll den hoͤchsten Grad erreicht haben, da man Familien, die sonst im Wohlstand lebten, jetzt von Thüre zu Thuͤre betteln sieht.

Unter den (wie gestern gemeldet) in ,— zum Tode verurtheilten ist auch der Oberst Vitorino Bareto⸗Feio ge⸗ nannt, der, wie der Hamburger Correspondent berich⸗ tet, sich gegenwaͤrtig in Altona befindet, und daselbst mit einer näͤchstens erscheinenden Portugiesischen Uebersetzung des Livius beschäftigt ist.

In England eingelausene Briefe aus Terceira bis zum 21. Sept. melden, daß seit dem 11. August dort nichts Wich⸗ tiges vorgefallen sey. Vor der Insel kreuzte ein Blokade⸗ Geschwader von 5 Segeln, worunter auch das Lintenschiff „Dom Jozo VI.“ In Folge einer vom Grafen Villa Flor ausgesetzten Belohnung von einem Pence fuͤr jede aufgefun⸗ dene von dem Miguelistischen Geschwader auf die Insel ab⸗ geschossene Kanonenkugel waren ohngefähr 5000 derselben ge⸗ sammelt und ihm üͤberbracht worden. Als einen Beweis pom der Gewalt die angewendet worden seyn muß, und des Wi⸗ derwillens mit dem die in der Expedition angestellten Trup⸗ pen gegen ihre legitime Koͤnigin Donna Maria gedient ha⸗ den, führen jene Nachrichten an, daß man in den Flintem derjenigen Truppen, die, nachdem sie gelandet, zur Fahne der Königin uͤbergegangen waren, die Patronen verkehrt einge⸗ laden fand, um ihren Landsleuten keinen Schaden zu thun. Auf der Insel herrschte der beste Geist, und eine wiederholtt Landung wurde so wenig gefuͤrchtet, daß man im Gegenthet sie als eine Gelegenheit betrachtete, neue Beweise von Tapfer⸗ keit und Ergebenheit fuͤr die Sache der Legitimttät an den Tag zu legen. bb

2ꝗ 1 1 8 Griechenland. 1

Nachstehendes ist der Inhalt des von dem vierten Ma⸗ tional⸗Congresse zu Argos am 10. August erlassenen D in Betreff der Larscaegangen fuͤr diesenigen, welche 8 Natlon außerordentliche Opfer gebracht haben: „Von dem Wansche beseelt, die von den fruͤheren Congressen bes⸗ Anordnungen in Betreff der Entschädigungen, welche dic Nation den Inseln Hydra, Spezzia und Ipsara, den Kris⸗ gern, welche die Stadt Missolunght so tapfer denen, wesche unter den Besehlen des General Karatsfacl⸗ unsterblichen Andenkens, gefochten, den Truppen⸗Corpe, die Besatzung der Akropolts gebildet haben, denen, velche h⸗ stimmt waren, die Belagerung derselben aufzuheben, tapfern Truppen des Peleponneses, und des Griechtschen reöe der drel waͤhnten Inseln uldig ist, zur usfuͤhrun zu 2 Nach reiflicher Erwäͤgung der wodurch die gegenwäͤrtige Regierung die Mittel, diese Akte der Gerech⸗ tigkeit zu vechiehen⸗ vorderettet 8* In Averkennung, daß, unabhaͤngig von denen, wel

gen Anspruch haben,

Gemeinden, sowohl von den

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