1829 / 300 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

2 Großbritanien und Irland. Vondon, 21. Oct. Es heißt, daß der Minister Peel naͤchstens wieder in seinen alten Ehren⸗Platz als Parlaments⸗ Repraͤsentant der Universität Oxford eintreten werde. Sir Rob. Inglis, ihr jehiger Vertreter, will nämlich, so wird hinzugefuͤgt, dem Herrn Peel zu Ehren sich zuruͤckziehen. Auch hat der Vice⸗Kanzler der Universität in einer kuͤrzlich bei feierlicher Gelegenheit gehaltenen Rede, sein Bedauern daruͤber zu erkennen gegeben, daß die Universitaͤt in ihrem ehemaligen Repraͤsentanten den geschicktesten und ehrenwer⸗ thesten Vertheidiger verloren habe. „Es scheint nicht“, heißt es im Observer, „daß das Parlament diesmal fruͤ⸗ her als gewoͤhnlich, nämlich Ende Januars oder Anfangs Februar, zusammenkommen werde.“

Die Times enthaält auch bei Gelegenheit des Kaiserl. Russischen Friedens⸗Manifestes Betrachtungen, worin sie zu beweisen sucht, daß „Maͤßigung“ nicht die Eigenschaft sey, welche man Rußland, in Bena auf den letzten Friedens⸗ schluß, beimessen duͤrfe. Der Scotsman dagegen, ein geachtetes Schottisches Blatt, belehrt die Londoner Blätter daruͤber, daß nicht Rußland erst woruͤber sie alle ein gro⸗ ßes Geschrei erhoben seinen Unterthanen eine eigene Ju⸗ risdiction in der Turkei ausgemacht hade; daß dieses Vor⸗ recht viemehr auch andere Nationen besitzen, und nament⸗ lich Frankreich schon seit Heinrich IV. füͤr seine Unterthanen es erwirkt habe.

Der Sun wiederholt das Geruͤücht, daß Dom Miguel sich verpflichtet habe, als Preis fuͤr die ihm von Spanien gewordene Anerkennung, dieser Macht 2 Fregatten mit 3000 * zur Unterstützung ihrer Expedition nach Mexiko zu ewilligen.

In demselben Blatte liest man: „Die widerspre⸗ ö Geruͤüchte circuliren in Bezug auf die Vorgänge in

exiko und auf die Vermehrung der Spanischen Expedi⸗ tions⸗Armee. Es wird sogar erzählt, daß eine Flotte von 9 Segeln, mit Truppen von Manilla kommend, an der West⸗Kuͤste Mexiko’ s angelangt, und bei Acapulco gesehen worden sey. Ein Brief aus Tampiro dom 14. August be⸗ richtet ferner, daß zwei Conductas mit baarem Gelde diesen

latz beinahe erreicht hatten, als sie plötzlich, ungeachtet die remden Kausteute, deren Eigenthum sie waren, dagegen pro⸗ testirten, Befehl erhielten, in das Innere des Landes umzu⸗ kehren, um nicht in die Hände der Spanier zu fallen.

Den letzten Nachtichten aus Irland zufolge ist Herr 9 Connell von seinem letzten Unsalle vollkemmen hergestellt auf seinem Landsitze, Derrinane ‚Abhey, wieder angekommen.

Capitain Roß, der mit dem Dampsschiffe „Victory“ eine Entdeckungs⸗Reise nach dem Norèpol unternommen, de⸗ fand sich, den uns zugekommenen Nachrichten zufolge, am 25. Juli unterm F kes Grade noͤrdlicher Breite. Am Tage

-ter die Lebensbeschreibung Lord Byrons, zu der er kürzlich . 85

darauf änderte sich der bisher günstige Wind, das Schiff ver⸗ lor einen Theil des Vordermastes, der Capitain wollte jedoch in keinem Hafen einkehren, um nicht zu unguͤnstigen Gerüch⸗ ten uͤber ihn Veranlassung zu geben. Als sich der Wind wieder gedreht hatte, kamen die Reisenden nach einer 1täͤgi⸗ gen Fahrt im Hafen von Holsteinberg auf Gronland an, und fanden dort zusaͤllig das Englische Schiff „Rockwoch“, wel⸗ ches von seiner Mannschaft verlassen worden warz; sie konn⸗ ten daher den Vordermast desselben benutzen, und versahen sich mit Mund und Schiffs⸗Vorräthen. Wenige Stunden darauf waren sie auch so gut equipirt, daß sie, fast vollstän⸗ diger, ais bei der Ab von England mit Allem versehen,

er absegeln konnten. Die Reisenden befanden sich alle wohl auf, und waren desonders sehr erfreut, als sie so guͤn⸗

Nachrichten uͤber den diesjährigen Stand des Eises er⸗

ten, denn die Einwohner versicherten ihnen, man habe nie vorher so wenig Eis gesehen, und wenn die nordwestliche Durchfahrt jemals zu machen ist, so duͤrfte sie wohl in die⸗ sem Jahre erreicht werden: Der Wind war gut, das Wet⸗ ter güßerordentlich quͤnstig, und die Mannschaft zeigte das vortreffitchste Betragen. Bei der Expeditton besindet sich auch Lapitain Roß der Nüngere, ein Neffe des Aelteren, der seinen Oteim und Capitain Parry auf allen fruͤheren Rei⸗ sen nach den Pelar Regionen degleitet hat.

Dr. Paris, ein Freund des verstorbenen Sie Humphrey Davy, ist damit beschäftigt, die dieses berüͤhmten Gelehrten herauszugeben, und wird darin von dem bekannten Herrn Gilhert auf das freundlichste unterstützt.

Thomas Moore hat den Landsitz des Mare Landedownut, wo er sich wäͤhrend Süeet. eae s—n

9 Famtlie aufgehalten, wieder verlassem, nt sich Hesitzung in Slopperton begeben. Doört 88096, 58, Lnh.

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wieder neue und interessante Matertalien erhalten hat. 2 Das große Musikfest von Birmingham, welches in der

vorigen Woche an 4 nach einander folgenden Tagen statt ge⸗

funden, hat üͤber 9600 Pfund Sterl. eingetragen.

„Den letzten Sonntag“, heißt es in einem hiesigen Blatte, „kann man im wahrsten Sinne des Worts, un-⸗, sern ersten Sommertag nennen eine Auszeichnung, die wohl nie zuvor noch einem Tage in der letzten Hälfte des Octobers widerfahren ist.

Das von Hamburg am vorigen Sonnabend abgegan⸗ gene Dampfboot war gestern Nachmittags noch nicht hier an⸗ gekommen. 8

Bei Newcastle sind waͤhrend der Sturmfluthen am 15ten d. M. mehrere Schiffe gestrandet, worunter das mit Ge⸗ treide beladene, an ein Haus in Newcastle bestimmte Schiff „Wilhelmine“ aus Stettin. Von dem letztern, so wie von noch einem andern Schiffe hat leider auch die Mannschaft nicht gerettet werden koͤnnen.

on Miz Fanny Kemble, der jungen Schauspielerin, welche sich jetzt so vielen Beifall auf dem Covent⸗Garden⸗ Theater erwirbt, wird näͤchstens ein von ihr gedichtetes Trauer⸗ spiel: „Franz der Erste“ gegeben werden. 8

Vom Vorzebtrge der guten Hoffnung wird unterm 8. August gemeldet, daß die Buschmaͤnner wieder aufan⸗ zen⸗ die Gränzbewohner zu beunruhigen, und mehrere Raäͤu⸗

ereien bereits ausgeübt haben. Der Feld⸗Commandant Red, linghausen hat den fluͤchtigen Raͤubern nachgesetzt, doch ist der Erfolg davon noch nicht bekannt gewesest.

Werber man in unseren Colonieen auf Neu⸗Suüd⸗Wales hauptsaͤchlich klagt, das ist der Mangel an Frauen. In Van Diemens⸗Land wurde im vergangenen Januar diesem Beduͤrfnisse einigermaaßen dadurch abgeholfen, daß mit dem Sthiffe „Harmonie” 200 weibliche Sträflinge ankamen, die von den Angestedelten mit Jubel aufgenommen wurden. Das Betragen derselben auf der Reise konnte man muster⸗ 85 nennen, daher sie auch der Schiffs⸗Capitain empfohlen

at. Es befanden sich außerdem auch 8 freie Frauen auf dem

Schiffe, die mit ihren Kindern ihren fruͤher wegen Schleich⸗ handels nach Botany⸗Bay gedrachten Männern gefolgt waren.

Aus Sydney (Neu⸗Suͤd Wales) sind Zeltungen bis zum 6. Junk hier angekommen. Das Getreibe hat eine ziemlich gute Erndte versprochen, und stand auch niedrig im Preise; dagegen sind andere Beduüͤrfnisse, wie Eier, Butter, Käse u. s. w. sehr theuer. Der gesetzliche Zinsfuß ist auf 12 ½ bis. 15 pCt. reduzirt worden. Man dns damit um, eine Au- stralische Dampf⸗Schiffahrts⸗Gesellschaft zu errichten. .

Niederlande.

Brussel, 23. Oet. Aus dem Haag wird gemelhet, daß in der Sitzung der zweiten Kammer vom 20. Herr Corz verhooft zum ersten, Herr Clifford zum zweiten, und Herr Reyphins, der Prästdent des vorigen Jahres, zum dritten Candidaten fuͤr die Prastdentu: erwaählt worden ist. Die Antwerpener Zeitung betrachtet die Wahl des Herrn Corper⸗ hooft als einen Sieg füͤr die Opposition; Herr Elifford, der zweite Candidat, gehört der mintstertellen Meinung an.

Der General⸗Masor Schuurman hat am 7. d. M. in Groͤningen das Schweizer⸗Regiment Nummer 32 entlassen.

Deutschland. 1

Dresden, 22. Oct. Se. Königl. Majestät sind Mittag von einer in die Lausitz unternommenen Reise imt. iestge⸗ Residenz wieder eingetroffen.

Uerhöchstoieselben begaben Sich am 17ten früͤh übet Kamenz nach dem Kloster Marienstern, und speisten in dem⸗ selben zu Mittag, nachdem Sie Sich zuvor die innere Ein⸗ richtung des Klosters und des damtit verbundenen weidlichem Erzlehungs,Instituts harten zeigen lassen. Nachmittags ver⸗ fuͤgten Säch Se. Majestät nach Bautzen, stiegen hier in Hause des Kaufmanns Welz ab, und geruheten die 292e tung der dasigen Behörden anzunehmen. Die Stadt weag t Abends erleuchtet. Am folgenden Morgen wohllten Aller!

ochstdleselben dem katholischen Gottesdienste in der dasiget

mkirche bet, und begaben Sich sohann über Löbau g.:

Zittau. Se. Mosestät nahmen hier Höchstihre Wohnung in. Hause des Kaufmanns Greß, und fuhren des Abendt durch die reich erleuchtete Stadt. Am 19 en verfuͤgten Sich A hoͤchstdieselben noch dem Fabrik⸗Orte Groß Schhnau, und g ruheten hier in dem Hause des Faktors Wendig abzutreten und von der Art und Weise der Damastferrigung Sich Kenntniß zu setzen. Sodann degaßen Sie Sich auf Oybin, wo Sie die Bewirthung des Raths zu Zittau anza⸗

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