1829 / 300 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

viele Muͤhe gehabt haben, die erste Raten⸗Zahlung von der fuͤr die Entschädigung des Handels bestimmten Summe auf⸗ zubringen, und dies soll der Hanptsrund seyn, warum der Sultan die Ratification des Tractats dreizehn Tage verzoͤ⸗ gerte. Wenn die Anschaffung dieser verhältnißmäͤßig zum Guanzen so geringen Summe schon Schwierigkeiten ünterlag, so ist nicht wohl abzusehen, wie die Pforte sich der gegen MRußland uͤbernommenen Verpflichtungen in Ruͤcksicht auf

die stipulirten Baarzahlungen entledigen wird; es muͤßte denn von Russischer Seite ein bedeutender Nachlaß bewilligt, oder dem Pforten⸗Schatze neue Quellen der Einnahme eroͤffnet woerden, denn der Schatz des Sultans ist voͤllig erschoͤpft. Der Englische Botschafter, Sir Robert Gordon, soll den Admiral Malcolm aufgefordert haben, mit seiner Escadre bei den Dardanellen zu kreuzen, hingegen hat Admiral Graf In Heyden die bisherige Blokade der Dardanellen aufsehoben, unnd gedachte nach Poros zu segeln. Der Pascha von Sku⸗ 8 tari, der während des ganzen Feldzuges ruhig war und zu⸗ letzt auch von den Friedens Unterhandlungen und ihrem Fort⸗ gange genau unterrichtet seyn mußte, scheint durch seinen DSetreifzug gegen Sophia hauptsächlich beabsichtigt zu haben, von sich sprechen zu machen und] dadurch die Gunst des Sultans wieder zu erhalten. Es heißt, er sey Willens sich nach Griechenland zu wenden, wenn es ihm nicht gelingen soellte, nach der Hauptstadt berufen zu werden.“

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Spanien.

Madrid, 12. Oct. Se. Maj. so wie die uͤbrigen San Lorenzo anwesenden Glieder der Königl. Familie Gestern hatte

in genießen des vollkommensten Wohlseins. der Graf v. Figueira, außerordentlicher Gesandter und bevoll⸗ maͤchtigter Minister des vom Koönige Ferdinand VII. als Känig von Portugal anerkannten Portugiesischen Infanten Deom Miguel, die Ehre, Sr. Katholtschen Majestaͤt seine Bezlaubigungs⸗Schreiben in jener Eigenschaft im Koͤnigl. Sitio de San Lorenzo del Escgrial zu uͤberreichen. Ihre . Köͤnigl. Hoheiten der Infant Don Francisco de Paula und H soͤchstdessen Gemahlin sind am üten d. M. glücklich in Bar⸗ celonag eingetrossen. Zufolge einer hier erschienenen Be⸗ kanntmachung belaͤuft sich die Anzahl der Reisewagen Ihrer Majfestaten des Koͤnigs und der Kinigin Beider Sieilien und J. K. H. der Prinzesn Maria TChristine, nebst den fuͤr Hoͤchstderen Gefolge ꝛc. bestimmten, auf 16 Kutschen üund 5 Fourgons. Rachstehendes ist das Verzeichniß der ein⸗ elnen Wagen und ihrer Bestimmung: 1) Der Wagen, worin siicch J. J. M. M. nebst der Prin Braut befinden; 2) der Wagen fuͤr S. K. H. den Herrn Grafen von Trapani naebst Kammerfrau und Kammerjungfer zu Hoͤchstdessen Be⸗ dienung; 3) Füͤr einen Kammerherrn und eine Hosdame; zwei Kammerherren; 5) für die

2* Kammerfrauen der Koͤnigin und Prinzessin; 6) für den

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40) für eine Hofdame und Beichtvater und Privat⸗Secretair; 7) für einen

diener und Leibarzt des Köͤnigs; 8) für einen Unter⸗Kammer⸗

difener und einen Adthetlungs⸗Chef in dem Privat⸗Secreta⸗ riat; 9) für drei Kammerjungfern zweiten Ranges und einen

Guarderoben⸗Beamten; 10) für zwei Portamuebles, (Be⸗

5 diente, welche die Meubles ordnen) und deren Gehuͤlfen. F Im 11ten Wagen befiudet sich der das Detail der Reise Fednende Beamte und ein Beamter der Rechnungs⸗Controlle der Reise; im 12ten ein Beamter des Koͤnigl. Marstalls nebst einem Gehüͤlfen; im 13ten ein Cadinets⸗Courier und ein

Köntgl. Barrendero (ein Bedienter, welcher die Zimmer segt); im 14ten zwei Kammerfrauen und zwei Kammerjung⸗ fein der Hoftamen; im 15ten vier andere Kammerzungfern; im 16ten die Beamten der Zucker⸗Baͤckeret; im 17ten die FKFnigl. Köͤche. Die Wagen 1. 2. 3. 4. 5. 9. sind sechs⸗ spaͤnnig, 6. 7. 8. 10. 11. 12. 14. 15. 16. 17. vierspännig, ünd der 13te Wagen ist zweispännig. Der Fourgon Nr. 1 Achaͤlt die Effekten des Koͤnigs, Nr. 2 die der Königin, ss die Garderobe der Koͤnigin und die des Grafen von

Trapaͤni, Nr. 4 die Koͤnigl. Kuͤche und Conditorei, Nr. 5 die Königl. Tapezter⸗Kammer. Die letzten Blltter der Hof Zeitung enthalten die des bheoeohen Rathes von Kastilien und der Oder Rechnen⸗Kammer an Se. Kathol. Mazestät zu der zu veollzichenden th mit der Prinzessin Christine von Neapel. Se. ät α haben gerghet nachfelgende Personen zu A sideren n pe Soemana PEnn: de Mhesdac⸗ del Bal⸗

lestar; den Marquis de la Roca; den Don Demingo Ari⸗

stizahal; den Baron Morg; den Don Fernando Truxilo; den Don Luis Fernando Vesases; den Don Francisco Ma⸗ ria del Bastardo Cisneros; den Gtasen Torrepilares; den 8 Joze Maria de Aguerre v Geäzerat den Don Luis

Schiffe mit 7574 Tonnen nach Spanischen Haͤfen, mithin

den Don Miguel de Ovando. Im Freihafen von Cadix belief sich während der drei Monate Juni, Juli und Au⸗ gust die Einfuhr aus fremden Ländern auf 18,956 Tonnen in 197 Schiffen; die Einfuhr aus Amerika auf 3081 Ton⸗ nen in 14 Schiffen (davon 2 aus Buenos Ayres, 1 aus Lima, 1 aus Monte⸗Video, 1 aus Puerto Cabello) und aus den Spanischen Haͤfen in Spanischen Fahrzeugen 13,786 Tonnen in 549 Fahrzeugen. Ausgehende Schiffe mit Ladun⸗ ten zaͤhlte man waäͤhrend der genannten drei Monate 57 Sechit⸗ 4447 Tonnen haltend nach fremden Ländern; 15 Schiffe mit 2671 Tonnen nach Amerika; 259 Spanische

sind im Ganzen eingelaufen 760 Fahrzeuge, am Gehalt von 35,823 Tonnen, und abgesegelt sind 331 Schiffe, 14,692 8 Tonnen haltend.

Aegypten.

Im Courrier de Smyrne vom 13. Sept. liest man folgenden Artikel uüͤber die innere Lage dieses Landes⸗ „Die . Aufmerksamkeit Europa's ist gegenwärtig auf Aegypten ge⸗ richtet. Die politischen Ereignisse, die man seit mehreren Jahren in diesem Lande durch Mittel jeder Art hervorgeru⸗ sen hat, und deren nahe Entwichelung man beständig erwar⸗ tet; die neuen Erzeugnisse, welche die Reichthuͤmer seines Handels vermehrten; die von dem Chef, der es regiert, na⸗ mentlich in dem Militairsysteme eingeführten zahlreichen Neuerungen Alles trug dazu bei, wieder an den alten Ruhm des Reichs der Aegyptischen Sultane zu mahnen, und einen Meinungskampf uͤber den merkwuͤrdigen Mann zu er⸗ zeugen, der sich zu ihrem Nachfolger gemacht hat. Die un⸗ erwartete Macht dieses unter dem bescheidenen Pascha Titel verborgenen neuen Souverains, der auf das erste Zeichen dessen, den er nie aufgehoͤrt hat mit dem Namen seines Her⸗ ren zu begruüßen, ihm eine Armee und eine Flotte anbieten konnte, wovon jene dem Himmelsstrich und den Entbehrun-— gen, diese einer Gewaltsamkeit athmenden fanatischen Mei nung zum Opfer fiel diese ganze neue Macht hat alle po⸗ Utischen Imaginationen in Bewegung gesetzt, die sogleich bi der Hand waren, ihr ihren armseligen brgelt ga leihen. Sie wollten auf dem Boden Aegyptens jenen Hehel auf⸗ stellen, dem das trügerische Wort Unabhängigkeit, das sich an seine Spitze knuͤpft, die Macht und das Recht zu gebden scheint, Alles umzustürzen. ffen wir, daß Mehemed⸗Ali, besser unterrichtet als die unklugen Freunde, die seine Macht dadurch vermehren wollen, daß sie ihn uͤber den stellen, den er nicht ohne Schmach und ohne Gefahr verachten koöͤnnte, Widerstand zu leisten wissen wird den traurigen Rathschlaͤgen, die hinter prunkhaften NRamen das Brandmal der Treulssig⸗ keit verbergen. Er wird sich daruͤber nicht täuschen, sondern sich groß genug zeigen, zu erkennen, daß der Augenblick der Treue besonders der ist, wo das Unglück ihr ihren ganzen Werth verleiht. Moͤchte seine Thäͤtigkeit, wie die seines Sohnes Ibrahim, sich ausschließlich auf die Institutionen richten, die bestimmt sind, das Loos der seiner Sorge anver. trauten Bevoͤlkerung zu verbessern, und die Fruchtbarkeit des Landes, das seinen Ruhm ausmacht, zu vermehren. Blos unter diesem Gesichtspunkte wollen wir Aegyptens gegen tige Lage prüͤfen. Ein Französischer Officier, der es seit lan⸗ ger Zeit bewohnt, theilte uns statistische Bemerkungen die wir in einer Reihe von Artikeln unsern Lesern vorlegen werden. Unter⸗Aegypten bildet mit dem Delta ein Dreie kulturfähiger Ländereien bis Kairo, wo nach Osten der Kat⸗ tan und nach Westen die libysche Ge⸗ te beginnt. Das zwischen diesen Bergen eingeschlossene bietet bis zum Wendekreis ein enges Thal dar, das in seiner größten Breite nicht üͤber fuͤnf gewöhnliche Lieues betraͤgt. Die Verge, bie immer enger zusammen laufen, schließen das Thal bei Syene, wo sie blos den Lauf des Nils zwise sich lassen, und hier finder sich der große Katarakt. Nach dem Kataster, das 1517 oder 1518 Sellm der Eroberer entwerfen ließ, ergab Resultat von 7,200,000 Febdans Ländereien, die per von dem Nil uͤberschwemmt wurden. Da nun d Fehdan zu 400 Ruthen, und die Ruthe zu 12 2 wurde, gegenwartig aber jeuer auf 3331 Ruthen, umn Rurhe auf Fuß reducirt ist, so kann man 885 2 rungsfähigen Laͤndereten Aezyptens kecklüch auf zehn Min⸗ gegenwärtiger Feddans anschlagen. Die Revolutkismen⸗ ses schoͤne Land verheerten, verbunden mit der Troghett der auf 2 rungen, ten nothwendig die Land⸗Bewohn in die Staͤbte 2—, oder Syrten , sowohl um ihrer persenlichen Sicherheit willen,

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Don Saneiht 7 Castille, den Den Peske Arats hssie va