1829 / 301 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

und wer weiß, ob er nicht ein insgeheim anerkannter Agent der ist? Doch sollte Texas auch bei Mexiko bleiben, so wuͤrde es dennoch nie aufhoͤren, uns laͤstig zu wer⸗ den. Mexiko kann diese Provinz nie bevoͤlkern; taͤglich nimmt hingegen diesseits des Rio Grande die Zahl der Be⸗ wohner ab. Der Arm der Regierung wird hier immer kraft⸗ los, ihr Ansehen nur nominell, und Texas der Schauplatz von Schmuggelet, unerlaubtem Afrikanischen Handel, See⸗ raubereien und Mordthaten seyn. Viertens, ist der Besitz von Texas wichtig, um die uͤberfluͤssigen Neger des Unterlan⸗ des aufzunehmen. Das menschliche Gefuͤhl empoͤrt sich bei dem Gedanken, was einst die Folge des großen und immer steigenden Mißverhaͤltnisses zwischen der weißen und der Stlaven⸗ Bevölkerung Louistana s seyn muß. Die Aus sicht zuf großen Gewinn durch Kultur des Zuckers veranlaßt jaͤhr⸗ lich die Einfuhr einer großen Anzahl von Sklaven. Nach den gewoͤhnlichen Grundsätzen der Vermehrung muͤssen diese für den allgemeinen Nutzen und die allgemeine Sicherheit bald zu zahlreich werden; was soll dann mit ihnen angefan⸗ ben werden? Sie tiefer ins Land hinein zu dingen, üen ann nicht die Rede seyn, weil es wohl n. weife un⸗ terliegt, daß in weniger als einem halben Jahrhundert die noͤrdlich vom 35sten Grade liegenden Staaten sich gluͤcklicher dabei befinden werden, aller Sklaven los geworden zu seyn. Fünftens, ist Texas wegen seiner Eichen, seines zum Zucker⸗ und Weinbau geeigneten Bodens, und wegen seiner kostbaren ineralien von großer Wichtigkeit; wie sehr uns daran ge⸗ legen seyn muß, uns selbst mit Zucker und Een e versor⸗ gen, ist einleuchtend. Wir wuͤrden auf diese Wei e Millio⸗ nen im Lande behalten, die wir jetzt fuͤr diese Artikel ins Ausland senden, und nicht gezwungen seyn, sie in Kriegszei⸗ ten doppelt und dreifach zu bezahlen.“ Meriko. Nord⸗Amerikanische Blaͤtter enthalten Nachrichten aus Mexiko vom 4. August, denen zufolge die drei Staats Secre⸗ täre, der auswaͤrtigen Angelegenheiten, des Krieges und der Justig, sich entschlossen haben, jeder 100 Dollars monatlich von ihrem Gehalt zum oͤffentlichen Besten darzubringen. Der Präsident hatte schon fruͤher zu diesem Zweck die Haͤlfte sei⸗ nes Gehaltes und der Secretaͤr der Schatzkammer einen Theil desselben hergegeben. Ein Antrag im Mexikanischen Senate, dem Nord⸗Amerikanischen Gesandten Herrn Poinsett seine Pösse zur Ruͤckkehr in sein Vaterland zu ertheilen, war nicht urchgegangen, so wie ein anderer, der darauf abzweckte, die ausuübende Gewalt auf 5 Monate mit außerordentlicher Macht bekleiden; für letzteren Antrag waren 21 und dagegen Stimmen.

Inland.

Berlin, 29. October. In der Absicht, der Binnen⸗ fahrt auf dem Rhein, in Bezug auf Entrichtung des Rhein⸗ Zolles, ferner Erleichterungen zu gewähren,

der Rhein⸗Zollgebühren von der Rhein,Schifffahrt uͤberhaupt naäher zu reguliren, ist von des Koͤnigs Majestaͤt mittelst Al⸗ lerhöͤchster Labinets⸗ Ordre vom 19. September d. J. ein Ta⸗ rif fuͤr diese Erhebung genehmigt worden, der mit dem 1. November d. J. in Kraft tritt, von welchem Tage ab so⸗ nach die bisher in dieser Hinsicht bestandenen vorlaͤufigen Bestimmungen außer Gaäͤltigkeit kommen. Durch eine in der Koͤlntschen Zeitung enthaltene Bekauntmachung wird der vollstaändige Inhalt des gedachten Tarifs zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht. b 2 82*& r⸗ erfolgte am 19ten d. M. die oͤffent⸗ liche feiekliche Uebergabe und Uebernahme des Rektorats der dasigen Universität in der Aula Leopoldina. Der zeitherige Rektor, Professor Dr. Gravenhorst, war durch eine Unpzͤß⸗ lichkeit verhindert, selbst zugegen zu seyn, zund hatte zu sei⸗ nem Stellpertreter den Confistorialrath Professor Dör. chulz Ernannt, welcher in einer lateinischen Rede der wichtigsten

Wesse des abzewichenen Universitaͤts⸗ Jahres erwaͤhnte, den Professor —— —, die neuen Decane und enars, Mirglieder proclamirte, auch dem nunmehrigen

Rektor die Statuten,

8 gsurkunde, die Scepter das Album der se Stiftung

Untversitaͤt und die Decoration des Rektors unter den besten Segenswüͤnschen 82 Die dann fol⸗ Rede des neuen errn Rektors handelte von der

igkeit des naturwissenschaftiichen Seudiums als eines Mittels geistiger Ausdildung. Der Königl. Regierungs⸗Be⸗ bollmaͤchtigte und Curator der Universtedt beschloß die Feier⸗ lichkeit mit einer lateintschen Rede, wesche den Inhalt hatte, die hiesige Untversttäͤt nicht allein eine Unterrichts⸗An⸗

ait fuͤr die —— s zugleich ein Insti⸗

ondern für die der Wissenschaft an sich und fͤr

deen zazlreiche Verehrer in allen Ständen Schlestens sey.

be.

und die Erhebung

(Fortsetzung und Schluß des gestern abgebrochenen dreizehnten Briefes des juͤngeren Herrn Champollion.)

In dem einen Grabmale sind die Repraͤsentanten Astens offenbar Assyrier, denn ihre Bekleidung ist bis in die klein⸗ sten Details derjenigen aͤhnlich, welche die Figuren auf den Assyrischen Cylindern tragen; in einem andern Grabe sind es Meder, oder Urbewohner irgend eines Theiles von Per⸗ sien, da sich ihre Gesichtsbildung und Tracht Zug fur Za 2 auf den Persepolitanischen Denkmaͤlern wiederflindet. selbe Verschiedenheit ist in der Darstellung unserer guten Vorfahren, der Curopaͤer (Tamhu), vorhanden; sie 8 bald mehr bald weniger volles Haupthaar, und tragen schiedene Schmuckgegenstaͤnde auf dem Kopfe; auch ihre wildenara., tige Kleidung wechselt in ihrer Form, dagegen werden sie durch h— weiße Hautfarbe, durch ihre Augen und ihren Bart allent⸗ 11 als eine eigene Race bezeichnet. Ich habe diese interef. ante ethnographische Reihe ig abbilden und koloriren lassen. Als ich nach Biban⸗el⸗Moluk kam, dachte ich ewiß nicht daran, hier Skulpturwerke zu finden, die als Titel upfer zu einer Geschichte der Urbewohner Europa's dienen koͤnn⸗ ten, wenn Jemand den Muth haben sollte, eine solche zu un⸗ ternehmen. Das Grab Rhamses I., des Vaters und Vor⸗ gaͤngers Usirei's, war durch Felsentruͤmmer verdeckt, die wir hinwegraͤumen ließen; es besteht in zwei langen Corridors ohne Vealpe aehe. und endigt mit einem Saale, in wel⸗ chem der granitene Sarkophag des Koͤnigs steht; die Male⸗ rei daran ist von außerordentlicher Frische. Auch das Grabmal des groͤßten unter den Rhamses, des Seso⸗ stris, habe ich gefunden; es ist das dritte auf der rechten Seite des Hauptthales. Die Katakombe dieses gro⸗ ßen Mannes ist aber entweder von Barbarenhand oder durch Gewalt des Wassers sehr zerstoͤrt. ndem wir uns durch die Steinbloͤcke, welche das Grab anfuͤllen, einen Gang bah⸗ nen ließen, gelangten wir kletternd und trotz der großen Hitze bis in den ersten Saal. Dieses Denkmal scheint nach einem großen Plan ausgefuͤhrt und mit Skulpturwerken vom besten Geschmack geziert zu seyn.é Ausgrabungen im Großen wuͤr⸗ 8 den wahrscheinlich zur Entdeckung des Sarkophags jenes be⸗ ruͤhmten Eroberers fuͤhren, doch darf man nicht offen, auch die Mumie des Koͤnigs zu finden, da das Grab in sehr fruü’a”⸗ her Zeit entweder durch die Perser oder durch Aufsucher von Schaͤtzen beraubt worden ist. Nicht weit von diesem Denk. male in einem Seitenzweige des Thales ruhte der Sohn des Sesostris in einem schoͤnen aber unvollendeten Grabe. In der Wand des einen Saals befindet sich eine seinem Vater geweihte Kapelle. Das groͤßte und prachtvollste unter den noch vorhandenen Graͤbern des Thales ist unstreitig das des Rhamerri, Rhamses Meiamun; die Farben der Bildwerke sind aber durch die Zeit sehr verblaßt. Es enthaͤlt unter anderen acht kleine Gemaͤcher mit hoͤchst interessanten Skulpturwer⸗ ken, die wir sorgfaltig copirt haben; in dem einen derselben sind die Arbeiten der Kuͤche, in dem andern die prachtvollsten Hausgeraͤthe dargestellt. Das dritte Gemach ist ein vollkomme⸗ nes Arsenal, in welchem man Waffen aller Art und die milltai⸗ rischen Insignien der Aegyptischen Legionen findet; auch sind hier die Koͤnigl. Barken mit ihren Verzierungen abgebildet. In einem andern dieser Zimmer befindet sich das symbolische Gemäͤlde des Aegyptischen Jahres, welches durch 6 Bilder des Nils und durch 6 andere der Personificationen Aegyp⸗ tens dargestellt wird, welche bei jedem Monate wechseln, und die Fruͤchte der verschiedenen Jahreszeiten tragen. Auch die beiden beruͤhmten Harfenspieler, die bisher noch nicht treu abgebildet sind, habe ich mit allen Farben kopiren lassen. Dies sey genug uͤbder Biban’ el⸗Moluk; ich eile nach Theben zuruͤck, und meine Begleiter folgen mir gern. Mehrere Koͤ⸗ nigsgraͤber enthalten auf ihren Waͤnden die alten Spuren neugieriger Muͤßiggaͤnger, welche vor Jahrhunderten, wie noch heute, sich zu verewigen glaubten, wenn sie ihren Na⸗ men auf die Gemaͤlde und Basreliefs kritzelten und diese da⸗ durch entstellten. Die Narren aller Jahrhunderte haben hier zahlreiche Repraͤfentanten. Man findet Aegyptier aus allen Epochen, die sich theils in hieratischer theils in demotischer Schrift eingeschrieben haben; Griechen aus sehr alter Zeit, nach der Form der Charaktere zu schließen; Röͤmer aus den Zeiten der Republik und der Kaiser; eine Menge unbekann⸗ ter Individuen des Griechischen Kaiserthums; koptische Na⸗ men mit demuͤthigen Gebeten, und endlich die Ramen Eu⸗ ropaͤischer Reisender, welche Liebe zur Wissenschaft, Krieg, Handel, Zufall oder Muͤßiggang in diese einsamen Gruͤfte gefuͤhrt hat. Ich habe die merkwuͤrdigsten dieser Inschriften wegen ihres Interesses und auch in pasographischer Hinsicht gesammelt. Sie sind immer Materlalten, und Alles findet