1829 / 304 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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von der gemeinschaftlichen Commission vorgeschlagene Bau⸗ plan erhielt bald die Genehmigung der beiden Koöͤnigl. Regierungen, und schon im December 1827 und Januar 1828 wurde durch Sondirung und Abbohrung die Lage und die Festigkeit des Gesteins des Flußbettes untersucht, auch im Mai 1828 der Bau selbst von der hierzu bestimmten Bau⸗ Commission, mit dem Bau des linkseitigen Widerlagers be⸗ gonnen, und bisher die beiden Widerlager und der linkseitige Mittelpfeiler bis zum Gewoͤlb⸗Anfang hergestellt, nämlich: 1) das linkseitige Widerlager vom Mai bis September 18.8, 2) das rechtseitige vom Juli 1828 bis Februar 1829, und . der linkseitige Pfeiler vom Maͤrz bis September 1829. a waͤhrend des Baues dieser Bruüͤcke die Vereinigung der beiden an ihrem Bau theilnehmenden Nachbarstaaten zu Ei⸗ nem Handelsstaate statt fand, und da uͤberhaupt das Band, welches diese beiden Länder umschlingt, immer fester und in⸗ niger sich knuͤpft, so ertheilten auch die beiden Souverains auf den Antrag der Bau⸗Commission gern die Genehmigung, diese neue Bruüͤcke nach Ihren Namen „Ludwig⸗Wilhelms⸗ Bruͤcke“ nennen zu duüͤrfen, und diese Genehmigung gab Ver⸗ anlassung zu dem gestern gefeierten und durch das Wetter beguͤnstigten Feste der Grundsteinlegung, mwelche auf Antrag und mit Beistimmung der Koͤnigl. Wuͤrtembergischen Staats⸗ Regierung auf einen fuͤr Baiern beziehungsreichen Tag ver⸗ legt, und dazu der Namenstag Ihrer Masestäͤt der Köͤnigin Theresie von Baiern bestimmt wurde. Es waren zu dieser Feierlichkeit von den beiden hohen Monarchen als Commissatre ernannt: von Baitrischer Seite Se. Durchl. der Fuͤrst von Oettingen⸗Wallerstein, Kron⸗Ober⸗Hofmeister, Reichsrath, Ge⸗ neral⸗Commissair und Praͤsident der Regierung des Ober Do⸗ naukreises ꝛc.; von Würtemberg: Karl Freiherr von Holz⸗ schuher, Regierungs⸗Direkror, Kammerherr. Unter den in den Grundstein auf der Stadtseite gelegten Gegenstaͤnden be⸗ fanden sich namentlich: als Kunst⸗Produkte aus der Koͤnigl. Gießerei in Wasseralfingen die Büste Sr. Maj. des Köͤnigs Wilhelm, von Gußeisen, die Buͤsten von Schiller und Göͤthe, Medaillons mit den Bildern von Wieland, Herder und D. Maaae Luther, einige Basreliess und mehrere Antiken⸗ Darmstadt, 25. Oet. Wegen des Ablebens Ihrer Koͤnigl. Hoh. der Großherzogin d. eine Hosf, und Kam⸗ mertrauer von sechs Monaten verordnet worden; auch ben des Großherzogs Koͤnigliche Hoheit zu befehlen geruht, daß von heute an waͤhrend 4 Wochen nicht nur in allen

Kirchen des Großherzogthums täglich in der Vormittags⸗

stunde von 11 bis 12 Uhr das Trauergeläute, sondern auch in dem gesammten Großherzogthume eine allgemeine Einstel⸗ lung aller oͤffentlichen Taͤnze, Spiele, Musik (Kirchenmusik ausgenommen) und sonstiger Lustdarkeiten Statt finden soll.

Gotha, 24. Oktober. Zur Feier des 18. Oktobers brannten am verwichenen Sonntag viele Feuer auf den Bergen Thüringens, namentlich auf dem Inselsberg, auf den Hoöͤhen bei hiesiger Stadt, auch bei Hilddurghausen und

annderen Orten. Aus Kahla (bei Jena) wird gemeldet:

„Gefeiert wurde der 18. Okt. immer bei uns, und alle Jahre wiederholten sich die Feuer auf den Bergen, jedesmal noch töͤnten die Glocken herab von den Thüͤrmen und Freu⸗ denschüͤsse hervor aus den Thälern; aber so glaͤnzend und allgemein, als diesmal, ist er lange nicht begangen worden. Mehr als 12 Feuer, groͤßer oder brannten zwischen 2 und 8 Uhr auf unsern Vergen dies, und jenseits der Saale; ja selbst aus der Gegend des duͤstern Schauenfor

leuchteten deren, wie aus den Wolken hervor, zu uns her, nieder. Auf dem Pfaffenberge hatten sich wieder, wie im

vorigen 6227 die Bürgers⸗Söhne unserer Stadt versam⸗

melt. ach dem Verlöschen des Feuers bildete die ganze frohe Schaar, mit vollständiger Musik an der Spitze, einen Fackelzug vom Berge herab bis herein auf den Markt, wo e einen Kreis schloß, in welchem der Singverein einige der

eeier des Tages angemessene Lieder vortrug. Zuletzt wurden unter rauschender Musik die Reste der Fackeln auf einen Haufen zusammengelegt und verbrannt. Alles dies ging mit einer Ordnung vor sich, und mit einer Ruhe, die nicht an⸗ ders als mir vollem Lobe erwahnt werden koͤnnen, und von

dem guten Gei 7 +₰2ᷣ —7 unsere Jugend jetzt beseelt, ein aber

Hannover, 28. Heohe prinz von Balern ist .. *8 22 Hamburg, 30. Oet. Die Barsen⸗Halle enthaͤlt folgende auf den Handel mit auswäͤrtigen Wechsein

zuag bhabende Nachrichten: eb⸗ v e 2 Läbnen, daß die Stemel Becsre. △— 7 berrchtigt geglaubt hat, ein nicht datirtes Jadessament auf

einem Wechsel se lange fuͤr ein in (also mit Um⸗

nister Sr. Allergetreuesten Maestauͤt Dom

Iu““ gehung der Stempelung) gemachtes anzunehmen, und dem gemäaß zu verfahren, dis 8r bewiesen seyn wuͤrde, daß es wirklich nicht ein Franzoͤsisches sey. Demnach hat sie vor⸗, läufig die Erlegung der Stempelstrafe von 5 pCt. verlangt, und nach vielen vergeblichen Einwendungen auch entrichtet erhalten. Die Erstattung zu beschaffen, ist mit Weitläuftig⸗ * keiten verbunden und shwierig⸗ dayer die Beifuͤgung des Ortsnamens und Datums zum Indossament kuͤnftig sehr zu rathen seyn moͤchte.

Oesterreich. Triest, 20. Oct. Der Ofservatore Triestino ent, hält ein Schreiben aus Fiume, vom 16ten d. M., worin 2 die von obgedachtem Blatte mitgetheilten Angaben in . treff des Schadens, welchen die Sturm⸗Fluthen zu Fiume angerichtet haben *J, berichtigt werden. Diesem Schreiben zufolge, wuͤthete der Orkan dort von Tages⸗Andruch an bis zur zehnten Vormitrags⸗Stunde des 8. Octobers (wie zu Li, vorno) immer aus Sübost stuͤrmend, setzte dann nach Süd? und Südwest uͤber, wodurch er zu einem wahren Gegenwinde des dortigen Hafens umsprang, und den Schiffbruch einer Oesterreichischen Briganrtine von 300 Tonnen veranlaßte, die mit einer Ladung von eichenen Faßdauben nach Marseille be, stimmt war, und an den Strand geworfen wurde. Die Mannschaft und die Ladung, so wie auch das Takelwerk, wurde geborgen, das Fahrzeug selbst aber ist zum Wrack ge⸗ worden. Die Meeres⸗Flathen, welche durch den erwaähnten Gegenwind nach dem Hafen getrieben und zu einer unglaubz. lichen Hoͤhe aufgethuͤrmt wurden, geriethen mit den Fluthen, welche der mittlerweile eingetretenen Ebbe aus dem Hafen und ihnen entgegen getrieben wurden, in einen furchtbaren Kampf, durch die die erwaͤhnten fuͤnf Fahrzeuge, welche in der, vom Osservatore Triestino mitgetheilten ersten Nache. richt als gaäͤnzlich zu Grunde gegangen geschildert wurden, in große Gefahr geriethen, jedoch mit groͤßerer oder minderer Beschädigung geborgen wurden. 4 Die Sturm⸗Fluthen, welche am 8. Oct. so großen *

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den zu Triest anrichteten, scheinen in jenen Tagen längs al⸗ len Kuͤsten der Italiaͤnischen Halbinsel gewüͤthet zu So weit bis jetzt die Nachrichten reichen, sind auch Genna und Livorno von ihnen, und zwar beinahe zu gleicher Zeit limgesucht worden. Der fuͤrchterliche Orkan, welchek sich in er Macht vom 7. auf den 8. Oct. erhob, und von 11 Uhr bis 3 Uhr nach Mitternacht wuͤthete, entwurzelte und zer⸗ schmetterte in der Riviera von Genua die stärksten Bäume, und fuͤhrte die unreifen Fruͤchte der Oliven“ und Kastanien. Baäͤume meilenweit mit sich hinweg. Im Hafen gehachter. Stadt litt eine Tartana, welche ehen im Begriff war, nach Marseille abzusegeln, und eine reiche, auf unge, fähr 200,000 Fr. geschätzte adung an Leder, Seide, Kasseer, Manna u. s. w. an Vord hatte, Schiffbruch. Die in Schrek⸗ ken gesetzten Einwohner befüͤrchteten Ahnliche Unglüͤcks⸗Sce⸗ nen, wie am 24. Dec. 1821, die aber durch den Widerstand, welchen die seit mehreren Jahren angelegten masstven * und Kais den Fluthen entgegen setzten, so wie durch die rast.. losen Anstrengungen der Behoͤrden und Hafen⸗Arbeiter abge⸗ lenkt wurden. zu Livorno herrschte der Orkan ununterbie“, chen bis zum 8. Oct. gegen 10 Uhr Vormittags; mehrere ahrzeuge wurden von ihren Ankern gerissen, und an die eeissen von Marzocco geworsen. Andere Schiffe, welche in gleicher Gefahr 22v erhielten noch bei Zeiten 8 und Rettung. In der Stadt und den Vorstädten wurhen viele Daͤcher ahgeworsen; umgekemmen ist aber, so viel man weiß, Niemand. 1 Spanien. ranzisische Blätter melden aus Madrid vomn 15. October: „Die Gala, welche gestern als am Geburtsfeste 7 in San Lorenzo statt 222 so n0brcig, 2 - ucht, daß es an Wagen mangelte. dem dkusse hielten Se. Maj. einen Minister⸗Rath. Die 8 e] tung meldet die Anerkennung Dom helss in folgenbee; von Figucira dem Könige, unserm Herrn, seime Aufmwartung

und hatte die Ehre, Sr. Maj. sein Beglaub Schrei⸗ den als außerordentlicher Gesandter und c. Sr. Königl. Maj. zu üͤberreichen.“ Das ohe Finanz⸗

Consell hat dem Köͤnige wegen seiner nahe bevorstehenden

Dermöhlung Gluͤck gewuͤnscht. Graf Bernes, der das Groß⸗ tgen der St. Ferdinand, Ordens . bat, geht nach Catälonten, um dei der künftigen Köntgin die Functionen

dines Ober⸗Hofmeisters des Königlichen Heuses zu versehen. *) E. Rr. 295 enatb⸗Zetthei 1