11e6“ ⸗ Der Courrier frangais glauht, daß die Kammern läaͤauf den 10. Febr. zusammenberufen werden wuͤrden. Der hiesige Griechen Verein hat zum Besten der jungen Griechischen Waisen, die kuͤrzlich an ihrer Landung in Frank⸗ reich verhindert wurden, eine Summe von 10,000 Fr. zur Vollendung ihrer Erziehung ausgesetzt. (Vergl. das nachste⸗ hende Schreiben des Herrn Eynard.)
RHr. Eynard erklaͤrt im Constitutionnel, es habe seine Riichtigkeit, daß er von der Griechischen Regterung ermäͤch⸗ — eigt gewesen sey, bei der Franzoͤsischen um eine Unterstuͤtzung
von 1 ½ Mill. als eine Abschlags⸗Summe auf das von Grie⸗
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und Rußlands anzuhalten; eben so wahr sey es auch, daß, nachdem er mit seinem Gesuche abgewiesen worden, er sich bereit erklaäͤrt habe, die Haͤlfte der gedachten Summe aus eigenen Mitteln vor⸗ zuschießen, insofern die Franzoͤsische Regierung die andere Haͤlfte hergeben wollte; voͤgig gegruͤndet sey es obenfalls, daß auch dieser Vorschlag im Minister⸗Rathe discutirt und ver⸗ worfen worden. sey; darum koͤnne man aber noch nicht be⸗ haupten, daß die Regierung sich uͤberhaupt geweigert habe, die Griechen ferner zu unterstuͤtzen; der Finanz⸗Mintster habe vielmehr gleich nach Beendigung des ebenerwaͤhnten Minister⸗ Rathes ihm (Eynard) sagen lassen, Augenblicke seinem Antrage kein Gehoͤr geben koͤnne;“ unter diesen Umstaͤnden habe er (Eynare), in Betracht des ihm von dem Grafen Capodistrias geschilderten dringenden Beduͤrfnisses des Landes, sich entschlossen, ganz allein zu thun, was er augenblicklich von Frankreich und der Russi⸗ schen Gesandtschaft nicht habe erlangen koͤnnen; nachdem der See⸗Minister sonach, auf seine Bitte, ein Schiff zu seiner
r. zur Bestveitung der ersten nothwendigsten Ausgaben nach oulon gesandt, von wo aus dieses Geld aller Wahrscheinlichkeit nach am 2ten d. M nach dem Orte seiner Bestimmung abgegaͤngen seyw. — Am Schlusse seines Schreibens sagt Herr Eynard: „Ich bin innig uüͤberzeugt, daß der König von Frankreich einem ungluücklichen Volke, das er bisher so edelmuͤrhig un⸗ terstuͤtzt hat, seinen Schutz nicht entziehen wird; schon hat dieser hochherzige Monarch einen neuen Beweis seiner wohl⸗ wollenden Guͤte dadurch gegeben, daß er beschlossen hat, die nach Griechenland zuruͤckgeschickten Waisen auf seine Ko⸗ sten in der von dem Grafen Capodistrias in Pegina ge⸗ stifteten Anstalt erziehen zu lassen. Wie auch das kuͤnftige Loos Griechenlands ausfallen möͤge, so glaube ich diesem Lande sowohl als dem Fuürsten, der dasselbe einst vegieren wird, durch den von mir gemachten Vorschuß, welcher hoffent⸗ lich neuen Unruhen daselbst vorbeugen wird, einen Dienst er⸗ wiesen zu haben.“ 1 Die Wahlmaͤnner des Bezirks Provins haben vor eini⸗ gen Tagen den fuͤnf Deputirten des Departements der Seine und Matne, Herren von Lafayerte Vater und Sohn, Batl⸗ liot, von Harcourt und Despatos, ein glaͤnzendes Gastmahl gegeben. Der ganze Wahl⸗Bezirk zaͤhlt 1690 Wähler; hier⸗ von hatten sich 110 zu dem Feste eingefunden.
Von vem Präͤfekten Grafen von Chabrol ist so eben der
te Band seiner „statistischen Untersuchungen uͤber die Stadt
Paris und das Seine Depaxrtement“ erschienen. Es fehlt
jetzt nur noch der 5te Band, welcher das ganze Werk schlie⸗ wird.
Man hat berechnet, daß von den 159,000 vermietheten Wohnungen in der Hauptstadt etwa 96,000 einen Mieths⸗ zins pon weniger als 150 Fr. jähelich zahlen, und daß von den 285,000 Haushaltungen mindestens 30,000 zu der Zahl der Duͤrftigen gehoͤren, ja daß in zwet Pakiser gar guf 4 Einwehner 1 Durftiger kommt. In den 14 Spi⸗ tälern zahlt man 7000 Krankendetten, die fast täglich besetzt sind, und in den 8 Armen Haͤusern finden 8000 gebrechliche Greise Wohnung und Unterhalt.
Die jaͤhrliche General⸗Sitzung des hiesigen Gartenbau⸗ Vereins wird am Sten d. M. unter dem Vorsitze des Staats⸗ rathg pon Boisbertrand, Direktors des Ackerbaus, stattfinden.
Im Lause des verflossenen Monats hat von den hie⸗ sigen 13 Theatern die komische Oper die starkste Einnahme gehgbt, näͤmlich 81,686 Fr. und das theäöbtre de Ja gatté die geringste, näͤmsich 26,038 Fr. Die Mirte hialten die Varié⸗ tös mit 55,000 Fr. Der komischen Oper zunächst kamen die
roße Oper mit 59,000 Fr. und der Cirecus der Gedruͤder ranconi mit 58,700 Fr.
Großbritanten und Irland.
London, 4. Nov. Gestern war der Geburtstag der 88 Prinzessin Sophig, an welchem Ihre Koͤnigl. Hoheit ihr Z2stes Jahr vollendete. Der Herzog und die grau Her voon Clatene: hatten dem Tage zu Ehren ein brillantes
e⸗
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chenland zu eroͤffnende Anlehn unter der Garantie Frankreichs
„daß man in diesem
Verfuͤgung gestellt, habe er zunächst eine Summe von 700,000
u Hensfes so⸗
es genuͤge daher, wenn wir bemerken, daß sie die Britische
zur Un
1 5 2 E1114141““ 8 jeuner im Pallste von St. James veranstaltet, wo die Prinzessin die Gluͤckwuͤnsche zu ihrem Geburtstage entge⸗ gen nahm.
Von dem (kuͤrzlich bereits erwaͤhnten) so eben erschiene⸗ nen Sendschreiben des Herrn Gally Kntght an den Grafen von Aberdeen sagt die Times: „Die Schrift des Herrn Knight betrifft die auswaͤrtige Politik Großbritaniens wäh⸗ rend der letzten 4 Jahre, und man kann die darin verhan⸗ delten Gegenstände in folgende Momente zusammenfassen: 1) Daß noch vor einer sehr kurzen Zeit Englaund von jedem in der Welt vorhandenen Freunde der Frecheit als der große Beschuͤtzer alles humanen Fortschreitens angesehen wuüͤrde; 2) jetzt wird England dagegen mit bitterem Ingrimme und mit einem nicht zu uͤberwindenden Mißtrauen detrachtet; die Nationen, welche am meisten gencigt waren, sich ihm anzu⸗ schliezen, seine Politik anzunehmen und seiner gluͤcklichen Erfolge sich zu erfreuen, sind jetzt voll von Abneigung gegen England, und zeigen diese einersrits, indem sie sich uͤber die Demuͤthigungen, die dieses Land seit Kurzem erlütten hat, lustig machen und andererseits, indem sie daruͤder triumphi⸗ ren, daß sein Einfluß auf die Politik auswärtiger Maächte — wie ste glauben — sehr schwach geworden sey. — Als Ur⸗ sache einer so unguͤnstigen Veränderung der Eurepälschen oöͤf⸗ fentlichen Meinung uͤber England wird von dem Ver⸗ fasser der kleinen Schrift die allgemeine und wohlver⸗ diente Popularitaät des von Herrn Canning befolgten Systems, so wie hinwiederum der gerade entgegen⸗ geletzte Eindruck bezeichnet, den die auswartigen Maaßregeln des Ministeriums hervorbrachten, welches seit dem Tode jenes allbeweinten Euglaͤnders herankam. — Es ist uns unmog⸗ lich, die ganze Broschuͤre Punkt fuͤr Punkt hier durchzugehen;
Politik bis zu den beiden Extremen Europas umfaßt. Soll⸗ ten wir die Ideen des Verfassers in unsere eigene Sprache uͤbersetzen, so muͤßten wir alsdann noch sagen, daß England in Bezug auf die Tuͤrkei in der Ausfuͤhrung einer an sich richtigen Poutk nicht glücklich gewesen sey, waͤhrend es in Bezug auf die Portugiesische Nation nur zu gluͤcklich gewe⸗ sen, indem es eine Sache befoͤrderte, welche zugleich, als al⸗ ier Britischen Mitwirkung unwuͤrdig, desaveouirt und als dem Interesse eines freien und handelereibenden Volkes zu⸗ widerlaufend erklart ward. — Wir sind weit davon ent⸗, fernt vorauszusetzen, daß unser auswaͤrtiges Departement nicht im Stande seyn werde, das Land davon zu überzeu⸗ gen, daß es, nicht blos dem Buchstaben, sondern auch dem Geiste nach, in seinen Erklärungen, sie mochten nun pofitiv oder negativ lauten, sewohl fuͤr als gegen das Princip der Ein⸗ mischung in die Angelegenheiten fremder Staaten, immer wahr gewesen sey. — Mit Vergnügen werden wir auf die Tafeln der beiden Parlaments⸗Haͤuser die Beweise davon legen se-⸗ hen, daß die Tuͤrkei nicht getäuscht worden sey, wenn ihr irgend eine gerechte Hoffnung auf Beistand, mit der England sie odenauf zu halten suchte, gemacht worden ist. Noch mehr wird es uns zum Troste und zur Aufmunterung gereichen, wenn wir sehen werden, daß die Sache der Freiheit in Por⸗ tugal ihrem großen constitutionnellen Verbuͤudeten keinen Vor⸗ wurf zu machen habe. Nichts, wir wiederholen es, wird uns mit mehr Freude erfuͤllen, als Zeuge davon zu seyn, wie nicht blos solchen Anklagen mit Unwillen widersprochen wird, sondern auch auf eine freimüthige Weise die Documente zur Vertheidigung und vöͤlligen Widerlegung derselben vorgelegt werden, Auch wuͤrde gewiß nichts unredlicher von uns seyn, als wenn wir dergleichen verletzende, argwoͤhnische Vor stellun⸗ gen von der Verwaltung, sobald sie uns bekannt gewarden, der Kenntniß des Publikums vorenthielten und sie den Au⸗ gen eines Ministers entzögen, den wir fuüͤr einen aufrichtigen Freund der Wahrheit und seines Landes halten.“ Mehrere unlerer Blätter sind der Meinung, daß man, nachdem die übrigen Angeschuldigten von der Jury in Cork frei gesprochen worden, ummöͤglich die 4 zuerst von eiger am⸗ dern 8— fuͤr schuldig befundenen werde hinrichten können. Die Strafe würde wenigsteus allzu hart erscheinen und 3 vornehmlch, weil man sie der Zufälligkeit beimessen koönn daß jene ersten vier, die nicht viel mehr gethan habgei 8 allee ührigen, nicht ebenfalls von det zweiten Jurg gerichtet worden Aud. „Die Reaterung“, sagt der Sun, befindet sich hier in einer argen Verlegeuheit; üe hat zwar den Aus⸗ soruch der ersten Jury fuͤr sich, wenn sie maäͤmblich die L mil hinrichten lassen, doch eben so hatte Shplock sei Schein. Der Weg der Gnade ist in Anem solchen Falle der wesseste, und wir sind es uͤberzeugt, die Regierung ist fuͤr die Gnade. Sie war es der Effentlichen Mainung wie der öͤffentlüchen Sicherheit schuldig, die Special⸗Conumisston tersuchung d ch z da der eee