1829 / 319 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ein üfüͤhrenden Untformen erschienen sey. Das Buch, das ungefähr 60 Seiten stark ist und 3 bis 4 Rupien kostet, muß von jedem Officier jener Armee⸗Abtheilung angeschafft werden.

Von den in dieser Woche erschienenen neuen Werken haben besondere Aufmerksamkeit erregt: „Traditionen von Lancashire,“ die bei Longman herausgekommen sind, und: „Das Romantische der Spanischen Geschichte“ von Don T. de Imeba, der in 3 Banden die Fülfihe⸗ seines Vater⸗ landes lo eingekleidet, daß sie, ohne babei die Wahrheit zu⸗ verletzen, wie der unterhaltendste Roman sich lesen laͤßt. Wiewohl von einem Spanier, soll diese Geschichte doch in dem vortrefflichsten Englisch abgefaßt seyn.

SIEI 2 I1n [- 8 *

. Deutschland. Muͤnchen, 9. Nov. Se. Mafestät der noch immer, in Folge Seines Fußgeschwuüres, nicht verlassen, befindet sich jedoch fortwährend

serung.

Frankfurt 2. M., 11. Nov. Se. 25 der Cesarewitsch Großfürst Konstantin wird morgen früuͦt unsere Stadt 8 . Fen Ihre Durchl. die Frau Fürstin von Lowicz ist heute Vormitrag von hier abgereist.

g. Koͤnig darf die Zimmer

in der Bes⸗

in Lissabon eingefuͤhrt werden sollen. Viele haben auch die

Einfuͤhrung von anderem auslaͤndischen Getreide gewuͤnscht, doch die Koͤnigin Mutter soll es durchgesetzt haben, daß es nur von Spanien her bezogen werde. Am vorigen Frei⸗ tage erzaͤhlte man sich hier, der Russische Gesandte in Ma⸗ drid habe, als, aller seiner Protestationen ungeachtet, die Anerkennung Dom Miguels erfolgt sey, sein Vappen von seinem Hotel herunternehmen lassen. Die Anti⸗Migueli⸗ sten behaupten, daß der Poͤpstliche Nuntius Portugal ver⸗ lassen werde und zwar in Folge einiger Mißhelligkeiten, die durch eine vom Pabst erlassene Bulle entstanden sind, wo⸗ rin Dom Miguel „„Prinz Regent““ genannt wird; die Mi⸗ guelisten sagen jedoch, diese Nachricht sey ungegruͤndet, der Nuntius werde vielmehr am bevorstehenden Montage, wel⸗ cher Dom Miguels Geburtstag ist, bei Hofe erscheinen, um dem Spanischen Gesandten bei den Begluͤckwuͤnschungen des nur aus ihnen beiden bestehenden diplomatischen Corps Ge⸗ sellschaft zu leisten. Von einem Minister⸗ Wechsel geht ebenfalls wieder stark die Rede; auch spricht man von gro⸗ ßen Veraͤnderungen in ber Zoll⸗Verwaltung, im Ostindischen Amte, im Zeughause und allen anderen oöͤffentlichen Verwal⸗ tungen, da es an Geld fehlt, um sie in ihrem gegenwartigen Zustande zu erhalten. Man ist mit der Ausruͤstung von Transport⸗Fahrzeugen beschäftigt, welche politische Verbre⸗

Hannover, 14. Nov. Se. Durchl. der Prinz Wil⸗ cher Einige behaupten 9 nach den Afrikani⸗ 8 helm von Hessen⸗Philippsthal ist vorgestern wieder von hier schen Colonieen bringen sollen.“ EE“] abgereist. 888 EEö“

Darmstadt, d. 9. Nov. In der heutigen (7.) Siz⸗ ZEITESeeeeeee111]

zung der 2. Kammer der Landstände wurden von der Staats⸗ Regierung folgende Gesetzentwuͤrfe vorgelegt: 1) uͤber die Vervollständigung des Gewerdsteuer⸗Tarifs, 2) über die Er⸗ dauung der Staatskunststraßen, 3) über die Penstonirung der auf Widerruf angestellten Sraatsdiener und Anzgestellten, 4) über Abänderungen und Zusätze zum Rekrutirungsgesetze, 5) sÜber Abaͤnderungen und Zusaͤtze zur Gemeindeordnung, endlich 6) ein Vorschlag uͤber die Ausstattung der bischöf⸗ lichen Kirche in Mainz und uͤber den jährlichen Beitrag zu den Einkuͤnften des erzbischöflichen Tisches in Freiburg. Die entworfene Dankadresse wurde von der Kammer ange⸗ nommen, und eine Commission durch das Loos bestimmt, um solche, gemeinschaftlich mit den Präͤsidenten und Sekretairen der Kammer, Sr. K. H. dem Großherzog zu uͤberreichen.

2 zast; S22; Lö-k. Eh

8 Ime üns.r.

Der Londoner Morning⸗Herald enthäͤlt unter: Lis⸗ sabon, 24. Oct., cin Tagehuch aus dieser Hauptstadt vom I7ten bis zu senem Tage. Es heißt darin: „Die Unruhe, welche die von Seiten Spaniens erfolgte Anerkennung unter den Constitutionnellen verbreitete, hat sich einigermaaßen gelegt, und diese sagen jetzt, das sey blos eine Anerkennung de facto gewesen, die Entscheidung der Frage de jure muͤsse von den anderen Europaͤischen Mäͤchten herkommen, die au hohen Congressen die Grundsaͤtze der Legitimitaͤt festgestellt haben. Außer den 20 Richtern (Desembargadores), de⸗ ren Absetzung kuͤrzlich gemeldet wurde, sind noch mehr als

Juizes de Fora, Corregidores, Provedores u. s. w. ab⸗ gesetzt worden. Dom Miguel findet noch immer sehr vielen Geschmack am heftigen Jagen zu Wagen und zu Pfer⸗ de, so daß gefürchtet wird, er werde sich einmal noch einen ernsilichern Schaden dadurch zuziehen, als den er fruͤher be⸗ reits sich dadurch zugezogen hat. Dem Padre Agostinho

Macede ist die Publictrung einer Numimer seiner Wo⸗ chenschrift, die er als Fortsetzung seines „„geschundenen Thie⸗ res” herausgieht, von der Gerichts⸗Behoͤrde untersagt wor⸗ den. Den Einfluß des Englischen Cabinets empfinden hier allein die armen Spanischen Gefangenen, die sich in

in Mignels Kerkern befinden. Es ist näͤmlich der Regie⸗ rung hebeutet worden, keine mehr nach England zu senden; Dom Miguel gehorcht dem Befehle, und den Gefangenen steht jetzt bevor, entweder in den Gefängnissen zu verschmach⸗ ten, oder an Spanien ausgeliefert zu werden; England, das einst der Zufluchtgort tes Unglücke war, ist jetzt zu hart, um auch nur ein Almosen zu reichen Hier wird allgemein anzuerkennen, und swar, weil er in der letzten Zeit finanzielle Kenntnisse, Menschlichkeit und Erfahrenheit bewiesen habe. Man sieht inzwischen neuen Hinrichtungen, sowohl in Porto als in Villa⸗Real und Vizeu, wo mehrere Verhaftungen statt gefunden haben, entgegen. Man spricht viel von einem reftate zwischen Dom Miguel und dem Köͤnige von Spa⸗

en, wonach unter Anderm auch 50,000 Auarters Weizen

1

Die Allgemeine Zeitung enthaͤlt Nachstehendes:

„Von der Servischen Graͤnze, 29. Oct. Nach Briefen aus Adrianopel hat der Feldmarschall Graf Diebirsch dem General Krassowsky aufgetragen, sich in Bereitschaft zu halten, um den Pascha von Scutari anzugreifen, sobald er den Befehlen des Sultans nicht nachkommen und den eingetrerenen Friedenszustand achren wollte. Der Pascha scheint von diesen Verfuͤgungen Nachricht erhalten zu haben, denn seirdem haͤlt er sich nicht nur mit seinen Albanesern ru⸗ hig, sondern soll auch den groͤßten Theil derselben nach So⸗ phia zuruͤck verlegt haben, und nur mit einigen tausend Mann zu Philippopel stehen geblieben seyn, um damit Adria⸗ nopel zu besetzen, sobald es von den Russen geraͤumt seyn wird. Dem Vernehmen nach hat die Pforte wirklich den Pascha zu dieser Besetzung bestimmt, denn ein Schrei⸗ ben aus dem Ortomanischen Ministerium an den Grafen Diebitsch, worin sich die Pforte uͤber das Betragen des Pa⸗ scha's von Scutari zu entschuldigen sucht, giebt zu erkennen, dessen Marsch bis Philippopel sey hauptsaͤchlich dadurch ver⸗ anlaßt worden, daß er bestimmt sey, nach dem Abmarsche der Russischen Armee in Adrianopel die Regierungs⸗Ge⸗ schaͤfte zu uͤbernehmen. Auf diese Nachricht haben die ange⸗ sehensten Einwohner von Adrianopel eine Deputation an den Russischen Ober⸗General geschickt, um dessen Fuͤrwort bei der Pforte wegen Abänderung jener Verfuͤgung nachuusußen, da der Pascha von Scutari seiner Grausamkeit wegen allgemein gefuͤrchtet sey, und man mit Recht besorge, er werde trotz der von dem Großherrn ausgesprochenen Ainnestie die grqu⸗ samsten Verfolgungen ausuͤben. Ob Graf Diebitsch diesen Bitten der Einwohner von Adrianopel Gehoͤr schenken, und sich in dieser Hinsicht bei dem Großherrn verwenden wolle, wird nicht gemeldet, allein viele angesehene christliche und muhamedanische Familten schicken sich an, die Stadt mit der Russischen Armee zu verlassen; auch sollen bei den Rus⸗ sen noch immer Anstalten bemerkbar seyn, die auf kein festes Zutrauen in die fetedlichen Gesinnungen des Pascha's von Senutari schließen lassen; er duͤrfte gezüchtigt werden, falls er sich Treulosigkeiten zu Schulden kommen ließe und die Russischen Truppen hintetlistig beunruhigre. Graf Diebitsch scheint seine Gegner zu kennen, und die Verschmitztheit des so gefuͤrchteten Pascha's koͤnnte demselhen uͤbel bekommen.“

. einem (von der Zeitung mit⸗ getheilten) Schreiben aus Bucharest, vom B. Oct. wird nun⸗ mehr, nachdem (wie bereits gemeldet worden) die Nachricht von der zu Adrianopel erfolgten Auswechselung der Ratisi⸗ cationen des Friedens⸗Tractats daselbst eingegangen ist, die Raͤnmung von Giurgewo unverzuͤglich vor sich gehen, und die Fuͤrstenthuͤmer werden die stipulirte Besatzung erhalten, wozu man bereits Anstalten bemerkte. Die Pest dauerte fortz am 22. Oct. war jedoch Frost eingetreten, und man hoffte da⸗ her eine Verbesserung des Gesundheits⸗Zustander.