1829 / 322 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

hurg geladen worden, um daselbst has Bildniß Ihrer Durch⸗ laucht der jungen Fuͤrstin zu verfertigen.

Es war nicht zu zweifeln, daß Paganini auch hierhet kommen, und die Bewohner einer Hauptstadt, wo die Ton⸗ kunst in so hohen Ehren steht, mit seinen wundervollen Pro⸗ duckionen entzuͤcken werde. Er witd in diesen Tagen hier eintreffen, und alsobald sich hören lassen.

Braunschweig, 14. Nov. Hier ist folgende amtliche Bekanntmachung des Herzogl. OberCeremontenmeister⸗Stabs, vom 10ten d. M. datirt, erschichen: „Der bisherige Kanm⸗ merherr Ludwig v. Cramm auf Sanleden ist unterm heutigen Dato ohne Ahschied enklassen worhen, und demselben zu glei⸗ cher Zeit angebeuͤtet, den Hof und alle unter dem Hof⸗Etat stehenden Orte zu meiden.

Hamburg, 17. Nov. Fonds haben sich seit dem letzten Berichte vom 10ten d. M. merklich gehoben, und waren bei den steigenden Preisen der Gegenstand allgemeiner Specukation sowohl als auch nutzlicher Geld⸗Anlegung. Oe⸗ sterr. 5proc. Metalliques wurden bis 103 ¾, die Aproc. bis 92 ¾ bezahlt. Fuür Actien pr. 31. Dec, zeigte sich besonders Kauflust zu 1250 2 52 Fl. Partial in spaten Terminen à 133 1 zu lassen. Preuß. Anteive fehlend. Iproc. Dän. ge⸗ stern mit 12 bezahlt und auf 73 gehalten. Engl. Russ. n 105% und Silber⸗Rubel 99 ¾ willig zu lassen. Poln. Part. ohre besondeten Umsatz. Neapol. Rente bei Falconet gestern bis 91 und die Eugl. diesen Vokmittag noch mit 97½ be⸗ zahlt. Nach Ankunft der Hollaͤndischen und Franzöͤstschen Posten, welche wohl viele Effecten und Vekaufs⸗Ordres her⸗ gebracht haben mögen, wͤhrend es gerade an Einkaufs⸗Auf⸗ traͤgen fehlte, wichen im Laufe der Börse saͤmmtliche Fonds⸗ preise sehr rasch, und wurde darin wie nachstehend gewechselt: 5proc. Metalliques à. 102 ¾ in allen Sichten hliehen dazu zu hahen. Aproc. Metalligues à 92 ¼l chenfalls Verkaͤufer. Par⸗ tial à 1322,pr. Jan, gemacht. Actien pr. 31. Dec. à 1245 Fl. gemacht und Brief; pr. 31. Jan. mit Dividende gut zu sassen. Alte und neue Preuß. wenis vorrathig, erstere à 99¾ und letztere à 99 ½ begehrt. Iproc. Dan. à 72 ¾ zu haben, 221 gut zu lassen. Russ. Engl. Anl. à 1051. zu haben.

ilber⸗Ruhel à 99 in turzen und langen Sichten gemacht ünd blieben dazu Verkanfer. Poln. Part. pr. 1. Dec. à 111 Brief und pr. 1. Jan. 111 Geld. Neapol. Rente (Fal⸗ conet u. Comp.) his auf 90 gewichen, wozu bedeutend umgefetzt wurde und Käufer blieben. Die Engl. Neapol. Anteihe à 97, 96 ⅛, 96 ¼l auch à 96 gemacht, wozu sich am Ende der Börse wieder Kauflust zeigte. Wechsel im Ganzen sehr begehrt; auf London Geld pr. 2. Mon. à 124, Paris ge⸗ fragt à 188 ⅛. Amsterbam Geld mit 5 Cents üder die Nori⸗ rung. Breslau hegehrt. Deutsche Valuten 2 Mon. Briefe mit pCt. über dem Courkse Geld. Petersburg fehlt. Ld' vr. hegehrt, Gold in Barren u haben. Disconto 2 ½ pC. Briefe und Geld. d Frankfurt a. M., 14. Nov. Die Course der Oesterreichischen Effecten haben im Laufe der Woche einige unbedentende Schwanküngen erfahren. Die Ursache dazu suchte man theils in Lokal⸗Verhaltnissen indem sich einige Besorgniß vor Geldmangel bemerken ließ, die wieder ihren Grund in dem starken Zufluß zur Realisirung bestimmter Polnischer Loose, so wie Gollscher und Osyscher Ohligationen

zur Benutzung der hohen Course stark gefunden hatten. Da indessen die Berichte von Paris, London und Amsterdam forrdauernd gänstig lauteten, die Französischen Fonds na⸗ mentlich standhaft höher gingen, auch ein hiesiges bekanntes Haus fortfuhr, Ankäufe pr. comptant zu machen, so wirkte dies zusammen dahin, daß sich die effectiven Stuͤcke ziemlich rar am Markte hielten, und die Metalliques am Eude der Woche sich auf 102 5, Bank ⸗Actien auf 1486 und Partial auf 132 l stellten, auch die Speculation diesen Effecten vor⸗ erst noch am Meisten zugewendet ist. Oesterreichische Beth⸗ mannische Obligationen halten sich steigend und sind selten pfferirt. Man glaubt auch, daß es noch geraume Zeit so bleihen wird, da man erwartet, daß die Verliner Haͤuser, welche große Posten dieser Papiere in der letzten Zeit haben einthun lassen, solche nicht sobald wieder abzugeben gedenken. Uebrigens ist hier die Meinung vorherrschend, daß die 5proc. Metalliques wohl nicht viel höher gehen werden, weshalb die vornehmsten Boͤrsenmänner ihre Operationen mehr auf Bank⸗Actien und Partial richten, als welche muthmaaßlich eine groͤßere Chauce zum Steigen ver sich haben; man er⸗ wartet nämlich, daß die naͤchste Bank⸗Dividende weit besser ale die im letzten Jahre ausfallen wird, und was die Par⸗ tial Obligationen angeh gezen die neuen 4pror.

so hegr maͤn die Ansicht, daß solche ffecten uoch

merklich im Cours zu⸗

atte theils in den wechselnden Notitungen der Wiener rse, einer natürlichen Folge der namhaften Verkäufe, welche

218 rüͤckstehen. In letzteren (iproe.) Obligationen werden zwar gegen⸗ würrig keine bebeutende Posten abgeschlossen, allein es fand zsem-⸗ licher Umsatz in kleinen Parthieen statt, wobei sich der Cours, in gect der bessern Rotirung zu Wien, steigend erhielt. Auf Liefetung, d. h. zwei bis drei Monat nach dem Erschrinen, bietet man 92, Und zu 92 kann man haben. Man schreibt aus Wien, das Anziehen des Cdurses der neuen 4pet. Obli⸗ gationen sey vornämlich den starken Auftraͤgen mehrerer Ber⸗ liner Häuser zuzuschreiben. In Potnischen Loosen ward die⸗ ser Tage viel gethan, jedoch zu weschenden Notirungen. Es befinden sich einige Leipziger Geschäftsleute an unserm Platz, die ansehnliche Posten dieser Effecten zum Verkauf gebracht haben, und zwar sowohl per comprant als auf Lieferung im December, Januar und Februar. Unter diesen Umständen vetmuthet man, der dermalige Cours dieses Papiers werde sich nicht behaupten. Fuͤr 51pet. Spanische Hopesche Obli⸗ gationen, Datmstaͤdtsche Loose und 2 per. Wiener Stadt⸗ Banco halt die Nachfrage an. In Oester. 100 Fl. Loosen war das Geschaͤft die ganze Woche über sehr still. Auch in Preußischen Staats⸗Schuldscheinen fanden nur wenige Um⸗ satze statt. Doch blieb dieses Effect mahr begehrt als aus⸗ geboten. Im Ganzen genommen vethielten sich unsere Haupt⸗ Boͤrsenmänner und Kapitalisten im Laufe der Woche fast ruhig im Geschäft, und machten nur selten An, oder Verkaͤufe. Das baare Geld ist nicht im Ueberfluß; Disconto Ct. Geld; es fehlt an gutem Escomptepapier. Bei Hintertegung von Staats⸗Effeeten und fuͤr HSAee zahlt man 5 pCr. Zin⸗ sen fuͤrs Jahr. Von Wechseln auf fremde Plätze waren London 2 Monat, Augsburg und Wien k. S. stets begehrt, alle übrigen Devisen ausgeboten und im Ueberfluß zu haben.

Frankfurt, 15. Nov. Auf die fernern ruüͤckgängigen Notirungen an her Wiener Böͤrse vom 11ren d. M. mach⸗ ten unsere Spekulanten in 5proc. Meralltques, Bank⸗Actien und Partial ansehnliche Verkaͤufe. In dessen Folge zeigte sich heute der Staatspapierhandel merklich flau, uhd deren Cvurse erfuhren daher eine ruͤckgaͤngige Bewegung. Die 12 Metalliqurs von dem neuen Anlehyen blieben zu 91 ½ offerirt.

Spanien.

Pariser Btätter melden aus Madrid vom 2. No⸗ vember: „Ein aus der Havana kommendes Paketboot hat der Regierung Depeschen vom General Barradas mirgebracht, 1 welche vom 27. Juli, dem Tage der Landung an der Mexi⸗ kantschen Kuͤste, bis zum 10. Seprember gehen, und die be⸗ reits bekannten Details enthalten. Ein Moͤnch, der sich bet

der Vorhut des General Batradas befand, hatte einen Hir⸗ tenbrief an die Mexikaner erlassen, worin er sie auffordert, sich der Spanischen Regierung zu naterwerfen. General Llorente, der sich vor Kurzem in Cadix nach Havana einge⸗ schifft hat, wird die zweite Expedition nach Mexiko führen, Uund dann das Commando der ganzen Armee uͤbernehmen.“

Portugal.

Franzoͤsische Blaͤtter berichten aus Lissabon vom 28. Oct.: „Vorgestern wurde der Geburtstag Dom Miguels gefeiert. Mit Auübruch des Tages wehte die Koͤnigl. Flagge auf den Forts, die Schiffe im Tajo zogen die Wimpel auf, und mit Sonnenaufgang, in der Mirtagsstunde und mit einbrechender Nacht wurden ArtillerleSalven gegeben. Um 11 Uhr Morgens begab sich Dom Miguel zu Pferde und in Generals Uniform nach dem Park ven Alcantarxa, und hielt eine Revüe uͤber die Linien⸗Truppen, Milizen und Königl⸗ Fretwilligen, im Ganzen 7 bis 8000 Mann, von denen der größte Theil Milizen sind. Darauf war im Pallast von Ajuda Handkuß, bei welchem der Paͤbstliche Nuntius Erz⸗ bischof von Petra und der Spanische Gesandte Dom Mi⸗ uel ihre Gluͤckwuͤnsche darbrachten. Abends waren das Stadt⸗ 9* die Kasernen, Theater und Gefängnisse erleuchtet. Be⸗ fonders zeichnete sich das Hotel des Spanischen. Gesandten aus, dagegen blieb das des Englischen Consuls dunkel. Im Pallast von Queluz wurde eine Serenade dargebracht, waͤh, rend welcher eine Menge von Personen Dom Miguel und seiner Mutter ihre Aufwartung machten. Der Prinzte. Regent hat mehrere Orden verliehen, und Beförberungen im Militair, und Civitwesen vorgenommen. Manche glaubten, Dom Mitzuel werde an seinem Gehurtsfeste auch dem noch immer im Schlosse von Alfeite verhafteten Vicomte von Queluz die Freiheit schenken; dies geschah aber nicht. Die CorvetteCydele“ st nach 12täͤgiger Fahrt von Madeira und die Corvette „der acht und zwanzigste Mat⸗’ nach 90ca⸗ 1 giger Fahrt von Kid, IJacheiro hier eingelaufen; beide bringen d 1“X“ ℳ.