1829 / 322 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Preußischen Staats⸗Zeitung Nr.

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schen an die Regierung. In Folge eines aus Fal⸗ angekommenen Packetboots hat das Blokade Ge⸗ schwader vor Terceira Befehl erhalten, seine Wachsamkeit zu verdoppeln, um eine Landung der in Ostende eingeschifften Portugiesischen Fluͤchtlinge zu verhindern. Vielleicht werden auch noch einige Kriegs⸗Fahrzeuge von hier aus zur Ver⸗ stärkung der Blokade abgeschickt werden. Die 11 Perso⸗

Einem (im Hamburger Correspondenten befind⸗ lichen) Schreiben aus Belgrad vom 1. Nov. zufolge, hatte man dort aus Salonichi die Nachricht erhalten, daß der mehr erwaͤhnte Grieche Argiropulo seine Flucht aus Kon⸗ stantinopel nach Morea gerichtet habe.

Nach Privat⸗Nachrichten aus Neapel, welche die Allgemeine Zeitung mittheilt, wollte man daselbst wis⸗

weiche in Porto hingerichtet werden sollen, sind aus

den Provingen Ober⸗Beira Tras⸗os⸗Montes.

von sind Doktoren der Rechte, zwei Studenten von der Uni⸗

versitäͤt Coimbra, vier Eigenthümer, zwei Kaufleute und ein

ost⸗ Beamter aus Viseu. Die Bevoͤlkerung von Oporto

all sich seit anderthald Jahren um 11,000 Seelen vermin⸗ dert haben.“

Tuͤrke i.

er Tuͤrkischen Gränze. Zwischen den 8 8, Geismar und denen des Pascha von Scutari ist es zu einem unerwarteten Gefecht ge⸗ kommen. General Geismar, beauftragt die Bewegun⸗ gen dieses Pascha zu beobachten, hatte in Erfahrung ge⸗ bracht, daß Letzterer auf Adriauopel zu marschiren beabsich⸗ tigte, und beschloß daher, von Wratza nach Sophia vorzu⸗ rüͤcken. Am britten Tage stieß er bei Arnaut⸗Kalesi auf ein Corps Albaneser von 1700 Mann, welche von einer festen Stellung Besitz genommen, und sich mit 3 Kanonen ver⸗ schanzt’ hatten. Ein Parlamentair, welchen General Geis⸗ mar abschickte, um den ungehinderten Durchmarsch zu ver⸗ langen, wurde mit Gewehrfeuer empfangen, worauf die Al⸗ baneser eine angreifende Bewegung machten, deren Resultat die plötzliche Raͤumung der Position, und die Zuraͤck⸗ lassung ihres Geschuͤtzes war. General Geismar er, laubte seinen Truppen nicht, den fluͤchtigen Feind zu verfolgen, sondern ließ vielmehr der Bagage desselben voll⸗ kommene Freiheit, dem Corps zu folgen. Der Pascha von

sen, daß dem Grafen Guilleminot wichtige Instructionen zu⸗ gekommen seien; zugleich versicherte man aber auch, daß dieser Botschafter nicht mehr lange bei der Pforte accreditirt blei⸗ ben, sondern eine andere Bestimmung ethalten werde. „Graf Guilleminot (heißt es weiter) hat schon lange den Wunsch geaͤußert, auf einen andern Posten versetzt zu werden, allein die Wichtigkeit der Orientalischen Angelegenheiten machte es ihm zur Pflicht, bis zur Loͤsung der wichtigsten Punkte seine jetzige Stelle beizubehalten. Nachdem nun der Krieg beendet, und auch die Griechische Sache ihrer Ausgleichung nahe ist, scheint der Augenblick vorhanden, wo es dem Grasen erlaubt seyn duͤrfte, Konstantinopel zu verlassen. Man vermuthet, daß er vorlaͤufig nach Frankrecch zuruͤckkehren, und den naͤch⸗ sten Sitzungen der Kammern beiwohnen werde.“

Griechenland.

Der Courrier de Smyrne meldet aus Aegina vom 2. October: „Folgendes sind die vom Praͤsidenten behufs der neuen Organisation vorgenommenen Ernennungen: Sissint zum Praͤsidenten des Senats mit einem monatlichen Gehalt von 1500 Piastern; Soutza zum Secretair, und Ainian nehst Peruca zu Mitgliedern und Berichterstattern derselben Be⸗ hoͤrde. ie drei letzteren haben 800 Piaster und die Mit⸗ glieder des Senats 1000 Piaster an monatlichem Gehalt. N. Spiliadis ist zum Staats⸗Secretair fuͤr die inneren An⸗ gelegenheiten, Gianata zum Staats⸗Secretair fuͤr die Justiz, Chrysogelos zum Staats⸗Secretair fuͤr die geistlichen Ange⸗

Scutari hat bei Benachrichtigung der Tuͤrkischen Bevoll⸗ mächtigten von diesem Vorfall aufs Neue Versicherungen seiner friedlichen Gesinnungen gegeben und dringend 25— dem ferneren Vorrücken des General Geismar Einhalt zu thun, was auch sogleich durch einen Befehl des Marschall Diebitsch geschehen ist. Zugleich ist General Geismar beauf⸗ tragt worden, dem Pascha die 3 abgenommenen Kanonen, so wie Alles, was die Türken sonst verloren hatten, zuruͤckzuge⸗ ben. Uebrigens hat dieser Vorfall gluͤcklicherweise von bei⸗ den Seiten wenig Blut gekostet, und die Ruhe ist vollkom⸗ men wieder hergestellt.

Ueber Unruhen welche in der Umgegend von Smyrna Statt gefunden haben, erfährt man jetzt Folgendes: Seit beinahe zwei Mongten waren die Bewohner der Provinz Nasli durch Besteurungen, welche die Empfaͤnger nach Ge⸗ fallen erhöhten, aufs Aeußerste gebracht. Endlich lehnten e sich gegen die Verwaltungs⸗ Behoͤrden auf, jagten diese so wie die Steuer⸗Empfaͤnger sort und setzten einen ge⸗ wissen Kiel Mehmed Zeibeck an die Spitze der Verwaltung.

seser ein unternehmender Kopf hat schon bedeutende Fort⸗ chritte gemacht, und sindet uͤberall neue Anhaͤnger. Dabei empfichlt er Maͤßigung, betheuert, daß er sich keinesweges ge⸗ gen den Sultan auflehne, sondern nur die Waffen gegen dessen Minister ergriffen habe, weiche sich ihres Ansehens be⸗ senten, um die ärmere Klassen zu druͤcken, und daß sein weck nur dahin gehe, die Abgaben auf den alten Fuß zu⸗ ruüͤckzuführen. Schon hat er sich der Städte Aidin, Ghlu⸗ selhigsar, de Tire, Baindir⸗Capaba bemäaͤchtigt, deren Behör⸗ den slüchtig geworden sind, und sich nach Smyrna zuruͤckge, zogen haben. Bei dem Geist, der dort herrscht, wuͤrde Kiel Mehera Hene er bis dahin vordringen sollte, keinen Wider⸗ und er ungehindert von der Stadt Besitz neh⸗

Nach neuern Nachrich ergabe von Giur⸗ gewo nicht lange mehr —,.2 Si⸗ Zahl derer, walche daselbst an der Pest zestorben waren, belef sich auf 10 täglich, hat sich aber bereits bis auf 2 gemindert. Da⸗ 29 griffen Nerven⸗ und Faulfieber mehr und mehr um

ch, und man fuͤrchtete sehr zu Bucharest daß der vielen dort und in der Umgegend befindlichen Hospitaͤlern wegen diese größere Verheerungen anrichten moͤchte als selbst

Nachrichten aus Jassy vom Lten November zufolge be⸗

legenheiten und den oͤffentlichen Unterricht, Jakovaki Rizo zum Minister der auswaͤrtigen Angelegeuheiten ernannt; Condostavlo, Stavro und Papadopuso zu Mitgliedern der Finanz⸗Commission; der letztere tritt an die Stelle Condu⸗ riotti's; Economides, Spaniolaki und Tassica wurden zu Mitgliedern der Controll⸗Commission oder Rechnungs⸗Kammer ernannt. Das Commissariat bleibt einstweilen so wie es ist. Das monatliche Gehalt jedes der Regierungs⸗Commissarien betraͤgt 1000 Piaster; das der Mitglieder der Commissionen 800 Piaster, das des Archivars, Herrn Paja 500 Piaster, endlich das der noch zu ernennenden Assessoren 400 Piaster. Coletti kehrt, wie es heißt, nach Samos zuruͤck. Ein ge⸗ wisser Pastolacca tritt an die Stelle Soutzo’s in Santorin. Maurocordato hat seine Entlassung eingereicht.“

Der Courrier de Omyrne giebt folgende Nachrich⸗ ten aus Syra vom 23. September und 9. Oetober: „Mau⸗ rocordato hat seine Entlassung eingereicht, der Präsident dieselbe aber nicht annehmen wollen. Danest, dem die Re⸗ gierung die Leitung der Finanzen angetragen hatte, hat sie ausgeschlagen; er zieht es vor, das Zollamt in Syra zu lei⸗ ten, und seine Handels⸗Angelegenheiten wahrzunehmen. Miaulis und Konduriotti haben sich geweigert, Mitglieder der Gerusta (des Senats) zu seyn, und ihre Weigerung auf eine die Errichtung dieser Behörde mißbilligende Weise aus⸗ edrückt. Kolocokronit und Peruca werden, wie es heißt, ald abdanken, Zwischen dem Praͤsidenten und seinem Bru⸗ der Viaro soll wenig Eintracht herrschen; der Letztere ist un⸗ zufrieden daruͤber, daß man ihn uͤber die Wahl der Senats⸗ Mitglieder nicht befragt hat, und eiferschtig auf das unbe⸗ schräͤnkte Vertrauen, welches der Graf Andreas Metaxa ge⸗ nießt, der nach dem öͤstlichen Griechenland gehen soll, um die dortigen Militair⸗Angelegenheiten zu ordnen. Die Truppen in West⸗Griechenland sind wegen der Abdankung des Gene⸗ ral Church unzufrieden. Der Sohn Kolocotronis ist statt Furst Ppsilanti ist von seinen Truppen alles Gepäckes,

sogar seines Saͤbels beraubt worden, und alles von ih⸗ nen wieder kaufen muͤssen. Graf an g Capodistrias ist auf der Fregatte „Hellas“ mit 2. ,000 Spani⸗

schen Thalern abgeschickt worden, um den Truppen Sold auszuzahlen. Unser außerordentlicher Commissarius Kalergi ist nach Aegina abgegangen, und hat Hrn. Ducas einstweilen die Funktionen eines Gouverneurs von Syra

..“

lief sich die Zahl der Todten täglich auf 25

uͤbertragen. Seit einiger Zeit kamen Tuͤrken aus Tschesme,