1829 / 325 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

. 1 n aus Madrib vom 5. November (in Pariser Blaͤttern) melden Folgendes: „Don Pietro Gomez 2 Labrador, bisher außerordentlicher Borschafter beim Römi⸗ 8 8 schen Stuhle, ist zum Botschafter in Neapel ernannt; an eseeine Stelle in Rom tritt Hr. Toledo, der bisher Gesandter aaaam Sicilianischen Hofe war. Ihre Sicilianische Maje⸗ staͤten werden mit der Prinzessin Christine den 14. No⸗ vember in Barcelona eintreffen, dort bis zum 22sten verwei⸗ len, uͤber Tarragona und Tortosa am 3. Dec. in Valencia ankommen, und nach einem Aträgigen Aufenthalte in dieser Steadt die Reise nach Aranjuez fortsetzen, hier den 16. und 17. Dec. ausruhen, und den 18ten ihren feierlichen Einzug iin die hiesige Residenz halten. Der K. Sicilianische Minister

. von Medici wird 14 Tage vor seinem Souverain hier ein⸗ ereffen, wie man sagt, um eine allgemeine Amnestie bei Fer⸗ dinand VII. auszuwirken. Die Jesulten hielten neulich in ihrer Erziehungs⸗Anstalt fuͤr den Adel oͤffentliche Pruͤfung. Don Nazario Eguia, General⸗Capitain von Galizien, ist vor Knurzem beim Erbrechen einer Depesche aus Leon durch Knall⸗ kllber, das in derselben verborgen war, an der Hand, im GSesicht und an der Brust verwundet worden.*) Zum Gluͤck II 8 stand er aufrecht und hatte den Kopf etwas abgewendet; sKeenn hätte er gesessen und sich mit dem Gesichte der Depesche genzhert, so waͤre er unfehlbar geroͤdtet worden. Die Exploston dem Platzen einer Granate. Ueber die Urheber dieser

u. zuischen Erfindung ist noch nichts ausgemittelt worden. (Seneral Eguia hat wegen seines despotischen und rauhen

Wesens und wegen seiner Verfolgung der Negros viele Feinde. Dieses Ereigniß hat ihn so erschreckt, daß er das Commando der Provinz sogleich seinem Stellvertreter uͤbergab, und zwei Couriere nach der Hauptstadt abfertigte.“ EE

hr en. .* Phreoaegh Ae deeemen nn Pariser Blaͤͤtter melden nach Pivat Nachrichten aus gissabon vom 31. Oct.: „In den bdeiden letzten Tagen mwurde Minister⸗Rath im Pallast von Ajuda gehalten. Heute arbeitete Dem Miguel mit dem Marine⸗Minister Grafen v. Bastos, und hatte dann etne lange Conferenz mit den übri⸗ gen Ministern. Die Mehrzahl der Gnaden, Bezeugungen, welche Dom Miguel an seinem Geburtstage erzheilt hatte, und die noch nicht durch die Hofzeitung bekannt gemacht waren, sind zuruͤckgenommen worden. Dieses Blatt enthielt vor einigen Tagen eine Anzeige in Betreff des Verkaufs der Güter der Grafen Villa⸗Flor und Emmanuel Sampayo, zu de⸗ naen sich kein Kaͤufer finden will; einige dieser Guͤter liegen in dem Bezirke von Alhandra, andere in der Provinz Tras⸗ os⸗Montes. Die Regierung will dieselben jetzt verpachten. Dom Miguel beabsichtigt eine Veraͤnderung in seinem Mi⸗ nisterium; vermuthlich wird der Marquis von Borba, dessen 5 . Landhaus ein Belustigungsort des Regenten ist, ein Porte⸗ 92 feuille erhalten. Die Anhaͤnger Dom Miguels verbreiten *† allenthalben die Nachricht von der baldigen Ankunft eines Franzoͤsischen Gesandten in Portugal, und behaupten, daß iin Elvas, an der Spanischen Gränze, in der Provinz Alem⸗ reeso und in Aldea⸗Gallega Anstalten zum feierlichen Empfange desselben getroffen werden.“ b 358

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2 Der Hamburger Correspondent enthält Folgendes: „Schreiben aus Belgrad, vom 2. Nov. Durch Tartaren ist heute au unsern Pascha die Nachricht gelangt, daß der Pa⸗ scha von Scutari seine Stellung bei Philippopel verlassen hat. Man weiß nicht mit Sicherheit, wohin er sich gewen⸗ det hat; da indessen das Russische Corps unter General Geismar ebenfalls von Sophia aufgebrochen seyn soll, und in Rachowa zuruͤckerwartet wird, so läßt sich vermuthen, daß Mustapha⸗Pascha endlich den Befehlen des Sultans und der Stimme der Vernunft gesolgt und den Weg nach seiner Heimath eingeschlagen haben wird. (Andrerselts geht das Geruͤcht, 6000 Bosnier zögen zu seiner Verstärkung heran.)“ Der Courrier de Smyrne meldet aus Konstanti⸗ nopel, vom 4. Oct., neben mehreren bekannten Nachrichten, ddoaß außer dem mehrerwaͤhnten Gricchen, Jacovakt Argiro⸗ pule, der beim Ausbruche der Griechischen Revolution nach Alsten verbannt, spoͤter aber wieder zuruͤckderufen und bei Mehemet Chosrew Pascha angestehlt worden war, am 26. Sept. ein Armenier, Namens Papastan, der sich in einen

habe, aus Konstantinopel entstohen sey. Derselbe sey ein

*) S. das Schreiben aus Madrid im gestrigen Blatte der

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Franken umgewandelt und den Titel Baron angenemmen zur Bollziehung

einfacher Privatmann aus der zweiten Klasse der Armenier gewesen, die sich unter einander Varon, d. h. Herr nen⸗ nen, wie die Armenier der ersten Klasse sich den Beinamen Amira, d. h. sehr erlauchter geben. Der Reis⸗Efendi hatte durch den Pforten⸗Dollmerscher dem Koͤntgl. Nieder⸗ ländischen Botschafter, Baron von Zuylen van Nyeveldt, in der Abschieds,Audienz zwei kostbare Kaschemir⸗Shawls fuͤr seine Gemahlin uͤberreichen lassen.

In einem spateren Schreiben aus Konstantinopel (vom 12. Oct.) enthaäͤlt dasselbe Journal außer der gleich⸗ falls schon bekannten Nachricht von der Ankunft und Au⸗ dienz des Englischen Admirals Malcolm noch Folgendes: „Vor einigen Tagen wuͤnschte der Sultan den Sohn des Befehlshabers der Englischen Fregatte, einen 10jährigen Kna⸗ ben, zu sehen, der zu ihm nach der Kaserne von Ramis⸗ Tschiftlik gefuͤhrt wurde. Der Sultan liebkoste den Kna⸗ den und schenkte ihm eine goldene mit Steinen besetzte und mit Zechinen angefuͤllte Untertasse (Zarf). Es wurde ein Schneider herbeigeholt, der in Gegenwart des Großherrn dem Knaben zu einer Officier⸗Untform der regelmäͤßigen Truppen Maaß nahm. Am 10. Oct. kam ein Russischer Officter, der Sohn des beruͤhmten Reisenden Krusenstern, von Adriano⸗ pel hier an. Fast taͤglich treffen Russische Officiere und Ca⸗ dinets⸗Couriere ein oder gehen ab. Auf der Franzöͤsischen Fregatte „Armide“, welche morgen nach Smyrna absegelt, reisten der General Hullot, der sich, wie man glaubt, nach Morea begiebt, und die Herren Digeon und Masson, als erster und zweiter Dollmetscher bei dem Französtschen Gene⸗ ral Consul und Residenten, Baron Rouen in Aegina, von hier ab. Uebrigens herrscht in der Hauptstadt die groößre Ruhe. Die aufruͤhrerische Bewegung der alten Janitscharen scheint gänzlich erstickt zu seyn, und die Hinrichtungen haben aufgehoͤrt. Unter den zuletzt aus dem Weißen Meere ange⸗ kommenen Schiffen bemerkt mag mehrere mit Russischer Flagge.“ - ,

Griechenland. 8

Unterm 20. September hat der Präͤstdent von Briechen⸗ land folgendes Decret in Betreff der Organisation des Se⸗ nats, des Staats Mintsteriums und der Rechnungs und Con⸗ rroll⸗Kammer erlassen: „In Gemäaͤßheit der Bestimmungen des Art. 10. des zweiten Decrets des National⸗ Congresses vom 22. Juli, wodurch die Regierung ermäͤchtigt wird, den Senat und das Ministerium zu organisiren, haben wir be⸗ schlossen und beschließen wie folgt:

Tit. I. Organisation des Senats. Art. 1. Die Regierung waͤhlt und ernennt aus den Senatoren den Praͤsiden⸗ ten des Senats. Sie theilt die Mitglieder dieses Köͤrpers im zwet Sectionen, bildet in jeder der letzteren einen oder mehrere Aus⸗ schuͤsse, und ernennt fuͤr jeden von ihnen einen Berichterstatter. Endlich ernennt sie auch, aber außerhalb des Senats wäͤhlend, den Secretair, die Secretair⸗Adjuncten und den Archivar dieses Kör⸗ pers. Art. 2. Der Präͤsident des Senats wird auf vier Monate ernannt und kann wieder gewählt werben. Art. 3. Mitglieder heider Sectionen so wie die der Ausschüsfe kön⸗ nen von der Regierung aus einer Section in die anders, aus einem Ausschusse in den andern versetzt werden. so koͤnnen dieselden zu besonderen Functionen in dem oder außerhalb desselbden berufen werden. Art. 4. Die Re⸗ gierung läßt ihre Mittheilungen durch die Secretaire und durch den Staats⸗Seeretair an den Senat gelangen. DBeamten muͤssen den Senats⸗Sitzungen beiwohnen, we die zur Eröͤrterung vorliegenden Angelegenheiten zu dem Ressort ihres Departements gehoͤren. Sie geben alle Aufschlüsse, welche der Senat verlangen mag, und vertheidigen bet der Discussiton die Vorschläge, mit deren Mittheilung sie beauff tragt sind. Art. 5. Die erste Section des Senats sich nach den Mittheilungen der Regierung mit den im 11. und 12. Artikel des zweiten Decrets des Nattonal⸗Congresses vom 22. Jult angegebenen Arbeiten beschäftigen, näͤmlich: mit der Reviston Fer constitutionnellen Acte, mit der Red tion der Entwuͤrfe des Grund Statuts und der Gesetzbo so wie mit allen Vorschlaäͤgen, welche die Regierung in Be der Organistrung der verschiedenen Verwaltungszweige wird. Sire beschaͤfrigt sich ferner mit allen Fragen, welche sich auf die Vollziehung der vom National⸗Congreß zu Argos erlas senen Deerete Nr. 11 und 12 vom 2 Aas *) beziehen.

ch mit allen Akbeiten

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Art. 6. Die zweite Section wird si beschaͤftigen, welche die Regierung ihr auftragen wird, der Deecrete des Congresses Nr. 3 und

*) S. Re. 276 der Staats⸗Zeitung