1829 / 327 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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No. 327.

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

be. Majestaͤt der Koöͤnig haben dem bei Allerhoͤchstihrer Gesandtschaft zu St. Petersburg angestellten Legationsrath, Major von Kuͤster, den St. Johanniter⸗Orden, und dem Herzogl. Sachsen⸗Meiningenschen Ministerialrath von Fi⸗ schern, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen geruhet. 8

8 Angekommen: Der General⸗Major, General⸗Adjutant Sr. Majestaͤt des Koͤnigs und Commandeur der 2ten Garde⸗ Cavallerie⸗Brigade, Graf von Nostiz, aus Schlesten.

Der Ober⸗Berghauptmann und Chef des gesammten Salz⸗ und Huͤttenwesens, Gerhard, von Heiligen⸗ adt.

8 Abgereist: Der Kaiserl. Oesterreichische Cabinets⸗Cou⸗

rier, Dorr, nach St. Petersburg.

Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland.

Odessa, 7. Nov. Am letzten Mittwoch und Donner⸗ stag hat sich weder in der Stadt noch in den Quarantainen ein neuer Pestfall gezeigt; gestern fruͤh aber erkrankte eine in der Straße Remeskennaja wohnende Juͤdische Familie. Nach⸗ dem die Aerzte bei drei Mitgliedern derselben Zeichen von 8 Anstvckung gefunden hatten, schritt die Obrigkeit unverzuͤglich durch das Gesundheits⸗Reglement vorgeschriebenen

Maaßregeln. Neun Personen wurden in das Hafen⸗Lazareth Febracht und 19 in die provisorische Beobachtungs⸗Quaran⸗ katne. Die Haͤuser, mit denen sie in Verbindung gestanden hatten, wurden durch Militair⸗Wachen abgesperrt. Um die robachtungen zu erleichtern, hat die Obrigkeit fuͤr noͤthig

efunden, die fruͤher erlassenen Verhaltungs⸗Regeln fuͤr die Einwohner in einigen Punkten zu schaͤrfen. Nachrichten aus Dubossar sind sehr beruhigend; in

der dortigen Quarantaine waren seit den letzten Verichten 4 neuen Kranken hinzugckommen.

w Graf Pahlen ist mit der Fregatte „Standard“ voon Burgas in 50 Stunden hier eingetroffen.

Die Untersuchungen, welche bei dem 952 mehrmals er⸗

ten) des Elborus, des hoͤchsten Berges des Kautasus, worden, haben ergeben, daß die heißen 3 Mineralguellen 1400, die Schneegränze des Elborus 11,000,

der Punkr, den dee Herren Kupfer, Menetrier, Meyer und ernadotzi erreichten 14,400, die Hoͤhe, bis zu welcher Herr ELentz gelangte 15,700 und die zußerste Sp des Berges, welche ein Namens Chilar erklimmte 16,390 Englische Fuß üͤder die Meeresfluͤche erhaben sindz die letzters 4 gn. F 2000 Fuß hoöͤher der .-—. tesige Jonr s dem Russt en In⸗ vealiden eine 1eae⸗ . 8 der Türkischen Land⸗ äund Sermacht im Monas Mal 1828. Hiernach betrugen ddie auf Europaͤtsche Weise oraa⸗ teen und aus 68 Batalllo⸗ nen, jedes zu 1000 Mann, —2 Truppen, mit Ein⸗ 8 828—⸗ Officiert, Unterofsieiere u. s. w. 68,000 Mann;

F de des Sultans deltef sich auf 6000; die Seesoldaten

der Levante, die erforderlichenfalls auch zu Lande dienen

dasses, betrugen 40,000;: 8 leichte Batailone, fruͤher unter aen Ramen Mechterdi bekannt, 8009, das leichte Corps Mählschen Truppen zählte 6000; das Lorde der .

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Berlin, Mittwoch den 25ůten November röU MriaAETmLe

zusammen bildeten ein aus 138,000 Mann bestehendes I“ Infanterie. Die Artillerie bestand aus 12,000 Artille⸗ 8 risten in 20 Bataillonen zu 600 Mann getheilt; aus 3000 Bombardieren; 3000 Mineurs und Pioniers; 2000 Man Garde⸗Artillerie; 14,400 Mann Festungs⸗Artilleristen laͤng der Donau und aus 6000 M. Trainknechten u. s. w.; zusammern 40,400 Mann. Die Reiterei zaͤhlte an Garde⸗Cavallexie 15 M.; an Spahis, die bestaͤndigen Sold beziehen, 25,000; an Re serve⸗Cavallerie 20,000; an Timaristen (eine Art reitende Miliz 120,000; an Freiwilligen 30,000; zusammen 196,500 Mann Alle obbenannten Truppen⸗Gartungen bildeten eine Arme von 374,900 Mann. Zieht man von diesen die 40,000 See 1 soldaten, ferner die Besatzung von Konstantinopel mit 20,000 Mann, und die 65,000 Mann, welche als Besatzungen 8

Donau⸗Festungen dienten, ingleichen 9500 Mann fuͤr die Garde des Sultans ab, so ergiebt sich, daß im Mai 1828 dem Russischen Heere gegenuͤber 240,400 Mann im Felde standen. Zu dieser Zahl sind weder die in Asien stehenden noch die⸗ jenigen Truppen gerechnet, die sich in Morea, in andern Pro⸗ vinzen und auf den Inseln bhefanden. i W1 Tuͤrkische Landmacht kann man dermalen auf 300,000 Mann annehmen; ein allgemeiner Ruf zu den Waffen duͤrfte diese Zahl auf das Doppelte bringen. Die Tuͤrkische Seemach destand im Mat 1828 aus 21 Linienschiffen, 21 Fregatten und 40 kleinen Fahrzeugen, die alle zusammen 2000 Stück Geschütz und 5200 Matrosen mit sich sahrtenz auf dem Sta pel lagen noch 11 Fahrzeuge. [

Frankreich.

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Paris, 17. Nov. Se. Majestät haben an dem v Namenstage 39 Edelleute zu Ihren Ehren⸗Kammerjunker .

ernannt.

J. Siciltanische Majestaͤten sind am 8ten d. M. in Begleitung der Herzogin von Berry, der Prinzessin Marie Christine und des Infanten Don Francisco de Paula neb Gemahlin KK. HH. in Moutpellier und am 10ten in Per pignan eingetroffen.

Duͤrch den Telegraphen ist hier aus Bordeaux die Nach⸗ richt eingegangen, daß das dortige große Wahl⸗Collegium an die Stelle des zum Pair erhobenen Herru Ravpez, den con⸗ stitutionnellen Candidaten Herrn J. J. Bosc zum De⸗ putirten gewählt hat. Derselbe erhielt 270 Stimmen und der ministerielle Candidat, Herr Duhamel, Maire von Vordeaux, nur 13 Stimmen weniger, naͤmlich 257. Die Oppositions⸗Blaͤtter sprechen ihre Freude über die sen von ihnen errungenen Sieg aus. Die Gazette de France und die Auotidienne behaupten, daß 25 roy sistische Wahlmänner sich nicht in die Wähler Liste haben

eintragen lassen, und daß 30 andere ne⸗. Waͤhler 5*

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Wahltage nicht erschienen seyen; diesem Umstande allein man den Sieg des constitutionnellen Candidaten bei⸗ messen. 8 Die hiesigen oͤffentlichen Blaͤtter fahren auch heute noch fort, ihre Betrachtungen uͤber den wahrscheinlichen Austrit des Grafen von la Bourdonnaye aus dem Ministerium an, 1 zustellen, und geben diesem Minister, ein jedes in seinem Sinne, einen Nachfolger. Das Journal des Debats sagt: „E ist jetzt notorisch und leidet keinen Zweifel mehr, daß Her von la Bourdonnaye sich zuruͤckzieht, sey es nun 29 e freiwillig abhdankt oder daß er entlassen wird.“ die Rubrik: „Irrthuͤmer der Journale“ reiht die Ga⸗ zette de France die Angaben des Couriers und des des Döbats, daß der See⸗Minister Baron —2 aussez Herrn von la Bourdonnaye ersetzen und seinerseitz den Grafen Beugnot zum Nachfolger erhalten werde. 3 den „Tages⸗Luͤgen“ zaͤhlt die Gazette die Behauptung, 828 gleichzeitig mit Hrn. von la Bourdonnaye auch die Hrn. von Montbel und von Bourmont ausscheiden, und daß an

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