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rede feindseliger Art seyn, falls die Kuͤhnheit der factiösen Maͤnner und die Schwachheit der Gemäaͤßigten so weit gehen sollte, daß das Budget nicht bewilligt wuͤrde, sogleich eine Appellation an das Land statt finden soll: die Kammer wuͤrde alsdann aufgeloͤst werden, und die Regierung, ohne die Charte zu uͤbertreten, diese doch in einem monarchischen, und nicht, wie es bisher geschehen ist, in einem demokratischen Sinne auslegen; in diesem Falle glauben auch die Minister und ihre Freunde eines Erfolges gewiß zu seyn, der fuͤr den Thron und das Volk gleichmäaͤßig zufriedenstellend ware. — Niemand setzt es in Zweifel, daß, wenn Se. Maj. in die Entlassung des Grafen von la Bourdonnaye einwilligte, alle Maaßregeln einer royalistischen Verwaltung alsdann auch von saͤmmtli⸗ chen Zweigen der Legislatur wuͤrden gutgeheißen werden. Die guten Absichten des eben genannten Staatsmannes sind durchaus nicht in Abrede zu stellen, allein die Schroffheit seiner Sitten, durch die vlele seiner Collegen sich verletzt fuͤh⸗ len, und der Schrecken, den sein Name in den Departements einfloͤßt, macht ihm seine Opponenten zu unversöhnlichen Widersachern. Der Fürst von Polignac, das weiß man, ist davon vollkommen uüberzeugt, und jener Minister hat sich darum auch schon seit einiger Zeit ganz fuͤr sich abgesondert im Conseil besunden. Der Koöͤnig ist zu edeldenkend und handelt mit zu viel Ueberleguag, als daß er es be⸗ harrlich darauf ankommen lassen koͤnnte, irgend einen seiner getreuen Diener gedemuͤthigt zu sehen; es ist daher auch als gewiß anzunehmen, daß, ehe noch die Kammern zusammenberufen seyn werden, Herr von la vurdonnaye, im Interesse seines Gebieters, sein Portefeuille andern Haͤnden uübergeden wird, die zwar nicht makelloser als die seinigen seyn koͤnnen, gegen die jedoch nicht so viele Vor⸗ urtheile obwalten; er selbst wird dagezen fortfahren, dem önige seine loyalen und patriotischen Dienste in der Pairs⸗ ammer zu weihen. — Man ist der Meinung, daß, wenn ein Ereigniß wie das erwähnte statt findet, der Fuͤrst von Polignac zu der Praͤsidentur des Minister⸗Rathes berufen und der Baron von Haussez, den seine fruͤher geleisteten Dienste hiezu ganz besonders befaͤhigen, zum Minister des Innern ernannt werden dürfre. Alle üͤbrigen Minister wer⸗ den ihre verschiedenen Functionen auch ferner behalten.“ 1 An der Börse sprach man wieder von der Anleihe, wel⸗ che die Pforte in Paris machen wolle, und zwar suchte man der Sache dadurch mehr Gewicht zu geben, daß hinzugefuͤgt wurde, Rußland werde diese Anleihe garantiren — wie er⸗ was Achuliches im J. 1818 geschah, als die Occupations⸗- rmee der Verbuündeten Frankreich verließ. . Ueber den (gestern erwaͤhnten) Indischen Gelehrten Ram Mohnn Roy, der hier erwartet wird, befinden sich im Cou⸗ rier folgende Notizen: „Schon fruͤh widmete sich Ram Mo⸗ hun Roy wissenschaftlichen Beschaͤftigungen, worunter das Srudium theologischer Schriften und namentlich der Bibel seine liedste war; er erwarb sich zu diesem Behuf vollstaͤndige Kenntnisse der Hebraͤischen, Griechischen, Arabischen und La⸗ 9 oväschen Sprache. Er ist Verfasser mehrerer Englischen Druckschrifcen, die sich durch einen bluͤhenden Styl und durch 8 sammatikalische Richtigkeit auszeichnen; seine Unterhaltung t angenehm und erstreckt sich auf eine belehrende Weise uͤber alle Gegenstände. Er sieht sehr wohl aus, ist ohngefaͤhr 9 Jahr alt, und eben so gefällig als anspruchslos in seinem nehmen. Dieser weder durch Geburt noch durch Reichthum 1 len, wohl aber durch hervorragende Eigen⸗ schaften ausgezeichnete Mann soll, wie man sagt, an unserem 8 Hoße als Repräsentant des berähmten Ostindischen Geschlech⸗ tes Timor auftreten, was seinem Gebteter dem Schach so⸗ wohl als seinen Rathgebern zur größten Ehre gereicht. Wir kennen in diesem Augenblick Niemanden, der uns genauere — — ausgedehntere Auskunft uͤber den innern Zustand von stindien geben kann als gerade er, und wir zweifeln nicht, bena n während seines hiesigen Aufenthalts diesen Umstand 8⸗ Verhien werde, um durch cingezogene Erkundigungen den licher Alungen zu Hulfe zu kommen, die hoͤchst wahrschein⸗ di Uiss in der naͤchsten Parlaments Sitzung uͤber Ostin⸗ 89 statt finden werden.“ . Kürzlich wurden von dem hier bestehenden großen Dilet⸗ 1 Lenen⸗Vereine mehrere Musikstuͤcke aus Rossint's „Wilhelm fiad erstenmale hier aufgeführt. Unsere Musikkenner keinung, daß der „Schwan von Pesaro“ in die⸗
2 8 be Oze zwar nicht, wie gewöhnlich, sich selber, aber desto
1 hoven und Weber nachgeahmt habe.
2 Hearg, der älteste von den in L.n. baden chtung Ver⸗ 8 ten, hat dem Lord⸗Lieutenant von Irland ein langes
s ortal übersandt, worin er hauptsächlich auf seinen als os bekannten Lebenswandel
en gae und auf den bisher genosse⸗ so wie dagegen auf den verrusenen Charak,⸗
ter der Zeugen hinweist, auf deren Aussage er zum Tode verurtheilt worden. — Viele sind der Meinung, daß sich in den Zeugen⸗Aussagen manche Widerspruͤche und unzusammen⸗ haͤngende Angaben befinden; sie behaupten daher auch, daß, wenn O'Connell am ersten Tage des Verhoͤrs ebenfalls zuge⸗ gen gewesen waͤre, es zu der Verurthei ung der 4 ersten An⸗ geklagten eben so wenig gekommen waͤre, wie zu der aller Uebrigen.
Die Herausgeber zweier Edinburger Zeitungen, des Scotsman und des Caledonian Mercury, haben sich am vergangenen Donnerstage im Koͤnigs⸗Park bei Edinburg auf Pistolen duellirt. Urspruͤnglich hatte der Eigenthuͤmer des einen Blattes den des andern gefordert; da jedoch der Letztere erklärte, daß er fuͤr die Aeußerungen seines Redac⸗ teurs zwar gesetzlich, aber nicht moralisch verantwortlich sey, so forderte Herr Brown, der eine Redacteur, Herrn Macla⸗ ren, den des andern Blattes. Gluͤcklicherweise ist das Duell ohne uͤble Folgen abgelaufen, denn nachdem die Kugeln, ohne zu treffen, einmal gewechselt worden, gingen die Partheien friedlich auseinander.
London, 13. Nov. (Aus einem Handels⸗Schreiben.) Die Nachrichten, welche das so eben von Vera⸗Cruz herein⸗ gekommene Paket uns brachte, sind von keinem so spaͤten Datum aus Tampico, wie diejenigen, welche wir uͤber Nord⸗ Amerika bereits fruͤher erhalten hatten, und konnten mithin in Bezug auf die Spanische Expedition gegen Mexiko nicht so entscheidend lauten, wie diese. — Man hatte sich aber nun einmal so sehr in den Kopf gesetzt, daß dieses Paket entscheidende Nachrichten uͤber jenen Kampf auf Leben und Tod bringen muͤsse, daß man (ohne Ruͤcksicht auf den Um⸗ stand, daß die Briefe aus Vera⸗Cruz nur bis zum 6. Sep⸗ tember gehen, und die darin enthaltenen Nachrichten aus Tampico nur vom 30. August lauten, waͤhrend die Nord⸗ Amerikanischen Berichte von daher bis zum 13. September reichen,) sich an unserer Boͤrse nun getäͤuscht fuͤhlt, und ein Paar Procente weniger fuͤr die Mexikanischen Fonds bezahtt, als vor einigen Tagen. — Diese uͤble Laune der Effecten⸗ Börse sucht aber auch die nicht geringe Zahl der Feinde Mexiko’s moͤglichst zu unterhalten, und bedleut sich dazu ei⸗ nes seden Mittels. Wo nur irgend ein Seribent etwas Nachtheiliges uͤber den Charakter der Mexikaner uͤberhaupt und ihrer Regierung insbesondere drucken läßt, — gleich wer⸗ den Auszüge davon an die Tagesblaͤtter gesandt, und von diesen mit einer Begierde aufgenommen, die um so unerklär⸗ licher ist, da sie auch den Achtbarern zur Last gelegt werden muß. — So wird z. B. von der Morning⸗Chronicle der Schiffs⸗Lieutenant Hardy fuͤr einen hinläͤnglichen Gewährs⸗ mann angenommen, um eine aus acht Millionen Menschen bestehende Nation, die Mexikanische näͤmlich, auf das un⸗ wuͤrdigste zu verlaͤumden. Nach ihm soll in Mexiko die po⸗ litische Moralitat auf der niedrigsten Stufe stehen, — Treu⸗ bruch und Verrath sollen an der Tages Ordnung, Congreß, Richter, Magistrate, Geistliche und Milhairs sollen um des eignen Vortheils willen verkäuflich, und der gesellschaftliche Zustand im Allgemeinen von der Art seyn, daß der Vater in dem Sohne, der Sohn im Vater, der Freund im Freund einen hinterlistigen Auflaurer und niedrigen Spion befuͤrch⸗ ten muͤsse! — Eine Verlaͤumdung dieser Art, gegen eine ganze Nation gerichtet, scheint in der That kaum einer Wi⸗ derlegung b zu seyn. Aber da man nur allzuleicht von einem Volke, welches sich in dem Gährungs⸗Processe des Uebergangs zu einer neuen Ordnung der Dinge befindet, auch das Schlechteste glaubt, so mag auch jene vielleicht hier und da Eingang finden, und es ist gar nicht unwahrschein⸗ lich, daß das Spanische Cabinet nur durch Aehnliches ver⸗ leitet worden, die Expedition unter Barradas auszusenden, in der Zuversicht, daß es nur mit einer Masse von Doublonen und Piaster zur Hand, seine Fahnen auf Mexikanischem Boden auf⸗ zupflanzen brauche, um die Mexikanischen Civil⸗ und Militair⸗ Chefs sich ihnen anschließen zu sehen. Eine glänzendere Ge⸗ legenheit, die Verlaͤumdungen des Schiffs⸗Lieutenant Hardy und anderer Gegner Mexiko’s Luüͤgen zu strafen, hätte der Mexikanischen Nation aber kaum zu Theil werden koͤnnen, als gerade diese Spantsche Expedition. Denn alle Vorwuͤrfe des Mangels an politischer Moralitaͤt und an Selbstgefuͤhl der Verkäuflichkeit der Vuͤrger u. dgl. m. widerlegen sich nunmehr aus den Begebenheiten ganz von selbst. Es gelang den Spaniern einen Landungsplatz zu finden, der von allen Vertheidigungs⸗Mitteln entbloͤßt war, und wo das Gouver⸗ nement den Angriff am wenigsten erwartet hatte. Das Haͤuflein Truppen unter La Garza schlug sich tapfer, und wich nur der Uebermacht, um au Verstärkungen im Innern zuruͤckzufallen; — und die ganze Mexikanische Einwohner⸗ schaft der Stadt Tampico folgte; mar die Fremden blieben.