1829 / 330 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8e * In beiden Fällen hat eine Vermehrung der Gehuͤlfen keinesweges auch eine Vermehrung der Herrn und Meister zur Folge. Der Gewe bbetrieb zertheilt sich in der Regel nicht uͤber die Graͤnzen, worin er noch zweckmäaͤßig gefuͤhrt werden 2 und die Unternehmer desselben sind groͤßtentheils wohl⸗ abend.

Aber bei den vorbenannten Handwerken, die keinen an⸗ saͤßigen verheuratheten Gehuͤlfenstand haben, und die Jeder nur in der Absicht lernt, dereinst selbst Meister zu werden, liegt ein offenbarer Widerspruch in der Forderung, daß auch nur der groͤßre Theil der Meister wohlhabend seyn solle. Dieses waͤre nur moͤglich, wenn der groͤßte Theil der Ge⸗ huͤlfen zu einer andern Beschaͤftigung uͤbergienge, wenn er. das Alter erreicht haͤtte, worin er nach Vernunft und Billig⸗ keit einen festen Wohnsitz und einen eignen Hausstand ver⸗ langen kann.

Die Reichswerbung der fruͤhern Zeiten bestand groͤßten⸗

seeils aus Handwerksburschen; und es ist nicht unwahrschein⸗ lich, daß sie sehr wesentlich beitrug, die Anzahl der Gesellen 8 mindern, ehe sie das Meisterrecht in Anspruch nehmen

unten.

Das Beduͤrfniß, alternde Gesellen unterzubringen muß fuͤhlbarer werden, seitdem eine edlere Organisation des Mili⸗ tairs diesen Ausweg verschlossen hat. Die Verlegenheit welche daraus entsteht, daß Leute in den Jugendjahren als Gehuͤl⸗ fen gebraucht werden, ohne ihnen einen sichern Erwerb fuͤr das spaͤtre Leben anzuweisen, hat mit der Aufloͤsung oder Befestigung des Zunftverbandes nichts gemein. Das Mißverhaͤltniß zwischen der Anzahl der Meister und der Ge⸗ huͤlfen herrscht eben sowohl in denjenigen Provinzen, wo der Zunftverband laͤngst Fänglach aufgehoben worden, als in de⸗ nen, wo er noch groͤßtentheils Fese Von den vorstehend

benannten Handwerken Es hatten nachstehende Landestheile, bei einer Einwoh⸗

8 die Staͤdte nerzahl von und unzünftig Lehrlinge Meister Gehuͤlfen 8. eeebs 8 * 29 b.. 11I1“ b öE 3. Aibings eeaün. —— ; 2* 5 L 4. Thorn Se. 624 3573 EEEE 258 5 5. Tlsit.. 12 ☛¶ꝙ 7. Posen 28,484 8. Berlin 9. 2 32,345 10. Stettin. 31,961 11. Feee 8 21,972 12. Stralsund . 17,174 13. Brandenburg . 14,995 14. Breslau. . . 5082 90,090 5 5 we. 8 veg. 5 11“ 3 . 2 82 8 EE 8 17. Görlitz. 2** 10,981 898 E 2 e f 1 2 20. Ma deburg ohne Reustadt u. s. w. 44,049 1 1 er —2 5 2. Lbrheer. 7 16,512 * vA“ 24. Auedlindurg vi111“ 25. Burg .. . 8ö8q11121211 26. Muühihausen . . . .. EE111 27. Naumburg a. d. S. 10,803 EE“ 28. Nordhausen 10,515 5,77 898 8 29. Köln mit Deu behes Q——— 30. Elberfeld mit Barmen . „6 31. Achen . ——— 32. Duͤsseldorf. . 23,679 hhhse., ee . Ae . . 21,046 4. Koblenz mit Ehrenbreitstein. .. 18,278 vuztzz esreeeeeeee 1 36. Trier . 15,998 37. Wesel 9 13,218 38. Bonn 8 12,250 88 39. Eupen . 10,677 * alle uͤbrigen Staͤdte der Provinzen Ist und Preußen . 8- . . 268,170 P ““ 8 . 260, 463 randenburg und Pommern. 8 . 553,964 Schlesien . . 336,930 Sach ,

tssb..22 Westfalen und Rheinprovinz.. . 435,924

„rr

Meister zuͤnftig Gesellen u. Es kamen also auf 100,000 Einw.

Ub

hatten die Provinzen bei einer Ein⸗ Meister Gesellen Es kamen also

des preußischen Staats wohnerzahl von zunftig und und auf unzunftig Lebhrlinge 12 Mstr. Geh. Ost⸗ und West⸗ preußen ... 2,008,361 32,690 14,121 163 70 üe e 1,064,506 17,829 6,382 167 60 randenburg und 8 Pommern 2,416,434 49,538 31,459 205 130 Schlesien.. .. 2,396,551 50,362 19,675 210 82 Sachsen... 1,409,388 35,978 7,7722 256 12959 Westfalen und Rheinprovinz 3,430,870 81,626 40,483 238 118 Im ganzen Staate 12,726,110 268,023 129,892 211 102

Hier sind eben so wohl in der Provinz Sachsen, als in West falen und in der Rheinprovinz, noch nicht ganz halb soviel Gehuͤlfen als Meister bei denselben Handwerkern; obwohl 5 Lage in Bezug auf Zunftverhaͤltnisse sehr verschieden ist.

agegen ist das Verhälcnig der Zahl der Meister, zu der Zahl der Gehuülfen ganz ein andres in Brandenburg und Pommern einerseits, und in Schlesien andrerseits; ob⸗ wohl die Gewerbsverfassung in beiden Provinzen seit dem Jahre 1810 vollkommen gleich ist. Aber in Schlesten wohnt nur ein Fuͤnftheil, in Brandenburg und Pom⸗ mern mehr als drei gacgen⸗ der Einwohner in den Staͤdten: jenes hat schon deshalb viel mehr Landhandwerker⸗ Meister als diese, und ebendeswegen verhaͤltnißmaͤßig weniger Gehuͤlfen. ¹

In Bezug auf die staͤdtischen und ländlichen Bevöͤlke⸗ rungs Verhaͤltnisse ergiebt sich in Ruͤcksicht der vorbenannten nach Verschiedenheit der Provinzen uͤbersichtlich Folgendes:

.

also in saͤmmtlichen Staͤdten des preuß. Staats 3,3207,00

27,911