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man die Preise vom vorigen Montage. Die Zufuhr vom Auslande beschränkte sich auf 400 Q. Weizen, 1550 Q. Gerste und 1650 A. Hafer. Der letzte woͤchentliche Durchschnirts⸗ preis war fuͤr Weizen 56 Shill. 10 Pence; für Gerste 30¾ Shill. und fuͤr Hafer 21 ¾ Shill. der Quarter. Der ge⸗ genwaͤrtige Zoll ist: fur Weizen 30 ¼, für Gerste 15 ¼ und für Hafer 13 ¾ Shill. der Quarter.
₰ Italien. . Florenz, 30. Nov. Se. Kaiserl. Hoheit der Groß⸗ herzog ist von seiner Reise nach den Suͤmpfen von Grossetto, an deren L gearbeitet wird, im vollkommensten Wohlseyn hierher zuruͤckgekehrt. — 24 — 8 Kaiserl. Hoheit unser regie⸗ render Herzog, welcher am 16ten nach Wien abgereist war, kehrte bereits am 18ten wieder hierher zuruͤck, da er unter⸗ wegs die betruͤbende Nachricht von dem Tode seiner erlauch⸗ ten Mutter, der Erzherzogin Maria Beatrix, Herzogin von Massa und Carrara, erhalten hatte. Den 19ten wurden die Theater geschlossen, und gestern legte der Hof die Trauer auf sechs Monate an. In der Kirche zum beiligen Dominicus werden Anstalten zu einem feierlichen Todtenamte fuͤr die
9 schlaf troffen. 85 I 8c. ₰ Lord Cochrane ist, von Paris nach
pel reisend, gestern hier angekommen. * Portugal. 2 8 iichen Blättern zufolge (die Nachrichten aus vnE⸗ n49⸗ A. Nov. enthalten) ist nach der Insel Mabeira bereits eine neue Besatzung und ein neuer Gou⸗ verneur von Lissabon aus abgesandt worden. Der (mehr⸗ mals schon erwaͤhnte) Vergiftungs⸗Versuch in Madeira ist noch Gegenstand einer Untersuchung und hat zu jener Maaß⸗ regel die Veranlassung gegeben. — Die Lissaboner Hof⸗ Zeitung enthäͤlt ein Decret gegen Kirchenraub, ein Ver⸗ Frechen, das in der letzten Zeit zu wiederholtenmalen im Königreiche vorgekommen ist. Es sind Belohnungen fuͤr die Entdeckung der Verbresher ausgesetzt, die Richter aber sind aufgefordert worden, genaue Untersuchungen zu ver⸗ anstalten, und die Diebe sowohl, als die Diebeshehler, nach der ganzen Strenge des Gesetzes zu bestrafen. — Fuͤr alle Portugtesischen Haͤfen sind die Quarantaine⸗Gesetze fuͤr Schiffe, die aus New⸗Orleans und andern Amerikanischen Hafen⸗ plätzen, wo das gelbe Ficher geherrscht hat, kommen, neuer⸗ dings sehr geschärft werden. Der Englische Courier ist der Meinung, dies sey deshalb geschehen, weil man in der letz⸗ ten Zeit auf das Geruͤcht, daß in Portugal eine epidemische Krantheit herrsche, in Italtaͤnischen und Franzoͤsischen Haͤ⸗ fen sehr streng agegen alle aus Portugal kommenden Schiffe verfahren sey. Das Gerüuͤcht habe sich zwar nicht bestarigt, doch wolle nun die Poetugiesische Regierung ihre besondere Vorsicht an den Tag legen.
8 Türkei. —— Konstantinopel, 5. Nov. Schon vor drei agen ist das Dampfboot nach Rodosto abgegangen, um dort den Grafen Orloff, welcher in specieller außerordentli⸗ cher Sendung Sr. Majestuaͤt des Kaisers von Rußland hier⸗ her kommen wird, zu erwarten und nach Konstantinopel zu bringen. Ein Mirtalai (Regiments⸗Commandeur) befand sich auf demselben, und wird bis Irepolis dem Grafen Or⸗ loff entgegengehen, um ihn als Mihmandar auf der Reise zu begleiten, und sowohl fuͤr seine Bequemlichkeit als auch fuͤr die demselden zu erweisenden Ehrenbezeugungen Sorge zu tragen. — Die Aakunft des Grafen wird hier stuͤndlich erwartet. — Gestern gab der Englische Gesandte auf der atte, Blonde“, die im hiesigen Hafen in geringer Ent⸗ ernung vom Lande vor Anker liegt, ein glaͤnzendes Fest „zur eter bdes Friedens“. Gegen 200 Personen waren ge⸗ laden, das diplomatische Corps in Uniform, und, was als etwas unerhoͤrtes angesehen werden kann, mehrere Große des Ottomantschen Reichs und Mitglieder des Divans befanden sich unter den Gaͤsten. Das Verdeck der Fregatte war in ein einziges großes Zeit umgewandelt; in der auf dem Hin⸗ tertheil des Schiffes befindlichen aus rothen und weißen Seidenstoffen bestehenden Abrheilung glaͤnzte im Hintergrunde der verschlungene Namenszug des Kanigs von England ne⸗ den dem Thugra des Sultans in goldner Stickerei — jeder von den verschiedenen Gattungen der beiderseitigen National⸗ Flaggen in kleinem Maaßstabe umgeben. Der mittlere Theil des Verdeckes bilderr, aus den Flaggen verschiedener Natio⸗ nen zusammengesetzt, die Fortsetzung des ersten Zeltes; das zum Tanzen bestimmte Vordertheil war gleichfalls mit bun⸗ en Flaggen üͤberwölbt, und der Tanzkreis auf dem Fuß⸗
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boden durch einen bic in Hiegenbogenfarben angedeutet
die Masten und alle noch in die Augen fallende Taue — mit rothen und weißen Seidenstoffen bekleidet — auf einer Tribune, welche um den Mittelmast errichtet und mit reichen Stoffen behaͤngt war, befand sich das Musik⸗Chor, und die Flaggen von England, Frankreich, Rußland, L esterreich Preu⸗ ßen und der Tuͤrkei in Seide wehten in der Mitte zwischen dem ersten und zweiten Mast, auf eben so viel Lampen, in glaͤnzend heller Erleuchtung. — Um das ganze Schiff in den Kanonenluken las man transperant, das Wort „Friede“ in den verschiedensten Sprachen; — tausende von bunten Lam⸗ pen mit Blumengewinden, an allen Umrissen und Tauen fortlaufend, bekränzten und erhellten das Ganze auf magi⸗ sche Weise. — Nicht weniger glänzend war die Anordnung des Soupers unter dem Verdeck, wo die ganze Laͤnge des Schiffes den Anblick einer mit reichem Silberzeug belasteten, in zwei Reihen fortlaufenden Tafel darbot. — Die ausge⸗ heichnetesten Personen unter den dem Feste beiwohnenden
Tuͤrken waren: der Seraskier, der Seliktar, der Hakim⸗Ba⸗ schi (Leib⸗Arzt), ferner der nach St. Petersburg bestimmte Halil,Pascha, der Kapudan⸗Pascha, der Reis⸗Efendi, Amet⸗
schi⸗Efendi u. s. w., mehrere Adjutanten des Sultans und
ein sehr zahlreiches Gefolge nicht gerechnet. — Wenn von
Seiten des Ballgebers den Türkischen Sitten in sofern ge⸗
huldiget wurde, als die Tuͤrken ihre Pfeifen nicht vermißten, (wodurch ohne Zweifel das oͤftere Husten der Damen beim Tanzen, welches zu bemerken gewesen ist, verursacht wurde)
so haben die Ottomanischen Gaͤste dagegen nach Moͤglichkeit
sich den Europaͤischen Gebraͤuchen anzunaͤhern gesucht, denn, nachdem bei dem Souper die Gesundheit Sultan Mahmuds getrunken worden, brachten sie nacheinander die der Souve⸗ raine von England, Rußland, Frankreich, Oesterreich und Preu⸗ ßen aus, und fuͤgten den Toast auf einen langen und dauer⸗ haften Frieden hinzu. — Des Tanzes unkundig beschränkten sie sich nach dem Souper darauf, unter Anfuͤhrung des Sir Robert Gordon eine Polonaise zu gehen, und mochten um so weniger Anstand daran nehmen, in dieser Beziehung dem Europaͤischen Gebrauche zu folgen, als dieser Tanz sich mit der ihnen eigenen und schicklichen Gravitaͤt vereinbaren läßt, und sie durch diese Nachgiebigkeit ihrem Wirthe eine Artig⸗ keit zu erweisen glaubten. — Bis gegen 3 Uhr Morgens dauerte dieses Fest, dessen Pracht, nach der Versicherung von Theilnehmern an demselben, uͤber alle Beschreibung geht und bei welchem der feinste Geschmack und die sinnreichste Anord⸗ nung mit dem größten Luxus auf das Schöͤnste vereint waren.
Berlin, 12. Dec. Das heutige Militair⸗Wochenblatt meldet die Ernennung des General⸗Lieutenants und Chefs vom Generalstabe der Armee, v. Muͤffling, zum commandi⸗ renden General des stebenten Armee⸗Corps, dann des Gene⸗ ral⸗Lieutenauts und Commandeurs der sechsten Diviston, v. Krauseneck, zum Chef des Generalstabes der Armee, fer⸗ ner des General⸗Lieutenants und Commandeurs der ersten Division, Grafen v. Lottum, zum Commandeur der sechsten Division, und des Obersten und Commandeurs des 17ten In⸗ fanterie ⸗Regiments, v. Gagern, zum Commandeur der sech⸗ sten Infanterie⸗Brigade.
— Aus Posen vom 8. Dec. wird gemeldet: „Seit gestern besitzen wir Ihre Koͤnigl. Hoh. die Prinzessin Louise von Preußen, Gemahlin des Fuͤrsten Radziwill nebst Ihrem Durchlauchtigen Gemahl und Familie wieder in unserer Mitte und wir hoffen, uns Ihrer hohen Gegenwart auf laͤngere Zeit erfreuen zu duͤrfen. — Vorgestern traf Se. Durchlaucht der Herr Fuͤrst Ordinat von Sulkowskt, Mitglied des Köo⸗ niglichen Staats⸗Raths, von Schloß Reysen hier ein.“
— Nachrichten aus Breslau zufolge, sind im Lause des vorigen Monats noch 29 Schiffe mit Vergwerks⸗Produkten, 56 Schiffe mit Brennholz, 2 dergleichen mit Stabholz und
12 Gaͤnge Bauholz aus Ober⸗Schlest s angekommen. 1 8 8. g g
— Das von Koͤln nach Mainz abgegangene Dampf⸗ schiff „Friedrich Wilhelm“ hat seine doste dezüsrch⸗ Deenn. 8 nicht vollenden koͤnnen, sondern mußte wegen vielen
reibeises am 7ten d. von St. Goar wieder umkehren, und seine Ladung in Köln löschen, worauf es am 6ten Morgens mit dem Dampfschiffe „Prinz Friedrich von Preußen“ nach dem Sicherheits⸗Hafen von Rhurort abgegangen ist.
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