82 erzetzen. Das Journal du Commerce hält jedoch das gedachte Blatt fuͤr schlecht unterrichtet.
Der hiesige Verein fuͤr die Befoͤrderung des Elementar⸗ Unterrichts hat von dem Grafen Capodistrias ein Schreiben erhalten, in welchem der Praͤsident die Hoffnung ausspricht, daß Griechenland in Kurzem wenigstens 150 Schulen zaͤhlen werde, in deren jeder 150 bis 200 Kinder Unterricht erhal⸗ ten sollen. Diese Zahl sey nicht uͤbertrieben, da in Griechen⸗ land die Menge der Kinder im Verhältniß zu der Anzahl der Greise und Erwachsenen ohne Beispiel in der Statistik sey.
Auch das Linienschiff „Breslaw“ so wie mehrere Fre⸗ gatten und Corvetten sind mit Truppen aus Morea kommend theils in Toulon theils in Marseille eingelaufen. ve
Das Linienschiff „Trident“ wird gegen das Ende dieses die Station von Navarin verlassen und nach Smyrna gehen. .
Vorgestern begann Herr Gutzot vor einem zahlreichen Auditorium seine Snn s een uͤber die neuere üvn 1
Paris, 9. Dec. Vorgestern bewilligten Se. Maj. Ihrem kuͤrzlich auf Urlaub hier eingetroffenen Gesandten am Koͤnigl. Schwedischen Hofe, Grafen von Montalembert, eine Privat⸗Audienz. Gestern n ℳ 5 Maj., in
eglei ins, nach Compiegne begeben.
esenades Seag be⸗; Ehambres will wissen, daß man sich waͤhrend der Anwesenheit des Koͤnigs in Compidgne mit einer Umgestaltung des Ministeriums beschäͤftigen werde; eine Person, die man vor der Abreise des Monarchen ͤber die gegenwaͤrtige Crisis noch besonders befragt habe, sey der Graf Roy, und zu den Mitgliedern des neuen Ministeriums rechne man noch, (außer den bereits oben erwaͤhnten Namen) die Grafen von Tournon und Alex. von Laborde, als zwei, dem rechten und dem linken Centrum gemachte Zugestaͤndnisse.
Die Gazette de France sagt dagegen: „Wir koͤnnen versichern, daß an den seit zwei Tagen verbreiteten Geruͤchten üͤber eine Veraͤnderung des Ministeriums auch nicht das min⸗ deste Wahre ist; daß sonach die Unterhandlungen, die mit ei⸗ nigen hekannten Maͤnnern engeknuͤpft worden seyn sollen, durch⸗ aus keinen Glauben verdienen. Wir erklaͤren wiederholt und mit voller Ueberzeugung, daß ein Coalitions⸗Ministerium nicht gebildet werden wird; ein solches wuͤrde den Berathungen der Kammern in keinerlei Weise gewachsen seyn, wie solches das Martignaesche Ministerium 1. beweist, das nur n Grunde gegangen ist, weil es dem Liberalismus den Weg
ahnte.“
8 Der gestrige Moniteur enthaͤtt eine auf den Bericht des Finanz⸗Ministers erlassene Koͤnigl. Verordnung, der zu⸗ olge die Jaht der Administratoren der General⸗Dirertion des Ln, en eesens und der Domainen, sobald die Ar⸗ beiten in Betreff der verpfändeten Domainen und der Emi⸗ granten⸗Entschädigungen beendigt sind, auf vier, und die Zahl der Inspectoren des Einregistrirungs⸗Wesens von 216 auf 150, mit Besoldungen von resp. 7000, 6000 und 5000 Fr., herab⸗ gesetzt, die Jahl der Verificatoren daegen von 240 auf 295, mit Besoldungen von resp. 4500, 4000, 3600, 3000 und 2600 Fr., erhöht werden soll. Diese neue Einrichtung soll jedoch nur nach. Maaßgabe der durch Todesfaälle, Pensionirungen oder Versetzungen entstehenden Erledigungen ins Leben treten.
Die Gazette de France tadelt in ihrem neuesten Blatte den Finanz⸗Minzster, daß er mit der Eröͤffnung der (oben erwäͤhnten) Anleihe nicht bis zum naͤchsten Monate Juni gewartet habe, wo man sich ohnehin mit der Einloͤsung der 5procentigen Rente werde beschaͤftigen muͤssen; sie tadelt es ferner, daß er die Art der Rente, worin die Anleihe ge⸗ macht werden solle, nämlich die 4procentige, selbst festgesetzt und die Wahl derselben nicht vielmehr den Entrepreneurs
sin habe. Die Ausgabe Zprocentiger Renten, meint ste, 2* vortheilhafter fuͤr die Regierung gewesen, da es kaum einem Zweifel unterliege, daß die Vanquiers 85 la 878 geboten
n würden. Es sey ihr daher unerklaͤrlich, aus welchen — der Finanz⸗Minister se fuͤr die 4pro⸗ eenetge Ren⸗ entschieden habe.
ie verantwortlichen Herausgeber des Courrier francais und des Journal du Commerce, rren Lapelouze und Bert, haben jetzt doch von dem zuchtpoltzeilichen Erkenntnisse, das sie wegen der Hefennemachung des I. Steuer⸗ Verweigerungs⸗Vereins zu 1 monatlicher Haft und einer Geldbuße von 500 Fr. verurtheilt hatte, an den Koͤniglichen Gerichts⸗Hof appellirt. 1 A
Großbritanten und Irland. Londen, 4. Dec. Im heuti atte des Globe liest man: „Wir gestehen ifenhernigg ag., 8* 893 von Fran⸗ osischen Blättern von Zeit zu Zeit immer aufs Neue ver⸗ reiteten Nachrichten von einem Staatsstreiche, den die Fran⸗
n
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zoͤsischen Minister im Sinne haben sollen, keinen Glauben beimesfen; und zwar entspringt unser Unglauben aus zweien A
Ursachen, von denen jede fuͤr sich allein schon hinreichen 8 wuͤrde, unser Urtheil zu bestimmen, zusammen aber
sie uns ganz unumstoͤßlich. Es darf naͤmlich — 8
uͤbersehen werden, daß jeder Plan der Art, wie man ihn den Ministern zuschreibt, ihnen selbst am gefaͤhrlichsten seyn wuͤrde; auch verkennen sie selbst das aefahrliche solcher Un⸗ ternehmungen ganz und gar nicht. Zunaͤchst aber ist wohl zu merken, daß die Zeitungen, auf deren Autoritaͤt wir der⸗ gleichen oft wiederholte Geschichten, wiewohl sie von der Gee;; genparthei bestaͤndig gelaͤugnet werden, glauben sollen, so sehy von dem Geiste der Leichtglaͤubigkeit oder des Verachtens al⸗ ler Wahrheit besessen zu seyn scheinen, daß wir, da sich ihre Unzuverlaͤssigkeit so oft schon bei Dingen bewaͤhrt hat, die sie recht gut wissen, um so mehr zweifeln muͤssen, wenn von Dingen die Rede ist, die sie nicht genau wissen koͤnnen. — „„Hoͤflinge und Priester““, entgegnet man uns zwar, 2 n„können Thorheiten begehen, die uͤber jede Vorstellung des gesunden Menschenverstandes hinausgehen.““ Allein 8 nehmen wir noch einmal alle von den Pariser Journalen8 verbreitete Geschichten zusammen und vergleichen sie mit einander, so begegnet uns uͤberall die Ueberzeugnung von ihrer Fabrication. So wurde uns vor nicht langer Zeit er⸗ zaͤhlt — und man hat die Geschichte keinesweges zuruͤckge. nommen — daß die großen Maͤchte von Europa, England mit einbegriffen, eine Verbindung geschlossen haͤtten, um dòie constitutionellen Institutionen Frankreichs umzustoßen; daß eine Oesterreichische Armee die Franzoͤsische Gränzen besetzen wuͤrde, um das Volk in Schrecken zu halten, und was der⸗ gleichen Geschichten mehr waren. Soiche monstroͤse Unge⸗ reimtheiten, uͤber die jeder Schulknabe in England lachen wuͤrde, sollen in den besten Gesellschaften von Paris geglaubt worden seyn; sogenannte gescheute Männer, die den Engli⸗ I11 3 schen Zeitungen Privat⸗Berichte aus Paris zusandten, hiesten sogar auch solche handgreifliche Maͤhrchen fuͤr gut begründet. Eben so ist vor Kurzem noch erzaͤhlt worden, daß die Ge⸗ 2 sandten der großen Maͤchte in London 3 Millionen Pbblb. Sterl. zusammengeschossen haͤtten, um die Franzoͤsischen eer.— putirten zu bestechen! Nun, nun, wir hoffen, daß wir eben 1“ so gut, wie unsere Nachbarn, Feinde der Jesuiten sind, dchh nur diejenigen, die sich um die Wahrheit dessen, was sie als 8
sicher ausgeben, nicht bekuͤmmern, und das, was sie glauben, nicht untersuchen, halten wir für faͤhig, Jesuiten zu seyn.“
Der Vice⸗Koͤnig von Irland soll den — geaͤußert beben⸗ seine Stelle niederzulegen. Es heißt, schon sleben . ords haͤtten dieselbe ausgeschlagen.
Der Courier macht bemerklich, daß eine ühnliche Bee gebenheit, wie sie kuͤrzlich in Asten statigefunden, wo der Russische Feldherr, bereits nach abgeschlossenem Frieden, den Tuͤrken eine Schlacht lieferte, auch im Franzoͤsischen Kriege im J. 1814 sich ereignere. Nachdem naäͤmlich die verbuͤnde⸗ ten Heere bereits am 31. Maͤrz Paris besetzt hatten, und der Marschall Soult, der dem Lord Wellington gegenüͤber stand und recht gut davon unterrichtet seyn konnte, dem Englischen Feldherrn keine Kunde davon zukommen ließ, beif dieser am 11. April die Franzosen bei Toulouse an und jeferte eine moͤrderische Schlacht, in welcher 5000 Mann ge⸗ toͤdtet oder verwundet wurden. 2
Dasselbe Blatt weist auf die Niederlaͤndischen Armene,. Colonieen, als auf etwas sehr Nachahmungswürdiges fürt Irland hin. —
Bei dem Buchhaäͤndler Colburn sind „Denkwuͤrdigkeiten von dem Hofe Ludwig's XVIII.“ erschienen, die von einer angesehenen Dame abgefaßt seyn sollen. — Sir Walter Scotr, Sir J. Mackintosh und Thomas Moore, die bekannt; lich eine Geschichte von Großbritanien und Irland gemein,:, schaftlich herausgeben, erhalten fuͤr jeden Band 1000 Pfsb.
onorar. — Von der kuͤrzlich erwaͤhnten „Biographie Ford
vrons“ ist bereits der erste Band von 500 Seiten erschiee nen; der zweite wird den Brieswochsel und sehr schätzbare ungebruckte Notizen Lord Byrons enthalten. 4
— — London, 3. Dec. Das so eben erschienene 9te Stuͤck des Foreign Quarterly Review enthaäͤlt einen sehr in⸗ teressanten Aufsatz üder die Griechische Revolution und die damit verbundenen Verhandlungen der Diplomatiker. Diece Begebenheiten der Revolution selbst sind zwar bereits ziem. 28 lich bekannt, und in einem so gedraͤngten Aufsatze ließen sich auch keine neuen Thatsachen daraus erwarten. Aber in der Geschichte der Diplomatik war noch manches unbekannt, be⸗ sonders in Hinsicht auf die Schlacht bei Navarin; nunmehr aber ist man auch hieruͤber im Klaren, denn der Aufsatz trͤgt zu sehr das Gepraͤge der Aechthelt, als daß wan dee
arin enthaltene Erzaͤhlung und Dokumente dezweifeln
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