1829 / 348 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nunmehr in 6 Zimmern des Pallastes der Fuͤrsten Gabrielli aufgestellt. Die Anzahl der auf den Besitzungen des Fuͤrsten von Canino und in seinem Auftrage ausgegrabenen Alter⸗ thuͤmer betraͤgt 2000 Stuüͤck, unter denen sich mehr als 1500 ge⸗ malte Gegenstaͤnde befinden. Die Päͤbstliche Regierung de⸗ absichtigt, diese unschaͤtzbare Vasen⸗Sammlung fuͤr die hiest⸗ gen Museen anzukaufen. Im Laufe eines Jahres sind auf Roͤmischem Gebiete mehr Vasen ausgegraben worden, als in der Sammlung des Koͤnigl. Museums in Neapel von dieser Gattung der Alterthümer vorhanden sind.

lorenz, 4. Dec. Am 1sten d. M. starb hierselbst der Kaiserl. Russische Geheime Rath und Kammerherr, Graf Demetrius Buturlin.

Töazbeot.

Ein von der Allgemeinen Zeitung mitgetheiltes Schreiben aus Pera vom 11. November enthält folgende um Theil schon bekannte Nachrichten: „Nachdem mehrere

oten zwischen den Russischen und Ottomanischen Bevoll⸗ mäaͤchtigten zu Adrianopel über die Art und Zeit der Raͤu⸗ mung dieser Stadt gewechselt worden, und nachdem Graf Diebitsch den Tuͤrkischen Bevollmaͤchtigten eine Art von Ul⸗ timatum, wegen puͤnktlicher Vollziehung des Friedens⸗Trac⸗ tats hatte zustellen lassen, hat sich die Pforte genoͤthigt ge⸗ sehen, den Schwierigkeiten ein Ende zu machen, die sie bis dahin wegen der Uebergabe von Giurgewo, wegen Ertheilung der Fermans zur Einverleibung der Servischen Districte, wegen Promulgirung der Amnestie und endlich auch wegen Abtragung der bedungenen Ratenzahlung an der Entschäͤdi⸗ gungs⸗Summe fuͤr den Russischen Handel, erhoben hatte. Giurgewo sollenun bis zum 14ten d. geraͤumt, die Fermans unverzuͤglich nach Servien expedirt werden, und das Amnestie⸗ Decret bei Uebertragung der heiligen Fahne aus dem Lager von Ramis⸗Tschiftlik nach dem Serail erscheinen. Diese Ceremonie wird gleich nach dem Abzuge des Russischen Haupt⸗ quartiers aus Adrianopel vor sich gehen, da der Sultan als⸗ dann nach dem Serail zuruͤckkehren will. In Betreff der Abzahlung der Entschaäͤdigungs⸗Summe soll die Pforte neuer⸗ dings Erleichterungen erhalten haben; sie schmeichelt sich aber durch die Sendung Halil Pascha’'s, dem nach mehreren —, Vorstellungen die Pässe zur Reise nach Peters⸗ burg bewilligt worden sind, und dessen aus 100 Personen bestehendes Reisegefolge sich bereits am Bord eines rasirten Türkischen Kriegsschiffes befindet, um mit dem naͤchsten guͤn⸗

gen Winde nach Odessa unter Segel zu gehen,) von

Großmuth des Kaisers von Rußland voͤllig davon be⸗ freit zu werden, oder doch nur einen kleinen Theil der wirk⸗ lichen Kriegs⸗Contribution (man spricht von zwei Millionen Dukaten) bezahlen zu müssen. In letzterer Hinsicht duͤrfte sich die Pforte doch einer ihrer gewoͤhnlichen IUustonen uͤber⸗ jassen, denn es ist sehr zu bezweifeln, daß das Russische Ca⸗ binet sich dazu verstehen werde, noch weitere Modificationen in dem geschlossenen Friedens⸗Tractate eintreten zu lassen, ohne sich ein hinreichendes Aequivalent dagegen zu bedingen. Die Sendung des Grafen Orloff und des Hen. v. Butenieff, die stuͤndlich bie erwartet werden, und bereits in Rodosto angekommen sind, giebt zu vielen Muthmaßungen Anlaß, vorzuͤglich wollen Einige wissen, daß von Russischer Seite der Pforte Vorschlaͤge gemacht worden seyen, um ihr zwar Erleichterungen zur des Friedens⸗Tractats zu aber auch Rußland dafuͤr Vortheile zu sichern,

leicht fuͤr dasselbe mehr Werth haben koͤnnten, als die Bezahlung einiger n Dukaten. In sofern koͤnnte der Großherr Recht haben, einen Nachlaß an der Kriegs⸗ Contribution zu hoffen. Vorgestern kam ein Secretatr des Grafen Orloff hier an, und sogleich verhreitete sich allgemein die Nachricht, daß es der Graf selbst sey. Eine Engltsche regatte soll nach Rodosto geschickt worden seyn, um die Russi⸗ chen Diplomaten hierher zu bringen. Der Seraskier von Erze⸗ Fnn tari, in 8 —2

r Kriegs suchen wollten, großem u ebeen —— haben nun ihre Winterquartiere bezo⸗ sare Seit dieser Zeit ist der Groß⸗Wesir geschmeidiger, und cheint sich den Befehlen des Sultans nicht mehr widersetzen zu wollen. Daraus scheint hervorzugehen, daß zwischen ihm und dem Pascha von Scutari Einverstaäͤndnisse sehr zweideu⸗

her Art statt den haben. Ueber die Griechischen An⸗

egenheiten erfährt man hier nichts; die Unterhandlungen zu London 1 8 der Griechischen Nation ent⸗ cheiden. s heißt, Gr werde die Präsiden⸗ ten⸗Stelle niederlegen, und. te seyen dermalen be⸗

*) Bekanntlich ist Halil Pascha am 24. Rovember auf der Rbede von Odesa angelangt

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schäͤftigt, ihm einen Nachsolger zu geben; man traͤgt sich hier mit einer Liste, die mehrere vornehme Namen enthält, aus denen man zu London gesonnen seyn soll, den kuͤnftigen Re⸗ genten Griechenlands zu waäͤhlen. Auf dieser Liste findet man einen Saͤchsischen, Baierischen, Badischen, Hessischen, Spaau nischen, Italtäͤnischen und Daͤnischen Prinzen, woraus, wenn diese Wahlliste aͤcht waͤre, geschlossen werden muͤßte, Griechenland von der Pforte ganz getrennt, als eine unab hängige Souverainitaͤt constituirt werden solle. Die Win. ter⸗Belustigungen haben hier schon begonnen; fast alle Tage ist bei den verschiedenen Diplomaten Ball oder Liebhaber⸗ Theater. Vor sechs Tagen gab der Englische Botschafter, Sir Robert Gordon, einen Ball, wo auch Halil⸗Pascha und andere angesehene Tuͤrken erschienen; *) sie schienen viel Ver⸗ nuͤgen an den Franzoͤsischen Contretaͤnzen zu finden, und ießen sich auch den Wein, vorzuͤglich den Champagner, gut schmecken. Der Kapudan ⸗Pascha ist mit der in der Bucht von Busukdere gelegenen Flotte in den hiesigen Hafen ein⸗ Drei und vierzig Armenische zammidden haben die Widerrufung des gegen ihre Nation erlassenen Edikts benutzt, und sind nach der Hauptstadt zuruͤckgekehrt. Meh⸗ rere unter ihnen haben die Erlaubniß erhalten, ihre fruͤheren Wohnungen zu beziehen, und es scheint, daß die Pforte au Vorstellung des Oesterreichischen Internuntius sich dazu ver⸗ stehen werde, diesen ungluͤcklichen Leuten ihr consiscirtes Ei⸗ genthum zuruͤckzugeben. Aus Smorna wird geschrieben, daß die Gebirgsbewohner in der Nahe von Gulhissa wieder zur Ordnung zuruͤckgekehrt seyen. Eles⸗Aga von Scala⸗nuova, der auf Besehl der Pforte gegen diese Insurgenten ausgezo gen war, hat üͤber 200 davon hinrichten lassen. Der Gon verneur von Smyrna, Hassan⸗Pascha, ist in Folge eines Schlagflusses auf der Ueberfahrt von den Dardanellen na⸗ Smyrna gestorben.“

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. New⸗York, 4. Nov. Die in Washington im Laufe des vorigen Monats erfolgte Verabschiedung zweier Veruͤber, wovon der eine erster und der andere zweiter Gehuͤlfe General⸗Postmeisters war, hat allgemeines und großes sehen erregt, und den Oppositions Blaͤttern Veranlassung 8 mehr oder weniger heftigem Tadel dieser, ihrer Ansicht nach⸗ ungerechten und harten Maaßregel der Regierung gegeben. Beide Bruͤder hatten eine Reihe von Jahren lang dem Staatt treu und redlich gedient, namentlich war der altere seit 30 Jahren bei der Post angestellt gewesen, und genoß einer galt vorzuͤglichen Achtung. Die Reihe der Verabschiedung diesen zuerst, und zwar eben so unerwartet, als von der Regierung unmotivirt. Das veranlaßte seinen Bruber⸗ sich vermittelst eines Schreibens an den General⸗Postmerge 8 zu wenden, ihn von den naͤheren Verhältnissen des Ver schiedeten zu unterrichten, und seine Gerechtigkeit, um C dification der die Verabschiedung begleitenden kräͤnkenden 2 stimmungen in Hinsicht der Uebergabe des Geschäͤfts an das ernannten Nachfolger, anzusprechen. Dieses Schreiben, un, sich zwar mit Wärme fuͤr den gekränkten Bruder anespeag, jedoch nie von der dem General⸗Postmeister schuldigen icht tung abwich, hatte nicht die erwünschte Folge; es blieb nt nur bet der Verabschiedung des ältern Bruderben sge dern auch der juͤngere erhielt bald darauf die selaess Die hiesige Abendpost läßt sich die Vertheidigung Vec⸗ Verfahrens angelegen seyn, so wie sie ü pt de seis, waltung in Hinsicht ihres Systems des Beamtenwac bei jeder Gelegenheit zu rechtferrigen beslissen ist. Unte derem sagt sie in einem ihrer letzten Blätter: „Die 2*was Klagen unserer Freunde von der Opposition über nen⸗ sie „„den Reinigungs⸗Wechsel unter den saga, nen, setzen uns sehr in Erstaunen. Nach dem wat da sollte man glauben, daß seder im Amt steo A decnta früͤheren Verwaltung, er sey brauchdar oder nicht, ver Dienf oder unverdienter Weise üder Hals und Kopf aus dem Freug,x, gejagt; daß das Verdeck des Staatsschiffes gänglich von a 8 den des vorigen Präsidenten gereinigt, und daß kein vhzt udividuum im dunkelsten Winkel irgend ein brig gelassen worden sey, das nicht mit Leib und jetzigen Verwaltung ergeben wäre. Wir bitten 8 Leute sich genauer zu erkundigen. Was wollen Vierx.. Werden sie zufrieden seyn, wenn sie wissen, daß 35 theile der Postmeister in den Vereinigten der vo sind? Und dem ist so. raaten die der Postmeister in den Vereinigten Pfar 81 -ensagg ale waren bet der lezten Wah

Zeitun