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Fluͤchtige Bemerkungen uͤber die Schreibarten der Aegyptier, und uͤberhauptuͤber Dr. Th. Poungs und Herrn Champollions des Juͤngern Ent⸗ deckung der Hieroglyphen als Laute.
1) Als die Aegyptier zum Christenthume üͤbergingen, ver⸗ ließen sie auf immer ihre drei hristenchums itbasten 25 8 etliche Zeichen ihrer Enchorialen, Demotischen oder 8 8⸗ schrift, die sie bei der Annahme der Griechischen Buchstaben beibehielten, und aus deren Verschmelwme die Coptische Schrift entstand, wie es der berühmte Steph. in seinen: Recherches sur la langue et la e e FEgypte (Paris, 1808) gtuͤndlich bewiesen hat. 5 dem ge⸗ rieth die hieroglyphische Fechrift nach und nach in 2 Ken heit, und durch den zweiten höͤchst bedauernswuͤrdigen — der Bibliothek von Alexandrien, auf Omars Easeshee⸗ auf immer jeder zuverlaͤßige Leitfaden in diesem Labyrinthe
vernichtet 4
8 2). Viele 2 derte lang blieben die Hieroglyphen un aurste7 Aerecdaheh alcheiseen gaͤnzlich unerklaͤrbare Raͤth⸗ sel. Was Diodor von Sicilten, Horapollon, Clemens von
1 und Eusebius vesfehecge üͤber ein⸗ da. n8.n, 9 gGgg Zeichen, und zwar in dinsicht ₰ 1 ung auf die Denkmaͤler ke efriedigen
— dei de Anweneane verdienswvollen Gelehrten, 9 sich in den letzten drei Jahrhunderten diesem schwierigen Geschaͤfte gewidmet hatten, stets allen hieroglyphischen Inschriften eine gänzlich symbolische oder anigmatische Auslegung geben wollten und dadurch nach ihren verschiedenen Ansichten in die größten Widerspruͤche geriethen, ohne daß ein einziges ih⸗ rer hypothetischen Systeme gründlich bewiesen werden konnte. 3) Silvestre de Sacy und Akerblad sind die ersten Ge⸗ lehrten, die in unserer Zeit mit gutem Erfolge zu der Aus⸗ legung einer ewissen Anzahl von Charakteren der eursiven Schrift der legyptier gelangten. Der Stein von Rosette war die Veranlassung dazu, und die meisten fre⸗ mden Na⸗ men in dem Enchorialen⸗Texte wurden wirklich gelesen, wie sie in dem Griechischen existiren. Indessen blieb noch Alles zu thun in Hinsicht der Entzifferung sowohl des In⸗ its des cursiven Aegyptischen Textes als in Hinsicht der
ieroglyphischen Inschrift jenes Steines. — 99 82898 Jnsne. Auslegung der Enchorialen⸗ Namen brachte den unlangst verstorbenen Dr. Thomas Young auf den Gedanken, eine solche auch zur Lesung der Hierogly⸗ phen anzuwenden, die in der kaͤnglichrunden Einfassung (Lar⸗ touche) auf dem Steine eingegraben sind, in welcher sich einer der Königl. Namen befinden mußte, die im Griechischen Texte vorkommen. Es gluͤckte diesem Gelehrten, in ihr den des Ptolomaͤus in Lauten zu lesen. Dr. Young machte eine Entdeckung im Jahre 1819 in der Britischen Enecyklo⸗ pädie öͤffentlich bekannt, mit der Entzifferung eines andern Cartouche aus den Zeichnungen der asreliefs von Karnac
entlehnt, der den Namen Berenice enthielt. 1 5) Das Ferdienst g 2— EEö6
üͤbli nwendung der Hieroglyphe
dern 887g⸗n Namen gebüͤhrr also mit Recht Der phonetische, syllabische und welchen der Englische Ge⸗
Ae ph 2 2 im Schreiben Griechischer a priori dem Dr. Poung.
I r Zerch aber bishrebesche — gab, bie in den obenerwaͤhnten Na⸗ (und der von andern dreien phoneti⸗
konnte nur zur Entzifferung jener zwei
Shen ere- enen Gebrauch konnte weiter weder Dr. Y selbst, noch irgend ein anderer Gelehrter von dem be⸗ serche der einzelnen Hieroglyphen BIR, E. KE zachneeke 1X, OLE. 08 oder 08CII. OU, und ENE ma⸗ chen, denn diese Zeichen waren, wie es spaͤter bewiesen wor⸗ . . R. S. AM. L. S. K, und T; und zwei Hierogly⸗ phen der schon bezeichneten Namen, die Dr. Young als un⸗ nüttz betrachtet hatte, sind die Buchstaben K, und O. — Je⸗ doch hatte dieser Gelehrte die richtige Bedeutung folgender fuͤnf phonetischen Hieroglyphen: E. I. N. I, P, bestimmt, worunker die Hieroglyphe † eine Homophone der obigen ist. 6) Drei Jahre waren schon verflossen, seitdem Dr. Noung seine Entdeckung öͤffentlich bekannt —2 hatte, ohne daß irgend ein Nutzen aus seiner Entzifferung entsprungen waͤre, balb auch diese schon in Vergessenheit gerathen zu seyn schien. Champollion der Jüngere, welcher aus eben den Quel⸗ ien, woraus Dr. Peungs Entdeckung entsprungen war, die seine schöpfte, wußte diese, durch den Irrthum des Englischen Geichrten, wie es scheint, gewarnt, besser und gluͤcklicher zu uten. Durch sein hieroglyphisch⸗phonetisches Alphabet, das
er im Jahre 1822 herausgab, konnte Champollion auf das leichteste nicht nur die erwaͤhnten Namen Ptolomaͤus und
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F 1* Ees b Berenice, sondern au alle andere Kaiserliche und Koͤnigliche Namen lesen, die sich auf den 2 in Zeichnungen vorliegen⸗ den Denkmaͤlern, und auf den ihm 8b Gebote stehenden Al⸗ terthuͤmern aus dem Aegyptischen, Griechischen und Römi⸗ schen Zeitalter befanden.
27) Champollions ruhmvolle Entdeckung beschraͤnkte sich damals nur auf die Entzifferung der Cartouchen dieser zwei Epochen. Die anerkannte Richtigkeit seiner Ansichten fuͤhrte ihn aber bald zu noch bedeutenderen Resultaten, wovon er die unumstoͤßlichsten Beweise in seinem Précis des hie- roglyphes im Jahre 1824 gab.*) Er konnte nun durch seine phonetische Auslegung nicht nur die Cartouchen der fremden Beherrscher von Aegypten lesen, sondern auch die der Pharaonen, deren ehemalige wirkliche Existenz mehrere
Gelehrte schon als zweifelhaft zu betrachten geneigt waren.
Noch mehr, er fand die bekannten Namen der Aegyptischen Gottheiten neben ihren Darstellungen in seinen phonetischen Zeichen ausgedruͤckt, und im Laufe der Texte der hierogly⸗ phischen Inschriften selbst, grammatikalische Formen und Woͤr⸗ ter der Aegyptischen Sprache; Aegyptische, Griechische und Roͤmische Privatnamen u. s. w.
8) Wir lesen nun durch Champollions Alphabet der phonetischen Hieroglyphen neben den Gottheiten in den Bas⸗ reliefs auch noch ühr⸗ amen, die uns durch die alten Schrif⸗ steller und durch neu entdeckte Griechische Inschriften bekannt sind; als: A. M. N. Amon (Jupiter), N. El. TI. Neith (Mi⸗ nerva), P. T. H. Phtah (Vulcan), S. T. E. Sate (Juno), A. N. K. Anuke (Vesta), S. V. K. Sovk (Saturn), R. E. Re (die Sonne), M. N. D. — R. I. (Mandulis), 0. S. R. I. Osiris (Bacchus), . N. B. oder P. und zuweilen O. Anu⸗ bis, A. P. Apis der heilige Stier von Memphis, A. P. P. Apopis oder Apophis u. s. w.; wir lernen dadurch die ver⸗ schiedenen Formen kennen, unter welchen die Aegyptier die Gottheiten verehrten, und sehen laͤngst vergessene Namen an⸗ derer Goͤtter wieder ans Licht treten.
9) Auf den aͤltesten Aegyptischen Monumenten finden wir die Namen der Pharaonen, die uns durch die Griechi⸗ schen Schriftsteller bekannt sind, und andere, die durch Ver⸗
leiche mit den alten Urkunden, durch ihre Vornamen und
Lice in Vergleich mit dem genealogischen Steine von Aby⸗ dos ꝛc. ꝛc. nach Manetho's Dynastieen klassisicirt werden koͤn⸗ nen. Unter ersteren liest man in den Cartouchen: Touth. M. S. S. Touthmosis. A. M. N. F. Amenopheis. R. M. S. S. Ramses. A. M. N. E. F. T. P. Amenophtep. P. S. M. T. K. Psammeticus ꝛc. ꝛc. ꝛc., wie auch den Koͤniglich Per⸗ sischen Namen des erxes: K. Sch. E. A. R. Sch. A. or⸗ thographirt.
10) In den Cartouchen der Dynastie der Lagiden lesen wir deutlich: A. L. K. S. A. N. T. R. S. Alexander. — P. T. 0. L. M. E. I. oder Al. S. Ptolomaͤus. — 8 L. E. O. P. A. T. R. A. — B. R. N. I. K. S. Berenice. — A. R. S. N. E. Arsinoe. — P. T. 0. L. M. EIS. — N. E. 0. — K. E. S. R. S Ptolomaͤus⸗neo⸗Caͤsar. (Caͤsarion) ꝛc. 1
1¹) In den hieroglyphischen Inschriften aus der Zeit der Roͤmischen Regierung finden wir die Kaiserlichen Titel und Namen: A. O. T. O. K. R. T. R. Autokrator. — K. E. S. R. S. Cäsgr. — S. B. S. T. S. (.2αο τ) Augustus. — T. B. R. I. S. — K. A. I. S. R. S. Tiberius Caͤsar. — T. 0. M. T. I. N. S. — (genannt) — K. R. M. N. I. K. S. Domitianus⸗ germanicus. — N. R. 0. A. — P. R. AlI. N. S. — S. B. S. T. S. Nerva Trajanus Augustus. — A. T. R. I. N. S. — K. S. R. Hadrianus Casar. — S. B. I. N. A. Sabine. — A N. T. O0. N. I. N. S. Antoninus ꝛc. 1
12) In dem Texte hieroglyphischer Inschriften von allen Zeitaltern lieset man endlich durch das Alphabet des Franzöͤ⸗ sischen Gelehrten, eine Menge grammatikalischer Formen Artikel, Pronomen, Qualificationen, Hauptwoͤrter u. s 4 in Aegyptischer Sprache, als: P; der. T; die. K; du. P. H; er. N. K; dir. N. P H; ihm. N. 8; ihr. N. v 4 u. s. w. M. S; erzeugt. M. Al; geliebt. F. T. P bestächon u. s. w. T. O; das Weltall. M. A; Ort. T. 0. U v. V iget M. A. U; Mutter. S. E. oder S. 1; Sohn. §. E 1. 8 ☛ 8 12 u. s. w. Aegyptische Namen, die 8
eine Be — eutung haben, als: P. T. A. M. N Petamon (der
*) Als solche Beweise dienen: i ten auf den Tempeln u. s. 1. in 9 dac As 8 eneac Roͤmischen hieroglyphischen Hanten der Kaiß⸗ nige; 2) die in Aegypten, nach dem Empfange des Aoß⸗ —
von Champollion (Lettre à M. Dacier) durch
d. Iescheif
rer phonetischen hicroglyphischen
waͤhrend der zbsi b 528 3 in Paris 1. Gelchrte sein ausführliches Weck daruee