1829 / 357 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Zeit in Nord⸗Amerika durch seine mehrmals wiederholten Spruͤnge von den Hoͤhen des Niagara Falles in die schaͤu⸗ menden Fluthen des gewaltigen Stromes einen Namen ge⸗ macht hatte, ist endlich nach Amerikanischen Blaͤttern ein Opfer seiner Kuͤhnheit, wenn nicht seines Vorwitzes gewor⸗ den und hat bei seinem letzten Sprunge in der Mitte des November sein Grab in den Wellen gefunden; die Stelle von der er inunter sprang, war 100 Fuß üͤber die Oberflaͤche des unten ießenden Stromes erhaben; er soll uͤbrigens trunken gewesen seyn. Niebderlande.

Aus dem Haag, 19. Dec. In der zweiten Kammer setzten gestern die Herren van den Hove, von Brouckere, von Jonge, Graf von Celles, von Gerlache, Fo⸗ ckema, von Langhe, van Sasse van Ysselt und van Lynden van Hoevelaken die Berathungen uͤber das zehn⸗ jährige Budget fort.

Der diesseitige Botschafter bei der hohen Pforte, Baron von Zuylen van Nyevelt, ist aus Bruͤssel hier angekommen. Amsterdam, 19. Dec. Die Preise der Staats⸗

Papiere haben sich waͤhrend dieser Woche im Ganzen nicht blos erhalten, sondern Hollandische und vor allem Spani⸗ sche sind bedeutend hoͤher gegangen, ohne daß man fuͤr er⸗ stere eben einen andern Grund weiß, als die Vermuthung, daß das Budget in den Generalstaaten wohl durchgehen wird. Holländische wirkliche Schuld stand zu Anfang der Woche 60 ½ pCt. und gestern 61 ½ pCt. Alte Spanische hoben sich seitdem um 3 pCt., und perpetuelle Rente ging von 59 ½ auf 64 ½ pCt. Russische Obligationen behtelten n hohen Stand von 103 ¾ bis 104 pCt, Brasilianische 69, Mexikanische 24½. Griechische waren weniger begehrt, einzelne Stuͤcke wurden mit 25 ¾ bezahlt; im Geld⸗Course ist keine Veränderung. Außer in Buchweizen, welcher 5 Fl. höͤher abgenom⸗ men wurde, siel am gestrigen Getreidemarkt durchaus nichts bemerkenswerthes vor. 2

Mit Kaffee bleibt es anhaltend stille; fuͤr den Verbrauch hier zur Stelle werden vorige Preise zwar fuͤr ord. Theridon 22 à 22 ½ Cents und fuͤr ord. St. Dominge 21 à 21¼ Cts., zu diesen Preisen zeigen sich aber nur sahe wenig Verkäufer. Die Tabacks⸗Preise bleihen fest. Für rohen Surinam⸗Zucker wird wegen geringen Vorraths ein etwas hoͤherer Preis bezahlt; man notirt denselben zu 22 à 35 Fl.; andere Sorten sind zu vorigem Course zu haben. Blonder Havang von 34 à 44 Fl. und weißer dito von 46 à 67 Fl.

Deurschland.

Karlsruhe, 18. November. Zur hohen Freude Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs, der Großherzoglichen Familie und des gesammten Landes ist diesen Mittag nach 4 Uhr Ihre Koͤnigliche Hoheit die Frau Markgräͤfin Leopold von einem gesunden Prinzen schnell und gluͤcklich entbunden worden. Die hohe Wochnerin und der neugeborne Prinz erfreuen sich des erwünschtesten Wohlseyns.

Frankfurt a. M, 19. Dec. Unser verdienstvoller Kapellmeister Guhr wird am ersten Weihnachtsfeiertage im

iesigen Schauspielhause ein Concert geben, worin er zwei

ompositionen des Ritters Paganini in der Weise dieses Kuͤnstlers, und namentlich die Preghiera aus Rossinis „Mo⸗ ses in Aegypten“ nebst Variationen auf der G Saite vor⸗ tragen wird. In einem Artikel der -I. Zeitung heißt es in dieser Bez : „Durften wir, mit dem Genie unsers Opern⸗Direktors ndet, schon an und fuͤr sich von diesem Unternehmen viel erwarten, so ward diese Zuversicht

—.—

8 zur Gewißheit, als wir erfuhren, daß sich Paganini selbst

mit einer außerordentlichen Freude und aufmunternden An⸗ rrkennung über bie Art, wie Herr Guhr ihm einen Theil Kunst abgeblickt und abgelernt, öͤffentlich ausge⸗ prochen.“ Frankfurta. M., 20. Nov. Die Course aller Gat⸗ een her Oesterreichischen Staats⸗Effecten haben im Laufe dieser Woche an unserer Börse, ohne irgend einen momen⸗ tanen Ruͤchfall, anhaltend fernere Besserung erfahren. Nach und nach hoben sich die 5proc. Metalligues von 102 ¾ auf 103 ⅛, 4proc. vom neuen Anlehn von 92 auf 93 ¾, Bank⸗ Aetien von 1492 auf 1513, Partial von 132 ¾ auf 132 ⁄, 100 Fl. Loose von 175 ¾ 176 ¾, 2 ⁄proc. t. Banco von 58 ¾ auf 59, 4proc. mische von 92 auf 92 ⅛,

4lproc. Bethmannische von 97¾ auf 97 ½, Polnische Loose von 55 ¼ auf 55 ¼, und zu diesen hohen A.* * die

vn 8 73 bapedet. dieses teigens (naͤm peciellen in algemet 2.N— aus der Entwickelung des elee Er.

stems aller Regierungen hervorgehen) sand man vorvömlich

in den Auftraͤgen mehrerer Berliner Haͤuser zum Einthun 4proc. Metalliques des neuen Anlehns, so wie in den bessee. ren Wiener Notirungen. Es kam hinzu, daß einige hiesige Haͤuser im Laufe der Woche starke Zusendungen an Comptan-⸗ ten erhielten, die bei dem Effecten⸗Handel in Umsatz kamen. Unter allen Oesterreichischen Fonds hielten sich Bank⸗Aetien

und neue 4proc. Metalliques am meisten gesucht, und waa- ren solche zu jeder Böͤrsenstunde sowohl pr. comptant, als auf Lieferung willig zu placiren. In Polnischen Loosen war

das Geschäft, in Folge der weichenden Notirungen an der Berliner Boͤrse, nur wenig beleht; doch behauptet sich die⸗ ses Papier so ziemlich fest im Course. Darmstädtsche und Badische Loose sind, da die Ziehung nahe ist, mehr als gex, woͤhnlich gesucht. In Preuß. Staats⸗Schuldschuldscheinen blied es etwas stille; dieses Effect war indessen eher gefrag

als ausgeboten. In 4 proc. Baierischen und Darmstadtschen Obligationen, deren Cours sich auf pari haͤlt, ging fast gar nichts um. Mehrere Umsätze fanden in Holländischen In⸗ 4 tegralen (zu 60 ) und Zproc. Däͤnischen Obligationen zu 74¹) statt. Gegen baar stehen öproc. Metalliques um . pCt., 4proc. Metalliques um ½ Ct., Bank⸗Aetien um 4 bis 4 ½ Fl. pr. Stuͤck, Partial um g bis ¼ pECt. neergen, als auf einen Monat täͤglicher Lieferung. Im Ganzen ge. nommen lauten unsere Nachrichten von den Haupt⸗Börsen⸗ plätzen guͤnstig; zu Amsterdam vornaͤmlich sind die Fonds im Steigen, und auch von Paris, wo das neue Anlehn von 80 Million Fr. der Speculation frische Nahrung giebt, er⸗ wartet man naͤchsten Monat bessere Renten⸗Course. Das baare Geld ist eben nicht selten am Platz, und doch steht 8

2 2.-

der Zinsfuß bei Hinterlegung von Papieren und in Pro- longation auf 5 ¼ dis 5 ½ pCt. Im Wechsel⸗Handel war es stile. Nur Hamburg, Amsterdam und Lyon k. S. nebst 2 Monat blieben etwas begehrt. Alle uüͤbrigen Devi⸗“ len waren mehr ausgeboten als gefragt. Discontd steht 4 ¾ . Ct. füͤr's Jahr. 23 Hamburg, 22. Dec. In Folge güͤnstiger Be. richte von Frankfurt und Wien haben sich im Laufe dieser Woche 4 die Oesterreichischen Fonds ziemlich gehoben, und es war da-“. rin rascher Umsatz. Oesterreichische 538 Metalliques waren 5* 82

103 ¼ gut zu lassen und nicht unter 103 ¾ pCt. zu haben.

Die 45 à 93 ¾ sehr gesucht; zu, diesem Preise ist mehreregs

gemacht worden, am Schluß der Börse war aber nicht unter 93 ¾ anzukommen. Fuͤr Partial ist 133 bezahlt worden und Actien per Ultimo waren begehrt à 1254 bis 55, und pro 428 Januar zahlte man 1260 à 1262. In Preußischen Fond 1

kein Umsatz. 33 Däñnische per Ultimo à 73 ¼ Verkäufer und in längeren Sichten degehrt. Russische Englische Anleihe per

Ultimo à 105 ½¾ zu haben, auf Zeit gut zu lassen. Russische Inser. in Certificat à 100 sehr begehrt, etwas ist mit 100 ½ bezahlt worden. Polnische Partial à 111¼ per 1. Januar gesucht. Norwegische 65 à 105 umgesetzt. Meapolltantsche Fonds sind gewichen. Die Certificate dei Falconet und Comp.

3.

8 . 8

bingegen à 96 ½ zu haben. London begehrt; 2 Monat Briefe

à 11 zu lassen. Paris viel Geld. Amsterdam zu lassen.

Breslau Geld. Petersburg sehr gefragt. Deutse Plätze

8 haben, mit Ausnahme von Fran⸗ wofuür Geld blied. 8 isconto 3 Geld und Brtef. 5 4

dlieben indeß à 91 ¾ sehr degehrt. Die Enalische Anleihe

5.

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. Türket. Ein vom Nuͤrnberger Correspondenten mitgerhell 22 Schreiben von der Wallachischen Granze vem 7. Dec.⸗ enthält unter Anderm Folgendes: „Sichern Nachrichten u,)— solge ist nun die Raͤumung A durch die Russen er-- Seea 22 voc 19 Pgelanspel blüches pitälern vor in B rückgelassen. Bald eee Tenesn Russen rückten bae 1 auf 3000 Mann regulalrer Tuüͤrkischer Truppen, weiche Konstantinopel dazu beordert waren, daselbst ein. . ist der Pascha von Scutari mit seinen Albanesern en von Philtppopolts aufgebrochen, und hat den Weg nach ner ath eingeschlagen. Die gräͤulichen Aasscne die diese Truppen in Philtppo und der Umgegend 2ꝙ& aüsen den Sultan Feaen. 2 SAg,F1S 2 Oler Generlle be diesen Maaß⸗ r der Pforte nicht zu ,„Hb1up. GCpyanien. Der Untversel berichtet in einem Privat⸗ aus Mabrid vom 8. Dec.: „Heute koemmen an nische Mazestaͤten und die Prinzessin Braut in

Beilage 11“