1821 / 86 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Thu, 19 Jul 1821 18:00:01 GMT) scan diff

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.“ Die vierte artei en solut Monarchie, des Systemes von 1819, die durch die Unterstuͤtzung eines großen Theiles des 5 Geistlichkeit und der geistlichen Orden, eine große Bedeutsam⸗ kett erhalten hat. Diese Partei sucht allenthalben partielle Insurrektionen geqes die bestehende Ordnung zu organisiren, um zu einem gaͤnzlichen Umsturze der jetzigen Verfassung zu ge⸗ langen. Die zweite und dritte Partei haben sich fuͤr den Au⸗

genblick verbuͤndet, um eine Zusammnenberufung der außerordeutli⸗ chen Kortes zu erlangen, gegen welche sich das Ministerium

mit Nachdruck ausspricht. S

London, 6. Jul. Der Koͤnig hat noch immer periodi⸗ sche Anfaͤlle von der Gicht, aber es steht zu erwarten daß die

Gesundheit Sr. Maj. bald wieder hergestellt seyn wird, um

sich den ermuͤdenden Kroͤnung⸗ Ceremonien, ohne Nachtheil fuͤr

sh Gesundheit unterziehen zu koͤnnen.

Zu dem Wetterdache uͤber den Weg, auf welchem die Pfazels einherschreiten wird, sind 200,000 YNards“*) Leinwand

erfoderlich.

Es heißt, daß sogleich nach der Kroͤnung alle aktive See⸗ Kadetten, die 12 Jahre gedient haben, zu Lieutenants ernannt werden sollen.

Das ganze Korps der Gentlemen⸗Pensioner hat Befehl

erhalten, sich am Kroͤnungs⸗Tage einzufinden, auch die armen

Ritter von Windsor, Poor Knights of Windsor, muͤssen sich

einstellen. Die Yeomen der Garde haben saͤmmtlich neue und uͤberaus praͤchtige Uniformen erhalten, deren Glanz nicht we⸗

nig den Prunk der Feierlichkeit vermehren wird.

8 Der Weg, welchen der Koͤnig am Taͤge der Kroͤnung, zu gehen haben wird, naͤmlich vom entferntesten Ende der West⸗ minster Hall um das Platform nach dem aͤußersten Ende der

Abtei, betraͤgt mehr als ¾ Engl. Meilen.

1 Man schaͤtzt die Summe die durch die Kroͤnung in Um⸗

lauf gebracht wird, auf 2 Mill. Pfd. Sterl. Die Prozession

bei der Kroͤnung wird aus wenigstens 3000 Personen bestehen. Der Kroͤnungs⸗Stuhl des heiligen Eduard, wurde, nach dem Glauben des hiesigen großen Haufen, 700 Jahre vor der

Christlichen Zeitrechnung, von einem Irlaͤndischen Monarchen

aus Spanien nach Irland gebracht, dieser aber hatte ihn von

einem Griechen, der die Stadt Athen erbaute, erhalten. Er ist, wie hier gleichfalls von der Menge geglaubt wird, von demselben

Steine verfertigt, A. dem Jakob schlief, als er im Traume die beruͤhmte Leiter sah. Einem Fremden duͤrfte nicht zu ra⸗

then seyn, diese Angaben an einem oͤffentlichen Orte der nie⸗

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lich ist die der Anhaͤnger der absoluten bühenan Klerus, der gesammten Kloster⸗

ihm ganz nahe vortrat, und im Augenblick die Pistole, seine Stirne losdruͤckte, so daß er sofort entseelt zu Boden

Der Moͤrder ward sogleich arretirt, und dem Arme d rechtigkeit uͤberliefert.

Wuͤrzburg. in oͤffentlichen Blaͤttern, daß er an den, Zeitungen erschienenen Artikeln: die Gesundheit⸗Umstäͤng Prinzessin Mathilde von Schwarzenberg betreffend, du keinen Theil habe. A 8

Moldausche Graͤnze, 24. Jun., (Wenn die au ser Gegend von verschiedenen Orten hier einkommenden richten, mit den fruͤher gelieferten, offenbar in Widerspee hen: so liegt die Schuld lediglich daran, daß authentisch richte, selbst von Personen, welche dem Schauplatze des ges ziemlich nahe wohnen, nicht zu erwarten sind, wei nichts als Geruͤchte melden koͤnnen, welche, nach Maßgabe Auelle, fast jeden Tag anders lauten. Aus diesem 6 koͤnnen auch die heutigen Nachrichten von Seiten der S. Zeitung nicht verbuͤrgt werden.) Bis zum 19. d. M ren die Tuͤrken noch nicht in Jassy eingeruͤckt; doch se die Griechen dieses Ereignis zu befuͤrchten, sie verließe halb die Stadt und zogen sich nach Skuleni. Kanthb hat neuerdings den Ober⸗Befehl uͤbernommen, und erzh. seinem Ausmarsche aus Jassy einen Aufruf, haͤlt aben das darin Versprochene, indem die Griechen in kleinen“ lungen von 10 bis 20 Mann, noch immer die benach Bojaren⸗Guͤter pluͤndern, und die Getraide⸗Vorraͤthe um Unterthanen vertheilen. Den Wasily Gonczu, Jsprawm⸗ Barlader, ließ er enthaupten, weil er mehre Griechen daß ken verrathen habe, und dessen Bruder mußte den Komn Erschlagenen durch Jassy tragen, und erhielt noch obg 400 Sohlen⸗Streiche. Ungefaͤhr 30 Tuͤrken zogen dun ater nach dem Kloster Bystryca, wo sie alle Kostiäug raubten, und den Vorsteher zum Gefangenen machtemu be Loos traf auch die Vorsteher der Gebirg⸗Kloͤster d Biserikani und Skitu Nikita. Nachrichten aus der! chei (uͤber Feegken⸗ versichern, daß Kaminar Same cher vor kurzem Fahnen weihen ließ, und auf die Sei Griechen trat, wieder sich fuͤr die Tuͤrken gegen die G erklaͤrt habe. Theodor Wladimiresko wurde auf den tropolitan⸗Gottesacker von Tergowischt von den Tuͤrken mengehauen; als Hypsilanti hievon Nachricht erhielt, sch 98 seinem Korps an den Alt⸗Fluß und traf am

imnik ein.

Der hiesige Professor Dr Textor seit kürzem,

scen Bulgaren und Albaneser uͤberhzuften ihn ebenfalls himpfworten, und warfen ihm oͤffentlich vor, sie mit fal⸗ Versprechungen getaͤuscht zu haben. Kapitain Jordaki, an auf dem Schlachtfelde geblieben glaubte, raffte noch, konnte, von Mannschaft zusammen, und zog sich mit kleinen Haufen, stets fechtend, gleichfalls nach Rimnik, wer am 21. erreichte. Hypsilanti zog sich nach Kosia loß sich mit einigen Wenigen der Seinigen, in das dor⸗ soster ein, von wo er jedoch, wie alle aus der Wallachei enden Nachrichten bestaͤtigen, seitdem verschwunden ist. beit diesen Ereignissen findet ein großer Andrang der h aufgeloͤsten Hetaͤristen gegen die Engpaͤsse, die nach abuͤrgen fuͤhren, statt. Der K. K. Graͤnz⸗Kordon ist zur ptung der Graͤnz⸗Sicherheit auf allen einzelnen Punk⸗ rstaͤrkt worden. es Ule Nachrichten aus der Wallachei schildern den Zustand Landes mit den Fieirnehe. Farben In Bukarest und Staͤdten herrscht zwar Ruhe, aber jeder Verkehr liegt ch darnieder. Auf dem Lande, insbesondere an den Or⸗ ürch welche die Truppen beider Parteien zogen, ist Alles usgepluͤndert und verheert. Das, was die undisciplinir⸗ griechischen Korps nicht vernichteten, wird die Beute des chen, aus den Saporeschanern (einer Horde Tartaren, rechten Donau⸗Ufer von Silistria bis zum schwarzen ein nomadenaͤhnliches Leben fuͤhren) bestehenden nbes. Diese Miliz veruͤbt viele Graͤuelthaten, und als schlachtopfer faͤllt der unschuldige Landmann, welcher zur ng seiner letzten Habe, bei seinem Eigenthume zuruͤck⸗ Auf der ganzen Straße von Bukarest bis an den Toͤ⸗ Paß, findet man kaum mehr die Spur eines Hauses. Bewohner siud verschwunden, und die Felder liegen bei⸗ n der ganzen Wallachei ohne Anbau. 8 8 9. Jul. Nachdem die Ottomanische Pforte ihre bei iesigen Hofe und bei den Hoͤfen von Paris und London ellten Geschaͤftstraͤger abzuberufen fuͤr gut befunden hat, Znkunft die diplomatischen Verhaͤltnisse durch Tuͤrki⸗ Besandten zu unterhalten entschlossen ist: so wurde in Folge gestern vom Hrn. Johann Maurojeni, welcher die Ot⸗ ische Geschaͤftstraͤger⸗Stelle am Allerhoͤchsten Hof⸗Lager sehr als 10 Jahren auf eine sehr ehrenvolle Weise beklei⸗ t, dem K. K. Haus⸗Hof⸗ und Staatskanzler, Hrn. Fuͤr⸗ n Metternich, das gewoͤhnliche Abberufungs⸗Schreiben oͤmmlicher Form uͤbergeben. : 10, Jul. Briefe aus Bukarest vom 20. und 21. Jun.

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[Ja er hat die Tuͤrkischen Bewohner,

beils; 1- za ese va.e nid n üen, üeeeeneʒä theils zusammengese Zaum zu halten, eitte Kampf arme Land⸗ 3 mann, dem die ganze Sache im Entstehen durchans “]“

gen Panduren, fuͤr nichts aͤrgeres als gewohnte Streifereien

ils nme tzt ist, sind so wenig in daß ihr Erscheinen aller Orten mit unvermeidlicher Verwuͤstung gepaart ist. Mitten in diesem Kampfe steht der

war, und der sie beim ersten Auftreten des Theodor mit eini⸗ eines einzelnen Aufruͤhrers hielt. Die vermoͤglicheren Klassen fluͤchteten bald aus den Staͤdten und uͤberließen sie und ihre Habe dem Schicksale. So waren bald die Staͤdte und das

kein anderes Rettungsmittel, als teigaͤnger preiszugeben, oder in die Waͤlder und Gebirge zu fluͤchten. Dies ist das treue Bild der vergangenen Mona⸗ te, und die Zukunft bietet keine erfreulicheren Aussichten dar!“?“ Triest. Nach Briefen aus Athen vom 27. Mai, hat der dortige Befehlshaber der Griechen, Demetrius Zograffa, von den Hydrioten 5 Kanonen nebst vielen Waffen Kriegsbedarf erhalten. Als der Tuͤrkische aus der Stadt Athen in die Festung zuruͤckzog, nahm er ei⸗ nen Griechischen Bischof und mehre der angesehensten Bewoh⸗ ner als Geißeln mit, welche jedoch mit groͤßter Schonung behan⸗ delt werden. Dagegen geht auch Zograffa mit Maͤßigung zu Werke, und hat streng geboten, daß durch die Griechen die Tuͤrki⸗ schen Bewohner, welchen es nicht gegluͤckt war, sich mit den Truppen in die Festung zuruͤckzuziehen, nicht beleidigt werden. uͤrkische um sie desto besser zu schuͤtzen, unter die Aufsicht des Oestreichischen und Preußischen Konsuls gestellt. Es sind alle Anstalten getroffen, um die Festung einzunehmen; doch sind bereits Unterhandlungen mit dem Tuͤrkischen Befehlshaber angeknuͤpft, und man haͤlt die Uebergabe fuͤr nahe. 8

Neapel, 26. Jun. Die aus uͤbertriebenem Eifer fuͤr die gute Sache, nicht selten auf bloßen Verdacht veranlassten gewaltsamen Verhaftungen, haben im Staatsrathe sehr heftige Debatten be⸗

sich dem naͤchsten besten Par⸗

ren angesehenen Maͤnnern der gemaͤßigten Partei, die es mit dem Koͤnige und der Nation wohl meinen, dahin gebracht, daß das Arretiren blos verdaͤchtiger Personen beschlossen worden ist, die auf solche Weise bereits Eingezogenen, gegen Kaution, sofort wieder frei zu Seeit einigen Tagen geht das Geruͤcht, daß der Polizei⸗ Minister Prinz Canosa, als Gesandter nach Paris gehen sol⸗ le. Man vestimmt den alten General Ascoli zu seinem Nach⸗

beschraͤnkt, und gefaͤnglich

Land ohne irgend eine Regierung und der Landmann hatte

und anderm

Befehlshaber sich

wirkt. Besonders hat sich der alte Kardin al Ruffo wider dieses Ver fahren hoͤchst freimuͤthig erklaͤrt, und es in Verbindung mit meh⸗

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folger; indessen soll sich dieser, unter dem Vorwande seines ho⸗ hen Alters, zur Zeit noch geweigert haben, diesen muͤhevollen Platz anzunehmen. Er lebte bisher gewissermaßen im Exil auf seinen Guͤtern; einer seiner Freunde von maͤchtigem Ein⸗ flusse schrieb ihm, er moͤge nur ruhig nach Neapel kommen,

es solle Alles vergeben und vergessen seyn; allein der alte Mann antwortete im segse Selbstgefuͤhle seiner Unschuld, ihm sey nichts zu verge

27. Jun. Die Griechen trafen auf ihrem Waülten folgende Nachrichten: Jassy nach Skuleni in dem Dorfe Stnita ein. In Plus dem Hellenischen Lager ist hier ein Schreiben der das von Civilisten leer und verlassen ist, blieben nur Mgenten an den Ottomanischen Befehlshaber eingetroffen, ten und Freiwillige. Kantakuzeno hat die Ausfuhr von dieselben um eine Amnestie bitten, und sich im Falle und Getraide aus der Moldau streng verboten, umndewilligung derselben bereit erklaͤren, zum Gehorsam zu⸗ einigen Punkten der Bukowiner Graͤnze, Griechische Ekehren, von welchem sie durch Hypsilantis truͤgerische Um⸗ ten zur Ausfuͤhrung dieses Befehles aufgestellt. und verfuͤhrerische Vorspiegelungen entfernt worden

deren Klasse, in Zweifel zu ziehen; die Beweise von der Un⸗ umstoͤßlichkeit dieser Sage, wuͤrden ihm augenblicklich von allen gegenwaͤrtigen Geschichtkundigen, auf das buͤndigste a posie- riori et a priori beigebracht werden. Ein historisches Faktum 5 daß dieser Stuhl unter der Regierung des Schottischen oͤnigs Kenneth, im Jahre 834 von Irland nach Argylshire gebracht wurde. Dieser Fuͤrst sandte ihn nach der Abtei in

Scone, woselbst alle Schottischen Koͤnige bis zum Jahre 1296 auf demselben gekroͤnt wurden. Im letztbenannten Jahre wurde er von dem Englischen Koͤnige Eduard 1., nach England gebracht, und darum heißt er noch heute der Stuhl des heiligen Eduard. 28 Privat⸗Briefen aus Jamaika zufolge, besindet sich Sir Georg Maecgregor, der Aventurier, jetzt in Hayti, und hat die Bescheidenheit, sich dort fuͤr einen Koͤnig von Schotrland aus⸗ zugeben. Cochrane ist sehr mit Kapereien beschaͤftigt. Die Anzahl der Sklaven in Jamaika war i. J. 1806 300,939. i. J. 1815 = 313,914 und i. J. 1817 = 345,252. Nach der Zeitung The Columbian vom 20. Mai erklarten die Truppen in Bonavista, die Portugiesische Konstitution als das hoͤchste Gesetz des Kap Verde**), und am 4ten April pro⸗ klamirten die Truppen der Stadt de Praya, unter dem Don⸗ ner der Kanonen von den Forts, Viva la Consutunon. Der Gouverneur, der sich von den Truppen verlassen sah, war genoͤthigt nachzugeben. Bruͤssel, 11. Jul. wieder hier eingetroffen. Der projectirte Gesetz⸗Entwurf wegen Organisation der Kommunal⸗Garde ist von der zweiten Kammer der General⸗ Staaten, mit 73 gegen 14 Stimmen verworfen. Lauter Bei⸗ fall erscholl dieser Entscheidung auf den Tribunen. Im vorigen Jahre haben sich uͤber 7000 Fremde, in den Ver⸗ einigten Amerikanischen Staaten niedergelassen.

Der Koͤnigl. Preuß. außerordentliche Gesandte, Fuͤrst von Hatzfeld, ist von Spaa kommend, hier durch nach London abge⸗ angen. 8 Regensburg. Der Schuhmacher Steiner, ein sich in Bierhaͤusern herumtreibender toller Schreier und Prozes⸗Kraͤ⸗ mer, hatte bei einer Zunftversammlung, einen Fuͤrmeister unge⸗ rechter Weise beleidigt, denselben faͤlschlich der Entwendung ei⸗ nes Sechsers beschuldigt, und uͤberhaupt mehr Excesse began⸗ gen, weswegen er zu einem 24stuͤndigen Arreste verurtheilt, und

Se. Maj. sind am gten aus Spaa

dieses Urtheil von der K. Kreisregierung bestaͤtiget wurde. Der

Stadtmagistrat mußte dieses rechtskraͤftige Erkenntnis vollstrek⸗ en, und Steiner buͤßte mit Arrest. Von diesem Au⸗ genblicke an faßte er gegen den Rath Elsperger, dem das Amt der Polizei⸗Verwaltung anvertraut war, einen so erbitterten Haß, daß er ihm den Tod schwur, und sich seit Jahr und Tag mit diesem Plane herumtrug. Rath Elsperger ging, nichts Arges ahnend, am 26. Jun. vom Rathhause weg, und war kaum 100 Schritte entfernt, als der entsetzliche Mensch

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») 6 Pards sind = 7 Berliner Ellen. **) Die erste der Kapverdischen Inseln in Afrika.

Eben daher, ohne Datum. So eben ist durch Fluͤ⸗ die Nachricht eingetroffen, daß die Tuͤrken dem Gries Befehlshaber K ntakuzeno ein moͤrderisches Treffen gel denselben geschlagen, und mehr als 500 Mann getoͤbtet Kanratuzeno zog sich mit dem Reste seiner Mannschaft Gebirge, und die Tuͤrken ruͤckten in Jassy ein. Wir seh Nachrichren uͤber die naͤheren Umstaͤnde dieses wichtigen nisses entgegen. Uebrigens nimmt die Noth und das in der Moldau mit jedem Tage zu; aller Rechtszustand, Verkehr hat aufgehoͤrt, und Jedermann strebt nur eine genheit zu erspaͤhen, um diesem Jammer entsliehen zu k

Wien, 8. Jul. Ueber die letzten militairischen! nisse in der Wallachei, treffen nun von der Graͤnze fol naͤhere Berichte ein:

Fuͤrst Hypsilanti war am 16. Jun. von Rimnik, mit Muͤhe etwa 5000 Mann zusammen zu bringen ver und wie es scheint, ohne eigentlichen Plan, gegen Drag⸗ aufgebrochen. Er verweilte die erste Nacht in Okna großen Wallachischen Salzwerke sind) und stieß am 1 seinem Vortrabe, unter Anfuͤhrung des Kapitain Jordqh eine Tuͤrkische Abtheilung von ungefaͤhr 1000 Mann. I die Volkstimme in den Fuͤrstenthuͤmern, bereits seit la Zeit, gegen die Hetaͤristen ausgesprochen hatte, so schein psilanti von den eigentlichen Bewegungen des Tuͤrkischer res entweder nicht genau, oder ganz falsch unterrichtet g⸗ zu seyn.

Kapitain Jordaki engagirte das Gefecht, welches, begonnen, auch schon beendigt war; alle unter ihm sth Bulgaren ergriffen sogleich die Flucht, die Panduren we sich, an dem Kampfe theilzunehmen; (es waren dis welche fruͤher unter Theodor gestanden hatten, dem Hypf wie fruͤher von uns gemeldet worden, den Kopf 1 gen ließ) und Jordakl blieb mit 60 ihm ergebenen nesern allein auf dem Schlachtfelde. Mit diesen sich auf die, unter dem Namen der heiligen Schaar bel⸗ Heraͤristen fechtend zuruͤck. Diese Schaar bestand aus 70 stens jungen Leuten, welche von fremden Universitaͤten 2—e. und des Kriegshandwerkes ganz unkundig waren.

uͤrken verfolgten hitzig die Fliehenden und griffen die mit solchem Ungestuͤm an,, daß sie in wenig Augenblicke nichtet wurde. Einer der Anfuͤhrer, Caravia, welcher deutende, in der zweiten Linie stehende Truppen⸗Abtheiln fehligte, ergriff nach diesem Ereignisse die Flucht in der tung gegen Rimnik, und ließ die aus fuͤnf Kanonen best Artillerie in Stich. eeene zog sich nach derselben? woselbst er, mit den Fluͤchteuden, unter den bittersten wuͤrfen der Bewohner empfangen wurde; die bei seinem

Der Kiaja des Pascha von Sllistria ertheilte hierauf Hasch Beschli Tahir Aga den Auftrag, allenthalben be⸗ zu machen, daß allen Insurgenten, welche die Waffen n, und zum Gehorsam zuruͤckkehren wuͤrden, die verlangte stie zugesichert werde. EW“ der Kaimakam des Hospodars, Postelnik Negri, ist mit mnennung der Isprawnicks (Kreishauptleute) beschaͤftigt,

mehre bereits nach den ihnen anvertrauten Distrikten ngen waren, um die menschenleeren und verwuͤsteten aften wieder, so viel als moͤglich, in Ordnung zu brin⸗ Auch ist ein Abgeordneter an die zu Kronstadt in Sie⸗ rgen anwesenden Bojaren abgeschickt worden, um sie im en der Landes⸗Regierung einzuladen, sich wieder in ihre at zuruͤck zu verfuͤgen. e.

Dieselben Briefe aus Bukarest schildern den Zustand der 1Fe den traurigsten Farben: 1 8.

o schwer es auch seyn mag (heißt es in einem dieser 9 in dem ersten Augenblicke einen auf irgend einen fe⸗ Prund gebauten Ueberschlag der Verheerungen zu machen: in der Verlust, den die Eigenthuͤmer, und unter diesen erheit die Klasse der kleinen Gutsbesitzer, seit dem ersten inde des Panduren⸗Chefs Theodor, dann durch das Er⸗ n des Hetaͤristen⸗Korps, und nun durch das Herbeiziehen uͤrkischen Armee erlitten hat, gering auf 50 Mill. Pia⸗ rechnet werden. Zu dem Verluste gehoͤren nicht allein geudeten Vorraͤthe, die gepluͤnderten und verheerten Ge⸗

die Geld⸗Erpressungen, welche sich die Chefs der undis⸗ rten Jusurgenten⸗Haufen, und beinahe jeder einzelne In⸗ t erlauben, sondern die ganze verlorne diesjaͤhrige Ernte, dem Ausbruche der Revolutiou der Landmann sich von und Hof fluͤchtete, und sein Feld nicht bestellte, und die erbste gesaͤeten Winterfruͤchte nun auf den Feldern ver⸗

weil uͤberall die Schnitter mangeln. In mehr als 20

n wird sich die sonst so reiche Wallachei nicht von den

zsalen erholen, welche ein schlecht berechnetes, ohne Kennt⸗

e Volkes und der Lokalverhaͤltnisse gewagtes Unterneh⸗ über diese Provinz herbeigezogen hat; ein Unternehmen, e große Masse der Bewohner ganz fremd geblieben ist, elches in keinem Falle anders, als mit Verheerung alles humes durch die Revolution und den inheimischen Krieg, rch die Folgen der Verheerung eines Krieges mit dem de enden konnte, zu dessen Schauplatze das linke Ufer onau unausweichlich bestimmt seyn muͤßte. Gegen die er der Tuͤrkischen Armee ist bisher keine Klage zu fuͤh⸗ e verfahren mit vieler Ruͤcksicht und mit großer Scho⸗ das Tuͤrkische Heer besteht aber aus so verschiedenarti⸗ estandtheilen, und die Milizen, aus denen es groͤßten⸗

Kopenhagen, 10. Jul. Der Kaiserl. Oestr. Gesandte

Pfade der Pflicht nie abgewichen sey. Unser diesmaliger Sommer ist außerordentlich kalt.

en und nichts zu vergessen, da er vom

Viele

haben bis jetzt die Winter⸗Kleidung noch nicht abgelegt, und

Alle suchen das Kamin⸗Feuer. Auf den hohen Bergen im In⸗ neren des Landes ist wieder Schnee gefallen. 2 Monaten wissen wir von keinem schoͤnen Tage, bestaäͤndig umwoͤlkt, und giebt ewigen Regen;

wvr. er 29g doch ist das Getraide bis jetzt nur wenig im Preise gestlegen.

Seit fast zwei der Himmel ist

In den Gebirgen bei Avellino streifen starke Banden um:

her, welche alle Kommunikation unsicher machen. die Staatspapiere von 74 auf 72 gefallen, zu diesem Preise keine Kaͤufer. 8. 8. Unter den 938 Offiteren, die am 21. sirt wurden, weil sie sich im Jul. v. J. mit ihren verfuͤhrten Soldaten nach Monteforte begeben hatten, besinden sich auch der General⸗Lieutenant Wilhelm Pepe, der Oberst⸗Lieutenant de Conciliis, und der Oberst⸗Lieutenant Tupputi. Stockholm, 8. Jul. Ein Akademie der Wissenschaften, Schwerin, (Enkel des Preußischen Feldmarschals,

Hier sind und finden selbst

Grafen v.

Schwerin) hat sich mit der ganzen Kraft seines Geistes und

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Mitglied der Schwedischen der Probst zu Sal,*) Graf von

seines Karakters gegen die nenen Statuten dieser Akademie erklaͤrt, und sogar Sr. Maj. eine ehrerbietige Gegenvorstellung uͤberreicht, worin er die gegenwaͤrtige Tendenz der Akademie,

von dem Zwecke ihrer ersten Gruͤndung im Jahre 1741, ganz

abweichend erklaͤrt. Er nennt die Akademie in ihrer jetzigen Ge⸗

stalt, ein gelehrtes Tribunal, das sich anmaßt, alljaͤhrlich ein⸗ mal die literarischen Produkren Schwedens zu pruͤfen, um zu be⸗ stimmen, in wie weit solche seines Beifalls fuͤr wuͤrdig zu er⸗ achten sind. Besonders heftig streitet er gegen den Inhalt des 2. Artikels gedachter Statuten, der die Anzahl der Mitglieder auf 100 festsetzt, wodurch nach seiner Meinung, die Akademie den Zweck ihrer ersten Begruͤndung verfehle, und aufhoͤre, eine freie und fuͤr jedes literarische Verdienst zugaͤngliche Gesell⸗ schaft zu seyn. Da der Koͤnig sich indessen dadurch von der Bestaͤtigung der Statuten nicht hat abhalten lassen, so hat der Graf von Schwerin daraus Veranlassung genommen, gch aus der Reihe der Akademie⸗Mitglieder streichen zu lassen.

Bei der feierlichen Beerdigung des Grafen Moͤrner, zer⸗ truͤmmerte der General⸗Lieutenant, Graf de la Gardie, dessen Familien⸗Wappen.

.») Stadt in der Provinz Westermanland, 5 Meilen von up sala, hatte vormals gute Silberbergwerke.