1821 / 130 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

HSOppeln. Gute Mittel⸗Ernte, Sommerung besser als Winterung; Haide⸗Korn und Hirse fast ganz fehlgeschlagen; Kartoffeln, besonders in niedrig gelegenen Ortschaften, gerin⸗ gen Ertrages; Obst, besonders Aepfel und Birnen, vorzugweise .11A4.“*“ 111646“*“ .“ 8 VI. Posen. eees Posen. Sommer⸗Fruͤchte am 3. Okt. hie und da noch

auf dem Felde; das bereits gehauene Getraide an vielen Or⸗ ten vom starken Regen verdorben; den Garten⸗Fruͤchten, dem Graswuchse und der Bestellung der Aecker, der nasse Septem⸗ ber gedeihlich. Winter⸗Saaten fast uͤberall bestellt, an mehren Orten schon gruͤn. An der Nieder⸗Warthe, Winter⸗ und Som⸗ mer⸗Getraide ergiebig, im Allgemeinen sehr gesegnet; Hafer und Gerste uͤberall besonders gut, auch noch Garten⸗Fruͤchte und

zweite Heu⸗Ernte. VII. Sachsen.

. Magdeburg. Die Ernte ist guͤnstig beschlossen und fast

ohne Ausnahme ergiebig ausgefallen. 1

Merseburg. Hafer, Gerste und Waitzen ist auf dem Felde ausgewachsen uUnd dem groͤßten Theile nach verdorben; am 5ten Oktober war viel Getraide noch nicht in den Scheu⸗ nen. Grummet und Obst hat sehr gelitten; Weinernte ist

vernichtet. - Erfurt. Roggen nach Wunsch; die uͤbrigen Fruchtsorten nicht gehoͤrig trocken eingebracht; Waitzen und Gerste wuchsen auf dem Halme aus, Futter⸗Kraͤuter verfaulten zum Theil auf den Feldern. In den Gebirg⸗Gegenden waren am 8. Okt. die Winter⸗ Fruͤchte erst zur Haͤlfte geerntet; die Sommer⸗Fruͤchte gruͤnten noch. An die neue Winter⸗Bestellung war noch nicht zu den⸗ ken, ungeachtet sie auf den dortigen hochgelegenen Feldern zei⸗ tiger, als in den Niederungen geschehen muß. VIII. Westphalen. Minden. Der Roggen hat, mit Ausnahme einiger Sandgegenden, wo er vortrefflich stand, in Stroh und Koͤr⸗ nern, kaum die Haͤlfte einer mittelmaͤßigen Ausbeute, der Waitzen hingegen einen besseren Ertrag geliefert; Gerste und 25 uͤberall vorzuͤglich gut; Huͤlsen⸗Fruͤchte von geringem Mehl⸗Ertrage; Flachs gut gerathen, namentlich im Kr. Rah⸗ den ¼ üuͤber den gewoͤhnlichen Ertrag; Futter⸗Kraͤuter gut; Buchwaitzen mittelmaͤßig; Kartoffeln und Garten⸗Fruͤchte reich⸗ lich; Kern⸗Obst ziemlich; Stein⸗Obst weniger. Sommer⸗Fruͤchte sind zum Theil auf dem Halme ausge⸗

keimt und nicht trocken eingescheuert; der Spaͤtflachs hat hin

und wieder sehr gelitten; die zweischuͤrigen Wiesen, geringes Nachheu; Stroh⸗Ertrag kaͤrglich; die Bestellung des Winter⸗ Getraides durch die Witterung ungewoͤhnlich verspaͤtet.

Arnsberg. Bis zum 12. Sept. sind Waitzen, Roggen und Winter⸗Gerste ziemlich trocken eingeschenert; von da ab suchte unaufhoͤrliche Naͤsse, die gesegneten Fluren verheerend heim. Was schon 88gsn war, und was noch auf dem Halme stand, verdarb. Die Koͤrner fielen oder wuchsen aus; das Stroh ist zum Verfuͤttern und anderem haͤus⸗ lichen Gebrauche untauglich geworden. In den gebirgigen Gegenden, wo die Reife spaͤter eintritt, hat der Scha⸗ de mehr den groͤßtentheils auf den Feldern gelegenen Roggen getroffen; dagegen ist dort Hafer und Sommer⸗Gerste, die noch nicht uͤberreif auf dem Halme gestanden, verschont geblie⸗ ben. Klee, Erbsen und Wicken sind in manchen Gegenden gaͤnzlich verdorben, dadurch und durch den Schlamm der ausgetretenen Gewaͤsser, ist vieles Gras auf den Wiesen und Weiden ungenießbar geworden. Ueberhaupt ist der in der nachtheiligen Wittrerung entstandene Schade, in einzelnen Feldfluren einem gaͤnzlichen Miswachse gleich zu achten. . IX. Juͤlich, Kleve, Berg. 88 Kleve. Ende September noch Waitzen, Hafer, Gerste, auch Buchwaitzen auf den Feldern; bei der nassen Temperatur bereits im Keimen begriffen. Guͤnstiger war das nasse Wetter dem jungen Klee, demm Spargel und den weißen Ruͤben. Im Allgemeinen die Ernte gut; Waitzen nicht besonders; Roggen scheffelt vortrefflich; am Sommer⸗Getraide, an den Kartoffeln, dem zweite Heuschnitte und sonstigen Feld⸗ u. Garten Fruͤchten, nichts auszusetzen; Kern⸗Obst nicht sonderlich; die Einsaat des Win⸗ ter⸗Roggens Ende Sept. noch nicht allgemein vollendet. Die Schnecke, dieses verheerende Insekt, zeigt sich in diesem Jahre in mehren Gegenden in ungewoͤhnlicher Menge, und faͤllt mit ungewoͤhnlicher Begierde in die frisch gesaͤeten Kornfelder ein.

Duͤsseldorf. Die Witterung verzoͤgerte das Einscheu⸗ ern der Sommer⸗Fruͤchte und die Bestellung der Saat, auch litt darunter die Heuernte; Feldschnecken schon haͤufig.

X. Niederrhein.

Koblenz. Der am 1. Sept. hier gefallene wolkenbruch⸗ aͤhnliche Regen, betrug in 8 Stunden 2 Zoll 9 ½ Linien, oder 4 ½ Quart auf dem engen Raume eines Quadrat⸗Fußes Ober⸗ Flaͤche. Auffallend ist, daß am 1. Sept. v. J. ebenfalls der meiste Regen in einem Tage des ganzen Jahres, jedoch nur die Haäͤlfte des diesjaͤhrigen fiel. Ueber den Einfluß dieses Wetters auf den Weinstock ist nichts mehr zu sagen, weil es keine Weinlese giebt. In der ebeneren Gegend sind die Feld⸗ Fruͤchte eingethan; in den gebirgigen, besonders auf dem We⸗ sterwalde, war am 30. Sept. ein großer Theil der Fruͤchte noch nicht eingeerntet, und dadurch vieler Gefahr ausgesetzt. Die neue Saat des Kohlsaamens steht vortrefflich; die zweite

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eU⸗ Ernte ist schlecht ausgefallen und an vielen Orten Se. V

Futter⸗Kraͤuter und Gemuͤse sind in großem Ueberflusse. 1111 “]

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Aachen. Die nasse Witterung verzoͤgerte, besonders den suͤdlichen Gebirg⸗Gegenden, die Ernte und die neue Bestellung, und verdarb verschiedene, theils gemaͤhte, t noch auf dem Halme stehende Fruchtarten. Die Ernte, son sie beendigt, ist im Ganzen gut gerathen, besonders H. und Heu.

Hener. Das diesjaͤhrige Getraide, besonders der Rogg ist schwach in Korn; Grummet an vielen Orten bis zum faulen verdorben; Klee reichlich gewonnen. In den gebirg Gegenden der Eifel und des Hochwaldes, konnte der Rog erst Ende Septembers eingescheuert werden; der Hafer st am 1. Okt. zum groͤßten Theile noch auf dem Felde; Ka feln zur Gnuͤge; Gemuͤse haben gelitten; Ranpen in Umn

Eine Weinlese wird fuͤr dies Jahr nicht stattfind, man fuͤrchtet sogar, daß das Holz des Weinstockes nicht Reife kommen duͤrfte. bulch Sest.

Wechsel⸗ und Geld⸗Kourse.

Hamburg, 23. Okt. Amsterdam k. S. 109 70 2 Mon. 108 pCt. zu lassen. London k. S. 37 Schl Den., 2 Mon. 37 Schill. mit Den. besser zu lassen Paris 2 Mon. 26 22 Schill. Geld bis 26,71⁄ Schill. deaux 2 Mon. 2613 Schill. Briefe. Kopenhagen k. 262 pCt. Breslau 6 Wochen 407 . Schill. 2 2 zum not. Kours zu lassen. Wien in effectiv 6 Wr 146 ¾ pCt., Prag in effectiv 6 Wochen 147¼ pCt,, Augsburg 6 Wochen 147 ¼ pCt., Frankfurt 6 Wochen i;; ausgeboten. St. Petersburg 2 Mon. 8 ½ G.

riefe.

Louisd'or 11 Mrk. 4 Schill., zu lassen. Holl. D. ten, neue fehlen, nominel 9 ½ pCt. Gold ⸗l marco Schill. zu lassen. Daͤn. Grob Kour. 123 pCt. Silber 27 Mrk. 11 Schill., Silber in Sort. à 139 G. à 14 L. 9 G. 27 Mrk. 10 Schill., Preuß. Muͤnze Mrk. 4 Schill. zu lassen. Diskonto 4 pCt. Geld.

Preuß. Praͤmienscheins 188½ Mrk. Bko. Briefe, 10 Mrk. Bko. Geld.

Norwegische Anleihe à 5 pCt. 75 ½ pCt. Briefe, pCt. und 75 pCt. bezahlt; fuͤr kleine Apoints 76 pCt. Ge

Daͤnische Anleihe, erste Abth. à 6 pCt. Zinsen 89 pCt., desgl. 5 pCrg. von 3000 Mrk. 83 pCt.; zweite de 81 85 pCt. etwas gemacht.

Hestr. Anleihe das Loos von 100 Fl. pr. kontant u Fl. pr. ult. Dec. 109 109 ½ Fl. einiges umgesetzt. Maul ques 733. 74 Fl. Geld und Briefe.

Berlin, 25. Okt. London 3 Mon. dato war à 7 N. 2 Gr. zu haben, à 7 Rthl. Gr. fanden sich Nehmer. Hamburg 2 Mon. à 152 %; kurz à 153 ½ zu bekommen. A. sterdam 2 Mon. fand à 140 ¾ Verkaͤufer. Paris 2 Mon. 83 v⅛ Geber, à ¼ Kaͤufer. Frankfürt a. M. 2 Mon. à ohne Umsatz. Wien in 20 Nr. 2 Mon. à 104¼ Begehr. Auf St. Petersburg 3 Wochen dato wurde ni gewechselt. Diskonto 3 à 3 ½ Geld. Staats⸗SchuldSh ne à 69 Geber, 63 ¾ Abnehmer. Preuß. Präaͤmien⸗Sch à 96 ¾ zu haben, 96 zu machen. Engl. Anl. à 89 ¾ Vech er; 89 ¼ à 8 bewilligt. Norwegische Anleihe der Ham Avista⸗Kours à 150, à 76 ¾ Geld. Oestr. 5 pCtg. Obl’ tionen pr. Kassa à 78 zu haben, à ¼ zu lassen. Oestr. leihe in Loosen à 100 Fl. pr. Kassa ohne Umgang; pr.

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Koͤnigliche Schauspiele. Sonnab. 27. Im Schauspiel⸗Hause: Die Vertrun Lustsp. in 2 Abtheilungen, von A. Muͤllner. Hierauf⸗ D Lustbarkeit im Wirthsgarten, kom. Balet in 1 Aufzuge. vn⸗ gefuͤhrt von den Eleven der Koͤnigl. Tanzschule.

In Potsdam: Die Unvermaͤhlte, Drama in 4 Abt lungen, von Kotzebue. Hierauf Tanz.

Sonnt. 23. Im Opern⸗Hause. Zum erstenmale: Stralower Fischzug, Volkstuͤck mit Gesang, in 2 Abthei gen, von J. von Voß. Die Musik ist eingerichtet vom Koͤn Musik⸗Direktor G. A. Schneider. 8* 1

Mont. 29. Im Opern⸗Hause: Fidelio, Oper in 22¾ theilungen, voͤn F. Treitschke. Musik von L. von Beethove

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24. Okt. 25. Okt.

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teorologische Beobachtungen. Barometer. Therm. Wind. Witterung. A. 270 9714 6 + (S. O. sestirnt. 1 F. 27211— % 70+† S. W. Sonnenblicke, trüb. 8 M. 280— 4 90+% W. strüb, Wind, Staubregen A. 28°9 17141 7˙† W. trüb. 26. Okt. F. 28° 3—“ 62 W. hell. 8 ng eas 1.e sS; In No. 128 d. Z. Spalte 7, Zeile 15 v. oben l. Ces 1 statt Astrum; Z. 16 l. Crowea saligna st. Crowea salicg 3. 17 I. Erica Sebana st. E. lebana; Z. 29 l. Gnidia st. Go dia; in derselben Z. l. Geodorum st. Gladorum; 3. 2† Selago st. Selugo; und Z. 25 l. tiumfetta st. triumsetta- ““*“ v“ eI88728h) aa:

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Amtliche Nachrichten.

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Krronik des Tages. Seine Majestaͤt der Koͤnig haben den, bei dem Russisch serlichen Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten an⸗ lliten Freiherrn von Sacken und Freiherrn von Brun⸗ ,„ den St. Johanniter⸗Orden zu verleihen geruhet.

Seine Koͤnigliche Majestaͤt haben den bisherigen Gehei⸗

Justiz⸗- und Ober⸗Landes⸗Gerichts⸗Rath Bormann zu 8 zum Geheimen Ober⸗Tribunals⸗Rathe zu ernennen

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Des Koͤniges Maäjestaͤt haben den bisherigen Kreis⸗Phy⸗ sOr Schlegel zu Breslau, zum Regierungs⸗u. Medicinal⸗ the bei der Koͤniglichen Regierung zu Oppeln zu ernennen das demselben ausgefertigte Patent Allerhoͤchstselbst zu

WMiehen geruhet.

Die Dokroren Regenbrecht und Gaupp, bisher Pri⸗ Docenten bei der Universitaäͤt in Breslau, sind zu außer⸗ utlichen Professoren in der juristischen Fakultaͤt ernannt den. ; Se. Maj. der Koͤnig haben dem hiesigen praktischen Arzte Seegert, den Karakter als Hofrath zu ertheilen geruhet das desfalsige Patent Allerhoͤchst eigenhaͤndig vollzogen. Seine Koͤnigliche Majestaͤt haben dem Brunnen⸗Arzte Dr. plin zu Ober⸗Salzbrunn, dem Hebammen⸗Lehrer Dr. auck zu Berlin, den Kreis⸗Physikern Dr. Neubeck zu einau, Dr. Hencke zu Elbing, Dr. Velten zu Vonn, dem praktischen Arzte Dr. Graͤver zu Muͤnster den Hof⸗ h⸗Karakrer Allergnaͤdigit su ertheilen geruher. Angekommen: Der Ka fandte und bevollmaͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, Graf hy von Vasonskd, von Wien. Der Koͤnigl. Baiersche General⸗Adjutant, Graf von Pap⸗ heim, von Hannover. Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant von Bor⸗ WW“ General des 1. Armee⸗Korps, nach Koͤnigs⸗ in Pr. . Der Russisch Kaiserl. General⸗Adjutant und außerordentliche sschafter am Koͤnigl. Großbritannischen Hofe, Graf von Lie⸗ nach Hannover. Durchgereist: Der Russisch Kaiserl. Feldjaͤger, Lieutenant femer, als Kourier von St. Petersburg, nach Paris.

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Zeitungs⸗Nachrichten.

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Paris, 20. Okt. Bei den diesjaͤhrigen Deputirten⸗Wah⸗ ist es vollkommen ruhig hergegangen. Bis auf zwei Er⸗ nungen sind saͤmmtliche Wahlen vollbracht. Die Royalisten geicheln sich, der Ministerial⸗Partei einige Stimmen abge⸗ inen zu haben. In den Verhaͤltnissen der Kammer kann hes keinen sonderlichen Unterschied machen. Man versichert, Plan einer Emigranten⸗Entschaͤdigung werde dieses Jahr Leben treten! dadurch zoͤge die Regierung eine Menge ver⸗ 8 Royalisten auf ihre Seite. Doch auch ohne derglei⸗ Hilfe, scheint die Stellung der Minister standfester als je⸗

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16.

itzung Chambord, fehlt noch Mill. Fr. Auf dem Lande nan 1000 geistl. Stellen wegen Mangels an Subjekten, isetzt seyn. Als neulich im Staͤdtchen Boulogne (Dep. er, Garonne) eine ausgebrochene Feuersbrunst sich nicht loͤ⸗

nlassen wollte, entschloß man sich endlich, das h. Sakra⸗

tin Procession durch die Gassen zu tragen.

Die obersten Beamten⸗Stellen fuͤr die Kolonien auf Mar⸗ ne und Gnadeloupe sind von Sr. Maj. nunmehr besetzt. Hr. Saulniers ist nach Marseille gesandt, um gemein⸗ ftlich mit dem Militair⸗Intendanten Lelorain, den Trans⸗ des (in d. Z. bereits erwaͤhnten) Thierkreises von Tentyra, bas hiestige Museum zu bewirken. In Marseille sind fal⸗ Sechs Franken⸗Stuͤck

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lauf gesetzt; sie tragen die Jahrzahl 1780 und das Bildnis Ludwigs XV.

Der Herzog Decazes wird hier erwartet; nach kurzem Aufenthalte wird er nach London zuruͤckkehren, um daselbst noch vor Sr. Maj. dem Koͤnige von England einzutreffen.

Nachrichten aus dem Bannat zufolge, kaufen die Englaͤn⸗ der daselbst alles Getraide auf.

Spaͤtestens bis zum 1. Nov. wird die neue Landstraße uͤber den St. Bernhard⸗Berg fuͤr zweispaͤnnige Wagen zu be⸗ fahren seyn; in laͤngstens zwei Jahren sieht man der gaͤnzlichen Vollendung dieser wichtigen Landstraße entgegen.

In Rom ist am 3. d. M. der erste Schnee gefallen. (2)

Das Geruͤcht, als herrsche das Gelbe Fieber auch auf Malaga, hat sich gluͤcklicherweise als voͤllig ungegruͤndet ergeben.

In Clermont ward neulich ein Zrjaͤhriger Greis zum drit⸗ tenmale, und zwar mit einem 2 2jaͤhrigen Mäͤdchen getraut.

In Lille wird nach dem Beispiele mehrer großer Staͤdte, eine Sparkasse errichter.

Der vormalige Lieutenant de Ruault ist wegen des Mord⸗ Versuches auf das Leben des Generals Dugeon, von dem hie⸗ sigen Assisen⸗Hofe zum Tode verurtheilt. Er war der Sohn sehr achtbarer Eltern aus alt⸗adelichem Geschlechte, hatte in Versailles studirt, im Jahre 1899 dem Feldzuge gegen Oest⸗

serl. Oestreichsche außerordentliche

zur Bezahlung der fuͤr den Herzog v. Bordeaux erstandenen

reich beigewohnt, ward 1821 in Spanien gefangen, spaͤter nach Jamaika transportirt, u. erhielt 1844 seine letzte Anstellung in dem Koͤnigl. Garde⸗Kuirassier⸗Regimente, von dem er, zweier Duelle wegen, entlassen wurde; der Aerger uͤber diese Entlas⸗ sung, vermochte ihn zu jenem moͤrderischen Angriffe auf das Leben seines Regiment⸗Chefs und Anverwandten. Der Meu-— chelmoͤrder erbat es sich zur Gnade daß die Todesstrafe rein und unbedingt, und nicht die Alternative Ketten oder Todes⸗ strafe gegen ihn erkannt werden moͤchte.

Mit sechszig Franzoͤsischen, teutschen und anderen Ofsicie⸗ ren, ist auch der junge Polnische Fuͤrst Krasinski von Marseille nach Morea abgegangen.

Außer mehren hiesigen Versicher⸗Gesellschaften, wird jetzt auch die Errschtung einer solchen gegen Gerichts⸗Kosten beabsichtigt.

Man arbeitet, heißt es, hier an Errichtung einer teutschen Lese⸗Gesellschaft, zu der die ansehnlichsten hiesigen teutschen Banquiers unterzeichnet haben. Die politische Windstille gewaͤhrt Muße, sich am taͤglichen Leben zu erholen. Fuͤnf Sterne glaͤnzen am ee. der Mode; es sind die Gewand⸗Schneider Acerbi, Lemken, Leger, Mart. Baron und Staub. Von ihrer Willkuͤr empfaͤngt die bekleidete Maͤnner⸗Welt Gesetze. Dem National⸗Stolze der Teutschen muß es nicht wenig behagen, daß sich unter den fuͤnf Potentaten der Kleider⸗Schnitte, zwei Landsleute befinden. Dermalen tritt Staub seine Nebenbuhler gleichsam in den Staub. Er hat einen Frack erfunden; die hiesigen Elegants riefen beim Erblicken desselben aus: uns coupe d'une har- diesse extraordinaire! (ein Schnitt von einer Vermessenheit, wie man noch nie gesehn.) 1 9

In der lutherischen Kirche in der Straße des Billetta, fand am Sonntage den 14. Okt. eine feierliche Ceremonie, das Andenken der erhabenen Herzogin von Kurland ehrend, statt. Die Herzogin pflegte seit mehren Jahren einige Monate in Paris zu⸗ zubringen, und ihr Aufenthalt war mit vielen Wohlthaten fuͤr die (Armen bezeichnet. Der Fuͤrst Talleyrand, ihr Freund und Vetter (letztes wegen der ehelichen Verbindung der Tochter der Verstorbenen mit seinem Neffen,) war deshalb eigens von Va⸗ lencey nach Paris gekommen, auch waren die Gesandten von Preußen, England und Sachsen bei der Ceremonie zugegen.

Marseille, 4. Okt. Die auf der Westseite von Morea befindliche Handelstadt Navarino, ist mit ihrem, fuͤr 1000 Schiffe geraͤumigen Hafen, und ihren, von Franz. Ingenieurs in der Mitte des vorigen Jahrhunderts angelegten, gut un⸗ terhaltenen Werken, den Griechen bekanntlich uͤbergeben. Fuͤrst Demetrius legte so viele Wichtigkeit auf die Einnahme dieses Platzes, daß er sich bis zur Kapitulation, die er unterzeichnere, in Person bei dem Belagerungs⸗Korps befand. Lepanto wird von einem aus Aetolien dahin vorgeruͤckten Griechischen Korps, bei dem sich viele Europaͤer befinden, belagert.

London, v2o0. Okt. nsre heutigen Ministerial⸗Bläͤrt sagen von neuem, daß unser Koͤnig auf seiner Ruͤckreise den

König von Frankreich besuchen werde.