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Ungluͤcksfaͤllen sind um so weniger grundlos, als der GBoöoden gar nicht oder nur wenig gefrorer⸗ ist, das Erd⸗ rreich von einer großen Wassermasse durchdrungen wer⸗ den kann, und daher leicht große Erdabsitzungen erfol “ ggen koͤnnen. Gott gebe das Bessere! Aehnliche Nachrichten werden aus dem Oberpuster, thale gegeben. Neapel, 24. Dezbr. Seit zwei Tagen ist rauhe
Witterung eingetreten; die Temperatur faͤllt bedeutend, und gestern zeigte der Thermometer 4 Grade nach Reaumur. Der Gipfel des Vesuvs und aller umliegen der Gebirge sind mit Schnee bedeckt. In den Provin⸗ zen haben Regenguͤsse und Ungewitter großen Schaden angerichtet. 1j . 8 Madrid, 13. Januar. Die Schiveizerbrigade hat gestern ihren Ruͤckmarsch nach Frankreich angetreten. Die spanische Regierung hat in der Form eines Rundschreibens des Kriegsministers an die General⸗Ka⸗ “ pitaine der Provinzen eine Art von Manifest erlassen, mworin sie ihre friedfertigen Gesinnungen und den be⸗ stimmten Entschluß aussprifht, sich aller Feindseligkeiten
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gegen Portugal zu enthalten.
Der alte General Eguia, welcher den 6. d. M. in Folge eines Schlagflusses gestorben ist, ist derselbe, wel scher fruͤher Kriegsminister und Mitglied der provisort⸗ schen Regierung im Jahr 1823 war. Seit zwei bis drei Jahren erlaubte ihm seine zerruͤttete Gesundheit
nicht mehr, das Zimmer zu verlassen.
Außer den Truppen, welche die Regierung nach
der portugiesischen Grenze geschickt hat, wird, wie man
sagt, das fuͤnfte Infanterie-⸗Regiment, welches in Ma⸗ drid in Garnison liegt, ehestens nach dem vor Gibral⸗ tar bestehenden Lager von St. Roch, zu dessen Verstaͤr⸗ kung abgehn. Auch beabsichtigt man, zwei Bataillons, die gegen⸗ waͤrtig in Ceuta sind, nach den Canarischen Juseln ab⸗ zusenden. Lissabonn, 4. Jan. Der Marschall Beresford uüͤbernimmt den Befehl der englischen Truppen in Por⸗ tuz; al. 1 Man hat hier keine neuere Nachrichten uͤber die Bewegungen des Marquis von Chaves in der Provinz Beira erhalten. 1 Die Ausschiffung der englischen Truppen ist unge⸗ stoͤrt vor sich gegangen. Die Linienschiffe Romney und Windsor Castle hatten, das eine 373, das andere 650 Mann an Bord, der Melville 630, der Glovcester 600, und der Wellesley 560. Fs 1 Tuͤrkei. Die Allgemeine Zeitung enthaͤlt folgende Correspondenz⸗Mittheilungen:
Livorno, 2. Jan. Nachrichten, welche wir von Marseille aus sehr zuverlaͤssiger Quelle hoben, bringen uns die Gewißheit, daß Lord Cochrane im Begriff steht, sich dort den 3. oder 4. 8d. M. auf einer schoͤnen, fuͤr ihn gekauften Brigg einzuschiffen, nachdem die Schwie⸗ rigkeiten gehoben sind, welche seiner Expedition im Wege standen. Seine Escadre wird aus jener Brigg, aus der in Amerika fuͤr Griechenland erbauten Fregatte, aus einem andern Fahrzeuge, aus dem Dampfschiffe, welches schon in Napoli ist und aus mehreren Schiffen von Miauli bestehen; spaͤter soll sie durch die aus Cag⸗ land erwarteten zwei Dampfboote veistaͤrkt werden. Saͤmmtliche Schiffe sind vollstaͤndig ausgeruͤstet, und fuͤr Lebensmittel, wie fuͤr Sold der Mannschaft ist auf die naͤchsten vier Monate Fuͤrsorge getroffen, theils durch die Fonds, die zu seiner Verfuͤgung gestellt sind,
ttheils durch Vorraͤthe, welche fuͤr ihn zu Napoli und auf Hydra sind gesammelt w Fuͤr die darauf 1“ “ 8 1““
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scha bei Athen die Rede.
folgende Zeit und ihre Beduͤrfnisse wird er, wie er aͤußert, die Tuͤrkei und Aegypten bezahlen lassen I daß er ohne die geringsten Anspruͤche an die Huͤl tel des ohnehin ganz erschoͤpften Griechenlanes 1 Laufbahn beginnen und durchfuͤhren kann. Er ¹ mit der festen Ueberzeugung, schnell eine entscheihe Wirkung hervorzubringen. Gegen Mitte diests . nats hofft er in dem Archipel angekommen zu se und wir werden dann ohne Zweifel int rressante N richten von ihm hoͤren.
Ancona, 4. Jan. Ein Brief aus Napoli di mania vom 16. Dez. meldet, daß die dorthin geren koͤnigl. bazerischen Offiziere am 5. Dez. daselbst an kommen sthd. Der Schooner (Pegasus), auf welc sie sich befanden, und dessen Konvoy durch Sturm streut wurde, gerieth mitten in die von Candia her der Hoͤhe von Modon angekommene tuͤrkisch⸗ggppti Flotte, entging aber derselben mit vielem Glucke, lief zu gleicher Zeit mit der 64 Kanonen fuͤhren neuen Fregatte, welche die Stadt New York den chen zum Geschenke machte, im Hafen von Napol Letztere wurde „die Hellas“ getauft, und witdp Admiral Miaulis bestiegen werden.
Triest, 11. Januar. Die neuesten Briffe Smy ena vom 18. Dez. v. J. melden, daß die von M nach Napoli di Romania abgegangene fuͤr die Git in Amerika gebaute große Fregatte gluͤcklich daseltst gelangt sei. — In Hydra sollen Uneinigkeiten au drochen sein, theils wegen einer Abgabe von o0, tuͤrkischen Piastern, welche die griechische Reper von den Einwohnern daselbst, so wie von den auf verschiedenen Inseln des Archipels sich aufhꝛle Hydrioten, fordert, theils wegen des Ersatztz 150,000 Piastern fuͤr die Schaͤden, welche ihre M den europzaischen Kauffahrern zufuͤgte. Wegen Forderungen haben drei hydriotrsche Schiffe, sedes 18 Kanonen und 90 Mann Besatzung, welche zu IC lagen, sich dem Gehorsam gegen die griechische Re rung entzogen, um Kaperei zu treiben. Indessen! sie von einem englischen Kutter beobachtet.
Konstantinopel, 22. Decbr. (Urber Buchn Es ist hier Viel von einer Niederlage des Reschid Eeꝛ soll unter den Ma der Akropolis geschlagen und zur Aufhebung der? gerung dieses unsterblichen Denkmals der Kuͤnste gesg gen worden sein. Diese Nachricht wird von v⸗isg nen Seiten gemeldet, und soll der Pforte schon s. Lugekommen sein. — Aus Napolt di Romanta tf nere Anzeige ein, daß die in Amerika gebaute sih Hellas naͤchstens von Hydra nach den Gewaͤssan Samos abgehen solle, um zu Miaulis Eskarte sl Ribeaupierre wird taͤglich erwanee
Koͤnigliche Schauspielt.
Freitag, 26. Januar. Im Opernhause: nie“ von Andreas Romberg. (Erster Satz.) „s für die Violine, (Souvenir de Paris,)“ komponm gespielt von Heinrich Romberg, Sohn des verstord Kapellmeisters Andreas Romberg, und Schuͤler de⸗ riser Conservatoriums. „Simsonie von A. Rond (Zweiter Satz.) „Vrriatifonen auf Schweizerische reigen,“ von Lafont, gespielt von H. Romhberg.
auf: „Raoul von Crequt,“ Singspiel in 5 Aͤt aus dem Franzoͤsischen des Monvel, mit beibehe Musik von d'Allairac, uͤbersetzt C. Herklots⸗
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Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.
selbst zu verweisen. ite, es wuͤrde am angemessensten sein, die Sache
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Berlin, Sonnabend, den 27ten Jon
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Kronik des Tages. 8 Bei dem Königl. Kammergericht zu Berlin jie bisherigen Kammergerichts⸗Referendarien Karl geich Weißenborn und Ernst Karl Adolph von alffen zu Assessoren ernannt und die bisherigen nigerichts⸗-⸗Auscultatoren Philipp Ferdinand von aberg, Gustav Adolph. Theodor Schaller, Karl hvon Beurmann, Karl Christian Kromayer hibrich Wilhelm Schultze zu Kammergerichts⸗ kambarien befoördert worden. C“
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heute wird das 2te Stuͤck der Gesetzsammlung aus⸗
chen, welches euthält: unter
r. 1045. Die. Allerhoͤchste Kabinetsorder vom 31. Dezember v. J., wegen Entrichtung eines Schleusengeldes auf der Saale und Unsteut.
ntin, den 27. Januar 1827.
Debits⸗ Komtoir.
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Rusland.
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paris, 20. Januar.
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Die vorgestrige r
vns ammer ist sehr interessant gewesen; es wurde
ch er Commissionsbericht uͤber die Bittschrift des sn Montloster wider die Jesuiten angehoͤrt. Der chterstatter, Graf Portalis, theilte seinen Vortrag wwei Theile ein: im erstern sprach er uͤber die An⸗ (des Bittstellers gegen die priesterliche Partei ni prétre), und erklaͤrte, die Commisson haben die⸗ Uusoruck und die unter dieser Rubrik vorgebrachten Be⸗ igungen so unbestimmt und schwankend gefunden, se vorschlage, hieruͤber zur Tagesordnung zu schrei; Was aber die Anklage gegen die Jesuiten betreffe, hlage sie vor, die Bittschrift an den Praͤsidenten Ninisterraths zu verweisen. Der Cardinal von La erklaͤrte sich gegen diesen Antrag und schlug die nordnung vor; der Herzog von Choiseul sprach da⸗ nim Sinne des Vorschlags der Commission und Hdarauf an, die Bittschrift nicht bloß an den Praͤ⸗ nten des Ministerraths, sondern an den Minister⸗ Der Herzog von Fitz⸗James
Keisheit der Regierung zu uͤberlassen. Nach diesen EE“ “ “
uar 1827.
drei Reden kertagte sich die Kammer auf gestern, ohne eine Beschluß zu fassen. — Der Fuͤrst Polignac (welcher also doch nicht aufs Land gegangen ist) wohnte dieser Sitzung bei.
Gestern wurde in der Deputirten⸗Kammer ebenfalls uͤber einige Bittschriften berichtet. Eine derselben be⸗ traf die Preßfreiheit; und Hr. v. Castelbajaec schlug ruͤck⸗ sichtlich derselben, die Tagesordnung vor; der Antrag wurde aber verworfen. —
In der vorgestrigen Versammlung der Akademse wurden die HH. Lacretelle, Villemain und Michaud von ihren Collegen auf die schmeichelhafteste Weise auf⸗ genommen. Es fand indessen keine Berathschlagung uͤber die Abfassung der Bittschrift Statt, indem Herr von Chateaubriand sich wegen der Sitzung der Pairs⸗ kammer nicht einfinden konnte. Die Sache ist auf kuͤnf⸗ tigen Dienstag vertagt.
Eine große Anzahl Pairs, Deputirte, Mitglieder des Instituts, Gelehrte, Manufakturisten, Kaufleute und Buͤrger von allen Klassen, haben, wie die Pariser deutsche Zeitung sagt, heute den 3 ihrer Stellen ent⸗ setzten Akademikern ihren Besuch abgestattet.
Die von Seiten der Handelskammer zu Duͤnkirchen bei Sr. Exe. dem Minister des Innern eingegangenen Verzeichnisse weisen folgendes nach: Waͤhrend dem Jahre 1826 sind 2678 sowohl in⸗ als auslaͤndische Fahrzeuge, haltend zusammen 169,976 Tonnen, im Hafen von Duͤn⸗ kirchen ein und ausgelausen; sie waren mit 15,120 Mann besetzt. 85 Fahrzeuge, haltend 4913 Tonnen
und mit 1089 Leuten bemannt, sind zum Stockfischfange
ausgeruͤstet worden; vier davon sind untergegangen, und 2 haben Schiffbruch erlitten; die 79 übrigen sind mit 38,552 Tonnen, theils Oelsische, theils Rogen zuruͤckge⸗ kehrt, welche im Augenblick der Ausschiffung 1,881,970 Fr. werth waren. Dieser Werth steigt bei dem Kaufe durch die inzwischen in den Lagern des Befrachters ge⸗ schehenen Verpackungen, und nachher durch den Speku⸗ lationsgeist, welcher heuer in den Fischerartikeln recht thaͤtig gewesen ist. 1 8
Zu Grenada in Spanien hat sich, wie ein hiesiges Blatt erzaͤhlt, folgender Vorfall ereignet. Am 8. Dec.,
der Conception, waren die zuletzt herausgehenden Per⸗ sonen zwei Cavallerie Offiziere. Eine Neonne winkt einem derselben, zu ihr zu kommen, und fragte ihn, ob er Muth und Unerschrockenheit genug besitze, um ih einen wesentlichen Dieust zu lersten. Auf seine
zufinden und ein Zeichen zu geben,
moͤglich zu begleiten zusagte. Sie langten zur bestimm⸗ 82* “ Lö 88 8 “] 8* — 28 u“ 8*
nach Beendigung der Messe in der Kirche des Klesters
hende Antwort ersuchte sie ihn, in der kuͤuftigen Nachktk, um halb ein Uhr, sich an einer Thuͤre des Klosters ein⸗ was er versproch. Er erzaͤhlte die Unterredung seinem Kameraden, der ihmm rieth, das Abentheuer zu bestehen, und ihn so weit als
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