1827 / 130 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

ren vergebens und nicht im Stande, die Türken gegen die grausame Wuth einiger Boͤsewichte zu schuͤtzen, Ein Grieche draängte sich mit Gewalt in die Reitzen, am ei⸗ nem der ausmarschirenden Tuͤrkene das Gewehr ent⸗ reißen; der Tuͤrke leistete Widerstand; das Gewes ging los, ohne jedoch den Griechen zu verwunden. Dies war das Signal zum Gemetzel. Mehrere von denselben Grie⸗ chen, welche an den votchergehenden Tagen nicht den Muth hatten, das fast ganz in Schutt verwandelte, von wenigen Tapfern vertheidigte Kioster anzugreifen, waren nun herzhaft genug, über die durch Hunger und Stra⸗ patzen ganz erschoͤpften Tuͤrken herzufallen, and sie nie derzumachen. Selbst die Geißeln wurden von der blin⸗ den Wuth jener Boͤsewichte nicht verschont; einige der selben fielen unter den Streichen dieser Moͤrder. Um sonst legte sich General Church, uͤber solche Graͤuel em poͤrt, ins Mittel, um dem Blutbad ein Ziel zu setzen; nur Wenige von den ungluͤcklichen Tuͤrken konnten darch die persoͤnlichen Anstrengungen des General Church ge rettet werden; unter wiesen der Binbaschi (Oberst) der tapfern Besatzung, welcher, auf Ansuchen des ge dachten Generals, an Bord einer K. K. Kriegs⸗Kos. vette, welche eben bei Salamis vor Anker lag, aufge nommen wurde. Det beruͤchtigte Vasso, welcher den Obersten Burbachi bei dem Angriffe am 9. Februar d. Jahres so schäutdlich em Stiche gelassen hatte, soll ei 8 der Haupt⸗Anstifter dieser Mord, Scene gewesen ein. . „Oberst Gordon, der, nach den Vorfaͤllen in der ersten Haͤlfte des Februars, nur auf dringendes Bitten der damaligen Regierungs⸗Commisston auf Aegina wie⸗ der Theil an den Operattonen der Griechen genommen hatte, soll in Folge jener Graͤuelthat auf der Stelle sei nen Abschied genommen haben. General Church erklärte, daß er die Armee unverzuͤglich verlassen werde, wenn die S buldigen nicht der verdienten Strafe uͤberliefert wuüͤr den; zehn derselben ihre Zahl ist aber bei weitem groͤßer sind bereits ergriffen worden.“ „Lord Cochrane hat am 29. April an Bord seiner Goelette den Piraͤus verlassen; die uͤbrigen Schiffe folgten ihm; die Fregatte stieß beim Auslaufen aus dem Hafen auf den Strand. Die gesammte Seemacht, die, mit Einschluß der Fregatte und der Brander 30 Segel betragen duͤrfte, soll sich bei Poro sammeln. Diese Be wegung scheint durch das Geruͤcht von dem Auslaufen der aͤgyptischen Flotte aus Alexandrien veranlaßt wor⸗ den zu sein.“ „Man erwartete allgemein einen Angriff der Grie⸗ chen gegen das tuͤrkische Lager in der Nacht vom 29. auf den 30. April; es blieb jedoch alles ruhig.“ „Gestern und heute (1. und 2. Mai) bemerkte man große Bewegungen im griechischen Lager; es ist die hoͤchste Zeit zum Angriffe, sonst fällt die Akropolis, die sich in der äußersten Noth befindet, trotz allen Anstalten zu ih⸗ rer Befreiung; denn schon am 21. April hatten die Be⸗

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ehe wir den Ausgang den

Tage verstreichen buͤrften,

mals gerade bevorstehenden Kampfes erfahren werh⸗

Amerika. „Unsere Privatberichte aus la G (Ksagt ein nordamericanisches Blatt, the American,) bis zum 5. April gehen, stimmen dahin überein, Bolivar augenscheinlich nach der Dictatur strebe, vielmehr, daß er in der That Dictator sei. Er 2 Gesetze und Proflamationen, die seinen Ansichten sagten, ohne daß jemand ihm widersprechen durfte. Constitutton schien ganz bei Seite gesetzt zu sein. Truppen im Innern desertirwZn täglich mit ihren ten und bi⸗zeten kleine Banden, die sich auf Raub Pluͤnderung legten Es hieß, daß die Neger in Gegend von Barcelona sich empört und zwei ihrer gesebten ermordet haͤtten. Aus Carthagena erf⸗ wir, daß es daselbst unruhig aussah. Die britg Kaufleute hatten ein Gesuch an den Aedmiral in maica gesandt, ihnen ein Kriegsschiff zur Beschit ihres Eigenthams zuzysenden. Sie schienen nit sehr die Zwistigkeiten nter den Chefs als die Um der Truppen, die sert einiger Zeit keinen Sold e hattem zu besorgen.’“

Nachrichten aus Mexico vom 6. Maͤrz zu ist der Leuchtthurm auf dem Castell St. Juan de wieder hergestellt, und focgende nahere Details! können den Schiffskapitains, Vera Cruz beluchen, zur Anleitung dienen. worin sich das Licht defindet, erhedt sich 30 Füuf die Norospitze der Hauptmauer des Castells, Entferaung, in welcher dieses Licht vom obersten; korbe eines gewoͤhnlichen Kaufffahrteischeffes sichtbe wird auf 7 spanische Leguas oder 21 engl. Seen angenommen. Die leuchtende Maschine gebraucht Minuten, um sich voͤllig um ihre Axe zu bewegen, zeigt während dieses Kreislauses Zmnal im vollen sieben Lampen, welche in dem Augenblicke, in de sich von vorne zeigen, einen rechtwinkeligen Tri dilden. Der Zwischenraum von einem vollen Tri zum andern beträgt also eine Minute. Die genau Beobachtungen haben gezeigt, daß das Licht seldst die am weitesten hinaus liegenden Baͤnke reicht, von jedem Schiffer fruͤh genug wahrgenommen n. kann, um jede Gefahr zu vermeiden.

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Koͤnigliche Schauspiele.

Donnerstag, 7. Juni. Im Opernhause: Sem Darstellungen aus der italienischen Oper: „Semi de,“ in 2 Abtheilungen, im Kostuͤm dargestelt Mad. Catalani, Mlle. Hoffmann und Hrn. St. Musik von verschiedenen italtenischen Komponisten. auf: Auf Befehl: „Das Carneval von Venedig,“

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lagerten durch Kundschafter, die sich in der Nacht ins griechische Lager am Phalerus geschlichen hatten, erkläͤrt, daß sie sich nur noch zehn Tage zu halten im Stande seien. Viertausend Mann Griechen sind in der Rich⸗ eung nach Asomato (noͤrdlich vom Piraͤus) aufgebrochen, uum die von Reschid Pascha befestigte Stellung der Tuͤr⸗ ken im Oliven⸗Walde von hinten anzugreifen, waͤhrend die uͤbrigen Corps den Angriff in der Fronte unterneh⸗ men sollen. Die Tuͤrken sind jedoch auf allen Pounkten stark verschanzt, und scheinen den Angriff sesten Fußes erwarten zu wollen.“ 1 Das Schiff, welches obige Nachrichten

8 nach Smyrna uͤberbrachte, mußte leider in dem en 9

tscheidenden Augen⸗

blicke Salamis verlassen,

so daß nun wohl mehrere

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tomimisches Ballet in 2 Abtheilungen. (Mlle. Hr. Samengo und Hr. Briol werden hierin tanze Billets zu dieser Vorstellung sind im Billets⸗ kaufs⸗Duͤreau zu folgenden Preisen zu haben: 8 Ein Platz in einer Loge des Koͤniglichen . 2 Thlr. Ein Platz in einer Parquet Loge 1 Th Sar. Ein Platz in einer Loge des zweiten 9 1 Thlr. Ein Platz in einer Loge des dritten! 29 Sgr. Amphitheater 15 Sgr. Ein Platz im quet 1 Thlr. 10 Sgr. Ein Platz im Parterre 1 Freitag, 8. Juni. Im Schauspielhause: arme Poct,“ Schauspiel in 1 Akt, von Kotzebue⸗! auf: 7. Lg mit Gesang und? in 4 Abtheil., vom Koͤnigl. Schauspieler P. A. 9 Musik von C. M. v. Weher. bas e

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Gedruckt bei Feister und Eisersdorss.

welche den Hafehhu

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Berlin, Freitag, den 8ten Juni 1827.

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Kronik des Tages.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wilhelm von ßen (Sohn Sr. Majeset) ist nach Torgau, und Fbre Koͤnigl. Hoheit der Prinz und die, Prinzessin TLelm von Preußen, nebst Hoͤchstdero Familie, lach Schloß Fischbach in Schlesien abgegangen.

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Bei dem Koͤnigl. Kammergericht zu Berlin

Kammergerichts⸗Referendarius Bernhard Freiherr ato zum Assessor ernannt und die bisherigen Stadt⸗ ts Auscultatoren Heinr. Ludw. Messerschmidt, Im Karl Reinhardt, Friedrich Eduard Wache, un Alexander Mirus, Ernst Karl Leopold von dw, Heinrich Friedrich Freiherr von Brachen, ut Forck, Johann Friedrich Benthin, Gustav h Wilhelm v. Witte und Otto Theodor Ludwig vbi, so wie der Land und Stadtgerichts⸗Auseul⸗ Peter Heinrich Wilhelm Schulze, sind zu Kam⸗ richts Referendarien befoͤrdert worden.

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Abgereist. Se. Excellenz der Ober⸗Schenk, Graf Neal, nach Saarlouis.

Ze. Excell. der General⸗Lieutenant Vraun, In⸗ ur der 1. Artillerie Inspection, nach Cuͤstrin.

Se. Excell. der Koͤnigl. Saͤchsische General⸗Lieute⸗ außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Mi⸗ am hiesigen Hofe, von Watzdorff, und der Koͤnigl. Baiersche Kaͤämmerer, Geheime Rath, ordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister

hiesigen Hofe, Graf von Luxburg, nach Dresden.

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ungs⸗Nachricht

Zeit Ausland.

Paris, 1. Juni. In der vorgestrigen Sitzung der atirten⸗Kammer ist die Berathung uͤber das Bud⸗ kendigt worden; vor dem Schlusse der Sitzung wie⸗ Alte Hr. Laffite seinen fruͤhern Vorschlag, daß kuͤnf⸗ has Budjet in zwei Theile, naͤmlich in ordentlichen in außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben ge⸗ twerden moͤchte, indem man dadurch viel Zeit er⸗ en wuͤrde. Der Finanzminister wies auf die Maͤn⸗ dieses Systems hin, welches ihm beim ersten Aublick

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zusfuͤhrbar scheine, denn wenn er die einzelnen Mini⸗

ehn. so finde er die groͤßte Schwierigkeit, renze zwi den festen bestimmten und .¹.“

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ten Einnahmen und Ausgaben

noͤest auszumitteln. Uebriqgens strede man schon jetzt dahin, d groͤßtmoͤgliche Festigkeit zu erreichen; es sei daher der große Vortheil, der von dem vorgeschlagenen System zu erwarten waͤre, nicht abzusehn. Jedenfalls wuͤrde es angemessen sein, die Sache reiflich zu überlegen, und es sei daher wuͤnschenswerth, daß, bevor eine ordentliche Berathung hieruͤber eintrete, ein detaillirter Plan uͤber

jentworfen und mit Muße erwogen wuͤrde. sssp. Neuville erklaͤrte, daß er sich gluͤcklich schatze, am

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die Art und Weise, wie das System auszufuͤhren sei, Hr. Hyde

Schlusse der Sitzung zum erstenmale einer Meinung mit dem Praͤsidenten des Ministerraths zu sein (Gelaͤch⸗ ter); er halte es naͤmlich fuͤr ganz angemessen, uͤber die Vortheile und Nachtheile des vorgeschlagenen Systems erst mit Muße nachzudenken, ehe man es annehme. Die⸗ ses ist, fuhr er fort, mein Wunsch, und ich erlaube mir noch, einen andern auszusprechen. Wir sind in Begriff, nach unserer Heimath zuruͤckzukehren, und ich wuͤnschte wohl in den Stand gesetzt zu werden, den ungluͤcktlichen ehemaligen Kolonisten von S. Domingo einigen Trost bringen zu koͤnnen. Ich bitte daher den Hrn. Praͤsi⸗ denten des Ministerraths, mir sagen zu wollen, ob eine Aussicht vorhanden ist, daß die verfallenen zwei Fuͤnftel der Eutschaͤdigung bezahlt sein werden, denn meines Wissens ist bis jetzt, mit Ausnahme der Commission, Niemand bezahlt worden. Auf diese Frage erfolgte keine Antwort, der Vorschlag des Hrn. Laffttte wurde verworfen und schließlich das ganze Budjet mit 254 Stimmen gegen 69 angenommen. Im vorigen Jahre hatte das Skrutinium nur 43 schwarze Kugeln ergeben, im Jahre 1825 eben so viel und im Jahre 1824 nur 27. Die beiden vorgestern erschienenen Gesetzbulletins Nr. 161 und 162 enthalten das eine 25, das andere 58 Koͤnigl. Ordonnanzen, welche Kloͤstern, Seminarien, Kirchenvorstaͤnden oder Armenanstalten die Ermaͤchtigung zur Annahme von Schenkungen ertheilen. In Nr. 162. befindet sich zugleich eine Berichtigung der Bevoͤlkerungs⸗ listen, woraus sich ergiebt, daß das Koͤnigreich jetzt 31,851,540 Einwohner zaͤhlt. Die Gazette von Lyon sagt, der kleine Gießbach, Gier genannt, der bei Girors in die Rhone faͤllt, habe diese letztere Stadt beinahe ganz unter Wasser gesetz Der Schaden sei sehr betraͤchtlich. . Ein Viehhirte von Cabriere, Namens Pourriere, war neulich genoͤthiat worden, um sein Dorf mit einem Zettel auf dem Nuͤcken herum zu gehen, worauf stand: Verurtheilt zu zwei Tagen Gefaͤngniß wegen bewiesener Verachtung gegen den Hrn. Pfaͤrrer. Diese Sache ist setzt vor dem Koͤniglichen Gerichtshof in Nimes anhaͤn⸗ gig. Die Untersuchung geht gegen den Maire der Ge⸗ meinde, gegen den Pfarrer, der Ginier heißt, gegen den Waldschuͤtzen und den ene g ch wegen Misbeselaso⸗

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