1827 / 142 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Fri, 22 Jun 1827 18:00:01 GMT) scan diff

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genstäͤnde meiner Betrachtung, und

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wos immer ich in der Zeit an Erfahrung und Kennt⸗ nisssen erlangt haben mag, das ist ich kann es dem

edlen Herzog, trotz alles dessen, was man vom Gegen theile gesagt hat, versichern bei der Erwaͤgung der öö Frage in Anwendung gekommen. Glaubte ich, die Klaufel koͤnne eine andere, als hoͤchst verderb liche Felgen haben, ja koͤnnte man irgend einen Vortheil darthun, von welchem dieselbe begleitet sein werde; dann wuͤrde keine persoͤntiche Ruͤcksicht auf etwanige Beschul digung der Inconsequenz, keine Furcht vor einem Sturme, ber sich gegen mich etheben moöchte, mich zoͤgern lassen, dem Vorschlage beizustimmen; aber, ich bin davon uͤber⸗ zeugt, dem ist nicht so, und deshald fuͤhle ich mich ver⸗ pflichtet, Ihre Herrlichkeit zur Verwerfung derselben auf⸗ zufordern. Ungeachtet dessen und obwohl ouch, nachdem zufoͤrberst der Herzog von Wellington sein Be⸗ harren bei dem Amendement ausgesprochen Lord Holland; mit scharfer Kritik des Herzogs, der jeet eine Bill vereitele, mit deren Prineip er selbst fruͤ⸗ her, als Kabinetsglied, einverstapden gewesen, sich gegen das Amendement erkläͤrt, demnaͤchst guch der Mar⸗ quis von Landsdown ausfuͤhrlich gegen dasselbe und fuͤr die Bill in ihrer urspruͤnglichen Gestalt gesprochen hatte, wurde doch (bei der Abstimmung) das Amendement mit einer Majoritaͤt von 11 Stimmen (133 gez. 122) an

genommen.

In der Sitzung vom 13. erklaͤrte Viscount Gode⸗

rich, daß nach dem, nun zum zweitenmale vom Hause gefaßten Seschlusse, er jeden weitern Versuch, eine Ab⸗

der Bill in Antrag zu bringen.

anderung desselben zu bewirken, fuͤr uͤberfluͤssig, und die

Annahme der Bill mit dem Amendement fuͤr ent schieden ansehe. Er habe sich fruͤher verpflichtet gehalten, die Gruͤnde ausfuͤhrlich darzulegen, warum er das Amen⸗

dement nicht nur fuͤr verwerflich, sondern fuͤr das Prin⸗

zip der Bil verderblich, und mit deren Ausfuͤhrung un⸗ ertraͤglich ansehe. Von dieser Ueberzeugung köoͤnne er icht abgehen, und deshalb sei es ihm nicht moͤglich, die (auf naͤchsten Freitag angesetzt gewesene) dritte Lesung Nach ihm bemerkte uf eine desfallsige Frage des Herzogs von Welington

der Marquis von Landsdown, daß die Erklaͤtung des

Viscount Goderich sachgemaͤß nar dahin gehe, daß die⸗ ser selbst nicht, auf die, zum naͤchsten Freitag anberaumt

gewesene dritte Lesung der Vell antragen werde, wenn

aber irgend ein anderer Lord der Meinung sei, daß die

Bill in ihrer dermaligen Gestalt dem Lande nuͤtzlich sein koͤnne, so koͤnne er den Antrag auf die dritte Lesung mache. Gestern vertagte sich das Oberhaus bis Montag. Es war ungewoͤhnlich voll gewesen, weil man erwarrtet hatte, daß der Herzog von Wallington nun die dritte Lesung der Korn⸗Bill in Antrag bringen wuͤrde; aber nichts dergleichen geschah, noch wird es vermuthlrch ge chehen. Am 11. wurde im Unterhause ohne Widersprach Erlaubniß zur Einbringung einer Bill, um dem Flecken East⸗Retfard sein Wahlrecht zu nehmen und solches auf Birminghan zu uͤbertragen, exrtheilt. Hr. C. W. Wynn und Lord Palmerston unterstuͤtzten den Antrag. Binnen 8 bis 10 Tagen werden, wie man glaubt, die dem Parlament noch vorliegenden Geschaͤfte in bei⸗ den Haͤusern vollends abgemacht sein, und am 26. die Provogation erfolgen. Die Herren Canning, Wynn und Huskisson hatten am 13. mehrere Conferenzen mit dem Viscount Goderich. Nachmittags 3 Uhr wurde bei Hrn. Canning Kabinets⸗

rath gehalten, dem der Lord Kanzler, der Marquis von

Landsdown, der Marquis von Anglesea, Hr. Canning, der Graf von Harrowhy, der Graf von Carlisle, die Herren Huskisson und Wynn und Lord Bexley beiwohn ten. Die Sitzung dauerte anderthalb Stunden. Hr. Brougham machte am selbigen Tage dem Hrn. Canning Besuch. 8 8 8

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Weizen hit vorigen Montag 4 Sh. das ter gestiegen, und wurde heut in schoͤner Qualitaͤt, zu Fl. verkaut. Der Vorrath in London foll, wie viele haupten, fuͤr die Consumtton bis zur naͤchsten Erz nicht hinreichen. Auch Gerste und andere Getreite ten, mit Ausnahme des Hafers, von welchem viele 5. fuhren a zekommen, sind erwas im Preise gestiege

Der Boͤrsen⸗Bericht vom Dounerstage sagt unge anderm:; „Die mit dem Norden Eure pen’'s verkehn den Kaufleute aͤußern vielmehr Zufriedenheit als N druß, weil sie sich einzubilden scheinen oh mit Ra oder nich ist unmoͤglich zu sagen daß der Han

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Vorrath im Lande nicht ausreichend bis uͤber die E. hinaus sei und der Preis so bedeutend steigen p daß sie die Zulassung fremden Kornus auf noch hest Bedingungen, als die der Bill waren, erlangen wer Nach der nun fortbestehenden Korn Bill von ist Warzen nur zulaͤssig, wenn der Preis etst 6 Wo lang 809 . geblieben ist und das noch dazu erst stimmten Zeitpunkten, naͤmlich am 15. Febr., 15. 2 15. Auguß. und 15. November, wenn der Preisʒ Wochen hindurch vorher 80 S. geblieben ist, und 10 S. Abgabe vom Quarter. Die Einfahr bleibt frei, bis der Preis wieder auf 70 S. gefunken ist von da an zu 17 S. Zell, bis er wieder auf 80 S. komd Den außerordentlichen und unermuͤdeten Bewüh gen des trefflichen Brunel ist es endlich gealuͤckt, an die zweite Oeffnung im Boden der Themse voͤllg s stopfen. Die Ausraͤumung des Wassers aus dem nel wird aber erst in naͤchster Woche degonnen werden Bis zum 12. d. M. sind allein in dem hiesigen He fen 495 Schiffe mehr als in demselben Zeitraum! vorigen Jahrs eingelaufen. Bei dem großen Gastmahle, welches die Diren ren der Ostindischen Compagnie Sir James Malcht vor seiner Abreise nach Indien, als Statthalter der Pl

sidentschaft Bombay, gaben, waren alle Minister, anl

auch der Herzog von Wellington, gegenwaͤrtig. Hr. E. ning wurde von der versammelten Volksmenge mit h rauschendsten Beifall begruͤßt, der sich unter der G st schaft selbst in fast noch stärkerem Grade außerte,

seine und der uͤbrigen Minister Gesundheit ausgehrabh wurde. In seiner Dankfagung fuͤr diese Ehre vertieh folgende Stelle besondere Aufmerksamkeit: „Erlauh Sie mir im Namen meiner Collegen und meiner sehh Ihnen unsern Dank fuͤr die Weise abzustatten, in A Sie unsre Gesundheit aufgenommen haben. Wir st len, daß wir nur in so fern Unterstuͤtzung verdieng und darauf Anspruch machen duͤrfen, als unsere Arhg ten zu dem Gemeinwohl und zum Besten des Volks 1 tragen. Wir verlangen keinen Beistand, als bis R. desselben wuͤrdig befunden worden sind. Von keiner N sammlung in diesem Lande kann uns das so eben

zeigte Wohlwollen willkommener sein, als von Ihndh Die Weltgeschichte hat meines Wissens kein Beispl von einer Gesellschaft wie die Ihrige, und von In gleich maͤchtigen und zusammenwirkenden Behoͤrden 0. zuweisen, die so viele Jahre lang ohne alle Spaltul die Regierung eines so ungeheuren Reichs geleitet b. ben. Die Groͤße der unmittelbaren Besitzungen . Ostindischen Compagnie ist eben so bedenklich ols düh spiellos, und eine Wideriegung des alten Spruch daß zur Leitung der Menschen wenig Weisheit ersen derlich ist, wenn man eine solche Maschine von A. Millionen Seelen gluͤcklich und ohne Verwirrung sammenhalten sieht. Aber die Groͤße dieses Reich hat bereits die natuͤrlichen Wirkungen bervergebrocht und ich darf behaupten, daß die Geschichte Europel keine Monarchie aufweisen kann, welche in einem 0 stimmten Zeitraum so viel ausgezeichnete Staatsmaͤnge und Krieger bildete, als Indten, das sie dann ihra Vatertlande zuruͤckgegehen hat.“ Auf die Gesundhe

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Herzogs von Wellington wurde ebenfalls mit vie, Beifall getrunken; dagegen wurde derselde von der der Straze versammelten Volksmenge beim Einstei⸗ in seinen Wagen mit allgemeinem Zischen empfangen. Madame Coutts, die reichste Wittwe Englands, sich dieser Tage mit dem jangen Herzoge von St. us verehelichen. .

In Ne⸗wfoundland wurde die Veränderung der Han⸗ Politik gegen Nord⸗Amerika mit allgemeiner Freude enommen. Die Brittischen Fischerdoͤte haben sich in Gewaͤssern seitdem um das Doppelte vermehrt. Die Regierung von Buenos Apres soll unsern Mi⸗ ra wichtige Mittheilungen hinsichtlich des Krieges Brasilien gemacht haben; wie es heißt, haben fast ttliche Offiziere des Brasileschen Heeres nach der slacht bei Ituzaezngo dem Befehlshaber der Truppen Buenos Ayres, General Alvear, den Vorschlag ge⸗

n und die wenigen bem Kaiser treugebitedenen Of zu verhaften, falls der General zu diesem Z wecke Proklamatton erlassen und als Freund des Landes reten wollte. Alvear soll die Antwort ertheilt ha⸗ er sei als Soldat an der Spitze seiner Armee in sitnen eingeruͤckt, habe aber keinen Auftrag, sich in kische ugelegenheiten zu mischen; doch werde er den ag zur Kunde seiner Regierung bringen. Die Re⸗ g von Buenos Ayres haͤlt diese Augelegenheit, n der vielen dabei compromittirten Namen und andern Ursachen, sehr geheim und soll eden nicht igt sein, sich in die inneren Angelegenheiten Bra⸗ as zu mischen und die Unzafriedenen zur Ausjuͤh⸗ ihrer Plaͤne aufzumuntern.

[Die Fonos haben sich in den letzten Tagen geho⸗

Fast alle Schwankungen haben aufgehoͤrt. Consols den zuerst S4r auf Rechnung, zuletzt 85. Schatz nerscheine 48 Sh. pr. MN.

St. Petersburg, 12. Juni. Se. Majestaͤt der

ler haden dem Befehlshaber des zweiten Infanterte⸗

6 General Actjatanten und General der Infanterie, en Stcherbatoff I., die diamantenen Instgnten des Alexander Newsky Ordens und dem General⸗Quar, eister General Lieutenant Grafen Suchtelen den Annen⸗Orden erster Klasse zu verleihen geruht. Der Geueral⸗Felomarschall Graf von Osten⸗Socken, befehlshaber des ersten Armec. Corps, ist von Wias hier eingetroffen.

Das heutige Journal enthalt folgende Nachrichten

der Armee von Georgien.

Von dem General⸗Adjutanrten Benkendorf II. sind dem Lager vor Erivan folgende ausfuͤhrliche Nach⸗ mh eingelaufen: Am 26. April hat der Major You⸗ mit 5 Kompagnieen vom Scherwanschen Regiment

4 Stück Geschuͤtz unter dem Geschuͤtz, und Klein⸗

brfeuer des Platzes, ohne daß dieses ihm zu schaden ocht haͤtte, die noͤrdliche Vorstadt besetzt und eine erie errichtet. Die feindliche Reiterei, welche in Vorstaot lag, hat sich in die Gebirge zuruͤckge⸗ wo man ihre Piquete bemerkt. Am 27. hat der or Voljenskor mit dem Rest des Regiments Schir⸗ und einer Kompagnie des Tiflisschen Regiments stliche Vorstadt und die Gaͤrten besetzt, so daß mit⸗ bie Kommuntkation vom Lager bis zu der im Suͤd⸗ der Stadt gelegenen Anhohe und von diesem t bis zum Pesten des Majors Youdine, dessen e sich an die Zanga stuͤtzt, bewirkt ist. Der Gene⸗ llutant Benkendorf ruͤhmt besonders die von den erie, Offiziers an den Tag gelegte Thaͤtigkeit; sie bereits mehrere Stuͤcke des feindlichen Geschuͤtzes auchbar gemacht und fuͤgen dem Feinde taͤglich gro Schaden zu, wie die Einwehner und die Sarbazes, eine große Menge aus der Stadt entflieht, mel Am 26. und 27. hat unser Verlust in einem Todten

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dem,

imer ihre alte Stellang bei der Kozloutschai Die Per

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und 2 Verwundeten bestanden. Am 30. ist der vorge⸗ schobene Posten des 7ten Karabinier⸗Regiments von 200 versischen Reutern angegriffen woeden, welche sich in eie Festung werfen wollten, aus der gleichzeitig der Kom⸗ mandant einen Ausfall machen ließ; sie sind jedoch von diesen Posten defehligenden, Lieutenant Petroff mit Verlust zuruüͤckgeteieben worden. Am selbigen Tage fand sich Kalabey⸗Sultan, einer der Haͤuptlinge d

Schadlinen, bei dem General, Adjutanten Benkendor

etn, um ihm, Namens dieser ganzen Voͤlkerschaft, den Wunsch auszudruͤcken, unter den Schutz Sr. Maj. des Kaisers genommen zu werden. Die Schadlinen bestehen aus 300 Femälten, welche das Dorf Veli bewohnen. Sie haden angezeigt, daß sie bereit seien, gegen die Perser zu fechten, um der Nothwen iakeit auszuweichen, auf die andere Seite des Araxes auszuwandern, was jene von ihnen forderten. Der Generalmajer Schabels⸗

ht, die Provinz Rio Grande fuͤr unabhaͤngig zu er⸗ koy, der einen Transport von der russischen Grenze dis

nach Erivan geleitet hat, wo er am 1. Mat anlangte, ist agf seinem Wege keinem einzigen Feinde begegnet, und hat allenthalben Weide in Ueverfluß gefunden. Die Abtheilung des Generalmajors Pankratieff hat noch im⸗

ser beginnen ihre Krafte jenseits des Aroxes zusammen⸗ zuziehen;

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bieser hat sehr hohen Wasserstend und der

Uedergang ist disher sehr schwierig gewesen. Die Ab⸗,; theilungen unseres Haupt⸗Korps setzen ihr Vorrüͤcken

gegen die Grenze fort. 1

Die hiesige, die Angelegenheiten Sibiriens diriei⸗ rende, Committee hat vecfuͤgt, daß kuͤnftig bei den aus den Gouvernements nach Sidirten abgehenden Trans⸗ porten von Verbannten, die unverheiratheren Mäadchen und maͤnnerlosen Wecher sorgfaͤltig von den Maͤnnern gekrengt werden sollen, weil eiese bisher unbeachtete Vorsichtsmaaßregel mancherlei traurige Folgen gehabt

hat. Die Verbannten werden von Ercorten nach Kasan

begleitet und von dort bis an die Sibirische Graͤnze von Tatarn⸗ oder Tscheremissen Detaschements begleitet, von wo sie oft noch 4000 Werste bis an ihren Bestimmungs⸗ ort unter Geleit von b sonders dazu eingerichteten Etap⸗ pen⸗Kommanden zuruͤckzulegen haben, welche aus einem Of⸗ fizier, zwei Unterofsizieren, 25 Infanteristen und 4 Ko⸗ saken bestehen.

Waͤhrend des vorigen Jahres betrug die Goldaus⸗ beute aus den am Ural belegenen Bergwerken 231 Pur, 25 Pfund und 35 Solotniks, und die der Platina 13 Pud, 20 Pfund und 31 Solotniks.

Im vergangenen Jahre betrug der Totalwerth der aus Bessaradten ausgefuͤhrten Waalen 4,127 345 Rubel, und der Werth der eingefuͤhrten 1,552,996 Ruvel.

Im Laufe des April ist zu Bender eine Schule des wechselseitigen Unterrichts, Behufs Unterweisung in der russischen Sprache errichtet worden; sie zaͤhlt bereits 70 Schuͤler, saͤmmtlich Kinder von Einwohnern der Stadt.

Kopenhagen, 12. Juni. Sonntag Morgen um 6 Uhr reiseten Se. Maj. nebst J. K. H. der Prenzessin Wilhelmine mit dem Dampfschiffe nach Louisenlund ad. Ihre Mazj. die Koͤnigin sind lerder noch immer uicht

Zaͤnzlich hergestellt.

In der am 30. v. M. gehaltenen ersten General:.

Versammlung der Ostsee⸗Compagnie wurde dargelegt,

daß die Wieksamkeit der Compagnie theils durch die

algemeinen, einem jeden neuen Handels⸗Etablissement aufaͤnglich entzegenstehenden Hendernisse, theils durch die eirekten und indirekten Folgen der bekannten, gleich nach Errichtung der Compagnte ausgebrochenen Handels⸗

Krists (welche, unter andern Nachtheilen, auch die Ein⸗

ufung fernerer Actien⸗ Ein chuͤsse verzoͤgerte), nicht das gewuͤnschte Resultat habe ergeben koͤnnen. Die vorgelegte Bilanz zeigte, an die Interessenten vertheilt worden, fuͤr die (von sta⸗

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lutgemaͤßen 5000) bzshyer in Cirkulation

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nach,dem 5 pCt. p. A. Znsen gesetzten 2200