1827 / 149 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1“ 1u,.* 11““ ßen gegen dus parlamentarische Ordnung Mclsnhe doch wolle er becherken, daß den Meldungen zufolge, bei Einbringung der fraglichen Bill im anderen Hause eine sehr seltsame Sprache gefuͤhrt worden wäre. Der Lord⸗ Kanzler erhob sich alsbald zur Ocdnung; der edle Mar⸗ qufs, sagte er, muͤsse selbst einsehen, was suͤr Folgen die auf incorrecten Nachrichten beruhenden Anspielun. gen auf die Verhandlungen des anderen Hauses haben muͤßten. Nachdem hierauf noch der Graf Grey, der Marquis von Salisdury und Graf Grosvenor gespro⸗ chen hatten, wobei der erstgenannte sein Bedauern aus sprach, daß im Unterhause zuerst Anspielungen auf die Verhandlungen des Obethauses in der fraglichen Hin

siccht statt gefunden haͤdden und dadurch dergleichen be

klagenswerthe Irregularitaͤten herbeigefuͤhrt worden waä⸗ ren, trat der Lord⸗Kanzler nochmals auf und machte dem unregelmͤßig begonnenen urn en so unregelmäaͤßig feortgefuͤhrten Gespraäche der Lords ein Ende, in⸗ dem er ihnen zu dedenken. Haß dasselbe nur geeig auf allen Seiten E. erung zu erregen und daß es um so besser sei, je weniger der Gegenstand die ses Gespraͤchs beregt werde. Nichts desto weniger fuͤhrte

Graf Winchelses am folgenden Tage, bei Ueberreichung

eeiner Bittschrift gegen fernere Bewilligungen zu Gun sten der Katholiken, auf den fraglichen Gegenstand zu ruͤck, indem er zwar vorweg versicherte, daß er wehtzt

direkt noch indirekt auf irgend ein Individum oder eine

Rede im auderen Hause anspielen wolle, demächst aber

doch solches auf die deutlichste Weise that, weshalb er

denn vom Lord ⸗Kanzler zur Oroͤnung gerufen wurde, mit dem Bemerken, daoß, wie er selbst fuͤhten muͤsse, es nicht zu rechtfertigen sei, dasjenige indirekt zu thuen, was er den Regeln des Hauses zufolge nicht direkt thun duͤrfe. Graf Winchelsea entgegnete hierauf, daß Nie⸗ mand, der seinen Charakter kenne, ihn beschuldigen werde, dasjenige verdeckt zu thuen, was er nicht offen zu thuen wage; sodann fuhr er fort, mit Bezug auf die Meldungen der oͤffentlichen Blaͤtter uͤber die Ver handlungen des Unterhauses am 18., die hoͤchste Ent⸗ ruͤstung daruͤber auszusprechen wenn man anderwaͤrts den Charakter des Ober⸗Hauses in den Augen des Volkts herabgesetzt habe. Er habe, sagte er, lediglich aaus der Ueberzeuqung, daß solches zum allgemeinen Besten gereiche, fuͤr das Amendement des Herzogs von Wellington gestimmt; er wolle lieber sein ganzes Ver⸗ moͤgen verlieren und- seine theuerste Habe mit Fuͤßen treten, als einen Theit seines Ehrgefuͤhls aufgeben, das ihm theurer sei als Alles. Viscount Goderich „der demnaͤchst sprach, mache dem Grafen unter andern beo merklich, daß es der von ihm so warm vertheidigten Wuͤrde des Oberhaufes am entsprechendsten sein wuͤrde, streng nach den bestehenden Vorschriften zu verfahren; die Angelegenheiten des Landes koͤnnten unmoͤglich da⸗ bei gewinnen, wenn man sich durch Worte, welche Je⸗ manden von den oͤffentlichen Blaͤttern in den Mund ge⸗ legt wuͤrden, so in Harnisch brinzen lasse. In aͤhnli⸗ cher Weise sprach sich demnaͤchst auch Marquis v. Lands⸗ down aus, indem er zugleich darauf aufmerksam machte, daß es fuͤr den Fall, wenn das Haus oder ein Mitglied besselben sich durch die in oͤffentlichen Blaͤttern enthalte⸗ nen Meldungen über anderwaͤrts statt gehabte Vorgaͤnge betheiligt fuͤhle, ein regelmaͤßiges Verfahren gebe, das der edle Graf haͤtte einschlagen koͤnnen, naͤmlich den Drucker des Blarts vorzufordern, damit er seine Quelle angebe. Er wolle jedoch solches damit keineswegs an empfohlen haben, sondern begnuͤge sich, mit dahin zu wir ken, daß alle aufreizende Anspielungen unterlassen wuͤrden. 1 Durch die neuesten in der dermaligen Parlaments Sitzung erlassenen Schiffahrtgesetze sind Wolle, Smac, Krapp, Krappwurzel, Barilla, Bimsteine, Eichenrinde, Kpocorkholz, Apfelsinen, Citronen, Lein’“, Rüb⸗ und Klee

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Einem

saamen zu sagenannten „enumerated articles“ erklaͤrt

Z1“ in welchen

worden, die nur in den Schiffen desz Paähbes, sie erzeugt worden, oder in Britbet den duͤrfen; dagegen sind viele frützer utzr der näͤmt chen Rudrik begriffene Gegenstaͤnde, Esstg. Zucher, Pan asche und Salz, sobald sie Europälsche Eeamcc. Folgendes ist die Quantirkät lagernden Getreides: vDonton. Gerste 70000 Q. Bohnen 27000

des unter K. Sch

Liverpool. Bristol. Hul. 31000 Q. 8000 Q. 25000 9 10000 7000 5000 Erdsen 50909 900 190 800 Roggen. 899. 3000 60 500; Weizen 49000 47000 9000 65000; imgxgathebefehle zufolge, sollen die a. dem Mittellaä; est Mesre kommenden Saiiffe serne keiner Auarantaine uncerworfen sein, wenn sie zu Oderaufieher dieser Anstalt genuüͤgende Nachweisung ähg schaft auf jede in dieser Hi befriedigende Antwoet etihe

wohl Kapitain als Mann sicht an sie gestellte Frage len koͤnnen. bn St. Petersburg, 19. Juni. Folgender sind i estern erwaähnten) vom hiesigen Journal mitgetheilt Nachrichten von der Armee von Georgien. 8 Der Generalatjutant Paskewitsch hat bei der N. kunft bei dem Posten von Akzebeuk am 16. Mai nac stehende Details uͤber die Kriegs Operationen uͤbersantt Am 4. Mai war der Oberst und Adjutant Sr. Baron Frideriks, an der Spitze eines Truppen⸗Thel von der Abtheilung der General⸗Adjutanten Benkendomt zu einer Recoqgnoscirung abgeschickt worden. Funfeh Werst vom Lager auf der Straße von N kyirchevan wi er von Hassan Chan mit 2000 bis 3000 Mann Reuk rei angegelffen, welche ihn jedoch nicht von dem Uehen gang uͤber den Garnitchai⸗Fluß abzuhalten vermoch Der General Adjutant Benkendorf, davon in Kenntnt gesetzt, daß die feindliche Reuterei sich dergestalt auf t nem Punkt versammle, ruͤckte am 5. mit 1000, Kosackh and einer Compagnie Grenadiere gegen sie; er fand doch Hassan⸗Chan nicht mehr, welcher sich auf Sarze Abad zuruͤckgezogen hatte, den Naghi Chan mu! Karapapakhs zuruͤcklasseud. Bei der Annaͤherung he Kosacken machte letzrerer sich davon, und floh iag e Gebirge. Der General ⸗Adjutant Benkendorf ging ühe den Garnitschaͤt, da jedoch die von ihm abgesandte Streiskorps den Feind nirgendwo fanden, kehrte et val Erivan zuruͤck. Am 8., auf die Nachricht, daß die nut sische Reuterei von neuem in bedeutender Zahl von Sat dar Abad gegen die erste Stellung beim Zaunga vorrich beschloß der General⸗Adjutant Benkendorf, sie am e genden Tage anzugreifen. Demnach setzte er sich ul 10 Uhr Abends mit 1200 Kosacken, einem Theil de Infanterie Regiments von Tiflis und des georzischt Grenadier Regiments nebst 1 Kanone in Marsch. A Tagesanbruch am Zanga anlangend, gewahrten uns Truppen den Feind auf der andern Seite des Flusih nicht weit von dessen Zusammenfluß mit dem Atan Der hohe Wasserstand und der lebhaste Widerstand feindlichen Tirailleurs, die abgesessen waren, gestatte keinen unvorgesehenen Angriff der feindlichen Stelund der General⸗Aejutant Benken dorf ging deshalb am Flf hinauf, durchschwamm denselben mit der Reuterei . 1 Kompagnie des Infanterie⸗Regiments von Tiflis! dem Dorfe Sarbanlack, um die persische Reuterei, dem Winkel, den sie besetzt hielt, zu vernichten. 2 Perser beeilten sich jedoch, sich auf das linke Ufer zutig zuziehen, gingen zwischen den Doͤrsern Senti und SC0 uͤber den Araban und stellten sich jenseits dieses glus in Masse auf. Nachdem einige Salven Kleingeng feuer gewechselt worden, setzte der Oberst Karpoff 91 lich mit seinem Regiment schwimmend 9ö8 9 eil⸗

eingefuͤhrt deh

von allen Beschraäͤnkungen bei der Einfuhr befreit weha

hren Gesundheitszustand waͤhrend der Reise, undz

Afyham Unruhen erhoben.

emein

dürzte sich üngestuͤm auf die zahlreichen Streitkraͤfte des zeindes und warf denselben. Die Kosacken Regimenter vom schwarzen Meere und zwei Compagnien vom do⸗ nischen Kosacken⸗Regiment gingen ebenfalls uͤder den Fluß und verfolgten den Feind, der laͤngs dem linken Ufer des Araxes bis unter die Mauern von Sardar Abad floh, wo ein Theil dieser Reuterei sich in Sicher⸗ heit brachte, waͤhrend der uͤbrige die Flucht nach der fürkischen Grenze fortsetzte. Auf eiche Sutferwung von 25 Werst war die Straße mit Tohten airt mtt Pferden und Gepaͤck des feindlichen Lagers, s[o. wie mit den ei⸗ geuthuͤmlichen Effeeten HassamChandz bedeckt. Alle Reu⸗ ter, die uͤber den Arsxes gehen wollten, sinh von des⸗ sin Fluthen verschlungen worden. Wir haben ber diesem Treffen 53 Gefangene gemacht, saͤmmtlich schwer verwundet; unter ihnen befard sie Kalesch, Aga von

Kortine und Alt⸗Mtrze Oylt, Aga Tschebok von

Karagh, der Feind hat 300 Mann an Gebliebenen oder Ertrunkenen verloren, worunter Izniandar, Sul⸗ tan Tschebok von Karagh, Termiraz, Aga von Karaäbaͤgh

und Mustapha, Bey von Khoy. Unsererseits haben wir

den Kapitain Iliaschenko vom 4. Kosacken⸗Regimen

vom schwarzen Meere und 1 Kosacken vom Donischen

Regiment verloren. Zwei Kosacken vom 1. uns 3. M giment vom schwarzen Meere sind verwundet. Hassen Chen verdankt seine Rettung nur der Schnelligkeit set nes Pferdes. Aslan Sultan der Schablinen hat erkla ten lossen, daß er und die ihm unterworfenen Familien sich nicht zu der von der persischen Regierung verlangten Auswanderung uͤber den Araxes verstaͤnden, und daß er

sich im Schloß Assan Kale beim See Gokrtscha befestigt

habe. Der Sardar hat aͤmmtliche Kostbarkerten, ja

seldst den goldenen Mond von der Moschee von Ertvan

nach der Stadt Kazbine g⸗schickt, woraus zu vermuthen steht, daß er nicht die Hoffnung hegt, jenen Piatz zu behaupten; es hat sich sogar schon das Geruͤcht verbret⸗ fet, daß er ihn zu raͤumen deabsichtige. Wie es heißt, haden sich auch in Khorassan und auf der Grenze der Der General⸗ Masjor Pan kratteff bat noch immer die alten Stellungen des De taschements von Karabaagh inne.

Lissabon, 10. Junt. Jere Maj. die Koͤnigin Mutter haben der Prinze’sin Regentin einen zweite Besuch abgestattet.

Graef Villa Real ist zum Botschafter nach London ernannt worden. 1 b

Der neue Kriegsminister genießt sowohl die Gunst der Resentin, als der Armee.

Die im Taje liegenden Brittischen Schiffe, welche zu einem Kreuzzuge absegeln sollten, haben Gegenbefehl ertalten und dieitben vorlaͤufig auf der Rhede. General Clinton soll zu Anfange dieses Monats Elvas besucht haben, und das Geruͤcht, daß dtese wichtige Festung aeeb Besatzung erhalten werde, gewinnt neue raft.

Ein Partheigaͤnger, Vasconcellos, ist an der Spitze von ungefaähr 200 Guerillas von Gallizien in Tras os Montes eingedrochen und hat unter dem Ausrufe: „Nie der mit der Verfassung“ die aͤrgsten Frevelthaten be⸗ gangen. j

Tuͤrkei. Der zu Smyrna erscheinende Observa

keur Impartial, vom 1. Junt, meldet, daß die Ufer

Dist icte Kleinastens, von dem Vorgebirge Caraburnu ab bis zur Grenze von Syrien fortdauernd von sami⸗ schen Mystics heimgesucht werden, welche Nachts landen, um Heerden fortzufuͤhren.

Lord Cochrane (meldet dasselbe Blatt) hat sich am 23. Mai mit seiner Flotille vor Hydra gezeigt, um die Seeleute zu veranlassen, Nattonal⸗Schiffe zu besteigen;

I

r.

da er jedoch nichts verlangte, hat er sich zuruͤückgezogen

und die Richtung gegen Modon hin genommen. Als

er sich dem constantinopolitantschen Geschwader gegenuͤ⸗

ber befand, wurde er von einer Wanestee uͤberrascht,

hterdurch außer Stand gesetzt, Bewegungen zu machen,

entschloß er sich zuletzt, das Dampf’chiff Perseverance

abzuschicken, um etwas gegen den Feind zu unterneh⸗

men. Im Augenblick, wo di ses Fahrzeug sich väherte,

erhod sich ein leiser Wind von der Seite der Ottomanen

her; diese fuhren heran, das Gefecht begann uns nach

einggen Augenblicken machte ein Kanonenschuß das

Dampfschiff unbrauchbar, worauf die Tuͤrken enterten

und sich desselben bemaͤchtigten. Wie es heißt, soll

das Hydro Speziotisch, Geschwader, 30 Fah zeuge stark,

zu Lord Cochrane zßen sein. Die Avantgarde Ibrahim Pascha’'s zwar bei Corynth eingetroffen

sein, er selbst aber moitels eines Contremarsches sich uͤber

Matna geworfen ungd bei diesem ploͤtzlichen Angriff⸗ eine

Menge Gefangene gemacht haden. Fuͤnfhundert Grte⸗

chey, die nach dem Gef chte bet Arhen am 8. Mat sich

in die Olivenwaͤldert geworfen, sammelten sich und such⸗ ten vereint oae Mesresufer zu erbeichen, sie stießen je⸗ doch auf ein Corps tüuͤrkischer Reuterei und wurden

sämmtlich niebergehauen. 1 1

Ameriko. N echrichten gauß Bogota vom 14. Abril, in Londoner Blaͤttern zufolge, harte der colu bisch- Kon⸗ greß seine Sätzungen noch aicht eroͤff et. Wegen Krank⸗ heit des Senators Uskaregut, fuͤr die Provinz Tunja, hatte der Vice⸗ Präasident Santander am 7. die Verle⸗ gung des Kongresses von Bogota nach Tunja decretert; viele wollten jedoch sehr bezweifeln, daß lediaglich die Krankheit jenes Senators einen so wichtigen Schritt veranlaßt haben sollte. Mehrere Deparrements haben sich geweigert, dir Autoritaät der Regierung zu Bogota anzuerkennen.

Aus Caraccas wird unterm 13. Mai gemelder, daß Bolivar sich bereits an Bord der Fregatte Aurora begeben, um in Begleitung des brittischen Gesandten, Hrn. Cockburn, nach Carthagena abzugehen; man hoffte, daß seine Gegenwart Ruhe und Ordnung in Bogota gerstellen werde. General Paez war von Aoure ein⸗ getroffen. Er hat am 3. Mai in Valencia eine Prokla⸗ mation erlassen, worin er das Volk ermahnt, nur auf den „Vater des Vaterlandes“ Vertrauen zu setzen und keinem hinterlistigen Umuhestifter Geyhoͤr zu geben. 11AA“*“ des Vereins zur Befoͤrderung des Garten⸗ baues in den Koͤniglich Preußischen Staaten. Fuͤr das Jahr 1827 ff.

Fruͤhere und noch laufende Preis⸗Aufgaben.

I. „Laͤssen sich Abaͤnderungen in der Farbe der Blumen dadurch hervorbringen, daß der Bluͤthenstaub auf die Narben anders gefaͤrbter Blumen, jedoch dersel⸗ ben Art, aufgetragen wird?“

Die Frist zur Einsendung der Abhandlungen geht bis zum 1. Maͤrz 1829, der Preis ist die Summe von 150 Rthlr.

Den zur Preisbewerbung bestimmten Abhandlungen muüͤssen aber getrocknete Exemplare, wenigstens einiger Pflanzen, woran Versuche angestellt worden, und wenn die Farbe vergangen sein sollte, gemalte Abbildungen ei⸗ niger solcher Bluͤthen beigefuͤgt werden.

II. Der Preis von 100 Rehlrn. demjenigen in den 1

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8* 11

*

Koͤnigl. Preußischen oder doch Deutschen Staaten woh⸗ 3

nendem Gaͤrtner oder Garten⸗Besitzer, welcher sich bdis zum letzten Februar 1828 daruͤber ausweist, daß er seit

dem Juni 1825 dis dahin, mindestens zwei Jahre lang,