1827 / 152 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 04 Jul 1827 18:00:01 GMT) scan diff

Landes mit zu entscheiden hat,

von den Oppositionsblättern seit 1824 gelteferten Be⸗

8 ist durch die Energie der Regterung, die ihr niemals fehlen wird, wieder gut gemacht werden. Aber das ver⸗ hinderte Gute konn nur eingeholt werden, waͤhrend der

woelche allein der Regierung des Koͤnigs ihren Glanz zuruͤckgeben kann, des bestgesinuten Koͤnigs, der je den Thron besttegen, und der in der Ausfuͤhrung seiner edelmuͤthigen Absichten vielleicht mehr als alle seine Vor⸗ gaͤnger gehindert wird.

gehabten Unfugs, 1 abzuhelfen gewußt hat, aber der hiutertriebenen Wodl⸗

um diese aller Welt einleuchtend zu machen, nur seine Columnen zu oͤffnen, und die ersprießlichen Entwuͤrfe, die lichtvollen Berathungen, die erleuchteten Maaßre⸗ geln in Betracht zu ziehen, uͤber welche die Presse, in Fpolge der Gesetzlosigkeit, seit- drei Jahren ein fantas⸗

mene Leser Alles erblickt, dungskraft nur immer hinter einen Wolkenschleier zu

sehen vermag. sspolchen Gem oͤlke laänger verdunkelt bleiben; er hat, waͤh

dasselbe zu verscheuchen; die Minister habden nicht ver⸗ fehlt solches zu thun; wenn aber die Rednerbuͤhne schwetgt,

leichtstnnig

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n und unbesonnenen Männern zu machen, die sich in jenen drei Jahren so unvorsichtig dem Inte⸗ resse und der Wohlsahrt ihres Landes in den Weg ge⸗ stelt haben. Indessen scheinen diese Maͤnner seldst ih rer Gegenparthei Recht zu geben, als sie die Censfur, deren Androhung sie nur in der Zuͤgellosigkeit ihrer Schreiften lasen, schon lange vorhersahen und seit einem Monate laut weissagten. Jetzt ist sie eingefuͤhrt, diese Censur, contrastguikt in den Augen des Gesetzes von drei Ministern, in den. Augen Frankreichs und Europas aber von allen Herauszebern der Oppositionsblaäͤtter. Ee ist bekannt, die aufgeklärtesten Leiter und Anhaͤnger der Verwaltung waren es Aufangs nicht, die zu den Lod⸗ rednern jener Maaßregel gehoöͤrten. Erne fuͤnfjährige Preßfreiheit, waͤhrend welcher die Regrerung sich stets geweigert hat, an der gesunden Vernunft des Volkes und der Schriftsteller, die, um jener zu gefallen, sie zu Rathe ziehen wuͤrden, zu verzweifeln; eine süͤnffährige, muͤhsam gefuͤhrte Landesderwaltung mitten unter Schwie rigkeiten, welche die Zuͤgellosigkeit der Presse ohne Un⸗ terlaß gegen die wohlderechneisten Entwuüͤrfe und die redlichsten Beschluͤsse erhob; fuͤuf Jahre des Uebermuths einerseits und der Gebuld andrerseits, haben alle Maͤnner, deren Opposttion uͤber die Schicksale eines belehren koͤnnen, auf welcher Seite die Freunde, auf welcher die Feinde der Preßfreiheit waren; letztere haben gesiegt, sie haben den Widerstand der Freunde dieser Freiheit entwaffaet; sie haben die Censur⸗Verordnung einer Verwaltung entris⸗ sen, die aus der Oeffentlichkeit der Rednerbühne und der Presse hervorgegangen ist, die durch sie bestanden hat und die sich jetzt genöͤthigt sieht, eine dieser Frethei⸗ ten zu modifiziren, um die andere, um sie alle zusam. men, zu retten. Es wouͤrde, gleich nach dem ersten Er⸗ scheinen der Verordnungen zur Auslüuͤhrung des, die Einfuͤhrung der Cenzur betreffenden Gesetzes, zu fruͤh⸗ zeitig sein, wenn wir alle muthmaßliche Ursachen dieser Maaßregel genau unterserchen, den Besern alle, gleichsam

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weggrüͤnde dazu, vor Augen stellen, und somit nicht nur alles Vöse, was der Preßunsug veranlaßt, sondern auch alles Gute, was er verhindert hat, hier wiederholen woll⸗ ten. Das Uebel, welches Leidenschaft erzeugt hat, es

Partheigeist schweigt und durch eine ruhige Berathung,

Diese Uebersicht, nicht des statt da die Gewalt der Regierung ihm

thaten, ist dem Moniteur vorbehalten, und er braucht,

magorisches Gewoͤlk zieht, hinter welchem der eingenom⸗ was eine verwirrte Einbil⸗

Unmoglich konnte der Thron von einem

rend der letzten Sitzung, es der Rednerbuͤhne überlassen,

so wuͤrde es unvorsichtig sein, den beleidigenden und lü⸗

genhaften Jurnalismus allein und züzellos das Wort fuͤhren zu lossen. Die Klarhert ber Teldune gestattete

der Thron; ader die Finsterniß oder die salschen Ausich

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E.“ 8 ten des Ivurnalismus weist er von sich. Und aus sem Gruade gedietet er, nicht Stillschweigen, aber cin gehoöͤrige Oronang in den Discusstonen; er defiehlt Tagesdlättern nicht zu schweigen. Aber heißt es zu von ihnen verlangen, wenn man will, daß slie sich ei wenig von der trefflichen Ordnung zueignen, die in aee. SBe. herrscht?

b (böortse tzung folgt. 8 Der Ministerrath, in 8 die Wiederein FB. ee 12— und die betreffenden Koͤt ronungen von Sr. Maj. b 8233 9⸗ a-ea j veleügen wurden, hat Die Verwaltung der Koͤnigl. Theater geht a Ministerium des Innern —2 88 e dem Stadtrathe von Paris uͤbertragen wird. Zuͤnsprocentige Rente 102 Fr. 15 C. Dreip 9 ondon, 26. Juni. Im Oberhause trug ges Viscount Goderich auf die zweite Lesung der 2+ des in Niederlage befindlichen Getreides an. Zuvoͤr legte er ganz kurz die Gruͤnde dar, wodurch die M. ster sich bewogen gefunden, die fruͤhere Kornbill, ne der Abaͤnderung, welche dieselbe im Oberhause erlitee aufzugebden, indem durch diese Abaͤnderung das ga Princip der Bill umgestoßen worden, mithin auch Zustimmung des Unterhauses in die Abaͤnderung kein sfals zu erwarten gewesen und also eben dadurch, 0 man die Bill nicht weiter betrieb, eine sehr unangenet Collision beider Haͤuser vermieden wurde. Demnaͤg beruͤhete er mit wenis Worten die Nothwendigkeit, ei legislative Maßregel zu ergreifen und bemerkte, daß bi bei sich zwei Wege darboten, naͤmlich entweder nach de Vorschlage des Grafen von Malmesdury, das betr sende Gesetz fortoauern zu lassen und nur dahin zu ame diren, daß dessen Wirksamkeit fruͤher eintreten so als wenn der Weizenpreis auf 80 Shilling fuͤrs Qu ter gestiegen sei; oder aber eine andere Anordnung ei treten zu lassen, welche sich lediglich auf das bereits nerhalb Landes aufgespeicherte Getreide beschraͤnke u zugleich dem damit in Verdindung stehenden Zuströͤn neuer Vorraͤthe von auswaͤrts vorbeuge und somit d Ansichten der Gegner der früͤhern Bill ebenmäßig nuͤge. „Der erstere Weg,“ sagte Viscount Goderi „koͤunte nicht eingeschlagen werden, da dies eine Be haltung desjenigen Princips gewesen sein wuͤrde, welch nach der Erklaͤrung des andern Hauses, so wie au nach der eigenen letzthin abgegebenen Meinung des Ob hauses und nach den Wuͤnschen des ganzen Landes net beibehalten werden soll. Sonach blieb nur der and Weg uͤbrig und ich bin geneigt, zu glauben, daß sen dieljenigen Lords, welche sich der letzten Bill widersetzte bei richtiger Betrachtung der Maaßregel, die ich je vorzusegen die Ehre habe, sich bewogen finden werde diesette als mit ihrten eigenen Ansichten entsprechend, erkennent. Das jetzt bestehende Korngesetz hat ger daß es dahin geht, fremdes Korn zu ein en, wo man dessen nicht bedarf und wo de

b dem Interesse unseres Landbaues am n⸗ theiligsten sst.“ Der Rebner setzte dies und die Ang wessenheit der dagegen in Vorschlag gebrachten provi rischen Maaßregel kurz auseinander und sprach schließ die Hoffunung aus, daß man dieselbe annehmen wer! daß bei dieser Gelegenheit die letzthin entstandenen Di ferentien schwinden und das Parlament in der gewe ten, ihm eben so ruͤhmlichen, als dem Lande nuͤtzlicht guten Stimmung auseinander gehen werde. 1 Lord Malmesbury widersetzte sich dem Antrag, bei 0 nem bisherigen Systeme beharrend, wonach er jede Ei fuhr von auslaͤndischen Acker⸗Erzeugnissen, als zum Ne9 thell des Britti chen Landmanns gereichend, ansieht.

Der Herzoeg von Wellington bagegen erkläͤrte sich mbgfe

dber Maaßregel voͤllig einverstanden, und zwar um

bdrden, wir 1910520 0

hhrend sehr erfreulich,

ꝛent entspreche. Er ergriff zugleich diese Gelegenheit, wiederholt zu versichern, daß er durch dieses Amen

ent keinesweges die Minister habe in Verlegenheit

gen wollen, daß dasselde nicht im mindesten aus ei⸗

Parthetabsicht, sondern lediglich aus seiner Ueber⸗

ung von dessen Zweckoienlichkeit hervorgegangen und dem er bei dessen Vorschlag der festen Meinung ge⸗ en sei, daß die Mentster darin mit ihm einverstan waͤren. Um letzteres zu belegen, theilte er zwei zwi⸗ u ihm und Hrul. Huskisson gewechselte Schreiben

Die Bill erhielt die 2te Lesung und heute soll zurch den Ausschuß gehen.

Die Bill in Betreff der Korndurchschnittspreise pas⸗ gestern mit einem Amendement des Lords Goderich: der Koͤnig im Rathe ermaͤchtigt werde, die Durch⸗ ittspreise in gewissen groͤßern und kleinern Staͤdten ies and towns) durch das ganze Vereinigte Koͤnig⸗ h aufnehmen zu lassen;“ um die Schwierigkeit zu neiden, worin die Minister durch die mit einander eitige Beschaffenheit der vor einigen Adenden vorge lagenen Amendements gestellt worden. Lord Farnham umte bei, weil sein Verschlag, Irland und Schottland zubegreifen, darin mit eingeschlossen werde. Unter dern Bills aus dem Unzerhaus erhielt die wegen des dit⸗Votums von 500,000 Pfd. die zweite Lesung.

Der Courier will wissen, das Parlament werde ht vor naͤchsten Montag, und nicht durch Se. Maj. Person prorogirt werden. In einem Conseil am untage werde die Schlußrede berathen werden.

Der gedeime Tractat von 1670 zwischen Karl II. d Ludwig XIV., der nie beseeuel Lbg oft bezweifelt

d ,9 .—— vortsetzung von Lingards Geschichte as Licht erblicken.

Es heißt, der Kaiser von Brasilien lasse Truppen Irland anwerben, 3000 Mann seien schon angenom und Schiffe zu dem Transport wuͤrden in Stand

t. Se. Fonds bleiben staͤtig, fast ohne Umsatz. Con⸗ 86 ⅛, 4.

Stockholm, 22. Juni. J. M. die Koͤnigin wer, sich im Laufe naͤchsten Monats nach dem Gesund—⸗ unen Ramloͤsa in Schonen begeben.

Das Besinden J. K. H. der Kronprinzessin ist fort⸗ und man hofft, die verehrte stin, der alle Herzen mit der innissten Liebe, Hoch⸗ tung und Verehrung zugethan sind, naͤchstens ganz ederhergestellt zu sehen. Auch der junge Prinz befin⸗

sich vollkommen wohl und ist sehr kraͤftig. Die ife desselben wird am 30. d. M. statt finden.

In Upsala, Lehn haben sich Pferdeseuchen und an⸗ vaͤrts sonstige Krankheiten unter dem Veh gezeigt.

Wien, 27. Juni. Se. K. K. Maj. haben nach⸗ ende Veraͤnderungen in Allerhoͤchstihren arswaͤrtigen ssionen zu treffen geruhet: Den K. K. auserordent⸗ en Gesandten und bevollmaͤchtigten Ministe am K. eußischen Hofe, Stephan Grafen von Zichy, haben

erhöͤchstdieselben zum K. K. Botschafter zam Dussisch

serlichen Hofe, den K. K. außerordentlichen Gsand⸗ und bevollmaͤchtigten Minister am Koͤnigl. Mieri⸗ n Hofe, Joseph Grafen v. Trauttmansdorff Wins⸗ in gleicher Eigenschaft am Koͤnigl. Preußtsyen

Ffe, und endlich den K. K. außerordentlichen Gesahd⸗

und bevollmaͤchtigten Minister am Churhessischn. fe, Kaspar Poilipp Grafen von Spiegel zum Di⸗ berg, ebenfalls in gleicher Eigenschaft am Koͤniglia jertschen Hote ernannt.

Am 21. Junt gegen Abend entleerten sich bei Ofen benachbarten Gebirge abermals schwere Gewitterwol⸗

Dadurch geschah es nun seit einem Monat schon vierten Mal, daß die Regenguͤsse als Bergwaͤsser Fortstuͤrzen in Thal und Edene mannichfaltige

Nation vertraͤglich ist,

1 Verwuͤstungen anrichteten. meklaͤgliche lauten aus anderen Gebirgs⸗ und Flußgegenden Ungarns und der angrenzenden Laͤnder die Nachrichten uͤber der⸗ gleichen Ereignisse. * Dem neuesten uns zugekommenen Blatte der allge⸗ meinen Zeitung Griechenlands vom 19. Mai, neuen Styls, zufolge, hat sich die National⸗Versammlung zu Tröͤzen, nach Beendigung ihrer Arbeiten, am 17. Mai aufgeloͤst, und zum Sitz der Stellvertretenden Resie, rungs Commission, nebst dem Senate, ist Napoli di Ro⸗ mania bestimmt worden. Obgedachte Zeitung enthaͤlt hierüber nachstehende Bekanntmachung des Prasidenten⸗ der National Versammlung: „Der Präsident der dritten griechischen National⸗Versammlung thut kund: Die dritte griechische National Versammlung hat ihre Arbeiten be⸗ endiat. Sie loͤset sich heute auf, und die hevollmaͤchtig⸗ ten Repraͤsentanten der Nation gehen in ihre Heimath zuruͤck, um ihren Mitbuͤrgern Rechenschaft von ihren Hanklungen zu geben. Geiechen! Die National⸗Ver⸗ sammlung haͤt das Gesetz von Epidauros, d. i. die pre⸗ visorische Verfassung Griechenlands, modificirt und hat sie vervollkommne*, un, des vernuͤnftigen Wesens wuͤr⸗ diger gem . Und taugüͤcher, urs eure d eure Regierung vollzogen, sgemeine Wohrn.e Serztion zu bewirken. Eure ne. elanlang ed genannt: Politische Ver⸗ fassunq 4 ue 2 chen, ℳ* vperrεν e T95 EAXM2S 2s⸗. Durch ste Srie eroen av He. G 2* X v 829 geheili gt. Dreien G, wolren, dem Senat, Cu.*n, und der &nsti ä8 h Eure bevoll⸗ Instiz ist de Herrschaft auverveihgtge Sen machtigt ., S Patoren bilden de eimricht ot, und . 8 Sen die franzoͤsisch macht . in so fe 8 NH. .

rn sie wi Sittehset Berte Sitzungen die Gerichte anordnen. eaufgesteht Stellvertre⸗ tende Regierungs⸗Commission riechen! * wird ihre Pflichten erfuͤllen laut des Decrets unter Nr. (Die Num⸗ mer ist in der Bekanntmachung unausgefuͤllt geblieden) bis er (der Regent) selbst nach unserm Vaterlande kommk. Zum Sitz der Regentschaft ist Napoli (di Romania) destimmt, wotin sich der Seuat und die Stellvertretende Regierungs⸗Commission begeben, um ihre Arbeiten zu deginnen. Der Regent ist wiederholt eingeladen wor⸗ den. Er hat, laut Decret Nr. 12., die Erlaubniß, eine dritte Anleihe von fuͤnf Millionen effectiver Thaler zu negociren, wovon er auch die Zinsen der zwei vorher⸗ gehenden Anleihen bezahlen wird.*) Griechenland wird bereits fuͤr gluͤcklich gehalten, gestuͤtzt auf den Regenten, den Admiral und den Generalissimus, aus deren Tu⸗ genden wohlthaͤtige und heilsame Wirkungen hevorquel⸗ len werden. Die Versammlung hat decretirt, daß eine National⸗Flotte geschaffen, und unser Militaͤr orgaͤni⸗ sirt werde in wirklich dienstthuende Truppen, in even⸗ tuell dienende, und in Stadttruppen. So wird das Vaterland seine Kraͤfte nach ihren Bestimmungen zweck⸗ maͤßig concentriren, consolidiren und leiten. Aber weder die guten Gesetze, noch die Form der Rezierung, noch die Niedersetzung von Gerichten, nech die Organi sation der Flotte, und des Militaͤrs, noch die Mitwir kung der er vaͤhnten Maͤnner (Capodistrias, Cochrane und Church) sind hinreichend, um uns der uͤber uns schwebenden Gefahr zu entledigen; vor allem wird dazu die gegenseige Liehe Aller erfordert, der Wille aller, un oie wechselseitige Mitwirkung, damit wir zu dem vorge’⸗ steckten Ziel gelangen. Griechen! unsre Erfahrung hat gezergt, daß, wenn wir wollen, wir siegen koͤnnen; Myriaden von Othomanen verschwanden aus dem An

gesichte unfres altvaͤterlichen Bodens; ihrer Tausend sind wir im Stande zu vernichten, wenn wir uns ge genseitig lteben, und wenn wir, eintraͤchtig, einen undd enselben Willen haben; dann aber koͤnnen wir einen

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*) Vergl. Nr. 138. dieser Zeitung.