1827 / 164 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 18 Jul 1827 18:00:01 GMT) scan diff

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Gestern fanden sich auch nebst mehreren Kohlen, Stuͤcke von Ziegelwaaren und der üuntere Theil eines schwarza⸗ draunen thonernen Topfes. n””] In der Nekar Zeitung heißt es: Zu unserm nicht * geringen Erstaunen, welches oyne Zweifel unsere Leser 1.“ theilen werden, erfahren wir durch das Journal des

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habe

[var gar zu gern die Sache so darstellten, als Paͤchter und Landarbeiter ein und desselde Interesse ionen, dies sei jedoch keigesweges der Fall, vielmeht es im hoͤchsten Interesse der letztern, wohlfeiles 2. zu heben; eden so habde auch der Pachter nicht den ringsten Vortheil vom bohen Kornpreise, sondern

klosen Unterhandlungen zuruüͤck. Im Februar d. surde er wiederum, mit auscheinendem Erust einge

nach Paris zu kommen, und dort, unter Mitwit⸗ * dasigen spantschen Gesandten, jene Foederun u liquidiren und spantscher Seits festzustellen. Die

8 erer fuͤr dienlich zu Meinung in Hinstcht auf die dermaligen Koecn gesetze uusd auf die Unstaͤnde, welche im Oserhause das Durch fäallen der zu deren Verbesserung abzweckenden Bill ver anlaßt haben, auszudruͤcken. Nachdem der Vorntzen d⸗ diee Versammlung eroͤffnet hatte, trat Herr G. W.

1 Korngesetze gelenkt worden,

8 geworden. ggierung Sr. Maj. und gegen beide

deas Unterhaus mit uns und nur

setz vom Jahre 1815 war das erste, erkannt war,

auf die Bitte der Landbesitzer gegeben, zu einer Zeit,

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Landes ihre festen Grenzen hat,

von auswaͤrts kommen lassen,

Wood auf und sprach: Die Aufmerksamkeit des Volks von Großbrittannien ist oft auf den Zastand der und man hatte bisher unter etwas unguͤnstigen Umstaͤnden Adressen an die Gesetzge⸗ bung zu richten; diej nigen Umstande aber, unter denen wir dermalen versammelt sind, sind wesentlich anders In fruͤhern Faͤllen hatte man gegen die Re⸗ Häaͤuser des Par⸗ laments zu kaͤmpfen, jetzt ader ist die Regierung und mit dem Oberhause haben wir zu kaͤmpfen. Es steht deshalb nunmehr zu verhoffen, daß unsere Bemuͤhungen von einigem Nutzen füuͤr die Interessen des Landes sein werden. Das Koͤrnge⸗ worin das Prin⸗ cip des voͤlligen Verbots der freinden Koen⸗Einfuhr an⸗ wogegen bis dahin die Einfuhr nur einer Abgabe unterworfen gewesen war. Dieses Gesetz wurde wo der Getreidepreis niedrig war. Seit der Zeit ist das Korngesetz Gegenstand vielfattiger Eroöͤrterungen ge⸗ wesen und allgemein fuͤr mangelhaft anerkannt worden. So wie dasselbe jetzt besteht, verbietet dasselbe die Korn, einfuhr, bis daß der Preis auf 80 Shill. fuͤrs Quarter gestiegen ist; dann aber werhen die Haͤfen geoͤffnet und man kann so viel Korn einfuͤhren als man wrll. Die Folge davon war, wie solches von Lord Liverpool sehr richtig dargestellt worden ist, daß das Korn so lange ausgeschlossen war, bis es zu Hungersnoth⸗Preisen stieg und man Hungers starb; dann aber ward es ohne Be⸗ schräänkung zugelassen, es entstand Ueberfuͤltung des Markts, die Preise fielen und die Ackerbautreibenden wur; den ruinirt. Dies war die Wirkung des dermaligen Korngesetzes. Man hatte ihm aber auch noch andere Vorwuͤrfe zu machen; es entnahm feemden Laͤndern al⸗ len Beweggrund, Korn fuͤr uns zu bauen, und setzte uns sonach in den Fall, bei eintretender Mißerndte und Hungersnothpreisen nicht einmal Getreide bekommen zu koͤnnen. Daß unter solchen Umstaͤnden ungeheure Schwan kungen in den Kornpreisen statt fanden, war natuͤrlich. Die Landbesitzer behaupten: hohe Kornpreise und hoher Pacht sei noͤthig, damit die hohen Abgaben (vom Grund besitz) entrichtet werden koͤnnten; dieser Grund wäͤr je. doch nichtig, denn schwere Abgaben und Laͤsten sind ge wiß fuͤr den Fabrikanten, wie fuͤr den Landmann gleich druͤckend, und jene Behauptung heißt mit anderen Wor⸗ ten nichts weiter als: weil das Volk hohe Abgaben zu entrichten hat, soll es auch theures Brod essen. Man hat dagegen jedoch bemerkt: der Päaäͤchter muͤsse einen lohnenden Preis verlangen, und was mich betrifft, so ge⸗ hoͤre ich zu denen, die der Meinung sind, daß ein Je⸗ der fuͤr sein Geschick und seinen Fleiß einen lohnenden Preis erlangen sollte; ich glaube jedoch, daß es außer der Macht irgend einer Gesetzgebung liegt, dies zu si chern und sehe daher nicht ein, warum man fuͤr das Interesse des Grundbesitzers so gut sorgen sollte, waͤh rend man den uͤbrigen Eliedern der Gesellschaft uͤber, läßt, selbst fuͤr sich zu sorgen. In einem Lande, dessen Bevoͤlkerung noch zunimmt, waͤhrend die Ausdehnung des muß mit der zunehmen⸗ den Bevoͤlkerung natuͤrlich auch vermehrte Nachfrage ach Getreide entstehn und man muß dasselbe entweder oder es auch auf dem dürftigsten Boden erzeugen, bis daß man selbst auf fel⸗ sigten Hoͤhen, nachdem man Erde⸗ auf selbige geschafft, Korn zu lohnenden Preisen gewinne. Der Reoner

Gegentheil schade ihm solches, da er deshald bei reicher Aerndte doch nichts von setnen Vorraͤthen luͤhren koͤnne, indem ein loynender Preis fuͤr den ländischen Landmann fuͤr ihn kein lohnender Preis Nar der Landeigner gewinne durch den hoͤhern P betrag, den er erlange, alle Uebrigen litten dabei, es sei die Frage also ganz einfach: ob eine hohe niedere Boben. Rente statt fiaden solle? Diese schwede also zwischen den Landeitgnern und allen gen Bewohnern. Er wolle den ersteren nicht im meinen zu nahe treten, es seien manche achtbare 9 ner darunter, aber er koͤnne keineswegs billigen, de ihr Einkomamnen auf Unkosten der andern Klassen erhet Das letztytn dagegen im Parlament verhandelte setz habe zwar dem Beduͤrfniß noch nicht voͤllig entt chen, es habe jedoch bemselden ein gutes Peincip u gelegen und deshalh sei zu wuͤnschen gewesen, da durchgegangen waͤre; wenn es nun aber im Oberh vereitelt worden, so sei es die Pflicht des Valks, Ministern zu Huͤlfe zu kommen und seine Gesinn in diesem Bezuge auszusprechen indem dann boffen steye, daß in der naͤchsten Sitzung des P ments die Minister in ihren Bemuhungen erfolgrei sein wüͤecden, wenn sie durch die in Volks⸗ Zusamn kuͤnften ausgesprochene und der Regierung dargel oͤffentliche Meinung in Stand gesetzt waͤren, jeder! posttion Widerstand zu leisten. Er ging demnaͤchst einer Lobrede des jetzigen Ministertums und namen des Premier, Ministers uͤder und erklaͤrte, daß es Pflicht des Volks sei, eine solche Regierung zu unl stuͤtzen. Es sei seit kurzem, besonders in Zusammenkurn ten, die unrichtigerweise Pitt⸗Cluhbs genannt woͤrde Mode geworden, den Peemier, Minister in allerh uͤblen Leumund zu bringen; man solle jedoch nicht h den, daß der Wahn entstehe, als sei das Dafuͤrhal einiger Landzunker aus Cheshire die oͤffentliche Meinn Englands. Die Minister haͤtten das ganze Volk sich. Hr. Woon ging dann noch weiter gegen bie Sel lucht oer Gründeigenthuͤmer im Parlament an stellte im Contrast dagegen auf, wie die Handelskam von Manchester Beschluͤsse gefaßt habe, wodurch sie Regierung die Ermaͤßigung gewisser Zoͤlle von frem Fabrikaten empfiehlt. Zum Schluß brachte er die gangs gedachte Adresse in Antrag. Nach ihm spra noch mehrere andere und es ward eine Reihe von solationen in Antrag gebracht, wobei das Oberhaus scharf . wurde, was jedoch Wanklyn taͤdelte. Die Adre hle sse ward schluͤßlich Mit großem Verdruß haben die Theilhahber an schon so lange schwebenden Anspruͤchen an die span Regierung ihre Hoffnungen aufs neue getaͤuscht gese Bekanntlich wurde im Jahre 1823 zwischen der bn schen und der spantschen Regierung eine Convention ab schlossen, durch welche jene Forderungen an eine zu Ende niederzusetzende Commission verwiesen wurz und der von dieser Commission festgestelte Betrag se demnaͤchst in spanrschen Staats Ooligationen entric werden. Die Commisston war geraume Zeit versamm aber bei den endlosen Zoͤgerungen, die von Seiten S niens veranlaßt wurden, kam sie nicht uͤber eine ein Forderung zum Beschluß. Der Vertreter der Forderu machenden wurde demnaͤchst von der spanitschen Reg kung nach Madrid eingeladen, um zu sehen, ob eine Feststellung zu Stande kommen koͤnne. Er be

setzte demnzaͤchst auseiunander, daß die Landeigenthuͤmer

sich demnach dorthin, kehrte aber nach mehrwoͤchentlicht

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nkunft in Paris fand statt, man kam uͤder den qe; ö.Fene. uͤberein, die Form der von soanischen Regierung zu ertheilenden Verschreidung he berichtigt und demgemaͤß kam eine Uedereinkunft den beiden spanischen Commissarien, dem spanischen ndten in Paris (Herzog von Villa Hermola) und hrittischen Forberern zn Stande. Letztere wüͤnschten aunmehr Gluͤck, daß die Sache za einem Enbe he, als zu ihrem groͤßten Verdruß sie von der schen Rezierung benachrichtigt wurden, daoß die missarien ihre Instructionen uͤberschritten haͤtten, daß deshalb der von ihnen abgeschlossene Ver, nicht in Wirksamkeit treten werde. Die Com⸗ rien ihrerseits detheuern, ihre Insteuktion niche chritten zu haben und es steht ihnen das Factum Seite, daß der spanische Gesandte in Paris die reinkunft, als dem Auftrag der Commissacten ent hend, ratisictr t hat. So steht nun bie Sache jetzt. Betrag der Forderungen ist 3 Millionen; wäͤre es auch nur der zwanzigste Toeil davon, so koͤnnte, t der Courter, die brittische Regierung nicht ruhzg nsehen, daß ein von ihr mit einer Macht feierlich gangener Vertrag mit Gleichzuͤltigkert und Ver⸗

ung behandelt werde. 1 519. Juli. Aus Suͤdbrabant Luxem

ꝛc. gehen fortdauernd traurige Nachrichten von den vuͤstungen ein, die das Gewitter am 2. d. M. ver, cht hat.

. 8 6. d. M. an der Sonnenscheibe entdeckten en waren auch noch vorgestern und gestern sichtbar; hatten sogar an Ausdehnung etwas zugenommen; eich demerkt man, daß sie ihren Standpunkt etwas udert haben und gegen ben westlichen Rand der eibe ruͤcken. Vorgestern gewahrte man auch noch n neuen eben so beutlichen Flecken.

Vom Main, 12. Juli. Zu Muͤnchen starb am an Entkraͤftung der Koͤnigl. Baierische Kaͤmmerer, itular der K. Ritterorden vom heil. Hubertus und Georg, Ritter des Cioil⸗Verdienstordens, Staats- erbliche Reichsrath, Herr Maxtmilian Graf von

sing, im Alter von 92 Jahren. 1 d.2 zur Fahrt von Mainz nach Manheim und

r nach dem Oberrhein bestimmte neue Dampfschiff wig“ ist auf seiner Probefahrt am 9. d. in Man⸗ angelangt. Die Einrichtung desselden ist eben so ch als dauerhaft; es hat uͤber 100,000 Fr. gekostet

ist in Rotterdam ven Hrn. Roentgen erbaut. Es 2. Reisende aufnehmen und 600 bis 800 Centner

den. 1 b 82 . freundlich gelegenen Staͤdtchen Weinheim r Bergstraße, ist voͤr kurzem eine neue Heilqaelle

sckt worden, deren Wasser in vielerlei Krankheiten, saͤchlich bei Schwaͤche der Eingeweide, des Unter⸗ und der Netrven sehr wohlthäaͤtig wirken soll. Aus Sinsheim, im Neckarkreise, wird unterm 4. gemeldet: Seit 3 Tagen ist der Anfang gemacht, m hiesigen Stadtwald besidlichen 7 altdeutschen bhuͤgel zu oͤffnen. In dem zuerst abgehoben werden⸗ groͤßten, fand man bereits vorgestern, in einer von beilaͤufig 7 Faß, ein noch wohl erhaltenes Ge⸗ daran in der Gegend der rechten Hand einen klei⸗ kupfernen, und mehr einwaͤrts einen kleinen ei⸗ n Ring, der oben durchloͤchert ist; einen groͤ⸗ metalldrathenen Ring hatte der Koͤper um den wauch in der Naͤhe der linken Ohrenhoͤle ein oval mchengebogenes Metallringchen; unter sich noch ein Stuͤckchen fast ganz verrostetes Eisen.

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der Brust

Debats und die deutsche Pariser Zeit., daß in Stuttgart ein entsetzliches Verdrechen begangen worden sein soll. 8 Letztere derichtet solches woͤrtlich also: „Der Aufseher im Thiergarten zu Stuttgart hat sich eines sehr sonder⸗ baren Vergehens schuldig gemacht; es ist ein ganz jun⸗ ger Mensch, der einen graͤnzenlosen Appetit hat, einen 8 der beiden Loͤwen, die er zu desorgen hatte, umbrachte, um ihn nach und nach zu verzehren. Man hat die Sache erst entdeckt, als schon die Haͤlfte des Loͤwen auf⸗ gegessen war. Das Overgericht in Stutraart hat ihn 1 zu einer fuͤnfjuͤhrigen Gefängnißstrafe und 1500 Gulden (oas Journal des Debats sazt sogar 3000 Galden), Geldbuße verurtheilt.“ Wir koͤnnen mit zutem Gewis⸗ sen versichern, daß uns von der Unthat dieses pflicht⸗ vergessenen Loͤwenfressers auch nicht eine Sylbe zu Oh-⸗ ren gekommen ist; vermuthlich aus dem einfachen Grunde, weil wir schon laͤngst keinen Thiergarten mehr besitzen, 3 und weil selbdst zu jener Zeit, wo eine koͤnigl. Menagerie hier (in Stuttgart) bestand, sich, unseres Wisseus, keine Loͤwen darin befanoden, also auch, weder frisch noch ge⸗ salzen von irgend einem vielfraͤßigen Leckermaule aufge⸗ zehrt werden konnten. Sollte aber die erwaͤhnte, aben⸗ theuerliche Nachricht etma nur eine sinnreiche Allegorie sein, so muͤssen wir offen bekennen, daß idr Sinn fuͤr uns zu tief liegt, und erbitten uns in diesem Falle boͤf⸗ 8 lichst den Schluͤssel dazu. Bis dahin erblicken wir ader 3 in dieser Lͤwen⸗Geschichte nichts anderes als einen gesunden Baren, den sich unsere werthen HH. Cellegen in Paris haben aufbinden lassen. 11““ Preßburg, 3. Juli. Am 30. Juni ist die 245ste Reichstagssitzung dei beiden Tafeln gehalten worden. Bei den Staͤnden wurden die Artikel uüͤber die aufge⸗ nommenen Jadigenen and dann ein Nuncium uͤber die Vermehrung der koͤnigl. ungarischen Labgarde, wozu die Staͤnde die Summe von 100,000 Galden C. M. aus eigenen Metteln angeboten haben, berichtigt, und der

Magnatentasel uͤberfandt.

vom 6. Juli. Die mit Entwerfung der Gesetz⸗ Artikel beauftragte Reichs Deputation hielt am 2. d. M. wieder eine Sitzung; am folgeaden Tage aber hatte dre 246ste Reichstagssitzung Statt. Die Seaͤnde berichtig⸗ ten in derselben ihr Runcium uͤder den Zastand der Reichsfonds, und uͤdersagèten es dann der Magnaten⸗ tafel, odie es auch sogleich aufnahm. Nachder traten beide Tafeln zu einer gemischten Sitzung zusammen, in welcher zwei neue allerhoͤchte Resolution u bekannt gemacht wurden. Die erste, dd. 30. Juni d J. betrifft daß Sr. geb. Maj. allerunterthaͤnigst unterbreitete Gesetz uͤber die Regultrung des Särviz, das von Allerhöchstden⸗ selben genehmigt wird. Mittalst der zweiten, dd. 1. Juli, geruhen Se. Maj. allergnaͤdisst zu gewaͤhren, daß die Stiftungs Ukunde des Hen. Grafen Ladislaus Fe⸗ stetits, so wie dieseselbe von Allerhoͤchst Sr. Maj. rati⸗ ficirt wurde, zur Verewigung dieser patriott chen Ge⸗ sinnungen inartikulirt werde. In der gestrigen, 247. Retchstagssitzung haben die Staͤnde den Entwurf der Repraͤsentation uͤber die Wiederherstellung und Vermeh⸗ rung der koͤnigl. ungarischen Leibgarde aufaenommen und berichtigt, und ihn sammt einigen neuen Gesetzent⸗ wuͤrfen der Magnatentafel mitgetheilt. Am Schlusse der Sitzung erfolgte die Einigung beider Tafeln, sowodl uͤber diese Repraͤsentation, wie auch uͤber das Nuncium ruͤcksichtl ch der Reichssonds. In der Nacht vom 2. auf den 3. d. M. hat eine heftige Feuersbrunst die nur

eine Poststation von uns entfernte Stadt Hainburg . 11“

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