8 85 95
den Aufforderung des Congresses, wolle er sich indessen unverzuͤglich vor die Kammern stellen. Gleich darauf, um 8 Uhr Abends, begab er sich nach dem Hause des Senats und leistete den von der Verfassung vorgeschrie⸗ benen Amtseid. Hierauf hielt eine sehr kraͤftige Rede, woraus folgende Stelle besonders hervorgehoben zu wer⸗ den verdient: „Jede Art der Anschuldigung wurde ge⸗ gen mich gerichtet. Mich beschuldigt man, zu den Leiden meines Vaterlandes Anlaß gegeben zu haben, der Ne benbuhler und der Feinod des Praͤsidenten Befreiers zu sein! — Durch mich sell die Einfuͤhrung der Bolivischen Verfassung vereitelt sein; — mir wird Schuld gegeben, daß das Buͤndniß von Columbien, Peru und Bolivta nicht zu Stande gebracht worden ist; — durch mich ist die Nation des Segens der Dictatur verlustig geworden; — durch mich wurde die Nation mit Abgabden uͤber haͤuft; — daß Columbien in zwei Factionen getheilt, daß die Armee unzufrieden ist, daß die Finanzen zerrüͤt tet, die Partheien gegen einander aufgebracht sind, daß endlich Alles dem Verderben entgegenrennt, — Alles dieses wird mir zugeschrieben. In der Ansicht meiner Feinde, die auch die Feinde unsers politischen Systems und der Regierung sind — Maͤnner, die nur von Schmei cheleien leben, besaͤße ich mehr Gewalt, als jener be⸗ ruͤhmter Weltweise, der nur einen Stuͤtzpunkt verlangte, um die Erde in Bewegung zu setzen. Nehmen Sie meine Resignation an, und an die Stelle aller dieser Uebel treten dann tausend Segnungen.“ Der Schluß dieser merkwuͤrdigen Rede lautet, wie folgt: „Ich wie⸗ derhole hier in Gegenwart der erlauchten National⸗Ver sammlung mein politisches Glaubensbekenntniß. Ich will die Verfassung aufrecht erhalten, so lange sie Co lumbiens Grundgesetz ist. Mein Herz wird stets rein und uneigennützig, meine Seele stets frei bleiben. Ge⸗
horsam und Unterwerfung bin ich dem Gesetze und den
heabe es gesagt.“ — Der Praͤsident des
“ N 8 . W“
bezeugte.
ℳ
verfassungsmaͤßig bestehenden Behoͤrden schuldig. Meine Ergebenheit, meine Hingebung bleibt fuͤr die Unabhaͤn⸗ gigkeit und die Freiheit unwandelbar dieselbe. — Ich Senats, Herr Baralt, hielt darauf eine kurze Anrede, worin er ihm die Freude des Congresses uͤber seinen letzten Entschluß
Die columbischen Finanzen befinden sich, nach Ju⸗
halt der Botschoft des Vicepraͤsidenten Santander an
den Congreß, in einer sehr schliimmen Lage. die oͤffentliche Einnahme in
Zwar ist dem Rechnungsjahre vom
F Juli 1825 bis zum 30. Juni 1826 gröͤßer gewesen, als im vorhergehenden Jahre und die Ausgabe, Etats
1
fuͤr das laufende Jahr sind so sehr gegen fruͤher ermaͤ
8 8 ßigt, daß die Ausgabe nicht voͤlig so hoch als die Ein⸗ nahme zu stehen kommt; „aber (heißt es in der Both⸗
chaft) es ist leicht einzusehen, welchen uͤblen Einfluß der oͤchst bedauerliche beunruhigte politische Zustand des
Landes auf die National⸗Hälfsquellen haben mußte.
nahme Berechnung, ist es unbezweifelt, daß die Vermeh.
nur die Ausgaben
Volk mit Auflagen zu belasten, die
so betraͤchtlich gewe
Jahren dasselbe so schwer gedruͤckt h diese Angelegenheit Ihrer mit der Versicherung,
Hiervon befreit und in Betracht der oberwaͤhnten Ein⸗
rung der Einkuͤnfte und Verminderung der Ausgaben sen sein wuͤrde, daß wir enelich nicht durch die Einnahmen aufgewogen, sondern auch den oͤffentlichen Credit gesichert und die fliegende Schuld consolidirt haben wuͤrden, ohne das in den verwichenen edruͤ⸗ aben. Ich empfehle sorgfaͤltigen Aufmerksamkeit, daß dermalen solche Unerdnung und Vermwirrung in den Nationolfinanzen herrscht, daß es unmoöͤglich ist, fuͤr den Aufwand der Verwaltung d die Verpflichtungen der Republik zu sorgen.“
11“
1121819. 8
V
Brigade Specialrevue.
ckt bei Feister und E
ꝑ““
E111““ 1e““
8E111 8 38 1“”] . 8
80—˙ d. 88 ust. Der Geb Majestaͤt des Koͤnigs 88 v. auf dge gen festliche Art gefeiert. Fruͤh Morgens ertoͤnte vom The das „Nun danket alle Gott“ und steigerte die 8 dungen des frommen Danks und der Freude fuͤr . haltung des verehrten Monarchen, dessen weise rung uns noch lange begluͤcken moͤge. Die hirsß sammte Garnison und die zur diesjaͤhrigen Revue zusammengezogene 1ste Artilleriebrigabe hatte um große Parade auf dem Jahrmarktsplatze vor dem mandirenden General. Das ven demselben Sr. dem Koͤnige hiebei ausgebrachte Lebehoch! wurde von e sammelten Truppen und den Zuschauern freudig wi holt, die ihren innigen Antheil an dem Lebensgläüch allverehrten Monarchen dadurch laut zu erkennen Die Koͤnigl. Deutsche Gesellschaft hielt zur Feig freudigen Tages eine oͤffentliche Versommkung an Schlosse. Nachdem diese von dem Prästidenten da sellschaft, Konsistorialrath Professor Dr. Wald einen Prolog uͤber die Ungewißheit der Zeitrechm oͤffnet war, folgte eine Abhandlung des Regierungh Dr. Busolt „uͤber den Zweck und das Wesen stalozzischen Lehrmethode, als eines Erfordernist Zeit.⸗ Zum Schlusse hielt Superintendent Dr, die Festrede „uͤber oie Poeste des Lebens.“ J—. großen akademischen Hoͤrsaale betr Hagen III. die Rednerbuͤhne und Verdiensten des Koͤnigs, als ten und Kuͤnste, und be durch die Begruͤndung des neuen Nationalmusenn Berxlin. In den oͤffentlichen und Privatgaͤrten Schloßteich, die geschmackvoll erleuchtet waren, befanl der gröͤßte Theil von Koͤnigebergs Einwohnern vus melt, um sich an dem gluͤcklichen Tage der allgem Freude anzuschließen, die sich in heiterm Frohstane, keinen Unfall getruͤht, auch bei der zahlreichen N menge in den erleuchteten Straßen, verbreitet hatn Am 3. gegen Abend sind Se. Koͤnigl. Hohe Prinz August von Preußen, Chef der gesammun tillerie, in erwuͤnschtem Wohsein hieselb st angekom Heute hatte die hier zusammengezogene erste Artl ecia Nach beendigten Man werden Se. Koͤnigl. Hoheit, dem Vernehmen nach, Ruͤckreise den 7. d. M. antreten. Posen. Der Fuͤrst Ordinat von Sulkomth einen ueuen Beweis des wohlthuenden Interesse Befoͤrderung des Schulwesens durch Bewilligung Geldgeschenks zum Bau eines Schulhauses fuͤr tholische Schule zu Goͤrchen gegeben. Auch der Ortspfarrer, Decan Garszeynski, hat sich hieber eine aͤhnliche Freigebigkeit ausgezeichnet.
Koͤniglische Schauspiele Sonnabend, 11. August. Im Schauspiel „Die beiden Sergeanten,““ Melodrama in 3 Abt gen, mit Tanz. Hierauf: „Der Schiffskapitain,“ “ 1 Aufzug, von C. Blum.
onntag, 12. August. Im Opernhause. Zul stenmale wiederholt: B in Wien bearbeitet nach: Adele von Budoy, vw A. Wolff. Musik von Kreuzer. (Mlle. Schechan Baierische Hoffaͤngerin: Cordelia, als Gastrolle.) auf: „Der Mann im Feuer,“ oder: „Der Braͤu auf der Probe,“ Original, Lustspiel in 3 Abt heil, Schmidt. 1]
“
8 8 .In Charlosttenburg: „Die Vertrauten,“ Lüf in 2 Abtheil., von A.
b Muͤllner. Hierauf: „Di n fiz⸗Verstellung,“ Posse in 1 Akt mit 5 Auj nach dem Franzoͤsischen, von Th. Hell. n
E1“ 8
b * 8.3
Koͤnigsderg, 4. Au
1“
und sprach von du sgj s Befoͤrderer der Wilseich sonders der Naturgestce
1”
Redacteur Jost
“
isersdorss.
.
8
at der Professiralt
„Cordelia,“ Oper in 1 A
Siegkreise, der bisherige Pfarrer H
† , 8 2*
IIS
9
—
7 88
4
8 1 . Hn Er.
L11“ bi eg. 84. 1
v1141“*“*“ 2 F1 8 5
“
8 8 1 g.
2*
4
38*
8
. b1 392 2
8 E
2
— . 8,& 7
2 *† 2* 8 ℳ
2
2
E11 85 —
-— erlin, Montag, den 13ten August 1827.
„Lamb. hissen zu Hoven zum Huͤlfspfarrer zu Langendorf, Kreis Lechenich, der bisherige katholische Vikar Peter Schneider zu Meckenheim zum Huͤlfe⸗ pfarrer zu Creutzweingarten, Kreis Lechenich, und an die Stelle des emeritirten Pfarrers Leuffen der vormalige Klostergeistliche Franz Hoocken in Koͤln, zum Pfarrer in Heumar, Kreises Muͤlheim, ernannt worden;
zu Minden ist dem Candidaten der Theologie, Adolph Heinrich Petri aus Brackwede, die durch die Versetzung des Pastors Dr. Hurzig nach Veltheim er⸗ ledigte Pfarrstelle zu Friedrichsdorff verliehen und der seitherige zweite Pfarrer Lohmeyer zu Enger zum Pastor Primarius daselbst ernannt worden.
S 8 5
— 8 8
*
18
1Amtliche Nachrichten.
„1b Kiöronik des Tages. eine Majestaͤt der Koͤnig haben dem Instrumen⸗ macher Johann Friedrich Marty zu Koͤnigsberg in
jeußen den Titel eines Hof⸗Instrumentenmachers bei⸗ egen geruhet. 1 1
8
Der Koͤnigliche Hof legt Morgen den 12 auer fuͤr den regierenden Fuͤrsten von Thurn und axis Durchlaucht auf 8 Tage an.
Berlin, den 11. August 1827. .
ü
8*
BEI16“
8*
8
Abgereist. Der General⸗Major und Inspekteur der ersten Ingenieur⸗Inspektion, von Reiche, nach
Luͤstein.
Ceremonienmeister.
LE“
18
Der Druck der neuen Preußischen Landes⸗Pharma poe, deren Bearbeitung das Ministerium veranlaßt t, ist nunmehr beendiget. Dieselbe ist demnach von bt an fuͤr den Preis von 1 Thlr. 10 Sgr. pro Exem⸗ ar zu haben. Der Debit erfolgt zunaͤchst durch die lahnsche Buchhandlung hierselbst. Dies wird hierdurch üht dem Bemerken zur oͤffentlichen Keuntniß gebracht, ß der Zeitpunkt, von welchem ab die Vorschriften die⸗ Pharmakopoe in saͤmmtlichen Apotheken in Aus⸗ ung gebracht werden muͤssen, annoch bestimmt werden Berlin, den 29. Juli 182 7 84 inisterium der Geistlichen, Unterrichts- und Medizi⸗ .“ nal⸗Angelegenheiten. In Abwesenheit und Auftrag Sr. Exec. des Heerrn Ministers, Freiherrn von Altenstein. E“ (gez.) Hufeland.
U
e
“
Ausland.
Schreiben aus Schandau, 5. August. Se. Maj. der Koͤnig von Preußen trafen, von Teplitz kommend, ganz unvermuthet am 2. d. M. im strengsten Incognito in Schandau ein und besuchten Tags darauf mehrere Punkte der Saͤchsischen Schweitz. 1
Am 4. August haben Seine Majestaͤt dem Koͤnige von Sachsen zu Pilnitz einen Besuch abgestattet, dort zu Mittag gespeist und sind gleich darauf wieder nach
Teplitz zuruͤckgekehrt. Paris, 6. August. Der Koͤnig hat gestern in
e 92 8
27.
der Sitzung bei. Der columbische Gesandte vom Londoner Hofe, Hr.
urtado, befindet sich dermalen hier. 8 Nach Se. von dem Koͤnigl. Konsul zu Gibraltar dem Marineminister erstatteten Anzeige ist es sechs al⸗ gierischen Corsaren vor kurzem gelungen, aus dem Ha⸗ fen von Algier auszulaufen. Drei derselben sollen nach dem Ocean und 3 nach Osten bestimmt sein. Der Ma⸗ rineminister hat dovon den Koͤnigl. Marine⸗Commissair zu Bordeaux benachrichtigt, um die weiter erforderlichen Maaßregeln zu ergreifen, damit auf jene Corsaren Jagd gemacht werde. Waͤhrend eines starken Ungewitters, das am 2. d. uͤber Paris ausbrach, ließ sich ein Haufe Stoͤrche auf Passy nieder und bedeckte die Daͤcher mehrerer Haͤuser. Man toͤdtete mit Flintenschuͤssen mehrere dieser in unse⸗ rer Gegend seltenen Voͤgel, welche wahrscheinlich durch einen heftigen Sturm aus den Moraͤsten von Flandern, ihrem gewoͤhnlichen Aufenthalt, fo rieben worden. 1“ 1. S8. Hm sis8 6
Im Bezirk der Koͤniglichen Regierung Aachen ist der bisherige Vikar Heinrich Welter 1 Pfarrer fuͤrn die katholische Pfarrstelle zu Embken, eis Duͤren, ernannt und der bisherige Huͤlfspfarrer Embken, Kreis Duͤren, Johann Theodor Ruͤtten, gleicher Eigenschaft, fuͤr die Pfarre Bouderath, Kreis
emuͤnd, berufen worden; zu Coblenz ist der Caplan Geschwind zu Eh⸗
nbreitstein an die, durch Resignation des Pfarrers lein erledigte Stelle zum Pfarxer in Bendorf ernannt nd dem bisherigen Pfarrer Schmidtborn zu Eckwei⸗ r die erkedigte evangelische Pfarrstelle zu Kirn uͤber⸗
ragen worden; zu Koͤln ist an die Stelle des nach Hennef versetz⸗
en katholischen Pfarrers Burggraff zu Seelscheid, im und zu Oberkassel,
erner der bisherige katholische Vikarius Johann Isaak
eer-s. KerGes Ne
*8
9 8b
1 9
St. Cloud Ministerrath gehalten; der Dauphin wohnte 8
8
88 8
* * 8 . 2 2 “ I Se.. 2„ 82 8 1“ 8 1 2* 2 *
1 8 111“