1827 / 210 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Mon, 10 Sep 1827 18:00:01 GMT) scan diff

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kann. Die Verschiedenartigkeit der Glaubensmeinungen der Unterthanen der Maͤchte, welche bei Algiers Unter⸗ joocchung mitwicken muͤssen, ist ein anderer Einwant. Hierauf dient aber zur Antwort, daß eine kriegerische Stiftung mit Religionsstreitigkeiten sich nicht vertraͤgt, und

8 daß Leute, die stets Feldzuͤge und Waffenthaten im Kopfe

haben, wenig Zeit zu theologischen Controversen haben, und daß die Eiaheit in Christo sie zusammen halten wird. Daß der alte Statut des Ordens nicht ohne Abaͤnderungen bestehen koͤnne, versteht sich von selbst. Eine große Schwie⸗

.“ rigkeit wird man in der Stiftung eines zugleich kriegeri⸗

schen und Ackerbau wie auch Handel treibenden Ordens er⸗ blicken; ich aber kann mir sehr wohl eine Gemeinschaft von Ackerbautreibenden und eine andere Gemeinschaft von Beschuͤtzern der ersteren denken, die Hand in Hand dem großen Ziele entgegen schreiten. Der Orden des heiligen Johannes von Jerusalem ist der einzige, der durch sein langes Ungluͤck, seine langen Dienste und seinen alten Ruhm faͤhig ist, dieses auszufuͤhren, und er wird hierin eine Entschaͤdigung finden, zu der seine lange Leiden ihn hinreichend berechtigen. Er wird ein Bollwerk zum Schutze und zur Erhaltung der Freiheit des Handels in diesem Algier errichten, welches besser als Rhodus und Malta, mitten unter den andern Staaten der Barbarei gelegen, recht geeignet zu sein scheint, um dort die Wache hiazustellen, welche die Feinde aufhalten oder vernichten soll.

8 Die Gazette de Lyon hebt eine Stelle aus Walter Sccotts Leben von Napoleon hervor, wonach der Gene ral Gourgaud, bei seinem Abgange von St. Helena, Sir Hudson Lowe und, den Baron Sturmer von den Plaͤnen in Kenntniß gesetzt haben soll, welche wegen Entweichung Napoleons in Longwood geschmiedet wur, den; diese Nachrichten soll Gourgaud dem englischen Miinisterio bei seiner Durchreise uͤder Londen ebenfalls laauesfuͤhrlich gegeben haben. Dos erwaͤhnte Blatt hbhofft, daß General Gourgaud diese Beschudigung nicht

unerwiedert lassen und daß hierdurch ein neues Licht

ͤber diesen Zeitpunkt der Geschichte Napoleons verbrei⸗

rtet werden wird. ““ Die Verfasser der vor Gericht gezogenen Notiz uͤber

das Begrͤbniß des Hrn. Manuel sind Hr. Mignet, (Autor der bekannten Darstellung der franzoͤsischen Re⸗

vpolution) Hr. Laffitte und Hr. Manuel der juͤngere, Bruder des Verstorbenen.

Fuͤnfprocentige Rente 104 Fr. Dreiprocent.

1 London, 1. September. Ein Correspondent des Liverpool Mercur's behauptet, daß von den Reductionen

iin der Armee, welche Herr Canuing beabsichtigte, nur

wenig in Ausfuͤhrung werde gebracht werden, indem der

Heerzog von Wellington sie nicht fuͤr zweckdienlich halte.

Die Kosten zur Unterhaltung der Armen in New⸗ york (welche Stadt 175,000 Einwohner enthaͤlt) beliefen sich in den Jahren 1822 bis 1825 auf 330,358 Dollars

oder auf 82,589 im Durchschnitt pro Jahr, also auf weit weniger, als die Armensteuer in vielen Kirchspielen Engglands betraͤgt.

Jn Liverpool wird ein sehr großes Gebäude er, baut, das als Zollhaus, Accise, Postamt, Stempel⸗ und Dockenbuͤreau dienen soll. Es wird in 6 Jahren been det sein. Die Kosten werden sich auf 175,000 Pf. St. belaufen, von welcher Summe die Regierung 150,000 Pf. St. vorstreckt.

Nach dem Dumfries Courier wird der jaͤhrliche Werth aller in Großbrittannien wachsenden Korngattun⸗ gen auf 112,000,000 Pf. St., und der jaͤhrliche Werth des Rindviehs, der Schaafe, Haͤute, Butter, Kaͤse une Federviehs auf 108 000,000 Pf. St. angeschlagen.

Die Schiffs Nachrichten aus Buenos⸗Aires melden, daß Adm. Brown am 7. Juni mit sieben Schoonern und einer kleinen Brigg den Brasiltern entgegen, abge

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segelt war; auch, wie man meinte, um sich mit den aus Patagonien erwarteten Geschwader zu vereinigen das aus der Corvette Chacabuco von 24 Kanonen, den den Brasiliern genommenen Slapania von 22 K., ung zwei kleinen Schoonern bestand. „Brown's Abwesen

heit,“ heißt es, „macht uns sehr aͤngstlich, denn seing

kleine Flotte kann in tiefem Wasser bei dem geringsten Luͤftchen von den großen Brasilischen Schziffen buchstzz lich in den Grund gesegelt werden.“ Am 7. war da Kriegsschooner Esperanza, Capt. Fournier, von Ense nada mit einer Brittischen Brigg Florida angekommen die er beim Cabo Sta. Maria unter dem Vorwang daß sie in den Gewaͤssern der Castelle, wo es verbemn ist, gefischt habe, genommen, armirt, ihr den Nam Venganza gegeben, und mit ihrer Beihuͤlfe 13 klen Brafilische Schiffe genommen hatte. Am 9. kam an der Kaper⸗Schooner Vengadora Augustina, Capt. Crah von einem Kreuzzuge an der Brasilischen Kuͤste an, er 13 Schiffe von allen Sorten genommen, sechs derset ben versenkt und sieben nach verschiedenen Haͤfen schickt hatte.

St. Petersburg, 30. August. Vorgestern Me gens um 9 Uhr ist Ihre Kaiserl. Hoh. die Frau Gen fuͤrstin Helene von einer Prinzessin, die den Nam Katharina erhalten hat, gluͤcklich entdunden worde durch 201 Kanonenschuͤsse von den Waͤllen der Festun ward alsbald dieses Ereigniß den Bewohnern von Petersburg verkuͤndigt. Gestern fruͤh wurde deshald der Kapelle des Taurischen Palastes, in Gegenwart 6 Maj. des Kaisers, Ihrer Maj. der Kaiserin Mun und Se. Kaiserl. Hoh. des Großfuͤrsten Michael feierliches Te Deum gesungen. Abends war die Stüt erleuchtet. G

Am 18. August ward hieselbst im Beisein S. J und des Großfuͤrsten Michael der Grundstein zu ne neuen auf dem Stuͤckhofe belegenen Preobraschenskisch Kirche gelegt, die bekanntlich vor 2 Jahren abbrann

Ein hoͤchster Tagsdefehl vom 23. August bestaͤtit das kriegsgerichtliche Utheil, welchem zufolge der Cag tain Tscherepow, der Staabs Capitain Schumalow u der Lieutenant Roslawlew fuͤr ihr widerrechtliches u unmenschliches Verfahren bei Bestrafung des Soldatt Jewsejew, der an den Folgen der Spießruthen, wuyjß sie ihn verurtheilten, gestorben ist, mit Verlust ihe Ranges zu Gemeinen bei den Armee⸗Regimentern gradirt worden sind.

Der General, Abjutant und General, Gouverne von Tula, Orel, Woronesch und Tamboff, Bala s0h) ist hier eingetroffen.

Stuͤrme und Feuersbruͤnste haben in den le! Wochen große Verheerungen in den suͤdlichen Provin des Reichs angerichtet. So legte unter andern am 2 M. eine Feuersbrunst zu Belzi 400 Wohnhaͤuser

sche.

Stockholm, 30. Auqust. Unser Gesandter 4 Großbrittannischen Hofe, Freiherr Stjerneld, ist hiel zuruͤckgekehrt. Dem Vernehmen nach wird sich dersiel ganz von der diplomatischen Laufbahn zuruͤckziehen.

Der Neito, Belauf der gesammten Zoll⸗Einnah waͤhrend der sieben ersten Monate dieses Jahrs bettt 1,251,266 Rihlr. Bco.; voriges Jahr belief sich der waͤhrend der naͤmlichen Zeit nur auf 816 108 Rtylr.

Aus Finnland wurden dieses Jahr 79,670 Tom Getreide hier eingefuͤhrt.

Vom Main, 4. Sept. Se. Maj. der Koͤnig e Baiern ist am 31. d. von der nach Weimar gemach Reise wieder in Bruͤckenau eingetroffen.

Oeffentlichen Blaͤttern zufolge, werden JJ. K MM. von Baiern, am 17. Sept. von Bruͤckenau Muͤachen eintreffen, um daselbst IJJ. MM. den Koͤn und die Koͤnigin von Wuͤrtemberg zu empfangen; Koͤnigin von Wuͤrtemberg reist nemlich ihrem von!

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vorno zuruͤckkehrend alzburg ntgegen, wo IJ. MM. eine Zusammenkunft mit J. Laiserl. Hoh. der Erzherzogin Palatin, Schwester der Koͤnigin, haben, und dann uͤber Muͤnchen nach Stutt⸗ gart zuruͤckkehren werden.

* Nach einem etwa dreiwoͤchentlichen Aufenthalte auf dem Schlosse Rumpenheim hat Se. K. H. der Herzog von Cambridge am 30. August die Ruͤckreise nach Han⸗ over angetreten. Innerhalb acht Tagen etwa wird Se. Durchl. der Landgraf Friedrich von Hessen ebenfalls

biese schoͤne Sommerresidenz verlassen, um einen Besuch

n Strelitz abzustatten. Wie man vernimmt, waͤren

wischen den Regierungen von Kassel und Darmstadt aterhandlungen eingeleitet worden, welche den Ver⸗ hr zwischen diesen beiden Nachbarstaaten, der seit ei⸗ iger Zeit durch gegenseitige Erhoͤhung der Eingangs⸗ zlle uͤr mehrere Gegenstaͤnde des Handels ganz beson⸗ ers erschwert war, wieder auf den fruͤhern Fuß zu sez⸗ n bezwecken.

Am 1. d. trafen Se. Darchl. der regierende Fuͤrst on Lippe Detmold, unter dem Namen eines Barons „Schwalenberg, nebst seiner Gemahlin und Bruder, em Peinzen Friedrich, K. großbritt. Oberst, aus Ita⸗ jen kommend, zu Naͤrnberg ein, und reiste, nach einem weitaͤgigen Aufenthalte daselbst, gestern uͤber Wuͤrzburg ach Detmold weiter.

Lissabon, 16. August. Die heutige Gazette ent⸗ aͤlt vier Dekrete der Prinzessin Regentin, wodurch dem Bischof von Algarvien die Verwaltung des Ministeriums er geistlichen Angelegenheiten, dem Don Antonto Ma oel de Noronha das Marine⸗Ministerium genommen, tzteres einstweilen dem Finanzminister Don Manoel Untonio de Carvalho und das Portefeuille der geistli⸗ den Angelegenheiten dem Minister des Innern, Vi⸗ omte Santarem, uͤbertragen wird.

Madrid, 22. August. Es ist eine Untersuchung egen den Urheber der Unruhen vom 16., an weilchen ehrere angesehene Personen Theil genommen haben

ollen, eingeleitet. Bis jetzt soll sie jedoch noch zu kei⸗ em Resultat gefuͤhrt haben.

Der Pfarrer Merino, welchen Hr. Recacho unter renger polizeilicher Aufsicht hielt, hat die Absetzung ieses Beamten wahrgenommen, um zu entwischen. Er

nach der Provinz Alcarria gegangen, wo seit Bes⸗ eres Tode seine Parthei noch großen Einfluß behalten at.

Der General Capitain von Saragossa meldet, daß ßt auch in Arragonien Aufruͤhrerbanden umherstreifen. die Rebellen haben eine Art von Janta errichtet, an eren Spitze der Marquis von Mataflorida stehen soll. Hie hat eine Proclamation erlassen, worin die Gruͤnde gegeben sind, die sie bewogen haben, die Waffen zu er eifen, um sie, wie es woͤrtlich darin heißt, „nicht eher ederzulegen, als bis die Polizei abgeschafft und die nquisition wieder hergestellt worden sein wird.“

(Tuͤrkey. Der Oesterreichische Beobachter enthaͤlt Hlgendes aus Konstantinopel vom 10. August:

Am 2. d. M. wurde die in Daud⸗Pascha neu er⸗ aute Kaserne feierlich eroͤffnet. Sechstausend Mann uer Truppen, unter Befehl des Seraskiers Chosrew⸗ ascha, waren auf der großen Ebene vor derselben auf⸗ stellt. Alle Minister und Großen des Reichs hatten hh als Zuschauer eingefunden. Gegen Mittag erschien r Großwesir, bald darauf der Sultan selbst in Ober⸗ n. Uniform. Nachdem Se. Hoheit die Truppen ge⸗ üstert hatten, ritten Sie an das Hauptthor der Ka⸗ rne, wo die herkoͤmmliche Einweihungs⸗Ceremonie von n Imam's (Vorstehern beim Gebete) vorgenommen urde. Die Schluͤssel der Kaserne wurden dann von m Sultan dem commandirenden Bin⸗Baschi (Ober⸗ en) uͤbergeben, hierauf großes Exercitium im Feue halten, und die Feierlichkeit mit einem Gastmahle be

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in diese

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sind 1500 Mann

schlossen. Einstweilen ist. An dem Bau der uͤbrigen Kasernen, Herstellung und Ausbesserung der Batterien des Bos⸗ phorus wird unablaͤssig gearbeitet. Die unläͤngst be⸗ schlossene Reform des Corps der Topdschi's, und Gleich⸗ stellung desselben hinsichtlich der Disciplin mit den uͤbri⸗ gen regulirten Truppen ist bereits ausgefuͤhrt worden. Bisher war es den Topdschis, als einem der aͤltesten

ben und Nebenverdienst zu suchen;

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in das Corps der Topdschis und Bombardiere einschrei⸗

zu treten.

geschrieben. Nachrichten aus Adrianopel zufolge, ist in der letz⸗

und besonders des dortigen Basars,

Flammen geworden. S Nachrichten aus Griechenland.

Exemplar der aus der Regierungs Druckerei (demals zu

berathen und bestoͤtigt von der eeree. *⁴

lands, entworfen, Nationalversammlung in Troͤzen, 1827, im Maimonate

erhalten. der Natioal⸗Versammlung, Georg Sißint, unterm 17. Mai erlassene Kundmachung, welche wir bereits in un⸗ serm Blatte vom 27. Juni mitgetheilt haben. Die Constitution selbst, aus 150 Artikeln bestehend, lautet (nach dem griechischen Original uͤbersetzt) wie folgt: „Im Namen der heiligen und untheilbaren Dreiernig⸗ keit. Zum dritten Male nun verkuͤndet die griechische Nation, im National Congreß versammelt, durch ihre gesetzmäßigen Bevollmaͤchtigten, im Angesichte Gottes und der Menschen ihr Dasein und ihe Unabhaͤnsig⸗ Verfassung. Kapitel I. Von dem Cultus. hat zu ihrer Ausuͤbung gleichen Schutz. religion aber ist die der orientalischen orthodoxen Kirche. Kapitel II. Von dem griechischen Staate. 2. Der griechische Staat ist einer und untheilbar. steht aus Eparchien (Provinzen), 4. Eparchien Griechen⸗

gegen die ottomannische Oberherrschaft, und sie noch er⸗ greifen werden. Kapitel III. Oeffentliches Recht der Griechen. 5. Die Souveranitaͤt beruht auf der Na⸗ tion; jede Gewalt fließt aus derselben (Nation), und besteht fuͤr sie. 6. Griechen sind: a) Die, Einge⸗ borne des griechischen Staats, an Christum glauben. b) Alle, die, an Christum glaubend, von denen Unter dem ottomannischen Joche (befindlichen) in den griechi⸗ schen Staat gekommen sind, und kommen werden, um mitzukaͤmpfen oder darin sich aufzuhalten. c) Alle, die in fremden Staaten von einem griechischen Vater ge⸗ zeugt worden. d) Alle Eingeborne oder auch nicht Ein⸗ geborne, und deren Nachkommen, die vor der Kunbma⸗ chung der gegenwaͤrtigen Constitution in fremden Staa⸗ ten eingebuͤrgert waren, nach dem griechischen Staate

*) Tloà⁴ετiπασν Ʒrapua rae EAAAòDNe³., rvvyraxεν, gnæve&ε‿ na 1rιπνο zara T„ ręirvꝰ 2,9.μ μ υνένενσι*ν 8„ T⁴ομν 1827, zara aαᷣaæ Ma0„ Unsere Leser werden sich erinnern, daß die allgemeine Zeitung Griechenlands einige

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Zeit lang nicht erscheinen konnte, weil die Regierungs⸗ Presse mit dem Drucke dieser Constitution beschaͤftigt war.

(nmerk. des Oesterreich. Beobachters).

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einquartiert worden, welche fuͤr 6000 Mann eingerichtet so wie an

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ben ließen, die Wahl, entweder sich der Disciplin der Kasernen Ordnung zu unterwerfen, oder aus dem Corpops Zugleich ward eine neue Uniformirung vot.-. ——

ten Haͤlfte des Jult ein bedeutender Theil dieser Stadt

Wir haben (saͤgt der oöͤsterreschische Beobachter) ein

Poro) erschienenen Politischen Constitution Griechen;

Vorangeschickt ist die von dem Praͤsidenten

keit, und constituirt folgende Grund Princivpien ihre bee“*“*“

mann in Griechenland bekennt frei seine Religion, und Die Staats⸗

3. Er de:

lands sind so viele, als ihrer die Waffen ergriffen haben,

Corps, gestattet, außer der Dienstzeit Gewerbe zu treik-u— so bestand ein gro- ßer Theil der Ruderer und Barkenfuͤhrer aus Kanonie⸗

Ein neuer Ferman verbietet diese oder andere Gewerbe zu treiben, und laͤßt allen denen, welche sich