1827 / 233 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Hanf zwar nicht hinreichend lang, doch sehr fein gera⸗ then. An Futterkraͤutern ist kein Mangel. Die Gar⸗ tenfruͤchte geden hiareichenden Vorrath an Kuͤchenge woaͤchsen. Minden. Die Erndte war, in den Min⸗ den Ravensbergischen Kreisen mit Ende des Augustmo nats fost ganzlich voldracht, in den uͤbrigen Kreisen und besonders in den Gedirgsdisteikten des Fuͤrstenthums Paderdorn pflegt sie jaͤhrlich und so auch diesesmal um 14 Tage dis 3 Wochen spater vollendet zu werden. Die feuher geaͤußerte Vermuthung, daß in Roggen durchschnittlich wenig uͤber das Ate Korn werde produ⸗ zirt sein, scheint sich vollkommen zu bestaͤtitgen, doch sind die wenizen Koͤrner mehlreich und liefern ein gesundes und schmackhaftes Brod. Weizen und Sommerfruͤchte sind im Ganzen ergtebiger, im Stroh aller Gattungen zeigt sich ein bedeutender Ausfall, den jedoch das groͤß tentheils gut gerathene Rauhfutter einigermaaßen fuͤr den Winter decken wird. Kartoffeln, Kohl und Ruüben bessern sich vielleicht noch seit den letzten Regentagen, wie auch der Spaͤrflichs sich merklich erhelt hatte. Der Hanf ist kurz geblieben; der Buchwerzen vei spricht keinen besondern Etrrag. Alles zusammen ge⸗ nommen, bleibt die diesjährige Erndte zuverlassig be deutend unter der Mittelmäßtgkeit. Im Kreise War burg hat man berechnet, daß in Mittetjahren der Werth der gewonnenen Fruͤchte etwa 57,343 Rehlr., in ebiesfem Jahre aber nach gleichem Maaßstabe hoͤchstens 36709

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Rthlr. betrage, also einen Ausfall von 20634 Rehlr. ge

gen das Mitteljahr bilden duͤrfte. Die zum erstenmale mit Ostpreußischer Leinsaat gemachten Versuche haben, hinsichtlich der Quantitaͤt des erzielten Flachses, ein guͤnstges Resultat geliefert, hinsichtlich der Qualitaͤt wird sich dasselbe erst bei Verardeitung des Produkts gruͤndlich feststellen lassen. IX. Juͤl ich, Cleve, Berg. Koöoln. Die Erndte hat den Erwartungen nicht entsprochen. Gerste und Roggen liefern an Koͤrnern kaum den halben Er trag eines gewoͤhnlichen Jahres, aber vieles und schoͤnes Stroh. Weitzen ist dagegen ergiebiger. Weo der Wein stock nicht von der Kaͤlte des vorigen Winters gelitten hat, gewaͤhrt er noch viel Hoffnung zu einem guten Herbste, indem es viel Trauben giebt und sie in Bezug auf die Jahreszeit weit vorgeruͤckt sind. Anfangs des Auqusts fand man schon einzelne reife Traubenkoͤrner. Duͤsseldorf. Nachdem jetzt die Erndte vollendet ist, hat sich dasjenige bestaͤtigt ergeben, was fruͤher von den Erwartungen, zu denen die Verhaͤltnisse berechtigten, gesagt worden ist. Die Roggen Eendte ist schlecht aus⸗ gefallen, der Ertrag ist im Kreise Duͤsseldorf kaum die Haͤlfte eines gewoͤhnlichen IJrhres, im Kreise Duisburg nicht ergiebiger, im Kreise Geldern aͤußerst gering, im Kreise Gladbach unguͤnstig, nur die Haͤlfte des vorigen Jahres, im Kreise Grevenbroich weniger als mittelmaͤ ßig, im Kreise Neuß mißrathen. Der Preis des Rog gens ist daher sehr in die Hoͤhe gegangen und zum Preise des Weizens ganz außer allem Verhaͤltnisse. Verschie⸗ 3 den ist die Aualitaͤt des Roggens, z. B. im Kreise MNeuß schlächt und leicht, dagegen im Landkreise Elber⸗ feeld sehr vorzuͤglich ausgefallen. Die Gersten Erndte ist im Kreise Duͤsseldorf erwuͤnscht, im Landkreise Elber feld reichlich, im Kreise Duisburg gut, im Kreise Kleve mittelmäaͤßig, im Kreise Grevenbroich mitunter schlecht, im Kreise Neuß gut ausgefallen. Im Kreise Daͤssel⸗ dorf lassen Weizen und Hafer, nach bis jetzt gemachten

Erfahrungen, nichts zu wuͤnschen uͤbrig, im flachen Land⸗

kreise Solingen hat der Haser sehr gelitten, im Land⸗ reise Elberfeld war die Weizen, und wird die Hafer⸗

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Erndte reich, im Kreise Kleve ist der Weizen wi maäͤßig, der Hafer schlecht gerathen, im Kreis Gein brorch ist die Weizen⸗Erndre mittelmaäßtg, miin⸗ gut, die Hafer Ernedte gut-ausgefallen; im Kreise M. war die Weizen Erndte sehr ergiebig und wird die Hafers ausgezeichnet werden. Der Buchwes verspricht im Kreise Duͤsseldorf viel, hat im Fnf Solingen gelitten, bleibt im Kreise Kleve unergich wird im Kreise Grevenbroich aber reichlichen Ert. liefern. Allgemein darf man auf eine reichliche 9. toffelerndte rechnen und die Brachfruͤchte, besonze weiße und gelde Ruͤden, sind gut gerathen. Die sFlass Erndte ist im Kreise Kleve und Gladbach gut geufh im Kreise Grevendroich vorzuͤglich gerathen; im ren hat aber der Taback, der fruͤher viel versprach, n venncg 1ae⸗ 8 Der Ruͤbsaamen ist allgemein ebig geblieben; die ne spri gedeihen. 1 1 S S;; nefan X. Niederrhein. Keblenz. Wenn dien kene Witterung des Monats Juli und Anfangs An den Gartengemuͤsen, dem Nachheu und zum Theil Sommerfruͤchten nachtheilig war, so hat anderen die kalte Temperatur der letzten Haͤlfte des Mu August die Weintrauben sehr zuruͤckgesetzt und es eine sehr guͤnstige Witterung im Monat Septen dazu gehoͤren, um den wenigen Wein, welcher in di Jahre gewachsen, zu mehr als mittelmaäßtger Guͤte bringen. Aachen. Der Landwirthschaft war Witterung nur in sofern schaͤdlich, daß der in der zi ten Haͤlfte des Augustmonats mehrmals eingetrets starke Regen die Erndte der Sommerfruͤchte sehr den gert hat; ein Schaden, der jedoch dadurch aufgewog ist, daß eben dieses Regenwetter die Wiesen, Gzr und Kartoffelfelder wohlthaͤtig erfrischt hat, welche! tern besonders des Regens bedurften und nanmehr deihend stahen und eine reichliche Exrndte versprechen⸗

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FKonigliche Schauspiele.,

Frreitag, 5. October. Im Schauspielhause: „2 Geschwister,“ Schauspiel in 1 Aufzug, von Cen Hierauf: „Die drei Gefangenen,“ Lustspiel in 5 7 theilungen, frei nach Dupaty, von P. A. Wolff.

Sonnabend, 6. October. Im Opernhause: 0 unterbrochene Opferfest,“ heroisches Singspiel in 27 theilungen, mit Tanz, von Huber. Musik vom Knü meister Ritter von Winter. (Mlle. Henrierte Senl Myrha, als Gastrolle. Herr Bader wird als Man hierin wieder auftreten.)

Sponntag, 7. Oetbr. Im Schauspielhause: „Fw lin,“ Schauspiel in 5 Abtheilungen, von F. von bein; nach Schillers Gedicht: Der Gang nach dem senhammer.

In Chatlottenburz: „Das Haus des Corregit oder Bunt uͤber Eck,“ Posse in 3 Abtheilungen, dem Franz. des Victor, von Vogel. Vorher: Verwechselungen,“ Lustspiel in 2 Abtheilungen, dem Franz. des L. E. Picard, fuͤr die deutsche M. umgearbeitet von C. Lebruͤu. 8

Montag, 8. Oetbr. Im Schauspielhause: „AA pflicht,“ Schauspiel in 5 Abtheil., von A. W. I fhc (Hr. Gaßmann, Mitglied des Herzoglichen Hofthet zu Braunschweig: Kriegsrath Dallner, als Gastroll

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Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Seine Majestaͤt der Koͤnig haben dem Premier⸗ utenant außer Diensten und Majorats⸗Besitzer Wil⸗ im von Kunheim auf Stollen in Ostpreußen, die ammerherrnwuͤrde zu ertheilen geruht.

2 Im Bezirk der Koͤnigl. Regierung Breslau ist der Candidat der Theologie Frosch

im Pastor in Krersewitz und Giersdorf, Brieger Krei⸗ gund der Candidat der Theologie Dreßler zum Pa⸗ br in Steinseifersderf Reichenbachschen Kreises;

zu Coblenz ist der Predigtamts⸗Candidat J. F.⸗ etzger zum zweiten Prediger in Castellaun, und der oherige katholische Pfarrverwalter Klein zu Neustadt Kreise Neuwied, zum wirklichen Pfarrer daselbst er⸗ aunt worden;

zu Koͤln ist der bisherige Vicar zu Dahlen, Joh.

heinr. Hoch, zum Vicar bei der Kirch: St. Cunnbert n Koͤln ernanut worden. A““

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Angekommen. Der General⸗Major und Inspek⸗ ur der ersten Ingenieur⸗Inspektion, von Reiche, in Stralsund.

Abgereist. Der General⸗Major und Komman⸗ r der 1Aten Kavallerie⸗Brigade, Graf zu Dohna,

üch Duͤsseldorf. . Darchgereist. Der Kaiserl. Russische Feldjaͤger St. Petersburg uͤb

wikow, als Kourier von S bruͤssel nach Löondon. ö16

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ngs-Nachrichten.

Ausland.

Paris, 29. Sertbr. Der Moniteur hatte gemel et, daß Se. K. H. der Herzog von Vordeaux an sei⸗ em Geburtstage, den 29. September, zum Ritter des Drdens vom heiligen Geist geschlagen werden wuͤrde; sles ist, wie die Gazette heute bemerkt, ein Irrthum. die Soͤhne der Koͤuige von Frankreich tragen den Or hn von ihrer Geburt an, die Enkel der Koͤnige, und hes ist der Herzog von Bordeaux, erhalten ihn am Tage sörer ersten Communion, und die uͤbrigen Prinzen von Gebluͤt, wenn sie funfzehn Jahr alt sind. Es wird hierin keine Neuerung stattfinden, und die alten Gebraͤuche wer⸗

den in Kraft bleiben (der Prinz wird jetzt erst sieben aahr alt. s . daß der Koͤ

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en 6ten October 1827. 1u“ 1e“

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nig am 22. um 5 Uh9hr Morgens von Catalonien nach dem Escurial abgegangen ist. Die letzten Nachrichten reichen bis zum 24., wo die Hauptstadt der volltommen⸗ sten Ruhe genoß.

Die Verfasser und Verleger der vor Kurzem erschie⸗ nenen Schrift uͤber die Odsequien des Hrn. Manuel sind von der gegen sie erhobenen Anklage freigesprochen worden. Es heißt in dem Uectheil, daß die bewaffnete Macht nicht berechtiqgt war, bloß wegen Uebertretung der Peoliverordnung hinsichtlich der Beerdigungen einzuschrei⸗

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digungen weiter nichts sind, als eine erlaubte Kriti Handlungen der oͤffentlichen Behoͤrden. Der Courier fr. sagt, der General Gourgaud werde näaͤchstens Walter Scotts letztes Schreiben nebst den bei⸗ gefuͤgten Aktenstuͤcken und bdazu Noten und Beweis⸗ stuͤcke oͤffentlich bekannt machen. Vorgestern hatte ein in contumaciam verurtheilter Verbrecher die Frechheit, sich vor den Pfahl hinzustellen, an welchen er haͤtte gebunden werden sollen, um den Anschlagzettel durchzulesen, der von ihm selbst handelte. Die Sache bekam ihm aber schlecht, denn er wurde dort von zwei Polizei⸗Agenten erkannt und sofort verhaftet. Dieses erinnert an die Geschichte des Marquis von Po⸗ menard, der, wie Frau von Sevigné erzaͤhlt, als Zu⸗ schauer auf dem Richtplatze war, als er in effigie auf⸗ gehaͤngt wurde. Fuͤnfprocentige Rente 101 Fr. 70 C. Dreiproc. 72 Fr. 45 C. London, 28. Septbr. Heute wurde Kabinetsrath im auswaͤrtigen Amte gehalten. Der spanische Gesandte Graf v. Aleudia hatte gestern eine Zusammenkunft mit dem Grafen Dubdley im auswaͤr⸗ tigen Amte. Im Colonial⸗Amte gingen gestern Depeschen von dem Oberbefehlshaber der brittischen Truppen in Por⸗ tugall ein.

5 Zwei von Calais kommende Couriere mit wichtigen Depeschen eilten gestern durch Dover hierher.

Der wackere Reisende, Capitain Franklin, ist neb st seinem gelehrten Gefaͤhrten, Dr. Richardson, gluͤcklich in Liverpool augelangt.

Eine freche Raͤuberei siel bieser Tage hier in Bar⸗ bican vor. Ein Instrumentenmacher Namens Potter, der Abends gegen 9 Uhr durch jenen Stadttheil ging, ward ploͤtzlich von einem jungen Mann angefallen, der sich der goldenen Uhrkette des ersteren, woran mehrere kostbare Petschafte befestigt waren, bemaͤchtigte, und da der Ring an der Uhr zerriß, mit der Kette davon lief. Der Beraubte eilte einen Nachtwaͤchter aufzusuchen, und ihm vom dem Vorfall in Kenntniß zu setzen. Nachdem Fer das Aeußere des Raͤubers beschrieben hatte, erktaäͤrte ihm der Waͤchter: er kenne den Menschen schon; dabei

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Die Madrider offizielle Gazeta meldet,

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ten, daß die angeblichen Verunglimpfungen und Belei⸗ 8