treter der Gebote unserer heiligen Kirche gemacht. — Oefters seitdem hatten wir die Absicht, zu unserer Pflicht zuruͤckzukehren, und unsere unverzethlichen Fehler durch
unsere Reue wieder gut zu machen; aber immer hielt
„ Daraus, daß der Koͤnig seine Hoffnung kuͤnft
Ruhe in diesen Dingen auf die oͤffene und aufenteih Mitwirkang weiser und erleuchteter Bischoͤfe gesteut ha folgt nothwendig, daß der Vollzug der Ueberemkunft -.
Mehrere unse fidentielles Rundschreiben aus dem Cabinet des Mini⸗ steriums des Innern an die K. Statthalter der Pro⸗
aiser die 3 Treffen
schtigt hatten, wurden einige Bewegungen ausgefuͤgrt, h, sodann vor Allerhöchstdenselden defilirt. Se. Mo]. aiser gaben den kommandirenden Hru. Generalen
ungen⸗
vinzen des Koͤntgreichs. Bruͤssel, 5. Oktober 1827.
„Ich habe geglaubt, daß es nicht uͤberfluͤssig sein koͤnnte, die Einsendung des beikommenden Exemplars der, zwischen dem Koͤnige und Sr. Heil. am 18. Junn abgeschlossenen Uebereinkunft mit einigen confioenttellen Mitthrilungen uͤber dos Ganze der Unterhandlung, de⸗ ren Hauptergebniß diese Uebereinkunft ist, zu begleiten. Sie werden davon solchen Gebrauch machen, wie Sie den Umstaͤnden angemessen finden.
„Die Uebereinkunft bestimmt im dritten Artikel die Ernennungsweise der Bischoͤse. Inzwischen wird sich die K. Dazwischenkunft bei solcher Ernennung nicht auf den, in diesem Artikel bestimmten Antheil beschraͤnken; es ist viel⸗ mehr uͤbereingekommen, daß ein Specialbreve des heil. Vaters an die Kapitel ihnen auferlegen wird, zuvoͤrderst bei Sr. Maj. anzufragen, welche Person Sie auf dem erledigten Stuhl zu sehen wuͤnschten, damit die Kapitel die, dem Koͤnige schuldige Ruͤcksicht nehmen koͤnnen. Auf diese Weise schien denn der Einflauß des Königs auf die Ernennungen der Bischoͤfe zufriedenstellend, welche Concession des h. Vaters Se. Maj. durch eine Modification in den angenommenen Grundsaͤtzen in Be⸗ treff der Uaterweisung der Juͤnglinge, die sich zum Dienste des Altars bestimmen, haben anerkennen wollen und einzuwilligen geruhten, daß die Frequentation des philosopbischen Collegiums, anstatt wie bisher vor den theologischen Studien verbindlich zu sein, bloß im freien Willen stehen solle (deviendrait simplement faculta- tive). Nicht als ob Se. Maj. dadurch auf den Haupt, Gedanken, der bei der Errichtung des philosophischen
Collegtums vorgewaltet, verzichten wollen; durchaus nicht. Sie sind mehr wie je von der Nuͤtzlichkeit, oder besser gesagt, von der Nothwen digkeit tuͤchtiger und gruͤndli⸗ cher Keuntnisse in den verschiedenen Zweigen menschli⸗ 88 cher Wissenschaften fuͤr die Juͤnglinge, die sich dem geist⸗
lichen Amte widmen, uͤberzeuat; mehr wie je uͤberzeugt von der, Ihnen obliegenden Pflicht, uͤber diesen wichti⸗ gen Theil des öͤffentlichen Unterrichts zu wachen; allein Sie glaubten, zu dem Ziel durch andre Mittel gelangen zu koͤnnen. Sie glaubten iasonderheit, daß neue geist
liche Oberhaͤupter, besser von den wahren Beduͤrfuissen
der jungen Zoͤglinge durchdrungen, sich leichter mit ihrer Regierung verstaͤndigen wuͤrden, um in Uebereinstimmung die Weise und Leitung des Unterrichts anzuordnen. Hauptsaͤchlich aus diesem Gesichtspunkte legten Sie so vielen Werth auf eine wesentliche Mitwirkung bei der Ernennung der Bischoͤfe. In der Allocution des heil. Vaters an das geheime Consistorium vom 17. Septbr., die in den Zeitungen mitgetheilt worden, spricht der Papst von der Concession in Hinsicht des philosophischen ollegiums, setzt aber hinzu, daß die Unterweisung der ungen Zozlinge kuͤnftig ganz unabhaͤngig in den Haͤn⸗ en der Bischoͤfe liegen werde. Die letztere Behaup⸗ ung ist nicht ganz richtig (est moins exacte) und be⸗ arf der Erklaͤrung. Die Bulle vom XVI. der Kalen⸗ den des Septembers ordnet die Unterweisung in den Seminarien an und zielt wirklich dahin ab, sie ganz und ausschließlich in die Hoͤnde der Bischoͤfe zu legen? allein diese Bulle ist von Sr. M⸗j. nur mit dem Vor, behalten, welche die Gesetze des Staates erheischen, ad⸗ mittirt worden; der Vollzug dieser Bulle wird bemnach auch den Grundsaͤtzen untergeordnet, welche durch dtese Gesetze festgestellt worden, soll mit ihnen in Einklang bleiben und darf ihnen auf keine Weise Eintrag thun. Es ist demnach in dieser Hinsicht nichts in der bestehen⸗ den Oednung geaͤndert. Die Allocution ist uͤberdem ein Actenstuͤck, das außerhalb der Uebereinkunft liegt; sie ruͤhrt von einem der contrahtrenden Theile allein her und kann von keiner Wirkung fuͤr den andern sein.
7 84.
1
8*
zu der Ernennung, zu den, gegenwaͤrtig erledigten schoͤflichen Stuͤhlen ausgestellt bleiben muͤsse; daruͤber i man auch gegenseitig einig geworden. Ich halte es nich fuͤc uͤberfluͤssig, Sie zu benachrichtigen, daß in der Zw schenzeit alle bestehenden Verfüuͤgungen, den Unterrice in den Seminarien und betreffend, in Kraft bleiben und Sie fuͤr deren gung in derselben Weise wie bisher Sorge zu haben.
„Bevor ich diesen Brief schließe, noch eine Benea⸗ kung, die nicht unwichtig ist und die Sie benutzen kin⸗ nen, um es bemerklich zu machen, daß dieses philosoyze. sches Collegium, das hier zu Lande so viele Angriffe vi Seite unsers Clerus hat erdulden muͤssen, von dem js ligen Stuhle gar nicht so unguͤnstig angesehen wird.
„„Der h. Vater hat eine amtliche Nore von unsen Unterhaͤndlern angenommen, worin sie die Willensmeh nung Sr. Maj. erklaͤren, zu erlauben, daß der Besu des philosophischen Collegiums vor dem Eintritt in 9 Seminarien bloß vom freien Willen abhaͤngen Daraus, daß der Roͤmische Hof diese Note entgegen nommen, folgt, daß der heil. Vater das philos. Ceh gium nicht, wie oie jetzigen Haͤapter unsers Clerus gen
lragen
glauben machen moͤchten, mit Verwerfung belegt; stil h schweigend, (implicitement) erlaubt er sogar den Bel Verfuͤgung abgewiesen haben, die im Grunde die Existenz und die In demselden Sinne ist, was er in der angefuͤhrten Allscution darie ber sagt. Wirklich tadelt er demnach nur die Maaßke gel, wodurch die Frequentatton des philosoph. Collegium gezwungen und verpflichtend fuͤr die jungen Zoͤgling selbst wird daher nicht vi
dem Geist zu sprechen und zu handeln
such desselben, denn sonst wuͤrde er auch jede
Beibehaltung dieser Anstalt voraussetzt.
war; die Anstalt an sich h. Vater verdammt.
„Ich ersuche Sie, Hr. Statthalter, dieses Schreibens gemaͤß
1. ½ Der Minister des Innern. Der Courier des Pais
weisung, wie er
Aus der Schweiz, 17. October. Ein mit behun
tendem Hagelschauer begleitetes Gewitter am Abend letzten Tags des Herbstmonats hat in mehreren Gemn
den am Zuͤrchersee noch namhaften Schaden am Wiin stock, unmittelbar vor der Weinlese, verursacht. Am! Oetober zog Abends 8 Uhr ein heftiges Gewitter ile Im Straͤdtchen Steckborn durchfuhr zwei Haͤuser, zuͤndete une her; etliche benachbarte wurden vom Fae beschaͤdigt. Der Sohn des einen Hausbewohners wef vom Blitze bewußtlos zu Boden geschlagen worden; unh
die thurgauische Lansschaft. schlug der Blitz, aäscherte sie ein;
einer holben Stunde erholte er sich jedoch wieder, oht namhaften Schaden erlitten zu haben.
Wien, 18. October. auf den 13. d. M. eine Ausruͤckung der Garnison u⸗ geordnet.
Hoheiten, Sr. K.
di⸗
im philosophischen Collegiumg Besc.
bas will nun wissen, es seien Zoͤglinge des philosoph. Collegiums, die sich zum Semis nar in Ghent gemeldet, abgewiesen worden; welche Ab⸗ meint, ganz im Geiste der paͤbstliche
Se. Maj. der Kaiser heutts
Die Truppen waren auf dem bedeutend 10 weiterten Waffenplatze der Esplanade zwischen dem Burch. und Schotten Thore in 3 Treffen aufgestellt. Se. Ma der Kaiser, welchem Ihre Majestaͤt die Kaiserin zu Wy gen folgten, in Begleitung Sr. K. K. H. des Erzherzogt Kronprinzen und aller hier anwesenden Erzherzoge K. ℳ H. des Herzogs von Beja, eines zahl reichen Hofstaates und der ganzen Generalitaͤt, wurden von Sr. Excellenz dem kommandirenden Hrn. Genernl Marquis Sommariva an der Spitze der Garnison em⸗
ce Allerhoͤchste Zafriedenheit uͤber das Aussehen, die swandtheit und Haltung der Truppen aller Waffen mtungen in den gnaͤdigsten Ausdruͤcken zu erkennen.
Der Montteur behauptet, daß die bei der tuͤrkisch⸗
ptischen Flotte befindlichen Transportschiffe fast lauter streichische gewesen seien. Wir haben (sagt der je ichische Beobachter) in unserem Blatte vom 5. M.*) naoch Briefen aus Alexandria, den genauen sand dieser Expedition angegeben, soie Zuhl der dabei befindlichen Transportschiffe sich achaupt auf 41 belaufen habe, unter denen man nicht hr als 5 europaͤische Kauffahrer zaͤhlte. Daß sich un,⸗ diesen Fuͤnfen, oͤsterreichische Handels⸗Fahrzeuge be⸗ den haben mögen, halten wir fuͤr nicht unmoͤglich.
Nachrichten aus Griechenland.
Der Osservatore Triestino vom 13. Oetober enthaͤlt genden Auszug eines Schreibens aus Navarin vom
Detober: „Meinem Versprechen gemaͤß, eile ich, Ihnen.
Nachricht mitzutheilen, daß die tuͤrkisch⸗aͤgyptische ne, ungeachtet des standhaften Widerfpruchs der eng hefranzoͤsischen Escadre, aus jenem Hafen ausgelau⸗ wM der, da ihr letztere ganz nahe folgte, und sich ins im legte, um sie zu hindern, ihre Fahrt nach den fchischen Inseln fortzusetzen, halten, und zur Vermeidung von Thaͤtlichkeiten, wie nach Navarin zuruͤckgekehrt ist, dem englischen Aomiral ein zwanzigtaͤgiger Waffen, stand verabredet worden war, um die Befehle der ectiven Regierungen zu erwarten, und sich darnach ichten. In Folge dessen sind von dem engltischen miral Depeschen nach London geschickt worden, zu chem Ende ein englisches Packetboot nach Aacona ab⸗ angen ist.“ 12
Tuür key. Der Oesterreichische Beobachter theilt in neuesten Blaͤttern das letzthin erwaͤhnte Bittgesuchs iches die Vorsteher von 12 bisher im Aufstande be⸗ finen Distrieten des griechischen Festlandes an den chischen Patriarchen zu Constantinopel gerichtet ha⸗ desgleichen eine aͤhnliche Bittschrift der Capitanis 5 Provinzen, von Trikala, Jannina, Acarnanien, nto und Negroponte an ebendenselben meit; erstere selgenden Inhalts:
„Indem wir uns zu den Fuͤßen Ew. Heiligkeit wer, und den Allerhoͤchsten bitten, daß er Ihnen zum hl der christlichen Kirche, und zu unser aller Heil langes Leben und die Fuͤlle des Gluͤcks verleihen
ge, stellen wir, unterzeichnete Vorsteher der nachde
vtg Districte, itgessuch Nachstehendes vor: 8 „Seit unsere Laͤnder von den ottomannischen Kai, erobert worden sind, und besonders seit der Regie⸗ ig Sr. Heoheit des gegenwaͤrtigen Großherrn, unseres reichsten Monarchen, haben sich selbe bestaͤndig einer fommenen Ruhe, Wohlhabenheit und Wohlfahrt er⸗ t, und waren stets ihren Pflichten sowohl gegen re erlauchte Regierung, als gegen die heilige Kirche (geblieben, als im Jahre 1821, zur Strafe des umels fuͤr unsere unzähligen Suͤnden, der verderh⸗ Geist der Revolution auch bis zu uns gedrungen und uns Alle, nachdem er die Capitani unserer Pro⸗ en verfuͤhrt hatte, mit sich fortgerissen hat. Er hat verleitet, die Fahne des Aufruhrs gegen ünsern mäßigen Monarchen zu erheben, und uns zu Ueber⸗
durch gegenwaͤrtiges unterthaͤnigstes
8u
hs. Nr. 238. der Staats⸗Zeitung. 8
woraus erhellt,
und in Folge heftiger der Einnahme der Akropolis von Athen, und dee Be⸗
nachdem vorlaͤufig
uns die Furcht vor unsern Capitani's und ihren Helfers⸗ “
helfern, die aus Morea und von den Imeln des Archi⸗
pelagus komen, um uns zu unterdruͤcken, zuruͤck, das
Joch dieser Rebellen abzuschuͤtteln, und so sind wir der
*
Wohlthaten unserer Regierung beraubt, und von der 8 Heerde der Glaͤubigen, deren geistlicher Fuͤhrer Ew. Hei;
ligkeit sind, ausgeschlossen geblieben. Se.
Allein, seitdem Heheit, unser erlauchter Monarch, vor zwei Jahren
3 1“
Se. Excell. Reschid, Mehmed⸗ Pascha, Statthalker von Rumelten, Jannina, Delfino und Vallona, in der Ei⸗
genschaft, als Seraskier, in diese Laͤnder schickte, wo
er, sowohl durch seine persoͤnliche Tapferkeit, als durch
die Großmuth seines Benehmens, alle insurgirten Di— strikte dergestalt unterworfen hat, daß der Aufruhr in Rumelien vollkommen gedaͤmpft ist, haben sich unsere Provinzen durch uns, deren Vorsteher repraͤsentirt, ob⸗; gleich einige spaͤter als die andern, entschlossen, zu der unversiegbaren Quelle der Gnade Sr. Hoheit unsers
huldreichsten Monarchen ihre Zaflucht zu nehmen; wir—
haben um Amnestie und Verzeihung unserer vergange⸗ nen Missethaten gebeten, und sind so gluͤcklich gewesen,
beides von Sr. Excellenz, dem Seraskier, zu erhalten; 1. 8 von der lebhaftesten Erkenntischkeit durchbrungen, ha“,
ben wir Sr. Excellenz unsere unterthaͤnigsten Dank⸗ sagungen erstattet, mit Segenswuͤnschen uͤberhaͤuft. Nachdem wir nach setzung der Kuͤsten und uͤbrigen Stellungen durch die Truppen Sr. Excellenz des Seraskters, die Gewiß⸗ heit erlangt hatten, daß wir nicht mehr von den Rebel⸗ len belaͤstiget werden wuͤrden, die aus Morea und von
und unsere paͤterliche Regierung
den Inseln kamen, um uns zu tyrannistren, und in der 88
Ueberzeugung, daß wir von Neuem als treue Untertha⸗ nen Sr. Hoheit anerkannt werden wüͤrden, haben wir, unterzeichnete Deputirte unserer Distriete, uns in das Lager Seiner Excellenz des Seraskiers nach Theden ver⸗ fuͤgt, und ihm die Drangsate und Beduͤrfnisse unserer
Provinzen vorgestellt; wir sind mit Huld aufgenommen
worden, und, nach den seitdem in unsern Districten von Mehmed, Reschid⸗Pascha ergriffenen Maaßregeln hegen wir keinen Zweifel mehr, daß nicht in kurzer Zeit groͤ⸗ herer Wohlstand in diesen Gegenden, als der, dessen sie sich sonst erfreuten, wieder aufbluͤhen werde; eine Wohl⸗ that, die wir der guten Ordnung, welche Se. Exeellenz der Seraskier darin aufrecht erhalt, und der Gerechtig⸗ keit, die er handhabt, verdanken werden. Um unsere Unterwerfung und unsere Treue sowohl Seiner Excellenz dem Seraskier, als Seiner Hoheit, unserem erlauchten Souveraͤn, bis zu dem, ohne Zweifel nicht sehr entfern⸗ ten, Zeitpunkte, wo die Angelegenheiten von Morea und dem uͤbrigen Archipelagus mehr Consistenz erhalten werden, noch mehe zu verbuͤrgen, haben wir Sr. Excellenz aus⸗ gezeichnete Individüen unseres Landes, als Geißeln, uͤberliefert, und unsere Capitani werden sämmtlich unse⸗ rem Beispiele folgen, indem sie deaan Seraskier ihre Fa⸗ milien ausliefern.“ b
„Allein, obgleich diese gegenseitige Uebereinkunft uns die Ruͤckkehr unserer ehemaligen Woolfahrt ver⸗ buͤrgt, so wirft uns unser Gewissen doch ohne Unterlaß
vor, daß wir gegen die heilsamen Ermahnungen unserer 8
Kirche widerspenstig gewesen sind, ein Vorwurf, der un⸗, ser Gluͤck und unsere Ruhe stoͤrt. Dieß hat uns bewo⸗
gen, gegenwaͤrtig die dringende Bitte an Ew. Heiligkeit zu richten, uns Nachlaß unseres Ungehrsames angedei-⸗
hen zu lassen,
aufzunehmen.
erachten, bei
guͤnstiger Gelegenheit unserem huldreichsten
und uns von Neuem in die Zehl der Kinder der Kirche, als getreue Unterthanen Se. Heheit, Geruhen Sie, wenn Sie es fuͤr dienlich