1827 / 282 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Mon, 03 Dec 1827 18:00:01 GMT) scan diff

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tcalitaͤt, noch im auswaͤrtigen Amt weitere Nachrichten

111 “] tuͤgall, desaleichen der franzoͤsische Geschaͤftstraͤger, hatten vorgestern Geschaͤfte mit dem Gralen Duoley im aus waͤrtigen Amt. Vorag stern fruͤh ist der Vice Admiral Sir J. Gore mit D peschen Sr. K. H. des G Admirals an Si. Ew. Lodrinqton nach dem Mittellaͤndischen Meere ab gegangen; Capitain Coorington, ein Sohn des Aomirals, beglettet ihn. Sie gehen uͤder Dovper nach Calats und daonn zu Lande weiter und werden sich demnaͤchst nac Malta einschiffen. In der City machte die Aoschickung des Sir John Gore großes Aufsehen, ja man ging so weit, zu dehaupten, daß er bestimmt sei, an Codringtons Stelle zu treten. Der Globe unod Traveller widerspricht diesem Geruͤcht, mit cem Bemerken, daß Sir John Gore, der intimste Freund des Sir Eduard Codrington, ohnedem schon im Begriff gestanden habe, sich zu die⸗ sem zu begeben. Es sei daher wahescheinlich, daß der Groß Aodmtral sehr gern diese Gelegenheit benutzt habe, die wichtigsten Depeschen einem Offizier von so hoh m Range anzuvertrauen, und daß er ohne Zweifel densel ben auch J st uctionen uͤber die Art, wie der unterm 16. d. erlassene (im vorigen Blatte dieser Zeitung mit⸗ getheilte) Gehrimeraths Befehl in Ausfuͤhrung zu brin⸗

gen sei, ertheilt habe.

Bis heute Abend hatte man weder bei der Admi

aus der Tuͤrkei erhalten und man sah daher deren An kunft mit der gespanntesten Erwartung entgegen. Bei

dder Admiralitaͤt wurden mehrere reitende Boten in Be

reitschaft gehalten, um die ankom nenden Nachrichten augendlick ich an die verschiedenen Minister zu bringen. . Aus dem Tajo sind Depeschen bei der Admtralitat eingelaufen. . .“ An der Boͤrse herrschten heute viele unguͤnstige Ge ruͤchte, welche dedeutende Schwankungen zur Folge hatten. Consols sielen bis auf 84, stiegen jedoch demnäaäͤchst wieder auf 84 ¾ ½, sanken aber sodann wieder auf 84 ja auf 83¼¾; um hald 3 Uhr standen sie auf 84 ½ 1. Auf die aus laͤndischen Effekten hatte dieses Sinken unserer Fonds wenta Einflaß. London, 24. Novbr. Der Herzog von Clarence kam vorgestern von Bushy⸗Park hierher und hielt in

der Admiralitaͤt Lever.

Der Marquis von Landsdowne, die Herren Tierney und Srurges Bourne machten vorgestern dem Grafen Duzley im auswaͤrtigen Amte Besach, und der Graf Muͤnster, desgleichen der franzoͤstsche Geschaͤftstraͤger, hat ten Geschaͤfte daselbst.

Gestern hatte der columbische Gesandte Geschaͤfte mit dem Grafen Dudley und der Graf von Carlisle so wie Hr. Sturges Bourne abermals besuchten denselben.

Der Marquis von Landsdowae und Hr. Huskrssoa,

hatten gestern eine Unterredung mit Viscount Goderich.

Der rufsische Gesandte Fuͤrst v. Lieven, gab vorge⸗ stern dem Herzog von Devonshire, dem Grafen Dudl y und einigen der fremden Gesandten ein großes Mit⸗ tagsmahl.

Wir haben eine Reihe Mexicanischer Zeitungen bis zum 23 Sept, erhalten (s. Artikel Amerika) desgleichen durch das Paquetkoot von Vera Cruz Briefe aus Ha⸗ vannah bis zum 18. October, wonach eine Fregatte mit baarem Gelde an Bord von da nach Opauien abgese⸗ gelt war. 111“

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Bruͤlsel, 26. Novbr. Vorgestern sind zwei eng⸗ lische Kabinets Koutiere, aus der Tuͤrkei kommend, nach London hier durch geeilt. Gestera kam ein oͤsterreichn scher Kabinets⸗Kourier, mit Depeschen von Wien nach London gehend, hier durch. Drei Handets Kouriere von Paris gingen gestern hier durch nach Amsterdam.

Stockholm, 20. Novbr. Vor einiger Zeit wurde bekanntlich der Staatsrath Collet von dem Norwegischen

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Storthing bei dem Reichsrathe verklagt, seine G

uͤberscheitten zu haben. Das Urtyhe . 9 4 à 19 il, das in die Sache erfolgte, sprach den Angeklagten frer; alleig den Beweggruͤnden zu der Anklage waren Ansichten gestellt, wodei einige Koͤnigl Praͤrogative verkannt den zu sein chernen. Der Koͤnig hat daher besch os⸗ zu Ende Februars kuͤaftigen Jahrs einen außerorbe lichen Storthing in Ch isttanta zusammenzuberufen, welcher Gelegenheit sich jedoch der Köntg nur uͤder. Punkte beiprechen und einige finanzielle Gegensteͤnde Sprache bringen will, die nicht mit den Beouͤtfnis Norwegens uͤbereinstimmen, weil verfassunosmaͤßtg außerordentlicher Sorthing sich nicht mit einer Van derung in eer Verfassung beschäfttgen kann. Man beß daß das Resultat dieser Zusammenkunft dazu deittan wird, das Vertrauen der Regierung und des Volkz ster zu begruͤnden, und so der Vereinigung beider Rg neue Kraft zu geben. Die unter diesen Umstaͤnden ti pelt wichtige Stelle eines Reichsstatthalters von M. wegen, welche der Graf von Sandels besher beklenha der schon lange um seine Eutlessang nachgesucht, hat Admtral Graf von Platen erhalten, derselbe, der sich große Verdienste um den Goͤtha, Kahal erworben Er hat sie angenonmen und denkt schon in weng Tagen nach Cheistianta abzugehen.

Hamdburg, 27. November. Seit gestern Abu hat sich in der Erde bereits viel Treibeis gesamme welches den Schiffen, die vorgestein und gestern vg hier abgingen, gefaͤhrlich zu werden drohte. Warrschein lich wuͤrden sie entweder hierher haben zuruͤckkomme oder an den Strand holen muͤssen, wenn nicht heute gelindere Wetterung eingetreten waͤre.

Das enaglische Dampfdoot Sir Edward BanksN, de am 24. d. M. hier eintraf, ist deretts heute gegen Mͦ. tag, wegen des Treibeises, wieder nach London abg segelt. Es hat seine Fihrten fuͤr dieses Jahr beschlosse

Vom Main, 28. Nov. Am 24. b. hielt die d. rische Kammer der Abgeordneten ihre erste oͤffeutle Sitzuga; in derselben erschten der Justizmininster, Fi herr v. Zentner und uͤbergab den Entwurf einer neu Prozeß O dnung in buͤrgerlichen Rechtsstreitigketten, w bei er die Motive desselben entwickelte. Demnaͤchst uͤt gab derselbe der Kammer auch einen Gesetzentwurf uͤl das Verfahren bei den mittelbaren Gerrchten, ferner nen Entwurf uͤber einzelne civilrechtliche B stimmungg desglerchen einen Gesetzentwurf uͤber die Entscheihn der Kompetenz⸗Conflicte. Der Finanzminister, Gref Armansperg uͤbergab sodann den Entwurf eines Gestzc uͤber die Geundsteuer, desgleichen einen Gesetzennvun uͤder die Haͤusersteuer.

Wien, 25. November. Nach Inhalt eines, im strigen Blatte des Oesterreichischen Beobachters entht tenen Schreibens aus Smyrna vom 3. November, die K. K. Escadre in der Levante in den creit Mum ten August, September und Oktober d. J. 499 Kn. fahrer eecortirt naͤmlich 287 oͤsterreichesche, 22 englist 7 franzoͤsische, 2 hollaͤndtsche, 22 jontsche, 4 neapolite sche, 1 nordamertkanisches, 72 russische, 76 sardinise 2 spanische, 2 schwedische und 2 toskanische. Gewaolt aus den Handen der Piraten gerissen hat deren 17, naͤmlich 13 öoͤsterreichische, 2 russische, 1 sche bisches und 1 sardintsches. Von Seeraͤubern % Theile oder ganz geplündert wurden (in sofern dit

Ende Ocrobers in Smyena bekannt war): 74 Kauzt

er aller Flaggen, naͤmlich 27 österreichrsche, 17 en glisch 3 jonische, 6 franzoͤsische, 3 schwedische, 6 russtsche, neapolitanischer, 8 sardinische, 1 hollaͤndischer, 2 mor dan mkanisch. Die Ladung dieser 74 Kauffahrer betrug 1s Gesam mntwetth berlaͤufig 960 000 spantsche Thaler, ung der gesammte Verlust stetgt auf 1,170 000 span. Thale Nur 16 der erwaͤhnten Kauffahrer waren durch Misticke

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Peramen, Tratten und andere kleine Raubfahrzeuge

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58 übrigen aber durch Raubschiffe von 12 bis 18

anonen, und 60 dis 100 Mann Besatzung geuommen

Tuͤrkei. Der Oester eichtsche Beobachter enthaͤlt

neusten Blatte (vom 27. Nov.) folgendes Schreiden 6 Jossy vom 16. Nov.: Am 14. d. M. eryeelt der sige franzoͤsische Vice Lonlut von dem Grafen Gutlle⸗ inot mitrelst Estaff tte die Nachricht von oder 3 rsloͤ⸗ ng der tuͤrkisch aäͤgyptischen Fiorte zu Nevarin. Dieße achricht verbrertete hier die größte Bestürzung, beson rs unter dem Hanoelostandez, der nichts weutger als ne solche Begeornheit mitten im Frieden, waͤhrend die esandten der drei Maͤchte, deren Escadern diesen chlag ausfuͤhrten, sich rahig in Konstantinopel befäaͤn⸗ ‚erwartet hartte. Gestern ist hier die Nach ict 3 Grilatz angelangt, daß der doreige Hanvelrstand rch ein aus O essa in drei Tagen ingelaufenes Fhr⸗ 9 Briefe erhalren habe, welche nicht nur odgebachtes eigniß bestattgen, sondern auch anzeigen, doß in Folg en von der Pforte auf alle in dem Hafen von Kon ntinopel befi⸗clichen englischen, franzoͤsischen und ruf hhen Schiffe ein allgemetnes Emdargo geleat worden Da gerade im gegenwaͤrtigen Augendlicke vorzug viele russische Schisse in Gallatz liegen, um in cie⸗ n Donauhafen Wein zu laden, und die Befrachter füörchten scheinen, daß auch uͤber diese Schjiffe das mhargo verhaͤngt werden duͤecfte, so haben lde ihren Gallatz befinelichen Commissionaͤren die Verladung nzͤlich untersagt.

Gestern ist hier aus Petersburg der Fuͤrst Czetwer nsty eingetroffen, welcher zum Liquidations Commissat tbon der Pforte auf den Grund des Ackermanerver gges an rusüsche Unterthanen zu leistenoen Schaden guͤtungen ernannt worden sein soll. Fuͤrst Czetwer geky war Willens, in wenigen Tagen, die Reise nach hastantinopel fortzusetzen. 9

Madrid, 12. Novbr. Am 7. d. trafen mittelst afferte von Valencia Depeschen hier ein, in deren ge am 8. d. ein sehr langer Ministerrath gehalten roe. Am 9. hielt der Staatsrath eine Sitzung saͤmmt er Mitglieder, woran auch die Minister Theil nah n; von den Resultaten ist noch nichts dekannt ge

rden. Die Gazette meldet, daß die Bande, welche ein

maliger Offrzier, Namens Escabdero, im Dorfe Ce e gebüldet hatte, von den Koͤniql. Truppen angegrif⸗ und uͤberwaͤltigt worden ist. Man hat 7 Gefangene gacht, die auf der Stelle erschossen wurden. Wie n vernimmt, ist auch der Banden Chef Pijola in Ca⸗ onien ergriffen und, da er ein Bein gebrochen hat, h dem Spital von Olot gebracht worden; zu seiner nelung soll keine Aussicht vorhanden sein.

Barcelona, 17. Novbr.

un gestandenen franzoͤsischen Truppen haben gester der 1813 von den Ravensbergschen Staͤdten aufgedrach⸗

hier abzumarschiren besonnen. Das Alst: Regt mversammelte sich mit Waffen und Gepaͤck auf dem ag Ramdla, von wo es dann nach erfolgter Muste gedurch den General Reizet, den Maesch nach Feank hantrat. Eine große Menge der hiesigen Einwoh begleitete dasselbe bis vor die Stadt und legten an ledhafteste ihre Zufriedenheit mit dem Benehmen franzoͤsischen Truppen hieselbst an den Tag. Heute en die Militair Lazarethe, von etlichen Kompagnien 29. Linien⸗Regiments begleitet, von hier ab. Das spantsche Infanterie Regiment hat Befehl erhalten, bierher zu begeden und ein Regiment von der Kö⸗ l. Garde befindet sich schon in der Raͤhe. Amerika. Nach den in Londoner Blaͤttern ent tenen Nachrichten aus M xico ist der Congreß daselb st 1. Sept. eröͤffnet worden. Er hatte sich hauptsaͤch⸗ mit der Einrichtung der neuen Zoͤlle und mit Ver⸗ dlungen uͤber ein neuerdings von der Provinzial⸗Re⸗

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gierung zu 1ö.N Dee zufolge „ach Ablauf von 20 Tagen nier das gedachte Gouvernement verlass u sollen, der Koͤntg von Spanten die Uaadhaͤngigk it M⸗xtco's anerkannt haden werde. Dieses Decret wurde in der Hauptstaodt (Mexico) ollgemein gemiebilligt, und

get beschaͤftigt, welchem

von einer bedeutenoden Mehrhert des Senats fuͤr unge, .

recht und verfassungs ororig erkannt worden. Die Verhaudlungen in Betreff des oͤff otlichen Lredits waren

nicht von bedeutendem Inter ss. Im Uesrigen lebte

der Handel wieder auf und es waltete im ganzen Lande

ungestoͤrte Raͤhe. Den neuesten (in London angekommenen) Prtvat⸗

briefen aus Beogota zufolge, soll die Zwammeukunft Bo⸗;

livars mit Santander auffallend frostig gewesen sein.

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Koͤnigsberg, 26. Novbr. Se. K. H. der Prinz

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Albrecht von Preuten habden geruyht, dos Protektorat

des Vereins zur Rettung sittlich verwahrloserer Kinder, unter Aeußerung des huldretchsten Beifalls uͤder die Zw ckmäaͤßi keit dess lben, zu uͤbernehmen.

Elberfele, 27. Novbr. Am 24. d. war hieselbst Direktorial Rachs Versammlung der Ryeini ch⸗West⸗ inbtschen Compagnie. In dem darin Seiten der Di⸗ rektion gehaltenen Vortrag wird zuvoͤrsest bemerkt, daß das laufende Jahr überhaupt wenig Stoff zu gedruckten Mittheilungen an die Actionaire darbietet, weil die

Ruͤckwirkung der vorgängigen Handels Krisis von 1825

und 1826 sich Ende odes vorigen und Anfangs dieses

Jahres auf den überseei chen Maͤrkten durch eine bei⸗ tpiellose Stockung im Handel und einen unerhoͤrten Geldmangel fuͤhlbar machte und die Direktoren natuͤrlich von neuen Unternehmungen zuruͤckhielt. Man wuͤrode damit vorlaͤufig gaͤnzlich haben einhalten müssen, wenn nicht Se. Maj. der Koͤnig Sich huldreichst bewogen ge⸗ fuͤhlt haͤtten, nach dem woͤrtlichen Juhelt der diesfallsi⸗ gen Kabinets Order: „die Unternehmungen der Rhei⸗ nisch Westindischen Kompagnte zu Eiberfels, zur Befoöͤr⸗ derung ihrer, fuͤr die inlaͤndische Fabrtkation und den Handel wirksamen und wichtigen Thaͤtigkeit, fernerweit zu unterstuͤtzen,“ und zu dem Ede die Haͤlfte der noch unbegedenen Actien, michin 500 Stück zu 500 Pr. LCour. Tolr. jede, zu uͤbernehmen. Die Kompaante bhat dadurch einen Zawachs an Kapital von 250,000 Thlr. erhalten, und desitzt dergestalt nunmehr einen Fond von

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Landtags Abschied für die zum ersten Provin⸗ zial, Landtage zu Westphalen versammelt

(Schluß.)

33) Auf odie Bitte um Erstattung der im Novem⸗

ten Darlehnsteuer zu Armee Beduͤrfarssen eroͤffnen Wir Unsern getceuen Staͤnden, daß derjentge Thei der Re⸗ quisttton des verstorbenen Generals der Infanterte, Gra⸗ fen Buͤlow von Dennewitz, welcher Bekleidungs⸗Gegen⸗ staäͤnde beteoffen, oen Provinzen bereits mit

288 695 L11n 65 952 Rthlr. in Summa

ersetzt worden, die uͤdrigen u2

aus Staatska ssen gen aber, zu deren Berichtigung die Kriege⸗ oder lehnsteuer ausgeschrieben worden, bloß Verpflegungsge⸗ genstande und Pferbdelieferungen betroffen hat, fuͤr welche auch den andern Provenzen links der Eibe bes zum 1. Jult 1814 keine Verguͤtigung gewaͤhrt ist, unerachtet namentlich der Gouvernements Beziek zwischen Elbe und

Weser noch neben jenen Leistungen und neben der Er⸗

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aͤmmtlrche alte Spa⸗, bis daß

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