mward von einem dortigen Kausma m mit Einschluß des schon angekommenen auf 95,000 Quarter bis zum 30sten Maͤrz angegeben. 1 Der Herald bemerkt Folgendes: „Wohl unterrichtete Leute wollen behaupten, daß im kommende Fruͤhjahr ein gro⸗ er Mangel an Gold eintreten wuͤrde. Zu dieser Annahme hat sie die Bemerkung bewogen, daß fortwaͤhrend große DAeuantitaͤten Gold zur Bezahlung von Getreide oder zu anu⸗ dern Zwecken aus dem Lande gehen, und daß folglich, wenn Noten zu Einem Pfund fehlen, ein Mangel an kleinem Cir⸗ culationsmittel eintreten muß, dem sonst durch Sovereins abgeholfen wird. Durch die Ein⸗ und Ausfuhr⸗Verzeichnisse erfahren wir, daß vorigen Dienstag 200,000 Unzen Silber nach Calais und 5000 Unzen Gold nach Rotterdasn abge⸗ gangen sind. Diese Verzeichnisse enthalten jedoch keine ge⸗ naue Angabe, da ein großer Theil ausgefuͤhrt ist, ohne uͤber⸗ haupt eingetragen zu seyn. Wir unsers Theils sind wogen der Ausfuhr des Goldes nicht eben in Sorgen, und der Stand der Papiere zeigt auch, daß fuͤr jetzt nichts zu fuͤrchten ist. Wenn die Deutschen Päͤchter unser Geld fuͤr ihr Getreide einnehmen, so werden die Frauen und Toͤchter der Deutschan Puͤchter ohne Zweifel dafuͤr sorgen, es fuͤr unsere Baumwot⸗ en⸗Waaren anzulegen, und so wird das Gold nach einiger Zeit wieder zu uns zuruͤckkehren. Erwaͤgt man noch dir FÜbermaͤßigen Preise der Lebensmittel fuͤr Menschen und Thiere⸗ uund den mangelhaften Zustand der Bergwerke, so kann man leicht denken, daß noch bedeutende Zuschuͤsse aus England er⸗ fordert werden, ehe man irgend einen Profit erwarten kann.“
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ist freilich vielfaͤltig getadelt, und als der gruͤndlichen literan schen Ausbildung nachtheilig geschildert worden. In eim Stadt wie London aber, wo nur das regste und raschen Treiben in Geschaͤften jeder Art zum Ziele füuͤhrt, gebricht dem bei Weitem groͤßern Theile der Einwohner an Mus sich mit geschichtlichen oder sonstigen wissenschaftlichen C genstaͤnden zu beschaͤftigen; auch wuͤrde ihm die so noͤtht
8 Die Veronica von Belfast, ein Schiff von 330 Ton⸗ nen, strandete auf der Fahrt von Liverpool nach Charleston in der Diegel⸗Bai. Da der Sturm sehr heftig war, so
schien die Rettung der Mannschaft unmoͤglich, doch ent⸗
sschlossen sich vier Seeleute von dem Dienst der Kuͤsten⸗Blo⸗ kade mit noch einem Freiwilligen, Hand ans Werk zu legen.
Mit großer Muͤhe erreichten sie endlich in einem kleinen Boot das Schiff, doch zu ihrer großen Bestuͤrzung befand sich eine ZPBahl von 18 Ungluͤcklichen auf dem Wrack, fuͤr deren Auf⸗
nahme ihr Boot viel zu klein war. Das Jammern der Armen besiegte jedoch alle Bedenklichkeit, man nahm sie in das Boot auf, und nach drittehalbstuͤndiger Anstrengung er⸗
reeichten sie das Ufer. 1 renants Bowil machten die Rettung Aller möglich, und nur
eeihne Frau ertrank, ehe das Boot bis zum Schiff gekommen
woar.
8 Die Stimme des Kukuks, ist, wie die Vork⸗Herald scchreibt, in den letzten Tagen in zwei oder drei Doͤrfern in der Nachbarschaft dieser Stadt gehoͤrt worden, und ein nahe bei Sheriff Hutton wohnender Correspondent mel⸗ det, daß er beim Spazierengehen ein frisch gemachtes und fast fertiges Finkennest gefunden habe. 8 Niederlande. 6 Bruͤssel, 26. Dec. Als der hiesige Assisenhof neulich in der Dache des Herrn von Pötter sein Urtheil faͤllte, fanden so⸗ wohl waͤhrend der Sitzung, als nachher, einige unruhige Auftritte statt, indem namentlich bei der Abfuͤhrung Potters nach dem Gefaͤngnisse einige Individuen dem Justiz⸗Mi⸗ nister die Fenster einwarfen Die Bruͤsseler Buͤrgerschaft, diesen Auftritten voͤllig fremd, fand sich darauf veranlaßt, ihren lebhaften Unwillen auszusprechen und ihr Bedauern uͤber das Geschehene dem Koͤnige durch die Deputation des Ma⸗ gistrats zu Fuͤßen zu legen. Se. Majestaͤt erwiederte ihnen: „Ich bin uͤberzeugt, daß die gute und loyale Buͤrgerschaft von Bruͤssel den momentanen Unordnungen, welche statt ge⸗ funden haben, fremd ist, und daß jeder gute Buͤrger sie miß⸗ billigt und desavouirt. Ich genehmige die Gesinnungen der Ergebenheit, die Sie Mir im Namen Ihrer Mitbuͤrger ver⸗ sichern, welche seit so langer Zeit die Fruͤchte eines tiefen Friedens und einer Ruhe genießen, die das Resultat der be⸗ stehenden Ordnung der Dinge ist. Mein stetes Ziel ist und wird die Beobachtung des Grundgesetzes seyn. Fuͤr den Vorfall, von dem Sie so eben sprachen, sind die Gesetze da, und sie muͤssen vollzogen werden, um die wahren Schuldigen zu bestrafen. Sie, meine Herren, muͤssen Ihrerseits daruͤber wachen, daß diese Scenen der Unordnung sich nicht mehr bieneh. 9 p 8 8 — Ein Privat⸗Schreiben aus London spricht sich uͤ den Englischen Journalismus ö c 18 keinem Lande moͤchte der Journalismus, sowohl in morzli⸗ scher als in politischer Beziehung einen so maͤchtigen Einfluß auf die oͤffentliche Meinung ausuͤben, als in England. Die Begierde, womit in diesem Lande, vorzuͤglich in der Haupt⸗ stadt, und zwar von allen Klassen der Gesellschaft, Zeitungen gelesen werden, und die Neigung der Mehrzahl der Einwoh⸗
kann sie insofern ein echt Englisches Blatt nennen, als
Schwaͤchen und Vorurtheile derseiben theilt. Die trefflichen Maaßregeln des Lieu⸗-
Kenntniß der Tagesbegebenheiten ganz abgehen, wenn ih die oͤffentlichen Blaͤtter hierin nicht zu Huͤlfe kaͤmen. W. jedoch den Umfang dieser Blaͤtter kennt, wird zugeben m sen, daß eine nur einigermaaßen aufmerksame Durchsicht de selben so zeitraubend ist, daß wenn der Leser sich muͤhsal durch 24 Riesen⸗Columnen hindurch gewunden hat, ihm kam nach Lust oder Zeit genug uͤbrig bleiben kann, um sich eine ernsteren Studium zu widmen. Die Schnelligkeit, mit d. die Englischen Zeitungen ihre Berichte erstatten, ist merkwi dig. Hat man z. B. bis spaͤt in die Nacht einer Parl ments⸗Sitzung beigewohnt, und vermag sich selbst uͤber d verschiedenen, zur Eroͤrterung gekommenen Gegenstaͤnde, wie uͤber den Gang der Discussion in rhetorischer und a derer Beziehung noch keinesweges gehoörige Rechenschaft
geben; oder hat man vielleicht den Debatten, des Geraͤusche
wegen, nicht durchweg folgen koͤnnen; oder einen oder doe andern Haupt⸗Moment derselben wieder aus dem Gedaͤch nisse verloren, so sindet man nach Verlauf von 3 bis Stunden in den oͤffentlichen Blaͤttern alles Verhandel nicht allein genan berichtet, sondern auch noch durch passen Anmerkungen erlaͤntert; und nur die unwesentlichen Ste len der Reden sind entweder mit Sachkenntniß abgekuͤrzt odde
ganz ausgelassen.“
„Die in London herauskommenden Zeitungen erscheh 1 nen zum Theil Wehesene⸗ zum Theil Abends.
ersteren verdient woh
zu werden, indem sie ihre Existenz nicht, wie vielleicht d
1 meisten andern öffentlichen Blaͤtter, der Vertheidigung od
Unter de die Times vor allen anderen genan
Anfechtung gewisser Grundsaͤtze oder Partheien verdan sondern einen völlig selbststaändigen Charakter traͤgt. Me.
mit den vortrefflichen Eigenschaften der Nation auch a Sie ist fre siunig und freimuͤthig, aber auch geneigt, Alles, wovon den Nutzen nicht einsieht, mit Gteichguͤltigkeit, ja sogar
Verachtung zu behandeln. Eine eifrige Verfechterin de Grundsätze und Formen der Engtischen Verfassung, liebt
es dennoch, dieselbe in ihren einzelnen Theilen anzugreifen Gerade der Umstand, daß die Times nicht dem Partheigeis ihren Ursprung verdankt, sondern mehr eine kaufmaäͤnnise
Speculation ist, macht, daß sie als das eigentliche Org der oͤffentlichen Meinung betrachtet werden kann. ruͤhmliche Eigenschaft dieses Blattes muß ferner noch
Als ein
Sorgfalt erwaͤhnt werden, womit sie Alles, was gegen de Anstand oder die guten Sitten verstoͤßt, zu vermeiden sucht sie wird nicht, wie andere Blaͤtter, die Gebrechen und Fe ler der Gesellschuft zur Zielscheibe ihres Witzes machen. A meisten thut die Times sich auf ihre voͤllige Unabhaͤngigke zu gut, welche unverkennbar eine Folge ihres starken Absatze
Zeitung kann niemals, weder in politischer noch anderer Hir
die nicht mit ihren Ansichten uͤbereinstimmen.“
„Naͤchst der Times moͤchte wohl der Morning⸗H erald das unabhaͤngigste Blatt seyn; es muß gleichfalls als enn kaufmaͤnnische Speculation betrachtet werden, da es sich nieh darauf beschraͤnkt, das Interesse einer besondern Parth wahrzunehmen, sondern seine Aufmerksamkeit dem Publiku im Allgemeinen widmet. Es verdankt sein Bestehen me der sarkastischen Laune, womit es die Schwaͤchen der mense lichen Gesellschaft ruͤgt, als der Schnelligkeit und Echth' der von ihm gegebenen Nachrichten, oder seiner Gruͤndlit keit und Tiefe in Kritik und politischen Meinungen. wird irgend Jemand den Herald als die Quelle nennen, woraus schoͤpft. 1 188 und da die Zahl Derer, welche gern auf alle Forsch gen, Gelehrsamkeit und guten Geschmack verzichten, we sie ihre derb 1 kitzelt fuͤhlen, in London bedeutender ist, als in irgend ein Schade, daß der Morning⸗Herald seinen Witz nicht uͤl
Schlaͤgereien des gemeinen Mannes.“”“ „Die Morning⸗Chroniecle galt in f unter den die Meinung einer Parthei verkuͤndenden
““ 2
zer, sich fast ausschließlich auf diese Lectuͤre zu beschraͤnken,
” 1 „
so wie dieser wieder eine Folge ihrer Unabhaͤngigkeit ist; die
sicht, zu der Verkuͤndigung von Meinungen bewogen werden
Nichts desto weniger ist er ein sehr unterhaltenoh
Sinne nur fuͤr den Augenblick durch derben Witz andern Hauptstadt, so fehlt es ihm nicht an Abnehmern. Es wuͤrdigere Gegenstaͤnde auslaͤßt, als naͤchtliche Auflaͤufe iu
fruͤheren Zeit Bli
8- 1“
zur Allgemeinen
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ern fuͤr das erste. Der ehemalige Redacteur, Perry, ein
Geltmann und Politiker, hatte viel Kenntnisse und einen
elaͤuterten Geschmack, wenn er gleich die ihm zugemutheten igenschaften eines Philosophen und grundlichen Kritikers icht besaß. So lange er lebte, wurde nicht nur das Glatt als Organ der Whig⸗Parthei angesehen, son⸗ ern der Redacteur selbst hatte bedeutenden Antheil an der usfuͤhrung der Plaͤne derselben. Perry's Tod sowohl, elcher dem Verhaͤltnisse seines Blattes zur Whig⸗Parthei in Ende machte, als auch der geschwaͤchte Einfluß dieser arthei selbst, haben der Morning⸗Chroniele einen großen heil ihrer fruͤhern Eigenthuͤmlichkeit genommen. Daß sie orgfaͤltig in ihren Berichten sey, laͤßt sich nicht in Abrede ellen, aber sie jagt zu sehr nach Neuigkeiten, es moͤgen
olche gut, oder schlecht, von Bedeutung oder nicht seyn,
d es fehlt ihr, wenn auch nicht stets an Geist, doch sehr aͤufig an gutem Geschmack. Die Morning Chronicle ist ie einzige Zeitung, welche alle Parlaments⸗Verhandlungen Lort fuͤr Wort, ohne irgend eine Abaͤnderung oder Abkuͤr⸗ ung giebt.“ 1 „Die Morning⸗Post gehoͤrt zum Theil einer bestimm⸗ n Parthei an, zum Theil nicht. Sie hat bestaͤndig fuͤr mne ministerielle Zeitung gegolten, kann aber nur als wenig nfluß habend betrachtet werden. Sie ruͤhmt sich einer ge⸗ huen Bekanntschaft mit der vornehmen Welt, und bemuͤhet
lsch, solches dadurch zu beurkunden, daß sie zu hoͤflich ist, um
el Boͤses, zugleich aber auch zu discret, um viel Gutes von undern zu sagen. In ihren politischen Raisonnements will an hin und wieder Substanz und Gruͤndlichkeit vermissen; agegen soll es ihr keinesweges an literarischen Kenntnissen hlen. Sie wird von Einigen mit einem eleganten Muͤßig⸗ aͤnger verglichen, dem es bloß darum zu thun ist, sich fas⸗ ionable (modisch) zu zeigen, der es aber unter seiner Wuͤr⸗ e oder nicht der Muͤhe werth haͤlt, dem Alltaͤglichen seine ufmerksamkeit zu schenken oder das Ungewoͤhnliche mit Pcharfsinn aufzufassen. Die Morning⸗Post wird, wie schon pen erwaͤhnt, fuͤr eine, jedenfalls aber nur schwache, mini⸗ erielle Zeitung gehalten, — ein Umstand, der sie unschaͤdlich r jedermann, aber angenehm fuͤr Viele macht.“
„Das Morning⸗Journal befolgt dieselbe Politik wie ie Morning⸗Post, ist aber dennoch sehr verschieden von ihr;
amentlich zeichnet es sich vor allen andern Morgenblaͤttern
irch die Heftigkeit aus, mit der es sich von den Gesichts⸗ unkten der Tory's aus, uͤber jedweden Gegenstand aͤußert. Die Bitterkeit, womit es Personen angreift, und die Er⸗ viederungen, wozu diese Angriffe Anlaß geben, haben ihm ine gewisse Beruͤhmtheit verschafft, die ihm, wenigstens bei r partheilosen Welt, nicht immer zum Lobe gereicht. In erarischen und wissenschaftlichen Abhandlungen zeichnet sich gegen das Morning⸗Journal vortheilhaft aus, und in sei⸗ n Handels⸗Berichten kann man ihm eine lobenswerthe Inpartheilichkeit nicht absprechen.“ „Der Morning⸗Advertiser ist ein liberales, jedoch iemlich partheiloses, antiministerielles Blatt, welches aber venig von der hoͤhern Klasse gelesen wird. Der von dieser eitung, nach Abzug aller Unkosten, uͤbrig bleibende Gewinn, st zur Erhaltung einer Freischule fuͤr Kinder verarmter Gast⸗ jirthe bestimmt, was wohl der Grund seyn mag, daß das blatt in allen Wirthshäaͤusern anzutreffen ist. Aus diesen mmt es seinen Weg zu den taͤglichen Besuchern derselben, nen es unentgeldlich auf einige Stunden geliehen wird.“ „Was nun die Abend⸗Zeitungen betrifft, so sind diese Ganzen bei Weitem nicht so originell als die Morgen⸗ aͤtter; sie fuͤgen zu den in letzteren enthaltenen Nachrich⸗ in nur noch einige im Verlauf des Tages bekannt gewor⸗ ae Neuigkeiten hinzu. In London werden sie weniger ge⸗
anen als in den Provinzen und in dem Auslande, wohin sie aütt denselben Posten wie die Morgen⸗Zeitungen abgehen.
ter ihnen nimmt der Courier, wegen seines vermeintli⸗ en Verhaͤltnisses zum Ministerium und des hieraus fuͤr nentstehenden ausgebreiteten Absatzes, den ersten Platz ein. nseinen politischen Aufsaͤtzen laͤßt sich haͤufig eine gewisse Osten⸗ tion so wie in seinem Raisonnement uͤberhaupt eine mit in Geiste des Ministeriums keinesweges in Einklang zu brin⸗ önde Einseitigkeit nicht verkennen. Eben daher wird von elen Seiten behauptet, daß, wie sehr auch der Courier sich muͤhe, die Meinung zu erhalten, als bestaͤnde ein sehr ver⸗ autes Verhaͤltniß zwischen ihm und dem
Ministerium,
Staat
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doch mehr als wahrscheinlich sey, daß dieses ihn weder bei seinen Arbeiten unterstuͤtze, noch selbst ihm vielleicht einmal dafuͤr Dank wisse. Jedenfalls bleibt so viel gewiß, daß, wenn der Courier und einige andere Zeitungen von derselben Farbe dafuͤr, daß sie in ihr sich aussprechen, wirklich bezahlt werden, wie man, ungeachtet aller fruͤheren envps. dennoch behaupten will, ihnen diese Bezah⸗
er direct noch indirect ar Ahgl ncdh⸗ ch aus der Schatzkammer zu
„Der Globe wird von vielen fuͤr einen Nebenbuhler des Couriers gehalten, obgleich seine Politik von der dieses letztern sehr abweicht; er hat den Charakter eines liberalen und unabhaͤngigen Blattes, spricht sich weder fuͤr noch ge⸗ gen eine Parthei mit hesonderer Heftigkeit aus, ist aber ne⸗ ben einer sehr schaͤtzenswerthen Gruͤndlichkeit gleichwohl in seinen politischen Raisonnements wie in seinen sonstigen Exr⸗ oͤrterungen so gelehrt, daß es dem gewoͤhnlichen Leser oft schwer wird, ihn gehoͤrig zu verstehen. Auch in seinen Kritiken ist der Globe oft so dunkel, daß man Muͤhe hat, seine wahre Meinung uͤber den verhandelten Gegenstand zu erkennen.“
„Die Sun ist in ihrer Politik mit dem Globe zu ver⸗ gleichen; sie steht jedoch offenbar nicht so unabhaͤngig da, wie dieser. Unter der Rubrik: „Spirit of the London Jour- nals“ giebt sie aus allen Londoner Zeitungen Aus⸗ zuͤge, welche mit Sachkenntniß gewaͤhlt sind. Dieses Blatt wird meistens nur in den Provinzen gelesen; in London selbst circulirt es wenig.“ —
„Der Standard bringt durch seine Uebertreibung, der Parthei, zu der er sich bekennt, nämlich der der Tory's, kei⸗ nen Vortheil. Unter Cannings Verwaltung hatte er ein mannigfaches Interesse, indem er fast die einzige Zeitung war, die eine entschiedene Parthei gegen diesen Minister nahm. Damals ist dieses Blatt oftmals mit großer Feier⸗ lichkeit in den Straßen Londons vom Poͤbel verbrannt wot⸗ den. Jetzt scheint es ziemlich in Vergessenheit gerathen zu seyn, und wird verhaͤltnißmaͤßig nur wenig gelesen.“ 8
„Der Star und der British Traveller haben sich nur eines sehr kleinen Publikums zu ruͤhmen.“
„So viel uͤber die vorzuͤglichsten der in London herauskom⸗ menden Zeitungen. Aber auch in den Provinzen erscheinen de⸗ ren unzaͤhlige; denn jede Grafschaft, jede groͤßere Stadt, hat ihre Blaͤtter. Liverpool, Manchester, Bristol geben in den ihri⸗ gen die besten Nachrichten uͤber Handel, Verschiffungen, Ein⸗ und Ausfuhr, die vielen Schottischen und die Irlaͤndischen Blaͤtter gar nicht zu rechnen, welche letztere stets einen ho⸗ hen Grad von Interesse haben, und von Vielen in London gelesen werden. — Obgleich die Review's (Edinburg Review, Auarterly Review, English Review, Annual Register ꝛc.) nicht zu den eigentlichen Zeitungen gehoͤren, so sind sie doch Journale, und gehoͤren unstreitig zu den vorzuͤglichsten in der civilisirten Welt! Es giebt nicht leicht einen wohlhaben⸗ den Mann in London, der sie nicht haͤlt, gbwohl sie sehr theuer sind. Sie enthalten Aufsaͤtze uͤber alle Faͤcher des menschlichen Wissens, uͤber Kunst, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Literatur, Politik ꝛc., in⸗ und auslaͤndische. Die ausgezeichnetesten Maͤnner im Staat arbeiten fuͤr diese Jour⸗ nale, namentlich weiß man, daß zum Beispiel der verstorbene Canning und Lord Castlereagh Beitraͤge in dieselben gelie⸗ fert haben.“
Amsterdam, 27. Dec. Die zu Anfang dieser Woche vom Auslande eingegangenen hoͤheren Course von Staats⸗ Papieren haben auf den hiesigen Markt fuͤr fast alle Fonds eine angenehme Stimmung bewirkt, mit Ausnahme der Hollaͤndischen, welche demungeachtet etwas flauer blieben.
Am Getreide⸗Markt von verwichenem Mittwoch war der Handel in Weizen weniger lebhaft und fuͤr einige Sor⸗ ten waren die juͤngsten Preise sehr muͤhsam zu bedingen. In Roggen dagegen war mit einer Preis⸗Erhoͤhung von 6 Fl. viel Umsatz. Gerste hielt sich im Preise; schwerer Hafer ohne Veraͤnderung, leichter wenig begehrt. Man zahlte fuͤr Wei⸗ zen in Verschluß: 128pfuͤnd. weißbunter Polnischer 465 Fl., 126pfuͤndiger rother Koͤnigsberger 382 Fl., 125 pfuͤndiger Holsteinscher 350 Fl.; 130 pfüͤndiger alter Rhein⸗Weizen in Verbrauch 395 Fl. Roggen: in Verschluß, eine große Par. thie 113pfüuͤndiger Archangelscher 150 Fl.; in Verbrauch 118. 119. 120pf̃nd. Preußischer 198.200. 203 Fl. 100pfuͤndige Friesische Winter⸗Gerste 140 Fl., 98pfuͤndige 135 Fl. 84. Söpfuͤndiger seiner Friesischer Hafer 150 Fl., Futter⸗Hafer X““ 16 8 “ 11“ 1— “ “
Protestationen gegen eine