auf die Seite der Insurgenten neigte, mußten alle aus Theo⸗ rieen geschoͤpften Gruͤnde, auf welche man das Recht stuͤtzte, em staͤrkeren Rechte der Bayonnette weichen. Im umge⸗ kehrten Falle, als unter Philipp II. die Morisco's von Granada, und unter Philipp IV. die Catalonier sich empoͤrten, half es ihnen nichts, die angebliche Grechtig⸗ keit ihrer Sache zu betheuern, sie wurden bestegt, und Alpu⸗ jarra wie Catalonien sind heute noch die rechtmaͤßigen Be⸗ 1 sitzungen der Spanischen Krone. Bei dem gegenwaͤrtigen Kampfe der Amerikanischen Colonieen gegen das Mutter⸗ land treten aber so besondere Umstaͤnde ein, daß es von In⸗ reresse ist, die Rechtsgruͤnde, welche die Insurgenten fuͤr ihre Mnabhaͤngigkeit anfuͤhren, naͤher zu betrachten. Denkt man ssich ein Land Cund das ist der Fall der ungluͤcklichen Grie⸗ chen), welches, fruͤher unabhaͤngig, von einem maͤchtigeren aber weniger civilisirten Staate unterworfen wird, ohne daß die Sieger sich mit den Besiegten verschmelzen, sondern sie vielmehr auf alle Weise mißhandeln, und ihnen die allgemei⸗ nen Menschenrechte, d. h. Sicherheit des Lebens, des Ei⸗ genthums, der Ehre und des Gewissens, versagen, so wird mman eingestehen muͤssen, daß ein solches Land, auch in dem Zu⸗ stande der haͤrtesten Selaverei, das Recht behalte, sich dieser grausamen Unterdruͤckung zu entziehen, und bei der ersten guͤnstigen Gelegenheit die Waffen gegen seine ungerechten Tyrannen zu ergreifen. Wir fragen aber;: ist dies der Fall Iu“ Spanisch⸗Amerikanischen Colonieen? Wir wollen zuge⸗ ben, daß die Spanier bei der Eroberung jener Laͤnder alle Grausamkeiten begangen und soviel Millionen Indianer ver⸗ nichtet haͤtten, wie der declamatorische Bartolome de las Casas angiedt; koͤnnen die heutigen Amerikaner ihre Empoͤ⸗ rung gegen den Mutterstaat mit Ereignissen rechtfertigen, welche sich vor drei Jahrhunderten zutrugen, und bei einem Eroberungskriege unvermeidlich sind? Das moͤgen diejenigen wohl bedenken, welche mit so vielem Eifer die Sache der Amerikanischen Insurgenten vertheidigen. Will man als Grund anfuͤhren, daß die Eroberung jener Laͤnder eine unge⸗ rrechte war und von Grausamkeiten begleitet wurde, so wuͤrde dar⸗ aaus folgen, daß Canada, Jamaica, ganz Hindostan und saͤmmt⸗ liche Englische Besitzungen zur Empoͤruͤng gegen die Groß⸗ britanische Regierung berechtigt waͤren. Behandelten etwa die Englaͤnder die Indianer, welche die heutigen Nord⸗Ame⸗ rikanischen Freistaaten bewohnten, besser, als sie diese Laͤnder eroberten? Waren sie menschlicher gegen die Eingebornen von Jamaica, welche von den Spaniern verschont worden bge⸗ 8 8 — . 8 — waren? Und als sie Hindostan unterwarfen, mußten nicht ebenfalls Millionen der alten Bewohner dem Schwerdte weichen? Was haben ferner die Franzosen, Hollaͤnder und Portugiesen bei der Eroberung ihrer Colonieen gethan? Wo sind die eingebornen Voͤlker in den Europaͤischen Colo⸗ nieen der neuen Welt geblieben? Nur in der Mitte der Spanischen Besitzungen wohnen in Wildnissen und Gebirgen noch ganze große Voͤlkerschaften in ihrem urspruͤnglichen Iu⸗ stande. Ein Beweis, daß die Verwuͤstung der erobernden Spanier nicht so groß gewesen seyn muß, wie sie ge⸗ woͤhnlich geschildert wird. Und waͤre dem auch so, so haben die jetzigen Amerikaner darum kein Recht, sich von dem Mutterlande loszureißen. Sie sind nicht die Enkel der Indischen Inka'ss und Montezuma's, welche von den aus dem Osten gekommenen Eroberern ver⸗ nichtet wuͤrden, sondern die Soͤhne und Enkel derselben Spa⸗ nier; haben sie etwa darum ein Recht, als Raͤcher der Ver⸗ brechen ihrer eigenen Vorfahren aufzutreten und sich gegen den Mutterstaat zu empoͤren, dessen Gesetze alle Gewaltthaͤ⸗ tigkeit und Bedruͤckungen gegen die armen Indiauer mißbil⸗ ligten und bestraften? — Die heutigen Insurgenten, wir wiederholen es, sind die Nachkommen der Spanier, welche im Verlauf dreier Jahrhunderte, als Civil⸗ oder Militair⸗.
Beamten, als Kaufleute oder Gluͤcksritter nach Amerika gin⸗
gin und sich dort niederließen. Viele und vielleicht die Haͤup⸗ ter der heutigen Insurgenten sind auf der Halbinsel geborene
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dem sie ihre Stellungen verdanken.“
16 82 8 2 1 8 8. Koenigliche Schauspiele. Sonntag, 4. Jan. Im Opernhause: Die Ri Trauerspiel in 5 Abtheilungen, von Schiller. Im Schauspiethause: Les acteurs frauçais auront ₰ hauspielh —
Oill:
vers. par Fabre d'Eglantine. 2) La seconde représt stion de: Le petit enfant prodigue, vaudeville comiqhm 1 acie.
Montag, 5. Jan. Im Schauspielhause: Vater Tochter, Schauspiel in 5 Abtheilungen, von E. Rau (Fortsetzung des Schauspiels: Vormund und Muͤndel.) auf: Der Secretair und der Koch, Lustspiel in 1 A nach dem Franzoͤsischen von C. Blum. (Hr. Ruͤtz Blasebalg.) “
DSonntag, 4. Jan. Elodie, oder: Der Klausnet dem wuͤsten Berge. Hierauf: Das Fest der Handwerk Montag, 5. Jan. Die Schwestern von Prag. Vo Der Hahnenschlag. Dienstag, 6. Jan. Sieben Britten. Hierauf: Miniaturgemaͤlde. Zum Beschluß: Der kleine Ma
(Dlle. Pistor: Hannchen.)
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Si.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Anl. 18 Pr. Engl. Anl. 22 Bo. Ob. incl. Litt. H Kurm. Ob. m. I. C. Neum. Int. Sch. do. Berlin. Stadt-Ob.] dito dito Königsbg. do. Elhinger do. Danz. de. in Th. Z. Westpr. Pfdb, A. — 95 ⅓ dito dito B. 94 ½ 93 Grofshz. Pos. do. 99 ½ — Oatpr. Pfandbrs. 95 ½ 94 ¼ mechsel- und Geld-Coursv. (Berlin, den 3. Jan.)
Bq68889 250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1188. 300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl.
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Des Koͤnigs Majestaͤt haben die Regierungs⸗Raͤthe teuffel zu Oppeln und von Terpitz zu Breslau zu men Regierungs⸗Raͤthen zu ernennen, und die desfall⸗ Patente Allerhoͤchst Selbst zu vollziehen geruhet.
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Ausland.
Rußland. 1 t. Petersburg, 27. Dec. Se. Maj. der Kaiser dem General⸗Adjutanten Baschutzki, zum Zeichen Ihrer zoͤchsten Zufriedenheit mit dessen, waͤhrend 25 Jahren, ommandant von St. Petersburg, geleisteten ausgezeich⸗ kund treuen Dienste, eine mit Diamanten gezierte Dose Hoͤchst Ihrem Bildnisse zu verleihen geruhet. Se. Kaiserl. Maj. haben geruhet, die Flotten⸗Capitaine Ranges Kumany, Stojeffsky und Balsam zu Contre⸗ ralen zu ernennen. Das Journal de St. Petersbourg enthaͤlt folgen⸗ luszug aus einem Briefe aus Buchara, dessen Datum als ziemlich neu bezeichnet: „Nach den letzten Nach⸗ nuͤber die Ereignisse im Innern Asiens scheint die den nangeborene Neigung zum Pluͤndern und Verwuͤsten, chaft zwischen der Bucharei und China veranlaßt zu Die Beherrscher von Maweralnahar, Kokant ꝛc. en keinen dauernden Frieden unter einander halten zu
n. Die auf kurze Zeit eintretende Ruhe ist nur eine
der Erschoͤpfung, welche die Raubzuͤge der Usbeken fuͤhrten; dieses Volk ist nur durch fremde Macht, z. B. die Persischen Schah’'s Abbas und Nadir gebaͤndigt n. Durch ihre kriegerische Macht und den Zustand ih⸗ livilisation haben die Usbeken der Bucharei stets ein endes Uebergewicht uͤber die ihnen stammverwandten r ausgeuͤbt; die Bucharei ist fuͤr die Letzteren daher ein Gegenstand einer Furcht, öbgleich sie ihnen auch oͤfter zum Zufluchtsorte gedient hat. Der letzte Chan, Haidar, ein guter und friedlicher Fuͤrst, begnuͤgte sich, aͤuber, welche dann und wann in sein Gebiet einfielen, strafen. Der jetzige Chan der Bucharei, Batyr, einer
Soͤhne, ist von dem Vater an Charakter ganz verschie⸗
sein unternehmender kriegerischer Sinn entflammt seine en dadurch, daß er ihnen Chowaresmien als erstes Ziel oberung zeigt. Im Laufe dieses Herbstes hat er den nen den Krieg erklaͤrt, welche bisher die Stadt Merwa 1n. Der Erfolg seiner Waffen ist nicht zweifelhaft, da genwaäͤrtige Chan von Chiwa, Allakul, schwach und ds ist, und uͤberdem dessen Macht durch Zwietracht mit Bruder geschwaͤcht ist. Das Bucharische Heer hat nehrere Doͤrfer von Chiwa verwuͤstet. Allakul hat, sich Gerechtigkeit seiner Sache stuͤtzend, einen Gesandten tyr⸗Chan geschickt, und ihn um die Gruͤnde zu diesem ein seine Laͤnder fragen lassen; Batyr haͤlt den Ge⸗ 1 fest und die Bucharen setzen ihre Raubzuͤge nach fort. Um die Bucharischen Karawanen, welche ußland kommen, gegen etwanige Angriffe der Chi⸗ zu schuͤtzen, hat Batyr⸗Chan eis en Theil seines nach den Steppen geschickt. Nach einer anderen hin beneiden die Usbeken von Chiwa ihre Stamm⸗
andten von Kokant; dieser Staat hat sich durch den
chs der reichen Handels⸗Staͤdte Turkessan (oder Tar⸗ und Taschkent sehr erweitert. Die dem Ch I“ —
Chiwa untergebenen
“] 8 H8 8 ö“ . Kirgisen, welche laͤngs dem Flusse Syrr⸗ Daria wohnen, haben sich in großer Anzaht 2.ec, nns 5 sind in Kokant eingedrungen, wo sie eine Menge von Ein⸗ wohnern niedergemetzelt haben und dann mit großer Beute
in ihre Wohnorte zuruͤckgekehrt sind.
Der Hafen von Reval ward in der Nacht vom 7. zumm 8., und der von Pernau am 8. Dec. mit Eis belegt. 2
Zur Charakteristik der Russischen Krieger dienen fol⸗ gende (in der St. Petersburgischen Zeitung enthaltene) Kriegsanekdoten. An dem denkwuͤrdigen Tage des Zsten Juni (5. Juli) bekam, waͤhrend des Sturms von Kars, das Erivansche Karabinier⸗Regiment den Befehl, die befe⸗ stigte Vorstadt Jurta⸗Kapi zu besetzen. Ein Gemeiner von den Scharfschuͤtzen ließ seine Gefaͤhrten hinter sich, naͤherte sich einer feindlichen Bastion und war der Erste, der den Wall erstieg. Schon griff er nach der feindlichen Fahne, als eine Kugel seine Brust teaf. Er sank. Seine an ihm voruͤbereilenden Waffenbruͤder sahen ihn sterben und vernah⸗ men seine letzten Worte, die er mit brechender Stimme rief; „Lebt wohl, Kameraden, und nehmt die Stadt.“ — Imhh der Nacht vom 23. auf den 24. Juli d. J. ward der Fe⸗ stung Achalkalack gegenuͤber, deren Garnison sich hartnaͤckig vertheidigte, eine Batterie aufgefuͤhrt; diese wirkte so krass 8 tig, daß bei Tages⸗Anbruch das Festungs⸗Geschuͤtz zum Schwei⸗ gen gebracht worden war, und die Tuͤrkische Mannschaft sich in die Keller verborgen hatte. beschossen wurde, flogen bisweilen Stuͤcke unserer in dersel⸗ ben zerplatzenden Vomben, wegen der geringen Entfernung, in unsere Batterie zuruͤck. Ein solches Bombenstuͤck fiel noch rauchend und glimmend in einen unserer Pulverkasten und schlug den Deckel entzwei. Die Gefahr war augenscheinlich. Doch statt sich durch die Flucht zu retten, sprangen sogleich zwei Feuerwerker von der 2ten Batterie⸗Compagnie der 20sten Artillerie⸗Brigade heran, und zogen das Bombenstuͤck heraus.
Odessa, 20. Dec. Nach einigen Tagen ziemlich hefti⸗ ger Kaͤlte, aͤnderte sich vorgestern Nacht der Wind und wir haben wieder mildes Wetter. Die Absendungen von Lebens⸗ mitteln zu Wasser fuͤr die Armee sind nicht einen Augenblick unterbrochen worden, und vorgestern gingen 15 beladene Schiffe nach Varna unter Segel.
Aus Jassy schreibt man: „Seitdem sich das Russische Hauptquartier hier befindet, bemerkt man uͤberall die groͤßte Thaͤtigkeit. Im Handel ist es wieder lebhaft geworden, und taͤglich kommen viele Waaren an, die schnellen und vor⸗ theilhaften Absatz finden. Der empfindlichen Kaͤlte, die wir im vorigen Monate hatten, ist eine Veraͤnderung des Wet⸗ ters gefolgt, welche die Verbindungen erleichtert. Die fuͤr die Armee bestimmten Transporte von Lebensmitteln kommen taͤglich in Varna an.“
In einem Berichte aus Kertsch vom Nov. heißt es: „In unsern mittaͤglichen Gegenden pflegt der Herbst die an⸗ geuehmste Jahreszeit zu seyn, und gewoͤhnlich bis gegen Ende Novembers zu dauern. Diesesmal aber macht er cine Ausnahme, denn seit langer Zeit ist es nicht so unange⸗ nehmes Wetter gewesen, als in diesem Jahre. Die Aequi⸗ noctial⸗Stuͤrme und Regenguͤsse fingen am 26. August an, und seitdem haben wir nicht drei Tage nacheinander schoͤnes Wetter gehabt. Obgleich dadurch ein schoͤnes Gruͤn uͤber alle Wiesen verbreitet worden war, so benahmen ihm doch Ne⸗ bel und Feuchtigkeiten allen Reiz. In diesem Augenblick ist 18 Fantre 116“] Paris, 29. Dec. Am 26sten Abends arbeitete der Koͤnig hinter einander mit den Ministern der Marine, des Innern und der Justiz. Vorgestern Vormittag besuchten Se. Majestaͤt in Begleitung des Dauphins das Neorama der St. Peters⸗Kirche in Rom und demnaͤchst die Taubstum⸗ men⸗Anstalt. Hier wurden Hochstdieselb dem Minister
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29.
Waͤhrend aber die Citadelle —*