1829 / 15 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Thu, 15 Jan 1829 18:00:01 GMT) scan diff

Erfahrung hat nicht nur die Zahl der

chlesier, sondern auch die Zahl der Studirenden aus anderen Preußischen Provinzen, so wie de⸗ rer aus dem Auslande zugenommen. Eingeborne des Koͤnig⸗ reichs Polen sind jedoch nicht unter den hier befindlichen

zuslaͤndern. i Die Veranlassungen zu Straffaͤllen haben sich, eben so wie die Schuldklagen, in diesem Jahre wiederum verringert, was bei der vermehrten Frequenz lobenswerth hervortritt; es ist aber auch in diesem Zeitraum die erneuerte Erfahrung ge⸗ macht worden, daß die geringere wissenschaftliche Vorberei⸗ tung wesentlichen Einfluß auf die Sittlichkeit uͤbt.

Bei Bearbeitung der ausgesetzten Preisfragen hat sich eine recht erfreuliche Concurrenz kund gegeben, indem 18 Be⸗ werber dieserhalb aufgetreten waren.

Oeffentliche Promotionen sind waͤhrend des abgelaufenen Rectorats⸗Jahres 7 vorgekommen.

Die akademischen Institute un sich in einem bluͤhenden Zustande. Sie sind 58 ßeren Publikum geoͤffnet und es gewaͤhrt in der That Ver⸗ gnuͤgen, auch in dieser Beziehung uͤberall wahrnehmen zu koͤn⸗ nen, daß sich das Interesse daran in demselben Maaße ver⸗ mehrt, als sich die Bekanntschaft mit denselben erweitert.

Duͤsseldorf. In dem Gebiete der Communal⸗Verwal⸗ tungen treten nach und nach manche nicht unerhebliche Ver⸗ vollkommnungen ein. Vier Staͤdte und Flecken haben im ver⸗ wichenen Herbste eine naͤchtliche Straßen⸗Erleuchtung erhal⸗ ten, deren sie bisher entbehrten. Die zur Nachtzeit durch⸗ fahrenden Postwagen gaben dazu die naͤchste Veranlassung. Das verbesserte Postwesen, namentlich die vermehrten Eil⸗ wagen haben aber mittelbar noch auf die Verbesserung eines anderen Zweiges der Communal⸗ Verwaltung, naͤmlich auf die Uhren⸗Polizei, Einfluß gehabt. Die Nothwendigkeit, die Uhren uͤbereinstimmend nach der mittleren Zeit zu richten, hat die Anschaffung mancher neuen Stadt⸗ oder Kirchen⸗Uhr veranlaßt, und wird nicht ohne Nachahmung bleiben. Die Stadt Neuß hat nun ebenfalls eine Leih⸗Anstalt in Verbindung mit einer Spaarkasse auf staͤdtische Kosten zum Vortheil der Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten eingerichtet. Vor sieben Jahren bestand noch keins dieser wohlthaͤtigen Institute in dem hiesi⸗ gen Regierungs⸗Bezirke; jetzt sind bereits sieben oͤffentliche Leihanstalten und eben so viele Spaarkassen mit dem gluͤck⸗

nach der bisherigen hier studirenden

d Sammlungen besinden Sie sind auch dem groͤ⸗

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Konigliche Schauspiele.

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4 dittwoch, 14. Jan. Im Opernhause: Belmonte und Constanze, Singspiel in 3 Abtheilungen, frei bearbeitet nach Bretzner; Musik von Mozart. (Fraͤulein v. Schaͤtzel: Blond⸗

en.

4 Wegen fortdauernder Heiserkeit des Herrn Stuͤmer, hat Herr Bader dessen Parthie (Belmonte), und Herr Schnei⸗ der die des Herrn Bader (Pedrillo) uͤbernommen.

Im Schauspielhause: Les acteurs français auront P'hon- neur de donner la premieère représentation de: Les deux Philibert, comédie en 3 actes et en prose, par Picard. Oette piece sera suivie par la première représentation de:

L'Ami intime, vaudeville comique en 1 acte du théaàtre des variétés, par Mr. Théanlon. Très-incessament les pre- mièrs débuts de Mademoiselle Lancestre, jeune eléve du Conservatoire Royal de Paris, dans l'emploi des premières amoureuses, et ceux de Mr. Alix, acteur comique du- théö- tre français de Londres.

Donnerstag, 15. Jan. Im Schauspielhause, zum Er⸗ stenmale wtederholt: Das Raͤthsel, Lustspiel in 5 Abtheilun⸗ gen von J. E. Mand.

Freitag, 16. Jan. Im Opernhause, Zum Erstenmale

wiederholt: Die Stumme von Portici, große Oper in 5

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des Serib⸗, zur beibehaltenen Musik von Auber, fͤr 9)

ne bearbeitet vom Freiherrn v. Lichtengte Balletmeister Titus. Ein Platz in den Logen des Käan Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen zweiten Ranges 20 Sgr. Ein Plahz in den Parquet⸗gh 1 Rthlr. Ein Platz in den Logen des dritten Ranges 15 8 Ein gesperrter Sitz 1 Rthlr. Ein Platz im Parterre 20 G Amphitheater 10 Sgr.

Der Billet⸗Verkauf zu dieser

Deutsche Buͤ Ballets vom Koͤnigl. Preise der Plaͤtze

Vorstellung beginnt

Mittwoch, 14ten d. M., fruͤh 9 Uhr, und koͤnnen die

Folge eingegangener Meldungen notirten Billets, im W Verkaufs⸗Buͤreau von diesem Tage an, in Empfang gen men werden.

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Unterhaltung, worin die Damen: Thorschmidt, Hohze und Mar. Herold, und die Herren: Diez, Zschiesche, Am Stegmayer, Oelschig, Pfaffe, Lawerenz, Faust, Vogt Just mehrere Gesangs⸗, Musik, und Declamations⸗P vortragen werden. Hiezu: Drei lebende Bilder. Zum schluß: Das Fest der Hensc Her Donnerstag, 15. Jan. Doctor Johannes Faust, wunderthaͤtige Magus des Nordens.

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iner Börse.

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ös 22 Brref [Geld.] EIF. Uri⸗

St.-Schuld-Sch. 92 914 [Pomm. Pfandbr. 103 ½

Pr. Engl. Anl. 18 5 103 ½ sKur- u. Neum. do. 104 ½

Pr. Engl. Anl. 22 5 102 ¾ Schlesische do. 105 ½

Bo. Ob- incl. Iätt. H Pomm. Dom. do. 107

Kurm. Ob. m. l. C. 914¼ Märk. do. do.

Neum. Int. Sch.do. Ostpr. do. do. 106 101¾ 56 ¾ 100 ¼

Berlin. Stadt-Ob. Rückst. C. d. Kmk. dito dito do. do- d. Nmk. 56 ½ 574

Königsbg. do. Zins-Sch. d. Kmk.

Elbinger do. dito d. Nmk. 57 ½ Danz. d=. in Th. Z. Westpr. Pfdb. A.

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Holl. vollw. Duc.

94 ½ 93 ¾

dito dito B. 99 ½

Grosshz. Pos. do. 99

Ostpr. Pfandbrf. 954¼ . mechsel- und Geld-Cours. w“ (Berlin, den 13. Jan.)

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250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1 LStl. 300 Fr. 150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. 100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl. 100 Rbl.

Amsterdam dito. Hamburg. Londam.H Paris . Wien in 20 Xr. Augsburg . Breslau Frankfurt a. M. 828 PetersIburg. BN. ..

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 8. Jan. Oesterr. 58 Metalliq. 92 ⅞. Bank-Acticn 1335. Partial 378. Russ. Engl. Anl. 86 ⅞,. Russ. Anl. Hamb. Cert. 85 ¼.

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Abtheilun sischen: La Muette de Portici,

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Paris, 7. Jan. Der Messager des Chambres meldet: „Der Lissaboner Hofzeitur waͤre am 22ͤten, wegen Dom Miguels Genesung, Empfang bei Hofe gewesen.“ Vorgestern schloß 3ZpCtige Rente zu 74 Fr. 50 Cent., 5pCtige zu

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Amtliche Rachrichten.

be. Majestaͤt der Koͤnig haben dem zum Mitgliede der chen Deputation fuͤr Gewerbe befoͤrderten bisherigen umeister Wedding den Charakter eines Fabriken⸗ ssions⸗Raths zu verleihen geryhet. ““

as Carneval faͤngt in diesem Jahre mit dem 1. Fe⸗ an, und schließt mit dem 3. Maͤrz. Montag und Frei⸗ per, Dienstag Redoute und Sonnabend unmaskirter Saale des Schauspielhauses; der letzte, Sonnabend Februar. 88

erlin, den 14. 8

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114“ v. Buch, Ober⸗Ceremonienmeister.

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gekommen: Der Ober⸗Landesgerichts aäͤ⸗

Freiherr von Gaͤrtner, von 8 e Tte

1 v P und außer⸗ ndte am Kaiserli ussis⸗ f

n, von Bruͤssel. be Iee aen

bgereist: Der Fuͤrst von Hatzfeld, nach

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Zeitungs⸗Nachrichten 1114“*“] 1“

11111144*X*“”“ aris, 7. Januar. Am 4ten beehrte der Koͤnig die Gesellschaft bei der Herzogin von Berry mit Seiner wart. In den Zimmern der Herzogin werden große in zu einem Balle getroffen, welcher am 13ten d. M.

1 K. H. stattfinden soll.

gestern nahm der Herzog von Orleans das Garneray fuͤr Rechnung der Regierung dns ee der Schlacht bei Navarin in Pugenschein. Briefe des Herrn Benjamin Constant, welche seit im Courrier frangais erschienen, geben der Quoti⸗ und dem Messager des Chambres Anlaß, ihre g uͤber diesen Deputirten abzugeben. Das erstere erklaͤrt ohne weitere Umstaͤnde: „Mit seiner arglisti⸗ ache ist dieser Mann im Stande, glauben zu ma⸗ ß er einige Politik besitze; aber wem? nur solchen ndern, die den Constitutionnel lesen, denn die Abon⸗ des Courrier werden sich durch ihn nicht taͤu⸗ en. Diesen ist es vor allen Dingen um Freimuͤ⸗ zu thun, auch wenn diese etwas grob und ungeschlif⸗ hen sollte.“ Der hoͤflichere Messager sagt dage⸗ hei Annaͤherung der Sitzung erwacht auf's Neue das pfliche Talent des Herrn Benjamin Constant. Die⸗ ltirte, der einen so thaͤtigen Antheil an unsern par⸗ ischen Verhandlungen nimmt, hat die Eroͤffnung der nicht abwarten koͤnnen, um seiner Beredsamkeit zu l Man kennt die Leichtigkeit jenes zier⸗ d biegsamen Geistes, der die Kunst besitzt, sich stets herjuͤngten Formen zu zeigen. Herr Benjamin Con⸗ ein sehr gewandter Schriftsteller; ist er aber auch irrender Publicist? wir glauben es nicht; wenigstens Betreff der Briefe, die er neuerdings dem Publikum hat und worin er seinen Beruf nicht verlaͤugnet;

sie immer, hat er das Beduͤrfniß befriedigen wollen,

gitbuͤrger aufzuklaären; denn jene Brief tbuͤͦt ifzu ; Briefe enthalte ls eine Reihefolge von Rathschlaͤgen 2 die 888

oͤffentlichen Meinung begehrten Buͤrgschaften

und zu bewahren; sie sind sonach Beüag Art von geistiger Dictatur, welche der Verfasser derselben sich aus eigener Machtvollkommenheit beigelegt hat.“ Herr Cottu wird wegen seiner neuen Schrift: „Plan der revolutionairen Parthei waͤhrend der Sitzung von 1829°% von dem Journal des Debats hart mitgenom⸗ men. „Man wird sich erinnern,“ sagt dieses Blatt, „daß Herr Cottu vor einigen Monaten eine Broschuͤre heraus⸗ gab, worin er „„die Mittel, die Charte mit dem Koͤnig⸗ thume in Einklang zu bringen““, in Vorschlag brachte. Jetzt ist ein neues Pamphlet von ihm erschienen, worin er das Wahlgesetz mit der Monarchie in Einklang bringen will Wir wollen hoffen, daß er uns bald ein drittes Werk be⸗ scheeren werde, worin er das Geheimniß bekannt macht, Herrn Cottu mit sich selbst in Einklang zu bringen; an n sern wuͤrde es wenigstens einer solchen Schrift nicht fehlen 9 Imn Jahre 1827 verlangte Herr Cottu, was das Land im Jahre 1828 erhalten hat, naͤmlich: Entfernung des Wahl, betruges und der See Beschraͤnkung der geistlichen Ge⸗ walt, Vollziehung der Charte. Jetzt verlangt er wieder Wahlen ohne Freiheit, betrachtet das neue Preß⸗Gesetz als ein, 8 Revolution gemachtes Zugestaͤndniß, schmeichelt der parthei und verlangt, daß der Koͤnig durch ein neues Wahl⸗ Gesetz die Charte verletze. Wem soll man da glauben? Herrn Cottu vom Jahre 1827, oder Herrn Cottu vom Jahre 1829? Gluͤcklicherweise gehoͤren die Gefahren, womit er 1ig. schrecken will, nicht der Gegenwart, sondern der Zukunft an, und sind sonach sehr ungewiß. So scheint dem Verfasser die Presse nicht etwa wegen der Grundsaͤtze, die sie ausspricht,

wegen ihres bisherigen, sondern wegen ihres kuͤnftigen Gan-⸗

ges. Nach drei oder vier Jahren soll 84 ihr naͤmlich g⸗ 9

gen, die Aufhehung des doppelten Votums, . der Siebenjaͤhrigkeit, endlich die Ersetzung der Kammer durch eine andere, im Vergleich mit welcher der Convent nur eine weise und gemaͤßigte Versammlung gewesen seyn wuͤrde, zu erlangen. Ein Mittel, meint Herr Cottu, gebe es nur, um 8

dings die Charte uͤber den Haufen

diesen Gefahren vorzubeugen, naͤmlich die Annahme des fruͤ⸗ her von ihm vorgeschlagenen Wahl⸗Gesetzes; dies allein sey der Stein in Davids Schleuder, womit man den revolutio⸗ nairen Goliath zu Boden schlagen koͤnne.“ David, der kein absonderlich constitutionneller Koͤnig war, wuͤrde sich eines solchen Steines vielleicht bedient haben; zu unseren Zeiten aber scheint das Mittel mit der Charte eben nicht vereinbar zu seyn, denn Minister, Pairs, Deputirte, Publicisten, Waͤhler, Alle ha⸗ ben dasselbe einstimmig als falsch im Principe und unaus⸗ fuͤhrbar in der Anwendung betrachtet. Der Koͤnig sollte da⸗ nach aus eigener Machtvollkommenheit ein Gesetz erlassen wodurch die Zahl der Deputirten auf 650 gebracht wuͤrde; von diesen sollten 400 von erblichen Waͤhlern, 150 von Grund⸗Eigenthuͤmern, die mehr als 50 Franken an diree⸗ ten Steuern entrichten, die uͤbrigen 100 aber von dem Lehr⸗ dem Gerichts⸗ und dem Handels⸗Stande gewaͤhlt werden. Herr Cottu behauptet, wegen dieses Projekts, wodurch aller⸗ ings Chart, geworfen worde b

fuͤr einen Aufruͤhrer ausgegeben worden 8 seyn. Hn keinesweges der Fall. Man hat sich aber gewundert, wie ein Publicist ohne Noth den Vorschlag machen konnte, durch die Vernichtung des Wahlrechtes eine der drei Gewalten im Staate umzustoßen, da dieses Recht dadurch in die Haͤnde

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des Koͤnigs uͤbergegangen seyn wuͤrde; man hat sich gewun⸗

dert, wie ein Rath bei einem Obersten Gerichtshofe verlan⸗ gen konnte, daß man die Gesetze abschaffe, und unter dem Namen erblicher Majorate das Erstgeburts⸗Recht wieder ein⸗ führe; man hat sich gewundert, wie ein uͤbrigens achtbarer

e Zeitungen und die Regierung, um die von der

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Buͤrger dem Koͤnige rathen konnte, den bei seiner Tyron⸗

Priesterr.

sondern wegen der, die sie aussprechen wird, gefaͤhrlich. Di Kammer scheint ihm der Monarchie verderblich, ge etwa 8

die Abschaffung