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Material zu; sie reichten noch nicht hin, um die Festung einzu⸗ schließen und zu belagern. Aus diesem ersten Fehler entsprang fuͤr den Fuͤrsten Mentschikow, der mit Schwierigkeiten zu kaͤmpfen hatte, die sein Talent allein besiegen konnte, die absolute Nothwendigkeit, den Angriff nach der Meeres⸗Seite hin, wo sich alle seine Huͤlfsmittel befanden, und wo er auch auf die Mitwirkung der Flotte rechnen konnte, wo aber zugleich auch der staͤrkste Punke der Festung war, zu versez⸗ zen. Dieser Umstand verlaͤngerte die Vertheidigung uͤber den Zeitpunkt hinaus, worauf man Anfangs gerechnet hatte. Statt sich am 30. August im Besitze von Varna zu befin⸗ den, und sodann das Scherbatowsche Corps und die Gar⸗ den zu den Divisionen des General Rudzewitsch und des Prinzen Eugen von Wuͤrtemberg stoßen zu lassen, um entweder⸗ den Krieg uͤber den Balkan hinuͤberzuspielen, oder Schumla einzuschließen, und das darin befindliche Corps durch Hunger zur Uebergabe zu zwingen, — mußte man jetzt den ganzen Mo⸗ nat September und alle disponiblen Kraͤfte vor Varna verwenden, welche Festung die Tuͤrken mit einigem Rechte als das Bollwerk Rumeliens und Konstantinopels betrachte⸗ ten. Die Wichtigkeit, die sie auf die Erhaltung dieses Platzes legten, war so groß, daß der Kapudan⸗Pascha in ei⸗ gener Person und mit Allem, was er an Truppen hatte zu⸗ sammenraffen koͤnnen, das Commando in derselben uͤbernahm, und daß der Größ⸗Vezier mit den letzten Kraͤften des Rei⸗ ches auf Aidos vorruͤckte, um jene zu unterstuͤtzen, und ihm zu Huͤlfe zu kommen. So war die Lage der Dinge, als der Kaiser am 28. August wieder zu Seiner Armee vor Varna stieß; Se. Maj. waren der Meinung, daß Sie Ihre ganze Aufmerksamkeit und alle Ihre Kraͤfte aufbieten muͤßten, um die Uebergabe des Platzes zu beschleunigen. Die außerordentliche Hitze im Monat August, wo das Thermometer sich in der Sonne bis auf 46 Grad erhob, und die schlechte Beschaffenheit des Wassers hatten Krankheiten im Heere erzeugt; das Scherbatowsche Corps that also nichts, als daß es die augenblicklichen Luͤcken, die dadurch in den Reihen der Armee entstanden waren, aus⸗ fuͤllte. Letztere wurde sonach nur durch die Garde verstaͤrkt, die man sogar ebenfalls mit in die Linien mußte treten lassen, um die Belagerung von Varna zu unterstuͤtzen. Die Lage dieser Festung zwischen dem Dewna⸗See und dem Meere macht die Einschließuͤng derselben ziemlich schwierig, weil es, um sie zu bewirken, unumgaͤnglich noͤthig ist, ein Corps nach dem suͤdlichen Theile der Festung zu werfen, das dadurch von dem eigentlichen Belagerungs⸗Heere gaͤnzlich getrennt wird, und der ganzen Macht der Tuͤrken ausgesetzt ist.
Die Operationen bei Varna, wie sehr ihnen auch die angefuͤhrten Umstaͤnde und die unvermeidlichen Schwierig⸗ keiten des Terrains hinderlich waren, sind dennoch siegreich fuͤr unsere Waffen ausgefallen. Alle Anstrengungen der Truppen Omer Vrione's und des Groß⸗Veziers haben der Standhaftigkeit von sieben Bataillonen der Garde, welche die Angreifenden zwei Mal mit betraͤchtlichem Verluste zu⸗ ruͤckschlugen, weichen muͤssen. Selbst das Gefecht vom 18. Sept. kann man als ein gelungenes Unternehmen ansehen, wenn das End⸗Resultat einer Operation als der Probierstein angesehen wird, nach welchem es zu beurtheilen ist. Dem
Prinzen Eugen von Wuͤrtemberg ist es zwar nicht gegluͤckt, ein drei Mal dem seinigen uͤberlegenes und stark verschanztes
Corps zu vernichten, aber er wußte doch die Aufmerksamkeit und die Macht des Feindes zu theilen, und zwang endlich den Omer Vrione, sich auf die Defensive zu beschraͤnken. Wenn dem Prinzen sein Unternehmen nicht noch vollstaͤndi⸗ ger gegluͤckt ist, so muß man dies theilweise der allzugroßen
Tapferkeit einer unserer Brigaden beimessen, welche sich,
ohne die Mitwirkung der uͤbrigen Truppen zu erwarten und
ohne den Beistand der Artillerie, die noch mit den unwegsa⸗
men Srraßen und Defileen zu kaͤmpfen hatte, mitten in die
—
feindlichen Verschanzungen warf. — Endlich weicht auch
Varna der Ausdauer und der Festigkeit unserer Truppen;
einige Hunderte jener Soldaten, die man als ausgeartet ver⸗
schrieen hat, tragen Schrecken und Tod bis in den Mittel⸗ punkt der Stadt, und der Feind, der durch eine treffliche Vertheidigung sich ausgezeichuet hat, fuͤhlt nun, daß ihm kein
annderer Weg zu seiner Rettung uͤbrig bleibt, als der, den ihm
die Gnade des Siegers gewaͤhrt. Das Bollwerk von Rumelien ergiebt sich, im Angesichte des ohnmaͤchtigen Heeres, das sich seine Entsetzung zu bewirken geschmeichelt hatte, der Gnade des Siegers, und jene Stadt, welche, seit der Vernichtung des Abendlaͤndischen Kaiserthums, nicht aufgehoͤrt hatte, un⸗ ter dem Ottomanischen Joche zu schmachten, begruͤßt zum
ersten Male die siegreichen Russischen Fahnen.
* So hat die Armee, welche man uns in einem so un⸗
guͤnstigen Lichte schildert, in weniger als vier Monaten drei
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Wallachei bestanden hat;
große Provinzen eingenommen, zwei Ptaͤtze erxobert, die ersten Rang unter den Tuͤrkischen Provinzen behaupten; hat ihre Adler auf die Waͤlle von Brallow, Matsch
Isaktschi, Hirsowa, Kustendschi, Tulcza und endlich jen
beruͤhmten Varna gepflanzt, von dem mehrere Zeitungssch ber schon prophezeiht hatten, daß es das Grab fuͤr Ruhm unserer Truppen seyn werde. 1 1
In der Absicht, schnell zu einem gedraͤngten Ueberz dieser Beobachtungen zu gelangen, haͤtten wir fast der e. reichen Gefechte nicht erwaͤhnt, welche der General Re bei Silistria und der Baron Geismar in der klezz die des Letzteren verdienen bff ders genannt zu werden, weil dabei 4000 unserer Solde mehr als 20,000 Tuͤrken, die, durch die festen Plaͤtze din, Giurgewo, Rustschuk und ihre zahlreiche Garnist unterstuͤtzt, nichts weniger gehofft hatten, als uns aus! Fuͤrstenthuͤmern zu vertreiben, so kuͤhn angegriffen und in Flucht trieben, daß sie bei ihrer in Eile und Unordnum folgtem Ruͤckzuge den wichtigen Posten Kalafat uͤberli um nur einen Zufluchtsort jenseits der Donau zu findaen Waͤhrend die Haupt⸗Armee solche Erfolge in Eurogg kaͤmpfte, unterwarf sich der Fuͤrst Menschikoff, der mit” schwachen Heeresmacht, mitten unter den Arbeiten eineen seligen Belagerung, ganze Voͤlkerschaften zuruͤcktrieb, in den wichtigen Platz Anapa; wenige Tage nachher Poti dem General Hesse seine Thore, ünd sicherte umg durch die Muͤndungen des Phasis, so wie den vollstaͤmg Besitz von Mingrelien und Imeretien.
Endlich hat sich auch eine andere kleine Schaar Tapfern mit unsterblichem Ruhm bedeckt, indem sie die gen Paschaliks einnahm, die sich der Wiege des Ottagp schen Reiches zunaͤchst befinden, und die man als der He der Tuͤrkischen Macht in Asien angesehen hat.
Von den Lorbeern noch bedeckt, die er eben in2 gepfluͤckt hatte, uͤberschritt der Graf Paskéwitsch von van mit reißender Schnelligkeit die Graͤnzen, welche Tuͤrkische Armenien von Persien trennen, stuͤrzte sich Kars, eine Festung, die sowohl durch ihre eigenthuͤn Lage als durch ihre strategische Stellung im Mittelpt der feindlichen Graͤnze, von hoher Wichtigkeit ist, und den Platz und seine Citadelle, welche den Ruf hatte, u nehmbar zu seyn, am 23. Juni durch Sturm ein. Die nison, deren Anzahl seiner Armee fast ganz gleich war, ihm vergeblichen Widerstand entgegen; in wenigen St war Alles getoͤdtet oder gefangen, und so ward von † aus das Vertheidigungs⸗System des Feindes zerstoͤrt, immer langsam und schwerfaͤllig in seinen Bewegungen, auf gerechnet hatte, daß er, unter dem Schutze einer ar Vertheidigung dieses Platzes, Zeit haben werde, die noͤl Macht zu sammeln, die unsere Fortschritte aufhalten se
Nachdem er erfahren hatte, daß der Pascha von rum die Festung Achaltzik als Vereinigungs⸗Punkt zahlreichen Corps ersehen habe, nahm der Gr. Paském der nicht stark genug war, um eine solche Truppen⸗] hinter sich zu lassen, und der zugleich die ganze Wicht jenes Platzes, als einen direvten Verbindungspunkt m Russischen Provinzen von Georgien erkannte, schleunx Richtung nach dem genannten Orte, und uͤberstieg die losen Schwierigkeiten, welche die schanzartigen Berg von Tschildurs ihn entgegen stellten. Urploͤtzlich erscha vor Achalkalaki, das er, von der Verwirrung, umd Schrecken beguͤnstigt, die seinen Colonnen vorangehen, Feinde entreißt. 1
Am 4. Aug. an der Kura angelangt, sieht er sie
7 bis 8000 Mann 30,000 Feinden gegenuͤber, die zur
theidigung von Achalzyk herbeigeeilt waren. Nachdem 3 Tage lang einzelne Gefechte statt gefunden hatten schließt er, am 9. Aug. einen entscheidenden Angriff; ternehmen. Die Stadt zu umgehen, sich auf einen v zahlreicheren Feind zu stuͤrzen und ihn uͤber den Hauf werfen, war fuͤr unsere kleinen Bataillons das Werk Stunden. Ohne die Tuͤrken von ihrer Bestuͤrzung sich erhe lassen, schreiten sie am 13ten zur Bestuͤrmung; und! Soldaten oder bewaffnete Einwohner werden von † als 5000 Mann, nach einem Gefechte, das man schoͤnsten Waffenthaten unserer Zeit rechnen wird, uͤede tigt, getoͤdtet oder gefangen genommen. Die Plaͤtze Bag Atskhour und Ardagan haben zu Ende August dasselbe L sal, und vervollstaͤndigen den Erfolg jenes kleinen . welches bis unter die Mauern von Erzerum und Trebi Schrecken verbreitet, nach Gegenden, wo seit Jahrhunl der stolze Muselmann nicht einmal die Moͤglichkeit, che Fahnen zu erblicken, ahnte.
eec. Asit. Itansn azs s iezitntsn g
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wendig auf die Begebenheiten haben muͤssen, werden ge⸗ nd darthun, wie ir in mehreren Feldzuͤgen gegen die Tuͤrkei erlangen e.
biges, einige Fehler begangen worden sind. Zu freimuͤthig,
sie nicht offen einzugestehen, werden wir uns bemühen, in Zukunft zu vermeiden.
aische abgewichen ist, unter den vor dem Kriege ausge⸗
hauernder Vertrag auf lange Zeit das gute Einverstaͤnd⸗
Sollte dieses Verlangen nicht in Erfuͤllung gehen, so feldzug der Art wie der vorige, der uns 14 Festungen
bnissen eines, fuͤr die heiligste Sache unternommenen
Nachschrift zu Obigem. hließen, lesen wir die Nachrichten, die einige Zeitungen
von Silistria zu verbreiten. n Russen, nachdem sie ihre Waffen weggeworfen, sich Discretion ohne Schwerdtschlag ergeben haben, und daß ganze Artillerie schimpflicher Weise zuruͤckgelassen wor⸗ umdungen.
Auf dem Punkte, von welchem gesprochen wird, ist nicht
den.
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So viele Trophaͤen, zu denen noch 1280 Stuͤck Kano⸗ „400 Fahnen und 20,000 Gefangene htnzukommen „ ha⸗ Rußland nur 18 bis 20,000 Mann an Getoͤdteten oder hwerverwundeten gekostet. Welche Waffenthaten koͤnnen ere Feinde dem entgegensetzen, und welches sind die Siege, auswaͤrtigen Blaͤttern zum Vorwand dienten, die That⸗ en zu entstellen? Es ist die Niederlage zweier unserer aillone, die sich bei einer Recognoscirung zu weit vor ten, und der Verlust einer Schanze mit 6 Kanonen, he bei Nacht uͤberrumpelt wurde, und durch die blinde ersicht ihrer Vertheidiger verloren ging. Dergleichen un⸗ utende Ereignisse sind im Kriege sehr gewoͤhnlich, und n nie den Ausgang desselben entschieden. Dies sind mit ig Worten die Begebenheiten, welche einige, auf unsere schritte neidische Journalisten sich nicht entbloͤdet haben, nfehlgeschlagenen und dem Ruhme der Sieger verderb⸗ n Feldzug zu nennen!! Rußland bedarf nur noch eines ten eben so ungluͤcklichen Feldzuges, und seine Krieger den, im Besitze von Silistria, Rustschuk, vielleicht sogar Schumla, siegreich in die Ebenen von Adrianopel hinab⸗ . Man darf glauben, daß die Tuͤrken uns nicht zwin⸗ verden, so weit zu gehen, und daß der Sultan, die Resultate Foldzuges besser wuͤrdigend als die Europaͤischen Zeitungs⸗ tber, einsehen wird, wie unklug er handelte, wenn er sich neuen hren aussetzen wollte, statt den maͤßigen Bedingungen bei⸗ ten, welche Rußland schon vor dem Kriege ihm gestellt In der That, wird Rußland noch einmal gezwungen, n Waffen zu greifen, so wird der näͤchste Feldzug mit es Huͤlfe besser als unsere Auseinandersetzungen die Vor⸗ darthun, welche wir in dem vorigen Feldzuge erlangt . Die einfache Aufzaͤhlung dieser errungenen Vortheile der eroberten Siegeszeichen, so wie der Einfluß, den sie
rundlos die Declamationen sind, wel⸗ wir den Beweis entgegenstellen, daß die Russische Ar⸗ in diesen vier Monaten mehr gethan hat, als sie jemals
Dessen ungeachtet erkennen wir an, daß, trotz des
, 1 Was aber Niemand bestreiten „ist, daß, ungeachtet dieser glorreichen und wichtigen Er⸗ Kaiser Nicolaus nicht einen Augenblick von dem
henen Bedingungen Frieden zu schließen. Wir wollen 1, daß der Sultan Mahmud, zu gemäͤßigteren Gesin⸗ en zuruͤckkehrend, diese Wahrheiten anerkennen, und daß
zwischen zwei Staaten wieder herstellen werde, welche mehr dieselben Veranlassungen haben, auf einander ei⸗ htig zu seyn, als fruͤher, wo der Erwerb der Ufer des arzen Meeres den suͤdlichen Provinzen Rußlands noch einen ihrer Existenz wesentlichen Handelsweg gewährte.
uns nichts weiter zu wuͤnschen uͤbrig, als ein verfehl⸗ Provinzen verschaffte. Dann koͤnnen wir uns zu den es Gluͤck wuͤnschen, und unseren Feinden das Vergnu⸗ berlassen, angebliche Niederlagen zu ersinnen. Ein Officier vom Russischen Generalstab. Im Begriff, diese Zeilen
Anstoß genommen haben, uͤber die Aufhebung der Blo⸗ Sie behaupten, daß 12,000
Diese Angaben enthalten eben so viele Luͤgen, als
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j Nr. 1
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Zeitung
. gegenwaͤrtigen Augenblicke schon wieder ersetzt. Die jetzt ruhig alle Cantonnirungen inne, 6 auf Ufer der Donau, zu Varna, Pravodi, Kosludschi, Basard⸗ schik, Hirsowa und am Walle des Trajan einzunehmen fuͤr gut befünden hat. Endlich haben die Tuͤrken, mit welchen man den einfaͤltigen und leichtglaͤubigen Menschen Furcht einjagt, nicht einmal einen Versuch gewagt, einen Winter⸗Feldzug zu eroͤffnen, mit dem man gleichwohl das Publikum zu un⸗ terhalten bemuͤhet ist, der aber selbst schon in der Idee dem minder Leichtglaͤubigen, sobald er nur die Tuͤrkischen Sitten und die Schwierigkeiten kennt, welche der Balkan jeder Armee, die in der schlechten Jahreszeit dort Krieg fuͤhren wollte, entgegenstellen wuͤrde, als durchaus ioͤcherlich erscheint.
Wir wollen hier eine schon etwas zu lange und ermuͤ⸗ dende Widerlegung beschließen. Die wahren Verbreiter der Luͤgen, welchen wir gezwungen waren, hier zu antworten, sind nicht unbekannt und die Schande, welche sich immer an die ohnmaͤchtigen Bemuͤhungen der Verlaͤumdung knuͤpft, wird auch sie zu erreichen wissen.“ — 1
Odessa, 31. December. Das hiesige Journal enthaält folgende offictelle Bekanntmachung an den Handelsstand: „Der Befehlshaber unserer Flotte im Schwarzen Meere, Admiral Greigh, hat den Befehl erhalten, den Bosphorus in Blokadestand zu erklaͤren, und bei dieser Meerenge nur diejenigen Schiffe ein⸗ und auslaufen zu lassen, welche ent⸗ weder nach einem der Russischen Haͤfen am Schwarzen Meere segeln wollen, oder aus einem dieser Haͤfen kommen, ohne Getreide oder Kriegs⸗Contrebande geladen zu haben. Unter dem Namen Kriegs⸗Contrebande werden folgende Artikel verstanden: Waffen, Geschuͤtz, Pulver, Salpeter, Degengehenke, Saͤttel und Zuͤgel. Wir werden unverzuüͤg⸗ lich die naͤheren Verfuͤgungen bekannt machen, welche
Nachfolger zu geben. „Wir haben Ursache zu glauben, daß der Baron Pasquier
einer strengen Beobachtung der Blokade von der Behöche getroffen werden duͤrften.“ 11 *
Frankreicch.
Paris, 8. Januar. Vorgestern Vormittag hatte der Staats⸗Minister, Baron von Rayneval, eine Privat⸗Andienz beim Koͤnige. Um 6 Uhr war bei Sr. Majestaͤt Familien⸗ Tafel von 17 Couverts, wo nach altem Brauche der Drei⸗ koͤnigs⸗Kuchen vertheilt wurde. Die Bohne wurde der funf⸗ zehnjaͤhrigen Mademoiselle de Valois, zweiten Tochter des Herzogs von Orleans, zu Theil, welche den Monarchen selbst zum Koͤnige waͤhlte.
Der Messager des Chambres zeigt an, daß es sich mit der Gesundheit des Grafen von la Ferronnays bessere. Nichtsdestoweniger bleibt der Courrier frangais bei seiner Behauptung, daß dieser Minister sich zurüͤckziehen werde, und daß es sich nur noch darum handele, ihm einen Er sagt in dieser Voraussetzung:
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abermals an die Thuͤr des Hôtels der auswaͤrtigen Angele⸗ genheiten angepocht habe, und diesmal mit um so groͤßerem Erfolge, als von seinen Mitbewerbern der eine (Herr von Rayneval) kraͤnklich, der andere (Herr von Chateaubriand) abwesend ist. Es laͤßt sich nicht vorhersehen, wozu die Mi⸗ nister sich entschließen werden; wir koͤnnen dieseiben aber nicht dringend genug ersuchen, uͤber ihre Stellung wohl nach⸗ zudenken, und diese so zu betrachten, wie sie wirklich ist, wie aber die Minister allein sie nicht betrachten wollen. Das Ministerium bietet der Nation nur erst eine unvollkommene
Buͤrgschaft; es hat von derselben bis jetzt nur ein halbes
Vertrauen erhalten. Alle seine Rücksichten haben ihm kein Uebergewicht verschaffen koͤnnen, da dieses sich mit der Unschluͤs⸗ sigkeit nie vertraͤgt. Die naͤchste Sitzung wird diese Lage der Dinge noch klarer ans Tageslicht bringen und die Schwie⸗ rigkeiten nur vermehren. Alles verkuͤndigt uns, daß die Kammer in ihren Forderungen nachdruͤcklicher als bisher seyn werde; mit goldenen Worten wird sie sich nicht ferner hinhalten lassen; die Zeit schoͤner Redens⸗
inziger der Unsrigen gefangen worden, nicht Eine Ka⸗ 1 ging verloren; nicht einmal ein Scharmuͤtzel hat statt Der einzige Verlust, der die Russische Armee be⸗ war der eines Theils ihrer Pferde. Mangel an Four⸗ lehmiges Trinkwasser, eine unglaubliche Hitze und end⸗ ie rasch darauf eintretende Kaͤlte haben eine große An⸗ derselben hinweggerafft. Doch dieser Verluͤst ist im
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arten ist voruͤber. Wüͤrde unter solchen Umständen Herr Pasquier dem Ministerium von großer Huͤlfe seyn? wuͤrde er ihm die Kraft, die Entschlossenheit und das Uebergewicht gewaͤhren, deren es so sehr bedarf? Wir sind weit entfernt, ihm seine Geschaͤfts⸗Kenntniß, namentlich die Gewandtheit der Rede, abzusprechen. Hat er aber nicht von jeher das so⸗ genannte Schaukel⸗System verfochten? War er nicht einer von den Ministern, deren Verwaltung Herr Camille Jor⸗