v1141X“ 8 Beobachter meldet nach Brie⸗ fen aus Korfu vom 22. Dec.: „Vorgestern langte der Eng—
— Der Oesterreichische
lische General⸗Consul zu Konstantinopel, Hr. Cartwright, uüund der am 2isten v. M. von hier nach Poros abgegangene Abdjutant des Generals Adam, Capitain Dalgleish, am Bord der Englischen Kriegssloop „Raleigh“ von Poros 6½,6 a⸗ gen hier an. Hr. Cartwright uͤbersrachte Depeschen fuͤr Lord Aberdeen und fuͤr Sir Fr. Adam. Das Englische Dampf⸗ scchiff „African“, welches seit dem 16ten v. M. jeden Augen⸗ blick zur Abfahrt bereit zu seyn, Ordre hatte, ist vorgestern Abends nach Ancona abgegangen. Der Englische Marine⸗ Capitain William Keith hat sich an Bord dieses Fahrzeugs eingeschifft, und ist wahrscheinlich mit Ueberbringung der Deveschen nach London beauftragt, die durch Herrn Cart⸗ wright hier angekommen waren, welcher selbst, nach uͤberstan⸗ dener Quarantaine, nach England abzugehen gedenkt. Bei Abfahrt des „Raleigh“ aus Poros (am 14. Dec.) hieß es daselbst, Hr. Stratford⸗Canning habe den 18. Dec., als den Tag seiner Abreise nach Malta, festgesetzt, wohin ihm seine beiden Collegen, Graf Guilleminot und Marquis v. Ribeau⸗ pierre, wahrscheinlich folgen wuͤrden. — Heute fruͤh erhielt das hier vor Anker liegende Englische Linienschiff „Asia“ die freie Pratica. Sir Pulteney Malcolm stieg, unter Artille⸗ rie⸗Salven des hiesigen Forts, ans Land, und begab sich in den Pallast des Lord⸗Ober⸗Commissairs, wo ihm eine Woh⸗ nnung eingeraͤumt wurde. Außer dem Linienschiffe „Asia“ liegen noch folgende Englische Kriegsfahrzeuge hier vor An⸗ ker: die beiden Corvetten „Wasp“ und „Raleigh“, die Briggs „Rifleman“ und „Pelikan,“ und der Kutter „Hind“. Der „ Pelikan“ war erst gestern von Malta in sechs Tagen mit Devpeschen fuͤr den Vice⸗Admiral Malcolm, hier angekommen. — Vorgestern Abends legte sich die Neapolitanische Paranza „ Madonna Addolorata,“ Patron Spiridion delli Santi, ppon Brindisi in drei Tagen kommend, hier vor Anker. Am Beord dieses Fahrzeuges befand sich ein Franzoͤsischer Cabinets⸗ Courier, der bereits nach Poros abgegangen ist. — Nachrich⸗ ten aus Prevesa bis 15. December zufolge, fahren die Grie⸗ chischen Fahrzeuge fort, den Golf von Ambrakia zu blokiren, und beunruhigen fortwaͤhrend die Tuͤrken zu Prevesa und in den umliegenden Forts. In der vom 8ten auf den 9ten d. M. drangen vier Griechische kade⸗Geschwader in den Golf, ohne von den Tuͤrken in den Forts Pantokratorn, San Georgio und Punta bemerkt zu werden. Spaͤterhin wurden einige Kanonenschuͤsse gewech⸗ selt, aber ohne Erfolg. Die Griechischen Fahrzeuge hatten sich kurze Zeit vor Mavri vor Anker gelegt, und dann ihre Fahrt weiter in den Golf hinein fortgesetzt.“ 1 — Der Courrier de Smyrne enthaͤlt in seinem Blatte vom 22. November folgendes Schreiben aus Kanea Cauf Kandien) vom 31 October: „Der Vice⸗Admiral Mal⸗ eolm lief gestern in den Hafen von Suda ein, und ließ sich sogleich bei Mustapha Pascha fuͤr den folgenden Tag anmel⸗ den, um ihm die Befehle, welche er von den drei Botschaf⸗ tern und den Admiralen der verbuͤndeten Maͤchte erhalten habe, mitzutheilen. Admiral, von elf Englischen und Franzoͤsischen Officieren be⸗ gleitet, den Pascha, der von dem Muphti, dem Kadi, dem Musselim und den ersten Aga's der Insel umgeben war. Dem Pa⸗ ssccha wurde ein Waffenstillstand mit den Griechen unter der Bedin⸗ gung vorgeschlagen, daß beide Partheien ihre jetzigen Stel⸗ 8 en behalten, und die Griechen demzufolge im friedlichen Besitz der von den Tuͤrken verlassenen Gegenden, d. h. fast ddes ganzen platten Landes der Insel, bleiben sollten. Die anwesenden Aga'’s machten bemerklich, daß es der Billigkeit gemaͤß sey, ihnen zuvor zu gestatten, die Erndte von den ihnen angehoͤrigen Feldern einzusammeln, und versprachen in
diesem Falle feierlich, das Eigenthum und die Personen der Griechen unangetastet zu lassen. Der Admiral erwiederte iihnen, daß sie nicht mehr Bedingungen vorzuschlagen, son⸗ dern nur die, ihnen von den vereinigten Maͤchten gestellten, aanzunehmen haͤtten. Die von den Griechen besetzten Laͤnde⸗ reeien und die Erndte davon seyen einstweilig als deren Eigen⸗ thum zu betrachten, und die Tuͤrken koͤnnten sich mit den in ihrem Besitz befindlichen Festungen begnuͤgen. Darauf ant⸗ wortete der Pascha, er habe nur darum den Griechen die Feellder uͤberlassen, weil er auf eine friedliche Beilegung der Streitigkeiten auf der Insel durch die Maͤchte gehofft habe. Wenn man aber die gegenwaͤrtige Lage der Dinge der Schwaͤche dder Tuͤrken zuschreiben wolle, so werde er seine Truppen sammeln, die Insurgenten bekaͤmpfen, und dem Admiral bald beweisen,
daß es in seiner Macht stehe, dieselben zu ihrer Pflicht zuruͤck⸗ zzufuͤhren. Der Admiral entgegnete, in diesem Falle wuͤrde eer den Anfuͤhrer der Griechen, Baron Reyneck, benachrichti⸗ gen, daß er sich von Kanea sobald als moͤglich entfernen
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moͤge, und die Verbuͤndeten wuͤrden dasselbe sogleich zug
NRisticks von dem Blo⸗
Demgemaͤß besuchte heute der Englische
und zu Wasser blokiren. Am Ende sagte der Pasahn er ohne weitere Verhaltungs⸗Befehle von Quleiman p. dem Seraskier der Insel, sich zu nichts Bestimmtem stehen koͤnne, und fertigte sogleich ein Boot nach Kanze Der Admiral eroͤffnete ihm dagegen, er hahe Befehl, mit ihm zu unterhandeln. Auf diesem Punkte bliehg Sachen stehen. Der Admiral kehrte mit seinem . nach Suda zuruͤck, und schickte von da aus, drei P Stunden nach seiner Ankunft, eine Brigg ab, wie ma muthet, nach Malta, von wo, der Sage nach, mehrere send Mann hieher gesendet werden sollen. Gestern kan Aegyptische Kriegsbrigg in sechs Tagen von Alexandis an, und schickte, ohne vor Anker zu gehen, 25,000 Spn Talaris an's Land, mit denen der ruͤckstaͤndige Sold Truppen bezahlt werden soll; nach zwei Stunden seget Schiff weiter. Der Befehlshaber desselben wollte auf der an ihn gerichteten Fragen antworten, meldete aben achtzehn von Morea zuruͤckgekehrte Transport⸗Schift scheinlich mit den am Bord derselben befindlichen M raͤthen hieher kommen wuͤrden.“ Weiter unten bemerkt das genannte Blatt,] Nachrichten seines Correspondenten in Kanea nur groͤßten Vorsicht zu gebrauchen seyen. Mehreren n Thatsachen zufolge scheine es, daß die verbuͤndeten streng in den Graͤnzen des Tractats vom 6ten Jul⸗ wollten. Es sey daher nicht glaublich, daß der in commandirende Franzoͤsische General dem Tractat geu fahre, waͤhrend die Instructionen des Englischen P ganz anders lauteten. Wahrscheinlich sey ein etwas Wortwechsel zwischen Mustapha Pascha und demt Malcolm falsch ausgelegt worden. Im Blatte vom 6. December giebt der Cih de Smyrne folgendes Schreiben aus Kaneca vom vember: „Die Lage dieser ungluͤcklichen Insel ist noch dieselbe. Die Griechen sind nach wie vor unter den und machen durch ihre Pluͤnderungssucht die Insu zu einem Raubkriege. Einige Haufen von Nachzuͤglen ziehen hier und dort die Insel, und rauben den Toͤt
—,—
Der von der Griechischen Regierung hierher geschich ron Reyneck befehligt ein Corps von etwa 1500 M;e hat die Hoͤhen von Metaxa verlassen, um sich in de vinz Apokorona niederzulassen, wo er jetzt die Oliven einsammeln laͤßt. Auch hat er den Titel eines Gouve der Insel angenommen, und in dem, an der Muͤndnn Golfs von Suda gelegenen Dorfe Calives, einen 8o ten eingesetzt. Sobald die Tuͤrkischen Truppen sich ergreift dieses Corps die Flucht; es bis in die Berge folgen, ist gefaͤhrlich. Mustapha Pascha haͤlt sich de einem gewissen Umkreise von Kanea, und behauptet Er hofft uͤberdem, durch sein Beispiel der Maͤßigung Aufstand zu unterdruͤcken, der nur das Resultat eh waͤrtigen Intrigue ist, und nicht im Interesse de liegt, welche weise und milde regiert wird. Man schß Tuͤrken einen Waffenstillstand vor, aber unter Bedin welche nur den Griechen guͤnstig sind. Daͤchte man an einen Frieden, so wuͤrde man den Griechen beft in die Gebirge von Sfakia zuruͤckzuziehen, und vonden ken fordern, sie dort in Ruhe zu lassen. Die Griech len dies aber nicht, und also wird es nicht geschehen. diesem Augenblick liegen bei Suda zwei Englische schiffe, eine Brigg und ein Kutter. Die Englische „Syrene“ ist an die Stelle der „Amphitrite“ gekon — Das genannte Journal hoͤrt nicht auf,“ chische Regierung und ihre Beamten im gehaͤssigste darzustellen. Davon zeugt folgendes Schreiben aus vom 13. Nov., das es in seinem Blatte vom 22. theilt: „Der General Church steht noch unbeweglitt nen alten Stellungen, und empfaͤngt oft Englischet von den Jonischen Inseln, welche ihm Devpeschen bekanntem Inhalte uͤberbringen. Er scheint sich seiner auswärtigen Correspondenz, als mit der Am unter seinen Befehlen steht, zu beschaͤftigen, und Kurzem aus seinem Lager hier angekommener Stabzg cier erzaͤhlt, daß der General im Augenblicke der Geft mit einem Fuße auf dem Lande und mit dem anden seiner Goelette stehe, auf welcher er waͤhrend des Gefechts im Pyraͤus wie angekettet geblieben. Man nicht, warum der Praͤsident einen General an der der Armee laͤßt, der Griechenland noch keinen Dienf sen hat, und weder bei den Truppen noch bei der; Vertrauen genießt. — Die oͤffentliche Meinung in G
land verlangt vor allen Dingen die Organisirung
wie ihren Glaubensgenossen, den Griechen, was sie ie
briechenvereine, durch Seeraͤuberei, falsche Muͤnze und
habe, bestritten; die Marine koste ihm jaͤhrlich nur 100,000
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bhoͤfe, und gesetzlichen Schutz fuͤr das Privat⸗Eigenthum.
Alles wird durch Commissionen untersucht und entschie⸗ auch das Prisengericht ist nur ein Instrument, welches segierung nach Gefallen zerbricht und wieder zusammen⸗ Die Nation haßt dieses Tribunal, an dessen Spitze der Advocat Genata, ein Korfiote, steht; derselbe ver⸗ alle Geschaͤfte, und ist zugleich Berichterstatter, Richter Gerichtsschreiber. Dieser Advocat ist ein Vertrauter Grafen Viaro; Beide sind Allen abgeneigt, welche nicht Priechischen Religion angehoͤren. In anderen Staaten htet man die Functionen des Richters als unvertraͤglich inem Verwaltungs⸗Amte; hier wird beides verbunden. *) ache eines Sardinischen Capitains, den man wegen ver⸗ e Blokade seine Schiffsladung genommen hat, ist einer ission uͤbergeben worden, welche aus dem Commissarius Kriegs⸗Ministeriums, Metaxa, und dem Finanz⸗Beamten jades besteht. — Maurocordato und Tricupi sind un⸗ g die beiden ausgezeichnetesten Maͤnner Griechenlands; östere besitzt große administrative Talente, und verbindet eine unermuͤdete Thaͤtigkeit, der Letztere ist ein brauch⸗ und fleißiger Geschaͤftsmann; er hat in dem Hause ord Clifford, der ihn als Knaben nach England mit⸗ „eine sorgfaͤltige Erziehung genossen, und von dem ein Vermoͤgen von 4000 Pfund Sterling geerbt. — will bei dem Praͤsidenten die Besorgniß von einem ischentreten der Englaͤnder bei der Griechenland zu ge⸗ Regierungsform bemerkt haben, ja man behauptet,
Stratford⸗Canning habe ihm sein Mißfallen uͤber die
fuͤr die Organisation der Civil⸗ und Militair⸗Ver⸗ gg getroffenen Maaßregeln zu erkennen gegeben. Die ing⸗ des Praͤsidenten gegen den General Church, der Empfang, welchen Lord Cochrane gefunden, so wie die rdentlichen Ruͤcksichten, welche Graf Capodistrias seit Zeit fuͤr alle Englaͤnder nimmt, machen dies wahr⸗ ich. Eben so schreibt man die Ernennung des fruͤhe⸗ riegs⸗Ministers zum außerordentlichen Commissarius
bamos der Furcht zu, indem er unter den Palikaris
Einfluß besitzt, und man ihn auf diese Weise von hitze der Regierung entfernen wollte.“
Der Courrier de Smyrne enthaͤlt ferner ein
ben aus Zea, vom 12. Nov., das in aͤhnlichem
als das vorige geschrieben ist; es betrifft die Fi.
Griechenlands. Zuerst wird darin gesagt, daß Grie⸗ nd keinesweges so arm und seine Huͤlfsmittel so er⸗ seyen, als man nach den gewoͤhnlichen Darstellungen hublicisten glauben solle. Durch Anleihen, Geschenke
berung des Tuͤrkischen Eigenthums auf Morea habe enland seit dem Ausbruche der Revolution ein Kapi⸗ 12,500,000 schweren Piastern oder 187 Millionen en Piastern erlangt. Rechne man ein Drittheil da⸗ den Krieg ab, so bleibe immer noch eine im Ver⸗ zur Bevoͤlkerung ungeheure Summe. Das Militair⸗ des Praͤsidenten betrage jaͤhrlich fuͤr das regelmaͤßige der Taktikos 40,408 und fuͤr die unregelmaͤßigen Trup⸗ 000 schwere Piaster. Die Zahl der besoldeten Civil⸗ in betrage etwa hundert, deren Gehalte aber durch krag der Zoll⸗Aemter, welche 12 pCt. von allen ein⸗ en Waaren nehmen, hinlaͤnglich gedeckt werde. Die der Regierung wuͤrden durch die zwoͤlf Millionen „welche der Praͤsident von Frankreich und Rußland er⸗
Piaster. er
er. Nach diesem Ueberschlage muͤsse man glau⸗ Praͤsident werde jedes Jahr einen großen Ueber⸗ den Einnahmen haben, eine Menge unbrauchbarer en lasteten aber auf dem Budget, und es gebe in nland verhaͤltnißmaͤßig mehr Sinekuren, als anderswo. Die Griechische Biene vom 18. November giebt 8 Schreiben des Praͤsidenten an das Panhellenium: Meine Herren, es wird Ihnen nicht unbekannt seyn, Regierung seit dem Monat Maͤrz Ihre Meinung nen Plan zur Organisirung der Gerichte einzuholen e, der der Lage des Landes angemessen waͤre, und forgfäͤltige Ausfuͤhrung uns Hoffnung zu einer Ge⸗ ege nach gesetzlichen Formen gaͤbe. Die verschiedenen fe zu einer solchen Organisation, welche der Regie⸗ itgetheilt wurden, ließen, theoretisch betrachtet, nichts
Aus dem weiter unten folgenden Schreiben des Praͤ⸗ an das Panhellenion vom 5ten November erhellt, Griechische Regierung bereits mit der Organisirung des wesens beschaͤftigt ist, und das Beduͤrfniß einer strengen
hlt.
zu wuͤnschen brig, aber anders war es, wenn man sie von dem praktischen Gesichtspunkte aus pruͤfte. Diese F. meinen Ansichten gemachten Entwuͤrfe umfaßten eine voll⸗ staͤndige Gerichts⸗Organisation. Da aber von den Elemen⸗ ten dieses Systems noch keines durch die Erfahrung erprobt war, so waͤre es gewagt gewesen, alle Theile zugleich in Aus⸗ fuͤhrung zu bringen. Andererseits haͤtte die Menge von Beamten, welche dieses System erforderlich macht, entweder den Schatz uͤber seine Mittel belastet, oder die Regierung genoͤthigt, die Kosten fuͤr den geringsten gerichtlichen Act sehr hoch zu stellen, und diese Kostenerhoͤhung waͤre fuͤr das Volk druͤckend, wenn nicht gar unerschwinglich geworden. Dasselbe wird ohnehin leider noch lange die traurigen Fol⸗ gen der acht Jahre fuͤhlen, die es mit edler Entsagung er⸗ tragen hat. Dennoch verlangt es die Garantieen, welche ihm nur die Einsetzung von Gerichtshoͤfen gewaͤhren kann. Die Regierung kann ihm dieselben direct nicht geben, weil es ihr nicht zusteht, richterliche Functionen zu uͤben; sie hat sich daher auch enthalten, dieselben den außerordentlichen Commissarien oder den provisorischen Statthaltern zu uͤber⸗ tragen. Was sie sich bei dem Drange der Umstaͤnde erlauben durfte, war, einstweilige Special⸗Commissionen zu ernennen welche von den Partheien als Richter anerkannt wurden, oder die Partheien selbst zu veranlassen, ihre Streitsachen durch Schiedsrichter schlichten zu lassen. Diese Auskunfts⸗ mittel koͤnnen aber bei weitem nicht der Menge von Recla⸗ mationen entsprechen, welche taͤglich an die Regierung gelan⸗ gen. Sie haͤlt es daher fuͤr ihre Pflicht, den Zweig der ge⸗ richtlichen Organisation, welcher das dringendste Beduͤrfniß ist, vorlaͤufig einzurichten, bis spaͤter foͤrmlich sanctionirte Gesetze ihn ordnen. Diese Ansicht hat der außerordentliche Commissarius der westlichen Sporaden, den die Regierung dazu ermäͤchtigt hatte, bei einem Versuche befolgt, dessen Ent⸗ wurf Sie beiliegend erhalten. Er hat jeder Demogerontie einen Adjunctus beigegeben, dessen ausschließliche Bestimmung es ist, die Angelegenheiten, welche die Buͤrger ihm uͤbertra⸗ gen wollen, durch ein schiedsrichterliches Urtheil zu entschei⸗ den. Nach der fruͤheren Sitte des Landes waren die Demo⸗ geronten mit schiedsrichterlicher Gewalt bekleidet. Ich mache Ihnen, meine Herren, den Vorschlag, diesen Versuch in Er⸗ waͤgung zu ziehen und zu pruͤfen, in wie weit er mit der Gerechtigkeit und mit dem gegenwaͤrtigen Beduͤrfnisse der Nation im Einklang steht. Eine andere Art der Einrichtung, die wir anwenden koͤnnten, waͤre, das Friedensrichter⸗Amt einem der Demogeronten zu uͤbertragen, und in der Haupt⸗ stadt jedes Departements ein Tribunal erster Instanz zu errichten. Ein oder zwei Appellationshoͤfe wuͤrden diese vorlaͤufige Gerichts⸗Ordnung vollstaͤndig machen. Durch eine einfache Zusammensetzung koͤnnten diese Gerichtshoͤfe auch geeignet werden, in Criminal⸗Sachen zu erkennen. Wenn der Entwurf zu dem Decrete uͤber die gerichtliche Organisa⸗ tion vollendet ist, wuͤrde es noͤthig seyn, die Civil⸗Liste fur die Gehalte der Richter ungefaͤhr zu bestimmen. Die Mit⸗ theilungen, welche die Finanz⸗Commission uͤber diesen Gegen⸗
stand machen koͤnnte, scheinen mir brauchbar zu seyn; sie wuͤrden dazu beitragen, unsere Geldmittel, welche nothwendis die Grundlage dieser Liste bilden muͤssen, besser kennen zu lernen. Einige einfach und klar abgefaßte Decrete uͤber das Verfahren der Friedensrichter, der Tribunäͤle erster Instanz und der Appellationshoͤfe sind nicht weniger Beduͤrfuß. Die Gerichts-Organisation wuͤrde dadurch vollstaͤndig werden und ich darf von Ihrem Eifer fuͤr das Staatswohl Vor⸗ schlaͤge zu einer solchen erwarten. Poros, 5. November 1828. 1I1414“*“ Fee Sr g h u Der Praͤsident J. A. Capodistrias. 181 Der Staats⸗Secretair Trikupis.“ 8 AA. .
aexe Die Gazette de Lausanne vom 9. Januar ent⸗ haͤlt ein Schreiben des Herrn Eynard uͤber Griechenland,
wovon wir
uns weitere Mittheilung vorbehalten muͤssen.
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““ Columbien.
Die uͤber Jamaica in England eingelaufenen, bis zum 28. October gehenden Berichte aus Columbien (heißt es in der Times) sind weniger interessant, als man nach den letzten dortigen Ereignissen erwarten konnte. Unterm 18 Oetober hat Bolivar an den Minister des Innern ein De⸗ cret erlassen, worin gewisse Taxen oder Steuern festgesetzt werden, namentlich eine Eigenthums⸗Taxe, oder eine Kopf⸗ steuer auf alle maͤnnlichen Columbischen Eingeborenen. In
der Einleitung dieses Deerets heißt es: die Aufrechthaltung
des Sraates erheische, daß Jedermann beisteuere. Alle maͤnn⸗ lichen Individuen von 18 bis 50 Jahren muͤssen jaͤhrlich
ung der richterlichen und der administrativen Gewalt
der Regierung 4 Realen zahlen, ausgenommen in Faͤllen, wo
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