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der Gesetzgebung frem der Staaten.
Kurhessen.
Die unterm 30. December ergangene Bestimmung, daß christ⸗ liche Unterthanen keine Auslaͤnder juͤdischer Religion zu Lehrern, Gewerbsgehuͤlfen, Lehrlingen oder Dienstboten annehmen duͤrfen — hat keinen Einfluß auf die bisherige Einrichtung, nach welcher die
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Bekanntmachung.
1 Des Erosherzogs Koͤnigliche Hoheit haben, auf die Bitte der
Steadt Offenbach, und in der Absicht, hierdurch den Handelsverkehr
des Großherzogthums zu befoͤrdern, allergnaͤdigst beschlossen, daß kuͤnftig zu der Zeit und auf die Dauer der Frankfurter Messen auch zu Offenbach zwei Messen gehalten werden sollen.
Waͤhrend der Dauer dieser Messen ist der Handelsverkehr der dieselben besuchenden, in Offenbach nicht einheimischen Innlaͤnder und Auslaͤnder von aller Gewerbsteuer und von den in den Zunft⸗ und Corporations⸗Verhaͤltnissen liegenden Beschraͤnkungen befreit, und es sollen sowohl zur Aufrechthaltung der Sicherheit, als wie zu Befoͤrderung der Bequemlichkeit des Meßverkehrs die erforder⸗ lichen polizeilichen Maasregeln getroffen werden.
Namentlich ist bestimmt worden, daß nach Art. 3. des Ge⸗ setzes vom 3 Jun. 1821 bei dem Meßverkehr zu Offenbach von Kaufern und Verkaͤufern nach jedem beliebigen Maas und Gewicht oll uͤberein gekommen werden koͤnnen, auch soll unverzuͤglich eine
ffentliche Waage zu Offenbach errichtet, und die Bestimmung der maͤglichst gering zu regulirenden Waaggebuͤhren, so wie die Taxen fuͤr die Fuhrloͤhne und Handarbeiten, nachtraͤglich oͤffentlich be⸗ kannt gemacht werden.
Ueber die Einfuͤhrung eines Wechselrechts zu Offenbach und uͤber das gerichtliche Verfahren in Handelssachen, so wie uͤber Ver⸗ vielfaͤltigung der taͤglichen Correspondenz⸗ Gelegenheiten zwischen Offenbach und Frankfurt a. M., haben des Großherzogs Koͤnigliche Hoheit Sich naͤhere Bestimmung vorbehalten, und was die Be⸗ ruͤhrung des Offenbacher Meßverkehrs mit der Großherzogl. Zoll⸗ IT b so wird daruͤber von Großherzogl. Zoll⸗Direc⸗ ion eine besondere Bekanntmachung erlassen werden.
Darmstadt, den 5. Februar 1829.
Großherzogl. Hessisch. Ministerium des
v. Grolmann.
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Innern und der Justiz.
Bechtold.
Bekanntmachung
Christian Friedrich Schulze, Schoͤnfaͤrber zu Augsburg, starb am 8. Mai 1828 mit Zuruͤcklassung eines Ehevertrages vom 2ten Maͤrz 1794 und 24. April 1828, wornach die uͤberlebende Ehegat⸗ tin verbunden ist, an des Verstorbenen Geschwister resp. Geschwi⸗ sterkinder oder Enkel, Stiefgeschwister resp. deren Kinder oder En⸗ kel in Lindow, Rheinsberg und Grausee unweit Neu⸗Ruppin oder 188 nach dem Repraͤsentationsrechte ein Legat zu ntrichten.
Alle diejenigen, welche sich bisher nicht gemeldet haben, wer⸗
Bibli o
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Verzeichniss der seit dem 15. Februar 1829 der b Französischen Werke.
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lande; par le chef de cette dernière maison. in 40. 1 KHRecueil des actes de la séance publique de l'académie impériale des sciences de St. Pétersbourg, tenue le 29. Déc. 1827. Dieser Band enthaͤlt: “ “
2) Compte rendu des travaux de l' académie pour les ann ées 1823 — 1826, par le Secrétaire perpétuel;
3) Discours sur les glaces polaires et l aurore boréale; par Mr. Parrot; 9
4) Discours sur les voyages à entreprendre en Russie, sous le rapport de P'histoire naturelle; par. Mr. Trinius.
Collection des Mémoires relatifs à la Révolution An- glaise; par Guizot. Paris, 1827. 1828. 25. Vol. in 80.
Documen ts relatifs à l'état présent de la Grèce, publiés d'a- Pprès les communications du Comité Philelléöniqne de Paris. Nu- méro 1 — 8. Paris, 1826.
Hlistoire des Frangais par J. C. L. Simonde de Sismondi Vol. X. XI. XII. Paris, 1823.
Recueil des élog es historiques, lus dans les Séances publiques de P'Institut royal de France; par Mr. le Chev. Cuvier- 11“ et Paris, 1819. 3. Vol. in 80.
éflexions sur 1 1 6t6 * 1 ; Fe- vröset Lenen 889. tes etles usurpations;
Description des Monumens Musulmans du Cabi- net de Mr. le Duec de Blacas; par Reinaud. Paris, 1828. Tom. premier.
Des Sépultures nationales et particulièrement de celles
es Montmoren cy d'Ir-
Paris, 1828. 1 Vol.
fentliche Bek
auf ordnungsmaͤßiger Wanderschast begriffenen gesellen zur Beschäftigung in den Werkstaͤtten inlaͤnd cher Meister zugelassen werden duͤrfen, in sofern sie isch herstammen, in welchen hessische israelitische Gesellen b
fuͤdischen
genießen.
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“ 1 anntmachungen.
den hiermit vorgeladen, binnen einem Vierteljahre p entweder in Person oder durch einen gesetzlichen Beuen als rechtmaͤßige Erben sich zu legitimiren, widrigenfen ohne Ruͤcksicht verhandelt werden wird. dd- Augsburg, den 13ten Januar 1829. 8 Koͤnigl. Vaiersch. Kreis⸗ und Stadtgericht Auggh h 11ö11““
Aufforderung. 3
b Bei dem im Jahre 1617 fuͤr einen Leipziger Ste⸗ die Stipendio, stehet die Collatur der Grosseschen und ist solche von 6 Linien der Reihe nach abwechselnd ausgeuͤbt worden.
Da nun aber die Thomasiussche Linie ihr den beiden Terminen Petri Pauli oder den 29. Pauli Bekehrung oder den 25. Januar 1828 werden zu gehorsamster Befolgung der Allerhoͤchsten l d. d. Dresden am 5. November 1828 die zu besagte
dert binnen drei Saͤchsischen Fristen und spaͤtestens den 3. August 1829
bei Verlust ihres Collatur-Rechtes und der Anspruͤceug
unserer Rathsstube sich zu melden, wegen ihres Recht
tur bei dem Hennig⸗Grosseschen Magister⸗Stipendio
und gehoͤrig sich i
bringung von Taufscheinen, genuͤgend gel gewaͤrtig zu sein.
ren, sodann aber weiteren Bescheides Leipzig, am 14. Februar 1829. Der Stadt⸗Magistrat zu Leipz
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“ — 4 Verpachtung von Gastwirthschaftte Da in dem am 22sten d. M. abgehaltenen Termine weitigen 6 jaͤhrigen Verpachtung der mit dem 15. Mai .
los werdenden drei herrschaftlichen Gastwirthschaften 1h. Nenndorf keine annehmliche Gebote geschehen sind, sö wirl
rer Termin auf Donnerstag den 26. Februar d. J. nach
angesetzt, und dieses mit Beziehung auf das in oͤffentl. Blan
genommene Inserat vom 11. December vor. Jahres hien) kannt gemacht, daß in jenem Termine die Buden und . ebenwohl nochmals ausgeboten werden sollen. Cassel, den 28. Jannar 1829. “ Kurfuͤrstlich Hessische Brunnen⸗Direction.
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Berlin eingest u“ ““ 8 “ 88 8 1
des rois de France. Par Mr. le Grand d'Aussy (de Lin ris, 1824. 1. Vol. 80.
Flore des Antilles; par. Mr. de Tussac. Tu fol. Paris, 1824.
Histoire naturelle de l'homme; par IL. bliée par Mr. Cuvier. Paris, 1827. Vol. in 80.
Opuscules phytologiques; par Cassini. Pari- Vol. in 80.
Traité théorique et pratique des maladies o par Raver. Paris, 1826. 2 Vol. in 86.
Histoire géntrale des Proverbes, Adage Méry. Paris, 1828. 2 Vol. in 80.
Vocabulaire sténographique; 1 Vol. 8. 4
Géométrie perspeciive, ou Principes de Projes laire, appliqués à la description des corps; par Cousincf 1828. 1 Vol. 40.
Supplément au Traité de Géodésie; par Ie Paris, 1828. 1 Vol. in 40.
Königl. Bibliothek
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Supplément de l'examen et explication du Lod
Denderah; par l'abbé Halma.
Soirées littéraires; par Durand et Tougard. Roocc-
2 Vol. in 80.
Lettres inédites du Chancelier d'Aguesseau, M
Rives. Paris, 1823. 1 Vol. in 40°., Oeuvres de Collin Harleville. Paris,
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1828. 2 Vol. in 80.
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Magisterwuͤrde erlangen will, gestifteten Hennin⸗alhh Desteg Grosseschen Famille h
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1828. 4 vIH Essais littéraires sur Shakespeare; par Duport-
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t. Petersburg, 14. Febr. Der Kaiserlich Oester⸗ lcche Wirkliche Geheime Rath und General⸗Major, Graf siquelmont, welcher mit besonderen Auftraͤgen seines tberains zu Sr. Kaiserl. Majestaͤt gesendet ist, hatte vor⸗ uin bei dem Kaiser und gestern bei Ihrer Maj. der Kai⸗ mMeine Audienz. Der Fuͤrst von Lichtenstein und der Graf Salis, als zum Gefolge des Grafen Fiquelmont gehoͤ⸗
Officiere in Oesterreichischen Diensten, hatten die Ehre,
(Kaiserlichen Majestaͤten vorgestellt zu werden.
Am 7ten d. M. sind bei der Tifliser Quarantaine
h Tomans von der Persischen Contribution ange⸗
en.
m Jahre 1828 betrug die Bevoͤlkerung Lieflands 699 Seelen, darunter 81,961 Stadtbewohner z Esthland 229,398 Einwohner; Kurland 194,841 Maͤnner (die der Frauen ist nicht angegeben) und das Gouvernement
638,373 Seelen. Nimmt man die Anzahl der weib⸗
Bevoͤlkerung Kurlands auf 200,000 an, so wuͤrde die
iamtzahl der Einwohner dieser vier Gouvernements
83311 seyn. Die volkreichsten Staͤdte Lieflands sind
ga mit 55,547, Pernau mit 9542, Dorpat mit 7568,
mit 2031 Einwohnern ꝛc.
as Bergwerks⸗Journal enthaͤlt fuͤr den Minera⸗
hinteressante Details uͤber den platinahaltigen Sand von
8 Die reichsten Platina⸗Laͤger sind bis jetzt in dem
t der Minen von Tahil gefunden worden. Im vori⸗
bommer hat man am westlichen Abhange des Ural und
amme des Gebirges nahe, neue Laͤger entdeckt. Die
2 Arschinen dicken platinahaltigen Sand⸗⸗Laͤger befinden
sonders in den Hoͤhlungen, und sie sind mit einer Torf⸗
on 4 bis 2 Arschinen Dicke umhuͤllt; sie bestehen aus
n und einem thonartigen graugruͤnen Sande. Die letz⸗
i Tahil entdeckten Laͤger enthalten in 100 Pud Sand
3 Pfund Metall.
Ddessa, 7. Febr. Auf eine von der Ober⸗Behoͤrde
Nußlands bei den Ministern eingereichte Vorstellung, Se. Majestaͤt der Kaiser der Stadt Kertsch den zehn⸗
heil der Zoll⸗Einnahme auf 25 Jahre bewilligt, und
dem befohlen, der Stadt aus der Kaiserlichen Kasse den dortigen Bauten noͤthigen Summen vorzuschießen.
Der General⸗Major Fuͤrst Lapouchin ist am 1sten d. M.
ber General⸗Major Potier am 3ten hier angekommen.
Nachrichten aus Varna vom 14. Jan. zufolge, stehen
ebensmittel und Beduͤrfnisse dort in sehr maͤßigem
—. Seit Kurzem waren viel Laͤden geoͤffnet worden,
an allerhand Stoffe und Eisenwaaren verkaufte; viele
aine sind mit Waaren aus Konstantinopel und Bess⸗ en angefuͤllt.
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Warschau, 19. Februar. Unsere Zeitungen von heute lten Folgendes: Die auswaͤrtigen Blaͤtter haben ver⸗ ne widersprechende Nachrichten uͤber die Seftens unse⸗
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Montag den 23sten 8
1829.
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rer Regierung geschlossene Anleihe mitgetheilt; uns ist uͤber diesen Gegenstand Folgendes bekannt geworden: die besagte Anleihe betraͤgt 42 Millionen Gulden Poln. mit 5 pCt. Zin⸗ sen; sie ist mit dem Warschauer Handlungshause S. A. Fraͤnkel abgeschlossen, und in diesen Tagen von Sr. Majestaͤt dem Kaiser und Koͤnig bestaͤtigt worden. Die ganze Anleihe ist in 147,000 Obligationen zu 300 Fl. in 2940 Se⸗ rien getheilt. Die Obligationen tragen keine jaͤhrlichen Zin⸗ sen, werden aber in 25 Jahren, also bis 1854, durch jaͤhr⸗ liche Ziehungen eingeloͤset. Die Obligationen, denen das Gluͤck am wenigsten guͤnstig ist, erhalten ihren Nominal⸗ Betrag mit den Zinsen zu 4 pCt. fuͤr die abgelaufenen Jahre v. 1. April 1829 an gerechnet; dergestalt, daß der Inhaber der am wenigsten beguͤnstigten Obligationen im Jahr 1855 600 Fl. bis zur Ziehungsepoche erhaͤlt; die uͤbrigen Obliga⸗ tionen werden dagegen Summen zum Betrage von 400,000 Fl. 320,000 Fl. 100,000 Fl. und 50,000 Fl. gewinnen koͤn⸗ nen, und sollen diese Summen den Vorzeigern der Obliga⸗ tionen v. 15. Mai jeden Jahres, ohne allen Abzug selbst bei Ausfuͤhrung dieser Summen ins Ausland gezahlt werden. Unter Garantie Sr. Majestaͤt ist die Anleihe auf die Salz⸗ Einkuͤnfte, als Spezialhypothek versichert worden.
Der jetzige Cours der Obligationen auf der Warschauer Boͤrse ist 294 fuͤr 300, und ist ein Steigen derselben wohl bald zu erwarten.
Unsere Pfandbriefe stehen jetzt 86 ½, und die Certificate
der Central⸗Liquidations⸗Commission 35. ilfeamwim
si,s aeh eee.
Pairs⸗Kammer. In der Sitzung vom 14. Febr. hielt, nachdem der Graf Abrial und der Marquͤis v. Lauriston als neue Pairs aufgenommen worden, der Marschall Gouvion Saint⸗Cyr eine Lobrede auf den im vorigen Jahre ver⸗ storbenen Marquis Dessolle. Hierauf legte der Großsiegel⸗ bewahrer einen Gesetz⸗Entwurf uͤber den Zweikampf vor. „Wir kommen, edle Pairs“, sagte derselbe unter andern, „Ihre Aufmerksamkeit auf eine der wichtigsten Fragen zu lenken, welche die Meinungs⸗Verschiedenheit der Gerichtshoͤfe noch hat zur Sprache bringen koͤnnen. Unser peinliches Ge⸗ setzbuch enthaͤlt keine einzige auf den Zweikampf anwendbare Bestimmung. Von zwei Dingen eins: Entweder muß man aus diesem Stillschweigen schließen, daß der Gesetzgeber den Zweikampf, als seiner Natur nach erlaubt, betrachtet habe, wonach aus jener Luͤcke in dem Gesetze das ausdruͤckliche Verbot hervorginge, solche Duellanten zu bestrafen, welche bei dem Kampfe die Regeln, die sie sich gegenseitig vorge⸗ schrieben, rechtlich beobachten. Oder man muß annehmen, daß die Bestimmungen des peinlichen Gesetzbuches uͤber Mord und Todtschlag nur diejenigen Ausnahmen zulassen, welche von dem Gesetzgeber besonders aufgefuͤhrt worden sind; daß sonach ein Vergleich, wodurch zwei Personen die Bedingun⸗ gen eines Zweikampfes feststellen, schon an und fuͤr sich un⸗ erlaubt sey und von dem Verbrechen weder freisprechen, noch dasselbe entschuldigen koͤnne, indem man durch ein beson⸗ deres Abkommen die allgemeinen Gesetze zur Erhaltung der oͤffentlichen Ruhe und der guten Sitten!] nicht uͤbertre⸗ ten duͤrfe; und daß gerade deshalb, weil das Duell nicht als eine von dem Gesetze angenommene Entschuldigung gelten kann, das Stillschweigen des Gesetzgebers in dieser Hinsicht dem ausdruͤcklichen Verbote gleich komme, uͤber etwas hinweg zu sehen, was die ewige Gerechtigkeit verwirft, die Gesell⸗ schaft verdammt, und das Gesetz aller Zeiten und Laͤnder bestraft hat? — Fuͤr diese beiden Systeme haben sich abwechselnd mehrere Koͤnigl. Gerichtshoͤfe, so wie der Cassa⸗ tionshof ausgesprochen, und diese Meinungs⸗Verschiedenheit ist es, die uns veranlaßt, Ihnen auf Befehl des Koͤnigs den gegenwaͤrtigen Entwurf vorzulegen. Um den Inhalt dessel⸗ ben zu rechtfertigen, scheint es mir nothwendig, einen Blick