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ausdehnen, lungen von Parlaments⸗Reformen in Gaͤhrung zu bringen suchte. Das Schlimmste bei diesen Geruͤchten ist, daß sie darauf berechnet sind, die so leicht aufzuregenden Sklaven in 2 eine Bewegung zu bringen, die vielleicht Hunderten von ih⸗ 8 nen hinterher das Leben kosten kann. Auch widersprach der Courier“*) gleich Abends der Nachricht in einer officiellen Art, und alle gemaͤßigten Journale hielten es fuͤr Pflicht, den Widerspruch mitzutheilen. Das Morning⸗Journal nimmt zwar keinen Anstand, heute seine Behauptung zu wiederholen, und giebt sich das Ansehen, als bezweifele es die Verbindung des Couriers mit der Regierung, doch zieht es seine Worte um ein kleines zuruͤck. Der Courier hat freilich eine etwas zweideutige Stellung angenommen, indem er noch immer antikatholisch bleibt; er ist es jedoch auf eine so gemäßigte Weise, daß er der Regierung mehr genutzt als geschadet, und diese ihm deswegen auch nicht ihr Patronat entzogen hat. Im Grunde kann man keine unserer Zeitungen zu irgend einer Zeit ein ministerielles Organ nennen; so viel aber der Courier es bisher gewesen, ist er es noch. — Der Advokat Halcomb, welcher die Londoner antikatholische Bittschrift veranlaßt, und einen Verein stiften wollte, mit dem sich Nie⸗ mand vereinigen wollte, will jetzt am 7. April eine Volks⸗ Versammlung in Hyde⸗Park halten, die aber hoffentlich die Polizei verhindern wird, da man es fuͤr den Zweck derselben erklaͤrt, das Oberhaus in Schrecken zu jagen! — Man hat unter anderen Bittschriften fuͤr die Emancipation eine von den hiesigen Advokaten mit 324 Unterschriften, und die der Stadt Edinburg mit 8000 uüberreicht. Unter den letzten sieht man alle in Schottland große und ausgezeichnete Namen, gegen welche die hunderttausende, die man aus den Winkeln des Landes und aus der Dunkelheit der Unwissenheit zusam⸗ mengeschleppt hat, in ein Nichts verschwinden. — Der Durchschnitts, Preis des Weizens ist wieder unter 70 Shil⸗ lingen, und die Abgabe 13 ⅔ Shillinge; auch das nach dem Norden von Europa abgeflossene Gold kommt wieder zuruͤck, so daß der Marktpreis dieses Metalls jetzt wirklich anderthalb Pence unter dem Muͤnzpreise steht. In so weit sind zwei Prophezeiungen unserer Allarmisten zu nichte ge⸗ worden. Doch sieht es im Handel und Gewerbe noch im⸗ mer sehr flau aus. Die gegenwaͤrtige politische Bewegun ist wohl zum Theil mit daran Schuld. Zwar hat man sich
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Besten der Abgebrannten eine Sammlung veranstaltet, welche 8000 Fr. eintrug. Die Wechsel⸗Makler haben dazu 6000 Fr., und die Waaren⸗Makler 2000 Fr. beigesteuert.
Am 23sten v. M. ist die bedeutende Spinnerei des Hrn.
Andrieux in St. AQuentin ein Raub der Flammen gewor⸗
5 ,9 eE 88 1“ 11.u.“ 8 8 — 11“ 11““] 1 nßen Exhanng der katholiscken Concessions indement des Marquis von Chandos dahin er Marquis von Chandos sprach zunaͤchst die Hofl man die Katholiken uͤberhaupt vom Geheimen⸗Rarh 8 auch seine Parthei (die antikatholischeüchließe. Bei der Abstimmung wurde das Amendement den ehn 8 —“ Nan “ Narqucs v. x ““ verworfen; der 8 bal2 das eeec den Schaden auf 80,000 Fr. Die An⸗ hiemit nicht blog einverstanden, Pnd7 I. 18 eanen Parzazben der ac ö, . 8 ewen Parthei Dank dafuͤr wissen, wenn sie durch ihentations⸗Recht zu geistlichen Pfruͤnden, falls es einer Com⸗ ü.; 8 Eö 4 “ 8 8s - ein mendement inahragen werden soll. er zwanzigste Paragraph, wona noch u“ “ 8 eevr 9. Fergseiep ist Verbal 1 Ausdrucke des vierten Paragraphen, welche btzoltschen Vilasfe, bei Gtrafs d. Ncp Pfs. teine b hien, düß der 11“ ag 2 v 5 bezlehe⸗, daß die katholischen Waͤhler sowohlr bestehenden Kirche gebraͤuchlichen Titel annehmen duͤrsen, Zustand des Kohlen⸗Handels in England ei e1I1“ aments⸗Mitgliedern, als von repraͤsentirenden ¹ he, so wie mehrere andere Paragraphen, ohne viele Discussion eressante Bemerkun en macht W a9 vexpdege nicht unin⸗ in Schottland und Irland, und wie die Gewälhmigt. Der, in Betreff der Jesuiten und geistlichen 8” 26. Maͤrz, auf 1b 88. kü- deten bereits, daß selbst, einen Eid abzulegen haben. Bei dieser Gelegan, verursachte zwar einige Debatten, doch wurde nichts zur Untersuchung des 1““ agrve, e-Tgg. machte Hr. Dundas den Einwurf, daß die Bill ein geändert. Von Herrn Peel wurde (wie wir bereits behee Iüehaben gabr 1. F.”ge . in 88.) G us griff in die Unions⸗Aete von England und Schortlanlldet) die neue Klausel eingefuͤgt, daß kein katholischer lands, am Tyne⸗Flusse, der Chaldeo⸗ F. 8 ds Shnn- denn in einem Zusatz⸗Arrikel jener Acte heiße es ausdrm ster zum Parlaments⸗Mitgliede erwaͤhlt werden darf; kostet⸗ der se des ie dscaee au. 50 Shill 8. 8 Hill. daß, zur Sicheryheit der Landes⸗Religion, die 16 Pair lie daß, wenn ein solches Mitglied die geistlichen Weihen Der eord Sren 188 een 8 ommt. 45 Gemeinen, welche Schottland in das Parlament Roͤmischen Kirche empfaͤngt, er dann seinen Sitz in bei⸗ die sowohl die Regierung, als dts Stadt “ Uanee deencsdecn enn alese bisug vügen also KatholitmHaͤusern verlierr. — Das Haus vertagte sich um 1½ rpeAee vs — T“ nen sgeschlossen, Schottland im Parlameme ens. vaen, gas ven Se veh enp⸗ Ker de. ehi. Par⸗ prasenrtren. Der Lord; Advokat (fuͤr Begereiata vr n, 27. Maͤrz. Am 24sten hatte der Graf von um mit den Einkuͤnften einige Bauten an der honcn wird, darauf, daß schon der sehr ehrenwerthe Herr (Peel) daraandeen eine Conferenz mit dem Herzoge von Wellington, don⸗Bruͤcke zu bestreiten. Wein und andere Srus⸗Ar shen dnee.S g Schotzder Graf Eldon eine Unterredung mit dem Herzoge von w — Feren Letg. ndsee Luxh ti lnions⸗ e Umstand zu den Haupt⸗Seberland. 1e ns-Raegert n sthge dis, fg , aͤnde sehn, rigkeiten gehoͤre, welche bei Erwaͤgung der Meaßbegen 2* Verhandlungen im Unterhause, heißt es in der aber ein so nothwendiges Beduͤrfniß pag;s die Sechz haht sertigen seyen. Inzwischen sey aber auch schon gesagtsihes, beweisen, daß die katholische Bill rasch vorwaͤrts fuͤr die Bewohner Londons sind. ‧— Der 7 ’ vnnn 72 e. daß die aus der allgemeinen Auwendung der Piitet; durch den Ausschus ist sie gegangen, und hat jetzt lington erwiederte, daß es nicht die Ab 4 sch eegel entspringenden Vortheile alle einzelne und beso noch zwei Stationen zuruͤckzulegen. Wichtig ist die Ver⸗ den Preis der Steinkohlen so sehr “ 1eeh. Se Rucksichten uͤberwiegen müͤßten. Die Unions⸗Aecte sagefrung, die Herr Peel gemacht hat, indem, ihr zufolge, mehr aun dem Handel selbst, und er halte 6b 28* aüls auch nur, daß die Schottischen Repraͤsentantene ein Katholik erster Minister ist, dem Erzbischof von fuͤr zweckmaͤßig, daß eine Untersuchung des Ge 8 Sewel⸗ welche man jetzt aufhebe, unterschterbury das Patronat der Kirche uͤbertragen wird. Diese statt finde; in keinem Falle sey er jedoch 92 1789nhn28s muͤssen. Nun habe er aber alle aus Schottland eingeggaͤnderüng hat den Vortheil, daß sie nicht nur den Pa⸗ eine, der RNegierung davon 2.heee irgend geue antikatholische Petitionen genau durchgesehen; der Kirche namentlich bestimmt, sondern auch ein In⸗ ben. — Der Bischof von Hach dnd Pelle Abeseeüahs⸗ Aehahm⸗ einer einzigen enthalte keine derselben einetpuum dazu ernennt, von dem unmoͤglich anzunehmen ist, 1 E““ Bittschrift von 700 jungen Leuten auf dge; - a ferternc heheseh es va⸗s lerhee “ b111X“ er Universitaͤt Cambrigde, wel 9 8 F 2 4 1— Sschließung der Katholiken vo Inne. Universitaͤt erlangt 1—““ Theseösentatich des ganzen Landes, nicht aber darauf lDurch einen von dem Ober⸗Befehlshaber der Armee an 9. V e tragen, daß Schottland allein eine Ausnahme machen ruppen erlassenen Befehl, welcher mit der Bemerkung
wunderte sich daruͤber, daß ein se * Fg b * sich er, daß ein sehr ehrwuͤrdiger Praͤlat sich was 88' Fesenisig ger. in diesem Lande wuͤnschen int, daß die Zahl der in den Kasernen vieler Regimen⸗ In Schottland gebe es uͤbrigens nicht mehr als zwei hefindlichen Weiber und Kinder bei Weitem die vorschrifts⸗
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habe entschließen koͤnnen, fuͤr die hoͤchst unpassende politische
8 übergeben wollten, davon zuruͤckgehalten.
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Graduirten der Universitaͤt Cambridge gehoͤrt, und zaͤhle jene
Stand setze, uͤber die Lehren der katholischen Kirche abzuurtheilen,
zu anticipiren. Solcher jungen Leute gebe es jetzt uͤbrigens 1560 auf der Universitaͤt Cambridge; diejenigen, weche die vorliegende Petition unterschrieben, 700 an
Meinungs⸗Darlegung solcher jungen Leute das Vehikel z 8 b L 5 3 seyn. Er selbst (der Marquis) habe fruͤher zu den 8;;
Zeit zu der gluͤcklichsten seines Lebens: nie aber sey es i
damals beigefallen, eine politische Meinung — 82 len; auch habe er selbst diese jungen Leute, die ihm vor eini⸗ en Jahren eine Bittschrift zu Gunsten der Katholiken Ulten, davo Denn er glaube aß das Studium dieser jungen Leute sie noch 1. den
und daß sie besser daran thaͤten, den Wissenschaften tr er daran n, d eu ob⸗ zuliegen, statt die Leidenschaften eines eves 1. vrg 98.
dete daher die Minoritaͤt. — Lord King . dag 8.. uͤberein und sagte, wenn der sehr ehrwuͤrdige Praͤlat das als eine Empfehlung der Bittschrift darstellt, daß sie das jugendliche Gefuͤhl repraͤsentire, welches das offenste und freisinnigste sey, so muͤßte, diesem Princip nach, die beste Bittschrift eine von Schuljungen aufgesetzte seyn
Im Unterhause uͤberreichte r Peel eine Bitt⸗ schrift katholischer Weltpriester in ublin, welche ihren Dank fuͤr die von der Regierung in's Parlament gebrachte Maaßregel aussprachen, jedoch auch die Hoffnung ausdruͤck⸗ ten, man werde, bei den allgemein zu bewilligenden Freihei⸗ ten „ nicht die kloͤsterlichen Orden allein beschraͤnken wollen Lord Althorp ließ dem gemaͤßigten Tone dieser Bittschrift Gerechtigkeit widerfahren, und fuͤhrte sie als einen Beweis dafuͤr an, wie guͤnstig man die neuen Maaßregeln in Irland aufgenommen habe. Das selbst spreche dafuͤr, daß die Bitt⸗ steller den sehr ehrenwerthen Herrn (Peel), der die Bill ein⸗ gebracht, als denjenigen erwaͤhlten, der ihre bescheidenen Ge⸗ genbemerkungen vorbringen soll. — Auf den Antrag des Herrn Peel verwandelte sich das Haus in einen Ausschuß
) Nach 8 1 8, at 899 Iheeae;
*) Nach ins jetzt die Londoner Blaͤ 2 26. Maͤrz zugekommen sind, koͤnnen vee helech 128 w an⸗ handlungen am 24sten und 25sten das Wesentliche mittheilen; uͤber die Verhandlungen am 25. Maͤrz haben wir bereits in un⸗ serm vorgestrigen Blatte ausfuͤhrlicher berichtet 8*
„) Ein Chaldron, dem Maaße nach ungefaͤhr 36 Scheffel;
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lische Pairs, und auch den Schottischen Waͤhlern fuͤt Unterhaus duͤrfte die neue Bill nur wenige Katholiken zufuͤgen. Wenn aber auch die Bill der Unions⸗Acte ganz gemaͤß sey, so befaͤnde sich in der letztern ein. N wonach dem Britischen Parlamente die Macht verkiehen Abaͤnderungen darin zu treffen; solche seyen auch schon 40 Jahren sehr oft getroffen worden, und wuͤrde die wartige am allerwenigsten die Rechte der Schöttischen 8. beeintraͤchtigen. — Nachdem noch einige Mitglieder uͤber len Gegenstand gesprochen, namentlich aber Hr. Trau klaͤrt hatte, daß er, wiewohl ein Irlaͤnder, doch keinen griff in die Schottische Unions⸗Acte zugeben koͤnne, fand Abstimmung daruͤber statt, ob der ganze, in Rebe steh Paragraph ausgelassen werden solle. Es fanden sich 45 S men dafuͤr, 158 dawider — mithin eine Majoritaͤt
Hrn. Peels Vorschlag wurde alsdann ohne Abstimmung mendement angenommen, daß zu den Stellen, von wih die Katholiken ausgeschlossen bleiben, auch die der Groß⸗
ter und des Regenten des Reiches gehoͤren sollen, der, rend der Abwesenheit des Koͤnigs, dasselbe „ unter wel Namen oder Titel dies auch immer geschehen mag, ve tet. Der Marquis von Chandos trug darauf an, vor dem Lord⸗Kanzler auch noch der erste Lord des Sche unter welchem man gewoͤhnlich den Premier⸗Minister stehe, als derjenige genannt werden solle, der kein Kat seyn duͤrfe. Hr. Peel bestritt dieses Amendement aus schiedenen Gruͤnden: erstlich, sagte er, sey der! Lord des Schatzes nicht auch immer Premier⸗Minz wie Herr Canning dies auch bewiesen habe, der,
Letzterer, seine Stellung als Minister der auswe gen Angelegenheiten beibehalten wollte. Zweitens sey eine viel groͤßere Sicherheit, als die vorgeschlag darin zu finden, daß keinem Katholiken gestatter seyn se dem Koͤnige irgend einen Rath in Betreff kirchlicher En nungen zu ertheilen; sollte also ein Katholik moͤglicherm Premier⸗ Kinister werden, so wuͤrde ihm eine Haupt⸗Be⸗ niß dieser Stellung, das Kirchen⸗Patronat, ganz entzt seyn. Herr Sadler sagte, man koͤnnte, eben so gut das Amt eines Premier⸗Ministers, alle uͤbrigen Aemter, seh die Koͤnigliche Wuͤrde mit eingeschlossen, einem Katholl uͤbertragen; eins wuͤrde eben so gitt ein Bruch der Constitum
6 3 ir „ 2 4 9 . : dem Gewichte nach enthaͤlt er etwa 2900 Pfund Steinkohlen.
seyn, wie das andere. Sir EC. Knatchbull wollte!
113 Stimmen fuͤr die Annahme des Paragraphen †¼½
ge Zahl uͤbersteige, ist fuͤr die Zukunft festgesetzt wor⸗ daß jeder Soldat, wenn er an den Bewilligungen Theil ehmen wuͤnscht, welche Se. Majestaͤt den verheiratheten baten in Gnaden zugestehen, gehalten seyn soll, zu seiner eirathung die Zustimmung seines Befehlshabers zu er⸗ n, und ihm den Namen seiner Braut anzuzeigen, mit Bemerken, ob dieselbe bereits verheirathet gewesen ist nicht. Wer, ohne diese Vorschrift zu befolgen, heirathet, auf keinen Fall seine Frau in der Kaserne bei sich ha⸗ Am Schlusse des Besehls wird den Vorgesetzten auf⸗ agen, den Soldaten vorzustellen, mit wie vielen Schwie⸗ iten und Unannehmlichkeiten uͤberhaupt das Heirathen Soldaten verbunden sey, besonders, wenn sie fuͤr den vaͤrtigen Dienst eingeschifft werden, wo es nur 6 Wei⸗ auf 100 Soldaten erlaubt ist, ihren Maͤnnern zu folgen. — London, 27. Maͤrz. Da gestern Abend die Bill Verminderung der Waͤhler in Irland im Ausschuß durch⸗ ugen ist, so wird die Emancipations⸗Bill, und zwar mit chluß der darin gemachten Veraͤnderungen, diesen Abend Ganzen noch einmal vorgenommen, und Montag zum enmal verlesen und angenommen werden. Im Oberhause man sie Dienstag zum erstenmal verlesen, wenn anders Debatten nicht eine Vertagung auf den folgenden Abend wendig machen. Der Courier rechnet auf eine Mehr⸗ von 50, und meint, daß etwa am 13. April die endliche hahme der Maaßregel im Oberhause entschieden seyn, und he sodann noch vor Ostern die Koͤnigliche Bestaͤtigung er⸗ en werde. Zwei von den Bischoͤfen haben sich bereits rerklaͤrt, und werden deswegen von den antikatholischen rnalen sehr hart mitgenommen. Diese erlauben sich Al⸗ wenn es nur zu ihrem Zwecke, naͤmlich dem einer Ver⸗ rung der Opposition, fuͤhrt. So behauptete gestern das orning⸗Journal, der Herzog von Wellington habe aͤrt: sobald er die Emancipation der Katholiken durchge⸗ habe, wolle er die Freigebung der Westindischen Sklaven, e Zeitverlust und ohne Entschaͤdigung, durchfuͤhren. Der breitung dieser Nachricht liegt offenbar keine andere Ab⸗ zum Grunde, als Mißtrauen und Opposition von Sei⸗ der in Westindischem Eigenthum interessirten Personen rregen; wie es schon seit Monaten daran gearbeitet hat, Spitalfielder Seiden⸗Fabrikanten gegen die Regierung zu zn, in demselben boͤsen Geiste, worin Hunt und Andere Jahre 1818 das damals brodlose Volk durch Vorspiege⸗
hier in London groͤßtentheils daruͤber beruhigt; aber auf dem Lande herrscht deswegen ohne Zweifel noch große Stockung.
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Die Allgemeine Zeitung enthaͤlt Folg „Konstantinopel, 26. Febr.
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endes:
8 (Aus einem Handels⸗ Schreiben.) Die Kriegs⸗Ruͤstungen sind hier sehr groß, und man geraͤth besonders daruͤber in Erstaunen, daß die Pforte alle ihre Beduͤrfnisse in baarem Gelde zahlt; sie hat in die⸗ ser Hinsicht ein weit freigebigeres System als das bisherige
angenommen. Man fraͤgt sich, woher der Staatsschatz die hiezu noͤthigen Summen bezieht, und Niemand weiß diese Frage zu beantworten; denn die freiwilligen Beitraͤge der Provinzen zur Bestreitung der Kriegskosten waren zwar in der letzten Zeit betraͤchtlich, aber doch mit den Ausgaben nicht im Verhaͤltnisse. Die Fraͤnkischen Kaufleute, die sonst ein Geschaͤft mit der Pforte nur mit der groͤßten Vorsicht un⸗ ternahmen, draͤngen sich jetzt dazu und bieten Credit an, der jedoch abgelehnt wird. — Vierzehn regulaire Regimenter, je⸗ des von 2000 Mann, sind vor Kurzem neu organisirt und aus dem Arsenale vollstaͤndig bewaffnet worden; sie befinden sich schon auf dem Marsche nach Schumla. Drei Fregatten liegen im Hafen bereit, in das Schwarze Meer abzusegeln. Der Sultan ist von seiner Reise zuruͤck, er hat den abgesetz⸗ ten Groß⸗Vezier Izzet Mehemed⸗Pascha in seinem Verwei-« sungs⸗Orte Rodosto vor sich gelassen, und es heißt, daß dere. selbe wieder einen wichtigen Auftrag erhalten werde, uͤber dessen Beschaffenheit sich indessen mit Gewißheit nichts sa- gen laͤßt. Einige vermuthen, daß er mit einem bedeutenden Corps in Livadien gegen die Griechen operiren solle, da er mit der Sprache und dem Geiste der Albaneser genau be⸗ kannt ist, waͤhrend der neue Groß⸗ Vezier Reschid⸗Pascha von diesem Volke gehaft ward. Uebrigens scheint es sicher, daß Reschid⸗Pascha vor seiner Reise ins Hauptquartier nach Schumla noch eine Zusammenkunft mit dem Großherrn un⸗ fern der Hauptstadt haben werde. — An Getreide leidet man hier großen Mangel; aus den Magazinen wird nur Mehl mit Hirse vermengt verabfolgt, um so gut als moͤglich den Bedarf zu decken. Das Volk ist deshalb sehr unzufrieden, und die Behoͤrden ergreifen viele Vorsichts⸗Maaßregeln, da⸗
mit die oͤffentliche Ruhe nicht gestoͤrt werde.