1829 / 108 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

sowohl, wie des Geschuͤtzwesens, endlich die herrliche Musik der Regimenter, erregen bei Jedem Bewunderung, der diese Schaaren einherziehen sieht.“ afelbe kaa“ chreiben aus Belgrad, 31. Maͤrz. Unser Pa⸗ scha hat ein Schreiben von dem Groß⸗Vezier Reschid Pascha aus Janina erhalten, worin derselbe die ihm fuͤr die Musel⸗ maͤnner im gegenwaͤrtigen Augenblicke erfreuliche Nachricht maeldet, daß es ihm gelungen sey, die Albaneser nicht nur hin⸗ sichtlich ihrer Soldforderungen zufrieden zu stellen, sondern auch eine neue Capitulation mit ihnen abzuschließen, welcher zufolge 6000 Albaneser sogleich an die Donau, und andere 6000 unter den Befehl des Pascha von Janina gestellt wer⸗ 8 den sollen. Der Groß⸗Vezier hat dem Pascha von Skutari geschaͤrfte Befehle hinsichtlich der Absendung seines Contin⸗ gents nach Janina zugefertigt.“ 8 „Schreiben aus Salonichi, 20. Maͤrz. Ganz Ma⸗ cedonien befindet sich gegenwaͤrtig in klaͤglichem Zustande und eidet sehr empfindlichen Mangel an Lebensmitteln, der theils durch die Blokade der Dardanellen, theils durch das Erscheinen mehrerer Russischen Kriegsschiffe in unserm Meerbusen, welche lle mit Lebensmitteln desedench Fahrzeuge wegnehmen, veran⸗ laßt, und durch den Wuchergeist sehr gesteigert wird. Zu Bito⸗ glia, wo sonst die groͤßten Quantitaͤten Getreide vorhanden waren, kostete am 12ten d. die Okka Weizen bereits 45 Para; in gleichem Verhaͤltnisse sind auch alle uͤbrigen Lebensbeduͤrf⸗ isse gestiegen. Ungeachtet dessen werden die Kriegs⸗Ruͤstun⸗ gen hier wie in der ganzen Provinz fortwaͤhrend mit der groͤßten Thaͤtigkeit und Energie betrieben. Am 10ten d. assirte der neue Groß-⸗Vezier Reschid Pascha, auf seiner Reise nach Konstantinopel durch Bitoglia; er gedenkt sich nverzuͤglich zum Heere an die Donau zu begeben.“

81

9 18 ö11“ Berlin, April. Die Reduction der aus der Kriegs⸗

eit sich hälschreibenden fuͤnsprocentigen Berliner Stadt⸗ Obligationen geht gluͤcklich von statten. Ein und eine halbe

dillion Thaler 5 pCt. Obligationen sind bereits eingeloͤset, uund 4 pCt. Obligationen dafuͤr ausgegeben. Der Magistrat

ist durch das Vertrauen, welches die staͤdtischen Papiere ge⸗ nießen, in den Stand gesetzt, gegenwaͤrtig den ganzen Rest von etwa 2 Millionen 5 pCt. Obligationen zur Zahlung am 1. October d. J. aufzurufen.

Ueber das Ungluͤck, welches die Danziger Niederung nd einen bedeutenden Theil der Stadt Danzig selbst, durch en Austritt der Weichsel betroffen hat, sind uns die nach⸗

stehenden zuverlaͤssigen Notizen zugegangen: Danzig, 10. April. *

Dieser Tag war der betruͤbteste meines ganzen Lebens, denn noch nie war ich Zeuge eines so furchtbaren Ungluͤcks, womit dieser Ort und seine weite Umgebung unerwartet heimgesucht wurde. n . Die Weichsel hat im Danziger Werder die Daͤmme an mehreren Orten durchbrochen, und soweit das Auge reicht, Alles unter Wasser gesetzt. Diesen Zustand, wie er sich in der Wirklichkeit macht, zu beschreiben, ist ein Ding der Un⸗ moͤglichkeit; man muß Augenzeuge seyn, um sich einen Be⸗ griff davon machen zu koͤnnen. Den ganzen Tag uͤber rettete sich in und durch die Stadt, was sich retten konnte, und es ist ein Tumult in den Straßen, als ob die Festung gestuͤrmt wuͤrde. Die Hoͤrner und Laͤrm⸗Trommeln sind in immerwaͤh⸗ reender Bewegung, und Alles ist auf den Beinen, um wo mosoͤglich Mittel zur Rettung zu schaffen; indessen wird doch

.

8

wohl ein großer Theil von Menschen und Vieh ein Opfer der Ueberschwemmung werden, denn das Wasser dringt mit solcher Schnelligkeit an, daß den ungluͤcklichen Leuten nicht beizukommen ist. Es ist ein herzzerreißender Anblick! dabei schneit und friert es, wie um die Weihnachtszeit. Welch ein

Ungluͤck! 8 1 Den 11ten Morgens. In dieser Nacht um 2 Uhr weckte uns wieder die Laͤrm⸗ Trommel. Die Steinschleuse ist ausgerissen, und nun fluͤch⸗ tet die ganze Niederstadt. Schon steht auch die linke Seite von Langgarten unter Wasser. Bis zur Hoͤhen⸗Seite sitzen wir nun rund herum tief im Wasser; nur die Chaussée nach Prauß (Straße nach Dirschau) ist noch frei. Am heutigen Markttage sah man schon keine Lebensmittel mehr; die we⸗ nige Butter, welche von der Hoͤhe kam, wurde zu 14 Sgr. das Pfund weggerissen und fuͤr eine Mandel Lier zahlte nan 15 Sgr. Auch fehlt es, in Folge des langen und kein

Ende nehmenden Winters, uͤberall an Futter, weshalzl fruͤheren befuͤrchten steht, daß ein allgemeines Viehsterben nachst b

werde. Gott weiß, wie sich der Tag enden wird.

Schicksal legt der hiesigen Gegend harte Pruͤfunge Voriges Jahr hatte sie Mißwachs, und dies Jahr ü

nicht einmal ausgesaͤct werden. Den 11ten

8

wohner raͤumt diesen Stadttheil.

nirt. Die Lange Bruͤcke am Landgarten⸗Thor ist nicht

zu passiren, und die nach dem Kneipap ist zerstoͤrt.

82 schrecklicher Anblick, vom Wall herab die Gegend zu sehen.

dert das Hinankommen. und sitzen bleibt.

getragen werden. umgekommen, laͤßt sich jetzt noch nicht uͤbersehen.

MNachdem gestern bis spaͤt Abends gerettet worden was moͤglich war, ist die Nacht ruhig geblieben, und man heute in dem Rettungs⸗Geschaͤft fort. mehrere Vereine in der Buͤrgerschaft gebildet, um siß nothduͤrftige Pflege

Sop

der

Die Ueberschwemmung soll einen Flaäͤchenraum von 51 drat-Meilen einnehmen.

nen. zu bekommen. ter und es wird schwer, ihm abzuhelfen. 8. Den 13ten April. ziemlich fertig geworden; mit der Rettung im Werder! so weit es moͤglich, fortgefahren. Auf dem Fischmarkt man mit Kaͤhnen, doch ist das Wasser jetzt im Fallen.

Nacht hat es wiederum gefroren, und an einer neuen 2 Der hiesige Rettungs⸗T

tation ist noch nicht zu denken. ein ist in steter Thaͤtigkeit, und macht sich durch große strengung hoch verdient.

1I1

Danzig, den 14. Ap

Die Weichsel durchstroͤmt in der Naͤhe von Danzig Staͤdtchen Dirschau ab eine flache, ebene, fruchtbare Gegh deren Acker und Wiesen, so wie die hier stark getrit Viehzucht, diesem Werder fast das Ansehen einer Nöpilderung des Elends gethan. Das linke Ufer, 4 ½ M

laͤndischen Landschaft geben. lang und 2 bis 3 Meilen breit, fuͤhrt den Namen des ziger Werders. Vor den Ueberschwemmungen ist Laͤndchen durch einen starken und in Zeiten des Eis sorgfaͤltig bewachten Deich gesichert. Der strenge und 1 tende Winter, die unglaubliche Menge Schnee, welce December gefallen war, hatten in den entfernten hit Gegenden, wo Ende Maͤrz starkes Thauwetter eintrat, heftigen Andrang von Fluthen im Bette des Strome beigefuͤhrt; in unseren Gegenden aber war die Befrein Weichsel vom Eise noch durch das fortwaͤhrende Froß

aufgehalten worden, und der Strom lag nach wie dickem Eise bedeckt, als die starke Stroͤmung von 8

abkam. Diese Stroͤmung wurde am 9ten d. M.

und brach bei Vogelgreif und Gemlitz durch die Deig 1

linken Ufers mit unwiderstehlicher Gewalt. In wenigt

der Bewohner sich in dringender Gefahr glaubte, w aͤhnlichen Ereignissen in den Jahren 1775 und 1818 Hoͤhe des Wassers, welches sich in diesem Bassin ooh Auadratmeilen auffaͤngt, selten einen oder zwei Fuß stieg. Die große Menge geschmolzenen Schnees und naͤmlich die Eisdecke im Strombette, welche sich dut herantreibenden Schollen zu einem mauerhohen Wehr he gethuͤrmt haben mochte, verhinderten indessen den regel gen Abfluß innerhalb der Ufer und eine ungeheure

Wasser stroͤmte alsbald in die sich immermehr erweiten Bruͤche.

setzt, und noch immer stieg die Fluth. Sie erreichte

9

1 Uhr Mittags Auf Langgarten steht vom Regierungs⸗Gebäude an ganze linke Seite unter Wasser; der groͤßte Theil der Der Englische Damm auch durchgerissen und die daranstoßenden Gaͤrten sind

Ueberall stehen die Haͤuser bis ans Dach im W. und die Bewohner sitzen hin und wieder auf demselben, zu erloͤsen ist fast nicht moͤglich, die starke Stroͤmung ven Selbst auf der Niederstadt ss Rettung schwierig, weil man mit den Boͤten uͤberall anf Auch der Steindamm (ein Stadttheis der Mottlau) ist uͤberschwemmt; Jung und Alt muß zid Was im Werder an Menschen un F.

Es haben

dur fle geretteten Menschen zu sorgen,] an Kleidungsstuͤcken und Geld bedeutende Beitraͤge einst

Es fehlte heute schon an F. weil die Muͤhlen unter Wasser stehen und nicht mahlen! dan trifft Anstalten, um von der Hoͤhe her 9 Der druͤckendste Mangel ist der an Vir

Mit der Raͤumung der Niederstadt ist man gesttn

, wurde aber erhalten; die

er Stadt der Wasserstand, is heute ist er um ei Seiten die große Wasserflaͤche, noch koͤtn k hen nicht ihre Daͤcher und Thuͤrme verlassen, und ein wuͤ⸗

ender Hunger

Keilen entfernten Ortschaften gefuͤhrt.

h zerstoͤrt, da der gaͤnzliche Abzug

Bald wurden die niederen Haͤuser, welche in funfzig Doͤrfern, theils einzeln auf der ganzen & Flaͤche zerstreut liegen, bis an die Daͤcher unter Wassen

Ueberschwemmungen um 2 ½⅞ Fuß uͤbersteigende Deich in seiner ganzen Laͤnge von fuͤnf Meilen üͤberstroͤmt, die Bewohner der Ebenen

sich in die hoͤheren Haͤuser und auf die Thuͤrme Kirchen, Viele aber muͤssen an diesen Tagen den Tod unden haben, da es bei dieser, weder Fischerei noch Fluß⸗ öt treibenden Bevoͤlkerung, an Kaͤhnen mangelte. Nur 7† hatten ihren Viehstand in hoͤhere Gegenden ge⸗ htet, ehe die Fluth sie uͤbereilte. Von acht bis zehntau⸗ Stuͤck Rindvieh und vier bis fuͤnftausend Pferden ist hrscheinlich nicht ein Zehntheil gerettet worden. Die auf Daͤchern hoͤherer Gebaͤude und Kirchthuͤrmen angehaͤufte enschenmenge entbehrte schon den zweiten Tag der noͤthig⸗

Lebensmittel. Staͤlle, Scheunen, kleine Haͤuser trieben der Wasserflaͤche,

der

uf Fuß hoch

und wurden zertruͤmmert ins Meer ge⸗ Aber leider war das Maaß des Ungluͤcks noch nicht Die ungeheure Wasserfluth stuͤrzte sich nun auf un⸗ kleinen 8 ““ durch⸗ Stadt, brach die Thore einer festen hleuse und ce üte zum Austreten. Ein von der aͤrmsten Volks⸗ se bewohntes Stadtviertel, die sogenannte N iede r⸗ dt, wurde urploͤtzlich uͤberschwemmt, die niedrigen zuser der Tageloͤhner bis an das Dach unter Wasser kt, man fuhr in wenig Stunden mit Kaͤhnen in in Straßen des Stadtviertels; Greise, Woͤchnerinnen, er und Kranken schrieen nach Rettung, und 19 mit hhe gelang es den Anstrengungen aller uͤbrigen Einwoh⸗ se Ungluͤcklichen aus den Fluthen zu holen. Aber die Niederstadt rettete nur das

Erwachsenen an Klei⸗

ällt. ing e, von zwei Armen des

die ge Bevoͤlkerung . deese Nn hen, und so viel, als die gesunden Kl. ngsstuͤcke 8 sich nehmen konnten. Und noch immer ließ Wuth des Wassers nicht nach. Unaufhaltsam stuͤrzte es uͤber die Stadt, unserm Hafen und der Weichsel⸗Muͤn⸗ ag entgegen; sich allenthalben Bahnen brechend, vereinigte sich mit einem in dieser Gegend befindlichen Landsee, und rzte innerhalb und außerhalb des Flußbettes ins Meer, rechten Ufer Alles verheerend, am linken ansehnliche user mit Allem, was sich darin befand, dem Meere zu⸗ rend. Die starke Stein⸗Schleuse, welche den Hafen⸗Ka⸗ worin sich hundert uͤberwinterte Seeschifte 88 Weichsel⸗Strome abschließt, war in der drohendsten Ge⸗ ¹ Muͤndung der Schleuse aber ganz verschuͤttet und trocken. 1 Eüs Sonntag, den 12ten, nahm im Werder und in un⸗ wenn gleich ab. 3 Fuß gefallen. Noch umstarrt uns von 2. koͤnnen die Ungluͤck⸗

hat die Gefahr des Wasser⸗Todes in eine

t graͤßlichere verwandelt. Waͤhrend der Schreckens⸗Tage des 10ten, 11ten und

ten Aprils ist mit der aͤußersten Anstrengung Alles zur

Hunderte wurden durch hne, Schiffsboͤte und Holzfloͤße gerettet; unaufhoͤrlich wur⸗ in der Eile zusammengebrachte Lebensmittel nach 2 bis Allein die Ausdeh⸗ des uͤberschwemmten Districts ist zu groß. Sturm dichtes Schneegestoͤber vermehrten die Gefahr der Ret⸗ den; an einzelnen Stellen hatten sich Strudel gebildet. d doch schifften unerschrockene Maͤnner dieser Wuth ver— igter Elemente kuͤhn entgegen, und kamen durch Grausen d Dunkel mit ihren gebrechlichen Fahrzeugen voll Gerette⸗ Haͤt Abends wieder heim. Den Ungluͤcklichen, welche fdiese Weise dem Tode entzogen wurden, bot sich in allen her gelegenen Theilen der Stadt ein gastliches Dach und guickung dar. b 1 Kaum erlaubt uns das Erlebte mit seinen erschuͤtternden ndruͤcken einen ruhigen Blick auf die traurigen Folgen die⸗ unerhoͤrten Ereignisses zu werfen. Die Erwerbsquelle

den fuͤllte sich der ganze Werder, ohne daß die I n mehreren Viehzucht treibenden Menschen ist ohne kraͤf⸗

che Unterstuͤtzung auf immer versiegt,

die Saaten auf einer kleine Eigenthums⸗Parzellen vertheilten Strecke von 3500 agdeburger Hufen Acker⸗ und Wiesenland sind wahrschein⸗ des Wassers sich noch hrend mehrerer Monate zum Theil Jahre! verzoͤ⸗ rin kann. Ohne Kleider und Nahrungsmittel irren diese gluͤcklichen umher. Ein Huͤlfs⸗Verein hat sich gebildet,

die Armen in den uͤberschwemmten Gegenden zu verpfle⸗ n und zu versorgen, und die Beitraͤge von nah und fern zunehmen und zu verwenden. .

In Folge der vorerwaͤhnten traurigen Ereignisse hat

h in Danzig ein Unterstuͤtzungs⸗Verein der folgen⸗

n Aufruf erlaffen ha

9 Aufruf zur Wohlthaͤtigkeit. Grausen erregend und herzzerreißend ist das Gemaͤlde, welches wir in dem begleitenden Berichte“) die traurige Pflicht haben, vor den Augen aller fuͤhlenden Menschen auszubreiten. Das Ungluͤck ist gekommen, und steht als ein unabaͤn⸗ derlicher Schicksalsschluß da! Der Wille des Herrn sey ge⸗ 2 priesen! Was beim Kampf der Elemente die schwache des Helfenden vermochte, wurde geleistet; auch an Beispielen der edelmuͤthigsten Selbstverlaͤugnung hat es nicht gefehlt. Die Fluthen fangen an zuruͤckzutreten, bald wird es er⸗ laubt seyn, einen Blick auf den Schauplatz des graͤßlichsten Jammers zu werfen. Dann aber tritt auch die gaͤnzliche Unzulaͤnglichkeit unserer Huͤlfskraͤfte naͤher vor Augen. doch sind es Bruͤder und Christen, welche, von Allem entbloͤßt, grausenvoll in die Zukunft blicken. 3 Bruͤder und Genossen aller Glaubens⸗Lehren! Soͤhne Eines Vaters! Mitmenschen aus nahen und fernen Gegen⸗ den! Ihr, die ihr, unterm sichern Schutz des Daches, Euch befriedigter Lebens⸗Beduͤrfnisse freut, oder mit erheiterten Blicken in die aufkeimende Fruͤhlings⸗Welt schaut, tretet uns mit menschlich wohlwollenden Gefuͤhlen bei, malt Euch das Bild von Tausenden Eurer Mitbruͤder, die aus Fluthen und Eisschollen, nackt, hungrig und ohne Zukunft hervortra- ten, lebhafter aus, als Worte es vermoͤgen. Helft uns die Thraͤnen trocknen, die Muͤtter und Saͤuglinge, Wittwen und Waisen auf den Truͤmmern ihres verlorenen Gluͤckes wei⸗ nen, und erndtet mit der Saat des Wohlthuns Segnungen ein, welche jeden Genuß des vergaͤnglichen Lebens weit uͤber⸗ wiegen. 1 Beitraͤge koͤnnen an die einzelnen oder an den Verein gesendet werden. 1 Der Verein zur Unterstuͤtzung der Weichsel⸗Ueberschwemmung Verungluͤckten. 2. H. B. Abegg. P. J. Albrecht. Wm. v. Ankum. S. Baum. Th. Behrend. A. W. v. Bockelmann. P. Do⸗ denhoff. „E. v. Frantzius. C. R. v. Frantzius. Dr. Goetz. Dav. Goͤrtz. A. G. Groddeck. A. Gibsone jun. E. W. Grade. C. C. Hamann. P. Heidfeldt. J. C. H. Henrichsdorff. S. L. A. Hepner. Fr. Hoene. Wm. Jebens. C. F. Kuͤhnert. L. Maclean. F. Marshal. E. Migx. F. v. Rottenburg. P. Stobbe. H. W. Schirmacher. C. F. Saltzmann. J. S. Schahnasjan. v. Vegesack. .—9H. v. Weickhmann. B. Wendt. W. Zernecke.

Koͤnigsberg, 12. April. Gestern Morgens stieg das Wasser noch bedeutend. Von Wehlau her kam aber die Nachricht, daß das Wasser am 10. April um 1 Fuß ge⸗ fallen sey; dies hatte die Wirkung, daß auch der Pregel heute um 13 Zoll gefallen, und so die Noth der am Wasser wohnenden Einwohner unserer Stadt zwar nicht gehoben, aber doch vermindert wurde. Die Beschaͤdigungen an un⸗ sern sieben Pregelbruͤcken sind recht bedeutend und mehrere Stuͤtzen und Balken sind abgerissen und fortgetrieben wor⸗ den. Die Eisboͤcke haben durchweg gelitten, sind aber vom Wasser mehrentheils ganz bedeckt und koͤnnen also auch das Eis von den Bruͤcken nicht immer abhalten. Von Un⸗ gluͤcksfaͤllen in der Stadt ist noch nichts Bestimmtes zu mel⸗ den. Personen sind noch nicht verungluͤckt. Ein Postillon gerieth mit zwei Pferden auf dem Weidendamm in einen Graben. Nur mit Muͤhe konnte der Postillon gerettet werden, die Pferde sind ertrunken. Der Pregelkrug, der Mostbude gegenuͤber, ist fortgerissen, aber Menschen und Vieh sind gerettet worden. Wenn nun auch gegenwaͤrtig die Noth einigermaaßen gemindert scheint, so droht noch immer Gefahr, zumal das Eis vor dem Litthauschen und Hollaͤndischen Baum noch 12½ Fuß stark ist und nicht brechen will. Wenn bei dem steten Schneegestoͤber und gelinden Frost auch ein baldiges und rasches Schmelzen der Eisdecken nicht zu erwarten steht, so ist nur zu wuͤnschen, daß das Haff und der Pregel hinter dem Holl. Baum fruͤher vom Eis befreit werden moͤgen, als die Eismassen von Litthauen unserm Pre⸗ gel zustroͤmen. Am 9. April kamen noch 3 zweispaͤnnige be⸗ ladene Schlitten uͤber Haff und fuhren bei der Cosse erst auf den Damm. Die Versuche, mittelst Flatterminen die Eis⸗ decke zu sprengen, sind ohne Folgen gewesen. Die hintere Vorstadt und die Grabenstraßen sind noch immer unzugaͤng⸗ lich. Die Bewohner holen ihre Beduͤrfnisse in Kaͤhnen aus dem entferntern Theile der Stadt, denn in dem vom Wasser bedraͤngten Theile ist jeder Verkehr schon seit mehreren Ta⸗ gen eingestellt. Die Baͤcker sind z. B. nicht im Stande, zu

der Unterzeichneten durch die

*) Der obgedachte Bericht enthaͤlt im Hauptsaͤchlichen die in den von uns mitgetheilten Schreiben agus D inzi eben n aus⸗ fuͤhrlichen Meldungen: 1 8

FAtasft

v““]