1829 / 168 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

letzterem Ort nach Sattarah erbaut, Erbauung und Einrichtung eines schaͤftigt. 8 Aus Madras wird gemeldet, daß ein Enkel des Schahs von Persien im November v. J. die Stadt Bassora mit

1500 Mann uͤberfallen und 25 Lack Rupien an Geld und Geldeswerth mit sich genommen hatte: doch haben nur we⸗ nige Menschen das Leben dabei verloren. Die Britische

Factorei blieb durchaus unbehelligt, nahm sich aber spaͤter der Verwundeten aufs Großmuͤthigste an. Es heißt, der Persi⸗ sche Prinz habe ganz auf seine eigene Hand gehandelt. Die letzten Nachrichten aus Sydney lauten sehr nieder⸗ schlagend. Die Bank von Neu⸗Suͤd⸗Wallis hatte ihre Zah⸗ ungen eingestellt, und dadurch alle dortigen Ansiedler in die groͤßte Bestuͤrzung gesetzt. Vom Gouverneur war einem Trupp Soldaten der Befehl ertheilt worden, alle Papiere und Gelder, die sich im Commissariat befanden, unter Ge⸗ wahrsam zu bringen. Ob das eine Folge des Bank⸗Ereig⸗ nisses war, wußte man nicht. Nach der Meinung des Cou⸗ riers ist die Verlegenheit der Bank nur eine augenblickliche, und die gegruͤndete Aussicht vorhanden, daß sie in Kurzem ihre Geschaͤfte nach wie vor fortsetzen werde.

In Hinsicht der neuen (mehrmals von uns erwaͤhnten) Colonisation am Schwanen⸗Flusse erfaͤhrt man, daß einem Jeden, der sich verbindlich macht, 1000 Familien fuͤr seine

osten nach der Colonie zu senden, 250,000 Acker Landes

angewiesen werden sollen. Von diesen bestimmt man 100,000 fuͤr die Colonisten, 50,000 zu oͤffentlichen Zwecken, und 100,000 fuͤr den Unternehmer, um sich fuͤr seine Auslagen beim Transport der Auswanderer zu decken, die ihrerseits sich verbindlich machen muͤssen, 7 Jahre hindurch drei Tage iihnn der Woche fuͤr ihn zu arbeiten. Privat⸗Berichte aus Kanton sprechen sehr umstaͤndlich von den Beleidigungen und Naͤckereien von Seiten der Chi⸗ nesen, denen die dort sich aufhaltenden Fremden ausgesetzt sind, und von den Versuchen der Letzteren, ihre Beschwerden dem Vice⸗Koͤnige direct zu Haͤnden kommen zu lassen, indem sie nur zu wohl wissen, daß sie auf anderem Wege fast nie zu ihm gelangen. Vor Kurzem noch soll es 70 bis 80 Euro⸗ paͤern nach manchen uͤberwundenen Schwierigkeiten, zu denen auch die Ueberwaͤltigung mehrerer Schildwachen an den Tho⸗ ren Kantons gehoͤrte, gelungen seyn, einem Manne, der, seinem Aeußern nach, ein Mandarin zu seyn schien, eine Schrift in die Haͤnde zu stecken, in welcher sie einer Schmaäͤhschrift wegen, die man an die Mauern der Factorei angeheftet gefunden hatte, um Genugthuung baten. Dieser etwas gewagte Versuch gelang; die Schmaäͤhschrift ward auf Befehl der Obrigkeit abgerissen, und die Versiche⸗ ung ertheilt, daß kein Fremder kuͤnftig mehr insultirt wer⸗ den sollte. 1 London, 12. Juni. Das Unterhaus versammelt sich heute Abend wieder, doch wird die Prorogation des Par⸗ aments ohne Zweifel sehr bald stattfinden. So lange Se. Majestaͤt der Koͤnig dann noch in der Stadt bleibt, bleiben wohl auch die meisten vornehmen Familien hier; aber zu fuͤrchten ist, daß es vor der Mitte des naͤchsten Monats hier schon sehr leer seyn duͤrfte; indem die Vornehmen und Vor⸗ nehmseynwollenden nur zu gern die Gelegenheit ergreifen, aus der kostspieligen Stadt weg aufs Land oder nach dem Continent zu eilen, um durch eine 8 oder 9 Monat lange Sparsamkeit die Mittel fuͤr die Stadt⸗Ausgaben von 3 oder 4 Monaten zu erlangen. Man sollte beinahe glauben, daß die kurzen Parlaments⸗Sitzungen darauf eingerichtet sind, der Aristokratie Vorschub zu vhaer obgleich Tausende von Familien in London einen großen Theil ihres Unterhalts durch diese jaͤhrlich zunehmende Abkuͤrzung der fashionable season verlieren, und viele darunter zu Grunde gehen muͤs⸗ Ja die Klagen unter den Geschaͤftsleuten aller Art sind selbst in diesem Augenblicke sehr allgemein; und wenn man von der Zahl der muͤßigen Comptoir⸗Bedienten, Laden⸗ diener und Handwerker einen Schluß ziehen darf, so sind die Klagen nicht ungegruͤndet. Ueberhaupt wird auch der Kreis wohlhabender Leute hier, wie im ganzen Lande, immer enger; uͤberall, nnud in allen Staͤnden, welche ihr Brod verdienen muͤssen, sieht man Familien allmaͤhlig oder ploͤtzlich in Beschraͤnktheit, Armuth, ja in tiefes Elend hinabsinken, waͤhrend es nur Wenigen zu gelingen scheint, an ihrer Stelle emporzuklimmen. Die Papier⸗Circulation und der darauf gebaute Kredit waren offenbar die Stuͤtzen, worauf der Wohl⸗ stand so Mancher ruhete, die seit den letzten 40 Jahren sich erhoben hatten, und mit der Entziehung dieser Stuͤtzen sin⸗ ken sie in ihr voriges Nichts zuruͤck. Freilich erforderte es 888 Heil des Staates, daß dieses hohle Wesen beseitigt werde; aber

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und ist gegenwaͤrti mit Militair⸗Hospitals be⸗

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es ist ein Jammer, die Ungluͤcklichen (oft hoͤchst gebil⸗ ¹

97 2 8 h8.

dete und fuͤr jede persoͤnliche Anstrengung allzu ver

Leute) dabei zu Grunde gehen zu 5— grhgiags naeha their level, d. h. „die Sachen muͤssen sich fuͤgen“,, ist 8 gewoͤhnliche Trostwort aber wie viel Jammer und Elen werden wir noch erleben muͤssen, bis sich der Reichthum 1” Landes in den wenigen Haͤnden gesammelt hat, fuͤr die 4 bestimmt seyn mag, und die Millionen es gelernt haben, 1

in die eiserne Nothwendigkeit der Armuth und der Niedrigkeir

zu ergeben, aus der nur hie und da einmal irgend ein Glͤckt kind auftauchen mag zu einem behaglicheren Daseyn! De Zerstoͤrungen in Spitalfields werden näͤchtlich fortgesetzt, un muß man sich nur wundern, daß die Fabrikanten den bethar ten Webern noch Arbeit anvertrauen. Alle Nachrichte von Irland stimmen darin uͤberein, daß die Anzahl der Wähe ler durch die Wirkung des neuen Gesetzes so außerordentlic klein werden wird, daß es nicht moͤglich seyn wuͤrde, ni Wahlen von Corruption frei zu erhalten; ja sie muͤssen notz wendig gaͤnzlich in die Haͤnde weniger Einflußreichen fallen und das Volk allgemein empoͤren. Auch ist die Unzufrieden heit desselben, oder doch Derer, die das Wort fuͤr das Va fuͤhren, sehr groß, und duͤrfte leicht dazu benutzt werden, dig selbe aufs Neue in Gaͤhrung zu setzen. Manche wollen jetzt zweifeln, ob es O'Connell unter den gegenwaͤrtigen Um⸗ staͤnden gelingen werde, sich fuͤr Clare waͤhlen zu lassen; seine Freunde jedoch erklaͤren sich des Sieges gewiß. Lord Np⸗

lin, der als geheimer Siegelbewahrer ins Cabinet geean

ist der erste Whig, durch den der Herzeog sein Cabinet un

staͤrkt; und erwartet man, daß vor der Wieder⸗Versamman

des Parlaments noch Andere von derselben Parthei Stelie erhalten werden. Seit ein Paar Tagen hat man auf der Wechsel⸗Boͤrse einen so bedeutenden Geldmangel bemerkt daß man seit langer Zeit zum erstenmale wieder 5 p̃Ct,. fit Anleihen bietet; da aber dabei die Staats⸗Papiere nicht im Preise gefallen, so kann der Mangel nicht allgemein sehn Die eben stattgefundenen Verkaͤufe im Ostindischen Hanst sind sehr schlecht ausgefallen. An vielen Artikeln (besonden Seidenzeugen) ward viel verloren, indem man weniger de

fuͤr gab, als sie Chi Indi 2 ; W“ 31 71 fuͤr gab, sie in China und Indien gekostet; manche fa üͤr gut ord. Cheribon und Domingo wuͤrde man 23 ½ à 24 ½

den dabei gar keine Kaͤnfer. 5

Rußland.

Odessa, 3. Juni. Vom 30. des v

sind aus eroberten Haͤfen 5 von der Regierung gemiethe Fahrzeuge hier angekommen.

Beinahe seit dem Anfange dieses Fruͤhjahrs ist hier Witterung so außerordentlich, daß man das hiesige Clims fast nicht mehr wiedererkennt. Gewoͤhnlich ist es hieam diese Zeit sehr heiß und trocken; diesesmal aber beklagt man sich uͤber zu viel Regen, der seit dem 14. Mai unaufhdrich vom Himmel stroͤmt. Anfangs war der Landmann sehr dae mit zufrieden, jetzt aber fuͤrchtet er fuͤr soine Felder und

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Gaͤrten; schon sind Berichte uͤber nicht unbedeutende Sce

den eingelaufen. Am 25. fielen Hagelschlossen von da Groͤße einer Wallnuß, die 24 Stunden, ohne zu schmelze liegen blieben, wodurch alles Gemuͤse zerstoͤrt und eine gryß Zahl Fruchtbaͤume sehr beschaͤdigt wurden; der Weinstock he noch mehr gelitten, als letztere.

Am 13. d. M. geht das Dampfboot „Odessa“ zum erstas mal von hier nach Eupatoria; der beste Platz auf selbigmn kostet 40 Rubel. Das Boot uͤbernimmt auch den Transpmn von Waaren. 114121““

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Warschau, 15. Juni. Die hiesigen Zeitungen . heute enthalten nachstehende Bekanntmachung: „Die Rel tion ist ermaͤchtigt worden, zur oͤffentlichen Kenntniß zu di⸗ gen, daß die in einer der erstern Nummern der Breslealn Zeitung von diesem Monat unter der Rubrik: „Vermisscht Gegenstaͤnde“ enthaltene Anzeige von einer angeblich ald St. Petersburg mitgetheilten Nachricht, daß der Transio handel des ordinaigen auslaͤndischen Tuches durch Polen nac Rußland in den bezeichneten Farben und Gattungen nn zwei Jahre nachgegeben sey, durchaus grundlos und in den Wahrheit nicht begruͤndet ist.

Dem Ingenieur Zareba ist ein Patent auf ein von ih erfundenes sehr zweckmaͤßiges Meß⸗Instrument (Planimettn auf zehn Jahre ertheilt worden.

Der Wollmarkt ist hier bereits angegangen; bis jett befinden sich hier circa 3000 Centner Wolle.

Das siebente Concert von Paganini hat 1000 Zuhoͤrg herbeigezogen; heute giebt der Kuͤnstler sein letztes Concert zum Besten wohlthaͤtiger Anstalt 1.“

wial⸗Waaren d sti ung; nach Java⸗Kaffee ist nicht die mindeste Frage, doch wol⸗

Allgemeinen Preußis

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ung Nr. 168.

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s-Zeit

8* 5 . 98

Der Cours der Pfandbriefe ist 89 ⅞; die Obligationen

Anleihe stehen pari. 8 . Roggen gilt hier 8 Fl., Hafer 5 Fl., Weizen 26

a1, Gerste 7 Fl.

Niederlandee.

Amsterdam, 13. Juni. In Staats⸗Papieren ist in enichen Tagen keine erhebliche Veraͤnderung vorgefallen; segreise bleiben angenehm, und Geld dagegen zu 2 ½ pCt. sbersuͤssig vorhanden; fuͤr Russische Obligationen bei Hope ind Comp. zeigte sich einige Frage. Vom Weizen wur⸗ en am gestrigen GetreideMarkt unterschiedliche Preise an⸗ egeben, doch der Umsatz beschraͤnkte sich auf kleine noch zu Passer liegende Parthieen schoͤner Waare, welche die Ver⸗ sraucher unter sich theilten. Roggen wurde etwas niedriger bgelassen. Gerste flau und ohne Handel. Hafer wurde auf rige Preise gehalten, fand jedoch keine Abnehmer. Rapsaat ine Umsatz; von Leinsaamen war vieles zu Markte, konnte zoch nur zu niedrigeren Preisen angebracht werden. Man egte folgende Preise an: fuͤr 129pfuͤndigen weißbunten Pol⸗ sischen Weizen 425 Fl.; 130pfüͤndigen 405 Fl.; 128pfuͤndi⸗ in bunten 385 Fl.; 125 pfuͤndigen Koͤnigsberger 340 Fl.; 0pfuͤndigen Rheinischen 363. 365 Fl.; 123 pfuͤndigen Pom⸗ erschen 335 Fl.; fuͤr 119. 122pfuͤndigen Preußischen Ros⸗ en 166.170 Fl.; 119 pfuͤndigen Pommerschen 164 Fl.; lpfuͤndigen neuen Mecklenburger 128 Fl. und 118pfuͤndigen lten Kurischen 158 Fl. Ruͤboͤl blieb flau, pr. ord. galt 18 Fl.; pr. September à December 57½. ¼. Mit Colo⸗ blieb es fortwaͤhrend still und ohne Veraͤnde⸗

en die Verkaͤufer sich nicht zu billigeren Preisen entschließen;

t. bedingen koͤnnen. Mit rohem Zucker ist es nicht mehr o lebhaft wie vorige Woche; fuͤr eine Parthie blond Ha⸗ ana wurde 40 à 442 Fl. bezahlt, gut ord. Surinam 34 Fl.

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Deutschland.

Muͤnchen, 14. Juni. Unsere Zeitungen enthalten fort⸗ dährend die erfreulichsten Berichte uͤber die Reise Ihrer Majestaͤten in den Rheinlanden. Auch in Frankenthal und Gruͤnstadt wurden sie mit den lebhaftesten Aeußerungen der Freude und Liebe begruͤßt, und reisten ab, begleitet von den Segnungen und den Gluͤckwuͤnschen aller Einwohner.

Der Hamburger Corsrespondent enthaͤlt folgende wei Schreiben: „Vom Main, 2. Juni. Die Abgeordne⸗ en der Staͤnde des Herzogthums Braunschweig, der Kam⸗ nerherr v. Cramm und Oberhauptmann v. Kalm, sind in Pegleitung des Landsyndikus zu Frankfurt eingetroffen, und aben, sicherm Vernehmen nach, das Gesuch der Staͤnde, in be[chem um Aufrechthaltung der von der vormundschaftlichen Rgierung ertheilten Landschafts⸗Ordnung gebeten wird, der Fohen Bundes⸗Versammlung bereits eingereicht. Bald nach⸗ her traf die Nachricht ein, daß Se. Herzogl. Durchl. zwar gict diese gedachte Landtags⸗Ordnung, wohl aber die alte andschafts-Verfassung und namentlich die landschaftlichen Privilegien von 1770 anerkennten. Diese enthalten fuͤr die Ritterguts⸗Besitzer eine Menge von Vorrechten, welche sie des gemeinen Bestens wegen aufgegeben, als z. B. Abgaben⸗ nd Zollfreiheit, privilegirten rimt Perichte u. s. w. Wie es glaubhaft verlautet, will jedoch hie Ritterschaft diese Vorrechte nicht zuruͤck empfangen, son⸗ dern besteht darauf, mit ihren Mitbuͤrgern gleiche Lasten zu heilen, auch Abgeordnete des Buͤrger⸗ und Bauernstandes n den Landes⸗Versammlungen zu Collegen zu haben.“

„Aus dem Braunschweigischen, vom 6. Juni. Des Herzogs Durchlaucht, stets geneigt, den Wuͤnschen Ihrer ge⸗ teuen Unterthanen zuvorzukommen, haben den Staͤnden er⸗ lart, daß Hoͤchstdieselben die alte staͤndische Verfassung und amentlich die Privilegien der Landschaft von 1770 anerken⸗ en. So bedeutend die Gerechtsamen sind, welche der Adel hierdurch zuruͤckerhalten wuͤrde, als z. B. Abgaben⸗ Freiheit, Patrimonial⸗Gerichte, privilegirten Gerichtsstand c., so beharrt doch auch dieser fortdauernd dabei, nur die von der vormundschaftlichen Regierung, im Einverstaͤndnisse mit den Staͤnden, gegebene Landtags⸗Ordnung, als Basis allen⸗ allsger Unterhandlung ansehen zu koͤnnen. Schon vor acht

Gerichtsstand, Patrimonial⸗

Tagen gingen Deputirte der Landschaft nach Frankfurt 8 ab, um der hohen Bundes⸗Versammlung das Gesuch zu uͤber⸗ geben, die neue Landtags⸗Ordnung aufrecht zu erhalten. In der That hat sich die neue Verfassung, so weit sie ins Leber getreten, als trefflich bewaͤhrt.

N So eben heißt es, einer der landschaftlichen Abgeordneten, der Oberhauptmann von Kalm, sey bereits aus Frankfurt zuruͤckgekehrt, um sich neue Instructionen zu erbitten.“ 8

Frankfurt a. M., 14. Juni. Gegen die Mitte der verflossenen Woche stellte sich eine unbedeutende weichend Bewegung in den Coursen der Staats⸗Effecten ein. Sie entstand aus der Fortdauer einer bereits im letzten Bericht erwaͤhnten Ursache; der Rheinlaͤndische Getreide⸗Hande brachte uns neuerdings ziemlich viel Disconto⸗Papier auf den Platz, und so kam es, daß fuͤr baares Geld 4 ½, ja pCt. pr. Jahr zu machen war. Es kam dazu, daß einige Spekulanten, aus Besorgniß, es duͤrfte sich Geldmangel ein⸗ stellen, Papiere, die sie in Prolongation hatten, zum Ver⸗ kauf bestimmten. Inzwischen konnten diese verschiedenen Umstaͤnde keinen namhaften Einfluß anf den Stand der Ef⸗ fecten uͤben, da in den letzten Tagen von allen Orten her fast durchgehends steigende Notirungen eintrafen, auch meh⸗ rere unserer vornehmsten Haͤuser ansehnliche Geldposte von auswaͤrts zu erhalten in Erwartung standen, und da durch ein lebhafter Verkehr im Voraus abzusehen war. In Folge dessen behaup ꝛten sich auch die Course der Oesterr. Fonds gegen baar ziemlich steigend, und wurden besonders in Metalliques starke Einkaͤufe von den reellsten Geschaͤfts⸗ leuten gemacht. Es ist dabei bemerkenswerth, daß unsere Course fuͤr den Augenblick merklich niedriger sind, als die Wiener, wodurch sich auch mehrere Besitzer von Metalliques bewogen gesehen haben, Sendungen dieses Effects abgehen zu lassen. Der comptante Cours der Metalliques ist uͤbri⸗ gens . pCt. hoͤher, als auf ein Monat six. Bei Bank⸗ Aerien ist die Prolongation auf ein Monat 1 ½ bis 2 Fl. pr. Stuͤck und bei Partial 3 bis 2s. pCt. Auf fixe Lieferung zeigen sich fuͤr Metalliques keine Kaͤufer; doch ist die Ten⸗ denz im Ganzen seit einigen Tagen mehr zum Steigen als zum Sinken. Baierische und Darmstaͤdtische Papiere waren etwas flau, doch dabei auch selten offerirt. Preußische Staats⸗Schuldscheine halten sich fortdauerd in willigem Ge⸗ such. Im Wechsel⸗Handel war es in abgewichener Woche ziemlich stille; der hoͤher gegangene Disconto aͤußerte seine Wirkung auf die Course. Hamburg k. S. war in Folge des an diesem Platz bestehenden hohen Disconto stets gesucht.

Hamburg, 16. Juni. Auf Veranlassung der Engli⸗ schen und Franzoͤsischen Course haben sich die unsrigen neuer⸗ dings befestigt. Die Fonds aller Gattungen hatten mehr Nehmer als Geber und anscheinend sind die Course steigend. Disconto 4 ½. 4 pCt. Engl. Russ. Anleihe 93 ¾. Russ. Metalliq. Cert. 88. Oblig. der Polnischen Anleihe 100 ¼. Bank⸗Actien 1113. Oesterr. Metallig. 98 ¾. Daͤn. 3 pCt. Anleihe 63 ½. Fremde Valuten hatten saͤmmtlich Nehmer. Paris 2 Mon. 189. Petersburg desgl. 9 ½½⁄. London desgl. 13 Mk. 8 ¾ Sch. Am terdam desgl. 35.55. Augsburg 6 W. 147 ¼. Frankfurt a. M. dgl. 147 ⅛. Wien desgl. 147 ¼. Breslau dgl. 151 ⅞.

Der Nuͤrnberger Correspondent enthaͤlt Folgen des: „Neapel, 24. Mai. (Aus einem Handelsschreiben.) Seitdem die Gesandten von England und Frankreich unsre Stadt verlassen haben, um sich nach Konstantinopel zu be⸗ eben, sind die Erwartungen und die Neugier, sowohl un⸗ seer Handelsleute, wie aller jener Personen, die sich hier noch sonst mit Politik beschaͤftigen, auf’s Aeußerste gespannt. An jene Sendung knuͤpfen sich die verschiedenartigsten Ansichten und Meinungen, die jedoch in dem Punkte uͤbereinstim⸗ men, daß die Anerkennung der SHesaagies Grie⸗ chenlands von Seiten des Großherrn dem Abgange der Diplomaten vorangegangen, mithin der Tractat vom 6. Juli 1827 nicht blos faktisch, sondern auch bereits recht⸗ sich in Erfuͤllung gekommen sey. Auf den beiden Linien⸗ Schiffen und den andern zu deren Begleituug dienenden Kriegsfahrzeugen sind Mundvorraͤthe aller Art in ziemlich bedeutender Menge geladen worden. Ihr Betrag duͤrfte

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