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Durch eine Koͤnigl. Verordnung vom 24. Dez. wird der
nach der Schweiz ausgewanderte Doktor Recamier seines
Postens als Professor der Medizin am hiesigen Koͤnsgl. Col⸗
lösge de France entsetzt, weil er sich geweigert hat, den gesetz⸗
lich vorgeschriebenen Amtseid zu leisten.
In einem zur Sorbonne gehoͤrenden Gebaͤude soll ein
neues Gymnasium fuͤr den Unterricht in den lebenden Spra⸗ chen, in der Geschichte, Geographie und den uͤbrigen Wis⸗
senschaften eroͤffnet werden.
Die Akademie der Inschriften hat vorgestern den Baron Cuvier und den Herzog von Luynes zu Ehrenmitgliedern erwaͤhlt.
Dem Journal des Déebats zufolge hat der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten sich geweigert, den Kardinal Rohan⸗Chabot als Franzoͤsischen Kardinal beim Konklave zu akkreditiren.
Nachrichten aus Bayonne vom 2lsten d. M. zufolge
9 ist der nach Spanien zuruͤctberufene General Morillo, Graf Die religioͤse Sekte der St. Simonisten ist bereits Ge⸗
von Karthagena, von dort nach Madrid abgereist. genstand eines Lustspiels geworden, das vor kurzem auf dem Theater des Variétés gegeben wurde.
Paris, 28. Dez. Gestern machten der Poliz fekt und Herr Dupont von der Eure dem Koͤnige ih wartung.
Die beiden Koͤnigl. Verordnungen, wodurch Herr Me⸗ rilhou zum Großsiegelbewahrer und Herr Barthe zum Mi⸗ nister des oͤffentlichen Unterrichts ernannt wird, sind vom 27. Dez. datirt, und von Herrn Laffitte contrasignirr.
Man spricht auch von dem Abtreten des Herrn Odi⸗ lon-Barrot als Praͤfekt des Seine⸗Departements; an seine Stelle soll Herr Teste, Polizei⸗Lieutenant waͤhrend der 100 Tage, berufen werden.
Von Seiten des neuen Polizei⸗Praͤfekten ist folgende Proclamation erschienen:
„Bewohner von Paris! Der Koͤnig legt mir die ehren⸗ volle und muͤhsame Pflicht auf, fuͤr die Ruhe dieser Haupt⸗ stadt der gebildeten Welt zu wachen, diesem Mittelpunkte
ei⸗Praͤ⸗ re Auf⸗
der Freiheit und der Aufklaͤrung, deren unruhige Bewegun⸗
gen ganz Frankreich erschuͤttern, und deren friedlicher Zustand in weiter Ferne das Vertrauen und die Sicherheit befestigt. In der Uniform der National⸗Garde habt Ihr so eben die der Factionen vereitelt; im Dezember habt Ihr die Eroberungen des Juli fuͤr die Dauer begruͤndet; die Freiheit
ist den Fesseln der Unordnung entrissen worden, und Ihr
wollt, daß die Regierung Euer Werk vollende. Die Resgie⸗ rung wird ihre Pflicht thun; nicht ungestraft werden die Unruhestifter das Volk in seiner Ruhe und seinen Beschaͤf⸗ tigungen stoͤren. Die Jugend unserer Schulen wird sich er⸗
innern, daß sie es dem Vaterlande schuldig ist, sich durch ernste Studien darauf vorzubereiten, um uns einst in oͤffent⸗
lichen Geschaͤften zu ersetzen. Der festen und ruhigen, aufgeklaͤrten und vollstaͤndigen Berarhung uͤber unsere Rechte und Interessen, die auch diejenigen unserer Bruͤder in den
Departements sind, wird es weder an Zeit noch an Ruhe fehlen. Die Sicherheit der Kapitalien wird dem Volke die
Alrbeit wieder verschaffen, von der es lebt, und durch die es
vor unruhigen Bewegungen geschuͤtzt wird.
Das Beispiel
von Paris wird die Ordnung wiederherstellen und uͤberall
Wohlstand verbreiten, wie es den Geist der Freiheit um sich heer verbreitet.
Und ich, den der Koͤnig waͤhlte, weil ich im
Juli an den Arbeiten des helbenmuͤthigen Volkes Theil
nahm, ich werde den Namen seines Freuündes zu verdienen
wissen, indem ich mich ruͤcksichtslos der Vertheidigung seiner Ruhe widme.“
Paris, den 27. Dezember 1830. 3 Deer Staatsrath, Polizei⸗Praͤfekt Der heutige Moniteur enthaͤlt folgenden Artikel: „Die
Hauptstadt war, wie an den fruͤheren Tagen, vollkommen
Zusammenrottungen.
ruhig. Man hat mit lebhafter Theilnahme die Proclamatio⸗
nen und Akte der Behoͤrde gelesen, aber ohne Tumult und Bataillone der National⸗Gaͤrde standen
als Reserve in den Tuilerieen, dem Palaͤst Luxembourg und
dem Palast Bourbon.
Im Palais⸗Royal stand die gewoͤhn⸗
liche Wache. Der freie? erkehr wurde nirgends unterbrochen;
die Reserven wurden Abends in ihre resp. Stadtviertel zuruͤck⸗
Zeichen mit Herrn Guzzot.
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wenigen Augenblicken mit Herrn Odilon⸗Barrot ein und wurde von den jungen Leuten angeredet. Er, so wie Herr Odilon⸗Barrot, umarmten die beiden jungen Redner und im⸗ provisirten eine Erwiederung, worin es hieß: die Franzoͤsi⸗ sche Jugend koͤnne sich darauf verlassen, daß die Organe, die auf der Tribune stets fuͤr die Sache der Freiheit gesprochen, fuͤr die Nation Alles verlangen wuͤrden, was man unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden hoffen koͤnne; das Nothwendigste sey ein neues Wahlgesetz, und naͤchsten Mittwoch werde der Kammer em solches von der Regierung vorgelegt werden; es werde eine weitere Grundlage, als das jetzige haben, denn (so sagte der General) es sey unmoͤglich, ein Wahlgesetz mit engeren Grundlagen zu finden, als das bisherige. Eine große Debatte werde beginnen, und der Hauptgrund, den man anfuͤhren werde, um zu beweisen, daß das Volk und die Jugend der so ersehnten Freiheit und der direkten Ausuͤbung der politi⸗ schen Rechte wuͤrdig seyen, sey das bisherige loyale, gemaͤßigte und edle Benehmen der Patrioten, ungeachtet des Taͤuschungs⸗ Systems, das man gegen ihre Sache beobachte. Die Tuile⸗ rieen waren seit zwei Uhr geschlossen, im großen Hofe standen Truppen. Das Volk scheint an dem Schritte der Schulen keinen Theil genommen zu haben. Im Hofe des Hotels des Generals, wo die jungen Leute sich versammelt hatten, mischte sich unter den Ruf: Es lebe Lafayette! auch der: Weg mit dem Centrum! Es lebe Odilon⸗Barrot! Es lebe Dupont von d. Eure. Da Letzterer nicht zugegen war, so antwortete Ge⸗ neral Lafayette im Namen seines Kollegen.“
Unter der Ueberschrift: „Aussehen der Deputirten⸗Kam⸗ mer in der gestrigen Sitzung“, liest man in der Gazette de France: „Man erwartete heut allgemein eine lebhafte Sitzung. Auf der Ministerbank wie in den uͤbrigen Theilen bemerkte man Aufregung, sogar Unruhe. Die Mitglieder, die man als Repraͤsentanten der Interessen und Leidenschaf⸗ ten der verschiedenen Parteien betrachten kann, unterhielten sich lebhaft mit einander. Man sprach von Veraͤnderungen des Ministeriums und der Verwaltung. In der Mitte der Sitzung ergriff der General Lafayette das Wort. sich nicht beschreiben, mit welchem Tone der Genugthuung
er von seiner Abdankung sprach. Wenn die neue Opposition befriedigt schien, so schien die Majoritaͤt es nicht weniger zuS
Hrn. v. St. lulatre auf der Pairs⸗Tribune beiwohnte, wechselte einige Ze Als die Sitzung unterbrochen wurde, um den Saal zu erleuchten, verlangten mehrere Stim⸗ men die Vertagung auf morgen. Herr Kasimir Périer, der erfuhr, daß sich Volkshaufen um den Sitzungs⸗Palast gebil⸗ det haͤtten, willfahrte sogleich diesem Wunsche. nair aͤußerte beim Herausgehen, die Opposition werde durch eine Adresse zerschmettert werden.“
SEben dieses Blatt bemerkt: „Die in Frankreich jetzt herrschenden Meinungen, denen die Gazette de France sich beigeseilt hat, sind- folgende: Keine Anarchie, keine Invasion, Municipal⸗ und Provinzial⸗Institutionen; ein Wahlgesetz, das den wahren Ausdruck der oͤffentlichen Meinung in allen Theilen Frankreichs gestattet; eine wohl⸗ feile Regierung und Verwaltung; die Freiheit der Presse und des Unterrichts; die Freiheit der Vereine; endlich ein Fortschreiten mit Ordnung und Freiheit, oder die Monarchie und die Freiheit, und eine Religion ohne Aberglaube, so wie ohne Fanatismus.“ 1 Der Courrier français meldet: „Es hat sich ein aus beiden Fractionen der Linken, von denen eine auf der aͤußer⸗ sten Linken und eine auf der Linken sitzt, bestehender Verein gebildet, um mit oder ohne Unterstuͤtzung des Ministeriums den demokratischen Theil unserer Verfassung zu vertheidigen und den beiden Centris der Kammer zu widerstehen, die durch Herrn von Martignac und die Herren Dupin geleitet werden.
eyn; der Herzog v. Broglie, der der Sitzung mit
General Lobau hat den Sitz des Generalstabes der Na⸗ tional⸗-Garde nach dem Louvre verlegt.
Der Deputirte Herr von Corcelles hat seinen Abschied als Oberst der achten Legion der National⸗Garde genommen.
Die France nouvelle will wissen, daß die acht Stim⸗ men, die beim Prozeß gegen die Ex⸗Minister auf Todesstrafe erkannt haben, dem Herzoge von Valmy, den Grafen Lan⸗ juinais, Boissy⸗d'Anglas, Dejean, Becker, von la Roche⸗Ay⸗ mon, dem Marquis von St. Simon und dem Baron Bois⸗
Ein Doctri⸗
Er besteht vornehmlich aus den neuen Deputirten, die bis jetzt nur Zuschauer der Debatten waren.“
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Der Abbé Locardalre, Priester und Mit⸗Redacteur des
Avenir, der vor seinem Eintritt in den geistlichen Stand Advokat war, hat den Aeltesten des Advokatenstandes seinen
Entschluß angezeigt, die Laufbahn eines Advokaten, die mit der Priesterwuͤrde keinesweges unvertraͤglich sey, aufs neue zu betreten.
Der in Marseille befindliche General Delort hat durch den Telegraphen Befehl erhalten, die auf den Hyerischen Jun⸗ seln befinblichen Piemontesischen Fluͤchtlinge und Deserteure in das Regiment Hohenlohe aufzunehmen.
Aus Toulon vom 20sten d. M. wird gemeldet: „Die Korvette „Orithyie“ und die Brigg „Rusé“ sind nach Kor⸗
sika abgesegelt.“
Der bei den letzten Unruhen verhaftete Priester, Abbé
Ridoux, ist frei gelassen worden, weil sich keine Beschuldi—⸗
gung gegen ihn als begruͤndet erwiesen hat.
Der Sohn des ehemaligen Stallmeisters der Herzogin von Berry, Herr von Mesnars, ist hier bei einem gewese⸗ nen Kammerdiener dieser Prinzessin verhaftet worden. Man soll wichtige Papiere bei ihm gefunden haben.
General Mina ist am 22sten mit der Pariser Post in
eulouse an gekommen.
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Aus dem Haag, 29. Dez. Die Ankunft des Kongreß⸗Protokolls von London, welchem die verschiedenar⸗ tigsten Deutungen im Publikum, je nach Ansichten und Wuͤn⸗ schen der Parteien und ihrer Interessen, gegeben werden, beschaͤftigt dermalen unsern Staats⸗Rath und unsere Staats⸗ maͤnner. Se. Majestaͤt der Koͤnig sollen uͤber mehrere Punkte in großer Bewegung und das Conseil nicht mit allen Ver⸗ fuͤgungen der großen Maͤchte zufrieden seyn. Leider steht un⸗ sern Sachen ein noch maͤchtigerer Gegner, als die Belgier, gegenuͤber: die Nothwendigkeit; eine Macht, deren Ein⸗
fluß man in fruͤheren Perioden verkannt hart, und deren Le⸗
ggitimitaͤt man leider in der jetzigen mehrfach anerkennen muß,
ohne von den Principien aufzuopfern. Es liegt gewiß im Vortheil der guten Sache, daß bald von Seiten der Regie⸗ rung beruhigende Erklaͤrungen uͤber den Inhalt jenes vermit⸗
etelnden Protokolls gegeben werden, um Besorgnissen der
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Schwachen und Ausstreuungen der Boͤswilligen zu begegnen.
Die oͤffentliche Meinung im Norden spricht sich entschieden
fuͤr die Beibehaltung der Schelde⸗Sperre aus; allein dieser Punkt duͤrfte unser Gouvernement in neue Konflikte mit der
Politik der Maͤchte bringen, welche einerseits den bruder⸗
moͤrderischen Streit beendigt sehen moͤchten, andererseits die Rechte des Koͤnigs der Niederlande aus natuͤrlicher Sympa⸗ thie zu schuͤtzen und, von einem dritten Stankpunkte aus, fuͤr die Aufrechthaltung des Weltfriedens und Wegraͤumung der wesentlichsten Hindernisse auch theure Zugestaͤndnisse und fuͤhlbare Opfer zu bringen sich genoͤthigt sehen. Wenn der allgemeine Wunsch des Nordens selbst auf voͤllige Trennung von Belgien fuͤr immer geht, so wird doch die Indignation uͤber das Benehmen der Machthaber in letzterem Lande, hin⸗ sichtlich der Beachtung des Waffenstillstandes, ebenfalls all⸗ gemein getheilt. Mitten im Frieden erlauben sich Streif⸗ parteien unaufhoͤrlich Angriffe in Nord⸗Brabant, und mit unerhoͤrter Treulosigkeit hat man vor Masteicht den Vertrag gebrochen und einen Handstreich ausgesonnen, welcher jedoch durch den wachsamen Muth unserer Truppen vereitelt wor⸗ den ist. Alle Unfaͤlle, die diese ungluͤckselige Revolution mit sich gebracht, kommen vielleicht noch in keine Betrachtung gegen die schaͤndlichen Verleumdungen, welche von Belgischen Journalen unaufhoͤrlich auf Rechnung der Hollaͤnder und des Koͤnigs ausgestreut werden, und welchen Franzoͤsische, Engli⸗ sche und — mit Leidwesen muͤssen wir es bekennen — sogar Deutsche Blaͤtter zum Echo dienen. Dieselben Journale, welche bis zum Augenblicke, wo ihre Redacteure und Haupt⸗ Mitarbeiter zur Theilnahnte und zum Einfluß in politischen Geschaͤften gelangt sind, nur Apologieen der Niederlaͤndischen Regierung und verachtungsvolle Ausfaͤlle gegen eine in Cha⸗ rakter, Motiven und Ereignissen so immoralische Insur⸗ rection enthielten, erroͤthen nicht, nunmehr die handgreif⸗
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ganzer Landstriche auf amtlichen Befehl und die Mißhandlung wehrloser Unterthanen gemeinsam mit den angraͤnzenden Belgischen Distrikten, uͤber welche Dinge sogar offizielle Be⸗ schwerden in bittern Tone eingetroffen sind. Nun hat sich aber erwiesen, daß Alles nur in der Einbildung gewisser Jour⸗ nalisten und in der boͤswilligen politischen Raffinerie gewis⸗ ser Agenten der Belgier besteht, welche die oͤffentliche Mei⸗ nung selbst in England, wo bisher noch manche Verschieden⸗ heit der Ansichten uͤber ihre Revolution geherrscht, zu erbit⸗ tern und gegen die Niederlaͤndische Regierung aufzureizen suchen. Daß derlei auch in Deutschen Journalen vortoͤmmt, daruͤber wollen wir ein andermal ausfuͤhrlicher zu reden Ge⸗ legenheit nehmen. Inzwischen bemerken wir bloß, daß, was die exaltirte Partei in Frankreich betrifft, der beharrliche Plan dahin geht, durch Oeffnung der Schelde den Lieblinas⸗ plan der 16 Jahre zu vervollstaͤndigen, welcher ohne dieses Zugestaͤndniß keine Fruͤchte bieten duͤrfte. Vergebens erklaͤrt sich die oͤffentliche Meinung der Antwerpener selbst, auch nach dem furchtbaren Ereigniß, uͤber das Verderbliche ihrer Trennung von Holland; die Sache wird nur dadurch entschieden werden, daß entweder diese Provinz dem Wahn⸗ bild der Belgischen Unabhaͤngigkeit zum Opfer faͤllt, oder ihre Rettung in Vereinigung mit Fraukreich suchen muß.
Aus dem Haag, 30. Dez. Vorgestern war bei Sr. Majestaͤt dem Koͤnige der Kabinets⸗Rath von 2 Uhr Nach⸗ mittags bis Abends um 8 Uhr versammelt. An demselben Abende um 9 ½ Uhr wurde noch im Ministerium der aus⸗ waͤrtigen Angelegenheiten von den Gesandten der verschiede⸗ nen Maͤchte eine Konferenz gehalten, die bis spät in die Nacht gedauert hat, und von deren Resultat auch sogleich Sr. Ma⸗ jestaͤr dem Koͤnige Bericht erstattet worden ist.
Dem Vernehmen nach, werden die Sitzungen der Ge⸗ neralstaaten um die Zeit des Monat Maͤrz wieder ihren An⸗ fang nehmen. 16
„Man versichert“, sagt das hiesige Journal, „ daß die von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige verschiedenen Belgiern aus Hoͤchstderen Privat⸗Schatulle gemachten Verschuͤsse sich auf mehr als 20 Millionen Gulden belaufen.
Die Arnhemsche Courant berichtet: „Wir verneh⸗ men, daß die Herren Serraris und Mathon, beide Belgier von Geburt und Oderst⸗Lieutenants bei der Infanterie, wie⸗ derum in aktiven Deenst gestellt werden. Beide tapfere Of⸗ fiziere, die ihren Eiden immer treu geblieben und in Bruͤssel gezeigt haben, daß sie wahrhaft Holaͤndische Herzen besitzen, verötenen in jeder Ruͤcksicht diesen ehrenvollen Beweis von Vertrauen.“
In der heutigen Staats⸗Courant liest man: „Den eingegangenen Nachrichten zufolge, haben sich die Insurgen⸗ ten neuerdings einer bedeutenden Verletzung unseres Grund⸗ gebiets schuldig gemacht, indem sie am Sonntage den 26sten d. Abends um 10 Uhr, 50—60 Mann stark, in Valkens⸗ waard erschienen und dort das Haus des Steuer⸗Einneh⸗ mers Loͤff Schuphoven ganz auspluͤnderten, diesen Beamten mit sich fortfuͤhrten und seine hoch schwangere Frau joͤmmer⸗ lich mißhandelten. Die feigherzigen Pluͤnderer haben damit gedroht, bald wieder von neuem zu erscheinen. Es sind je⸗ doch die noͤthigen Maaßregeln ins Werk gesetzt worden, um nicht allein dies zu verhindern, sondern auch allen aͤhnlichen Streifzuͤgen und gewaffneten Diebereien so viel als moͤglich zuvorzukommen. — Die Insurgenten haben dieser Tage ihre Macht vornehmlich in Baarle vereinigt gehabt, woselbst sich auch Niellon befunden zu haben scheint. Dieser hat naͤmlich auf die nachdruͤckliche Erklaͤrung des Generals van Geen, daß er die Besetzung von Baarle⸗Nassau nicht dulden wuͤrde, ant⸗ worten lassen, daß er denjenigen Theil dieser Gemeinde, der zu Nord⸗Brabant gehoͤre, raͤumen wuͤrde.“
Breda, 29. Dez. Wir erhalten so eben die sichere Nachricht, daß die Belgischen Truppen das Dorf Bgarle⸗ Nassau verlassen haben, und zwar mit Zuruͤcklassung von et⸗ wa 300 Mann, die in Baarle⸗Hertog geblieben sind.
Die Insurgenten, welche vorgestern nach Valkenswaard bei Eindhofen gekommen waren, kamen aus. Hasselt und fuͤhr⸗
ten dort ihre Raͤubereien im Namen des General Daine aus.
.berufet.
ANNçUhnndere hiesige Blaͤtter melden dagegen: „In Folge der gestern bekannt gemachten Verordnungen fanden gestern ei⸗ nige Bewegungen in Paris statt. Junge Leute von den
Schulen, 800 an der Zahl, begaben sich vom Faubourg St.
Jacques durch die Tuilerieen nach der Wohnung des General
Dem Steuer⸗Einnehmer nahmen sie 800 Gulden dem Staate
gehoͤrige Gelder, so wie außerdem von seinem Privat⸗Ver⸗
möoͤgen einige Hundert Gulden in Species, 24 silberne Loͤf⸗
fel und Gabeln und vier goldene Taschen⸗Uhren, mehrere
Juwelen u. s. w., 12 Obligationen à 1000 Fl. der Niederl. wirkl. Schuld, Russische Coupons und sämmtliche im Hause
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e a& 1b 1 lichsten Luͤgen aufzunehmen, die von im eigenen Lande Die Quotidienne bemerkt: „Die vorig nur wenig geachteten, meist mit verdaͤchtigem Auge an⸗ die kleine Woche genannt.“ ͤas(s(eblickten, auch hinsichtlich des entwickelten Talents sehr 1111X“ “ 8 1 mittelmaͤßigen Subjekten taͤglich geschmiedet werden, bloß um 5 1 E111““] 1b 2 g D“ die Neugier ihrer Leser rege zu erhalten. Unter die Erfin⸗ Lafaͤyette in der Straße Anjou. Der General traf nach dungen der juͤngsten Zeit gehoͤrt auch die Ueberschwemmung
u. 85 ö“ — 2 6 8 8 2 8 8 F 8— 8
selle de Monville angehoͤren.
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