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wenn man gleich bei dem
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meinte der Redner, wuͤrde sich nimmermehr gezeigt haben, esten Urtheile der Geschwornen
die Einmuͤthigkeit verlangt haͤtte. Hr. Ph. Dupin machte
einerseits darauf aufmerksam, daß, wenn man einst die Todes⸗ strafe abschaffen wollte, man statt ihrer doch der Gesellschaft
andere Garantieen gewaͤhren muͤßte, indem man sonst das ganze
Gebaͤude der Kriminal⸗Gesetzgebung uͤber den Haufen stoßen wuͤrde. Andererseits bestritt er die Ansicht, daß die Einmuͤ⸗ thigkeit eine Art von Unfehlbarkeit darbiete; die Erfahrung habe oft das Gegentheil gelehrt, und ihm selbst seyen zahl⸗ reiche Faͤlle bekannt, wo ein Angeschuldigten einstimmig ver⸗ urtheilt, nach Kassirung des Urthels aber eben so einstimmig freigesprochen worden sey. Die Einmuͤthigkeit gewaͤhre so⸗ nach durchaus keine Gewitheit, und er ziehe daraus den Schluß, daß man die bestehende Gesetzgebung über die Geschwornen⸗ Gerichte nicht leichthin umstoßen duͤrfe. — Die Fortsetzung der Berathung wurde, da die Versammlung nicht mehr zahl⸗ reich genug war, auf den folgenden Tag verlegt. Vor dem Beginne der oͤffentlichen Sitzung wollte man sich an diesem
Tage in den Bureaus mit einer Proposition des Hen. Dau⸗ nunt beschaͤftigen, die, wie man aͤußerlich vernimmt, dahin gehen soll, denjenigen Staats⸗Beamten, die zugleich Depu⸗
tirte sind, ihr Gehalt waͤhrend der Dauer ihrer gesetzgeben⸗ den Functionen zu entziehen.
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Pearis, 11. Jan. Se. Majeszaͤt arbeiteten gestern hin⸗ er einander mit dem Minister des oͤffentlichen Unterrichts, em Großsiegelbewahrer und dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten. 1 Am 5ten d. M haͤndigte der Koͤnig dem Baron Den⸗ r Afrikanischen Armee, Ehrenlegion ein.
die Insignien eines Groß⸗Offiziers der
Das Wahl⸗Kollegium des 7teu B
nié, gewesenen Ober⸗Intendanten de Bezirks des Seine⸗De⸗ 5
partements ist auf den 10. Febr. ei
lichen Unterrichts, zu einer neuen Deputirten⸗Wahl zu schreiten.
Durch eine Koͤnigl. Verordnung vom 9ten d. M. wer⸗ den die acht Pensionair⸗Stellen, zu 1090 Fr. jede, bei der polytschnischen Schule, welche fuͤr nnbemittelte Zoͤglinge die⸗
ser Anstalt zur Verfuͤgung des Ministeriums des Innern ge⸗
stellt sind, fuͤr dieses Departement aufs neue besraͤtigrt. Sie koͤnnen in Halb⸗Pensionair⸗Stellen getheiit und vorzugsweise denjenigen Zoͤglingen verliehen werden, welche sich fuͤr den Staatsdienst in dem genannten Departement bestimmen. Laut derselben Verordnung werden die vier Pensionair⸗ Stellen, gleichfalls jede zu 1000 Fr., bestaͤtigt, welche zur Verfuͤgung des Marine⸗Ministeriums zu Gunsten unbemit⸗ telter Zoͤglinge derselben Anstalt, die sich dem Dienste bei diesem Departement widmen wollen, gestellt sind. hen
Die Gesetz⸗Sammlung enthaͤlt in ihrer neuesten Num⸗ mer fuͤnf von Sr Majestaͤt Karl X. in den letzten Tagen seiner Regierung erlassene Verordnungen, mit dem Bemerken,
daß diese Aktenstuͤcke, die bisher noch keine Oeffentlichkeit er⸗ halten haͤtten, nur der historischen Vollstaͤndigkeir wegen be⸗ kannt gemacht wuͤrden. Durch die erste dieser Verordnun⸗ gen, kontrasignirt von dem Fuͤrsten von Polignae, wird der Herzog von RNagusa zum Befehlshaber der 1sten Militair⸗ Diviston, durch die zweite, kontrasignirt von Herrn von Chantelanze, wird der Herzog von Mortemart zum Praͤst⸗ denten des Minister⸗Rathes und Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, durch die dritte Hr. C. Périer zum Finanz⸗
Minister, und durch die vierte der General⸗Lieutenant Graf
v. Gérard zum Kriegs⸗Minister ernannt. Die erste Verord⸗ nung ist vom 25sten, die drei andern sind vom 29. Juli da⸗ tirt. Mittelst einer fuͤnften Verordnung, gleichfalls vom 29. Jmi, werden die Verordnungen vom 25sten wegen Einstel⸗ lung der Preßfreiheit, Einfuührung eines neuen Wahlsystems,
Zusammenberufung der Kammern und mehrerer Ernennun⸗
gen von Staatsraͤthen zuruͤckgenommen. 5te Verordnung ist von dem Herzoge v. Mortemart kontra⸗
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iihre Arbeiten wieder zu beginnen.
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Die Zte, 4te und
signirt. Nach der letzten findet sich in der Gefetz⸗Sammlung fol⸗ gende Anmerkung: „Aus einem Schreiben des Herzogs von Mortemart vom 25. Sept. v. J. erhellt, daß die am 28. Juli erlassene Verordnung, wodurch Paris in Belagerungs⸗Zustand erklaͤrt, und die in einigen Exemplaren einer später unter⸗ druͤckten Nummer des Gesetz⸗Bulletins den Behoͤrden der Hauptstadt mirgetheilit wurde, von ihm (dem Herzoge) auf
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sp'ciellen Befehl Koͤnig Karl's X. zuruͤckgenommen worden
ist; jedoch ist dieser halb keine Verordnung erlassen worden.
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Am 30. Juit forderte der Herzog v. Mortemart, wie aus enem Schreiben des Groß Referendarius der Pairs⸗Kammer erhellt, die Preͤsidenten der Gerichtshoͤfe und Tribunale auf, p 1 In seinem Schreiben vom 25. Sept. fuͤgt iici Herzog v. Mortemart hinzu, daß
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außer den vier Verordnungen, von denen
88 blere 1— er die Abschriften bei der Pairs⸗Kammer, die Originale aber auf dem Rath⸗ hause, wo sie sich nicht vorgefunden haben, niedergelegt hat,
mehrere andere ebenfalls von ihm kontrasignirte Verordnun⸗
gen vorhanden gewesen sind, von denen einige conditionell,
andere in blanco waren, die he jedoch vernichtete, als sie nutz⸗
los geworden waren.“
Die mit der Pruͤfung des neuen Wahlgesetzes beaustragte Kommission der Deputirten⸗Kammer hat Hrn. Royer⸗Col⸗ lard zu ihrem Praͤsidenten und Hrn. Berenger zum Seere⸗ tair ernannt. Der Courrier françgais bemerkt daruͤber:
„Die Majoritaͤt der Kommission, die aus den Herren Royer⸗
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Collard, Humann, Pelet, Vatimesnil und Gautier besteht,
V gehoͤrt der Partei des Widerstandes, d. h. den Doecetrinairs,
an; die Minoritaͤt besteht aus den Herren Sappey, Beren⸗ ger, Girod vom Ain und v. Sade. Die Kommission ver⸗ wirft, wie man behauptet, die Verdoppelung der jetzigen An⸗ zahl der Waͤhler und will lieber einen bestimmten Wahl⸗ Census haben ; um diesen Census festzustellen und die Anzahl der Waͤhler kennen zu lernen, will sie Nachweisungen vom Ministerium verlangen. Die Herbeischaffung dieser Nachwei⸗ sungen wird die mit so großer Ungeduld erwartete Diskus⸗ sion uͤber das Gesetz nutzlos verzoͤgern. Denn, in der That, was liegt daran, die Zahl der Waͤhler zu wissen, wenn man einen bestimmten Census aufstellen will? Es ist eine Frage der reinen Neugierde. Hr. v. Sade, ein Deputirter von der
Linken, hat uͤber Hrn. v. Rambuteau, einen Doctrinair,
1 berufen, um, in Folge der Ernennung des Herrn Barthe zum Minister des oͤffent⸗
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hat hier zum ersten Male seit der letzten Revolution eine
nur als der Aeltere den Sieg davon getragen, beide hatten sonst gleiche Stimmen fuͤr sich. Eigentlich befinden sich also in der Kommission sechs Maͤnner von der Widerstand lei⸗ stenden und drei von der vorwaͤrts strebenden Partei. Das⸗ selbe Verhaͤltniß findet in der Kammer statt. Das Schicksal des Wahlgesetzes laͤßt sich demnach voraussehen.“ Der bekannte General Montholon hat folgendes Schrei⸗ ben an die Redaction des Courrier frangais gerichtet: „ In dem Augenblicke, wo die Deputirten⸗Kammer sich mit dem Wahlgesetze beschaͤftigt, halte ich es fuͤr Pflicht, meinen Mit⸗ buͤrgern die Anscht Napoleons uͤber diese große Frage mit⸗ zutheilen: „„Jedes Wahlsystem, dessen Grundlage nicht diese ist, jedem auf den Listen der National⸗Garde stehenden und mindestens 25 Jahr alten Franzosen das Wahlrecht zu ertheilen, wuͤrde eine Taͤuschung und eine Verletzung der Rechte seyn, die das Franzoͤsische Volk sich durch die Fort⸗ schritte seiner Civilisation erworben hat.“ Diesen großen Gedanken diktirte mir Napoleon am 28sten Maͤrz 1821 auf St. Helena; er gehoͤrt zu den Noten, die er fuͤr die politi⸗ sche Erziehung seines Sohnes bestimmte.“ Dem National zufolge zaͤhlt der Verein von Depu⸗ tirten der linken Seite, der seine Versammlungen bei Lointier in der Straße Richelieu haͤlt, bereits 125 Mitglieder und besteht groͤßtentheils aus den in die Kammer gekommenen neuen Deputirten. Bisher seyen drei Sitzungen gehalten worden, eine vierte werde naͤchsten Freitag stattfinden und der Verein sich ausschließlich mit der Pruͤfung des Wahlge⸗ setz⸗Entwurfs beschaͤftigen. b Das Journal de Rouen glaubt, der Pairs⸗Hof werde sich nun auch bald mit dem Urtheil uͤber die entflohe⸗ nen drei Ex⸗Minister beschaͤftigen, da der Beschluß der De⸗ putirten⸗-⸗Kammer nebst dem Urtheile des Pairs⸗Hofes auf Veranlassung des Barons Pasquier dem Baron von Haus⸗
sez in der Person des Maire von Neufchatel notifizirt wor⸗
den sey. 8 Der hiesige Assisenhof sprach gestern das Urtheil uͤber vier, waͤhrend der letzten Dezember⸗Unruhen verhaftete Indi⸗ viduen, die der Beschimpfung der National⸗Garde und der Aufreizung zur Ermordung der Ex⸗Minister angeklagt wa⸗ ren; das eine dieser Individuen wurde zu 1monatlichem, das andere nur zu 15taͤgigem Gefaͤngniß verurtheilt, und zwei wurden ganz freigesprochen. Eme
Der Prozeß gegen das Journal l'Avenir wird am 29. d. M. vor den hiesigen Assisen verhandelt werden. Die Ver⸗ theidigung des Abbé v. Lamennais, als Verfassers des ange⸗
schuldigten Artikels, hat ein junger Advokat aus Angers, Na⸗ mens Janvier, uͤbernommen. 8* Unter den mit dem Planiren des Marsfeldes beschäͤftig⸗
ten Tageloͤhnern zeigten sich gestern unruhige Bewegungen; sie verlangten eine Erhoͤhung des Tagelohns. Die Behoͤrde, im voraus von dem Komplotte unterrichtet, hatte mit dem fruͤhesten Morgen ein Bataillon der National⸗Gaede in der Naͤhe aufgestellt, welches einige zwanzig Raͤdelsfuͤhrer ver⸗ haftete und den Gerichten uͤbergab.
Das Journal des Débats meldet aus Avignon vom 2. Jau.: „Gestern Abend und in der verwichenen Nacht⸗
verflossen.
dig organisirt. an und treten in Verbindung mit den Eingebornen. — Der Bey von Titeri, der sich in der hiesigen Quarantaine befin⸗ det, wird bald freie Praktika erhalten und sich, dem Verneh⸗ men nach, dann sogleich nach Paris begeben. Die Infantin
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aufruͤhrerische Bewegung stattgefunden, die aber durch die schnellen und kraͤftigen Maaßregeln des Praͤfekten sogleich im Keime erstickt wurde. Am 31. Dezember und gestern hatte sich hier das Geruͤcht verbreitet, daß man in Paris die Re⸗ publik proklamirt habe, daß die Hauptstadt der Anarchie Preis gegeben sey, und daß die weiße Fahne bald wieder werde aufgepflanzt werden; in wenigen Tagen werde dieselbe auch in Avignon wieder zum Vorschein kommen. Gestern Abend um 8 Uhr wurden in Folge dieser Geruͤchte zwei Praͤ⸗ fektur⸗Beamte angefallen, zu Boden geworfen und gemißhan⸗ delt; auf eine Patrouille wurden aus einem Hause Steine geschlendert; in verschiedenen Vierteln der Stadt wurden die Fenster eingeworfen. Mehrere Verhaftungen haben stattge⸗ funden und werden nach Maaßgabe der eingeleiteten Unter⸗ suchungen fortgesetzt. Die allgemeine Ruhe ist weiter nicht gestoͤrt worden. Heute wurde eine Revue uͤber die Natio⸗ nal⸗Garde abgehalten; der ganze Tag ist vollkommen ruhig Der Praͤfekt wurde von dem Maire und dem Substituten des Koͤnigl. Prokurators thaͤtig unterstuͤtzt; eben
so war der General Eymar mit den Linientruppen bereit,
seine Pflicht zu thun, jedoch reichten die den Dienst haben⸗
den Piquets der National⸗Garde hin, den Aufruhr zu un⸗ terdruͤcken.“
Aus Toulon vom Aten d. M. wird gemeldet: „In
einem hier eingegangenen Schreiben aus Algier vom 22sten Dez. ist von einer Ruͤckkehr des General Clausel mit keiner
8. 2 2 2 222 Sylbe die Rede. Die dortige Verwaltung ist jetzt vollstaͤn⸗ Es kommen viele Europaͤer in der Kolonie
Donna Anna von Portugal, (Gemahlin des Marquis von
Loulc) ist noch hier, zeigt sich aber wenig oͤffentlich; sie wird sich bald an Vord der Fregatte begeben, die sie nach Brasi⸗
lien fuͤhren soll. Die Ausruͤstung der Linienschiffe und Fre⸗ gatten im hiesigen Hafen wird fortgesetzt.“
General Mina ist am 3ten d. M. von Bordeaux in Toulonse angekommen und hat sich von dort nach Cambo begeben, wo der General Jauregui, genannt el Pastor, ge⸗
faͤhrlich krank liegt.
Die Gazette de France versichert, in dem verwiche⸗ nen Vierteljahre einen Zuwachs von 4000 Abonnenten erhal⸗
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d zuz no uendaine dah lande. Aus dem Haag, 14. Jan. Die abgeschmackten Berichte, welche von einigen unverbesserlichen Werkzeugen der Thorheit und Selbstverblendung, auf Unkosten unseres Mo⸗ narchen, noch taͤglich geschmiedet und von Franzoͤsischen Blaͤt⸗ tern mit Willfaͤhrigkeit geglaubt und aufgenommen werden, haben hier bei ihrer Durchlesung nur verachtungsvolles Mit⸗ leid erregt. Einer Wiberlegung beduͤrfen sie hier nicht und
wohl auch kaum fuͤr das verstaͤndige Ausland, wiewohl man
sich dort kaum einen gehoͤrigen Begriff von der maäͤnnlichen Wuͤrde und Selbstverlaͤugnung machen kann, mit welcher der Monarch alle schwere Schlaͤge des Schicksals getragen, so wie von der Standhaftigkeit in der Behauptung aller alten Gefuͤhle und Ansichten, von den unermuͤdlichen geistigen An⸗ strengungen, denen er, oft bis tief in die Nacht, sich hin⸗ iebt, und endlich von der neugewonnenen Frische und Ela⸗
sticitaͤt seines Geistes und der unverwuͤstlichen Guͤte seines
Herzens. Auch die schreiendsten, empoͤrendsten Zuͤge von menschlicher Schlechtigkeit haben ihm den Glauben an das Bessere im Menschen nicht geraubt; er hat dafuͤr in der selbstaufopfernden Treue und in dem durch keine Widerwaͤr⸗ tigkeiten geschwaͤchten Enthusiasmus der Hollaͤnder, ferner auch in der spaͤten, aber sichtbaren Reue des einen und dem verzweiflungsvollen, sehnsuͤchtigen Ruͤckblicke eines andern Theils der aufgestandenen Provinzen Belgiens, Ersatz und Genugthuung erhalten. Der Koͤnig, welcher fast alle wich⸗
gb tigere Zeitungen liest, hat uͤber seine eleusinischen Spazier⸗
gaͤnge nach Scheveningen in Gesellschaft des Herrn van Maanen, über die Flucht⸗Anstalten zur See und uͤber des
JZJustiz⸗Ministers demagogische Umtriebe fuͤr die Stadhouder⸗
Wuͤrde, bel der bevorstehenden Wiederherstellung der Republik, — lauter Dinge, die von den Franzoͤsischen Journalen so treuherzig verbreitet werden, — nicht wenig gelacht. Es waͤre einmal Zeit, ein System aufzugeben, welches der guten Sache, die man doch im Auge haben will, keinen Nutzen und Gewinn bringt, son⸗ dern vielmehr dem Gegner Waffen in die Hand liefert, zum Lachen oder zur Indifferenz. Eine gute Sache bedarf weder Winkelzuͤge noch Seitenwege, weder Sophismen noch Luͤgen. Waͤhrend jedoch Belgische und Franzoͤsische Journale Aben⸗
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11111111111666“*“ “ teuerlichkeiten jeder Art ihren Lesern oftmals auftischen, ste⸗ hen auch manche Hollaͤndische in Absurditaͤten unt Unklug⸗ heiten nicht zuruͤck. Es ist wohl an der Zeit, gegen die Auf⸗ reizungen einer gewissen Partei zu Felde zu ziehen; aber man
treffe die Urheber und nicht die Gesammtmasse; blinder Haß
erregt Unwillen vor einem hoͤheren geistigen Gericht, aͤußere er sich nun auf dieser oder auf jener Seite. Große Unklug⸗
heiten begehen zuweilen, unserer Meinung nach, unter den
Hollaͤndischen Blaͤttern besonders die „Nederlandsche Gedach⸗
ten“, welche durch einzelne historische Vorfaͤlle der neuesten Zeit
zwar gerechtfertigt, aber doch im Widerstreit mit der Mehrzahl
auch der legal gesinntesten Publizisten und Staatsrechts⸗Lehrer Grundsaͤtze aufstellen, welche die Gegner begierig als Waffe gegen sie ergreifen, und wodurch sie Handlungen zu rechtfer⸗ tigen in den Stand gesetzt werden, welche den Gegenstand der dermaligen allgemeinen Krise bilden. Man dient der Monarchie nicht, und im jetzigen Zeitpunkte besonders nichr, wenn man den Absolutismus in der Art vertheidigt, wie es hier und da die „Nederlandsche Gedachten“ thun. Man ver⸗
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langt heutzutage die Herrschaft des Gesetzes, aber auch
ganz, und daruͤber sind alle Parteien einig. Aus dem Haag, 14. Januar.
Den Berichten des
Provinzial⸗Kommandanten von Zeeland zufolge hat am
ten d. auf der Straße vor Aardenburg ein Scharmuͤtzel zwischen unseren Truppen und den Insurgenten stattgefun⸗ den. Die Letzteren, die dabei auf dem Gebiete von Ost⸗ Flandern blieben, fingen an, Feuer zu geben, wiewohl auch unsere Truppen das Zeelaͤndische Gebiet nicht verlassen hat⸗ ten. Der Feind zog sich jedoch zuruͤck. Von unserer Seite wurde ein Unter⸗Offizi
verwundet. Die Belgier verloren bei dieser Gelegenheit, wie die Staats⸗Courant berichtet, 5 Todte, unter de⸗ nen sich 3 Einwohner des Ost⸗Flandrischen Dorfes Mal⸗ deghem befinden, und 7 Verwundete.
Koͤnigl. Truppen begannen, hat aus Einwohnern von Mal⸗ deghem bestanden, die bereits fruͤher an dem Gefechte von Oostburg Theil genommen hatten. 1
Das heutige Journal berichtet: „In dem Augen⸗ blicke, da wir unser Blatt zur Presse geben wollen, theilt man uns mit, daß ein von London in der vorigen Nacht hier angekommener Courier der Ueberbringer eines Pro⸗ tokolles sey, in welchem den Belgiern aufgegeben wird, ihre Truppen wiederum die Stellungen einnehmen zu las⸗ sen, in denen sie sich am 21. November v. J. befun⸗ den haͤtten; zugleich wird ihnen, wegen ihrer durch die
Versuche gegen Mastricht dargethanen Verletzung der Waffen:
ruhe, das lebhafte Mißvergnuͤgen der Konferenz zu erkennen gegeben. Wenn sich diese Neuigkeit bestaͤtigt, so scheint sie mindestens fuͤr den gegenwaͤrtigen Augenblick die Einstellung der Bewegungen zur Folge zu haben, zu denen unser tapfe⸗ res Heer den Befehl erhalten hatte.“
Von Mastricht sind noch keine neuere Nachrichten hier eingegangen. Bis zum 9ten d. hatte sich nichts Bemerkens⸗ werthes in der Gegend dieser Festung zugetragen. Unsere Teuppen haben folgende Stellung eingenommen: Die Vorhut befindet sich in Valkenswaard, der Mittelpunkt des Heeres in Eindhoven und die Reserve in Tilburg. Die Leidenschen Jaͤger kampiren in Oosterwyk, die Utrechter in Tilburg und die Nord⸗Hollaͤndischen Schuttereien in Erschot, Oosterwyk und Morgestel.
Antwerpen, 12. Jan. Damit Ereignisse der Art, wie das gestern gemeldete, nicht mehr stattfinden koͤnnen, ist jetzt ein Hollaͤndisches Kanonierboot an einem Punkte auf⸗ gestellt, von dem aus jede ohne Visitirung beabsichtigte Ein⸗ fahrt in unsern Hafen verhindert werden kann.
Bruͤssel, 13. Jan. Bei der vorgestrigen Berathung des Kongresses uͤber den auf die Erwaͤhlung des Staats⸗ Oberhauptes Bezug habenden Antrag der Central⸗Section, sprachen sich mehrere Mitglieder aus den Wallonischen Pro⸗ vinzen auf das entschiedenste fuͤr eine Anschließung an Frank⸗ reich aus, und zwar trotz dem, daß ihnen eben auf offtzielle Weise mitgetheilt worden war, Frankreich wolle weder die Vereinigung Belgiens, noch einen Belgischen Herrscher aus dem Franzoͤsischen Regentenhause. Namentlich sprachen mehr oder minder in jenem Sinne die Herren Blargnies (vom Sn; Seron (aus Philippeville), Lardinois und
avignon (aus Verviers) und Claus (aus Mons). Herr 8
Charles Rogier entwickelte seine Ansschten zu Gunsten der Erwaͤhlung des Prinzen Otto von Batern, der, wie er meinte, noch in dem Alter sich befaͤnde, um in Belgien eine con⸗
stitutionnelle Erziehung zu erhalten. Einige Deputirte, wie Herr⸗
Werbroek Pieters (aus Antwerpen) und Hr. von Lie⸗ del de Well (aus Mastricht) meinten, man duͤrfe die Wahl
ier getoͤdtet und ein Tirailleur am Arm
w Der groͤßere Theil der bewaffneten Insurgenten, welche das Gefecht gegen die
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