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Denn jederzeit wird es ein hoͤchst gewagter Schluß blei⸗ ben, wenn aus der numerischen Hoͤhe der Abgaben allein auf den mehr oder mindern Druck, welchen der Pflichtige beim Abtrag seiner Schuld empfindet, gefolgert werden soll. Die richtigere oder unrichtigere Vertheilung der Abgabe auf die Einzelnen, welche sie entrichten sollen, die Erleichterungen,
welche bei dem Abtrag derselben dahin gewaͤhrt werden, daß
letzterer dem Pflichtigen fast unmerklich wird, oder im entge⸗ gengesetzten Sinne die Erschwerungen, welche bewirken, daß der eigentliche Beitrag zu den Staatslasten sich durch Ver⸗ lust von Zeit und Kraft beim Zahlungs⸗Akte oder bei den ihm vorangehenden Formalitaͤten erhoͤht und verdoppelt, end⸗ lich und hauptsaͤchlich der durch die Erhebungs⸗ und Beauf⸗ sichtigungs⸗Art der Steuer wesentlich bedingte Spielraum, welcher den Pflichtigen zur freien Anwendung ihrer produk⸗ tiven Kraͤfte und industriellen Thaͤtigkeit verstattet oder be⸗ schraͤnkt wird; das Alles sind nur einige der in den Steuer⸗ Einrichtungen selbst liegenden Momente, welche viel wesentli⸗ cher auf die Loͤsung des großen Problems uͤber wirkliche oder vermeintliche Steuer⸗Ueberbuͤrdung, und auf die Beurtheilung des zwischen Kraft und Last stattfindenden Verhaͤltnisses ein⸗ wirken, als die Vergleichung der nackten Zahlen⸗Resultate
und die Berechnung der letztern auf die vorhandene Kopfzahl,
oder gar auf die zum Staats⸗Gebiet gehoͤrigen Quadrat⸗ meilen.
Wir glauben, uns der Zustimmung der Verstaͤndigeren versichert halten zu koͤnnen, wenn wir, auch in Bezug auf die eben angedeuteten Momente, fuͤr das Preußische Steuer⸗ System das Anerkenntniß, nicht einer schon erreichten Voll⸗ kommenheit, wohl aber eines regen und besonnenen Fortschrei⸗
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tens zum Bessern, in Anspruch nehmen. 1“
Wissenschaftliche und Kunst⸗Nachvichten.
Ein Schreiben aus Weimar vom 11ten d. meldet: Seit Anfang d. J. ist hier ein Lese⸗Muͤseum entstanden, wel⸗ ches sich vieler Verguͤnstigungen von Seiten der hoͤchsten Per⸗ sonen unseres Großherzoglichen Hauses zu erfreuen hat. Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog haben diesem Museum nicht allein eine Anzahl Zimmer im Fuͤrstenhause zur freien Dis⸗ position uͤberlassen, sondern auch Befehl ertheilt, dieses Mu⸗
Das amtliche Verzeichniß des Personals nd der Stu— direnden der hiesigen Friedrich⸗Wilhelms⸗Universitaͤt fuͤr den
laufenden Winter, mit Angabe der Wohnungen, ist im Druck
erschienen und in der Nauckschen Buchhandlung, Hausvogtei⸗ Platz Nr. 1., so wie auf der Universitaͤts⸗Reglstratur bei 888 Logis⸗Kommissar Wernicke, geheftet fuͤr 7½ Sgr. zu Berlin, den 15. Januar 1831. Der Rektor und der Richter der Universttaͤt. “ Boͤckh. Krause.
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“ Konigliche Schauspiele. “
gehren: Fidelio, Oper in 2 Abtheilungen; Musik von L. van
Beethoven. (Mad. Schroͤder⸗Devrient: Fidelio, als Gastrolle.) Im Schauspielhause: 1) L'artiste, vaudeville en 1 acte.
2) Un moment d'imprudence, comédig en 3 actes. Donnerstag, 20. Jan. Im Schauspielhause: Zum er⸗
stenmale: Friedrich August in Madrid, Original⸗Scha
in 5 Abtheilungen, von C. Blum. “
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IKanigstaͤdtisches Theater.
Mittwoch, 19. Jan. Zum erstenmale: Der Wald bei
Herrmanstadt, Melbdrama in 4 Akten, von Frau von Wei⸗
ßenthurn. Donnerstag, 20. Jan. Zauberspiel in 2 Akten.
Der Diamant des Geisterkoͤnigs,
8 rTLiner Dörse., DOen 18. Januar 1831. 8 nn ., 16b 11 Fanger.
Amtl. Fonds- m
I. Seld.] FSrier SGeld. 886 ⅞ [Ostpr. Pfandbrt.] 4] 95 Pomm. Pfandbrf. 102G
St.-Schuld-Sch. Pr. Engl. Anl. 18
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nd Geld-Cours-Zettel. (Preuss. Cour. 8
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19. Jan. Im Opernhause: Auf vieles Be⸗
Reoeoese, von St. Petersburg.
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Amtliche Nachrichten. A4“
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Stadtrath Friedrich Wilhelm Boͤhm und den Kaufmann Friedrich Wil⸗ helm Burdach zu Koͤnigsberg zu Kommerzien⸗ und Ad⸗ miralitaͤts⸗Raͤthen und kaufmaͤnnischen Mitgliedern bei dem Kommerzien, und Admiralitaͤts⸗Kollegium zu Koͤnigsberg in Preußen zu ernennen geruht.
Des Koͤnigs Majestaͤt haben den Kaufmann Heinrich Burghard Abegg zu Danzig zum Kommerzien⸗ und Ad⸗ miralitaͤts⸗-Rath und kaufmaͤnnischen Mitgliede bei dem Kom⸗ merz⸗ und Admiralikaͤts⸗Kollegium in Danzig zu ernennen
Se. Koͤnigl.
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burg⸗Strelitz, ist von hier nach Neu⸗Strelitz abgegangen.
Angekommen: Der General⸗Konsul zu Ma 11“
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Berlin, Donnerstag den 20sten
vei 9 2 niedergelegte Proposition, da 3 Bureaus fuͤr die Vorlesung derselben gestimmt, zur oͤffentlichen Kenntniß gebracht. Die⸗ selbe lautet also: „Jeder Deputirte, der außerhalb Paris ein oͤffentliches Amt verrichtet, soll waͤhrend der Zeit, daß die Kammern versammelt sind, aufhoͤren, das damit ver⸗ knuͤpfte Gehalt zu beziehen.“ In der Sitzung vom 15ten wollte Hr. v. Dollon feinen Antrag naͤher entwickeln. — Hierauf wurde die Diskusston uͤber den Gesetz⸗Ent⸗ wurf wegen der Zusammenstellung und Entscheidungsweise der Assisenhoͤfe wieder aufgenommen. Herr v. Gaujal hatte Tages zuvor den Vorschlag gemacht, die Todesstrase nur dann eintreten zu lassen, wenn die Jury in ihrer Entscheidung einmuͤthig gewesen waͤre. Der Graf Gaëtan v. Larochefou⸗ cauld unterstuͤtzte diesen Antrag. Bei großen Verdrechen, meinte er, werde diese Einmuͤthigkeit leicht zu erzielen seyn und keinesweges, wie Einige solches geglaubt, die Ungestraft⸗ heit nach sich zichen; wenn uͤberhaupt ein Irrthum moͤglich waͤre, so lasse ein solcher sich eher annehmen, wenn die Ge⸗
schwornen nicht einstimmig, als wenn sie einstimmig gewe⸗
8 Iare.
sen waͤren; es sey nicht die Absicht, bei abweichender Mei⸗
nung eines einzigen Geschwornen, den Angeschuldigten frei zu
sprechen, sondern nur eine Verwandlung der Todesstrafe in
die ihr zunaͤchst kommende haͤrteste Strafe zu bewirken. v. la Pinsonnisre bestritt diese Ansicht.
werther Kollege, Hr. Gaujal“, aͤußerte er, „ist der sehr richtigen
„Unser ehren⸗
Igs⸗Nachrichten. b “ E11“ Meinung, daß die Gesellschaft nur dann strafen duͤrfe, wenn A usland. —* s1˖;ddie Nothwendigkeit dazu vorhanden sey, und daß diese Noth⸗
““ EEE1]q swendigkeit mer vorhanden sey, wenn das Verbrechen er⸗ “ -cih. ssiesen worden. Wie soll aber dieser Beweis gefuͤhrt wer⸗ Pairs⸗Kammer. In der Sitzung vom 11. Jan. den? Nach moralischer oder nach gesetzlicher Ueberzeugung?
101 ¾
Kur- u. Neum. do. [Schlesische do. Rkst. C. d. K.-u. N. Z.-Sch. d. K.- u. N.
Pr. Engl. Anl. 22 Pr. Engl. Obl. 30 Kurm. Ub. m. l. C. Neumn-Int. Sch. d. Berl. Stadt-Ob.
seum durch die Großherzogliche Bibliothek mit allen literari⸗ schen Huͤlfsmitteln zu unterstuͤtzen, welche zu moͤglichster Foͤr⸗ derung dieses neuen Instituts dienen koͤnnen. An der Spitze desselben stehen gegenwaͤrtig: General⸗Superintendent Roͤhr,
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Ober⸗Medizinalrath von Froriep, Geheimerath von Muͤller u. A. — Herr Ober⸗Marschall Freiherr von Spiegel, der seit einigen Jahren der Leitung unseres Hof⸗Theaters als Ober⸗Intendant vorsteht und dasselbe durch seinen gelaͤuter⸗ ten Geschmack, durch seinen richtigen Takt fuͤr das Schick⸗ liche und Ansprechende, so wie durch das Sinnige, Eingreifende und Ueberraschende seiner Anordnungen, auf eine bedeutende Hoͤhe gebracht, hat uns in diesem Win⸗ ter mehrere herrliche Genuͤsse durch das Auftreten frem—⸗ der Kuͤnstler gegeben. Eine solche sehr erfreuliche Er⸗ scheinung war in diesem und dem vorigen Monate unter Andern auch Herr Devrient aus Berlin, der sich uns in einer Reihe Gast⸗Darstellungen, als einen geistrelchen, vielseitig ge⸗ bildeten, sinnigen und gewandten Kuͤnstler zeigte und uns
vis durch sein treffliches Spiel oͤfters zu lauten Aeußerungen unnserer Anerkennung hinriß. 1 thuͤmlichkeit in einzelnen Rollen und seine dadurch bedingte
Seine unnachahmliche Eigen⸗
Vielseitigkeit ließ uns bemerken, daß sein individuelles Spiel immer meisterhaft war, wenn auch einige Stuͤcke, in denen
eer auftrat, als solche, nicht ganz ansprechen wollten. den Rollen: sogar seine Kraͤnklichkeit und Schwaͤche sich trefflich zur
In Lorenz Kindlein und Schewa — in denen
Wahrheit paßten — und in der Rolle des Lear — wo er
ddiese Kraͤnklichkeit und Schwaͤche durch den hoͤchsten Kraft⸗ veh Kbertreffliche.
Aufwand zu verdecken wußte — erreichte er selbst das Un⸗ Der Umstand, daß der wackere Kuͤnstler fast
gzedesmal herausgerufen wurde — was auf unserem Hofthea⸗
teer sonst nicht gebraͤuchlich ist — zeugt, wie wir seine Lei⸗ stungen aufgenommen haben.
Auf allgemeines Verlangen
wiederholte er gestern die Rolle des Schewa und schloß
mit derselben seine Gastrollen. —
F. einen Brillantring huldreichst uͤberreichen lassen. Paris, 12. Jan. 5proc. Rente pr. compt. 92. 70. fin cour 92. 75. 3proc- Neapol. pr. compt. 62. 80.
F
1 Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog haben Herrn Devrient vor seiner Abreise noch
8
b5proc. Rente pr. compt. 92. 65. fin cour. 92. 70.
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Königsbg. do. Elbinger do. Danz. do. in Th. IWVestpr. Pfdb. Grofshz. Pos. do.
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2 Holl. vollw. Duk. 36 ½4 Neue dito 89 Friedrichsd'er. 89¾ Disconto.
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Preuss. Cour. Brief.] Geld.
Wechsel-Cours.
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Kurz
2 Mt. Kurz
2 Mt. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Mt. 3 Woch.
Kurz
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80
100½ 99 ½ 101³ 101 ¾ 29½
250 Fl. 250 Fl. 300 Mk. 300 Mk. 1 LStl. 300 Fr. Eöe . 150 F!l. . 100 Thl. 100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl. 600 Fl.
Amsterdam .. diun Hamburg dito. London Paris en in 20 Xr.. ugsburg Breslau F Leinatis . .. Frankfurt 2. M. WZ. Petersburg BN... Warschau
141 ½ 150 ½ 149 ½ 6 20¾
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Auswärtige Börsen‚ä.
Niederl. wirkl. Schuld 40 b5—, Kanz-Bill. 16. et z6alesh98
“ 8 Paris, 11. Januar.
Z proc. compt. 61. 15, fin cour. 61. 20. 5proc. Neap. pr. compt. 62. 70. fin cour. 62 75. 5proc. Span. Hente perp. 46. ““
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Hierbei Nr. 3 des Allgemeinen Anzeigers.
1 Neueste Boͤrsen⸗Nachrichten. Pr. compl, 61. 25. fin cour. 61. 30. 5proc. Frankfurt a. M., 15. Jan.
Bank⸗Actien 1276. 1273,
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1 Gedruckt bei A. W. Hayn.
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Oesterr. 5proc. Metall. 90 3. Partial⸗Oblig. 117 ⅛. Loose zu 100 Fl. 171 ½ B. Poln. Loose 42 ⅛. 42.
lin cour. 62. 85. 5proc. Span. Rente perp. 46.
90 ½. 4proc. 79 ⅞. 79 ½. 2 ⅞proc. 45 ⅞. 1proc. 19 ⅞. B.
8 Mitredacteur Cottel.
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Reaedacteur Joh
Oester. 5proc. v“ “ “
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dels.
vornehmlich dem
Marquis v. Dollon (nicht Hrn.
wurde zuvoͤrderst eine Kommission zur Pruͤfung des Gesetz⸗
Entwurfs wegen kuͤnstiger Besoldung der israelitischen Geist⸗ lichkeit ernannt. — Hierauf begannen die Berathungen uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen Unterdruͤckung des Sklavenhan⸗ Die 17 Artikel des Entwurfes wurden ohne irgend eine erhebliche Diskussion mit den von der Kommission in Antrag gebrachten Amendements angenommen, worauf das ganze Gesetz mit 100 Stimmen gegen 6 durchging.“) An der Sa emn waren jetzt die Berathungen uͤber den Gesetz⸗Entwurf, wodurch das Pensions⸗Gesetz vom 11. Sept. 1807 aufgehoben und die seitdem bewilligten Pensionen einer Revision unterworfen werden sollen. Kein einziger Redner ließ sich daruͤber vernehmen. Der Berichterstatter, Herzog v. Broglie, allein bemerkte, daß die Gruͤnde, welche die Kommission bewogen, auf die Verwerfung des Gesetz⸗Ent⸗ wurfes anzutragen, falsch verstanden worden waͤren; eines ihrer Haupt⸗Motive sey, daß die Maaßregel den Bestim⸗ mungen der Charte zuwiderlaufe, und zwar nicht sowohl dem 69sten Artikel, der den Militairs und ihren Wit⸗ wen die ihnen bewilligten Pensionen garantire, als 70sten Artikel, worin es ausdruͤcklich heiße, daß jede von dem Staate gegen seine Glaͤubiger uͤbernommene Verpflichtung unverletzlich sey; nun leide es
aber keinen Zweifel, daß unter die von dem Staate einge⸗ gangenen Verpflichtungen auch die Bewilligung von Pensto⸗ nen gehoͤre, und daß sonach der vorliegende Gesetz⸗Entwurf mit diesem Artikel im grellsten Widerspruche stehe. den Artikel des Entwurfes wurden hierauf erst einzeln und sodann das ganze Gesetz mit 93 gegen 19 Stimmen ver⸗ worfen. Die Versammlung ging ohne Anberaumung ihres naͤchsten Sitzungs⸗Tages auseinander.
Die bei⸗
nh ee Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 11. Januar.
Zu Anfang dieser Sitzung wurde die Tages zuvor von dem
Daunant) auf das Bureau
) Den Text dieses Gesetzes werden wir mittheilen, nach⸗ dem dasselbe von der Deputirten⸗Kammer angenommen worden.
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Ist von ersterer die gerade 12 Stimmen gelten lassen will, um klagten fuͤr schuldig zu befinden? Warum
Rede, so frage ich, warum man einen Ange⸗ nicht auch
8 oder 162 Die Einmuͤthigkeit ist in meinen Augen durch,
beschaffen, daß, wenn 12 Richter hier uͤber einen Punkt einig
aus kein sicherer Beweis, denn der menschliche Geist ist so
sind, 12 andere Richter dort uͤber denselben Punkt uneinig
seyn koͤnnen. Wollte man behaupten, daß 12 einmuͤthige Geschworne zur Beweisfuͤhrung hinreichten, so wuͤrde ich fragen, was aus dieser Zahl 12 werden sollte, wenn z. B. ein Gesetz morgen diesen 12 Geschwornen noch 4 hinzufuͤgte und diese die Ansicht jener nicht theilten? Dasselbe Verbre⸗ chen, das gestern moralisch erwiesen war, waͤre es dann heute nicht mehr, und man haͤtte einen Unschuldigen bestraft. aͤhnliches Resultat wuͤrde sich ergeben, wenn die Geschwornen von 12 auf 8 vermindert wuͤrde. Derselbe An⸗ geklagte, der jetzt mit 8 gegen 4 Stimmen freigesprochen worden, wuͤrde, wenn jene 8 Fber denselben Fall noch einmal allein zu entscheiden haͤtten, fuͤr schuldig befunden werden. Wollte man das Princip der Einmuͤthigkeit gelten lassen, so wuͤrde man zuletzt die Abschaffung aller Strafen herbei⸗ fuͤhren, weil der gewissenhafte Geschworne sich immer sagen muͤßte, daß, wenn noch ein Geschworner mehr gewesen, der Angeschuldigte vielleicht freigesprochen wor⸗ den waͤre. Es kann Evidenz die Rede seyn; diese hat ihre Graͤnzen, die von dem Gesetzgeber so gezogen werden muͤssen, daß sie sowohl
der Gesellschaft, als dem Angeschuldigten, eine hinlaͤngliche Ich stimme fuͤr die Zahl 8 gegen 4.“ 8
Buͤrgschaft gewaͤhren. Herr Mestadier pflichtete dieser Ansicht bei, wogegen Herr v. Tracy den Antrag des Herrn Gaujal auf das lebhafteste unterstuͤtzte. Zur Vertheidigung desselben fuͤhrte er einen Fall an, der sich in England ereignet hat, wo ein des Mordes angeklagtes Individuum von 11 Geschwornen fuͤr schuldig
befunden, von dem zwoͤlften aber hartnaͤckig fuͤr unschuldig
erklaͤrt wurde. Dieser Letztere gab auch, nachdem der -- schuldigte in Freiheit gesetzt worden, den Grund seiner be⸗ harrlichen Weigerung an, naͤmlich den, daß er selbst (der Ge⸗
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Zahl der
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sonach hier bloß von der gesetzlichen
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