—
— EEEbE
—
—
—vBbvBkg † 2 8
208
der, von keiner Phantasie getaͤuschter, bis zur Divination gestei⸗
gerter Verstand; ein fester, eiserner Wille, der nur die Mittel, aber nie den Zweck wechselt; ein kuͤhner Muth, der keine Gefahr
fuͤrchtet und Knoten, die er nicht loͤsen kann, zerschlaͤgt; eine Aus⸗ dauer, die jede halbe Maaßregel verschmaͤht und keine andere Nuhe kennt, als die erzielte; eine mnerschuͤtterliche Selbstbeherr⸗ schung, die jedes, auch das schwerste Opfer zu bringen vermag; eine Treue, die nie wankt und lieber untergeht, als gegebene
Geluͤbde bricht; — schoͤne herrliche Eigenschaften, große vielver⸗
moͤgende Kraͤfte!! Wir ehren, wir preisen, wir bewundern sie!
Aber vollenden sie allein das Bild aͤchter Menschengroͤße zum
Heil der Welt? — Nein, unser Verstand kann eine solche Fuͤlle von Kraft zwar bewundern, aber unser Herz liebt sie darum al⸗ lein noch nicht. Sie kann große außerordentliche Dinge thun, aber wir fuͤhlen uns darum noch nicht zu ihr hingezogen. Denn wie? wenn jene Kraft nur niederrissr, statt aufzubauen? Wenn jene Festigkeit eine kalte fuͤrchterliche Haͤrte waͤre, die nichts von Schonung und Wohlwollen weiß? Wenn jener Muth nur auf den Truͤmmern Anderer sein Gluͤck errichtete? Nein, eine solche Groͤße, und wenn sie „mit Menschen und Engelzungen re⸗
ddete, und haͤtte der Liebe nicht, so waͤre sie ein toͤnen⸗
des Erz, oder eine klingende Schelle; und wenn sie weissagen koͤnnte, und wuͤßte alle Geheimnisse und Ralle Erkenntniß, und haͤtte allen Glauben, also, daß sie Berge versetzte, und haͤtte der Liebe nicht, so waͤre sie nichts. *)“ b 9
Ohne Liebe, ohne ihren milden Einfluß, wird jede geistige Kraft um so gefaͤhrlicher und zerstoͤrender, je groͤßer sie ist, und zu welcher Gewalt und Herrschsucht sie im kalten Egoismus sich steigern und dann ein Fluch, eine Geißel der Menschheit werden kann, das hat die Welt in einem graͤßlich großen Beispiele gese⸗
hen, — ein Beispiel, das ein Ende nahm mit Schrecken.
Nein nur da, wo ausgezeichnete Kraͤfte, mit der sanften Gewalt reiner Gottes⸗ und Menschenliebe, sich gegenseitig durchdringen unndd zur Einheit sich verschmelzen, kann aͤchte Menschengroͤße bis zur Vollendung reifen. Denn die Liebe allein ist's, welche die MKraͤfte reiniget und zuͤgelt, demuͤthiget und heiliget; sie allein sitst's, welche alle Bestrebungen von der wirkenden Person ab auf
die Sache selbst richtet und, frei von jeder Selbstsucht, nie das
Ihre, sondern nur immer die allgemeine Wohlfahrt sucht. . Herrlicher Verein seltener Vorzuͤge, aber auch nur groß in
dieser Vereinigung. eeine Liebe ohne schaffende Kraft ist eine schwache Flamme, der es
da, wo beide mit einander im innigen Bunde stehen, die eine die andere staͤrkt und leitet, die eine die andere im ruhigen festen Gleichgewichte haͤlt, da ist wahre Menschengroͤße, die im einfa⸗ chen Gewande ihrer stillen Wuͤrde nicht nur mit tiefer Bewun⸗ derung, sondern auch mit inniger Zuneigung, nicht nur mit ho⸗ her Achtung, sondern auch mit Vertrauen erfuͤllt und ihre Ver⸗ herrlichung in dem Segen findet, den sie in weiten Kreisen stiftet. 8 In dieser Verschmelzung, Wechselwirkung und Einheit sehen wir 8 uͤberall, wo sie, auf dem weiten Gebiete der Geschichte, in wahrhaft großen Maͤnnern sichtbar wird; aus ihrer Kraft und Liebe ist alles Große und Herrliche hervorgegangen, was ganze Nationen begluͤckt und der Menschheit Heil gebracht hat. In überstrahlend, erblicken wir sie an dem Unvergleichlichen, der, an⸗
gethan mit ihrer goͤttlichen Fuͤlle, der Erloͤser der Welt wurde;
2 Mitt allumfassender Kraft ergreift Er den großen Plan, der Retter der Menschheit zu werden, und mit inniger Liebe verkuͤndiget Er den Armen das Evangelium. Mit der groͤßten Anstrengung und Aufopferung wirkt und arbritet Er, und unter den Unruhen und Muͤhen eines thatenreichen Lebens neigt sich zur stillen Andacht sein frommes Gemuͤth. Unerschuͤt⸗ terlich fest ist Er in seinen Grundsaͤtzen und voll Schonung und Nachsicht gegen seine schwachen Juͤnger. Mit der Donnerstimme der Wahrheit erschuͤttert und entlarvt Er die Heuchler, und ge⸗ gen Gebeugte und Reuevolle ist Er so milde, daß „Er das zerstoßene Rohr nicht zerbrach, und den glimmenden Docht nicht ausloͤschte.“ Mit muthvoller unerschrockener Seele traͤgt Er des Lebens Lasten und am Grabe seines Freun⸗ des vergießt Er Thraͤnen. Mit starker Selbstverlaͤugnung ver⸗ zichtet Er auf alle Beguemlichkeit, ist Sich Selbst genug, und
och voll Heiterkeit und Theilnahme bei des Lebens schüldlosen Freuden. Der Schoͤpfer einer neuen Ordnung, der Stifter eines unermeßlichen Reiches, und doch voll Gehorsam gegen Gesetz und Obrigkeit. Immer großer Gedanken und ernster Zwecke ist Er voll — und Er umarmt Kinder und segnet sie. Mit fester ruhi⸗ ger Kraft blickt Er auf die Qualen und Martern hin, die Sei⸗ ner warten, und unmittelbar vorher setzt Er in der Trennungs⸗ stunde das ruͤhrende Mahl der Liebe ein. Mit kuͤhnem uner⸗ schrockenen Muthe steht Er vor seinem ungerechten Richter, und wie Er die Stadt Jerusalem ansieht, weint er uͤber sie. Mit entschlossener fester Besonnenheit stirbt Er den fuͤrchterlichen Kreuzestod, und sterbend troͤstet Er das blutende Herz der Mut⸗ ter, und sterbend betet Er fuͤr Seine Peiniger. Die Liebe Selbst
1
ist Er „das Lamm Gottes;“ aber das Lamm, welches mit
allmaͤchtiger Kraft „der Welt Suͤnde traͤgt.*)
Heiliges Urbild vollendeter Groͤße, wir beugen uns vor Dir, in tiefster Ehrfurcht, und halten sie nicht zuruͤck, die Thraͤne der Ruͤhrung, der Rettung und Dankbarkeit, die Dir fließt. Heil dem Herrscher und Seinem Hause, in welchem dieses Urbild lebt
Heil der Armee, die es im Herzen traͤgt. Heil den Staatsdie⸗
nern, die es beseelt. Heil dem Volke, in welchem es waltet;
fens und Ordnung, seine Wuͤrde und Wohlfahrt ist dann
ge U . 1 8 - 8 Gebildet nach diesem Urbilde, bedurfte jede Zeit im Kampfe
gegen das Boͤse großer Maͤnner, und sie waren es noch immer,
durch welche Gott jedes Zeitalter segnete; denn das Uebergewicht großer und guter Menschen ist das Heil; das Uebergewicht der Schwachen und Boͤsen das Ungluͤck der Welt. Auch unsere Zeit bedarf solcher wahren Groͤße; denn uͤberall sehen wir auf der einen Seite aufgeregte, ungeregelte Kraͤfte, ohne Liebe, und
auf der andern eine schwache, nachgiebige Liebe, ohne Kraft. Mit Belehrung ist hier nicht geholfen, und gute Worte heilen das Uebel nicht. Der Leichtsinn hat theuer und schmerzhaft einge⸗ kaufte Erfahrungen vergessen, und leidenschaftliche, von Wahn und
b 1 1 1— Ruhm unbefseckt bewahren. an innerem naͤhrenden Leben gebricht, und die bald erlischt. Aber
ihrer hoͤchsten Vollendung und Verklaͤrung, jede andere Groͤße
wunderbar ist in ihm die hoͤchste Kraft und die reinste Liebe vereiniget. V
1““ 2
Irrthum geblendete Zuͤgellosigkeit will nicht gewonnen seyn. Nur allein die lebendige Kraft anerkannter Groͤßr, die uͤber der wechselnden Zeit steht und eine bessere schafft, kann dem Verder⸗ ben in den Weg treten und den truͤben, gewaltigen Strom des
Irrthums, der Gesetzlosigkeit und Suͤnde in seinen Ufern halten. 11
Was kein Gesetz, keine Belohnung, kein Ehrgeiz, keine Aus⸗
zeichnung vermag, den Verstand uͤberzeugen, den Willen lenken,
das Herz gewinnen, die Eintracht befestigen, das vermag und lei⸗
stet die fuͤhlbare Ueberlegenheit, in welcher jede wahre Groͤße
sich geltend macht. Ihr Ernst, ihre Strenge, ihre Freimuͤthig⸗
keit straft die Fehlenden, erschreckt die Boͤsen, treibt die Laͤssigen an, zuͤgelt die Unbaͤndigen, verschafft dem Gesetze Achtung und
bringt Ordnung und Zucht in alle Verhaͤltnisse. O! wie werden eure Familien euch fuͤrchten und ehren, ihr Vaͤter! Welchen tie⸗ fen Eindruck werden eure Ermahnungen machen, ihr Lehrer! Was
werden eure Befehle wirken, ihr Vorgesetzte, wie segensreich wer⸗
det ihr in euren Berufskreisen walten, wenn ihr selbst uͤberall
als glaͤnzende Muster treuer Pflichterfuͤllung dastehet, fest und un⸗
Per cat. wenn von zuch die 5,8 wunderbare Gewalt uͤber die 3 öhnli b Gemuͤther der Menschen ausstroͤmt, die Gott in seiner sittlichen “ 1 Denn eine ungewohnliche Kraft, ohne Liebe, 9 sittlich
ist ein zerstoͤrendes Feuer, das sich durch sich selbst verzehrt; und
Welt⸗Ordnung jeder wahren Groͤße verliehen hat. —
Doch du, theures Vaterland, wirst deinen alten und neuen Ehrfurchtsvohle Anhaͤnglichkeit an deinen Regenten war stets der Grundzug deines biedern Cha⸗
rakters: Liebe und Treue fuͤr deinen Koͤnig, Achtung fuͤr Gesetz
und Ordnung, die Quelle deines Ruhmes und deiner Groͤße. Noch nie hat dich der Fluch der Zwietracht getroffen, noch nie ein Buͤrgerkrieg dich geschaͤndet; noch nie hast du dich befleckt mit dem Blute deiner Kinder; durch Eintracht hat dich in alter und neuer Zeit der Herr wunderbar gesegnet. O! halte fest, was du hast, und laß dir deine Krone, deinen schoͤnsten Ruhm, das heilige Erbe deiner Vaͤter, nicht nehmen!
Gott mit uns! Europa verehrt unsern Koͤnig; Ihn prei⸗ set die Macht der oͤffentlichen Meinung, und an Ihm haͤngt un⸗ sere Seele, treu und unverruͤckt, bis in den Tod. Gott und Ihm vertrauen wir und sehen getrost auch der dunklen Zukunft entgegen. An Seiner Seite stehen erprobte Helden und bewaͤhrte Staatsdiener im schoͤnen Schmucke wahrer Menschengroͤße. Seine Kraft und Liebe umfaßt Alle, die Nahen und die Fernen, mit glei⸗ cher Landesvaͤterlicher Huld und Gnade. Neue Beweise und Zeichen derselben empfangen heute Hohe und Niedere, Vorge⸗ setzte und Untergebene im ganzen Koͤnigreiche; Sein Herz und Seine Hand ist immer geoͤffnet, Gutes zu thun, und Keiner von Seiner Huld ausgeschlossen. In allen Staͤnden, in allen Ver⸗ haͤltnissen schlagen darum die Herzen in Kraft und Liebe fuͤr Ihn, und von einer Graͤnze des Reiches bis zur andern verei⸗ nigen sich Millionen in dem heißen Gebete: Gott erhaltel Gott segne den Koͤnig
8 111I11A“X“X“
Der Justiz⸗Kommissarius von Kalbacher zu Leobschuͤtz ist zugleich zum Notarius im Departement des Oberlandes⸗ gerichts zu Ratibor ernannt worden. 8
Der IJustiz⸗Kommissarius Schlosser zu Leobschuͤtz ist zugleich zum Notarius im Departement des Oberlandesgerichts⸗
zu Ratibor ernannt worden. ra. 46n ä
11111“ 2 Abgereist: Der Pair von Frankreich, Koͤnigl: Fran⸗ zoͤsische General⸗Lieutenant und außerordentliche Botschafter am Kaiserl. Russischen Hofe, Herzog von Mortemart,
nach St. Petersburg. Gg 8s “ 88 E1““
“ “ 8
“
“ I1I“ 3
5 8 28 * e W1 88 “ 88
“
v dem Erzbischofe, dienz, welche beinahe eine volle Stunde dauerte.
lllgemeinen Preußischen 8
Nesgi hE n ℳ
AIöe üurherm. H 802
Zeitungs⸗Nachrichten.
b6 W1 “ “ Fi LEI“
Rußland.
d St. Petersburg, 15. Januar. Am 10ten dieses Monats hielt die hiesige Akademie der Wissenschaften im Beiseyn des Ministers des oöͤffentlichen Unterrichts, Fuͤrsten Karl von Lieven, ihre Jahressitzung. Dieselbe begann mit Vorlesung des Jahresberschtes; demselben zufolge wurde im Laufe des verflossenen Jahres die Zahl der ordent⸗ lichen Akademiker von 18 auf 21 und der Etat der Akade⸗ mie von 120,000 auf 206,100 Rubel erhoͤht. Die saͤmmtli⸗ chen gelehrten Huͤlfsmittel erhielten in allen Faͤchern einen
8 ““
E16“ “ O12
betraͤchtlichen Zuwachs, namentlich das Zoologische Museum
durch die vortreffliche Sammlung des Herrn von Kittlitz, von 314 groͤßtentheils neuen Voͤgelarten, und das Minera⸗ lien⸗Kabinet durch den mit einer Summe von 50,000 Ru⸗ beln bewerkstelligten Ankauf der Mineralien⸗Sammlung des Russischen Residenten in Hamburg, Herrn von Struve. An mehreren Orten des Reiches wurden nach dem von der Aka⸗ demie gegebenen Beispiele Magnet⸗Haͤuser errichtet.
Am 24sten v. M. fand in Dorpat eine feierliche Ver⸗
sammlung der Universitaͤt statt, in welcher man unter Ande⸗ rem den Erfolg der Preisaufgaben des verflossenen Jahres
bekannt machte und die in Folge derselben bestimmten Preise vertheilte. 2 Odessa, 5. Jan. Am 29. Dez. waren hier 17 Cholera Kranke uͤbrig geblieben. An diesem und dem folgenden Tage kamen 19 hinzu; es genasen 6 und starben 12; vom 30. Dez. bis zum 3. Jan. erkrankten 19 Personen; es genasen 4 und starben 12, wonach 20 Kranke und unter diesen 3 Genesende uͤbrig blieben. Nach amtlichen Berichten aus dem gesamm⸗ ten hiesigen Kreise lagen am 25. Dez. 201 Personen an der
Cholera krank; am 29sten waren 46 neue hinzugekommen, 26 genesen und 23 gestorben; es blieben solalich 198 Kranke uͤbrig. man keinen einzigen Kranken mehr.
Im ganzen Ekaterinoslaffschen Gouvernement findet
““ n tn, d „½ 8
17. Jan. *) Der Koͤnig ertheilte gestern Grafen von Quelen, eine Privat⸗Au⸗ Der Erz⸗ bischof war von zweien seiner Groß⸗Vikare begleitet.
Der Koͤnig wollte gestern in der Ebene von St. Denis
Paris,
uͤber die Linientruppen der hiesigen Garnison eine Muste⸗
rung halten, und zu dem Ende waren alle von ihnen besetzte Posten durch die National⸗Garde abgeloͤst warden. Es kam aber Gegenbefehl, und die Revue wurde auf naͤchsten Don⸗ nerstag verschoben.
Das Journal de Rouen meldet als etwas Gewisses, daß der Koͤnig im naͤchsten Maͤrzmonat diese Stadt besu⸗ chen werde, er habe dies dem General⸗Lieutenant Teste neu⸗ lich in einer Privat⸗Audienz zugesagt.
Herr Reͤné de Bouillé, Schwiegersohn des General
Thiars, ist statt des Grafen v. Weaurepaire zum diesseitigen
Gesandten am Großherzogl. Badischen Hofe ernannt worden.
Der von den Deputirten der linken Seite gebildete Verein wird heute eine abermalige Versammlung halten und sich mit den Grundlagen des neuen Wahl⸗Gesatz⸗Entwurfes be⸗ schaͤftigen. Der Verein ist, wie der Courrier fraugais be⸗ richtet, uͤber die drei, von den beiden Centris am meisten angefeindeten Punkte des Gesetzes bereits einstimmiger Ansicht.
Als Kandidaten zu der durch den Tod Benjamin Con⸗ stants erledigten Stelle in der Deputirten⸗Kammer treten außer Herrn Coultman in Straßburg, einem Freunde des Verstorbenen, Herr Jullien, Haupt⸗Redacteur der Revue en⸗ cyelopedique, Graf Roͤderer, Miteigenthuͤmer mehrerer Ma⸗ nufakturen im Departement des Nieder⸗Rheins, Herr Chau⸗ velin, der unter dem Martignaoschen Mintsterium aus der S 8n und der Baron Athalin, Adjutant des Koͤ⸗
gs, auf.
Der hiesige Stadtrath will zur Deckung der außeror⸗
dentlichen Ausgaben, welche die staͤdtische Kasse seit dem Ende
eenenshän;
55999 Die gestern vorbehaltene Rede des General Lafayette stehe
in der zweiten Beilage.
38 8 v1““ hbs 11“
meinden
des Juli v. J. zu bestreiten gehabt hat, eine Anleihe von 15 Millionen eroͤffnen.
Der Griechische Capitain Eynard, der im Jahre 1828 den damaligen Obersten Fabvier nach Griechenland begleitete, ist in Marseille angekommen. Dieser Offizier war in die Verschwoͤrung vom 19. August 1820 verwickelt und gehoͤrte unter die 9 anwesenden Angeklagten, gegen welche Herr v. Peyronnet, der damals die Functionen eines General⸗Proku⸗ rators beim Pairs⸗Hofe versah, auf die Todesstrafe antrug.
Der Banquier Davilliers ist vorgestern, 77 Jahr alt, hierselbst mit Tode abgegangen. Waͤhrend der hundert Tage wurde er zum Pair ernannt und gehoͤrte unter die wenigen Mitglieder der Kammer, die sich weigerten, die Akte uͤber die Entthronung Napoleons zu unterzeichnen.
Drei der letzten Nummern der Quotidienne sind von der Behoͤrde in Beschlag genommen worden, und Herr von Brian ist als verantwortlicher Redacteur dieses Blattes an⸗ geklagt, zum Hasse gegen die bestehende Regierung und zum Umsturze derseiben aufgereizt zu haben. Er wurde deshalb gestern aus dem Gefaͤngnisse von St. Pelagie, wo er sich mit dem Grafen von Kergorlay, dem Baron von Genoude
und Herrn von Nugent zusammen befindet, abgeholt, um
vor den Instructionsrichter gefuͤhrt zu werden.
Am 14ten d. M. schritt die Akademie der Inschriften zur Aufnahme dreier von ihr am 17. Dez. v. J. ernannten Mitglieder, naͤmlich des Ritter Artaud, des Herrn Cousinery und des Marquis v. Fortia d'Urban.
Die beiden Kriegs⸗Briggs „la Champenoise“ und „Louise“ haben in den letzten drei Monaten an den Kuͤsten der Ven⸗ dée und des Departements des Morbihan als Beobachtungs⸗ schiffe gekreuzt und waͤhrend dieser ganzen Zeit keine verdaͤch⸗ tige Bewegung an dem Ufer der genannten beiden Departe⸗ ments bemerkt.
Man wird sich erinnern, daß im November v. J. ein Verein hiesiger Geistlichen, die sich von ihren Bischoͤfen los⸗ gesagt hatten, in den oͤffentlichen Blaͤttern dekannt machte, seine Mitglieder staͤnden zur Verfuͤgung derjenigen Ge⸗ bereit, denen es an Pfarrern mangele. Der⸗ selbe Verein, an dessen Spitze der Abbé Chatel steht, zeigt jetzt an, es seyen so viel Anerbietungen von Pfarren einge⸗ gangen, daß der Verein sie fuͤr den Augenblick nicht alle be⸗ friedigen koͤnne, und fordert die Geistlichen in den Departe⸗ ments, welche gemeinschaftliche Sache mit ihm machen wol⸗ len, auf, sich zu melden, worauf ihnen die religioͤsen und pa⸗ triotischen Principien der Franzoͤsisch⸗Katholischen Kirche mitgetheilt werden wuͤrden. Zugleich benachrichtigt der Verein seine Mitbuͤrger, daß er keine andere eeen⸗ gegen die Schließung einer Ehe, als die im Civil⸗Gesetzbuche angegebenen, anerkenne und also jedem mit einer Bescheini⸗ gung des Maires uͤber die Erfuͤllung der buͤrgerlichen Vor⸗ schriften versehenen Paare priesterlichen Segen ertheile, wenn Sns einer der Theile protestantischen oder eines andern Glau⸗
ens sey.
Aus Toulon wird vom 8ten d. M. geschrieben: „Die
Infantin Donna Auna von Portugal, Gemahlin des Mar⸗ quis von Loulé, schiffte sich heute fruͤh auf der Fregatte „Herminie“, vom Schiffs⸗Capitain Villeneuve de Bargemont befehligt, ein, um sich nach Brasilien zu begeben; sie wurde von der Fregatte mit 21 Kanonenschuͤssen begruͤßt.“ 8 Eine Abtheilung Spanischer Fluͤchtlinge ist am 12ten d. M. in Clermont angekommen; mehtere werden dork noch erwartet. General Milans, welchem diese Stadt ebenfalls 9 Aufentheltsorte anghvielen war, hat von der diesseitigen Regierung bie 1“ en, ia Montpellter zu bleiben, eil das dortige Kllma seinsr dutch Alter ützd Wunden ge⸗ schwaͤchten Gesundheit zuträglicher st. 8 (Gyoßbritaylen und Irlaund. London, 15. Jan. Nach allen Berichten aus Prigh⸗ ton erfreuen sich Ihre Majestaͤten der Koͤnig und die Koͤni⸗ gin fortwaͤhrend der besten Gesundheit. Gestern kamen im Ministerium des Innern Depeschen vom Margais von Anglesea aus Irland an, von denen un⸗ verscgeich Abschriften an alle Kabinets⸗Minister mitgetheilt wurden.
In der hiesigen Katholischen Kapelle wurde gestern eine feierliche Todtenmesse fuͤr den verstorbenen Papst gehalten. Fruͤher war es uͤblich, bei einer solchen Gelegenheit die gol⸗
—
₰
dene Tigra, den Bisch
ofsstab, die Sehluͤssel und andere Zei⸗
vmmm’ Han neer im NMeer zmensm
9