1 2 1 8 4 e “ 8 — 8 „ F“ 8 1 81118“ 88 * . chen der Paͤpstlichen Wuͤrde zur Schau zu stellen, was aber lassen. — Genter! Ich will gern der großen Mehrheit unter ZIeicht gehoͤrte lebhafte Kanon und Tirailleur⸗Feuer. Man
dem gegenwaͤrtigen Schritte weniger durch mein Privat⸗Interesse, als durch den lebhaften und aufrichtigen Wunsch getrieben wor⸗
diesmal nicht der Fall war. Euch Gerechtigkeit widerfahren lassen. Es werden wohl Gelegen⸗ richt gehoupten, das letztere sey Anfangs ein blinder Larm des General Mellinet gewesen, der dadurch den General Dibbets habe glauben machen wollen, daß die Kolonne des Herzogs von Sachsen⸗Weimar herangeruͤckt sey. General Dib⸗ bets habe sich dadurch wirklich zu einem Ausfalle bewegen lassen, der aber, jener Kriegslist ungeachtet, nicht zu seinem Nachtheile ausgefallen zu seyn scheint. Folgender Bericht eines hiesigen Blat⸗ tes bedarf augenscheinlich noch der Bestaͤtigung: „Der General, Herzog von Sachsen⸗Weimar, dessen Anmarsch seit mehre⸗ ren Tagen schon angekuͤndigt war, versuchte es gestern (den 18. Januar) von neuem, in Mastricht einzudringen. Die
Herr Henry Joy ist zum ersten Baron des Irlaͤndischen Schatzkammer⸗Gerichtes ernannt worden.
Nach Dubliner Berichten vom 12ten d. M. hat auch in Irland das Zerstoͤren von Maschinen begonnen; in der Nach⸗ barschaft von Dublin zerstoͤrte ein mit Pistolen, Knitteln, Sicheln und anderen Werkzeugen bewaffneter Haufen die Maschinen einer großen Papiermuͤhle; auf Empfang dieser Nachricht veranstaltete die Obrigkeit eine Untersuchung und traf Anstalten, mehrere andere benachbarte Papiermuͤhlen ge⸗ gen aͤhnliche Gewaltthaͤtigkeiten zu schuͤtzen.
Ein in der Times enthaltenes Privatschreiben sucht die zeitherigen widersprechenden Geruͤchte uͤber Bestellungen von Waffen in England zu berichtigen und stellt namentlich die vorgeblichen Auftraͤge von Seiten Rußlands in Zweifel. Was Frankreich betrifft, so will der Breiefsteller wissen, daß es nach einander 3 Lieferungs⸗Kontrakte abgeschlossen habe, naͤm⸗
heiten vorkommen, wo es sich Haufen von Verraͤthern nichts gemein habt. Alsdann werde ich
auch nicht anstehen, die Mitwirkung der wahrhaften Belgier fuͤr
mich in Anspruch zu nehmen. Die Patrioten werden einer Re⸗ gierung nicht abwendig werden, die ihr Werk ist, und sie werden sich nur zu zeigen brauchen, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die das gemeinsame Vaterland verlaͤugnen und die er⸗ niedrigende Herrschaft des Auslands zuruͤckrufen. Der Gouverneur von Ost⸗Flandern, Baron v. Lamberts.“
Gestern haben hier unter den Arbeitern unruhige Bewe⸗“, gungen stattgefunden; auf dem St. Peters⸗Platze wurden mehvere Scheiben eingeworfen und viel anderer Unfug be⸗-⸗
gangen. Der General Duvivier, der Major van de Poele und einige Infanterie⸗Detaschements, die sich an Ort und Stelle verfuͤgten, wußten die Ruhe wiederherzustellen; in⸗
zwischen sieht man auch heute wieder viele Gruppen und dro-⸗
zeigen wird, daß Ihr mit einem
Truppen des Generals Mellinet hatten den Stoß auszuhal⸗ ten; ein Corps aus Doornick, das am weitesten vorgeruͤckt
war, hat am meisten gelitten. Inzwischen wurde doch ber Angriff zuruͤckgeschlagen; ein Theil der Besatzung von Mast⸗ richt, der unser Heer zu gleicher Zeit im Ruͤcken angriff, ist durch einige Haubitzen zerstreut worden; der Herzog von
den bin, den Uebeln dieses Landes durch heilsame Maaßregeln des Friedens und der Versoͤhnung ein Ziel setzen zu sehen.“
— Die Achener Zeitung enthaͤlt einen ihr zugekom⸗ menen Aufruf an die Belgier, der, wie dieses Blatt hinzufuͤgt, in Tausenden von Abdruͤcken jetzt in Belgien ver⸗ breitet ist. Es heißt darin:
„Mitbuͤrger! Belgien war vor kurzem frei und gluͤcklich,
seine Wohlfahrt begruͤndete des Souverains Ruhm und fremder
Nationen Bewunderung. Gluͤck, Freiheit, Glanz, alles dies ist vor dem strafbaren Treiben einiger Raͤnkemacher, einiger ver⸗ fuͤhrten Belgier und einiger, die nach Aemtern und Ehrenstellen streben, entschwunden. Der Untergang unserer Fabriken und unseres Handels, das Unterbrechen unserer Handels⸗Abzuͤge, der Verlust unseres Kredits im Auslande, der Stillstand uünserer Minen⸗Foͤrderung, das Elend der achtungswuͤrdigen Klasse un⸗ serer Arbeiter, die bis zur Verzweiflung getriebene Bedraͤngniß aller Uebrigen, Anarchie in der menschlichen Gesellschaft und Schrecken unter den Buͤrgern, dieses sind die bitteren Fruͤchte
bend; a h a 58g” e b 1 8 Sachsen⸗Weimar wurde zum Ruͤckzuge gezwungen; nichts— eeas, dvree r 9 ha 9 8 Holle 8 auf 4 destoweniger ist es doch wahrscheinlich, daß er einen neuen Keen ein. eht unernyenchen, her weschena sie . Ea-aes 8 S avues Velc⸗ See 28 e r
1““ SI 1 “] a ag — perwichenen Nacht ein verwundeter Belgier gebrach örden nette; der spaͤteste Lieferungs⸗Termin soll auf 15 Monate Beschaͤbigungen an den diesseitigen Vertheidigungs⸗Ufern dem * alle moͤgliche Sorgfalt da Anas ethen lassen.“ festgesetzt seyn.. “ 82 ö Kapitalen Damm, haben jedoch nur einen Soldaten leicht Sachsen⸗Weimar seine Stellung bei Eindhoven gar nicht
111ö116“*“] Haag, 19. Jan.
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lich einen auf 20,000 Flintenlaͤufe, die zum Theil schon fer— tig seyen, einen zweiten auf 60,000 Laͤufe, Schloͤsser und an⸗ deren metallenen Zubehoͤr, und einen dritten, der erst vor 8 Tagen abgeschlossen worden, auf 400,000 Flinten ohne Bajo⸗
der Revolution; aus dieser schauderhaften Lage muͤssen wir uns losmachen, sie ist unertraͤglich geworden. — Federmann gesteht dies ein; wie aber uns davon befreien? Etwa durch die Wahl eines Koͤnigs und durch Anerkennung von Belgiens Unabhaͤn⸗ gigkeit? Kein aufrichtiger Mann hofft das. Ein solcher Koͤnig, wer er auch seyn moͤchte, koͤnnte unsern Erzeugnissen keinen Ab⸗ zug verschaffen, koͤnnte unsern Kredit nicht wieder beleben, unsern vsvppoersunkenen Handel nicht wieder aufrichten; bald wuͤrde er selber 8 D eilt ohne Angabe des nen Namen dem Spotte der Nachwelt bloßstellen. 1 b 11“ 8 Sae Fnebsn 1S . nach⸗ Nachdem sodann eine moͤgliche Vereinigung Belgiens mit Kongresses machte die Demission des Professors v. Ryckere, 1 ehende Proclamation mit 1 welche der Prinz von Franlen Frankreich als unhaltbar und unvertraͤglich mit der Wohl⸗ der eine Zeit lang den Posten eines Civil⸗Gouverneurs von b 8 - “ fahrt des erstern dargestellt worden, heißt es in dem Aufrufe Ost⸗Flandern bekleidet hatte, in seiner Eigenschaft als Depu- an die Belgische Nation erlassen haben soll:; ich, weiterhin: tirter der Stadt Gent, einiges Aufsehen. Herr v. Ryckere „„Auf die letzten Ereignisse in Belgien ist Ungluͤck fuͤr mich⸗ Gestehen wir offenherzig; sprechen wir einen Wunsch aus . . Feavwer⸗ Fsa Ryckere meine Familie und das Volk gefolgt. Dieses Ungluͤck habe ich /Gestehen wir offenherzig; sprechen wir einen Wunsch aus, schilderte in seinem Schreiben die vielen unnuͤtzen Arbeiten nie aufgehoͤrt zu beklagen. Dennoch gab ich bei allem meinem der in der Tiefe aller Herzen heimisch ist; verkuͤnden wir ein Be⸗ des Kongresses, die Gefahr, in der jetzt das Land schwebe, GFram niemals die troͤstende Hoffnung auf, es werde ein Tag duͤrfniß, welches vom ganzen Volke empfunden wird; durch den
voaabas. IrRa
Von hier sind neuerdings Verstaͤrkungen nach e — 1111“
8 1n
verwundet. dder Graͤnze abgegangen. 1
Aus dem Vorgestern Abends um Bruͤssel, 19. Jan. In der gestrigen Sitzung des
6½ Uhr sind Ihre Majestaͤt die Koͤnigin und Ihre Koͤnigl. Hoheit die Prinzessin Friedrich in die hiesige Residenz wohl⸗ behalten zuruͤckgekehrt.
Se. Majestaͤt haben dem Feldprediger van Haaren, der in Mons, bei der durch die Einwohner geschehenen verraͤthe⸗ rischen Entwaffnung des Hollaͤndischen Theils der Besatzung,
die Fahne der 3ten Infanterie⸗Division mit Lebensgefahr in Sicherheit zu bringen wußte, den Orden des Belgischen Loͤ⸗ wen verliehen.
Der General⸗Lieutenant van Geen ist von Vucht, wo sich sein Haupt⸗Quartier befindet, nach Eindhoven abgegangen, um die daselbst befindlichen Truppen, so wie die von Oirschot und Valkenswaard, in Augenschein zu nehmen. Die Armee ist seit der Ankunft des Adjutanten Sr. Koͤnigl. Hoheit des Prinzen Friedrich in unveraͤnderter Stellung verblieben.
Die in der Provinz Limburg auf dem Wege von Nord⸗Bra⸗ bant nach Mastricht gelegenen Orte sind alle vom Feinde bar⸗ rikadirt worden, um unseren Truppen den Durchmarsch zu wehren. Die letzteren gluͤhen inzwischen vor Verlangen, sich mit dem Feinde zu messen.
Das Journal de la Haye berichtet, es sey in einem Schreiben aus Gent (das Datum wird nicht angegeben) 9 die Meldung eingegangen, daß die aus 8 — 900 Mann beste⸗ hende Garnison sich in der Citadelle eingeschlossen, dem Ge⸗ neral Duvivier den Gehorsam verweigert und erklaͤrt habe, daß sie die Citadelle im Namen des Koͤnigs, der allein be⸗ fugt sey, die Truppen ihres fruͤheren Eides zu entbinden, be⸗ setzt halten wolle. (Diese Nachricht scheint noch der Bestaͤti⸗ gung zu beduͤrfen; man vergleiche uͤbrigens den Artikel Gent.)
Antwerpen, 18. Jan. Die Stellung des Hollaͤndi⸗ sschen Geschwaders ist fortwaͤhrend unveraͤndert. Inzwischen vernimmt man doch aus Vließingen, daß mehrere Handels⸗ schiffe sich bereit halten, den Strom herauf zu kommen.
Gent, 18. Jan. Der Civil⸗Gouverneur von Ost⸗Flan⸗ 8 b. Baron von Lamberts, hat folgende Proclamation er⸗ F„Einwohner von Gent! Beunruhigende Geruͤchte sind in Umlauf; die Boͤswilligkeit verbreitet sie, die Leichtglaͤubigkeit nimmt sie auf. Ihr kennt die Partei, von der sie ausgehen. —
Kkühn gemacht durch die Naͤhe der Hollaͤndischen Truppen, nimmt
eine kleine Anzahl von Belgiern, die dieses Namens unwuͤrdig find, zu den gemeinsten und verstecktesten Intriguen ihre Zuflucht, um die guten Buͤrger zu erschrecken und ihnen die wahre Lage der Dinge zu verbergen. Die Unredlichkeit des Feindes hat den Waffenstillstand gebrochen, der uͤbrigens jetzt aufhoͤrt; die Frage foll durch die Gewalt der Waffen entschieden werden, und alsbald werden wir die Gewißheit haben, daß Belgien von den Horden hefreit sey, die es noch belaͤstigen. Mit der Spur der Hollaͤnder wird auch die Macht der Hollaͤndisch Gesinnten im Innern un⸗ seres Landes verschwinden. Der Kongreß hat so eben in einer denk⸗ mwuürdigen Sitzung die Vertreibung unserer ehemaligen Tyrannen nntschieden; moͤgen daher ihre hiesigen Parteigaͤnger sich huͤten, das Haupt zu erheben! — Die Regierung kann die Zuͤgellostgkeit eimiger nichtigen Demonstrationen und austübrerischen Rundschrei⸗ den verachten. Ernstere Versuche werden jedoch nicht ungestraft khleiben. Keine Bestrafungen, dies ist mein lebhaftester Wunsch; moͤge man sie aber nicht nothwendig machen — ich we⸗ nigstens werde mich von keiner meiner Pflichten zuruͤckschrecken
“
die groͤßere Macht Hollands, die Aufregung der Parteien und
die Unmoͤglichkeit, in der Belgien sich befinde, seine Unab⸗
haͤngigkeit zu bewahren; schließlich aber gab er die Meinung
ab, daß man den Prinzen von Qranien als nicht mitbegrif⸗ fen in der Ausschließung des Hauses Nassau erklaͤren muͤsse; „denn dieses“, fuͤgt er hinzu, „ist der einzige Mann, der die Belgische Revolution zu endigen im Stande ist.“ Herr Zoude machte den Antrag, daß sich der National⸗ Kongreß bis zur geschehenen Erwaͤhlung des Staats⸗Ober⸗ haupts fuͤr permanent erklaͤre. „Es ist durchaus nothwendig“, fuͤgte er hinzu, aus unserem dermaligen Provisorium heraus⸗ zukommen. Wir haben jetzt die authentische Gewißheit, daß der Herzog von Leuchtenberg die Wahl annehmen werde. So wollen wir denn diesen Fuͤrsten, den wuͤrdigen Nachkom⸗ men eines von ganz Europa geachteten großen Mannes, er⸗ waͤhlen.“ Herr v. Stassart trat dieser Meinung bei. Hr. v. Robauly meinte, da jetzt die fruͤheren Aeußerungen der Franzoͤsischen Regierung alle als zuruͤckgenommen anzusehen seyen, so wuͤrde man besser thun, den Herzog von Nemours zu erwaͤhlen. Nachdem noch viele andere Mitglieder sich dar⸗
uͤber hatten vernehmen lassen, ob man nicht doch erst die
Meinung der fremden Maͤchte uͤber diesen Gegenstand kon⸗ sultiren muͤßte, wurde endlich der Antrag des Herrn Zoude an die Sectionen uͤberwiesen. — Das Gesetz zur Organisi⸗ rung des ersten Aufgebots der Buͤrgergarde, dessen erster Ab⸗ schnitt am vorigen Tage bereits angenommen worden war,
kam zur ferneren Berathung, in Folge deren auch die drer
uͤbrigen Abschnitte ohne lange Debatte angenommen wurden. Das ganze Gesetz wurde von 80 gegen 55 Stimmen ge⸗ nehmigt. mmnlnh 89 Vorgestern Abends wurden hier zwei Maͤnner festge⸗ nommen, die in mehreren Haͤusern Cirkulare zu Gunsten des Prinzen von Oranien verbreitet hatten. Der Vrai
Patriote fragt, warum man nicht auch diejenigen fest. nehme, die Schriften zu Gunsten einer Vereinigung mit
Frankreich verbreiteten? Mindestens, fuͤgt er hinzu, wollten doch die Anhaͤnger des Prinzen von Oranien die Un⸗ abhaͤngigkeit ihres Vaterlandes nicht verrathen. Gestern Abend haben hier auf dem „großen Platze“ einige Bewe⸗
gungen stattgefunden, die jedoch ohne Ruhestoͤrung abliefen.
Der Poͤbel mißhandelte Einige, die vom Prinzen von Ora⸗ nien sprachen; Andere druͤckten sich sehr laut und mißbilli⸗ gend uͤber die Deblokirung von Mastricht aus.
Vorgestern Abends ist ein Secretair der Englischen Ge⸗ sandtschaft mit großer Eile als Cour ier nach dem Haag ab⸗ gereist. Ein anderer Englischer Courier, so wie ein Courier der provisorischen Regierung, ist mit Depeschen nach London abgegangen.
Luͤttich, 19. Jan. Unsere Zeitungen sind noch immer sehr zuruͤckhaltend uͤber das seit eN Tagen bei Mast⸗
kommen, wo man der Reinheit meiner Gesinnungen Gerechtig⸗
keit widerfahren lassen, wo ich persoͤnlich wuͤrde dazu beitragen koͤnnen, den inneren Zwiespalt zu heilen und Frieden und Gluͤck in ein Land zuruͤckzufuͤhren, an das mich stets die heiligsten Bande der Pflicht und der Zuneigung knuͤpfen werden. Die Wahl eines Souverains ist seit der Trennung Belgiens von Holland der Gegenstand von Schwierigkeiten gewesen, an welche zu erinnern nutzlos ist. Kann ich, ohne Anmaßung, noch die Hoff⸗ nung hegen, daß die Wahl meiner Person die bestmoͤgliche Loͤsung dieser Schwterigkeit darbieten wuͤrde? Es ist unmoͤglich, daran zu zweifeln,
daß die5 großen Maͤchte, welche mit so großer Uneigennuͤtzigkeit ihre
Anstrengungen vereinigt haben, um die Uebel, die uns betruͤbten,
zu beseitigen, und deren Vertrauen zu erhalten so nothwendig ist,
in dieser Anordnung das beste Mitttel sehen werden, unsere in⸗ nere Ruhe und den allgemeinen Frieden Europg's zu sichern. Ich habe die Zuneigung eines großen Theiles des Volkes keinesweges verloren. Neue und ausfuͤhrliche Mittheilungen aus den bedeu⸗ tendsten Staͤdten des Landes haben mir einen uͤberzeugenden Be⸗
weis davon geliefert, und ich glaube gern, daß dieses Gefuͤhl noch unehmen wird, wenn meine Gesinnungen hinlaͤnglich bekannt
eyn werden. Zu dem Ende fuͤhle ich ein lebhaftes Verlangen, meine Ansichten hier darzulegen. Die Vergangenheit soll, in so weit sie mich betrifft, der Vergessenheit uͤbergeben seyn. Ich werde einen Unterschied der Personen, in so fern er sich auf das fruͤ⸗ here politische Benehmen gruͤndete, gelten lassen. Alle meine Be⸗ strebungen sollen dahin gerichtet seyn, dem Staatsdienste diejeni⸗ E. Maͤnner zu erhalten, deren Talente und Erfahrenheit iese Auszeichnung verdienen. Ich sichere der katholischen Kirche und deren Dienern den Schutz der Regierung sn und werde bereit seyn, bei allen Maaßregeln mitzuwirken, welche die
Meligions⸗Freiheit verbuͤrgen sollen; auch wird es mein erster
Wunsch, wie meine erste Pflicht seyn, meine Anstrengungen mit denen der Legislatur zu vereinigen, um Institutionen zu vervoll⸗ staͤndigen, die auf die National⸗Unabhaͤngigkeit gegruͤndet sind, und unseren auswaͤrtigen Verbindungen alle nur moͤgliche Sicher⸗ heit zu verschaffen. Fuͤr die Verwirklichung dieser Wuͤnsche er⸗ warte ich mit Vertrauen den Beistand der Maͤchte, deren Ver⸗ fahren nur die Aufrechterhaltung des Europaͤischen Gleichgewichts und die Erhaltung des allgemeinen Friedens zum Zweck hat. Ihrem Interesse 8 es gemaͤß, Belgien stark, unabhaͤngig und Aͤcklich zu machen. Darin liegt die festeste Buͤrgschaft fuͤr die Sicherheit Aller. Alles, was eine Ehsun, der Frage hinaus⸗ schieben kann, muß diese heilsamen Wirkungen nothwendig hemmen, wenn nicht gaͤnzlich zerstoͤren, und betrachtet man die Mittel, welche Belgien, außer seiner Unabhaͤngigkeit, die Wohlthaten eines festen und dauernden Friedens sichern koͤn⸗
naen, so moͤchte es uͤberfluͤssig seyn, an irgend ein anderes Mittel
zu denken, wodurch unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden die Schwierigkeiten und e einer laͤngeren Pfesefung auch nur im mindesten vermehrt werden koͤnnten. Ich habe mich mit aller Freimuͤthigkeit ausgesprochen, welche meine Lage, dem Bel⸗ gischen Volke gegenuͤber, erheischt. Meine ganze Hoffnung gruͤn⸗ det sich auf die einsichtsvolle Art, mit welcher dasselbe die In⸗ teressen seines Landes betrachtet, so wie auf seine Liebe zur Un⸗ abhaͤngigkeit, und ich schließe mit der Versicherung, daß ich zu
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Umsturz der Gewalt eines Koͤnigs, der uns frei und gluͤcklich gemacht hatte, haben wir selber uns ins Verderben sostuͤrzt; werden wir noch einmal wieder dadurch frei und gluͤcklich, ge⸗ liebte Mitbuͤrger; daß wir des Koͤnigs Gewalt in unserm Vater⸗ lande wieder herstellen. Es giebt keinen andern Weg zum Heile, weder fuͤr uns, noch fuͤr Europa, dessen Sicherheit wir gefaͤhr⸗ det, noch vor Allem fuͤr Frankreich, dessen neuere Revolution wir geschaͤndet haben. Gestatten wir unsern Wuͤnschen freie un⸗ gehinderte Darlegung; sprechen wir uns dringend und einstim⸗ mig fuͤr die Wiederkehr der Gewalt Wilhelms I. mit einer Statt⸗ halterschaft oder mit dem General⸗Gouvernement des Prinzen von Oranien und einer Trennung der gesetzgebenden und ver⸗ waltenden Interessen aus; erheben wir Alle uns, um diese heil⸗ same Wiederherstellung zu bewirken; ziehen wir uͤberall die Koͤ⸗ nigl. Fahne auf, aber ohne blutige Gegengewalt, ohne blinde Rache gegen gottlose oder irregeleitete Menschen, die Belgien in einen Abgrund gestuͤrzt haben. Diese Menschen werden genug durch ihre eigenen Gewissensbisse, durch die Schande, mit der ihr unsinniges und straͤfliches Unternehmen sie bereits bedeckt, und durch die Verachtung bestraft, die ihre Namen, von der Geschichte der Nachwelt uͤberliefert, treffen muß.”²50)
nm ⸗. Deutschland. “
Leipzig, 22. Jan. In einem von unserer heutigen Zeitung mitgetheilten Schreiben aus dem Erzgebirge heißt es: Auf dem hoͤchsten Punkte des Erzgebirges, das Saͤchsische Sibirien genannt, am Fichtelberge, uͤber welchen von Wie⸗ senthal nach Boͤhmen eine belebte Straße fuͤhrt, pflegen im Winter sich hohe Schneemassen aufzuthuͤrmen, von denen noch oͤfters im Monat Juni in den tiefsten Schluchten dem Reisenden nach Karlsbad Ueberbleidsel sich zu zeigen pflegen. Nur ein Haus kuͤhn am Berge unweit der Straße gebaut, das einzige Obdach zwischen dem Saͤchsischen Staͤdtchen Wie⸗ senthal und dem Boͤhmischen Staͤdtchen Gottesgabe, kann dem verirrten Wanderer in dieser Schneewuͤste Rettung und Huͤlfe bieten, wenn ein besonders gluͤcklicher Zufall ihn dahin leitet. Nicht selten hoͤrt man daher von in dieser Gegend Verungluͤckten. Dem Vernehmen nach belebt den Pastor Axt zu Oberwiesenthal die Idee, jenem einsamen Gebaäͤude und dessen Bewohnern eine Bestimmung zu geben, die ver⸗ haͤltnißmaͤßig fuͤr diese Gegend eben so wohlthaͤtig werden
koͤnnte, als es das beruͤhmte Kloster auf dem St. Bernhard
ist, namentlich die gedachten armen Bewohner gegen eine Verguͤtung im Allgemeinen und ihnen in Rettungsfaͤllen be⸗ sonders zugesagte Praͤmien zu verpflichten, bei eintretendem Schneegestoͤber und gefaͤhrdetem Fortkommen, in Begleitung dazu abgerichteter Hunde, verirrte Reisende aufzusuchen und ihnen Huͤlfe zu bringen.