1831 / 27 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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knuͤpfen, der auf Allem, was die militairische Ehre Besfehl stehenden Truppen werden die Absichten unseres Sou⸗ glei sam als Geschwornen⸗Gerichten, auf die 40,000 Ge⸗

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n n z r unnd mit der innern Posizei, so wie mit der Aufrechthaltung ken

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meinden Frankreichs repartirt worden, hinfuͤhro von den 6

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der Ruhe und guten Ordnung, zu beauftragen sind, orga⸗

nisiren. 3 6) Die Organisation der Verwaltung der Wojewodschaf⸗ en, Bezirke und Gemeinden soll auf demselben Fuße bleiben,

npoo sie sich vor der Empoͤrung befand; dasselbe gilt fuͤr alle direkte und indirekte Steuern. Das Personale wird beibehal⸗

een, sobald es die oben im §. 4. aufgefuͤhrten Bedingungen erfuͤllt. Im entgegengesetzten Falle wird man neue Behoͤrden nach der Wahl der die Armee⸗Corps befehlenden Chefs einsetzen. Diese Wahl wird vorzugsweise auf diejenigen Individuen feallen, die mit den erforderlichen Faͤhigkeiten eine anerkannte Moralitaͤt verbinden und ihrem gesetzmaͤßigen Souverain Beweise von Treue gegeben haben. Man wird alle diejent⸗

gen ausschließen, die auf irgend eine Weise an der Rebelllon

Kheil genommen haben, so wie auch diejenigen, die nach dem

Einmarsche der Russischen Truppen in das Koͤnigreich in einer

gegen die gesetzliche Ordnung gerichteten augenscheinlichen Opposition beharren werden.

1 7) Die Eigenthuͤmer von Laͤndereien und Haͤusern, die

in ihren Wohnungen ruhig verbleiben und sich den oben aus⸗

gesprochenen Bedingungen unterwerfen, sollen in alfen ihren

Rechten sowohl durch die Lokal⸗Behoͤrden als durch die Rus⸗ sischen Truppen geschuͤtzt werden. Widrigenfalls sollen die

Zuͤter aͤller derjenigen, die in den Reihen der rebellischen

Truppen beharren oder die ihnen von der ungesetzlichen Re⸗ gierung ertheilten Functionen auch ferner beibehalten, so wie eandlich derjenigen, die auf eine offenbare Welse an der Re⸗ pellion Theil genommen haben, unter Sequester gestellt werden. Dies, ihr Polen, sind die Grundsaͤtze, welche das Betragen

der Armee leiten werden, die das hohe Vertrauen Sr. Kai⸗

serl. Koͤnigl. Majestaͤt unter meinen Befeh! zu stellen geruht hat. Ihr habt zu waͤhlen zwischen den Wohlthaten, welche eine völlige Unterwerfung unter den Willen unseres großmuͤthigen Beherrschers euch noch verbuͤrgt, und zwischen dem Ungluͤck, welches ein eben so zweckloser als hoffnungs⸗ 1oser Zustand uͤber euch bringen wuͤrde. Es gereicht mir zur Ehre, daß ich dazu berufen bin, euch diese von den edlen und großmuͤthigen Intentionen des Kaisers und Ks⸗ nigs eingegebenen Beschluͤsse kund zu thun. Ich werde

Hartnaͤckigkeit zu bestrafen wissen. Im Januar 1831. eis (gez.) Der Marschall Graf Diebitsch⸗Sabalkanski. Is Polnische Krieger! SESs sind 25 Jahre her, seit Euer Vaterland mitten un⸗ ter Kriegen, welche durch die riesenhaften Plaͤne eines be⸗ ruͤhmten Eroberers entzuͤndet waren, in den allgemeinen Brand mit verwickelt wurde. Die oft erweckte und immer getaͤuschte Hoffnung einer illusorischen Wiedergeburt hatte

ECLuch zu Gefaͤhrten seines Gluͤcks gemacht. Treu, wenn auch

ungluͤcklich, erwiedertet Ihr truͤgerische Versprechungen durch Opferung Eures Blutes; es giebt kein auch noͤch so fernes Land, das nicht von dem Blute benetzt worden waͤre, das Ihr fuͤr dem Geschick Eures Vaterlandes fremde Interessen

88b verspritztet. Dieses Geschick wurde endlich zu einer durch ggvroße Ereignisse merkwuͤrdigen Epoche festgesteut. Nach Be⸗

enndigung eines ewig denkwuͤrdigen Kampfes, in welchem Rußland Euch unter den Feinden sah, die es zu bekaͤmpfen hatte, wollte der Kaiser Alexander, unsterblichen Andenkens, nur dem Drange seines großmuͤthigen Herzens folgend, zu so vielen anderen Anspruͤchen auf Ruhm auch den hinzufuͤgen, Euer Wiederhersteller zu seyn. Polen erlangte seinen Naͤmen wwieder, und die Polnische Armee erhielt ein neues Daseyn. Alle Elemente des Gluͤckes, der Ruhe und des Gedeihens Arafen wie durch ein Zauberwerk zusammen, und funfzehn Jahre fortschreitender Entwickelung beweisen heute die Grö⸗ ße der Wohlthaten, welche Euer Land der vaͤterlichen Sorg⸗ falt des Souverains, der es wiederhergestellt, so wie nicht minder der bestaͤndigen Fuͤrsorge des Monarchen, der sein Werk so edel fortsetzte, zu verdanken hat. Polnische Krie⸗ ger! Se. Majestaͤt der Kaiser und Koͤnig glaubte an Eure dankbare Trene. Noch vor kurzem ließ er Eurem Eifer und

Schoͤnes und Heiliges hat, begruͤndet war. Diese Hoffnungen sind grausam getaͤuscht worden. Eine

Hand voll junger Leute, die niemals die hohen Gefahren der

Schlachten kannten, junge Olfiziere, die noch nie im Felde

waren, ja Rekruten, erschuͤtterten die Treue der Tapferen. Diese sahen vor ihren Reihen das groͤßte Verbrechen bege⸗ hen, den Mord ihrer Befehlshaber; sie verhinderten die Em⸗ poͤruns gegen ihren gesetzmaͤßigen Souverain nicht. Welche ungluͤckselige Blindheit, welche feige Willfaͤhrigkeit konnte Vereranen dazu verleiten, das groͤßte Verbrechen vollfuͤhren zu lassen und sich nach Blut duͤrstenden Haufen anzuschlie⸗

zen. Waͤre es moͤglich, daß die Absicht, dem Vaterlande zu

dienen, nur einen Augenblick die Entschuldigung eines solchen Verfahrens gewesen seyn konnte? Dieses Vaterland aber ist da, um Euch zu sagen, daß es sich seit langer Zeit nicht so gluͤcklich be⸗

funden hat. Es hatte viel erlangt und konnte von seiner Treue und von der Aufrechthaltung der oͤffentlichen Ordnung Alles hoffen.

Es setzt Alles auf das Spiel, indem es sich in einen unglei⸗

chen Kampf einlaͤßt, indem es sich gegen einen Souverain empoͤrt, dessen festen und energischen Charakter es kennt, in⸗ dem es einer Macht trotzt, die man niemals ungestraft her⸗

ausforderte. Polnische Krieger! Die Empoͤrung will auf Eure Stir⸗ nen den Flecken der Schande druͤcken; enitzieht Euch einer

solchen Schmach. Die Geschichte wird einst sagen, daß Ihr,

in der Hoffnung, Eurem Vaterlande zu dienen, dem Manne ergeben und getreu gewesen seyd, der Euch Alles versprach und nichts hielt. Soll sie etwa auch sagen, daß Ihr, mit Undank und Treubruch dem Souverain lohnend, der Euch großmuͤthig Alles bewilligte, was Ihr zu hoffen kein Recht

hattet, auf Euer Vaterland neues Ungluͤck und auf Euch selbst einen unaustilgbaren Schimpf herabgezogen habt. Wenn einige Beschwerden vorhanden waren, so mußter Ihr Vertrauen genug zu dem Charakter unseres erhabenen Souverains be⸗ sitzen, um Ihm Eure Klagen auf gesetzlichem Wege mit

derjenigen Freimuͤthigkeit darzulegen, die wahre Krieger cha⸗

rakterisirt. Auch ich, Polen, fuͤhre die offene Sprache eines

Soldaten; ich kannte nie eine andere. Den Befehlen mei⸗

nes Souverains gehorsam, wiederhole ich Euch in Seinem Sinne das, was Seine Gnade Euch bereits in der Procla-. dieselben gewissenhaft zu erfuͤllen wissen, ich werde aber auch mation vom 5ten (17.) Dezember zurief. Unser erhabener

mit gerechter und unbeugsamer Strenge eine verbrecherische 1 G reitenden Garde⸗Jaͤger, des groͤßten Theils der Garde⸗

Herr hat mit lebhafter Zufriedenheit die Treue der beaven

Grenadiere und der Fahnenjunker der Kavallerie gesehen. Er

zweifelt nicht, daß der groͤßte Theil der Truppen den Wunsch

hegte, dem geleisteten Eide treu zu bleiben, und daß viele An⸗

dere nur von einem augenblicklichen Eindruck hingerissen wurden. Moͤgen die Einen wie die Andern sich beeilen, die Allerhoͤche

sten in der Proclamation enthaltenen Befehle zu vollziehen;

wenn aber unvorhergesehene Umstaͤnde Euch nicht erlaubten,

den angedeuteten Weg einzuschlagen, so erinnert Euch we⸗ nigstens beim Herannahen der treuen samen Souverains, Eurer Pflicht und Eurer Eide. Die un⸗ ter meinen Befehlen stehenden Truppen ruͤcken nicht als

Feinde in das Koͤnigreich Polen ein; sie haben vielmehr die schoͤne Bestimmung, die Ordnung und das Gesetz wiederher⸗ zustellen; sie werden alle Civil⸗ und Militair Personen, die

zu ihrer Pflicht zuruͤckkehren, als Bruͤder ausfnehmen, aber auch mit dem Muthe und der Standhaftigkeit, die sie bei jeder Gelegenheit bewiesen haben, den Widerstand zu besie⸗ gen wissen, den etwa schlechtgesinnte Menschen zu leisten ver⸗

suchen moͤchten, welche, die Heiligkeit der Eide und die Ge⸗

setze der Ehre mit Fuͤßen tretend, die theuersten Interessen 8 ihres Vaterlandes ehrgeizigen und verbrecherischen Plaͤnen

aufopfern.

An Euch insbesondere, die ich gewohnt war als wuͤrdige Waf⸗ fenbruͤder zu betrachten, Generale und Obersten der Polni⸗ schen Armee, wende ich mich mit Vertrauen. Kommt von dem momentanen Irrthume zwrüͤck, dem Ihr Euch uͤberlassen haben koͤnnt, daß ihr durch Euer Anschließen an die Rebellen diesel⸗ ben zuruͤckzubringen und Eurem Vaterlande zu dienen vermoͤchtet, ohne Eure Eide zu brechen. Die Erfahrung wird Euch ent⸗ taͤuscht haben. Kehrt zur Pfl

. Ruͤckrehr zu Eurer Pflicht seyn.

Steuer.

Heere unsers gemein⸗

icht der Trene zuruͤck, und Ihr werdet dadurch in Euer Land das Gluͤck zuruͤckfuͤhren. Die Gnade unseres erhabenen Herrn ist Euch bekannt, kehrt also

vervins mit Loyalität vollziehen, und der Dank des der Ruhe wiedergegebenen Vaterlandes wird ein suͤßer Lohn fuͤr die Finden sich aber unter CEuch in Verbrechen abgehartete Menschen, die nicht im Stande sind, sich der Großmuth anzuvertrauen, weil sie das hohe Gefuͤhl, dem sie entspringt, nicht kennen, so zerreißen wir mit Ihnen jedes Band militairischer Kameradschaft, und die allmaͤchtige Hand Gottes, des Beschuͤtzers der gerechten Sache, wird auf ihre Haͤupter die Strafe fallen lassen, die ihre Verbrechen verdienen. b

I. Im Januar 1831. 8 Unterz.: der Marschall Graf Diebitsch⸗Sabalkansky.

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Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 18ten Ja⸗ nuar. Zu Anfang dieser Sitzung verlas der Graf Julius

von Larochefoucauld nachstehende, Tages zuvor von ihm

auf das Bureau niedergelegte Proposition: „Die Theater⸗

Direktoren und sonstigen Eigenthuͤmer von Schaubuͤhnen, die soolche Stücke auffuͤhren wollen, worin Zeitgenossen vorkom⸗

mmaen, muͤssen zuvor die Erlaubniß des Ministers des Innern dazu einholen; haben sie solches vor der ersten Auffuͤhrung des Stuͤckes nicht gethan, so verlieren sie ihr Privilegium. Der Minister des Innern ist verbunden, ihnen 14 Tage nach dem Eingange der an ihn gerichteten Antraͤge seine Entschei⸗ dung zukommen zu lassen.“ Auf die Bemerkung des Praͤ⸗ sidenten des Minister⸗Rathes, daß die Regierung bereits am folgenden Tage einen Gesetz⸗Entwurf uͤber das Theaterwesen

voorlegen werde, vertagte indeß Herr von Larochefoucauld sei⸗

nen Antrag. An der Tages Ordnung waren jetzt die Be⸗ rathungen uüber die von dem Obersten von Paixhans in An⸗

trag gebrachten vier Zusatz⸗Artikel zu dem Gesetz⸗Entwurfe in Betreff des Tilgungs⸗Fonds. Der Zweck dieser Artikel war vornehmlich, diejenige Summe, die von den 80 Millio⸗

nen des Dotations⸗Fonds etwa noch uͤbrig bleiben moͤchte,

zur Zuruͤckerstattung der den Ehrenlegione⸗Rittern gemachten Ge⸗ halts⸗Abzuͤge zu verwenden. Hr. Paixhans erklaͤrte inzwischen, daß er, im Vertrauen zu den guten Absichten des Ministe⸗ riums hinsichtlich der Mitglieder der Ehrenlegion, sein Amen⸗ dement zuruͤcknehme. Hiernach blieb nur noch uͤbrig, uͤber den gesammten Gesetz⸗Entwurf in Betreff des Tilgungs⸗Fonds abzustimmen. Die Annahme desselben erfolgte mit 220 Stim⸗

men gegen 32. Jetzt begann die allgemeine Diskussion geg 8. 8

uͤber den Gesetz⸗Entwurf wegen der Personal⸗ und Mobiliar⸗ Herr Cunin⸗Gridaine war der Meinung, daß der Entwurf sich weder in politischer noch in finanzieller Be⸗ ziehung rechtfertigen lasse; die Personal⸗Steuer sey nichts als eeine Reminisrenz der ehemaligen Kopfsteuer, mithin ungerecht und gesetzwidrig; ungerecht, weil sie Jedermann, ohne Ruͤck⸗ sicht auf seine Vermoͤgens⸗Umstaͤnde, in gleichem Maaße treffe; gesetzwidrig, weil der 2te Artikel der Charte ausdruͤcklich sage,

daß alle Franzosen ohne Unterschied im Verhaͤltnisse ih⸗

res Vermoöͤgens zu den Staatslasten beitragen sollten;

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die Personal⸗Steuer gaͤnzlich eingehen lasse und den unerheb⸗

lichen Betrag derselben zu der Mobiliar⸗Steuer schlage, ob⸗ gleich auch diese letztere auf fehlerhaften Grundlagen beruhe; am

aller nachtheiligsten aber scheine ihm die Absicht, diese Steuer

aus einer Repartitions⸗Steuer, was sie bisher gewesen, zu einer

AQuotitaͤts⸗Steuer zu machen, d. h., sie durch die Regierung selbst von jedem Steuerpflichtigen einziehen zu lassen, statt

wie bisher mit den Orts⸗Behoͤrden ein Abkommen in Pausch und Bogen zu treffen; Mißbraͤuche, Unordnung und Schwie⸗

Gerigkeiten aller Art wuͤrden die Folgen dieses Systems seyn,

das einerseits eine ungeheure Arbeit veranlassen wuͤrde, in⸗ dem es dabei auf die Abschaͤtzung von mehr als 5 Mill. Woh⸗ nungen ankaͤme, andererseits aber auch den Steuerpflichtigen schon aus dem Grunde mißfallen wuͤrde, weil sie sich da⸗ nach unmittelbar von den Agenten des Fiskus taxirt saͤhen; die Patentsteuer sey eine sehr alte Quotitaͤts⸗Steuer; nichts⸗ destoweniger veranlasse sie, bloß weil der Fiskus sie direkt er⸗ Heben lasse, zehnmal mehr Reclamationen als die Grund⸗, Personal⸗ und Mobiliar⸗Steuer zusammen. Der Oberst Grouchy war gerade der entgegengesetzten Meinung und

Millionen steuerpflichtigen Einwohnern selbst erheben zu las⸗ sen. „Die von der Regierung beabsichtigte Aenderung“, aͤußerte der Redner am Schlusse seines Vortrages, „scheint mir durchaus kein geeignetes Mittel, demjenigen Einkommen, das der Grundsteuer nicht unterliegt, sicherer als bisher bei⸗ zukommen. Es wird vielmehr sehr schwer seyn, die Steuern einzutreiben, weil sie mehr oder weniger auf der Willkuͤhr beruhen und bestaͤndige Streitigkeiten zwischen den Steuer⸗ pflichtigen und den Agenten des Fiskus veranlassen wird. Das unfehlbarste Resultat derselben wird darin bestehen, daß sie den Reclamationen und Beschwerden uͤber die Steuer Erheber

zur voͤllig ungelegenen Zeit neue Nahrung giebt. Ist es aber wohl

klug und vorsichtig, sich einer solchen Gefahr auszusetzen? Ich glaube nicht. Die Erfahrung lehrt uns hinlaͤnglich, daß alle Steuern, die auf Abschaͤtzungen beruhen, mehr oder we⸗ niger dem Irrthum und der Willkuͤhr unterworfen sind, und daß diese nur dann moͤglichst vermieden werden koͤnnen, wenn die Steuer von den Ortsbehoͤrden selbst vertheilt wird. Wenn ich mich sonach auch nicht der Absicht widersetze, die Perso⸗ nal⸗, und die Thuͤr⸗- und Fenster⸗Steuer in Quotitaͤts⸗Steuern zu verwandeln, so behaupte ich doch, daß die Mobiliar⸗ Steuer sich zu einer solchen nicht wuͤrde machen lassen, ohne unser Finanz⸗System zu verwirren und zugleich die Steuer⸗ pflichtigen großen Bedruͤckungen preiszugeben. Aus diesen Gruͤnden verwerfe ich die vorgeschlagene Aenderung in Be⸗ zug auf die Mobiliar⸗Steuer.“ Hr. Enouf stimmte unbe⸗ dingt fuͤr die Antraͤge der Regierung und gab den Wunsch zu erkennen, daß man auch noch die Grund⸗Steuer zu einer Quotitaͤts, Steuer machen moͤchte; es sey dies das einzige Mittel, der ungleichen Vertheilung der Steuern, woran Frankreich schon seit 40 Jahren leide, endlich ein Ziel zu setzen. Hr. Sappey erklaͤrte, daß die Idee der Regierung nicht neu sey; als Maire einer Land⸗Gemeinde sey

ihm bereits im April 1829 ein Cirkularschreiben zu Gesicht

gekommen, wodurch das damalige Ministerium die Mobiliar⸗ Steuer in eine Miethssteuer von 1 Centime vom Franken angeordnet gehabt habe, eine Verfuͤgung, die damals von mehreren Maires und Steuer⸗Einnehmern in solchem Grade gemißbilligt worden sey, daß sie sofort ihre Entlassung einge⸗ reicht haͤtten. Unterrichtet von diesem Oppositions⸗Geiste, habe der Finanz⸗Minister im Nov. 1829 den Praͤfekten den Be⸗

bl ertheilt, falls dieser Geist sich im Jahre 1830 erneuern ollte, alle Steuer⸗Einnehmer abzusetzen und an deren Stelle andere zu ernennen. Wenn, fuͤgte der Redner hinzu, ein solcher Plan schon damals so große Unruhen und Hesorg⸗ nisse erregt habe, so lasse sich jetzt, wo derselbe in ein Gesetz verwandelt werden solle, nichts Besseres davon erwarten. Nie⸗ mand werde in Abrede stellen koͤnnen, daß Hr. v. Villèle ein gewandter Staatsmann sey; doch habe er die vorgeschla⸗ gene Maaßregel wegen der mit der Ausfuͤhrung derselben verknuͤpften großen Schwierigkeiten stets zuruͤckgewiesen, und auch Buonaparte, dem es gewiß sehr darum zu thun gewesen, die Staats⸗Einkuͤnfte moͤglichst zu vermehren,

besser, oder mindestens gerechter sey es sonach, wenn man habe den Vorschlag, die Thuͤr⸗ und Fenster⸗Steuer in eine

Quotitaͤts⸗Steuer zu verwandeln, verworfen. „Der Plan der Regierung,“ so schloß Herr Sappey, „wuͤrde, statt der bis⸗ herigen ungleichen Vertheilung ein Ende zu machen, sie in den verschiedenen Gemeinden durch die Abschaͤtzung jedes ein⸗ zelnen Steuerpflichtigen von Seiten der Agenten des Fiskus nur noch vermehren. Die Ausfuͤhrung desselben wuͤrde un⸗ sere ganze Gesetzgebung hinsichtlich der direkten Besteuerung in Verwirrung bringen; sie wuͤrde uͤberdies in allen Klassen der Gesellschaft lebhafte. Besorgnisse erregen, die Ortsbehoͤr⸗ den in der oͤffentlichen Meinung herabsetzen, die Steuerpflich⸗ tigen in bestaͤndige Zwistigkeiten mit den Beamten der Fi⸗ nanz⸗Verwaltung verwickeln und zuletzt, statt einer Mehr⸗ Einnahme, vielleicht gar noch ein Deficit darbieten. Aus allen diefen Gruͤnden stimme ich fuͤr die Verwerfung des Planes.“ Herr Pataille hielt zu Gunsten des Gesetz⸗Ent⸗ wurfes eine lange Rede, worin er die Meinung aussprach,

daß die vorgeschlagene Aenderung in der Erhebung der Mobiliar⸗

Steuer ohne Zweifel den Ausfall decken werde, der sich bei der Ge⸗ traͤnk⸗Steuer zeige. Nachdem noch Hr. Voyer⸗d'Argenson sich gegen den Gesetz⸗Entwurf geaͤußert hatte, erklaͤrte der Praͤsident, daß die Liste der zu Gunsten des Entwurfes

zu ihm zuruͤck. Bedenkt die ungeheure Verantwortlichkeititk, glaubte, daß die Mobiliar⸗Steuer, der man lieber den Na⸗ welche Ihr durch strafbare Hartnaͤckigkeit auf Euch waͤlzen men Miethssteuer geben sollte, weit weniger zu Mißbraͤuchen wuͤrdet. te Ti gackiatn Anlaß geben werde, wenn sie eine Quotitaͤts⸗, als wenn sie eine Schließt Euch an Eure Waffenbruͤder; zeigt, daß Ihr AReevpartitions⸗Steuer sey Der Baron Lepelletier d' Aul⸗ noch die Befehlshaber der Truppen seyd, die Euer Souve-⸗ naͤy ließ sich in eine ausfuͤhrliche Eroͤrterung des gesammten W rain Eurer Ehre anvertraute. Ich wiederhole es Euch, Ihr direkten Steuerwesens seit der Revolution bis auf die neueste vor, die, seiner Meinung nach, der Plan der Reglerung dar⸗ sischen und Polnischen Truppen wurde. Die schoͤnsten Hoff⸗ werdet als Bruͤder empfangen werden; es wird Euch Ver:⸗: 8 Zeit ein; er tadelte gleichfalls die Absicht der Regterung, eine biete. Am folgenden Tage sollte die Berathung fortgesetzt nungen gegenseitiger Vortheile mußten sich an diesen Gedan⸗ gessenheit des Geschehenen zugesichert. Die unter meinem 2 Steuer, die bisher von den General⸗ und Bezirks⸗Conseils, V werden. Vor der Eroͤffnung derselben erwartete man eine

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Eurer Ergebenheit mit Freuden Gerechtigkeit widerfahren. Das musterhafte Benehmen aller Polnischen Offiziere ohne Alusnahme, die mit unsern Heeren die Beschwerden und den 1 Ruhm des Tuͤrkischen Krieges theilten, hatte seine hohe Zu⸗ . friedenheit erhalten. Wir Alle nahmen mit Vergnuͤgen diese

Waffenbruͤderschaft an, die ein neues Band zwischen den Rus⸗

eingeschriebenen Redner erschoͤpft sey, und daß nur noch Red⸗ ner wider denselben eingetragen waͤren. Hiernach bestieg noch Hr. v. Falguerolles die Rednerbuͤhne und hob in einem ausfuͤhrlichen Vortrage die zahlreichen Nachtheile her⸗

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