1831 / 33 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 02 Feb 1831 18:00:01 GMT) scan diff

Paris, 25. Jan.

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Betrag des Betrag der

staͤdten der Departements und Bezirke, die weniger als 5000 Einwohner haben 1 Fr. in den Gemeinden, die zusammen eine Bevöͤlkerung von 15,000 bis 5000 Seelen haben.. 80 2 in allen uͤbrigen Gemeinden von

weniger als 5000 Seelen

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JV1n 10

„Art. 5. Dem Betrage der Personal⸗Steuer sind

die durch die jaͤhrlichen Gesetze naͤher zu bestimmenden all⸗ gemeinen Zusatz⸗Centimen, so wie außerdem 5 Centimen vom Franken, naͤmlich 2 fuͤr die Zaͤhlungskosten und 3 fuͤr die Steuer⸗Erlassungen, hinzuzufuͤgen. Der ganze Belauf des Ertrages der 3 Centimen, der durch die be⸗ willigten Steuer⸗Erlasse nicht absorbirt wird, soll jeder Gemeinde zur Bestreitung oͤrtlicher Ausgaben zuruͤckerstat⸗ tet werden.“ Niach der Annahme dieser 5 ersten Artikel des Gesetz⸗ Entwurfes, welche von der Personal⸗Steuer handeln, ging man zu dem die Mobiliar⸗Steuer betreffenden IIten Ka⸗ pitel uͤber. Der 1ste (6te) Artikel lautet also: „Das Kon⸗ tingent fuͤr die Mobiliar⸗Steuer soll fuͤr das Jahr 1831 zu der Gesammtsumme berechnet werden, worauf im Jahr 1830 die Personal⸗ und Mobiliar⸗Steuer abgeschaͤtzt war. Doch soll dieses Kontingent durch eine Erleichterung derjenigen Depar⸗ tements, die fuͤr zu hoch besteuert gelten, bis auf die Summe von 24 Mill. reducirt werden.“ Die Hrn. Mestadier und Humann widersetzten sich dieser letztern von der Kommis⸗ sion selbst ausgegangenen Bestimmung; eben so Hr. von Berbis, welcher der Meinung war, daß, wenn man jene Reduction von 27 auf 24 Millionen schon jetzt ankuͤndigte, man leicht in die Nothwendigkeit gerathen koͤnnte, bei den Berathungen uͤber das Budget das gegebene Versprechen wieder zuruͤcknehmen zu muͤssen. Aus demselben Grunde trat auch Hr. Laffitte auf die Seite der Herren Mestadier, Humann und v. Berbis, indem er zugleich daran erinnerte, daß schon die Getraͤnk⸗Steuer einen Minder⸗Ertrag von 40 Mill. darbieten werde. Die Fortsetzung der Berathung wurde auf den folgenden Tag verlegt, wo man zugleich den Kommissions⸗Bericht uͤber den bereits vor geraumer Zeit von Hrn. v. Cormenin gemachten Antrag, wonach kuͤnftig kein

Beamter mehr gleichzeitig zwei Gehalte oder ein Gehalt und

eine Pension soll beziehen duͤrfen, erwartet.

. Der Koͤnig arbeitete gestern mit dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten und ertheilte dem General⸗Lieutenant Drouot eine Privat⸗Audienz.

Mittelst zweier Koͤnigl. Verordnungen vom 22sten d. M.

haben Se. Majestaͤt zwei anonyme Gesellschaften, die sich in I

Rheims und Troyes Behufs der Errichtung eines Diskontir⸗ Comptoirs gebildet haben, bestaͤtigt. Der Temps meldet: „General Flahaut ist am 22sten d. M. als Courier von hier nach London abgegangen; er be⸗ eilt seine Reise so viel als moͤglich. Zu gleicher Zeit ist Herr Lawestine nach Bruͤssel abgereist. Wabrscheinlich beziehen sich beide Sendungen auf Anordnungen, die in Betreff Belgiens getroffen werden.“ Herr Chabaud⸗Latour ist in Uzes (Departement des Gard) mit 113 unter 118 Stimmen statt des zur Pairschaft berufenen Herzogs v. Crussol, und Herr Rodat von dem großen Wahl⸗Kollegium des Departements des Aveyron aufs neue zum Deputirten gewaͤhlt worden. 8 Die Revue de Paris enthaͤlt folgende Charakteristik einiger Fractionen der Deputirten⸗Kammer: „Die aͤußerste Linke befindet sich in einem sonderbaren Zustande; einestheils

ist sie in voͤlliger Aufloͤsung, anderntheils sucht sie sich zu

regeneriren; der in der Aufloͤsung begriffene Theil der Lin⸗ ken besteht aus den Mitgliedern der alten Opposition, die ihre Ansichten nicht aͤndern wollen, obgleich der politische orizont sich gaͤnzlich geaͤndert hat; sie haben nichts verges⸗ sen und nichts gelernt, sie opponiren jetzt, wie sie ehemals opponirten. Keiner von ihnen zeigte sich faͤhig, dieser Frac⸗ tion eine bestimmte Richtung zu geben. Herr v. Lafayette iist ein Mann fuͤr sich; er gehoͤrt weder zu dem Theile, der sich aufloͤst, noch zu dem Theile, der sich regeneriren will; er ist der Mann von 1789, mit aller Hoffnung, allem Adel, aber auch aller Unerfahrenheit der ersten Jahre der Revo⸗ lution. Der Theil der Linken, der sich regeneriren will, zer⸗ faͤllt wieder in zwei Haͤlften, deren eine keinen Plan und Zweck u haben scheint, sondern ohne Maaß und Regel verfaͤhrt und sch in einem Chaos besindet; diese Haͤlfte, die vorneymlich Hrn. Mauguin zum Redner hat, scheint nicht sehr zahlreich zu Sen

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Tagelohns. Steuer.

gierenden seyn;

nach andern war er eine Falle, um die

Centra zu Stande kommen koͤnnte;

Die andere Haͤlfte ist geschickter und staͤrker, sie hat einen Plan, eine Idee, einen Anfuͤhrer mit sich von der Partei Mauguin unterscheidet; scheint Hr. Odilon⸗Barrot zu seyn; sich keine Bloͤßen und jaͤßt sich nicht fortreißen; er hat ganz das Ansehen eines Parteifuͤhrers und dennoch uͤbertritt er nicht die Schranken der gesetzlichen Opposition; er ist ein parlamentarischer Mann. Seine Id aͤußerste Linke in ihrer Opposition gegen die Regierung nicht zu weit gehen zu lassen; Beharrlichkeit auf seinem Krisis vermuthen.

1 dieser Fuͤhrer er spricht gehalten, giebt

Gehen wir von der aͤußersten Linken zur

Soldaten, wodurch sie

Idee scheint zu seyn, die

dies laͤßt sich wenigstens aus seiner Praͤfekten⸗Posten nach der letzten

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Linken uͤber, so finden wir zunäaͤchst den vielbesprochenen Ver⸗ 8

ein Lointier. Nach den Dezember⸗Unruhen erschienen das linke und rechte Centrum einiger als je, und wollten die Re⸗ von diesem Augenblicke an gewann der Loin⸗ einige Bedeutung. Ueber den Zweck wurden sehr entgegengesetzte Behauptun⸗ nach Einigen war er gegen die Cen⸗ von denen sich die Linke trennen

tiersche Verein dieses Vereins gen aufgestellt;

tra gerichtet,

sten Linken heranzuziehen. 8 das Ministerium wolle sich eine Partet bilden. Der Zweck des Lointierschen Vereins scheint uns ein hoͤchst einfacher,

naͤmlich dieser zu seyn, das Gleichgewicht zwischen den ver⸗

schiedenen Theilen der constitutionnellen Majoritaͤt der Kam⸗ 8

Fe wolle; Mitglieder der aͤußer⸗ Noch andere endlich behaupteten,

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mer aufrecht zu erhalten; der Verein will nicht mit dem lin-⸗

ken Centrum brechen, er ist sogar der Mehrzahl seiner Mitglieder nach durch Uebereinstimmung der mit demselben innig verknuͤöpft; er glaubte aber eine Zeit lang befuͤrchten zu muͤssen, daß das linke Cen⸗ trum zu geneigt sey, sich auf das rechte Centrum zu stuͤtzen und glaubte nun genau den Punkt angeben zu muͤssen, bis zu welchem er mit dem ersteren gemeinschaftlich gehen wolle; zugleich wollte der Lointiersche Verein zeigen, daß im Nothfalle auch eine Majoritaͤt außerhalb der beiden : er strebt also danach, das wahre Centrum zu seyn, er will die Mitte zwischen dem Zoͤ⸗ gern und der Langsamkeit des Centrums und der regellosen kebg segeh der aͤußersten Linken bilden.“

Die Haupturheber der an der hiesigen Universitaͤt vor⸗ gefallenen Unruhen, Sambuc, Plocque und Blanqui, sind verhaftet worden. 858

Der Temps erzaͤhlt folgende Anekdote: „Ein Justiz⸗ Beamter, der durch fruͤhere unbestraft gebliebene Beispiele ermuthigt wurde, weigerte sich, eine gerlchtliche Verfolgung gegen die Urheber der letzten Unruhen in der Sorbonne ein⸗ zuleiten. Der Großsiegelbewahrer zeigte hierauf diesem Beam⸗ ten an, er werde dem Koͤnigl. Conseil die Alternative stellen, entweder seine Entlassung als Minister anzunehmen, oder den ihm untergebenen Justiz⸗Beamten abzusetzen. Dies wirkte, denn die Untersuchung hat begonnen.“

In den Bureaus der Rechts⸗ wie der medizinischen Fa⸗ kultaͤt sind von den Studirenden Protestationen gegen die Unordnungen ausgelegt worden, die am verwichenen Sonn⸗ abend in der Sorbonne stattgesunden haben. Der Dekan der medizinischen Fakultaͤt, Baron Dubois, hat heute eine mit 344 Unterschriften versehene Protestation der Studirenden der Medizin in den Moniteur und die uͤbrigen Blaͤtter ein⸗ ruͤcken lassen, mit dem Bemerken, daß die Zahl der Unter⸗ schriften sich im Laufe des Tages noch bedeutend vermehren werde. Außerdem enthalten die Blaͤtter eine Menge von Protestationen einzelner Studirenden. 8

Q.

Im Journal des Déöbats liest man: „Gestern ha⸗

ben in dem Gymnasium Heinrichs IV. ernstliche Unord⸗ nungen stattgefunden. Drei Zoͤglinge waren wegen eines schweren Disciplinar⸗Vergehens vor einigen Tagen ihren El⸗ tern zuruͤckgeschickt worden. Ihre Kameraden erhielten von auswaͤrts Briefe, worin sie aufgereizt wurden, auf die Wie⸗ deraufnahme der entlassenen Zoͤglinge zu dringen; sie wurden fuͤr feig erklaͤrt, wenn sie den Vorsteher der Anstalt nicht zwaͤngen, jene zuruͤckzurufen. Geschah es nun, um dieser ihre Eigenliebe in Anspruch nehmenden Aufforderung zu ent⸗ sprechen oder aus alter Anhaͤnglichkeit an die ausgeschlosse⸗ nen Schuͤler, genug gestern fruͤh schlossen sich die Zoͤglinge der zweiten Klasse in ihren Studiensaal ein, durchbrachen die Thuͤr, die sie von der philosophischen Klasse trennte, und hier erklaͤrten sie saͤmmtlich, daß sie den Saal nicht verlassen und die Autorität des Vorstehers und der Lehrer nicht eher anerkennen wuͤrden, als bis die Bestraften wieder aufgenom⸗ men worden waͤren. Sie blieben taub gegen die vaͤterli⸗ chen Ermahnungen des Vorstehers und mehrerer Inspek⸗ toren der Universität, die sich auf die erste erhaltene Nachricht nach dem Gymnasium begeben hatten. Ein

Ansichten

Mansover mit den Segeln unmoͤglich machte.

Pension von 3277 Fr. bewilligt worden.

meedern

vers

glauben“,

Unter⸗Direktor, der der Stimme der Vernunft Gehoͤr verschaffen wollte, wurde sogar gemißhandelt und geschlogen. Der Vorsteher der Anstalt ließ unverzuͤglich die Eltern und Korrespondenten der jungen Rebellen von dem Vorfall be⸗ nachrichtigen; diese eilten herbei, und funfzig der unruhigsten wurden ihnen uͤbergeben. Die anderen Klassen haben an dem Tumult keinen Theil genommen; Alles ist ruhig, und heute werden die Studien wieder ihren gewoͤhnlichen Lauf nehmen. Dieses neue Beispiel der Insubordination wird den Vorstehern der Universitaͤt zeigen, wie unuimgaͤnglich nothwendig es ist, Unordnungen im Keime zu ersticken, die durch zu große Nachsicht unfehlbar ansteckend werden wuͤrden.“

Aus Marseille vom 18. d. wird geschrieben: „Am 15. d. M. gegen 10 Uhr Abends ist das Schiff „Cornelie“ mit zwei Bataillonen des aus Morea zuruͤckkehrenden 57sten Regiments hier eingelaufen; ein Bataillon und das Regi⸗ ment Hohenlohe ist dort zuruͤckgeblieben. Die Ueberfahrt

8* von Morea war hoͤchst schwierig; in Folge eines falschen Mandvers gerieth die „Cornelie“ an der Kalabrischen Kuͤste und fast im Angesicht von Messina auf eine Sandbank, von

der sie nur mit großer Muͤhe losgebracht werden konnte. Als

ssie mit allen Segeln in den Golf von Neapel einlaufen wollte,

wurde sie von einem heftigen Windstoße gefaßt, der jedes Schon schien alle Hoffnung verloren zu seyn, als es endlich gelang, die Segel einzuziehen und 600 Menschen einem fast gewissen Tode

zu entreißen.“ zar

Die Mitarbeiter an der wissenschaftlichen und militairi⸗

1 schen Geschichte der Expedition nach Aegypten haͤtten gestern

eeine Privat⸗Audienz beim Koͤnige, der diesem umfassenden Unternehmen seinen Schutz zusagte.

Unter den anwesenden Mitgliedern befanden sich die Herren Geoffroy St. Hllaire,

Reybaud, Saintine, Parceval de Grandmaison, General Geourgaud, Jullien, Poussielgne, Marquis von Fortia deUr⸗ Han, Bory de St. Vincent, Baron Taylor u. s. w.

Dem gewesenen Praͤfekten, Baron Chazal, ist als Eut⸗ schaͤdigung fuͤr eine Dotation von 4000 Fr., die er fruͤher ge⸗

noß, eine Pension von 1000 Fr., und dem ehemaligen Praͤ⸗

fekten des Departements des Tarn, Herrn Decazes, eine n H, r 9. 4 888. . A. H.L⸗

&. 66 9 1. à 54 Mase.

In der gestrigen Sitzung

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Aus dem Haag, 27. Jan.

der zweiten Kammer der Generalstaaten sind die

Sectionen derselben veraͤndert und andere Sections⸗Praͤst⸗ denten erwaͤhlt worden. Die erste Kammer, die vorgestern ebenfalls versammelt war, hielt gestern eine gemeinschaftliche Konferenz mit den Mitgliedern der zweiten Kammer. Die Kommission zur Abfassung der Adresse ist gestern ebenfalls

ammelt gewesen. Neuerdings sind mehrere Abtheilungen Grenadiers und Jaͤger von hier zur Armee abgegangen.

Aus Herzogenbusch schreibt man unterm 25sten d. M.: „Von Eindhoven ist nichts Neues hier eingegangen.

1 SDe lange Abwesenheit des Herzogs Bernhard von Sachsen⸗

Weimar giebt zu der Muthmaßung Anlaß, daß Se. Hoheit,

miit einer besonderen Gewalt bekleidet, bald nach Luxemburg

abgehen duͤrfte. Die Truppen wuͤrden die Entfernung dieses

5 geachteten Chefs als einen empfindlichen Verlust erkennen.“

Amsterdam, 27. Jan. „Sollte man nicht sagt ein Antwerpener Blatt, das von der jetzt stattfindenden Belgischen Herrscher⸗Wahl spricht, „daß sich alle moͤgliche Narren von der Welt in Bruͤssel zusammenge⸗ funden haben?“ Aber nicht bloß Narren, Aberwitzige muß man die Mitglieder des Konklave nennen, das jetzt in Bruͤssel versammelt ist und taͤglich mehr den Beweis liefert, wie wenig ein Volk, das weder durch seine Geschichte, noch durch seine geistige Kultur dazu herangebildet worden, zu Institutionen reif ist, die nur der aus dem Beduͤrfnisse sitt⸗ icher Ordnung bervorgegangene Freiheitssinn zu begruͤnden und zu bewahren vermag. er 28ste Januar, der Tag, an

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welchem desinitiv die Erwaͤhlung des neuen Herrschers statt⸗ finden soll, naht mit großen Schritten heran, und die Wahl

muß endlich getroffen werden, denn die Ereignisse und die von der Revolution hervorgerufenen Verlegenheiten draͤngen immer mehr und mehr. Der Kongreß, der nicht eigentlich

das Volk, sondern nur drei Nuancen desselben: den Prie⸗

ster⸗, den Adel⸗ und den Advokaten⸗Stand, vertritt, sieht seine eigene Existenz gefaͤhrdet, weil alle uͤbrigen, die große Mehrheit bildende Nuancen des Volkes, und zwar zunaͤchst ie Ackerbauer, die Gewerbtreibenden, der Fabrik⸗ und der -eer, n eben in jener mangelhaften Vertretung die aupt⸗Ursache des jetzigen Uebels erkennen und stets lauter Als die Belgische Revolution vor 11““

nach Abhuͤlfe verlangen.

wuͤrden jedoch die alten bleiben.

sich ging, hielten die zuletzt genannten Staͤnde sich meistens ganz passiv; es war ja nur eine administrative Scheidung von Holland, die man damals scheinbar im Auge hatte, und noch

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1.“

am 3. Sept. 1830 proklamirten die Herren Baron Vanderlinden⸗ Hooghvorst, erster Kommandant der Buͤrgergarde, Vandermee⸗

ren, Gendebien, Van de Weyer u. A. auf das feierlichste, daß die Buͤrgergarde von Bruͤssel sich auf Ehre verpflichte, keine Veraͤnderung der Dynastie zu dulden. Die Belgische Indu⸗ strie glaubte damals, eine Trennung von Holland wuͤrde nichts weiter als eine Erleichterung des durch Hollands Schuldenlast vermehrten Abgaben⸗Druckes herbeifuͤhren; alle

uͤbrige den Wohlstand des Landes erzeugende Verhaͤltnisse

Rausch,

Es kam dazu der erste den die schoͤnen Namen „Vaterland“ und „Unab⸗

haͤngigkeit“ hervorriefen, und man ließ diejenigen Parteien, 8 welche die Revolution gemacht und sie nun auch durchfuͤhrten,

ruhig gewaͤhren.

Diese thaͤtigen Parteien waren es auch,

die als uͤberwiegende Majoritaͤt sich im Kongresse zusammen⸗ 8 fanden und ohne Ruͤcksicht auf die von der furchtsamen Mi⸗

noritaͤt geschehenen Protestationen Hauses Nassau dekretirten. d war, erkannte die große Mehrheit aller Erwerbs⸗Klassen im

die Ausschließung des Erst nachdem dies geschehen

Lande, welchen selbstsuͤchtigen Mandatarien ihr Interesse an⸗ 8

vertraut sey; die Unzufriedenheit zeigte sich zunaͤchst in den

großen Staͤdten, die von dem Stillstande aller Geschaͤfte am

meisten betroffen waren, und kam bald in allen Provinzen mehr oder weniger zum Vorschein. Ist man auch uͤber die

Mittel, die eine Radikal⸗Kur bewirken sollen, verschiedener

Ansicht, so wird doch das Uebel uͤberall als vorhanden und als toͤdtlich fuͤr die Wohlhabenheit eines Landes erkannt, das noch vor einem halben Jahre gegen jede äaͤähnliche Gefahr

weit mehr gesichert schien, als das einzige in der Dichtheit

der Bevoͤlkerung und in der Verbreitung der Industrie mit ihm wetteifernde Land Europas: das reiche England, das so uͤberfuͤllt an Armen ist. Saͤmmtliche Belgische Blätter, wie wir sie kuͤrzlich einmal zu charakterisiren versuch⸗ ten, *) stimmen, wiewohl uͤber alle andere Materien so verschieden urtheilend, doch darin uͤberein, daß dem derma⸗ ligen Provisorium ein Ende gemacht werden muͤsse. Die Franzoͤsisch gesinnte „Emancipation“” erkennt in dem Herzog.

von Nemours den einzigen Mann, der die Belgische Krone

tragen koͤnne; zwar hat sie der Herzog selbst schon abgelehnt, zwar hat der Koͤnig der Franzosen zu wiederholten Malen erklaͤrt, daß er sie seinem Sohne nicht wuͤrde aufsetzen lassen;

Herr von Robaulx, der unermuͤdliche Antragsteller im Kon⸗

gresse, laͤßt sich durch solche Gruͤnde nicht abschrecken, und die „Emancipation“, das Blatt, dessen Haupt⸗Mitarbeiter

der genannte Advokat ist, beweist haarscharf, daß das Fran⸗

zoͤsische Volk dem Belgischen zu Gefallen den Herzog von Nemours zwingen werde, den Thron zu besteigen. Der „Courrier“ (des Pays⸗Bas), dem es darum zu thun ist, daß Bruͤssel eine Hauptstadt dleibe, weil er als Provinzial⸗ blatt die Haͤlfte seines Interesses und seiner Abonnenten zu verlieren fuͤrchtet, und der in der Erwaͤhlung des Herzogs von Nemours nur den Uebergang zur Franzoͤsischwerdung Belgiens erkennt, nimmt mit aller Macht den Herzog von Leuchtenberg in Schutz, der in der That auch durch die Be⸗ muͤhnngen des Kongreß⸗Mitgliedes Herrn Lebeau, dem Lord Ponsonby seive Unterstuͤtzung zugesagt haben soll, ungemein viele Anhaͤnger in Bruͤssel selbst gewonnen hat. Der repu⸗ blikanische „Belge“ erklaͤrt sich fuͤr keinen der beiden Kandi⸗ daten; Herr de Potter giebt in diesem Blatte als sein Alti⸗ matum zu erkennen, daß die Belgier, die jetzt nur niedrige Sklaven seyen, die ihre Unabhaͤngigkeit, Nationalitaͤt und Wuͤrde fuͤr immer preisgegeben haͤtten, nichts Besseres thun koͤnnten, als ihre Krone in einer Licitation dem Mindestfordernden zu uͤberlassen, um auf diese Weise we⸗ nigstens eine Regierung fuͤr billigen Preis zu erhalten. Das „Journal des Flandres“, das sich bedingungs⸗ weise zum Herzoge von Leuchtenberg hinneigt, stimmt doch

unbedingter fuͤr einen einheimischen Kandidaten, und sein Mit⸗

arbeiter, das Kongreß⸗Mitglied Abbé Dehaerne, hat noch

kuͤrzlich erst den Beweis gefuͤhrt, daß der Graf Felix von

Merode, als Koͤnig von Belgien, dem Gedeihen der Kirche und folglich auch des ganzen Landes am meisten zusagen wuͤrde. Muß man sich aber nicht, nachdem man diese und viele andere Stimmen im Kongresse gehoͤrt hat, die Frage wiederholen, mit der die gegenwaͤrtigen Betrachtungen begon⸗ nen worden sind? Muß man nicht im voraus den Kandi⸗ daten bedauern, dem dieser Kongreß die Palme zu erkennt, und der gutmuͤthig genug waͤre, sie anzunehmen? Eine be⸗ ruͤhmt gewordene Phrase moͤchten wir auf ihn anwenden

2.⸗

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1 1 b 1 1 1 1 b 1 3 1 . . 1 1

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