1831 / 36 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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des heiligen Januarius zu kuͤssen.

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Neapel, 14. Jan. Tage hat es hier viel zu sehen gegeben. Am 12ten d. begab sich der junge Koͤnig mit seinen Bruͤdern in feierlichem Zuge nach der Kathedrale, um den Eid zu leisten und das Blut Am folgenden Tage war

Handkuß und Abends große Gala und Erleuchtung in dem

praͤchtig ausgeschmuͤckten S. Carlo⸗Theater, wo ein Fest⸗

spiel: „l'esustazione publica“' gegeben, und der Koͤnig mit lauten Acclamationen empfangen wurde. Gestern war große Revue, die wirklich einen imposanten Anblick gewaͤhrte, be⸗

sonders als die schoͤnen, reich uniformirten Truppen die

Straße Toledo hinunter desilirten, wo alle Balkons (und bekanntlich hat jedes Fenster einen) mit Personen besetzt wa⸗

ren, und die geschmuͤckten Damen mit bunten Tuͤchern weh⸗

ten. Fuͤr diese drei Tage war die Trauer aufgehoben, die bisher den heitersten Gesellschaften einen duͤsteren Anstrich gegeben hat. 1 v““

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8 6 6* 8 9. 86 Berlin, 3. Febr. Aus Koͤln meldet man: Auf die unter⸗ thaͤnige Bitte des Ober⸗Buͤrgermeisters und Stadtrathes, hatte Se. K. H. der Prinz Wilhelm geruhet, die Einladung derselben zu einem, von der hiesigen Stadt fuͤr Hoͤchstdenselben und

1 dessen Durchlauchtigste Familie, zu veranstaltenden Festball

anzunehmen. Derselbe fand am 30. Januar im Theater statt,

welches zu diesem Zwecke glaͤnzend beleuchtet und mit gruͤnen Festons und Orangerie geschmackvoll decorirt war. Fuͤr die Hoͤchsten Herrschaften war ein Sitz unter einem Baldachine errichtet worden, unter welchem die Buͤste Sr. Majestaͤt un⸗ sers geliebten Koͤnigs aufgestellt war. Der Preuß. Adler, die Krone und die Namenszuͤge der Hoͤchsten Herrschaften

schmuͤckten den Baldachin. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wilhelm, Ihro Koͤnigl. Hoheit die Frau Prinzessin, so wie

die Prinzessin Elisabeth und die Prinzen Adalbert und Wal⸗

demar, KK. HH., nebst dem von Duͤsseldorf hier anwesenden Prinzen Friedrich, Koͤnigl. Hoheit, erschienen mit Gefolge

nach sieben Uhr, und wurden auf das ehrfurchtsvollste von

der ganzen, an 800 Personen zaͤhlenden Versammlung, be⸗

gruͤßt. Die Hoͤchsten Herrschaften geruhten mit gewohnter

Huld, am Feste Antheil zu nehmen, sich mit vielen der An⸗ wesenden zu unterhalten, und mehrere Polonoisen zu tanzen.

Nach 11 Uhr zogen sich Hoͤchstdieselben zuruͤck.

Seit

vierzehn Tagen haben die Vorbereitungen zum Karneval ihren

Rhein viel Eis ist.

Anfang genommen. Man glaubt, daß derselbe in diesem Jahre sehr glaͤnzend werden wird. Die Rhein⸗Bruͤcke ist seit gestern Mittag wieder abgefahren worden, weil im

Die Koͤlnische Zeitung meldet aus Bonn: „Am

22. Jan. entschwand unserer Mitte abermals durch den Tod

4₰

einer chronischen Herzkrankheit.

ein bedeutender namentlich im Fache der Bergwerks⸗Juris⸗ prudenz ausgezeichneter Mann, der als Staatsdiener in mehr als einer Beziehung einige Worte der Erinnerung verdient.

Der Koͤnigl. Preuß. Geheime Bergrath, vormals Großherzog⸗

Salinen⸗ und Muͤnz⸗Direktor Bernhard Wilhelm Hardt starb an diesem Tage, beinahe in einem Alter von 76 Jah⸗ ren, nach einem ungefaͤhr vierzehntaͤgigen Krankenlager an Er war ein fleißiger, streng rechtlicher, kenntnißvoller Beamter; sein Hinscheiden ist daher

lich Bergische Staatsrath und General⸗Bergwerks⸗, Huͤtten⸗,

fuͤr den Staat als ein wahrer Verlust zu betrachten; ihm

widmete er bis zu den letzten Lebenstagen seine Thatkraft,

an welcher selbst bis dahin kaum Spuren des Alters zu be⸗ merken waren.“

Die Posener Zeitung sagt: Als ein erfreulicher Be⸗ weis des unter dem gemeinen Manne im Großherzogthum Posen herrschenden guten Geistes verdient oͤffentlich bekannt gemacht zu werden, daß, nach amtlichen Nachrichten, zwei

eserteurs des 37. Infanterie⸗Regiments von ihren Vaͤtern

zum Regiment zuruͤckgebracht worden sind.

Abtheilungen; Musik von L. van Beethoven.

8 der⸗Devrient, Fidelio, als Gastrolle.) K bARNieueste Boͤrsen⸗Nachrichten. Oesterr. 5proc. Metall. 90 ¼. 90 ½.

Actien 1274. 1270 Part.⸗Obl. 118. 1173. Loose zu 100 Fl. 171. 170 ⅞. Poln. Loose 46.4513⁴.

Koͤnigliche Schausplele. 4. Febr. Im Opernhause: Fidelio, Oper in 2

Freitag, (Mad. Schroͤ⸗

Waͤhrend der letzten drei

in Bank-Ass. 1 10.

Lose zu 100 Fl. 169 756. Part-Oblig. 118.

8 1 Sonnabend, 5. Febr. Im Schauspielhause: Die Schleich⸗ haͤndier, Possenspiel in 4 Abtheilungen. verstaͤndnisse, Lustspiel in 1 Akt.

5 1Im Konzertsaale des Schauspielhauses: Subscriptions⸗ Ball.

Sonntag, 6. Febr. Im Opernhause: Die Braut, Oper in 3 Abtheilungen, mit Tanz; Musik von Auber. Im Schauspielhause: Emilia Galotti, Trauerspiel in 5 Abtheilungen. (Fraͤulein v. Hagn, vom Koͤnigl Baierischen Hoftheater zu Muͤnchen: Emilia, als Gastrolle.) 8

Montag, 7. Febr. Im Schauspielhause: Wallensteins Tod, Trauerspiel in 5 Abtheilungen. (Fraͤulein Thekla, als Gastrolle.) 1 1“

Kdeooͤnigstaͤdtisches Theater. Freitag, 4. Febr. Marie, oder verborgene Liebe, komi⸗ sche Oper in 3 Akten.

Sonnabend, 5. Febr. Herr und Sclave, Melodrama in 2 Akten. Hierauf: Soldaten⸗Liebe, Liederspiel in 1 Akt. Zwischen beiden Stuͤcken werden die Steyrischen Alpensaͤn⸗ ger mehrere Musikstuͤcke vortragen.

Sonntag, 6. Febr.

28

Den 3. Februar 1831. a

Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preuss. Cour.)

ZI. 22 27. FriJacld. St.-Schuld-Sch.³ 4† s89¼ 883

28 sstpr. Pfandbrr 94 Pr. Engl. Anl. 18 1 Pr. Engl. Anl. 22

Pomm. Pfandbrf. 103 ½ Kur- u. Neum. do. 102

Pr. Engl. Obl. 30 Schlesische do. 103

Kurm. Ob. m.I. C. Rkst. C. d. K.- u. N. 88

Neum. Int. Sch. d. Z.-Sch. d. K.- u. N.

Berl. Stadt-Ob.

Königsbg. do.

Elbinger do.

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2 ½ [Holl. vollw. Duk. Danz. 1o0. in Th. 36 ½⅔ Neue dito Westpr. Pfdb. 921 Friedrichsd'or. 1372½ Grofskz. Pos. do. 92 ½ Disconto.. 4 eeeeeeeeeeeeeeeee

8 9 Preu/s. Cour. Wechsel-Cours. C.

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Brief. Geld.

Kurz

2 Mt. Kurz

2 Mt.

3 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

2 Mt.

8 Tage 2 Mt. 3 Woch.

Kurz

.250 Fl. 250 Fl. .300 Mk. 300 Mk. 1 LsStl. 300 Fr. .150 Fl. 150 Fl. 100 Thl. .100 Thl. 150 Fl. 100 Rbl. 600 Fl.

143 142 150 ¾

Amsterdam Hamburg dito. London .. Paris m 20 Xr. .. ugsburg.. . Breslau . .. . .. Leiperig . Frankfurt e. M. WZ. Petersburg AM.... Warschau ...

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Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 29. Januar. Niederl. wirkl. Schuld 41 b½. Kanz-Bill. 16 †.

Metall. 86 4. 1

Oester. 5prec.

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Hamburg, 1. Februar. 5p Oesterr. Bank-Actien 1035. Engl. Russ. Anl. 88 ¾. Russ.

Anl. Hamb. Cert. 88. Poln. 91. Dän. 58 ⅞.

pParis, 27. Janunar.

9

ßproc. Rente sin cour. 93 Fr. 90 C. 3proc. sin cour. 62 Fr. ohne g. 5proc. Neap. fin cour. 63 Fr. 75 C. Sproc. Span. perp. 46 ¾.

St. Petersburg, 25. Januar. Hamburg 3 Mon. 9 ¾2⁄. Silber-Rubel 378 Kop.

Gproe. Insc. 5proc. Insc. in Silb. 89.

8 EEqEq61W611ö1ö161616 2 C 1161¹ 66 8 c. Metall. 92 ½. 4proc. 79 ½. 2½proc. 46. 1proc. WM. 1 1 8 Bank-Actien 1033.

8 5pro

Fran kfurt a. M., 31. Jan.

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Aproc. 79 ⅞. 79 ½.. 2 ½proc. 453. iproc.

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Hierauf: Die Miß⸗ 6

Der Maurer, komische Oper in 3

aufgefuͤhrte Alu.

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“*” E111ö“ 1“ Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Predig

zu Hornhausen, im Regierungs⸗Bezirk Magdeburg, den Ro⸗ then Adler⸗Orden vierter Klasse zu verleihen geruht.

Publikandum, die zur Ruͤckzahlung aufgerufenen, aber noch nicht eingegangenen 5procentigen Domainen⸗Pfand⸗ 78 briefe betreffend.

Von den durch unsere Bekanntmachung vom 1. Mai v.

J. zur Ruͤckzahlung am 1. September v. J. aufgerufenen

procentigen Domainen⸗Pfandbriefen sind die nachstehend

Se Fr. (ber Rihlr e“] Sachsendorf. 15,566 1000. Schaaken. & . Peptauwg..

11“”“ 8s Clempenow. 110. n] do. 8— do. 8* * wne⸗ 223 - 8 do. it do. e. F. v. ng E111“ 1000. entn JEETIZTZIIE11“ . do. Ruͤgenwalde. I1 E1669. b do. do. do. do. do. 1 11“¹“ in, NhteUo. ..8 Znn -

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SRK uvra Pwu e⸗ 8 zusammen uͤber 31,000 Rthlr. ch nicht eingegangen. Die Verzinsung dieser Pfand⸗

briefe hat bereits mit dem 31. August v. J. aufgehoͤrt, und

die Valuta liegt seitdem bei der Staats⸗Schulden⸗Liügun s⸗

Kasse zur Auszahlung bereit. Wir fordern daher die Inha⸗

ber dieser Pfandbriefe nochmals auf, die letzteren, nebst

saäͤmmtlichen dazu gehoͤrigen Zins⸗Coupons, bei der Staats⸗

Schulden⸗Tilgungs⸗Kasse einzureichen und das Kapital, nebst

den bis zum 31. August v. J. ruͤckstaͤndigen Zinsen, in Em⸗

pfang zu nehmen, indem sie sich sonst bei fortgesetzter Zoͤge⸗ rung den wachsenden Zinsen⸗Verlust selbst zuzuschreiben haben. Berlin, den 26. Januar 1831. 1 Kehgsst

Haupt⸗ SAe der Staats⸗Schulden.

eelitz. Deetz. v. Roch

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2 S onnabend den 5 ten F ebr E“

Amtliche Nachrichten.

⸗Nachrichten.

Ieernerei 9. 8 Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 27. Jan.

8

Eine fast beispiellose Menge von Zuhoͤrern draͤngte sich an

diesem Tage, wo, wie man erfahren hatte, Herr Mauguin Aufschluͤsse uͤber die Polnische und Belgische Angelegenheit von den Ministern verlangen wuͤrde, schon lange vor Eroͤff⸗ nung der Sitzung zu den Eingaͤngen der fuͤr das Publikum bestimmten Tribunen, und nur mit Muͤhe konnten die In⸗ haber von Billets zu ihren Plaͤtzen gelangen. Die Herzoge von Orleans und von Nemours wohnten der Sitzung in ih⸗ rer gewoͤhnlichen Loge bei. Nach der Aufnahme und Verei⸗ digung zweier neugewaͤhlter Deputirten sollten die Berathan⸗ gen uͤber den Municipal⸗Gesetz⸗Entwurf eroͤffnet werden, und schon hatte der Praäsident, zum großen Mißvergnuͤgen des Publikums, das sich fuͤr getaͤuscht hielt, Herrn Marchal als ersten eingeschriebenen Redner auf die Tribune berufen, als Herr Mauguin und mit ihm zugleich die Herren von Montigny, von Corcelles, Bignon und Viennet das Wort verlangten. Der Praͤsident fuͤhlte sich hierdurch zu folgender Bemerkung veranlaßt: „Ohne Zweifel, meine Herren, erkennen alle verstaͤndige und aufrichtige Freunde der Repraͤsentativ⸗Regierung einem Deputirten das Recht zu, AI8fschluͤsse uͤber Fragen zu verlangen, die sich der zwar lang⸗ 8., er heitsamen Regelmaͤßigkeit der Tagesordnung nicht fuͤgen. Das Recht kann aber nie besser festgestellt werden, als durch eine Regel; eine stillschweigende Zustmmung kann dem Bewahrer Ihres Reglements nicht genuͤgen, und seinem Gutduͤnken kann es nicht uͤberlassen bleiben, ob es vortheil⸗ haft oder nachtheilig sey, eine Unterbrechung der Ordnung der Berathungen zuzugeben. Ich nehme daher heute die sich nochmals darbietende Gelegenheit wahr, die Kammer darauf aufmerksam zu machen, wie noͤthig es fuͤr sie

ist, eine ihrer Praͤrogativen fuͤr die Zukunft durch regle.

mentarische Bestimmungen zu bekraͤftigen, die zugleich das Recht des Deputirten und die Pflicht des Praͤsidenten mit einander in Einklang bringen.“ Hierauf ertheilte Herr C. Perier das Wort zunaͤchst Herrn Mauguin. Dieser fand es unnoͤthig, daß man durch einen Zusatz⸗Artikel zum Regle⸗ ment das Recht, Motionen uͤber die inneren oder auswär⸗ tigen Angelegenheiten des Landes zu machen, bestaͤtige; das Reglement schweige uͤber diesen Punkt, und eben darum, weil es schweige, habe ein Deputirter das Recht, dergleichen außerordentliche Fragen an die Minister zu richten. Nur sey es vortheilhaft und wuͤnschenswerth, daß der Deputirte, der solche Fragen beabsichtige, den Minister einige Tage vor⸗ her davon benachrichtige, damit man von beiden Seiten auf die Sache vorbereitet sey und mit Sachkenntniß daruͤber spre⸗ chen koͤnne. „Ich komme nun auf die Frage“, fuhr der Redner fort, „uͤber die ich von dem Ministerium Aufschluͤsse verlange, und auf welche ich die Aufmerksamkeit der Kammer lenken will. Wichtige Ereignisse tragen sich um uns zu. Ein Volk, das unserem Beispiele gefolgt ist und durch Nachbar⸗ schaft, so wie durch alte Verbindungen, unter unserm Schutze steht, ist jetzt das Spielwerk einer Diplomatie, die leider an das fruͤhere Beispiel des Oeil-de-Boeuf und des Kabinets von Ver⸗

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sailles erinnert. Belgien wurde eine Zeit lang unter den 8827 g

des Princips der Nicht⸗Einmischung gestellt. Als wir die Mini⸗ ster fragten, was sie unter diesem Princip verstaäͤnden, ant⸗ worteten sie uns, Frankreich lege sich damit die Verpflichtung auf, sich nicht in die Angelegenheiten eines fremden Staats zu mischen, schreibe sich aber auch zugleich das Recht zu, nicht zu erlauben, daß andere Nachbarstaaten sich in diese Angelegenheiten mischten. Wir sehen aber seit einiger Zeit,

daß man, dieses Princips der Nicht⸗Einmischung ungeachtet,

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