1831 / 51 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sun, 20 Feb 1831 18:00:01 GMT) scan diff

naahe auf 44 Mill. Fr.

ren aber

wir uns n, um unf Es giebt Steuern, die wir aus

die jetzige gesammte innere Verwaltung und wies den der Regierung

mehr und mehr vereinfacht.

1 ser Beziehung vorlaͤufig geschehen,

15,724,559 Fr. gewaͤhren wuͤrde. treulosen Unruhestiftern verbreitete Geruͤchte

streitung derselben zu sprechen, bei welcher Gelegenheit er sich in

brauche sind anderer Natur. Schwerer als jene zu ermitteln, be⸗ darf es der Zeit, um ihnen abzuhelfen, wenn anders man nicht dem Dienste schaden oder den Beamtenstand allzu grausam guf⸗ opfern will.“ Nach diesem Eingange beleuchtete der Minister

gemachten Vorwurfzuruͤck, daß sie die Hauptstadt allzusehr zum Mit⸗ kelpunkte derselben mache und mit Aemtern und Gehalten allzu ver⸗ schwenderisch umgehe. Um die Gesammt⸗Verwaltung einer strengen Kontrolle zu unterwerfen, sey das Centralisiren nothwendig; die Zahl der Unter⸗Beamten sey seit den letzten 15 Jahren faͤst um ie Haͤlfte vermindert worden, und die Verwaltung werde taͤglich Was die Gehalte angehe, so lasse sich nicht in Abrede stellen, daß gewisse geistliche, Militair⸗ oder Civil⸗Beamte uͤbertrieben remunerirt gewesen waͤren, und hier ließen sich auch Ersparnisse machen; dapeßen haͤtten aber auch viele Unter⸗Beamte nur ein so maͤßiges Einkommen, daß es unmzdglich sey, es ihnen noch mehr zu verkuͤrzen; im Allgemei⸗ en sey die Regierung der Meinung, daß es besser sey, eine ge⸗ ringe Zahl tuͤchtiger und gut bezahlter, als eine Unzahl untuͤch⸗ tiger und schlecht bezahlter Beamten bn haben; sie werde daher auch mehr darauf bedacht seyn, die Zahl der Beamten als deren Be⸗ soldungen zu vermindern; allzuniedrige Gehalte haͤtten den Nach⸗ theil, daß sie entweder die gescheidten Maͤnner vom Staatsdienste entfernt hielten oder die oͤffentlichen Aemter ausschließlich den Neichen in die Haͤnde spielten und sonach eine Art von Aristokratie be⸗ gruͤndeten, wie solches jetzt leider schon mit der diplomatischen und der zuristischen Laufbahn der Fall sey, worin man hauptsaͤchlich nur sehr beguͤterte Familien antreffe. Der Redner ging hierauf die Khegaten der verschiedenen Ministerien durch, die bei den Bera⸗ thungen der Kammer naͤher zur Sprache kommen werden, und 19 sodann fort: „Nachdem ich Sie mit unsern . usgaben und den von uns in Vorschlag gebrachten Ersparnissen bekannt gemacht habe, bleibt mir noch uͤbrig, Ihnen eine Gene⸗ ral⸗Uebersicht beider zu geben. Die Ersparnisse belaufen sich bei⸗ Vor der Hand schien es uns unmbglich, sie noch weiter auszudehnen. Neben diesen Ersparnissen figuri⸗ ugleich unvermeidliche Mehr⸗Ausgaben, die theils durch bi⸗ Zeitumstaͤnde, theils durch die Aufhuͤlfe mehrerer bisher vernachlaͤssigter Verwaltungs⸗Zweige herbeigefuͤhrt werden. Hierunter geboͤrt die fundirte Schuld mit 2 ½ Mill., die schwe⸗ bende Schuld mit 8 Mill. und ein Penstons⸗Zuschuß von 1 Mil⸗ lion, wozu noch 11 Mill. fuͤr verschiedene Dienstzweige der Mini⸗ sterien des oͤffentlichen Unterrichts, des Innern und des Krieges kommen, die bisher allzu spaͤrlich dotirt waren. Waͤhrend sonach einerseits 44 Mtllionen durch Ersparnisse gewonnen werden, ge⸗ hen andererseits durch erhoͤhte Ausgaben etwa 24 Millionen ver⸗ loren, so daß die Gesammt⸗Ersparniß fuͤr das gewoͤhnliche Bud⸗ get 19/,198,044 Fr. betragen wuͤrde. Das Budget von 1830 war auf 976,575,379 Fr., das von 1831 ist auf 957,377,335 Fr. abge⸗ schaͤtzt. Doch wird dieses letztere sich allmaͤlig noch um 56 bis 57 Millionen Fr. ermaͤßigen lassen. Nachdem ich Ihnen so⸗ nach, m. H., eine Uebersicht von unseren gewoͤhnlichen Ausgaben gegeben habe, bleibt mir noch uͤbrig, Sie auch von unserer ge⸗ woͤhnlichen Einnahme zu unterhalten. Sie wissen, welche Muͤhe gegeben haben, um unser Steuer⸗System zu verbessern. moralischen Gruͤnden gern ver⸗ mindert oder ganz abgeschafft haͤtten; es ist Ihnen aber nicht unbekannt, daß der Staat, wenn er seine Existenz nicht aufs Spiel setzen soll, auf die Salz⸗Steuer und den Ertrag der Lot⸗ tcrie nicht verzichten kann. Der letztere ist bereits von 12 ½auf 10 Mill. gesunken, und was die erstere betrifft, so ist die Regierung eifrig darauf bebacht, sie dem Lande moͤglichst leicht zu machen. Was in die⸗ laͤßt einen Ausfall von 36 Mill. erwarten. Man kann danach die gewoͤhnliche Einnahme fuͤr 1831 noch ctwa auf 937,101,894 Fr. berechnen, so daß sie im Ver⸗ gleiche mit den gewoͤhnlichen Ausgaben einen Ueberschuß von Mir scheint, m. H., daß ein solches Resultat in hohem Grade befriedigend ist und alle von hinlaͤnglich wi⸗

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derlegt.“ Hr. Laffitte kam hiernaͤchst auf die außerordentlichen Ausgaben des laufenden Jahres und auf die Mittel zur Be⸗

folgender Weise aͤußerte: eyvis „Wenn wir Ihnen, m. H., das außerordentliche Budget be⸗ sonders vorlegen, so geschieht es nicht, um einen Theil der ge⸗ woͤhnlichen Stgats⸗Ausgaben auf dieses Ertraordinarium zu uͤber⸗

ragen. Wir haben vielmehr in jenem außerordentlichen Bud⸗ get nur die Ausgaben in Ansatz gebracht, die durch die gegenwaͤr⸗ tigen Zeit⸗Umstaͤnde dringend erforderlich werden. Inmitten der Bewegungen, die sich in Europa offenbaren, mußte Frankreich Vorbereitungen treffen, nicht um zu einem Kriege herauszufor⸗ dern, wohl aber, um seine Unabhaͤngigkeit zu behaupten, seinen Grundsaͤtzen Achtung zu ver ghasfen und sich kraͤftig zu vertheidi⸗ digen, wenn seine Ehre und Sicherheit solches erforderlich machen sollten; es hat sich zum Kriege geruͤstet, jedoch mit dem aufrich⸗

igen Wunsche der Erhaltung des Friedens. Frankreich will den Frieden, weil ein Krieg um Grundsaͤtze, oder auch bloß um eine Gebiets⸗Erweiterung, einen allgemeinen Brand herbeifuͤhren wuͤrde. Frankreich will den Frieden; doch will es ihn bloß, weil es denselben mit seiner Groͤße und Wuͤrde fuͤr vereinbar haͤlt. Als die Maͤchte die Vertraͤge vom Jahre

schen Grundsaͤtze in Frankreich zu unterdruͤcken und das Land in engere Graͤnzen einzuschließen. Befaͤnde sich Frankreich, aus dem alleinigen Grunde, weil die Traktaten von 1814 es noch binden, in einem Zustande der Erniedrigung, so muͤßte es sich sofort und um jeden Preis aus demselben loszumachen suchen. Gluͤcklicher Weise aber ist dies nicht der Fall. Die Vertraͤge von 1814 wa⸗ ren ein Ungluͤck, keine Erniedrigung. Die Erniedrigung wuͤrde in einem Zustande der Abhaͤngigkeit von den uͤbrigen Europaͤi⸗ schen Maͤchten bestehen. Eine solche Abhaͤngigkeit, sie mag nun unter der vorigen Dynastie bestanden haben oͤder nicht, hat aber seit 6 Monaten aufgehoͤrt. Im Juli hat Frankreich sein Ban⸗ ner aufs neue erhoben und seine Grundsaͤtze mit dem Hinzufuͤ⸗ en verkuͤndigt, daß es ihnen Achtung zu verschaffen wis⸗ en werde; und es hat dies gethan, indem es verhinderte, daß irgend ein fremder Soldat das Belgische Gebiet betrat. War daher Frankreich in der Erniedrigung, so hat es sich seit diesem Tage aus derselben erhoben; Jedermann weiß, daß es wieder sei⸗ nen Nang unter den Nationen eingenommen hat, und daß in den Berathungen mit den uͤbrigen Maͤchten seine Stimme oftmals denen aller uͤbrigen die Spitze bietet. In dieser Lage wollen wir den Krieg vermeiden; wir beschaͤftigen uns mit keinem Vergroͤ⸗ ßerungs⸗Plane; wenn wir indessen herausgefordert und wider un⸗

sern Willen in einen neuen Kampf verwickelt wuͤrden, so wuͤr⸗

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den wir alle Vortheile geltend machen, und eine Gehbiets⸗Erwei⸗

terung wuͤrde alsdann nur noch ein gerechter Ersatz fuͤr unsere Anstrengungen und unsere Opfer seyn. Dies war, dies ist noch die Politik unseres Kabinets. Um der Welt einen allgemeinen Krieg zu ersparen, verzichtet Frankreich auf jede Gebiets⸗Vergroͤßerung. Eine solche Politik waͤre nur dann strafbar, wenn sie eine ungluͤck⸗ liche Apathie und Nachlaͤssigkeit in den Vorbereitungen zur Selbst⸗ vertheidigung nach sich zoͤge. Damit aber unser System der Maͤßigung vorwurfsfrei sey und sein ganzes Verdienst behalte, muß es nicht bloß den Frieden sichern, sondern uns Kägleich die Mittel S. waͤhren, uns 8, jum Kriege zu ruͤsten; und dies ist der Grund, weshalb wir, bei aller unserer Liebe zum Frieden, Kriegs⸗ Subsidien von Ihnen verlangen. Die Regierung hat nicht allein die festen Plaͤtze in Stand zu

die Reihen der Armee vervollst

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etzen und zu verproviantiren, sie muß auch Waffen fabriciren lassen, die Kavallerie remontiren und

digen; 36 Millionen sollen da her zur Anfertigung von Gewehren und Geschuͤtzen, 15 Milliv⸗ nen zu den Festungs⸗Bauten, 15 Millionen zur Verproviantirung

der festen Plaͤtze, 40 Millionen zum Ankaufe von 45,000 Pferden

und 76 Millionen zur Unterhaltung einer imposanten Heeres⸗ macht verwandt werden. Der Effektiv⸗Bestand unserer Arme:

zaͤhlt jetzt 434,000 Mann von allen Waffen⸗Gattungen und wuͤrde, wenn es erforderlich waͤre, leicht auf 500,000 Mann gebracht

werden koͤnnen. Im Ganzen genommen verlangen wir 8 * ni⸗

nen zur Bestreitung aller jener Ausgaben des Krieg steriums eine Summe von 196,467,000 Fr. Steigert sich ide Wahrscheinlichkeit der Erhaltung des Friedens bis 4 Sewigs 11“

von se EB versteht, jene Ausgaben sofort auf, waͤhrend diejenigen, die be⸗: reits bestritten worden, fuͤr das Land von dauerndem Nutzen sind.“)

heit, so daß wir entwaffnen koͤnnen, so hoͤren, wie si

Der Minister ging hierauf zu den außerordentlichen Auegaben des Ministeriums der Marine im Betrage

von 10,806,700 Fr. uͤber, die hauptsaͤchlich zur Aufstellung eines Observations⸗Geschwaders im Mittelmeere, um Frank:

reich in steter Verbindung mit seinen Truppen in Morea und Afrika zu erhalten, verwendet werden sollen. Zu dem unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden bedeutend zugenomme⸗

nen geheimen Ausgaben des auswaͤrtigen Departe⸗

ments verlangto er eine halbe Million und fuͤr das Mini⸗

sterium des Innern 12 Mill., worunter 6 Mlill. fuͤr die A8

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Kanalbauten, 1 Mill. fuͤr die Huͤlfs⸗Werkstaͤtten und die den

Duͤrftigen verabreichten Unterstuͤtzungen, etwa 2 ½ Mill. an Belohnungen fuͤr die in den 3 Julitagen Verwundeten und

2 Mill. zur Entschaͤdigung der Haus⸗Eigenthuͤmer, deren Grundstuͤcke damals mehr oder weniger beschaͤdigt worden.

Herr Laffitte schloß hierauf in folgender Weise: ‚Das Budget der außerordentlichen Ausgaben belaͤuft sich hiernach auf 219,773,700 Fr. und bietet mit dem gewoͤhnlichen

Ausgabe⸗Budget eine Total⸗Summe von 1177,151,035 Fr. dar. Um diesen Preis werden wir die oͤffentlichen Bauten fortsetzen,

unsern Tilgungs⸗Fonds unangetastet lassen, den Ungluͤcklichen

Unterstuͤtzung zewaähren, Morea durch eine Brigade und Algier durch ein Corps von 19,000 Mann besetzt halten, im Mittela

meere ein Geschwader kreuzen lassen, unsere festen Plaͤtze wieder herstellen und verproviantiren, unsere Zeughaͤuser mit Geschuͤtz und Gewehren fuͤllen und ein wohl bewaffnetes und wohl unter⸗ haltenes Heer von 434,000 Mann ins Feld

ellen können. —8

Dies ist die Lage unserer Finanzen. Zur Bestreitung jener außer⸗

ordentlichen Ausgaben bleiben uns die 3 Mill. Renten (60 Mill.

Kapital) aus der Einziehung des gemeinsamen Emigranten⸗Ent⸗ 8 schaͤdigungs⸗Fonds, und wir verlangen jetzt noch von Ihnen

einen Kredit von 200 Mill, wofuͤr wir Schatzkammerscheine aus⸗ geben und diese demnaͤchst durch den Verkauf von 300,000 Hek⸗

taren an Staats⸗Waldungen wieder einloͤsen wollen. Sie wuͤrden 8

also, m. H., fuͤr die außerordentlichen Beduͤrfnisse 260 Mill. zu unserer 2 Angenommen, daß diese Beduͤrfnisse ganz

Disposition stellen. und gar die obigen 219 Millionen er

1814 unterzeichneten, hatten sie die doppelte Absi⸗ t, die politi⸗

stuͤndigen Ministerrath und ertheilte dem Grafen v. Celles,

smultat der Berathung den Belgischen Abgeordneten, die sich dort eingefunden hatten, mitzutheilen. Ein dem Throne sehr

saßes uͤber Belgien: „Wir werden es bis zum letzten Augen⸗

andern Maͤchte, wie in dem fripen und in dem Interesse

. Im

Beilage

ein Ueberschuß von 41 Millionen verbleiben, der, mit dem Ueber⸗ schuss der 15 Millionen aus der gewoͤhnlichen Einnahme, einen Reserve⸗Fonds von 56 Millionen bildete. Beide Budgets bieten hiernach ein Plus dar, und wir haben uͤberdies noch einen Til⸗ gungs⸗Fonds von 81. Millionen; die direkten Steuern werden nicht erhoͤht, und die indirekten haben, ungeachtet der Verminde⸗ rung des Zoll⸗Tarifs, im Januar einen Mehr⸗Ertrag von 2

inen Preußischen Staats⸗Zeitung Nℳ 51

Millionen gewaͤhrt. Welche Kraͤfte zur Fuͤhrung eines Krieges, wenn dieser unvermeidlich, welche Mittel zur Verbesserung un⸗ seres inneren Zustandes, wenn der Friede uns erhalten wuͤrde! nnsere Ruͤstungen sind imposant genug, um uns den Frieden zu sichern oder jeden Angriff ruͤhmlich zuruͤckzuweisen. Wir haben aber gegruͤndete Hoffnung, daß Europa bald in das Verhaͤltniß seiner gewöͤhnlichen Kraͤfte zuruͤcktreten wird, und daß wir als⸗ dann auch die unsrigen wieder auf denjenigen Stand werden reduciren koͤnnen, den unsere innere Sicherheit in gewoͤhnlichen Zeiten erheischt.“ Nach Beendigung dieser Rede, die von der Mehrzahl der Versammlung mit großem Beifalle aufgenommen wurde, verlas der Minister das Ausgabe⸗ und Einnahme Budget selbst und ergriff hierauf das Wort zum zweiten Male, um der Kammer den Gesetz⸗Entwurf mitzutheilen, wodurch der Finanz⸗Minister zur Ausgabe von 200 Millionen Schatzkam⸗ merscheinen und zum Verkaufe von 300,000 Hektaren Staats⸗ Waldungen ermaͤchtigt werden soll. (Einen Auszug aus der Rede, womit Hr. Laffitte die Vorlegung dieses Entwurfes begleitete, so wie eine kurze Relation uͤber den Rest der Sitzung vom 11. Febr., muͤssen wir uns aus Mangel an Raum auf morgen vorbehalten.) 1“

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Paris, 11. Febr. Der Koͤnig hielt gestern einen drei⸗

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dem General⸗Prokurator beim Koͤnigl. Gerichtshofe, Herrn Persil, so wie dem Praͤfekten des Seine⸗Departements, Herrn Ooilon⸗Barrot, Privat⸗Audienzen

Der heutige Moniteur enthaͤlt folgende, vom Groß⸗ siegelbewahrer kontrasignirte, Verordnung vom 10. Februar: „Art. 1. Alle Verordnungen, durch die in Folge oder bei Gelegenheit der Ereignisse von 1814 und 1815 Ordenszeichen gestiftet worden sind, werden hiermit aufgehoben. Art. 2. Jede, mehreren Personen zusammen oder einzeln ertheilte Erlaub⸗ niß, Ordenszeichen dieser Art zu tragen, ist zuruͤckgenom⸗ men. Art. 3. Wer nach dem Erscheinen dieser Verordnung fortfaͤhrt, jene Ordenszeichen zu tragen, soll den Gesetzen ge⸗ maͤß verfolgt werden.“ Der Temps meldet:

„In dem gestern Abend gehalte⸗

nen Conseil wurde die Form eroͤrtert, in welcher die Belgi⸗

sche Krone fuͤr den Herzog von Nemours abgelehnt werden soll, und man hatte sich zu einer ausgezeichneten Dame, der Wittwe eines beruͤhmten Oekonomisten, bestellt, um das Re⸗

nahe stehender junger Prinz sollte sich selbst in jenes Haus begeben, um die Gemuͤther auf die zu ertheilende Antwort, die wahrscheinlich morgen bekannt gemacht werden wird, vor⸗ zubereiten und den Eindruck zu mildern.“ Dasselbe Blatt sagt am Schlusse eines langen Auf⸗

licke den Franzosen wie den Belgiern wiederholen, daß ein Provisorium in Belgien fuͤr ihre kuͤnftigen Interessen das Beste ist, daß die Zeit der großen Loͤsung noch nicht gekommen, daß eine von uns freundschaftlich behandelte Praͤsidentschaft mehr werth ist, als ein Koͤmgthum, das von allen uͤbrigen Staaten nur als ein Emporkoͤmmling betrachtet werden würde; endlich, daß man um jeden Preis, im Interesse der

Der ECivilisation, die fuͤr die absoluten Monarchteen dieselbe Wichtigkeit hat wie fuͤr die Repraͤsentativ Staaten, den Krieg zu vermeiden suchen muß.“

Der Temps enthaͤlt auch noch ein Schreiben aus London vom 8. Febr., das nach seiner Angabe von einer einflußreichen gegenwaͤrtig in jener Stadt lebenden Person geschrieben ist.

Es heißt darin unter Anderm: „Ich habe vor einigen Ta⸗ gen mit einem der Mitglieder der Fonferenz; gesprochen, und die Erkundigungen, die ich von ihm eingezogen, scheinen mir wichtig genug, um Ihnen mitgetheilt zu werden. Die Mit⸗ theilung des Herrn Bresson in Bruͤssel hätte beinahe den Krieg veranlaßt; dieser wuͤrde sogleich allgemein geworden seyn, und nichts ist laͤcherlicher, als die Sprache der Franzoͤ⸗

sischen Blaͤtter, denen zufolge England von der Politik Frank⸗ reichs am Schlepptau gezogen wuͤrde. Ihr Kriegs⸗Mimnister,

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der Herzog von Dalmatien, hat einen alle Kabinette verletzen⸗ den Vortrag gehalten, und wenn er denkrt, ein vernuͤnftiger Mensch werde ihm glauben, daß Frankreich allein Europa Gesetze vorschreiben koͤnne, so ist er in jene beleidigenden Herausforderungen der Kaiserzeit zuruͤckverfallen, von denen er doch zuruͤckgekommen seyn sollte. Der Friede kann in Europa nur durch die Uebereinstimmung der großen Maͤchte

erhalten werden; keine kann sagen, sie allein gebiete ihn.

Die Belgische Sache ist eine von den Angelegenheiten, hin⸗ sichtlich deren jene Uebereinstimmung nothwendig ist, und wenn man in Paris aufrichtig den Willen hegt, Europa den Fehde⸗ handschuh nicht hinzuwerfen und eben so wenig allen Haß, der zwanzig Voͤsker nach Frankreich fuͤhrte, wieder aufleben zu sehen, so muß diese Angelegenheit gemeinschaftlich und im Interesse Aller verhandelt werden.“ Das 7ie Wahl⸗Kollegium des Seine⸗Departements hat gestern den Minister des oͤffentlichen Unterrichts, Herrn Barthe, mit 527 unter 841 Stimmen wieder gewaͤhlt; sein Mitbewer⸗

ber, Herr Bavoux, erhielt nur 286 Stimmen. Das in

Angers versammelte große Wahl⸗Kollegium des Departements der Maine und Loire hat start des Ex⸗Ministers, Grafen Guernon⸗Ranville, Herrn Marcombe zum Deputirten ge⸗

waͤhlt.

Die Tribune aͤußert unter der Ueberschrift; „Das Budget unter der besten der Republiken“: „Zur Zeit einer Republik, die nicht die Beste war, glaubte man, der Staat koͤnne mit weniger denn 500 Millionen Fr. verwaltet wer⸗ den. In den ersten Jahren des Katserthums, dem es nicht darum zu thun war, wohlfeil zu regieren, zahlten wir kaum uͤber 800 Millionen und hatten 20 Departements mehr.

Die Restauration, die niemals darauf Anspruch machte, eine

Republik zu seyn, hat uns mit keiner ganzen Milliarde be⸗ steuert, und jitzt, unter der besten der Republiken, belastet man die ohnehin vor Elend schon unterliegenden Steuer⸗ pflichtigen mit 1177 Millionen.“

Der Gazette de France zufolge, ist der monatliche Ertrag der hiesigen Thorgefaͤlle von 80,000 Fr. auf 20 bis

25,000 Fr. herabgesunken.

Einer telegraphischen Depesche aus Bayonne vom 9ten d. zufolge, hat der Spanische Insurgenten⸗Chef, Ge⸗ neral Torrijos, einen Landungs⸗Versuch bei Algestras gemacht, ist aber zuruͤckgeschlagen worden. In Arragonten soll eine Division von 4 5000 Mann gebildet werden, welche nach Katalonien und Guipuzeoa marschiren sollen. Das Jour⸗ nal du Commerce meldet, die Spanischen Fluͤchtlinge haͤt⸗ ten sich der Festung Ceuta an der Afrikanischen Kuͤste be⸗ maͤchtigt, die nur 7 Lieues vom Spanischen Ufer entfernt ist. Der Abbé Lacordaire, einer der Redacteure des Avenir, ist, dem Vernehmen nach mit einer Misston der Regierung an den Paͤpstlichen Stuhl von hier nach Rom abgereist.

Der bekannte Dichter Mery ist zum Konservator der

Bibliothek in Marseille ernannt worden.

Wäͤhrend hier bei einer Temperatur von 10 bis 12 Grad Waͤrme das schoͤnste Wetter ist, klagt man in Briefen aus der Provenece uͤber Regen und Schnee.

Großbritantien und Irlaud.

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus⸗Siz⸗ zung vom 8ten Februar (Nachtrag). Der Kanzler der Schatzktammer beantwortete den Vortrag des Herrn O’'Gorman Mahon in Bezug aae. Irländischen Angele⸗

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genheiten. Er bedauerte es zunaͤchst, daß dieser seinen An⸗ trag in Abwesenheit des General⸗Secretairs fuͤr Irland und des Mitgliedes fuͤr Waterford (Herrn H Connell) gemacht habe, weil es ihm (Lord Althorp) unmoöͤglich waͤre, des Letz⸗ teren nicht in einer Weise zu gedenken, wie er es ungern von Abwesenden thue, besonders wenn diese sich in einer Lage be⸗ faͤnden, wie die dermalige des Mitgliedes fuͤr Waterford. (Hoͤrt, hoͤrt!) Nach dieser Einleitung fuhr der genannte Minister folgendermaßen sort:

„Der Zustand der Dinge in Irland laͤßt sich füeftich. ü9 folgenden Worten beschreiben: Das ehrenwerthe Mitglied fuͤr Waterford sucht dort so viel Mißvergnuͤgen oder, wie er es nennt, Aufregung zu erwecken, daß, wiewohl jede seiner noch so aufreizenden Reden vorsichtig mit der Ermahnung schließt, dem Gesetze zu gehorsamen, diese doch augenscheinlich nichts Anderes, als Aufstand und Rebellion bezwecken. (Hoͤrt, hoͤrt! ruft man sehr laut von allen Seiten, doch Hr. O'Gorman Mahon ruft eben so laut dazwischen: Nein, nein!) Was ist der eingestandene Zweck der von dem ehrenwerthen Mitgliede fuͤr Waterford er⸗ 1“”] 8 8 u CTI1I1I1“ . 11““ 5 8 8

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