1831 / 54 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ddeer fuͤnf großen Maͤchte zu folgen.

Coalition unterdruͤckt werden.

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gaͤnge zu jener Gegend besetzt haͤlt, so haben wir uns von

E Richtigkeit dieser Umstaͤnde nicht selbst uͤberzeugen koͤnnen.

In der Straße St. Honoré ist ein Pistol abgefeuert, aber Nie⸗ mand getroffen worden. Ueberall sind Maaßregeln fuͤr die Ord⸗ nung genommen. Auf dem Platze St. Germain hatten die

r ihre Haͤuser erleuchtet.’“ Der uͤbrige Theil cht scheint ruhig voruͤber gegangen zu seyn, da⸗ gegen am andern Morgen (15.) die Erbitterung des Volks sich aufs neue graͤußert zu haben, wie aus folgen⸗ dem Artikel des Messager des Chambres erhellt: „Heute fruͤh um 8 Uhr drang das Volk in Masse in die

Kirche St. Germain l'Auxerrois; Alles, was sich darin vor⸗

fand, wurde zertruͤmmert, aber keine Pluͤnberung begangen, und die heiligen Gefaͤße wurden gerhrt. Das Volk verfuhr

bei dieser Zerstoͤrung mit einer gewissen Ordnung unter dem Rufe: Es lebe Ludwig Philipp! und die Parisienne und

Marselllaise singend. Nachdem Alles beendigt war, gab das Volk den Zurechtweisungen der National⸗Garde Folge und

zog sich zuruͤck. In diesem Augenblicke (10 Uhr Morgens) herrscht die vollkommenste Ruhe. Die National⸗ Garde hat so eben Befehl erhalten, sich auf den Caroussel⸗Platz zuruͤck⸗ zuzi hen; nur das 2te Bataellon der Zren Legion bleibt auf dem Platze vor dem Louvre.“

Der Courrier frangais berichtet, gestern Abend um 11 Uhr habe sich ein Haufe von 590 schlechtgekleideten Indi⸗

viouen nach der Wohnung des Herrn Dupin d. Aelt. dege⸗

den; einige waͤren in den Hof gedrungen und haͤtten geschrieen: „Fort mit Dupin! An die Laterne mit Dupin!“ Die Na⸗ tional⸗Garde des naͤchsten Postens habe den Auflauf bald zerstreut.

Der Temps aͤußert in seinem Buͤlletin vom 14ten d.: „Dienstag also werden die Belgischen Deputirten endlich Au⸗ dienz beim Koͤnige haben, obgleich ein Biatt uns heute schon wieder auf eine neue Vertagung der Antwort des Koͤnigs

voorbereitet, die nach seiner Angabe bis zur naͤchsten Woche ver⸗ schoben werden wuͤrde. Der Belgische Kongreß, der kluͤger zu Werke geht, denkt seinerseits daran, der Sache ein Ende zu machen. Auf die Vorlesung eines Schreivens des - Surlet de Chokter, in welchem sich die Zoͤgerungen in Paris stark auspraͤgen, ergreift er eine enrscheioende Partei, indem er Anstalten zur Ernennung eines Generalstatthalters trifft;

er wird also damit endigen, womit er nach unserm Rathe den Anfang haͤtte machen sollen. Der Belgischen Deputa⸗ tion legt man den Plan bei, gegen die abschlaͤgige An wort des Köͤnigs zu protestiren, der fuͤr einen Minderjahrigen eine Krone nicht ablehnen koͤnne. Der Kongreß kannte aber die⸗ sen Umstand vor der Wahl, und er hat sich daher der Ent⸗ cheidung des Oberhauptes der Famtlie unterworfen; die De⸗ putation kann daher diesen Schritt nicht thun. Alle Plane in Betreff der Belgischen Angelegenheit gewinnen uͤbrigens ein anderes Ansehn, wenn man einer Nach icht glausen darf, die wir uns beeilen unsern Lesern mitzutheilen. In einer am 8ten d. M. gehaltenen Konferenz zu London sey, so er⸗ zaͤhlt man sich, ein ganz neuer Vorschlag aufs Tapet gebracht worden, naͤmlich der Plan eines Welt⸗Friedens, der zu⸗ naͤchst auf die allgemeine Einstellung der Ruͤstungen aller Maͤchte gegruͤndet ist, die auf einen der Bevoͤlkerung ihrer Staaten angemessenen Friedensfuß zuruͤckkehren sollen. Die Staaten zweiten Ranges wuͤrden genoͤrhigt werden, diesem Beispiele

3 . Ueber jede Macht, die nach der Annahme dieses Systems demselben zuwider han⸗

deln und einer andern den Krieg erklaͤren wuͤrde, soll der

Europaͤische Bann ausgesprochen und sie durch die allgemeine Man erzaͤhlt ferner, daß in einer zweiten, auf den 12ten anberaumten Konferenz eine dem Geiste der erstern entsprechende zweite Proposition hin⸗ zugefuͤgt werden sollte, um die Handlungsweise der Regie⸗ rungen in Betreff der Revolutionen und Insurrectionen zu bestimmen. Zur Unterstuͤtzung dieser beiden Plane soll ein Fuͤrstlicher Diplomat insbesondere auf die Gefahren aufmerk⸗ sam gemacht haben, in die der Krieg alle Throne bringen wuͤrde, selbst den Franzoͤsischen nicht ausgenommen, welchen der Revolutionsgeist in seiner reißenden Schnelligkeit eben sbo wenig als die uͤbrigen verschonen wuͤrde. Man will in einer Stelle einer der letzten Reden des Herrn Laffitte den Keim zu diesen Gedanken gefunden haben, die zwar in der Theorie lockend, aber in der Praxis weniger ausfuͤhrbar sind. Dieses Tribunal gekroͤnter Amphrktyonen war ein Lieblings⸗ traum Heinrichs IV.; dieser allgemeine Friede war ein Plan des Abbé Saint⸗Pierre; ob derselbe aber heut zu Tage leicht ausfuͤhrbar seyn wuͤrde, daran zweifeln wir⸗“ Dem Journal du Leet zusolge, hat der Koͤ⸗ 1 1 0 n 8 2 92 in 8 85 8db 218* S er veee 8 W 9 kordnuͤng

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um es zu verhindern.

zu beharren.

meiner Warnung Lord Althorp) wird seine blutigen Ausdruͤcke zuruͤck⸗

unterzeichnet, wodurch 130 Generale in den aktiven Dienst berufen werden.

Der zum Ober⸗Befehlshaber der Afrikanischen Armee ernannte General Berthezène ist am 7ten d. M. in Mar⸗ seille angekommen.

Der Bey von Titeri, der hier erwartet wurde, befindet sich noch immer in Marseille.

In einem Schreiben von der Insel Bourbon vom 12ten Nov. v. J. wird gemeldet, daß der erste Minister der Koͤni⸗ gin der Ova's, einer Voͤlkerschaft auf Madagaskar, durch dessen Einflaß der Abschluß eines Friedens mit Frankreich vornehmlich verhindert wurde, vom Volke ermordet worden sey, und daß man jetzt baldigen Frieden hoffen duͤrfe.

Die von der Deputirten⸗ Kammer ernannte Kommission zur Pruͤfung des Gesetz⸗Entwurfes wegen Ausgabe von 200 Mill. in Schatzkammer⸗Scheinen, besteht aus den Herren

Aecarier, v. Aulnay, Louis, Salverte, v. Mosbourg, His,

v. Berigny, Aug. Périer und Obier. Se 3 b J144“*“ 1 b Großbritanien und Irland. Parlaments⸗Verhandlungen. Hr. O’'Gorman Mahon fragte in der Sitzung des Unterhauses vom 11. Febr., ob die Regierung Nachricht von der durch die Polizei

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geschehenen Toͤotung eines Mannes in der Grafschaft Mavo

(Irland) erhalten habe? „Weele tausend arme Leute“, sagte er, „leben dort in einem Zustande der aͤußersten Noth. Was aber geschieht nun von den Behoͤrden? Eine Magistrats⸗ person erkläͤrte kuͤ zlich, die naͤchste Gelegenheit ergreifen zu wollen, einen blutigen Redellen und darunter wurde ein Pfarrer verstanden todt zu schlagen wie einen tollen Hund. Nach solchen Drohungen und nach einer so blutigen Erklaͤ⸗ rung, wie sie kuͤrzlich hier von der Ministerial⸗Bank ver⸗ nommen worden (Nein, nein!) wohl hat man erklaͤrt,

heber den Buͤrgerkriez haben, als nacheben zu wor⸗

len nach allem diesen, sage ich, moͤchten Stroͤme Bluts in Irland fließen, wenn das Haus nicht einschreitet,

Die Regierung scheint eneschlossen zu seyn, in ihren Verfolgungen gegen das ehr enwerthe Mitglied fuͤr Waterford (Hrn. O'Connell), bei deuen sie sich auf ein schlechres tyrannisches Gesetz stuͤtzt (Hoͤrt, hoͤrt!), Dieses „Hort!“ zeigt deutlich, von welchem Geiste der Versoͤhnung dieses Haus beseelt sey, und was das ungluͤckselige Irlaͤndische Volk von demselben zu erwarten habe. (Zur Ordnung!) Ich wiederhole, daß es ein schlech⸗

tes tyrannisches Gesetz sey, in Folge dessen Hr. O'Connell verfolgt wird. Es wurde gemacht, um den katholischen Ver⸗ ein zu unterdruͤcken, und wird jetzt dazu gebraucht, alle Dis⸗ kussion im Lande zu ersticken. Nochmals fordere ich die Eng⸗ lische Regierung auf, einzuschreiten und jedem weiteren Ver⸗ fahren gegen Hrn. O'Connell vorzubeugen. Ich hoffe, die

Regierung wird noch bei Zeiten weise seyn und von 8 Nutzen ziehen; ich hoffe, der eole

nehmen.“ (Zur Ordnung!) Der Sprecher sagte, er hege das Vertrauen, daß das ehrenwerthe Mirglied fuͤr Clare (Hr. H'G. M.), welche Ausdruͤcke auch anderen Mit⸗ gliedern in der Waͤrme der Debatte entschluͤpften, keinem derselben doch den wissentlichen und absichtlichen Gebrauch solcher Ausdruͤcke, wie er sie eben beschrieben, beimessen werde. Herr O'Gorman Mahon fuhe fort: „Ich will den Mi⸗ nistern nicht eben eine blutige Gesinnung beimessen, aber das denke ich, daß sie geneigt seyen, eher Blut fliezen zu lassen

als nachzugeben. Viel wuͤrse zur Beruhigung Irlands ge⸗

schehen, wenn man den Prozeß des Hrn. O'Connell fahren ließe. In keinem Falle ist er in semnem Resuttate der Re⸗ gierung guͤnstig, denn sollte Herr O'Tonnell schuldig befun⸗ den werden, so duͤrfte dies unheilbringende Folgen haben; und wird er unschuldig befunden, welch ein Triumph waͤre dies nicht fuͤr die Oppositionspartei, die dann sagen koͤnnte, die Regierung habe ein schlechtes tyrannisches Gesetz zu schlechtem Zwecke anzuwenden gesucht und sey damit durchgefallen! Verfolge man darum doch nicht laͤnger einen Mann, weil er den Frieden Irlands zu erhalten suchte (Man lacht). Ja, ich behaupte, Hr. O'Connell und der katholische Verein ha⸗ ben mehr gethan, in Irland den Frieden zu erhalten, als irgend ein Anderer. Sollte Herr O'Connell zum Maͤrtyrer gemacht werden, so sind die Folgen unmoͤglich abzusehen. Sollte man ihn in Ketten legen, so duͤrften 10,000 Batschriften aus Irland kommen, die an die Vernunft und die Menschlichkeit des Hauses um seine Befreiung appellirten.“ Hr. Stan⸗ ley erwiederte, er wolle auf eine Widerlegung der eben ver⸗ nommenea Bemerkungen sich nicht einlassen und lediglich die

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2 Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung M0 54.

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Frage des ehrenwerthen Herrn beantworten. Niemand koͤnne mehr als er selbst die Noth bedauern, die in dem Irlaͤndi⸗ schen Destrikte herrsche, dessen das ehrenwerthe Mitalied er⸗ waͤhnt (Mayo); die Reaterung muͤsse jedoch in diesem Distrikte mit gan, besenderer Vorsicht zu Werke gehen. Der Mann, der daselbst ungluͤcklicher Weise grtoͤdtet worden, habe zu einer bewaffneten tumultuarischen Versammlung gehoͤrt, und es sy zw ifelhaft, von welcher Seite er eigentlich den Tod er⸗ halten habe. Des Todtenbeschauers Ausspruch laute auch in diesem Sinne. Sowohl der Revierung als der Polizei liege daran, daß der Gegenstand genau untersucht werde, um uͤber den schulotgen Theil Gewißheit zu erlangen. Hr. Browne, Parlaments⸗Mitglied fuͤr Mayo, bemerkte, daß er von der Drohung einer Magistratrperson, wie sie von dem Mitgliede fuͤr Clare erwaͤhnt worden, durchaus noch nichts vernommen habe. Lord Ebrington fuͤute hinzu, auch er, wiewohl ein Freund Irlanos, siy der Meinung des edeln Lords (Alt⸗ horp), daß, wenn sich die schreckliche Alternative eines Buͤr⸗ gerkrieges oder einer Zerstuͤckelung des Reiches darböoͤte, man das eistere vorziehen muͤßte; diese Erklarung abzugeben, wuͤrde er auch gar nicht anstehen, wenn er sich in seinem Va⸗ terlande Irland befaͤnde. WI“ I

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Aus dem Haag, 17. Febr. Auch der Kommandant der Festung Breda, General⸗Major Wildeman, hat einen Tagerbefeyl an seine Truppen erlassen, in welchem er der

Heldenthat van Speyks mit Begeisterung gedenkt. Das in der Naͤhe von ECinehoven befineliche mobile Heer wird in diesen Tagen wieder eine Verstaͤrkung von 2000 Mann erhalten; unter Anderm werden das ganz neu orga⸗ nisirte 12te Infanterie⸗Regiment und die Jaͤger von v. Dam dazu stoßen, welche letztere am 16ten d. in Herzogenbusch er⸗ wartet wurden. Dem Vernehmen nach besteht die feindliche Besatzung von Turnhout in diesem Augenblicke nur aus 800 Mann, die kein Geschuͤtz bei sich fuͤhren. Es heißt, das sich Eng⸗ lsche und Franzoͤsische Kommissarien nach dem Belsischen La⸗ ger vor Mastricht begeben werden. 1 In der Provinz Nord Brabant ist die Loosung zum Eintritt in die National⸗Miliz, selbst auch an den Orten, die nvur in sehr kurzer Entfernung vom feindlichen Geund⸗ gebiete sich befinden, in der besten Ordnung vor sich ge⸗ gangen. Aus Breda meldet man: „Es sind jetzt die besten

Maaßregeln genommen worden, um fernere Streifzuͤge der

Insurgenten auf unser Grundgebiet zu verhindern. Das Dorf Zundert, das außerhalb unserer Operations Linie liegt, ist ganz besonders von ihnen beunruhigt worden. Am 31. Januar wollten 13 bewaffnete Belgier in das Haus des da⸗ slgen Einnehmers dringen; dieser setzte sich jedoch mit den Seinigen zur Wehr und wußte auf diese Weise dem Staate

die ihm gehoͤrenden Gelder zu retten.“

Bruͤfsel, 17. Febr. In der gestrigen Kongreß⸗Sitzung suchte Hr. Surmont de Volsberghe den uͤber ihn und seinen Kollegen Hen. Rodriguez in den Zeitungen erschiene⸗ nen Bericht, wonach beide auf der Straße vom V. lke, das sle fuͤr Orangisten gehalten, mißhandelt worden waͤren, zu widerlegen. Nur von einem einzigen Manne seyen sie mit zener Anschulzigung verfolst worden, und dies habe sie ver⸗ aulaßt, sich unter den Schulz der Boͤrgergarde zu begeben.

Die Versammlung schrut hierauf zur ferneru Berathung

des Wahlgesetzes, von welchen die Art. 40 bis 49., so wie

noch mehrere allgemeine Bestimmungen, angenommen wurden. In hiesigen Blaͤtternn liest man: „Jetzt, da die Nicht⸗Annahme des Herzogs von Nemours nicht mehr zu dezweifein ist, wollen wir Alles sagen, was wir von den di⸗ plomatischen Intriguen wissen, welche die Erwaͤhlung des Herzogs von Nemours herbeigefoͤhrt haben. Die Erwaͤhlung des Herzogs von Leuchtenberg schien so gut als gewiß, und wir naͤherten ums dem 28. Jan., dem Tage, der zur Wahl unwiderruflich festgesetzt woroem war. Herr Sebastzani haste nnaufhoͤrlich Briefe uͤber Briefe geschrieben, um der Kandi⸗ Satur des Sohnes Eugens von hornais entgegen zu worstine nach Beuͤüssel zu sendeu. Herr von Lawoestine desuchte die Mitolieder der provisorischen Regierung und des diplomatischen Comité, so wie mehrere De⸗ Hier erhielt er die Uebenzengung, daß die

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aerbeiten; endlich eneschoß er sich, ben Manquis von La⸗

Erwaͤhlung des Herzogs von Leuchtenberg gewiß sey, und daß nur ein einziger Kandidat, naͤmlich der Herzog von Nemours, mit Vorrheil gegen ihn kaͤmpsen koͤnne. Nun hatte aber Hr. Sebastiani in seiner bekannten Unterhaltung mit Hrn. Rogier und in mehreren offiziellen Aktenstuͤcken erklaͤrt, daß der Koͤnig der Franzosen die Krone Belgiens fuͤr den Herzog von Nemours nicht annehmen koͤnne. Diese Erklaͤrung war ein Hinderniß, das man beseitigen mußte. Die Umstaͤnde wurden auch immer dringender. Lord Ponsonby, der seit einiger Zeit zahlreiche Besuche von Deputirten empfangen hatte, schien seinerseirs die Erwaͤhlung des Herzogs von Leuchten⸗ berg zu betreiben, wiewohl er erklaͤrte, daß sein Kandidat vor⸗ zugsweise der Prinz von Oranien seyn wuͤrde. Am 26. Jan. reiste Herr Bresson ploͤtzlich nach Paris ab. Er sah dort den Koͤ⸗ nig und Herrn Sebastant und war am 2s8sten wieder zu⸗

ruͤckgekehrt. Die Besucher stroͤmten nun von Lord Pousonbdy⸗

fort und zu Hrn. Bresson hin. Auf der Rednerbuͤhne haben einzig und allein die Herren van de Weyer und Le Hon ge⸗ sagt, daß sie die persoͤnliche Ueberzeugung haͤtten, der Koͤnig der Franzosen wuͤrde die Krone fuͤr seinen Sohn annehmen. Man wuͤrde sich jedoch taͤuschen, wenn man glaubte, die Majoritaͤt habe sich durch diese isolirte Erklaͤrung zu ihrem Entschlusse bewegen lassen. Eine große Anzahl von De⸗ putirten hatte vielmehr im Hause des Herrn Bresson die⸗ selbe Ueberzeugung gewonnen. Herr von Celles in Paris war seinerseits auch nicht unthaͤtig. Die Zeitungen erzaͤhlten uns, daß er taͤglich vom Koͤnige empfangen werde. Die Freunde des Hrn. v. Celles ließen in Bruͤssel die Schreiben umlaufen, durch welche sie in die Geheimnisse des Palais⸗ Royal eingeweiht worden waren. Am 29. Jan. fand eine vordereitende Versammlung in Vauxhall statt; es waren dort uͤber 80 Deputirte, die allen Nuancen angehoͤrten. Die Her⸗ ren v. Aerschot, Gendebien, Ch. v. Brouckère, Ch. Rogier, Nothomb und Le Hon verbargen ihren Kollegen nichts und unterrichteten sie von den veraäͤnderten Gesinnungen des Fran⸗

zoͤsischen Kabinets, wobei sie sich nicht sowohl auf authenti⸗

sche Aktenstuͤcke, als auf Briefe stuͤtzten und auf Unterhal⸗ tungen, die sie mit den Herren v. Lawoestine und Bresson gehabtf. Hr. Ch. Rogier las ein Schreiben des Hrn. Fir⸗ min Rogier vor, das großen Eindruck auf die Versammlung machte. In Folge aller dieser Umtriebe wurde endlich die Erwaͤhlung des Herzogs v. Nemours durchgesetzt.“

Hr. Charles v. Brouckere, Mitglied der nach Bruͤssel gesandten Deputation, ist in Bruͤssel angekommen. Seiner Versicherung zufolge wird die Deputation erst am Donnerstag den 17. Febr. ihre feierliche Audienz beim Koͤnige der Fran⸗ zosen erhalten.

Die Deputirten, Mitglieder der Provinzial⸗Staͤnde des Hennegau, haben dem Koͤnige der Franzosen eine Adresse uͤbversandt, in der sie darum nachsuchen, daß Se. Majestaͤt die Belgische Krone fuͤr den Herzog von Nemours anneh⸗ men moͤge.

Gestern hat sich eine große Anzahl von Deputirten in einem Kaffeehause versammelt, um sich uͤber den von Herrn Lebrzau gemachten Vorschlag eines General⸗Statthalters oder Regenten zu berathen. Die Mehrheit der Mitglieder soll sich zu Gunsten des Grafen von Merode ageeshrochen ha⸗ ben. Der „Emancipation“ zufolge, hat Hr. Lebeau dem Fuͤrsten von Ligne auf seinem Schlosse Beloeil einen Besuch abgestattet, um ihn zur Uebernahme der General⸗Starthalter⸗ Wuͤrde zu bewegen. Inzwischen sind auch schon einige Witt⸗ schriften hier in Umlauf, worin um die Ernennung des Ppaͤ⸗ sidenten Surlet de Chokier zum General⸗Statthalter nach⸗ gesucht wiradx. 58 81“ Peo len & 1888 8 1

8 8 Waäarschau, 17. Febr. In der Sitzung der Lanzhe⸗ ten⸗Kammer vom 14ten d. wurde derselben von einer De⸗ putation des Senats folgender Gesetz⸗Entwurf vorgelegt: „Die Senatoren⸗ und Landboten⸗Kammer, in Gemaͤ heit des ihnen von den Reichtags Kommissionen voen⸗ege b Projekts und nach Anhoͤrung dieser Kommissionen, in Be⸗ tracht: daß, obgleich nach dem Axrt. 162 des Statuts uͤber die Landes⸗Repraͤsentation die Sitzungen des Reichstages

nicht eroͤffnet werden koͤnnen, wenn nicht die Hoͤlfte der die den Artikeln 2, 3 und 4 des organischen Statuts uͤber den Senat in Verbindung mit dem Art. 109 der Constitution zufolge, nicht geringer als 24 Mitglieder seyn darf, gegen⸗